Tag 496 – Weihnachtsstimmung in drei, zwei, eins…

So langsam ist es ja an der Zeit, aus meiner grinchigen Stimmung herauszukommen. Passenderweise war heute Weihnachtvorbereitungstag mit zweieinhalb Programmpunkten. 

Zuerst waren wir einen Weihnachtsbaum besorgen. Da gibt es hier in nicht allzu großer Entfernung einen Hof, der eigene Weihnachtsbäume anbietet, zum Selberschlagen, und an den zwei Wochenenden vor Weihnachten mit ein bisschen Programm drumrum, dann gibt es Kaffee und Kekse am Lagerfeuer und je nach Wetter kann man Pferdeschlitten fahren oder die Kinder können Ponyreiten. Das Wetter als wir ankamen war allerdings unterirdisch schlecht. 2 Grad und Regen, der Untergrund komplett vereist, wirklich kein Wetter, bei dem man lange in einem Weihnachtsbaumfeld herumstapfen möchte. Eigentlich kein Wetter, um länger als unbedingt nötig draußen zu sein. Wir waren dementsprechend froh, dass es auch fertig geschlagene Bäume da gab, kauften nach kurzer Diskussion* eine der letzten drei „Edeltannen“, verstauten das Ganze im Auto, ignorierten Pippis skeptischen Blick (die Plane, in die wir den Baum eingewickelt hatten, damit nicht das ganze Auto vollgenadelt wird, hing nur ein paar cm über ihrem Kopf) und fuhren direkt wieder nach Hause. Bis wir da waren, waren beide Kinder eingeschlafen. Endlich kurz Ruhe. 

Eine der hier abgebildeten Personen hat heute nonstop gelabert.

Ja, ich hab zwischendurch immer wieder geguckt, dass ihr die Pläne nicht ins Gesicht hing.


Herr Rabe hat den Baum dann zu Hause auch gleich aufgestellt. Nicht dass uns noch wer ans Bein pisst, wegen Brandschutz und Bäume im Flur oder so. 

Yeah! Weihnachtsbaum. Michel hat direkt darauf bestanden, seine Kindergartenkunst dranzuhängen.


Danach hab ich mit Michel zusammen sehr, sehr viele Kekse gebacken. Ich hatte viel Augenzucken dabei, aber irgendwie haben wir es doch fast ohne Streit geschafft. 

Links ich, rechts er. Ich kann so nicht arbeiten.

Sogar verziert haben wir, aber das steht alles noch in der Kühlung (also hinten im Flur), deshalb keine Bilder. 

Und dabei hörten wir die ganze Zeit norwegisches Weihnachtsradio mit dem mich würgen machenden Namen P7 Klem (Umarmung). Da laufen die ganze Zeit nur Weihnachtslieder. Es gibt offensichtlich ein komplettes Enya Weihnachtsalbum. 

https://twitter.com/i/tfb/v1/quick_promote/ios/809725000525746176

Wer da nicht in Weihnachtsstimmung kommt, der muss echt komisch sein. So wie ich, vielleicht. 

* Michel hat den Baum ausgesucht. Ihn dann noch ablehnen hätte hundertprozentig zu einem Meltdown im eisigen Regen geführt. Pick your battles…

Was ganz anderes: Alles alles Gute an Herrn Paul, Herrn Schnuffke, Jott, IHN und SIE! Wie schön, dass ihr jetzt zu fünft seid! Und auch noch am gleichen Tag Geburtstag wie Flavius und Brutus, sehr umsichtig, dann müssen Leute wie ich sich nicht so viel merken! 

Tag 495 – Janteloven. 

Ein besonders bekloppter eigener Wesenszug der Norweger ist ihr unerschütterlicher Glaube ans Janteloven, das Gesetz von Jante. Kurz gesagt bedeutet das Janteloven, dass alle gleich sind. Gleich wertvoll, gleich gut. In allem. Niemand soll sich anderen überlegen fühlen. Das ist alles bestimmt total in Ordnung so, wenn man damit aufgewachsen ist und die feinen unausgesprochenen Momente der Kritik oder des Lobs aus dem immer gleichen „Super, gute Arbeit, weiter so!“ heraushören kann. 

Für mich war es zu Anfang wahnsinnig schwer. Norweger sagen einem nicht, wenn man was verbockt hat. Eher beißen sie sich die Zunge ab. Aber ich weiß ja trotzdem, wenn ich was verbockt hab, deshalb fühlte ich mich absolut nicht ernst genommen, wenn ich mit Kackergebnissen vor meinem Chef stand und er meinte „Great! Good job!“, als hätte ich ihm gerade nen Nature-Artikel eingebracht. Genauso gibt es aber auch kein echtes, so gemeintes Lob, denn: dann fühlt sich das Gegenüber ja möglicherweise besser als andere. Man muss schon über ein gutes Selbstwertgefühl verfügen, um da nicht irgendwann an sich selbst zu zweifeln. (Spoiler: es sind ja einfach auch nicht alle in allem gleich gut. Fertig aus.) 

Um so überraschender (oder vielleicht gar nicht?), dass die Norweger überdurchschnittlich Sport- und Sportwettkampf-begeistert sind. Es ist schon fast ein Running gag im Labor, dass ich mich absolut gar nicht für Sport interessiere, erst recht nicht als bloße Zuschauerin. Viele Menschen rennen einem Ball hinterher? Gähn. Viele Menschen laufen im Kreis Ski? Meine Augenlider werden schwer. Viele Menschen spielen Schach? Komatöser Tiefschlaf. Aber nein, die Norweger verfolgen alles. Vor allem das, in dem Norweger gut sind. Sogar Schach. Und wenn dein Kind in einem Sportverein ist, machst du alles in deiner Macht stehende, damit es in dem Sport brilliert. (Kein Witz: Schulen reglementieren teilweise die Sportausstattung, nachdem Schüler zum Sportunterricht vier Paar Ski mitbrachten.) 

Jetzt erzählte mir neulich eine Kollegin, wie dann so ein Turnier abläuft. Sie war nämlich bei dem ersten Handballturnier der siebenjährigen Tochter einer Freundin. Sowas ist natürlich total aufregend, zumal eben das erste mal und erst seit einem halben Jahr dabei und sieben Jahre ist ja auch noch nicht wirklich groß. Und dass man bei Siebenjährigen auch keine Siegerehrung mit Riesen Brimborium durchzieht, möglichst noch den Zweit-, Dritt- und Letztplatzierten dazu zwingt, die entsprechenden Plätze auf dem Podest einzunehmen, kann ich ja auch gut verstehen. 

Was aber meine Kollegin erzählte: jedes Kind bekam am Ende eine Medaille. Weil es keinen Sieger gab. Also wirklich nicht. Weil alle Tore eines Spiels zusammen gezählt wurden, egal, wer sie gemacht hat. 

Janteloven galore. 

(Und die nächste Generation, die weder fähig ist, Kritik zu üben, noch zu empfangen, wächst heran. Herrje.)

Tag 494 – Ufffffz. Und Weihnachtsdings 4.

Ich hab’s geschafft. Ich habe für dieses Jahr fertig gearbeitet. Unheimlich befriedigend, wenn man dann drei Boxen mit Proben in den -80er räumt, zwei Boxen mit Zellen vom -80er in den Stickstofftank räumt, überschüssiges Medium wegschüttet, den Laborkittel in die Wäsche stopft, nochmal über die Arbeitsplatte wischt und dann ENDLICH DIE LABORTÜR HINTER SICH SCHLIESST. Hachja. 

Dann Weihnachtsfeier, quasi nahtloser Übergang, nur ne Tour zum Supermarkt, Bier kaufen, war noch drin. Zum Vinmonopolet, Wein kaufen, hätte ich nicht mehr geschafft, leider. Tjanun. Also Bier und dazu das ganze tolle Essen. Ich liebe ja meine Gruppe für Ihre Internationalität, da gibt es dann auf der Weihnachtsfeier ordentlich scharfes indisches Curry, pakistanisches Chicken Biryani, Stollen, Lasagne und Rakfisk (marinierter, roher Laks) alles durcheinander. Mjammi. Leider trank ich mein Bier etwas zu schnell und war um sechs ziemlich betrunken, da gab es erstmal ne Weile Wasser und Unterhaltungen im Stehen, den Aquavit lehnte ich auch ab, obwohl er mir mehrfach von allen möglichen Seiten angepriesen wurde. Nach Bier Nummer drei wurde etwas albern zu alberner Musik getanzt, ich dachte kurz drüber nach, ob es auch kulturelle Aneignung ist, wenn die indische Kollegin begeistert den Time Warp tanzt (dabei war sie erstaunlich textsicher. Es stellte sich heraus: wie bei so vielen Filmen gibt es auch die Rocky Horror Picture Show als Bollywood-Kopie) und dann wurde die Musik sehr weird (die 6 (!) italienischen PhD-Studenten hatten die Musikanlage gekapert) und ich schloss mich dem nächsten Heimgeh-Trupp an. 

Jetzt Bett und morgen hoffentlich keine Kopfschmerzen. 

Tag 493 – Clumsy. 

Meine kleine Cousine, die eben noch ein kleines Baby war und dann ein Kleinkind, mit dem ich meine ersten Babysitter-Erfahrungen sammeln durfte (unvergessen, wie ich einmal nicht wusste, dass man die zwei rausnehmbaren Gitterstäbe aus dem Bett auch wieder reinmachen kann. Und dann das Zwergenkind drei, viermal wieder auf der Matte stand. Am Ende guckten wir zusammen Wetten, dass…? und dabei schlief sie dann ein.) also die ist jetzt 17 und malt sich gerne Sachen auf die Fingernägel. Tat sie zumindest ne Weile lang. Das waren richtige kleine Kunstwerke, ich erinnere mich an kleine bunte Cupcakes mit Verzierungen und allem. Auf beiden Händen, versteht sich. Und sie meinte damals auf meine bewundernden Worte hin sowas wie „Ach, soooo schwer ist das gar nicht…“.

Nun habe ich ja den Essie-Adventskalender und dadurch ca. tausend neue Nagellacke. Unter anderem 

Virgin Snow

Und 

Viva antigua

Und da dachte ich so: ich Male einen Fingernagel (an der linken Hand! Ich bin ja nicht größenwahnsinnig.) helllila an, und dann in glitzergrün eine Schneeflocke drauf. Wenn die ömmelig aussieht, kann ich immernoch einen Stern draus machen, das sollte machbar sein. 

Tjanun. Grobe Selbstüberschätzung, würde ich sagen. Sehr grobe. Schneeflocke ging schon mal gar nicht. Höchstens ne geschmolzene. Und auch der Stern sah hinterher eher aus wie ne Mischung aus Qualle und Nickelodeon-Blob. Und nein, ich hab das nicht fotografiert, das war selbst mir zu peinlich. 

Ergebnis: noch größere Bewunderung für die Nail-Art meiner Cousine (und aller anderen, die das machen) und ein nachlackierter linker Ringfingernagel, der immer noch nicht trocken ist. 

(Aber das Grün ist wirklich schön. Wirklich sehr.)

Tag 492 – Selig. 

Ich weiß immer noch nicht so ganz, was ich sagen soll. Außer Danke. Aber das sagte ich schon. 

Vor ein paar Wochen meckerte ich bei Twitter, dass ich bei keiner Wichtelrunde mitmachen kann, weil die arme Sau, die mich zugelost bekäme, gefühlte drei Millionen Euro für den Versand auf den Tisch legen müsste. 

Tja, und statt mir mein Köpfchen virtuell zu tätscheln, taten sich ein paar tolle Frauen zusammen, um uns gemeinsam ein Paket zu schicken. Ohne Wichteln, jedenfalls nicht so richtig, weil, hmm, also dann müssten wir ja auch an wen was schicken und ja, also, äh, also scheinbar nicht. Die haben das alle einfach so gemacht. Wenn ich so drüber schreibe, muss ich direkt wieder losheulen, weil ich so gerührt bin. 

Das Paket kam heute an, ich holte es von der Post ab und nach kurzer Motivation machten auch die Kinder beim Auspacken mit. Wir machten sogar ein Unboxing-Video, das wurde aber 20 Minuten lang und in der Zeit sagen wir ca. dreihundert mal die echten Namen der Kinder, deshalb kann ich Ihnen das jetzt hier leider nicht zeigen. Aber ein Foto hab ich. 

Für die Kinder war es wie vorgezogenes Weihnachten. Für mich war’s besser, weil ohne den (selbstgemachten) Perfektionsstress. Und überhaupt: was für tolle Sachen! So schöne selbstgemachte Dinge, so leckeres Marzipan (das norwegische schmeckt nicht), Tee, Adventskerze, das beste Bild der Welt (kommt in mein Büro, Doktorarbeit schreiben birgt sicher noch Potential zum Sachen anzünden), wohlriechender Körperpflegekram, Nagellack, und erst die Bücher für die Kinder! Ihr seid so toll, ey, echt mal. 


Und wie niedlich Pippi immer „Ooooiiiiii!“ gesagt hat, erst beim Auspacken, und dann mit der Badepille in der Wanne. Zum Abknutschen. Michel möchte euch jetzt übrigens auch was schicken ;)

Auch toll: mein Mann. Der trotz dauernd „Ich muss heut länger.“, „Ich muss am Sonntag.“, „Ich fahr ne Woche auf ne Konferenz.“ immer noch nicht die Flucht ergriffen hat. 

Auch toll: ich darf nach Kalifornien fahren. Mein Chef sagte „Kein Problem, hast ja Recht, die klingt echt toll!“. Davor ist noch eine „Bewerbung“, ich hoffe das ist nur proforma, die hab ich dann jedenfalls gleich abgeschickt und jetzt warte ich gespannt auf die Antwort des Conference Chair. 

Aber alles nicht so toll wie ein paar Menschen, die ich kaum kenne und die mich kaum kennen und die sowas nettes für uns machen. Schnüff. 

Tag 491 – Dublin oder Lissabon? 

Wenn Sie ich wären, würden Sie dann eher auf eine Konferenz in Dublin fahren, die Mitte Juli ist, also innerhalb der KiTa-Ferien, oder auf eine in Lissabon, Die Anfang Juli ist, also außerhalb der KiTa-Ferien?

Zusatzinformationen: 

  • das mit den KiTa-Ferien erwähne ich deshalb, weil sich Herr Rabe für die Dublin-Konferenz dann in jedem Fall Urlaub nehmen müsste. 
  • Frau Brüllen kommt nach Norwegen und wir treffen uns vermutlich in Bergen und ich bin schon ganz doll aufgeregt. 
  • Am 1. August ist mein funding alle. Da muss ich abgegeben haben, wir müssen eventuell dann irgendwie umziehen und überhaupt wird dann alles der blanke Horror hoffentlich nicht ganz so schlimm wie ich es mir momentan nachts ausmale. 
  • Nein, keine von beiden ist keine Option, leider. 
  • Nach Dublin fliegt es sich sehr viel kürzer als nach Lissabon. 
  • Thema ist quasi identisch. 

UPDATE:

Vergessen Sie alles, was da oben steht. Ich hab die perfekte Konferenz gefunden. Sie ist in *trommelwirbel* Kalifornien. Nicht so ganz Europa. Im März. Vermutlich würde ich meinen Geburtstag dann im Flieger verbringen. Aber egal: da kommen schon alleine 5, 6 Menschen hin, deren Artikel ich mit großer Bewunderung gelesen hab. Wahrscheinlich puller ich mir dann vor meinem Poster (oh Gott, muss ich ein Poster machen???) in die Hose, ABER EGAL!

Gleich mal dem Chef schreiben.  

Tag 490 – #12von12 im Dezember ’16

Vom frühen Morgen gibt es aus Gründen (1,05 m und 82 cm groß, unausgeschlafen und nölig) keine Bilder. 

Gestern hat es geschneit, ich fahre über die feste Schneedecke zur Arbeit. Kein Problem, dafür sind die Spikes ja gemacht. Mein Schloss streikt aber. Na gut, wird es heute erstmal nur am Ähhh anderen Schloss (wie nennt man das Schloss, wo sich so ein Bügel durch die Speichen am Hinterrad schiebt?) und im Fahrradkäfig abgeschlossen. 

Sch**ße, ist das kalt. Mein Fahrradschloss findet das auch. Ich „repariere“ es im Büro. #1von12 von #12von12 nach chaotischem, stressigem Morgen ohne Bilder.

Ich stehe so unter Strom, dass ich nicht mal Hunger habe. Aber Haare machen geht heute immerhin. 

Ehrliches Selfie. Ich habe vergessen, Ohrringe reinzumachen und fühle mich etwas nackt. Ich will auch noch nicht reden und lasse mir stattdessen von Dave Grohl ins Ohr schreien. #2von12 von #12von12


Joa, dann: arbeitarbeitarbeit, mit Mr. I trust you geht es wirklich gut und wir kommen zügig voran. Awkward moment of the day: er fragte mich, ob ich Handball verfolgen würde (wollte wohl smalltalk machen, er ist sehr sehr Sportinteressiert). Und ich so: Ich verfolge eigentlich gar keinen Sport. *peinlich berührte Stille*

Irgendwann schaffe ich es aber doch mal durchzuschnaufen, nämlich in der Kassenschlange beim Kaffee holen. Bald sind Examen und es sind unheimlich viele Medizinstudenten mit leerem Blick und Schlabberklamotten da, die sich Kaffee mit in die Bibliothek* nehmen. 

Die Schlange beim Kaffee holen sorgt für drei Minuten Pause \o/. #3von12 von #12von12


Trauriges Mittagessen ganz alleine, weil spät. 

12:30, ich sitze alleine im Lunchroom. #4von12 von #12von12


In der Zwischenzeit ist eine Mail reingekommen, dass ich doch bitte meinen jährlichen Progress Report ausfüllen soll. Es interessiert die bestimmt nicht, wie es wirklich läuft, aber ich bin recht ehrlich. 

Progress report, der entspannte Teil. Die ehrliche Antwort auf die Frage wäre vermutlich „Es lief drei Jahre lang total kacke und jetzt hab ich so viel zu tun, dass ich keine Zeit habe für blöde Fragebögen!“ #5von12 von #12von12


Dann wieder zurück ins Labor. 

Vorbereitet auf die nächtliche Probennahme. #6von12 von #12von12


Und auf geht’s zum Kinder abholen. Pippi lässt sich leider nicht vom Schnee loseisen (haha, super Wortwitz!). Nach fünf Minuten, in denen sie auf „Kommst du bitte? Ich möchte nach Hause.“ nur mit Gekreisch reagiert hat, stecke ich sie in den Wagen, mit dem Erfolg, dass sie die ganze vierminütige Heimfahrt brüllt. Als wir zu Hause ankommen, hat sie Michel in den Schlaf gebrüllt. 

Rübennase 2 isst Schnee. Ich möchte nach Hause. Interessenkonflikt. #7von12 von #12von12


Herr Rabe war frisch aufgehipstert schon zu Hause. Ich darf fast in Ruhe kochen. 

Bald auf unserem Fußboden: Blumenkohlsuppe. #8von12 von #12von12


Danach bringe ich Michel ins Bett, Herr Rabe trägt Pippi in den Schlaf, wir lümmeln ein bisschen auf dem Sofa rum und dann wasche ich mich schon mal. Dieses Reinigungsöl ist übrigens echt super. 

Ich mache mich schon mal Bettfertig. Von der Creme in der Mitte hatte ich nen 10 mL-Tester. Der hielt ne knappe Woche. Dieser Spender hat 60 mL Volumen und hält seit Mitte August. #9von12 von #12von12


Ich packe schon mal die Sachen für den Schwimmkurs zusammen und schmiere Brote für Michel und mich. 

Schwimmkurs morgen ist auch schon vorbereitet. #10von12 von #12von12 #julebrunost


Und dann, tja, dann fahre ich noch mal zur Arbeit. In Joggingbuchse. Ich Ernte so vor mich hin, erschrecke mich nur fünf mal vor irgendwelchen Geräuschen fast zu Tode und dann fahre ich wieder nach Hause. Die 

Dann wollen wir mal. #11von12 von #12von12


Wieder zu Hause. Ich kuschel mich jetzt zum Mäuschen, blogge und dann: gute Nacht! #12von12 von #12von12


*schönster Vertipper des Tages: Biobliotkek. 

Tag 489 – Wo ist denn bloß das Wochenende hin?

Ähh. 

Irgendwie hab ich heute nichts zu erzählen. 

In meinem Kopf schwelen ein paar Texte, was zur Verantwortung, was zu meinem Pseudo-Workaholictum (ich kann jederzeit aufhören!), dann liegt hier noch ein Blogstöckchen herum und eigentlich kann man ja auch mal mit dem Jahresrückblick anfangen. 

Aber heute ist mir nach nix davon. 

Gibt halt so Tage. 

Gucke ich weiter YouTube-Tutorials über das Blocking von Gestricktem. 

Tag 488 – Baaa baaa lidldidl

Wenn Sie mal in der Vorweihnachtszeit in Trondheim sein sollten, kommen Sie uns doch besuchen. Und gehen Sie nicht (!) auf den Weihnachtsmarkt. Schon gar nicht auf einem Samstag. Ehrlich: Weihnachtsmarkt ohne Glühwein ist schon mal kein richtiger Weihnachtsmarkt. Fertig. Wenn es dann (überteuertes) Essen nur in einem Zelt gibt, in das man mit Kinderwagen nicht darf, finde ich das auch nicht so wirklich gut. Meinen (überteuerten) Markenkinderwagen mit der (überteuerten) Markenschlaftüte (aka Fußsack, aber da kann man im Zweifel das ganze Kind bis aufs Gesicht drin einschnüren, damits auch bei -20 Grad nicht erfriert) lasse ich nämlich sicher nicht einfach so draußen rumstehen. Wir haben ein Schloss für solche Gelegenheiten, aber das hatten wir nicht dabei. Also, jedenfalls durfte ich da dank Kinderwagen nicht rein, es waren zwei Grad und feuchter Schneefall, es waren ca. vier Millionen Menschen da und nach ner Viertel Stunde, in der ich den ganzen Weihnachtsmarkt zwei Mal gesehen hatte und sämtlichen GlaskunstBabuschkapuppenHolzbrettchenStrickSchnickeldi mit wachsendem Weihnachtsmarkthass in mir als totalen Scheiß und wer kauft denn sowas* abgetan hatte, war ich bereit, alles mit reinen Blitzen aus meinen Augen anzuzünden. Tat ich dann doch nicht. Aber einem Mann, der der Meinung war, er ließe mir total viel Platz, während er Augenrollend ca. drei cm freigab, bin ich vielleicht mit voller Absicht über die Füße gefahren. 

Dass wir danach auf einem Kinderkonzert waren, bei dem teilweise hohes Fremdschampotential vorhanden war, machte es nicht besser. 

Was schön war: Pippi singt jetzt „Bææ bææ lille lamm“. Siehe Überschrift. Und Michel hat mir ein Privatkonzert gegeben und mir nochmal alle Kindergarten-Weihnachtsfeierlieder vorgesungen. Ich werde zwar wohl für immer einen Ohrwurm von „Santa Lucia“ haben, aber das war’s wert. Die sind schon niedlich, die Kinder. Sehr. Zum Platzen niedlich. 

Pippis Zahnstatus: Vier Schneidezähne oben, drei unten, vier Backenzähne. 

*ich. Der Stand mit den schönen Emaille-Ohrringen, bei dem ich mir im Sommer beim Maker Faire mal welche gekauft habe, ist auch da. Ich habe das schon ganz subtil Herrn Rabe mitgeteilt. (Rot, ich hab, seit mir die Lego-Stecker kaputt gegangen sind, viel zu wenige Ohrringe in rot.)

Tag 487 – Weihnachtsdings 2 und 3

Jösses. Was ein Tag. Erst ein klitzekleines bisschen verschlafen, dann schnellschnell Kinder abliefern (die verabschieden sich gar nicht mehr von mir, auch Pippi nicht. Michel sehe ich meistens nicht mehr, nachdem ich ihm aus dem Fahrradanhänger geholfen habe, der macht alles alleine), dann schnellschnellschnell arbeiten. Dann ohne was gegessen oder getrunken zu haben und mit dem dauernden Mantra „Ich komme nicht zu spät!“ im Kopf zum Kindergarten gerast. Um 11:58 in Regenklamotten, verschwitzt und mit knallroter Birne in den Saal gekommen, um 11:59:30 Regenklamotten aus und Haare gemacht (ja, ohne Spiegel, ohne alles und vor allen Leuten) um 12:00 ging die Weihnachtsfeier los. 

So. Niedlich. Echt. Mehr fällt mir dazu nicht ein. Und so toll, wie in dem Kindergarten alle miteinander umgehen. Ich finde das super gut. Viel KiTa-Liebe. 

Zu Hause musste Pippi dann erstmal schlafen und Michel baden (sie haben das sehr weihnachtliche Boogie-Boogie-Lied in noch weihnachtlicheren Skelett-Kostümen mitsamt Schminke gesungen), Ich lackierte mir meine Fingernägel golden, Herr Rabe zog mit Michel los, Schrauben für den Croozer umtauschen, ich machte mich derweil ausgehfertig und Pippi räumte eine Feuchttücherpackung aus. Als Herr Rabe wieder da war zog ich zur Institutsweihnachtsfeier auf dem Berg am anderen Ende der Stadt los. 

Hmmmmm. Also. Das Essen war gut, obwohl (ja, so muss man das sagen) es viel traditionelles norwegisches Weihnachtsessen war. Ribbe, Pinnekjøtt, Lutefisk. Aber Alles sehr gut zubereitet. Sogar die Ribbe war ok: knusprig und nicht allzu fettig. 

Zwei große Gläser Wein waren auch ok. 

Der Gin-haltige Longdrink nach dem Essen schmeckte nach Fanta Limette und sonst nix. 

Die Reden waren grausam (der Institutsleiter) über naja (Kollegin) bis Mario Barth (Ignacio aus España). 

Das Unterhaltungsprogramm war ganz ok. 

Der DJ am Ende war hmmmmmmm eigenwillig in seinem Mix, aber auch ganz ok. 

War ganz ok, I guess. 

Jetzt Bett.