Tag 807 – Back to business.

42 mal poly(A)-RNA isoliert. Zum letzten Mal.

Eine Bewerbung geschrieben. Immerhin, nachdem ich heute morgen so müde war, dass ich die Augen kaum aufbekam, finde ich das eine Leistung.

Elterngespräch im Kindergarten. War. Ich war sehr müde und sehr gestresst und sehr dankbar, dass einer der männlichen Betreuer das Gespräch mit mir hatte. Das hat nämlich nur halb so lange gedauert, wie die zwei anderen Elterngespräche, die wir bisher da mit Frauen hatten. Kann aber genauso gut auch an meiner Wortkargheit gelegen haben. Fazit jedenfalls: Kinder sind super, ein paar Minibaustellen gibt es schon (unter anderem findet der Kindergarten, dass Pippi undeutlich spricht), aber nix, was ich dramatisch finde.

Jede Menge alte Proben, die niemand mehr braucht aufgeräumt. Aufgeräumt = weggeworfen. Ich finde das ja sehr befreiend. Auch ein paar -80er-Leichen gefunden, zum Beispiel eine ganze Box voll aufgereinigtem Bitch-Protein, mit Mutationen, ohne Mutationen, hinten trunkiert, vorne trunkiert, mit His-Tag, ohne His-Tag, Maus und Human. 

Schönen Nachmittag mit Pippi allein gehabt. Dabei ist mir aufgefallen, wie „groß“ die geworden ist. Auch ihr Gesicht hat sich verändert. Übers Wochenende, quasi (und nein, das liegt nicht nur dran, dass die Bläschenkrusten kamen und jetzt langsam wieder abklingen). Vermutlich erklärt das, wieso sie im Moment gerne mal rumpelstilzt. Nachts. 

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Pippi: „Laser Puppen?“

Ich: „?“

Pippi: „Laser Puzzeln?“

Ich: „Laser…?“

Pippi: „Mama Pippi Laser puzzeln? *zeigt auf Schnoddernase*“

Ich: „Ahh, du willst Nase putzen?“

Pippi: „Ja.“

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Über dem ganzen Hand-Mund-Fuß-Mist ist mir entgangen, dass bei Pippi eine Ecke des 5. Backenzahns durchgebrochen ist.

Viel über Freundschaft nachgedacht. Muss ich mal zu bloggen. Aber dazu jetzt zu müde.

Tag 804 – Das Alter.

Manche werden im Alter grau, manche kahl, dick oder faltig. Ich werde gefühlt nur immer müder.

Was heut gut war: Pippi hat kein Fieber mehr, nur Bläschen en Masse um den Mund, das scheint sie aber zumindest tagsüber nicht sehr zu belasten. Wir haben Besuch bekommen, der bis Die stag bleiben wird. Wir haben Michels Pupsspiel* ausprobiert u d eine Menge (infantilen) Spaß gehabt. Ich habe den blöden Versuch ganz smooth fertig gemacht und bin damit fertig im Zelllabor, Hurra.

Trotzdem: so müde, dass mir grad das Handy aus der Hand fiel.

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*ein Spiel mit einer Art elektrischem Pups-Generator. Mann muss Karten ablegen und dem Wert entsprechend auf das Dings drücken. Irgendwann pupst es, derjenige hat dann verloren. Das Spiel macht echt sehr viel Spaß!

Tag 800 – Endlich ist die 7 vorne weg.

Mehr Positives gibt’s leider zum Tag nicht zu sagen. Die letzten Tage waren wohl sehr anstrengend, die Quittung kam heute in Form von Migräne, gegen die nichts wirklich* half, nicht mal Triptane. Wundervoll, wenn man Meetings hat und sich gerade den Arsch abarbeitet um inzwischen drei bis vier Paper zu fixen. Ja, ich weiß, Warnzeichen und so, aber. Die Zeit rennt mir weg, ich musste da also heute irgendwie durch. Und weil ich härter** bin als die Scheiß Migräne, zog ich es eben durch, auch den Nachmittag und Abend, irgendwie, mit Müh und Not und eben Schmerzen. Aber jetzt bin ich auch sehr froh, im Bett zu liegen, mit der Sommerbettdecke*** und zwei Wärmekissen und gleich einfach zu schlafen****. Hoffentlich killt das den Rest der Schmerzen.

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* Zwei Ibuprofen (400 mg jeweils) schafften ca. 30% der Schmerzen, das ist nicht gut, normalerweise sollte das eine sehr deutliche Besserung bringen. Die Almotriptan-Tablette, die sonst wirklich immer hilft, schaffte noch mal 30%, aber mehr eben auch nicht. Dafür brachte die 100% der üblichen Nebenwirkungen mit (Müde, Kreislauf, Müde, Wattekopf und Müde), also echt kein toller Erfolg.

** Hahahahaha. Manchmal. Manchmal heule ich dann auch Rotz und Wasser und liebe Mitmenschen haben auch schon mal den Notarzt gerufen, weil ich zu lange mit den Tabletten gewartet habe und dann bleiben die am Ende nicht mehr drin, weil mir dann auch schlecht wird und dann ist echt alles vorbei.

*** Lange Geschichte, die mit einem sehr tief schlafenden Kind und einer sehr großen Bettdecke zu tun hat, die die Waschmaschine nicht zu schleudern schafft. Der Bösewicht in der Geschichte ist die herbstliche Temperatur und mein Bedürfnis nach frischer Luft UND Wärme in der Nacht.

**** Bitte besser als letzte Nacht, als Pippi ca. 15 Minuten lang wie abgestochen hysterisch „NEIN! NEIN!“ brüllte, dabei war sie wach und wir machten absolut gar nichts, sie brüllte einfach. So schön.

Tag 791 – Wochenende schon wieder um.

Feststellungen:

  • Pippi will am Wochenende partout keinen Mittagsschlaf machen. Es hat auch keinen Zweck, sie hinzulegen, sich mit ihr hinzulegen, sie in den Kinderwagen oder die Kraxe zu packen oder oder oder. Bringt alles absolut gar nichts. Sie schläft nicht. Dafür kippt sie zwischen vier und fünf dann einfach wo sie grade geht und steht um und pennt ein. Was natürlich auch irgendwie blöd ist, weil sie dann nach nem Nickerchen genug Energie hat, um bis neun herumzuspringen oder aber – wenn wir sie einfach schlafen lassen – sie ist um drei Uhr nachts ausgeschlafen. Alles Murks. Aber nur ne Phase.
  • Manche Dinge erledigen sich quasi von selbst. Zum Beispiel waren beide „soll ich, soll ich nicht?“-Produkte von The Ordinary grade out of stock. Rest ist bestellt und ich bin sehr (!) gespannt. Und werde berichten. Vielleicht dürfen Sie dabei sein, wenn ich zum ersten Mal in meinem Leben Foundation* auftrage. Das dürfte lustig werden.
  • Ich brauche dringend eine andere Lösung für die Lagerung meines Schminkkrams. Jetzt fliegt alles mehr oder weniger lose in einer Schublade herum, die platzt bald und überhaupt ist das einfach unübersichtlich und blöd.
  • Fünf Stunden Schlaf sind zu wenig.
  • Am Wochenende arbeiten macht echt gar keinen Spaß, vor allem nicht, wenn man alleine im Labor ist und es aus unerfindlichen Gründen verbrannt riecht**.

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* Hieß „Foundation“ früher™ „Make Up“? Dann habe ich gestern meine letzte „Foundation“ wegen riecht komisch und trug sich auch sehr seltsam weggeworfen. Und dann habe ich das natürlich früher™ sehr wohl benutzt. Manchmal und stümperhaft. Könnte also trotzdem lustig werden. Vor allem, weil ich meine Hautfarbe nicht so wirklich gut weiß, das Ergebnis könnte also vielleicht Schweinchen Babe sein oder aber Raucherhaushaltrauhfaser.

** bestimmt nur ein Kamin, der irgendwo an war und die Lüftung hat dann den Geruch reingepustet. Bestimmt!

Tag 787 – Schnipsel.

Die Unterstützung von Ihnen allen überwältigt mich. Aber in gut. Danke. Wirklich, ich kann nicht ausdrücken, wie dankbar ich dafür bin!

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Tiefenentspannt zwei weitere Bewerbungen geschrieben. Eine, auf die ich viel Gedanken verwendet habe, und dann noch eine, die ans selbe Unternehmen geht, für eine zu 80% identische Stelle, weil ich grad so drin war. Habe konsequenterweise auch nur die 20 nicht identischen % im Text geändert und freimütig reingeschrieben, dass ich das so gemacht habe. Sie wollen Effizienz, sie kriegen Effizienz. Mal sehen, vielleicht hätte ich auch beide Bewerbungen genauso gut anzünden können, vielleicht auch nicht, trallala.

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Die Fischleute wollen jemanden, der ein HMS-Zertifikat hat. Das habe ich nicht, das zu erwerben setzt auch 40 Stunden „Unterricht“

voraus. Da habe ich grade leider keine Zeit für, ich baue einfach mal drauf, dass das herausgefunden zu haben, schon meine Motivation zeigt, diesen Zertifikatlosen Zustand ändern zu wollen und dass ich das dann mache, wenn die mich angestellt haben.

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Related: ich kriege nur ein polizeiliches Führungszeugnis (brauche ich auch, weil Pharma), wenn die Firma mir bestätigt, dass ich das wegen denen brauche. Kompliziert. Würde aber eh auch zwei Wochen dauern, ist also zu spät, tjanun.

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Auch related: mein Chef hat mir einen sehr schönen Empfehlungsbrief verfasst – und sich voll einen abgebrochen auf Norwegisch. Ich bin nämlich seit 13 (!!!) Jahren die erste, die mal wieder einen auf Norwegisch haben wollte.

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Versucht, meine Ex-Chefs zu erreichen, meine einzigen potentiellen außeruniversitären Referenzen, Juchhe. Keinen erreicht, aber es ist ja auch ein Tag nach dem Feiertag, fiel mir dann ein. (Ich hab sogar im Labor angerufen, die Telefonnummer kommt bei mir auch nach wie vor direkt aus dem Rückenmark, aber auch da ging keiner ran. Arbeitet da keiner? Tztztz. Morgen dann neuer Versuch, und dann rufe ich auch die Sekretärin und im Technikum und zur Not auch noch im Reinraum an, kann ja nicht sein, dass da NIEMAND arbeitet!)

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Morgen gehen wir mit der Arbeitsgruppe essen, und ich weiß nicht wieso. Eventuell wurde ich auch nur eingeladen, weil ich zufällig dabei stand, als der Chef die Core Facility (Chef leitet die und die meisten meiner direkten Kollegen arbeiten da) einlud.

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Übermorgen dann eine Disputation, über, tadaaa, das bitch-Protein. Die Kandidatin ist im 9. Monat schwanger und wird nach der Defense auf ihr Nord-Trønderskes Dorf zurück ziehen und da mit ihrem Mann den Bauernhof versorgen und nach der Babyzeit dann Lehrerin werden. Ist halt auch ein Lebensentwurf von unzähligen möglichen.

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Trøtt og lei (müde und es leid) galore. Mag nicht mehr Labor machen. Horde Zellkulturen (zur Zeit: 17, in 4 verschiedenen Medien) und werde vermutlich am Wochenende und Anfang nächster Woche wie bekloppt meine letzten (Zell-)Versuche durchkloppen. Die Westerns habe ich wegdelegiert (höhö, hallo Führungserfahrung), fehlen noch Lokalisierungen, also Mikroskopzeug, das kann ich ja jetzt. Plus halt das Nukleinsäure-Gedöns aus den ca. 50 Pellets isolieren, die ich nach den Zellversuchen haben werde. Dabei auch noch ne Studentin (Führung!) anleiten, damit die dann die 108 (!!!) Pellets für einen Kollaborator (Teamarbeit! Interdisziplinäres Trallafitti!) bearbeiten kann, weil, hahaha, wann soll ich das denn machen?

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Wie immer alle gucken, wenn ich sage: ich schreibe dann das dritte Manuskript über irgendwas, was eben bei den Versuchen rauskommt, ich habe dafür ca. 3 Wochen. Als wäre das ein komplett hirnrissiger Plan. Äh. Ich stelle mir das eher so vor, wie einen (sehr viel besser belegten und anders geschriebenen und überhaupt ganz anderen) Praktikumsbericht.

Weil ich ja einfach das da rein klatschen werde, was da ist an Ergebnissen. Das wird schon irgendwas sein, und selbst wenn ich bei 4 Proteinen in 3 Nukleinsäurespezies gar keine Unterschiede sehe (Spoiler: hahaha. Mindestens bei 3 Proteinen sehe ich sehr große Unterschiede, das weiß ich schon, weil ich das schon drölfzig mal gemacht habe) ist das immernoch ein Ergebnis: die Einzelkomponenten des Komplexes haben halt keinen Einfluss auf die Prozessierung von chemisch eingebrachten Nukleinsäuremodifikationen. Zackbumm. Nicht schön, muss es aber ja auch nicht sein.

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Am Ende des Tunnels ist mindestens ne Kerze.

Tag 783 – Voll ungerecht.

Heute blogge ich sehr spät, weil sich Dinge, die für „wenn die Kinder schlafen“ geplant waren, wegen nicht-schlafender Kinder verzögerten. Dabei lief es nach anfänglichen Schwierigkeiten zwischendurch ganz gut, jedenfalls dachte ich, dass zumindest Michel schliefe. Aber vielleicht war das auch nur Wunschdenken und ganz vielleicht war ich auch einfach selbst eingeschlafen während beide Kinder noch wach waren. Jedenfalls hörte dann Michel Herrn Rabe vom Einkaufen nach Hause kommen und kletterte wieder aus dem Bett. Er findet es nämlich im Moment total ungerecht, dass wir Erwachsenen länger aufbleiben dürfen als er. Überhaupt ist es schlimm, dass er noch nicht groß ist, die Ankündigung durch den Kindergarten, dass er, wenn er in der Schule anfängt, auch wieder erstmal einer der Kleinsten ist, tat uns da keinen Gefallen, jedenfalls macht dieses Klein-Sein ihm sehr zu schaffen und ihn auch sehr wütend. Und frech. Jetzt sind wir aber ja keine nordkoreanische Diktatoren-Dynastie und deshalb tätscheln wir ihm nicht auch noch den Kopf wenn er versucht, uns herumzukommandieren, sondern da gibt es hier klare Ansagen, manchmal auch laute. Aber weil Michel (Überraschung!) ja eigentlich noch klein ist, nimmt er die nicht gerade gelassen entgegen, sondern schreit und heult und wirft Dinge und (das finde ich ganz schlimm, auch wenn ich leider ahne, woher der Impuls kommt) beschimpft sich selbst mit „dummer Michel“ und „alles ist meine Schuld“. Tja. Und so sind wir hier mit einem tobenden „Nicht klein – nicht groß“ Rumpelstilzchen langsam alle an den Grenzen und da dann um halb zehn wegen wieder aus dem Bett klettern nen Aufriss machen… ach, nee. Blöd nur, dass dann auch noch Pippi aus dem Bett kletterte und als dann Herr Rabe anfing, die zwei mit Bügelperlen zu beschäftigen, da ging ich dann (wutschnaubend, immerhin hatte ich gerade anderthalb Stunden versucht, die zwei ins Bett zu bekommen) meiner Abendplanung nach und schnitt alle möglichen Stoffstücke für alle möglichen Kleidungsstücke zu. Ja, auch für die Rübennasen, ich maß sogar nochmal Michels Hüften nach, das Spargelkind ist nämlich mal locker 6 cm schmaler, als Größe 110/116 sonst vorsieht. Dann machte ich eine Menge Teig und morgen werde ich also backen und nähen und darüber meditieren, wie wir diese neue Phase überstehen sollen.

Tag 778 – Cliffhanger.

Nachdem ich nahezu dazu genötigt wurde, habe ich ein weiteres Bjuti-Video gemacht. Jetzt ist aber das Internet hier so enervierend langsam (zumal Herr Rabe noch arbeitet und auch ein bisschen Upload-Kapazität braucht), dass das wohl bis morgen warten muss, bevor es auf „sehen nur Leute, die den Link haben“ gestellt wird. Ich kann ja schon mal so viel sagen, dass meine Haare jetzt seidig weich sind und meine Haut sehr rein ist. So als Teaser.

Rest des Tages… war. Immernoch alles sehr Jobsuche-zentriert hier und sehr, sehr komische Ergebnisse bei der Arbeit, ich denke da einfach nicht weiter drüber nach, sonst liegen die Nerven direkt wieder blank. Den Versuch mit den komischen Ergebnissen werde ich jedenfalls noch mal wiederholen, und zwar blind, um Fehlerquellen durch Bias auf meiner Seite zu minimieren. Ich weiß noch nicht, wie ichs mache, vermutlich werde ich einfach die Platten mit den Zellen drauf meiner Kollegin geben und die soll die randomisieren (die Filzmarker kriegt man ja mit Ethanol gut weg, oder sonst halt neue Deckel nehmen) und mir erst nach der kompletten Analytik sagen, was was war. Wenn wieder das gleiche rauskommt, kann ich demnächst sehr viele Paper debunken, das gewinnt mir zwar keinen akademischen Blumentopf, aber ist ja auch wurscht.

Dann Kinderschuhe sortiert, die Kinder mehr (Michel) oder weniger (Pippi) gezwungen, Wintersachen anzuprobieren, damit wir im Zweifel noch Nachschub besorgen können. Alles passt noch, aber „Der Anzug ist doof, Mama, den ziehe ich nicht an.“. Tjanun, wir werden sehen, als Ersatz wenn der andere nass oder allzu dreckig ist, werden wir den „doofen“ Anzug jedenfalls behalten.

Jetzt Bett. Ist nötig. Sehen Sie morgen dann mein seidiges Haar! (Und vielleicht* habe ich ganz viele tolle neue Lidschatten bestellt und freue mir schon nen Ast, Ihnen die zu zeigen!)

*ganz sicher

Tag 776 – Kurze Meldung.

Bevor ich wieder beim Bloggen einschlafe (Sie lachen jetzt vielleicht, aber das ist mir tatsächlich schon passiert!) der Tag in Stichpunkten:

– „Mama, weißt du was ganz gut geht? Nachts essen.“ (Spoiler: nein. Also ja, für ihn schon, für uns eher nicht so.)

– Michel hat Husten der Kategorie, die unsichere Neu-Eltern in die Notfallpraxis fahren lässt. Ich hingegen rede mir nach Kräften ein, dass es nur schlimmer Husten ist, nichts dramatisches, auch nichts, wo die Notfallpraxis was dran drehen könnte und eh: in der Notfallpraxis wartet man ja immer, bis man Schimmel angesetzt hat, da holt sich das Kind doch erst recht was weg.

– Michel will doch keine gelbe Jogginghose sondern hat sich im Stoffladen heute einen, wie ich finde sehr schönen, grauen Sweat-Stoff mit dunkelblauen Vögeln ausgesucht. Das wird jetzt ein Zweiteiler, die Jacke ist schon zugeschnitten, aber für die Hose muss ich mein Spargelkind mit den langen Beinen erst nochmal vermessen.

– Vitamin D- und Eisen-Tabletten gekauft. Pippi hat ganz leichten Eisenmangel und es ist ja schon wieder Herbst, deshalb Vitamin D.

So, die Augen fallen zu. Gute Nacht!

Tag 766 – Läuft bei uns. 

Wie soll ich das jetzt formulieren, ohne dass es schon wieder in Gemecker ausartet? Also Pippi ist offenbar doch noch oder wieder krank, ich war fünf Minuten zu spät im Kindergarten, da hatten sie gerade Fieber gemessen. 39,2. davon waren zu Hause dann nur noch 38,5 übrig, aber schön ist das ja trotzdem nicht. Aber sie ist sehr fröhlich dabei. Ich, äh, weiß das zu schätzen. Es könnte schlimmer sein. Trotzdem gehe ich glaube ich mit ihr morgen nochmal zum Arzt, das ist ja alles nicht mehr feierlich hier. Immerhin konnte ich heute ganze sechs Stunden arbeiten, wenn ich Glück habe, schaffe ich es morgen, wenn Pippi Mittagsschlaf im Kinderwagen macht, alles ganz dringliche im Turbomodus wegzuschaffen, dann muss ich nicht abends, wenn Herr Rabe gegen zehn hier eintrudelt, noch mal ins Labor fahren. Das ist doch eine Prima Aussicht! 

Überhaupt, Arbeit, so schön. Da reißt man sich ewig den Hintern auf, um blöde Dinger zu färben, es klappt alles nicht, und am Ende findet man raus, dass es daran liegt, dass die Kack-Dinger einfach gar nicht da sind. Der Kollege hat – bis auf dass er ne andere Flasche genommen hat – alles angeblich ganz genau so gemacht und es klappte. Tjanun, ich habe kapituliert. Erwartete mindestens ein Haareraufen vom Chef und was kam? „Och, nicht so schlimm, dann wird unser Modell einfacher.“ Wattsefack? Äh, well, gut, dann, äh, sind wir eigentlich quasi fertig. Oder so. Fehlen noch zwei Bilder statt… acht. Gut. Was wirklich gut ist: ich bin inzwischen ziemlich fit am Mikroskop. 

Dann habe ich ja auch noch ein großes Kind, eins, das gesund ist, obwohl es die ersten zwei Jahre seines Lebens eigentlich immer krank war, jetzt ist es robust. Muss man ja auch mal sagen. Dieses Kind ist ja gerade in einer Abnabelungsphase, so kann man es glaube ich gut nennen, es lernt viel, will viel, kann viel, traut sich viel (so wie alleine zur KiTa fahren, Update übrigens zur Versicherungsproblematik: sämtliche Norweger*Innen die ich danach gefragt habe, in der KiTa und bei der Arbeit, mussten ein bisschen lachen und meinten so Sachen wie „du bist so putzig deutsch manchmal“. Der Fahrradführerschein hat dann endgültig zu Lachanfällen geführt) und das alles ist ja auch total toll. Noch schöner wäre es nur, wenn das Kind dabei nicht total durch den Wind wäre und mich nicht abwechselnd abknutschen und anschreien würde. Wir haben hier morgens und abends im Moment immer die etwas absurde Situation, dass ich Michel ausziehe, ihm einen Schlafanzug anziehe, ihm die Zähne putze und die Haare kämme, während Pippi wütend an ihrem Reißverschluss zerrt, bis sie die Jacke aufhat, sich selbst auszieht, versucht, sich anzuziehen und wehe, ich versuche ihr die Zähne zu putzen! Nix da, das macht sie selbst (erstaunlich gut!). Ich wette, sie würde sich selbst wickeln, wenn sie könnte. Sie holt schon eine Windel und breitet sie fein säuberlich aus, dann legt sie sich drauf.  Auch Pippi schreit mich oft an, aber sie sucht keinen Streit, so wie Michel. Pippis Konflikte mit mir sind einfach: sie will was, ich sage Nein, sie schreit. Und haut und kneift, daran arbeiten wir gerade. Michel hingegen fragt absichtlich nach Sachen, von denen er weiß, dass es die (heute, jetzt, whatever) nicht gibt, holt sich sein Nein ab und rastet dann komplett aus. Mit schreien und toben und Sachen werfen und Türen knallen. Ganz die Mama. So schön. Groß werden ist schwierig. Daneben stehen, auch.