Tag 2890 – Beware of the pølse.

Die Kinder haben sich, genau wie der Rest des Korpses, eine klitzekleine Lebensmittelvergiftung vom Ausflug mitgebracht. Hoppala. Immerhin nicht ganz so schlimm wie manche andere, aber auch nicht gut. Man geht davon aus, dass was an der letzten Raststätte, an der sie auf dem Rückweg waren, nicht gut war. Ich hoffe, die Raststätte ist informiert.

Außer Kindern mit Magenverstimmung war nix los außer Arbeit. Süd-Norwegen bereitet sich auf eine kleine Hitzewelle mit über 30 Grad vor. Ich habe ungute Backflashes zu 2018, als wir das Haus mitsamt komplett totem Garten kauften, weil wegen Dürre verboten war, Trinkwasser zum Gießen zu benutzen (oder zum Füllen von Planschbecken und Pools, oder zum Auto waschen). Noch dürfen wir gießen, aber nicht mehr mit dem Schlauch, sondern nur noch mit Kannen – damit keiner stundenlang seinen Rasen sprengt. Wir machen über Nacht heimlich den Sickerschlauch an, weil das viel weniger Wasser verschwendet als einmal ne Kanne Wasser auf die Erde zu kippen, von der dann 90% sofort versickert. Würden wir auch nicht machen, wenn man wirklich gar nicht mehr wässern dürfte, aber noch darf man ja so halb. Anderenorts darf man nur noch 2 Tage die Woche gießen, an welchen richtet sich nach der Hausnummer. Norwegische Kommunen sind kreativ, was das Sparen von Wasser angeht.

Passend dazu sieht unser Apfelbaum gar nicht gut aus. Nur ein Ast hat ausgetrieben. Die restlichen Äste sind unter der Rinde zwar noch grün, aber treiben nicht aus. Es ist ein recht trauriger Anblick.

Meh.

Tag 2854 – Wochenendende.

Ein Sonntag Anfang Mai. Herr Rabe hat das Trampolin aufgebaut, Pippi ist achthundert mal ums Haus Fahrrad gefahren, ich war in der Sonne spazieren und habe ein paar neue Sommersprossen bekommen, Michel hat mit dem Korps auf der Konfirmation eines anderen Korpsmitgliedes gespielt und zum Ende des Tages hat sich Michel den Fuß noch blöd umgeknickt und wenn das morgen nicht besser ist, fährt Herr Rabe mit ihm zum Arzt. Er ist ja manchmal eine kleine Dramaqueen, was Aua aller Art angeht, allerdings war der Fuß schon ein bisschen geschwollen. Ich nehme trotzdem an, es ist nur umgeknickt ohne schwerere Folgen.

Zwischendrin haben wir noch die Schwägerin verabschiedet und verspäteten Kuchen gegessen.

An Anfang-Mai-Dingen stehen jetzt noch Weide beschneiden und Sommerreifen aufziehen an. Und diverse Gartenarbeiten, aber die kann man ja bis auf im Winter immer machen, die Weide ist jetzt verblüht und muss dann jetzt geschnitten werden. Die der Nachbarn auch, das wissen die aber bestimmt nicht, die haben das Haus mit Weide gekauft und die Weide war das einzige, was der Vorbesitzer nicht vorm Auszug noch mit RoundUp tot gemacht hat (seltsame Leute gibt es). Die neuen Nachbarn wurden noch nicht im/um den Garten gesichtet. Vielleicht schneide ich deren Weide einfach mit und erkläre den neuen Nachbarn dann, dass man das halt machen muss, wenn man möchte, dass sie blüht.

Tag 2550 – What a day.

Liege völlig fertig auf einem Hotelbett in Schweden und möchte eigentlich noch noch schlafen, muss mich aber noch mal aufraffen und Zähne putzen. Wir haben, nachdem ja gestern alles (vor allem abends) scheiße war, heute früh erst so richtig mit dem Packen angefangen. Klappte trotzdem, weil wir das ja nicht zum ersten Mal machen. Außerdem haben wir eine geteilte To-Do-Liste. Trotzdem dauert es natürlich, für 4 Leute alles mögliche zu packen, nebenher das Haus aufzuräumen, Blumen zu gießen und den Müll rauszubringen. Es dauerte 2,5 Stunden länger, als ich vorhatte. Dank 2 x Stau auf dem Weg und „Ich muss Pipi“ und „Ich hab sooooo Hunger!“ waren wir dann erst um viertel vor elf im Hotel. Im Auto habe ich noch schnell einen Report verschickt und jetzt ist aber wirklich Urlaub! Wirklich ehrlich und so richtig. Und ja, natürlich habe ich die Zeit aufgeschrieben, das sind alles Überstunden.

Morgen habe ich uns optimistisch zu acht Uhr zum Frühstück angemeldet. Dann mache ich jetzt wohl mal besser die Augen zu.

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Urlaub sieht bei uns so aus: die Schweinchen machen Urlaub auf dem Bauernhof, unter Kaninchen, Hühnern, Pferden und Puten (nicht alle zusammen! Die Schweinchen haben ihre eigene Pferdebox und können jeden Tag raus in ein Außengehege). Die Schnecken legen hoffentlich keine Eier. Die Zimmerpflanzen stehen im Duschbad, weil es da am kühlsten ist. Draußen ist harter Darwinismus, das Grün muss allein zurecht kommen (ok, wenn es jetzt 3 Wochen lang 30 Grad sind und gar nicht regnet, würde ich einen der Nachbarn bitten, mal zu wässern. Ist ja einfach, Tropfschlauch anmachen und am nächsten Morgen wieder aus.)

Tag 2374 – Aufgeholt.

Tja, nach dem verschenkten Tag gestern (ein Teil von mir möchte „delightful!“ dazwischenrufen) wurde heute bis auf das Umtopfen einiger Zimmerpflanzen und Schnecken wecken alles gemacht, was am Wochenende so anstand. Ok, Herr Rabe war gestern einkaufen, das wäre heute ja sehr schlecht gegangen. Gestern habe ich also immerhin umgetopft, bis ich kein Granulat mehr hatte. Nachdem ich testweise erst die Orchideen und dann die Schneckenmango in so Mineralgranulat gepflanzt habe (merke: gar kein Substrat bei den Orchideen war eher kein Tor. Die überleben das, mehr aber auch nicht. Ist vielleicht anders, wenn man wirklich jeden Tag an den Pflanzen rummacht und sprüht, aber da habe ich nun echt keine Kapazitäten für) und denen das scheinbar sehr gut gefällt, waren nun eine Avocado, eine Grünlilie und die Blume von M. (blühte im ersten Jahr sehr hübsch, im zweiten kam nur eine Blüte, aber vielleicht, ganz vielleicht lag das auch dran, dass der Topf mit Wurzeln komplett gefüllt war) dran. Die Bonsaicado habe ich auch wieder in einen tiefen Topf getopft, aber komplett in das Bonsaigranulat. Echte Bonsaicado war auch ein gescheitertes Experiment, die überlebt das, aber wesentlich mehr auch nicht. Zwischenzeitlich dachte ich, sie hätte es hinter sich, aber dann kam doch wieder ein Blatt. Aber wer will schon drei kümmerliche Blättchen an einem dürren, langen Stöckchen? Den anderen zwei Avocados geht es aber super, die eine muss ich bald mal beschneiden, damit sie uns nicht davon wächst. Die waren immer in normalen, tiefen Töpfen und naja, aufgrund der Wurzelform würde ich jetzt auch mal vermuten, dass Avocado kein optimaler Ausgangspunkt zum Bonsai ist. Die Riesenavocado war als erstes dran mit Umzug in Granulat und nach den drei Pötten war dann erst mal das Granulat alle. Neues ist bestellt.

Warum Granulat? Ich hoffe, so der Erdmückenplage Herrin zu werden. Mein Plan ist, keine Blumenerde mehr im Haus zu haben, außer im Terrarium. Da wird sie alle zwei Wochen konsequent getauscht. Ha. In your face, Erdmücken. Und wo ich ja diesen Plan schon haben habe ich dann gestern auch alle Schnecken mal ausgebuddelt, die sich noch nicht hatten blicken lassen, seit es wieder heller ist und ich auch durch Feuchtigkeit Frühling signalisiert habe. Ergebnis ist wie letztes Jahr: minus 1 Schnecke. Die kam nicht raus, auch nicht, nachdem ich sie unter lauwarmes Wasser gehalten habe, und etwas später bemerkte ich auch den fischigen Geruch. Tja. Man muss dazu sagen, dass das eine der ältesten Schnecken und die bisher größte war. Irgendwas zwischen 4,75 und 5 Jahren ist sie also geworden. Den anderen Schnecken geht es gut, etwas desorientiert wirken sie allerdings nach der langen Trockenruhe. Andererseits sind es Schnecken, die bewegen sich ja eh oft eher erratisch und Langsamkeit gehört ja nun mal dazu.

Heute war also alles andere dran. Garten, Garten, Garten, Meerschweinchen sauber machen. Im Garten wurde Komposterde verteilt (hauptsächlich in den Hochbeeten/Gewächshäuschen) und der Kompost danach auf Gehwegplatten gestellt, damit er gerade(r) steht. Gewürm kommt ja eh nicht von unten rein, weil der unten geschlossen ist. Gewürm müssen wir also zusetzen, aber das ist kein großes Problem, wir haben reichlich überall und ich siedle fleißig um, was ich versehentlich ausbuddele. Leider trampelte Herr Rabe beim Platten verlegen brutal auf den Rhabarberspross, der mutig sein Köpfchen ca. 1 cm aus der Erde gestreckt hatte. Naja, es wird ihn schon nicht gleich komplett ungebraucht haben. Außerdem habe ich die Beete außer mit Kompost auch mit anderer Erde aufgefüllt, Petersilie Nummer 275 und Thymian Nummer 4 eingepflanzt, die Carportampeln bepflanzt und aufgehängt, totes Zeug vom um den Stein(TM) rum weggesammelt und dabei die zwei Krokusse von letztem Jahr wieder gefunden:

Zwei Krokusse und sich unkrautartig ausbreitende Walderdbeeren (die dürfen das da gerne tun)

… und im Hochbeet diverse Himbeersprosse auf Irrwegen ausgerupft (mit so viel Wurzelwerk wie möglich, voll gut, dass ansonsten noch nichts wächst). Herr Rabe hat totes Gras aus dem Rasen gekämmt, Mulch unter dem Trampolin verteilt, die Stachelbeere beschnitten (auch die muss man dran hindern, das Hochbeet zu übernehmen, aber die ist wesentlich wehrhafter als die Himbeere) und die Wüstenei, wo die Schweinchen letztes Jahr wohnten, umgegraben und neuen Rasen ausgesät. Wir versuchen es jetzt mal mit zwei Schweinestandorten, die regelmäßig gewechselt werden. Mal gucken, was das so bringt.

Einen Lavendel habe ich noch eingepflanzt und eine Stocksammlung (zum Schnitzen?) aus dem Weg geräumt.

Während ich die Schweinchen sauber machte, durften sie zum ersten Mal in diesem Jahr frische Luft schnuppern. Ich schaffte sogar, eine Handvoll sehr jungen Giersch und sehr jungen Löwenzahn zusammenzusammeln, was nach kurzer Skepsis auch begeistert weggeschlüpft wurde.

Danach war ich aber platt auf allen Ebenen und wollte beim Essen aufgrund Salatgurke schnurpsender Familienmitglieder gerne entweder spontan (und reversibel) taub sein oder den Raum verlassen. Machte ich nicht und wurde ich nicht, aber, puh. Meistens kann ich Essgeräusche halbwegs tolerieren, aber wenn der Akku leer ist, fällt es echt schwer, nicht laut schimpfend von dannen zu stapfen.

Aber hey. Endlich Frühling. Hurra.

Tag 2174 – Leben fast überall.

Lavendel und Stockrosen haben den Winter nicht überlebt. Beide Lavendel und alle drei Stockrosen. Ich weiß auch nicht, was da passiert ist, es war eigentlich nicht ungewöhnlich kalt und auch nicht ungewöhnlich lange kalt. Aber da kommt nix mehr, das habe ich inzwischen eingesehen. Ein paar neue Stockrosen (haben sich selbst ausgesät, das war ja eh der Plan, eine neue invasive Art einzuschleppen) kommen, aber die sind ja dieses Jahr noch sehr klein und blühen frühestens im nächsten Jahr. Sonnenblumen sprießen im Hochbeet wieder sehr viele, dieses Jahr habe ich gar nicht erst welche drinnen angezogen, die draußen gekeimten sind wesentlich robuster.

Der Rhabarber wurde von zwei übereifrigen kleinen Mädchen niedergemetzelt. Wäre halb so schlimm, wenn sie ihn wenigstens auch gegessen hätten, aber nein, sie haben ihn nur bis auf einen Stängel abgerissen und dann erst das erste Stück probiert, und dann den Rest der Stängel und Blätter im Garten verteilt.

Der Holunder blüht wie verrückt und wächst hauptsächlich in die Breite.

Diese Zierdistel oder was das da rechts im Bild ist, ist extrem ausbreitungsfreudig. Hübsch, aber wird vermutlich irgendwann die Weltherrschaft übernehmen. Ich rupfe ständig überall Ausläufer davon raus, die aber wirklich überall aufploppen. Die Pflanze kam mit dem Haus, genau wie die sehr hübschen Pfingstrosen und allerlei anderes Zeug, das komplett tot war, als wir einzogen.

Leider leben am Holunder auch sehr viele eklige schwarze Blattläuse (?), bäh. Die leben auch an vielen der Disteln, die überall wachsen und die wiederum die Meerschweinchen sehr gerne fressen, aber beim Pflücken muss man echt aufpassen, dass die nicht zuhauf bewohnt sind. Die Viecher will ich definitiv nicht im Haus haben, und ich bezweifle, dass die Meerschweinchen von so viel extra Protein sonderlich angetan wären.

Apropos bewohnt, an den Erdbeeren wohnen leider irgendwelche kleinen Käferchen. Die Pflanzen sehen gar nicht gut aus (sind zerfressen, ich dachte erst an Schnecken, aber da sind keine, können auch kaum da hin kommen und die Kräuter direkt daneben sind auch alle völlig unbehelligt. Außerdem habe ich eine Horde winziger Käferchen/Spinnentiere? [viele Beine] gesehen), und die Früchte werden nicht rot, bevor sie aufgefressen sind. meh.

Aber egal. Morgen werden ein paar Holunderblüten geerntet, wenn ich welche finde, die halbwegs Blattlausfrei sind. Danach kümmere ich mich um das unerwünschte Getier und kaufe neuen Lavendel.

Tag 2139 – Buddeln.

Wir haben die Sickerschläuche in den verschiedenen Beeten eingegraben. Noch ist es zwar nass ohne Ende und die Regentonne komplett voll, aber das kann sich ja schnell ändern. Diverse schockierte Regenwürmer wurden behutsam wieder eingegraben, ein Riesenregenwurm (das ist so ne komische invasive Art, oder? Vorne platt, bestimmt 10 cm lang und dick wie ein Bleistift) im Kompost ausgesetzt (wir geben dem Kompost doch noch ein bisschen, oben sieht es zwar schon sehr erdig aus, unten aber nicht) und neue Petersilie und Thymian gepflanzt. Rosmarin gab‘s nur in der Zier-Version. Der Thymian hat immerhin zwei Jahre gehalten, aber Rosmarin und Petersilie überleben bei uns irgendwie den Winter nie. Der Zitronenthymian hingegen lebt schon das dritte Jahr in Folge.

Ansonsten geht es fast allen Pflanzen gut. Holunder, Stachelbeere, Johannisbeere und Himbeere wuchern herum. Rhabarber kommt, Obstbäume, Sträucher und Weide werden grün. Lavendel… weiß nicht, weiß nicht. Mal sehen. Der im Beet, der da immer schon war, ist auch noch nicht wieder ausgetrieben, deshalb gebe ich dem im Topf noch ne Weile.

Die aus Verzweiflung über das gelbe, tote „Frühlings-“Gras neulich gekauften Stiefmütterchen in den Hängeampeln freuen sich über das feuchte Wetter auch sehr. Generell explodiert die Natur ja hier immer, wenn der Frühling dann endlich im Gange ist, das ist schon schön und irgendwie gruselig faszinierend anzusehen. Gestern habe ich zum Beispiel lauter verirrte Himbeer-Schößlinge aus dem Beet gerupft und heute waren schon wieder drei neue da. Im Hochbeet haben sich auch wieder Sonnenblumen wild ausgesät, und seit letztem Jahr weiß ich ja, dass das, was draußen von selbst wächst, um Längen robuster ist, als was man drinnen vorzieht und dann auspflanzt, insofern verlasse ich mich darauf, dass sich Klatschmohn, Kapuzinerkresse, Ringel- und Sonnenblumen selbst gesät haben.

Hach, schon schön, so ein Garten.

Tag 2137 – Frühling!

Hier hat die Woche Frühling, die wir in diesen Breitengraden üblicherweise haben, angefangen. Dank an das nasse Wetter bei endlich mal mehr als ein paar Plusgraden. In einer Woche wuchert dann alles.

Blümel.

Blümel.
„Oster-”blümel.
Blümel, bei Insekten beliebt.
Blümel mit Biene (und schiefer Latte an der Terrasse).
Blümel ohne Biene.
Wildes Blümel, aber bei mir darf ja leben, was hübsch blüht.

Gut, der Löwenzahn blüht auch hübsch, aber der blüht auch schon überall sonst sehr hübsch, im Blumenbeet ist der leider reines, kostenloses Meerschweinchenfutter. Die sind eh schon sehr glücklich über den Frühling und feiern eine wilde Giersch- und Löwenzahnparty mit ein bisschen Gras dazu (die meisten Gräser sind noch nicht so wirklich da)

Hach. Ich bin vielleicht doch gar nicht so ein Winterkind.

Tag 2104 – Batterie halbwegs gefüllt.

Ein erfolgreiches Wochenende. Viel geschlafen, etwas gegammelt (gestern bis zum frühen Nachmittag ging es mir noch nicht soooo toll, also hing ich auf dem Sofa rum) und einiges geschafft. Heute bei bestem Wetter im Garten herumgerödelt, alte tote Pflanzen und -reste entfernt, jetzt ist alles soweit frühlingsfertig, es muss nur noch grüner werden. Der Estragon tut jedenfalls schon mal, was er kann, um dieses Jahr die Weltherrschaft an sich zu reißen.

(Bild nicht aus dem heimischen Garten, bei uns wachsen keine Krokusse.)

(Stimmt nicht ganz, einer wächst, hat aber noch keine Blüte.)

Estragon, ein lustiges Kraut, das wir so gut wie nie benutzen. Wozu benutzt man Estragon in rauhen Mengen? Her mit den Tipps!

Die Primeln kommen jedenfalls und entweder Hyazinthen oder Narzissen, wer weiß das schon so genau, vielleicht auch beides. Ich hatte ja auch darauf gehofft, dass die Tausendschön fancy Gänseblümchen wiederkommen, aber davon ist noch nichts zu sehen. Es ist aber ja auch echt noch Zeit, der Frühling ist hier noch nicht mal richtig in die Gänge gekommen.

Falls Sie mal über den deutschen Frühling meckern wollen, schicke ich Ihnen gerne Bilder, wie hier einfach alles gelb ist. Immer dran denken: bei anderen ist die Wiese tatsächlich bis in den Mai hinein nicht grün. Gar nicht.

Ich wurde letztes Jahr gebeten, unsere Erfahrung mit dem Warmkompost zu teilen. Hier ist sie also: Herr Rabe sagt, da sei Erde drin. Die sei jetzt soweit fertig, seinem Augenmaß nach zu urteilen. Letztes Jahr im Herbst war ziemlich viel Leben im Kompost, das fand ich dann schon etwas grenzwertig (uäh, Nacktschnecken) aber tatsächlich ist der geruchsdicht, solange man den Deckel drauf hat. Im Winter fror der Deckel leider fest, ich hab also keine Ahnung, ob der im Winter auch noch lebte, aber scheinbar ist er zumindest in den 11 Monaten soweit gekommen, dass wir ein paar Liter Kompost unter die Beete heben können. Das aber dann nächste Woche, heute war der Fokus eher auf Sonnenschein und Aufräumen.

Tag 1922 – (Noch nicht) bereit.

Wir haben heute den Garten winterfest gemacht. Die Sickerschläuche und die Verbindungsschläuche ausgegraben, die restlichen, verwelkten Sonnenblumen und Stockrosen abgeschnitten, dem Kompost sein Isolierkleid angezogen, die Regentonne abgelassen (und dieses Mal auch umgedreht, damit nicht wieder der Zentimeter Restwasser die Tonne beim Gefrieren sprengt), das Gewächshaus geleert und Lavendeltopf und Pfefferminztöpfe zum Überwintern reingestellt, im Blumenbeet ein letztes Mal Unkraut gejätet, Him- und Erdbeeren an Stellen, wo ich sie nicht haben will, ausgerupft, ein letztes Mal Rasen gemäht und zu guter Letzt Mulch im Blumenbeet und um die Hecke verteilt. Herr Rabe hat noch die [Fluch einfügen] Schwarzbeersträuche beschnitten, vielleicht hilft es ja was gegen deren Nicht-Wachstum. Projekt Weg mit der Hecke ist ja irgendwann um Pfingsten rum eingeschlafen. Schon am Freitag hat Herr Rabe das Trampolin abgebaut, was noch fehlt ist eine Plane, unter der wir die Gestellteile verstauen können, und etwas, um die Lavendel- und Pfefferminztöpfe etwas zu isolieren. Aber noch schneit es ja nicht.

Der Garten ist jetzt also bereit für den Winter, ich nicht. Sonst mag ich den Winter ja, aber der Coronawinter wird lang und hart, das zeichnet sich ja jetzt schon alles sehr ungut ab. Ich möchte das nicht, das Virus soll weggehen jetzt, wir haben Pandemie jetzt echt lange genug gehabt. (Ich weiß, ich wiederhole mich.)

Tag 1850 – (Nicht) bereit für den Herbst.

Eigentlich wollte ich heute hauptsächlich im Schlafanzug herumlungern und gar nichts machen, das hätte mich nach der Woche sehr glücklich gemacht. Aber es wird Herbst, ob ich das will oder nicht (Spoiler: ich möchte das nicht) und deshalb habe ich eine gute Weile im Garten gerödelt.

Das Basilikum mag keine Temperaturen unter 10 Grad und da in den letzten Tagen früh morgens bereits Reif auf der Wiese lag, habe ich heute den unfassbar riesigen Busch Zitronenbasilikum und die zwei normal großen Büsche Basilikum und Thai-Basilikum geerntet und zum Trocknen aufgehängt.

Pünktlich zum Ende des Sommers (also eigentlich viel zu spät) trägt die Minigurke die ersten Früchtchen und die Mini-Paprika blüht. Toll. (Augenrollen.)

Ich habe letzte Woche schon den lila Lavendel beschnitten, den ich diesen Winter endlich ordentlich überwintern muss, der ist nämlich jedes Frühjahr aufs neue halb tot und muss mühselig aufgepäppelt werden. Heute habe ich den weißen Lavendel beschnitten, der im Beet wächst (da hat ihn die Vorbesitzerin des Hauses hingepflanzt und da fühlt er sich wohl und wuchert so rum) und weil da tatsächlich eine nennenswerte (lies: sehr große) Menge Lavendelstängel runter kam, riecht unser Schlafzimmer jetzt schon mal sehr gut. Morgen nähe ich aus Stoffresten kleine Säckchen und dann darf der Lavendel unsere Wollsachen beduften. Wir haben zwar keine Kleidermotten, aber man muss sie ja auch nicht einladen. Und bald ist eh schon wieder Zeit für Wolle. Es wird ja Herbst. Seufz.

Die verblühten Sonnenblumenblüten habe ich abgeschnitten und zum Trocknen hingelegt. Da werden sich im Winter hoffentlich ein paar Vögel drüber freuen.

Letztes Wochenende habe ich ja schon recht brutal das Ringelblumenbeet gerodet.

Ich habe 23 Äpfel von unserem Mini-Apfelbäumchen geerntet, die sind wirklich ausgesprochen lecker. Danach habe ich, ohne jede Sachkenntnis und mit dem einzigen Leitsatz „es muss ein großer Vogel durchfliegen können“ den Apfelbaum beschnitten und überraschend viel weggeschnitten, bis ich fand, dass er dünn genug aussah. Ein paar Ästchen haben die Meerschweinchen gleich bekommen, den Rest habe ich auch zum Trocknen hingelegt.

Ob ich Kirschbaum und überraschend Endsommer-wuchernden Holunder noch beschneide, überlege ich mir morgen. Ich habe den Eindruck, der norwegische Sommer dieses Jahr war ein sehr guter Baumsommer, generell Pflanzensommer, hier ist ja alles gewuchert wie bekloppt. Der Holunder hat so einen Schuss gemacht, dass er jetzt tatsächlich ein gutes Stück über die Steinkante zum Nachbarn hinausragt. Mich macht das sehr froh.

Das alles macht mich ein bisschen melancholisch. Ja, es ist gut, halbwegs kontrolliert in den Herbst zu gehen, aber ich möchte noch keinen Herbst haben. da half auch die flotte Spaziergehrunde im Dunkeln in wunderbarer kühler und feuchter Luft nicht wirklich gegen. Ich möchte echt noch nicht diese lange, kalte, dunkle Jahreszeit anfangen.

Mimimi.

Tjanun. Was hilft‘s. Morgen oder nächste Woche müssen wir Feuerholz bestellen, unser Kubikmeter von vor zwei Jahren ist fast leer und da diese Homeoffice-Geschichte zumindest für mich noch bis mindestens Weihnachten so* weiter gehen wird**, werden wir eher mehr Holz brauchen als in den letzten Wintern. Seufziseufz.

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*ein bis zwei mal die Woche Büro, sonst zu Hause. Außer halt es ist Inspektion.

**shoot me