Tag 505 – Urlaub, Hachz. 

Urlaub mit Kindern zu Hause. Ohne dass man irgendwen besuchen müsste oder überhaupt könnte. Ich finde das total großartig. Endlich kommt man mal zu all den liegen gebliebenen Dingen (Herr Rabe hat schon die Messer geschliffen und alle Holz-Kochutensilien abgeschmirgelt und geölt! Ich habe, ähhh, einen Staubsaugerroboter gekauft.)  und die Kinder sind halbwegs ruhig und entspannt weil eben nicht täglich drölfzig Leute zu besuchen sind. Und weil ich so entspannt bin und nicht sechstausend Dinge gleichzeitig in ein Wochenende quetschen muss, kann ich mir Zeit nehmen für Bügelperlen, Knete, Malen, Bücher vorlesen, Lego und wir haben sogar schon einmal eine Kinder-CD gehört. Außerdem kuscheln wir viel und kitzeln uns viel und erzählen uns viel (Michel vor allem, der ist weiterhin in der Laberphase) und haben uns gern. Selbst über Pippis nächtliche Bananen-Fressattacken* lachen wir gemeinsam. So harmonisch kann es hier gern öfter sein. 

*jede Nacht, gegen Mitternacht. Wird wach und hat Hunger. Wenn am nächsten Tag um sechs der Wecker klingelt, reagiere ich da gerne mal gereizt…

Tag 504 – Verlegenheitspost. 

Sofatag. Ja, noch einer und genauso wunderbar wie der gestern. 

Aber mal was anderes: endlich kann ich Ihnen mein Strickprojekt zeigen! Es ist nämlich bei den Empfänger*Innen angekommen. Die sind bestimmt peinlich berührt, wenn ich das hier so raushänge und das will ich nicht, deshalb keine Namen. Aber ich muss mich grade mal ein bisschen selbst loben. Weil, also, Stricken und ich, das ist so ne Sache. Ich erinnere mich noch gut, wie ich dem damals noch kleinen Minimichel für den Kindergarten ‚mal eben‘ eine Hose Stricken wollte. So sechs Monate später war die dann mal fertig, voller Fehler und aus Gründen nannten wir sie auch nur „die hässliche Hose“. Ich glaube, er hatte die zweimal an, weil wirklich alles andere dreckig war. 

Egal, jedenfalls strickte ich nochmal eine Hose in Größe 56, für das Baby von Freunden, die war dann ein Jahr zu spät, pünktlich zu Pippis Geburt fertig. Die war nicht ganz so hässlich. Aber es dauerte immer noch sehr lange. Deshalb wollte ich eigentlich für die angekündigten Babys auf einem Handwerkermarkt kleine, selbgestrickte Dinge kaufen. Und dann gab es keine mehr in ganz klein. Und in totalem Überschwang und Selbstüberschätzung dachte ich, ach egal, strickste eben selbst. Zweifarbig. Handschuhe. Für Minibabys. Super Plan. 

Das allererste Mal mit zwei Farben zu Stricken, ist, ähhhh, spaßig. So viele Fäden (2), so viele Nadeln (3) und so wenige Finger (10). Nur zehn YouTube-Videos später hatte ich den Dreh dann aber raus. Oder so. 

https://twitter.com/i/tfb/v1/quick_promote/ios/798623776086708224

Musterprobe. Mit Fehler und auch (gut, dass ich die Probe gemacht hab) viel zu groß für minikleine Babys.

Gut, dass Babys kleine Hände haben. Ich stricke jetzt nur noch für Babys*. Das geht halbwegs fix, bis man Erfolgserlebnisse hat. 

Strickeldistrick

Der erste ist fertig. Aber falsch, weil am Rand hab ich jeweils ne Reihe vergessen. Hupsi.

Fertig, aber noch etwas schief. Macht nix, dafür gibt’s ja Blocking. Danach sah es echt viel besser aus.


Dann geschah noch ein grandioser Akt der Selbstüberschätzung: „So Kordeln dran wären ja auch gut.“ Aaaahahaha. Das dauerte sehr sehr lange. Und war super fummelig. Wie schnell da mal so ne Nadel rausgeflupscht ist… Kordeln sind doof. 

Aber hübsch. Doch. Selbuvotter heißen die, voll traditionell Norwegisch :)


Ach so, übrigens: falls Sie im Besitz dieser Handschuhe sein sollten: die sind aus Alpaka-Seide-Gemisch. Bei 30 Grad waschbar, aber nicht wringen. Und nein, es war nicht halb so schlimm, wie ich es jetzt dargestellt hab. Fast hat es sogar ein bisschen Spaß gemacht ;)

*Also falls ich irgendwann mal mit denen für Herrn Rabe fertig sein sollte. Danach stricke ich echt nur noch für Babys. 

Tag 502 – Frohe Weihnachten!

Heute Abend nicht viele Worte, ich wünsche Ihnen allen einfach frohe Weihnachten und genieße unseren rundum wunderbaren Abend weiter.

Kamin, Rexto Plexto, Weihnachtsbaum, Kerzen, Wein. Alles Perfekt.


Jede Menge Essen. Und alles so lecker. Omnomnomnom. Ich platze immer noch.


Meine Tante hat uns ein Bild von Pippi gemalt. Das ist so schön und ich freue mich so so doll!

Tag 501 – Top vorbereitet…

…wären wir, wäre Heiligabend übermorgen. Aber immerhin ist es fast gar nicht unsere Schuld, sondern die der blöden Hippe an der Fleischtheke, die unser extra vorbestelltes Krustenbraten-Stück derart zermetzelte, dass ein Alternativplan hermusste. Ehrlich, die Norweger können dann am Ende eben doch wieder nur Ribbe. Apropos Ribbe: wie oft ich in den letzten Wochen den Satz gehört habe „Ich mag eigentlich gar keine Ribbe, aber mein Mann/meine Frau/meine Mutter/die Tradition (!) will es so…“. Haben die alle keine Eier? Also mal ehrlich. Ich esse doch als erwachsener Mensch nicht an Heiligabend irgendein Zeug, das mir nicht schmeckt! Geschweige denn, dass ich es zubereite! Ach so: Ribbe ist, wie der Name vermuten lassen mag, Schweinerippe, am Stück und mit Schwarte gebraten. Meistens ist es unheimlich viel Fett und unheimlich wenig Fleisch, als ‚Soße‘ dient das beim Braten ausgelassene Fett (echt wahr und ja, börgs.) und die Schwarte ist auch meistens ganz schwammig und eklig und gar nicht knusprig. Alternativ gibt es in norwegischen Haushalten Pinnekjøtt, das ist echt lecker und wir werden das am 1. Weihnachtsfeiertag essen. Das ist gepökeltes Lamm, dass dann gewässert und anschließend über Birkenstäbchen lange gedünstet wird. Klingt komisch, ist aber lecker. Diese Zweiteilung Ribbe/Pinnekjøtt ist so deutlich, dass die Kassierer der Rema-1000-Supermarktkette dieses Jahr zur Adventszeit Pullis hatten mit „Team Ribbe“ Bzw. „Team Pinnekjøtt“ -Muster. Selbstironie mag ich ja. 

Hupsi, abgeschweift. 

Also jedenfalls gibt es morgen bei uns Pulled Pork, mit selbstgemachter Barbecue-Soße aus selbstgemachtem Ketchup. Ich habe noch nie Ketchup selbst gemacht. Es ist auch wirklich nicht schwer, aber es dauert. Ewig. Slow Food und so. Er ist auch wirklich lecker (das nächste mal lasse ich die Paprika weg, eine Paprika auf zweieinhalb Kilo Tomaten und man schmeckt die so raus, meine Güte! Aber für Barbecue-Soße passt das ja.) aber am Ende verzögerte das und die Brühe, die eigentlich zusammen mit dem Braten im Ofen quasi entstehen sollte, eben unseren Zeitplan. Und das Marinieren des Bratens. Und überhaupt alles. Aber immerhin: die Geschenke für die Kinder und der Staubsaugerroboter sind seit gerade verpackt, der Ketchup hat eine Ketchupartige Konsistenz, der Rotkohl ist fertig und lecker und die Kartoffeln für Klöße vorgekocht. Sie sagen jetzt: Rotkohl und Klöße zu Pulled Pork? Und ich sage: mein innerer Monk verkraftet mehr als eine kurzfristige Änderung am Menüplan nicht. Fertig. 

Tag 500.1 – Der Post von eben…

… man hätte es so auch für Kunst halten können. Also, das eben. In Wirklichkeit war es Zappelpippi mit ihren Patschefingerchen, die einfach mal mittendrin den „Veröffentlichen“-Button erwischte. Also, wenn der Post in Ihrem Feedreader bei Punkt drei aufhört: das soll nicht so. Jetzt müsste es aber komplett sein. 

Tag 500 – Worst greatest day. 

Ich habe mir vorgenommen, mich heute ganz auf das zu fokussieren, was gut war. Was ich gemacht und geschafft habe. Hilft ja eh nix, sich in den Schlechtigkeiten zu suhlen und sich alles nochmal reinzureiben, was kacke gelaufen ist und was man nicht geschafft hat  und das war heute einfach mal ein echt großer Haufen . Zumal ja morgen ganz bestimmt slles schon viel besser aussieht wenn dieses Drecksver*piiieeeeeep* PMS wieder weg ist .
Nun denn. Was ich heute geschafft habe.

  1. Ich bin aufgestanden. Sie lachen. das war sehr hart.
  2. Ich habe nur kurz im Badezimmer rumgeheult weil die Küche aussah wie Sau. Es fielen Phrasen wie „Immer alles selber…“
  3. Ich habe die Kinder fast ganz ohne Geschrei in den Kindergarten bekommen. 
  4. Dann habe ich fast ganz alles, was wir über die Feiertage brauchen, eingekauft und dabei sogar den Kindern Geschenke besorgt.  Als hätten die nicht genug Zeug. Außerdem werde ich mich dafür noch gebührend hassen, weil Bügelperlen und ne Trommel fürs Dauerdengelkind, geht’s noch?!?
  5. Ich habe total spontan der dauernden Sehnsüchtelei ein Ende bereitet und einen Staubsaugerroboter gekauft, völlig ohne vorher das Internet dazu durchzulesen und Exceltabellen zu erstellen und achtzehnmal hin und her zu überlegen, um am Ende dann doch den zu kaufen, den ich von Anfang an gut fand. 
  6. Dann hab ich den ganzen Rotz die Treppe hochgeschleppt und gleich verräumt. 
  7. Ich hab die Kassiererin im Supermarkt, die meine bezahlten Waren durch das dauernde Weiterlaufenlassen des Bandes zermanschte, nicht umgebracht Erfolg des Tages!
  8. Dann hab ich gesaugt UND GEWISCHT! ENDLICH GEWISCHT!  Und ich hab auch nur ein bisschen geflucht dabei und mir nur dreihundert mal unrealistischer Weise geschworen, das in Zukunft öfter zu machen.
  9. Ich habe ein Päckchen gepackt und zur Post gebracht es wird zwar vermutlich erst nächstes Jahr ankommen, aber tjanun.
  10. Ich habe den Nachmittag überstanden  fast ohne die Kinder anzubrüllen. Und dabei Essen gekocht  das ich dann alleine im Schlafzimmer gegessen habe, weil es sich alleine so viel schöner selbsthasst.
  11. Ich habe mir meine Fingernägel geschnitten und gefeilt.
  12. Michel weiß jetzt, wie die Babys aus dem Bauch rauskommen. Und ich glaube, er wird keine Albträume davon bekommen.  „Und als ich aus dein Bauch rausekommen war, ich so Blut am Kopf ehabt. Warum?“ Versuchen Sie mal, nen Dammschnitt 3. Grades Kindgerecht zu erklären!
  13. Brötchenteig ist angesetzt.
  14. Der Rotkohl ist geschnippelt und zieht schon mal in ZuckerZitronensaftEssig ok, das war Herr Rabe, und Apfel habe ich auch zu kaufen vergessen, aber TJANUN .
  15. Ich habe die schlechte Laune sinnvoll genutzt und mal bei den Konferenzmenschen in Kalifornien gar nicht mal so dezent nachgehakt, ob ich denn jetzt kommen darf oder nicht.
  16. Ich habe diesen Blogpost geschrieben und nur einmal hat Pippi frühzeitig auf Veröffentlichen geklickt und ich hab sie dafür auch nur ganz kurz angeranzt

Sie sehen, ich bin total supi dupi erfolgreich gewesen heute.  Und quasi ein Sonnenschein sondergleichen.

Tag 499 – Jaaaaa! Ach nee doch nicht. 

Ich war heute bei einer Disputation, eine Bekannte von mir disputierte über metabolic changes, treatment response and breast cancer heterogeneity. Oder so. Also verstanden hab ich echt nicht viel, aber eins mitgenommen: zu krass vorbereitet ist auch nicht gut. Wenn der ganze Vortrag wirkt, wie vom Band abgespult, man mit trockenen Informationen zugeballert wird, selbst die Trinkpausen nach dem zweiten mal vorhersehbar sind, tja, also, dann finde ich zumindest das nicht mehr gut. Man muss es damit ja nicht übertreiben, aber man kann auch ein bisschen unterhalten. Vermutlich ist das die hohe Kunst des Vortragens: nicht roboterhaft, aber auch nicht clownsmäßig zu wirken. Oder wie es mir vermutlich gehen wird: hypernervöses Eichhörnchen auf Speed. Mit einem Gesicht rot wie eine Supernova. Und hektischen Flecken im Dekolleté. Yeah! (Doch Hosenanzug…)

Tja, aber wenigstens hatte ich viel Zeit zum Stricken. Und deshalb kann ich mit großer Freude verkünden: Ich bin fertig! (Bilder zeige ich trotzdem erst, wenn es angekommen ist, ok?) Und weiblich dann ja endlich fertig war, dachte ich, ach, nähste noch kurz das Nikki-Kleid für Pippi fertig, der Stoff ist ja schon ausgeschnitten und der Schnitt denkbar simpel, das sollte fix gehen. 

Pustekuchen. 

Nikki geht ja mal gar nicht. Was für ein, sorry, Arsch-Stoff. Nach ner halben Stunde hatte ich einen Ärmel dran und den anderen halb, aber mit ner festgenähten Falte und als ich die auftrennen wollte, piekte ich ein Loch in den Ärmel. Grandios. Nach der Auftrennerfahrung sparte ich mir das dann auch, schnitt den Ärmel komplett ab (inklusive der schiefen Naht, gut dass Kinder eh nicht so Figurnahe Dinge tragen, vielleicht fällt es gar nicht so auf) und verschob einen neuen Versuch auf morgen. 

Und wenns nicht klappt, kriegt sie halt nen Jersey-Kleid. Das kann ich wenigstens. 

Rotze. 

Tag 498 – Creeeeeepy. 

Mein Regenmantel hat Fahrradfahr-und-dabei-iPhone-in-der-Tasche-haben-inkompatible Taschen. Sie sind rutschig innen und wenn man auf dem Fahrrad sitzt, rutscht das ganze hoch, bis quasi die Tasche waagerecht, mit der Öffnung nach hinten ist. Und so kam es, wie es kommen musste: gestern fiel mir mein geliebtes Telefon aus der Tasche. Glücklicherweise merkte ich es sofort und hielt an, fuhr ein paar Meter zurück, geriet kurz in eine irrationale ‚Oh Gott, ein Auto ist drüber gefahren!‘-Panik und sah dann eine kleine Ecke des grünen Bumpers aus einer tiefen, schlammigen Pfütze ragen. Ich fischte es aus dem Wasser, mir fielen sofort die Versicherungswebseiten ein, die vor Wasserschäden durch innerliche Korrosion von irgendwas warnen, wenn man Smartphones zum Beispiel im Bad benutzt. Außerdem sah ich, dass der Bumper diesmal versagt hatte. Das Display war komplett gesprungen. Wegen KiTa-Schließzeit hatte ich keine Zeit zum Trauern, sondern stopfte die Misere in meinen Rucksack, fischte noch die aus dem Bumper gefallene Kreditkarte aus der Pfütze und radelte weiter. 

Zu Hause besah ich mir das ganze genauer: Display gesprungen, teilweise fehlten Stücke aus dem Glas. Es ging zwar noch alles, aber man musste schon sehr aufpassen, sich nicht zu schneiden. Tatsächlich schaffte ich es dann doch noch später, mir einen fiesen Glassplitter in den Daumen zu ziehen. Aua, sage ich Ihnen. An Reperatur führte also kein Weg vorbei. Ich googlete nach einem günstigen Anbieter vor Ort und fand jemanden über Facebook (ja, das ist hier oft so, dass Menschen ihre Geschäfte hauptsächlich über Facebook betreiben), schrieb ihn an und bekam keine Minute später eine Antwort. Ich solle das Telefon am nächsten Tag (also heute) um 15:00 Uhr zu einer Adresse bringen, die Reperatur würde ca. 15 Minuten dauern und 1400 NOK kosten. Ich willigte ein, der Preis war weit unter dem vom Fachhändler und Reperatur am nächsten Tag kam mir auch sehr gelegen. 

Als ich die Adresse suchte, kamen mir leise Zweifel. Eine Privatadresse in einem recht schäbigen Haus an einer Hauptverkehrsstraße. Von dem Typen (ich ging einfach von einem Typen aus, hallo Alltagssexismus!) wusste ich nicht mal den Namen, ich sollte einfach eine Nachricht schicken, wenn ich da bin. Er würde dann das Telefon draußen holen und nach 15 Minuten käme er wieder raus und würde es mir geben. 

Ich würde also einem wildfremden Mann (?) mein ausgeschaltetes Handy geben. In einer schäbigen Ecke, in der sicher niemand bemerken würde, wenn ich einfach in den Hauseingang gezerrt würde. Schluck. Und wer sagt mir denn, dass der nach 15 Minuten wieder kommt?

Dann beschloss ich, Vertrauen zu haben. 

Und es zahlte sich aus. 

Der Typ ist wirklich ein Typ, vom Nachnamen her Thailänder, vom Aussehen her möglicherweise auch, aber eher Indonesier. Als Vornamen hat er sich den schönen Namen Nils gegeben (ich gehe einfach mal davon aus, dass ein eindeutig nicht hier geborener Mensch namens Tomprajangnam (Name von der Redaktion geändert) nicht mit Vorbamen Nils heißt). Er nahm das Telefon, besah es sich von allen Seiten, meinte, das bekäme er hin, nur die Kratzer am Metallrahmen, die blieben natürlich, erklärte mir noch, wo ich klingeln solle, wenn die 15 Minuten rum seien und verschwand. 

Ich fuhr zur Post und zurück und klingelte immernoch ziemlich aufgeregt. Ich fragte mich auch ein bisschen, wie der Nils denn die Bezahlung annehmen würde, so viel Bargeld habe ich nämlich eigentlich nie dabei (genau genommen habe ich in Norwegen fast nie Bargeld dabei) und so auf der Straße? Ich weiß ja nicht. Könnte nach Drogen aussehen… Diesmal durfte ich aber in den Innenhof kommen (kurze Panik wegen echt zu vieler gelesener skandinavischer Krimis, ich sah mich schon ritualgemordet in irgendeinem Baum hängen), bekam mein Telefon  zurück, Nils forderte mich auf, ruhig rumzuprobieren, ob alles geht und wie soll ich sagen: wie neu! Alles geht, Homebutton funktioniert weiterhin, auch TouchID, überhaupt alles halt. Soweit ich das beurteilen kann, ist der Einbau des neuen Displays fachgerecht gemacht worden und ich bin total zufrieden. Das sagte ich dem Nils und er zückte daraufhin ein mobiles Kartenlesegerät, schickte mir die Quittung per SMS (als Downloadlink zu einem PDF), bedankte sich für den Auftrag und hielt mir sogar noch die Tür auf, damit ich mit meinem Fahrrad da heraus kam. Wenn was ist, solle ich mich melden. Und das würde ich tatsächlich machen. Auch wenns ganz schön aufregend war. 

(Ach ja: ich hatte noch den Tipp bekommen, das Handy bis zur Reparatur in Reis zu legen, um eventuell eingedrungene Flüssigkeit rauszuziehen. Hab ich gemacht. Keine Ahnung, obs geholfen hat, aber es sah ein bisschen traurig aus, wie es da in seinem Reisbett lag, zersplittert und zerkratzt…)