Tag 1107 – Verantwortung.

Mein Kollege meinte neulich schon, wir sollten eine Sitcom aus der Firma machen. Ich wäre da sofort dabei und bin auch sicher, das würden sich Leute anschauen. Das ist alles nämlich dermaßen absurd da, das glaubt mir keiner. Heute zum Beispiel hatten wir ein Meeting mit der Geschäftsführung, das wieder ganz anders lief, als ich vermutet hatte. Ich dachte ehrlich gesagt, dass meine hübsche* Präsentation etwa das letzte ist, was ich für die Algen mache, weil die Geschäftsführung den Laden dichtmachen würde. Taten sie aber noch gar nicht, stattdessen soll ich jetzt die Präsentation nochmal schicken, zwei der Cases gründlicher und gewohnt kritisch** durchrechnen, dann schauen wir weiter, ob wir das weiter verfolgen, dann würde ich wohl doch nochmal einen Abstecher ins Labor machen, allerdings ein gemietetes und voll ausgestattetes, um zu gucken, ähhh*Betriebsgeheimnis*, dann schauen wir nochmal, ob sich der Prozess wirklich lohnen kann und dann würden wir wohl wirklich einen der beiden oder sogar beide Prozesse*** da hinstellen. Allerdings erst dann und nicht jetzt schon, weil, bei aller Liebe: der Plan einen 1,5 Kubikmeter fassenden Bioreaktor zu kaufen, wenn man noch gar nicht weiß, was man drin machen will und wozu, ist komplett hirnrissig und wird jetzt wohl sehr zum Missfallen des Chipsmanns auch auf Eis gelegt. Möglicherweise hat der Chipsmann dann gar keine Lust mehr mit uns zusammen zu arbeiten und ich kann nicht sagen, dass mich das übermäßig traurig stimmen würde.

Jedenfalls habe ich noch mindestens eine Woche lang einen Job, und (mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit, aber trotzdem!) würde immer mehr Verantwortung übernehmen können, für die eingeschlagene Richtung, für den Prozess und die Leute****. Und ich… freue mich drauf. Es ist schön, wenn einer zugehört wird. Wenn die Meinung was gilt und die Erfahrung. Und wenn sich die Arbeit, in die man ziemlich ungeplant***** geworfen wurde, auszahlt.

Leider wurde das Hochgefühl kurz getrübt, als ich den Zug ganz knapp verpasste und dann erst 5 Minuten nach 5 (also 5 Minuten zu spät) beim SFO war um Michel abzuholen. Da kam ich mir sehr verantwortungslos vor, kurz jedenfalls. Michel hat es aber ganz gut verkraftet, ich hatte ja auch direkt als der Zug ohne mich gefahren war angerufen und er wusste Bescheid. Trotzdem sollte das natürlich keine Gewohnheit werden.

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Auto-Lobhudelei: Dieses Meeting, ne? Ich war da schon echt gut. Und ich hab über mich gelernt, dass ich mir, wenn man mich mit unangenehmen Fragen in Verlegenheit bringt, in den Haaren und am Hals rumfummle und kann das beim nächsten Mal hoffentlich besser unterdrücken.

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*naja, was man halt so in drei Stunden zusammengekloppt bekommt

**die sind recht dankbar, nach langer Zeit mit sehr, sehr! optimistischen Produktivitäts- und Umsatzberechnungen mal eine Realistin da sitzen zu haben

***es ist kompliziert und nichts davon ist, was der Chipsmann eigentlich möchte. Aber was der Chipsmann möchte, wird sich niemals rechnen, so leid mit das tut

****Ich wurde auch endlich! mal gefragt, wieviele Leute denn so benötigt würden, um so eine Fabrik zu betreiben. Spoiler: ich allein kann’s nicht.

*****Ich bin eingestellt als Process Engineer, mir macht diese Rechnerei aber echt Spaß, sieht man davon ab, das die vor einem Jahr hätte passieren müssen

Tag 1105 – Hausaufgaben.

Michel hat jetzt nicht nur normalen Schulunterricht, sondern auch Hausaufgaben auf. Gestern hat er eine Reihe iiiiiii-s und IIIIIIII-s gemalt und Bilder von Wörtern die mit I anfangen angemalt. Heute gabs nichts, morgen dann wieder, Donnerstag nicht und Freitags generell nicht. Ich finde das eine gute Menge Hausaufgaben für die erste richtige Schulwoche, so zum dran gewöhnen. Ich finde auch gut, dass man alle zwei Wochen die Wochenpläne für die kommenden zwei Wochen bekommt, wo schon die Inhalte des Unterrichts und eben die Hausaufgaben draufstehen. So kann nichts vergessen werden und alle wissen, was kommt. Sehr gut finde ich das. Später brauchen sie das vielleicht mal.

Ok, was soll’s. Mein Chef hat heute seine Hausaufgaben gewissermaßen im Bus abgeschrieben und dann versucht mir weiszumachen, dass seine Schrift immer so krakelig sei. Ich bin stocksauer und frage mich, wie alt denn die Leute sind, mit denen ich da zusammenarbeiten soll.

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Auto-Lobhudelei: nicht explodiert, hat viel Mühe gekostet. Hätte ich Zigaretten gehabt, naja. Aber das ist es auch nicht wert. Aber meine Nerven, ey.

Tag 1104 – Gesagt, nix getan.

Nun, also, der Chipsmann, aka der Algenmann, also mein Chef eben ist seit heute aus dem Urlaub zurück. Er kam erst nachmittags, das fand ich um neun, als ich das nach einer Stunde Warten in Erfahrung brachte, nur so mittel. Dann musste ich aber eh zum NAV und zwar in Eidsvoll (nicht da wo ich arbeite, sondern da wo ich wohne) und das auch bitte zwischen 12 und 14 Uhr, also fuhr ich da hin und natürlich kam just in dem Moment als ich in Eidsvoll wieder aufbrach, der Chef in die Firma. Tjanun. Ich kam dann ja auch wieder zurück und dann lief alles mal wieder nicht so wie geplant, weil er in seinem Büro einfach die Tür zumachte und der Kollege damit vom Gespräch ausgeschlossen war. Auch wieder: tjanun.

Ich war dann sehr erwachsen und nüchtern und erzählte alles frei heraus, jetzt ist es halt gesagt und die Reaktion war ganz und gar nicht wie erwartet*, sondern auch der Chef ist dankbar und rechnet mir die Ehrlichkeit und Offenheit hoch an**. Ich weiß nicht, ob er die Tragweite des Ganzen verstanden hat, das wird sich morgen zeigen, wenn wir nochmal en Detail durch die Rechnungen gehen. Unerfreulicher Weise scheint sich eine Situation anzubahnen, in der sich Geschäftsführung und Chef gegenseitig die Schuld in die Schuhe schieben, aber erfreulicher Weise habe ich noch immer einen Job.

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Michel hat heute das I und das i gelernt. Michels Schreiblernbuch ist nicht sonderlich politisch korrekt und illustriert das mit einem amerikanischen Ureinwohner zum Ausmalen. Mal schauen, ob sich da noch Empörpotential ergibt.

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Auto-Lobhudelei: vernünftig geredet, keine Haare gerauft, den Chef nicht geschüttelt.

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*Heulen und Zähneklappern auf Norwegisch, vielleicht „Hrm!“ und den Raum verlassen um eine Runde durch den Wald zu drehen.

**das ist ja schön und gut und freut mich wirklich sehr, aber damit kann ich im Supermarkt leider nicht bezahlen.

Tag 1101 – Schönreden.

Also, ich war heute sehr produktiv. Zusammen mit meinem Kollegen habe ich den ganzen Tag lang Recherchiert und gerechnet und dann etwas verzweifelter recherchiert und neu gerechnet und nochmal neu gerechnet und dann nochmal so gerechnet und andersrum auch. Ich bin da auch sehr gewissenhaft bei gewesen (also, der Kollege auch) und bin deshalb jetzt sehr sicher, dass meine Berechnungen korrekt sind und sich durch Optimierung der Prozessparameter jedenfalls nicht mehr in der Größenordnung etwas ändern würde. Darauf reagierte ich auch einigermaßen gefasst (nachdem ich was gegessen hatte, vorher musste ich kurz im Internet über so unsinnige Dinge wie Algentee abranten), obwohl mir sehr klar war, dass der Ast, auf dem ich sitze, schon so morsch ist, dass er sich unter meinem Hintern ganz weich und flauschig und warm anfühlt. Auch gut war, dass ich den Kollegen immer mal wieder auf das produktive Gleis zurück gestellt habe, wenn er sich mal wieder in Nachkommastellen verrennen wollte. Nett, aber bestimmt. Er nennt mich Boss. Hihi. Und weil ich der Boss bin, weil ich erwachsen bin, weil ich ehrlich bin und aufrichtig und mir wichtiger ist, dass kein Geld von Leuten, die ich überhaupt nicht kenne und die mir total egal sein könnten, die ja sogar selbst mal hätten nachrechnen können, jedenfalls, dass deren Geld nicht sinnlos verbrannt wird ist mir wichtiger als mein eigenes Gehalt zu sichern und deshalb habe ich dann auch eine sehr präzise Mail geschrieben, in der ich auch nochmal mein Bedauern ausgedrückt habe, habe alle die Berechnungen angehängt und dann habe ich auf Ast absägen geklickt. Die Geschäftsführung ist dementsprechend informiert und hat sich artig für die gute Arbeit und die Offenheit und meine Einschätzung bedankt. Montag werden ich und der Kollege das dann noch möglichst schonend dem Chipsmann beibringen, der ja von all dem noch nichts weiß, weil er durch die Wälder wandert und dann kann man noch hoffen, dass irgendwem irgendein Wunder einfällt, oder vielleicht krieg ich auch schnell nen neuen Job und einen Kindergartenplatz der nicht 25 km in die falsche Richtung liegt, jedenfalls hab ich mein Bestes gegeben und dass es nicht klappt liegt nicht daran, dass mein Bestes nicht gut genug ist sondern im Gegenteil, mein Bestes hat erst dafür gesorgt, dass mal aufgefallen ist, dass das Pferd das wir reiten wollten leider nie lebensfähig war.

Und jetzt trinke ich Bier und baue Möbelkleinteile zusammen. Wenn Sie mal wen brauchen, der Ihnen in Rekordzeit Schubladen zusammenbaut: ich nehme ganz stark an, dass ich ab demnächst wieder viel Zeit haben werde.

Tag 1097 – Alles so spannend!

Meine beiden Kollegen und ich haben heute den Pilotreaktor in Betrieb genommen. Das ist ja schon ziemlich spannend, auch wenn das alles quick and dirty und genau genommen sehr Fußnagelhochrollend unsauber geschehen ist, aber wir haben ja nix und es ist eh nur um dem CEO und dem CFO, die am Donnerstag vorbei kommen wollen, zu zeigen, dass wir was tun. Bisschen ungünstig halt, dass der Chef (CTO, wobei, vielleicht bin das auch ich, man weiß es nicht so genau bei dem Laden) locker flockig durch die Berge wandert und der Rest die geballte Kompetenz von einem Maschinenbauer (in den Endzügen des Bachelors), einem Biotechnologen (in den Endzügen des Masters) und mir halt (noch nie mit Mikroalgen gearbeitet, aber einen PhD, immerhin, und Grundschulmathematik kann ich auch*) besitzen, was nicht viel ist. Aber egal. Alles für den Vorstand, alles für den Club.

Apropos Donnerstag: da wird ja Michel eingeschult und deshalb habe ich heute Zeug für die Schultüte besorgt. Jaja, nicht grad früh. Zum Ausgleich bekommt er auch keine mega fancy Sachen** sondern etwas besondere Stifte, Erstklässlerhefte zum Schreiben/Zahlen/Uhrzeit üben, einen Kinderkrimi aus seiner Lieblingsreihe und Anziehsachen. Ein bisschen Schlickerkram und, stimmt, ein Zip-Licht. Pippi kriegt auch eine kleine „Schul-„Tüte mit einem Ziplicht und einem Zahlenbuch, weil ich grad die Nerven einfach gar nicht habe, um empörtes Geheul während der Einschulung des großen Bruders aufzufangen. Meine Nerven werden ja damit beschäftigt sein, rechtzeitig beim Meeting aufzulaufen und dann einen, äh, souveränen Eindruck zu machen und nicht durchblicken zu lassen, dass ich am liebsten schreiend vor der Firma davonrennen würde.

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Auto-Lobhudelei: ganz viel Sachen entschieden, einige Sachen auch gegen leichten Widerstand durchgedrückt, nur wenig Haare gerauft bei „Warum hat denn niemand das Medium aus dem Kühlschrank geholt?“ und ich weiß seit heute dann auch, wie man mit dem Prius einem anderen Auto Starthilfe gibt. Und schamlos die neue Stelle in neue Bewerbungen eingearbeitet (Sachen entscheiden! Sachen durchdrücken! Sachen planen! Budgets ausrechnen!).

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*kleine Spitze, aus Gründen

**Ich bekam damals einen Anspitzer, das weiß ich noch, der war so schön. Aber es gab heute keine schönen. Ich bekam auch damals so dicke Buntstifte, die Stummel davon habe ich heute noch. Und eine Uhr, die habe ich aber irgendwann in der Schwimmbadumkleide verloren, irgendwie.

Tag 1092 – Ging so.

Heute war der Tag gar nicht so schlimm wie die letzten beiden. Ich mag den Chipsmann wirklich. Ob ich ihm mit den Algen weiter helfen kann, muss sich trotzdem noch zeigen. Ich versuche es jedenfalls. Aber ich hab auch heute eine neue Bewerbung geschrieben, die Chipsalgensache ist einfach sehr heikel, das kam heute bei dem sehr sehr langen Meeting heraus, auch wenn es keiner so direkt sagte. Durch die Blume aber eben schon und der Chipsmann war dann im Auto auf der ungeplant langen* Rückfahrt schonungslos ehrlich zu mir, was mich rührt, aber, naja, ich hab dann eben doch lieber noch kurz vor Einsendeschluss eine Bewerbung geschrieben. Sorry wegen der Kryptik, es ist alles kompliziert und ich bin da auch mit Gedanken sortieren selbst noch gar nicht fertig.

Erfreulich ist jedenfalls, dass die Kinder sich in ihren jeweiligen Betreuungseinrichtungen sehr wohl fühlen und Herr Rabe auch einen guten ersten Tag beim anderen Office seines weiterhin Arbeitgebers hatte. Das ist alles wirklich wunderbar. Und der Rest ordnet sich auch, so oder so**.

Jetzt aber sehr müde, Aufstehen um halb sechs, elf Stunden außer Haus, und dann nochmal zwei Stunden abends am Rechner – das schlaucht.

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Auto-Lobhudelei: Ich gebe mein Bestes und mein Bestes ist schon echt gut.

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*Stau. Wir haben fast zwei Stunden von Oslo nach Årnes gebraucht und das war definitiv das letzte Mal, dass ich zum Arbeiten mit dem Auto nach Oslo (mit-)gefahren bin. Ich kam dann auch ganze 3 Minuten vor Torschluss in den Kindergarten gerannt, wo Pippi ja schon seit viertel vor Acht war und ich müsste das nicht, aber ich fühle mich trotzdem deshalb schlecht.

**Hilfe, Norwegen hat mich gehirngewaschen.

Tag 1091 – Bloß nicht zu viel Routine.

Heute den ganzen Tag Projektplanung betrieben. Naja, da hatte ich ja drum gebeten, mehr am Rechner und weniger im Labor zu sitzen, nicht wahr? Und immerhin habe ich einen eigenen Arbeitslaptop, zum ersten Mal überhaupt. Sonst haben wir nix da in der Chipsfabrik, aber einen Rechner und der ist jetzt meiner. Ha! Um das zu feiern und weil ich vorhin damit nicht fertig geworden bin, bis die Familie mich abholen kam, hab ich den Laptop gleich mal mitgenommen und halt das schlafunwillige kleine Kind in den Schlaf gearbeitet. Jetzt muss ich nur noch den Drucker suchen, auspacken, installieren, mein schickes Chart, für das ich den ganzen Tag gebraucht habe (erstes Mal und so, jetzt kann ich’s aber und Hurra für Chrome, sag ich mal), fünfmal ausdrucken und es morgen dann in einem ganztägigen Meeting an alle verteilen. Das Meeting ist in Oslo, das kleine Kind muss aber trotzdem nach Årnes in den Kindergarten, es ist alles ein neues Level an logistischem Aufwand aber da kann ich mich gleich mal dran gewöhnen, denn wenn ich den Projektplan mit dem Budget für Bemannung der Chipsfabrik abgleiche, werde ich da entweder sehr sehr viel sein oder frühzeitig (lies: morgen) anmerken müssen, dass das nie im Leben hinhauen kann. Voll schön so am dritten Tag. Aber ich wollte ja gern mehr zu sagen haben, nicht wahr?

Da wandern wieder Punkte aufs Erwachsenenkonto, das läuft wirklich bald über.

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Auto-Lobhudelei: nur einmal laut „Jesus!“ gesagt, als ich eine Schublade öffnete. Meine Kollegen haben’s nicht so mit Ordnung. Liebe Kollegen: so geht das nicht. Kussi – die neue Lab-Managerin slash Prozessingenieurin slash Einkäuferin slash Leitfähigkeitselektrodenbeauftragte.

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Tag 1090 – Mein erster Tag in der Chipsfabrik.

Vermutlich ist es an der Zeit, Ihnen die Sache mit der Chipsfabrik mal zu erklären, wenigstens etwas. Ich arbeite nämlich ja seit heute neben der Chipsfabrik. Da werden Kartoffelchips gemacht, leider nicht von meiner Lieblingssorte, dafür the one and only Potetgull, was übersetzt Kartoffelgold heißt und Entschuldigung, aber wie witzig sind die Norweger manchmal*? Aber wie gesagt, ich arbeite daneben, nicht darin, bzw. halt auf dem Gelände und eigentlich habe wir mit der Chipsfabrik selbst gar nix zu tun, wir mieten da eben eine große Halle. Und langfristig möchten wir das Chipsfabrikabwasser anzapfen, denn da drin ist ziemlich viel Dünger und Stärke und den Dünger und zum Teil** auch die Stärke brauchen Mikroalgen zum Wachsen. Mikroalgen, umgangssprachlich je nach Stamm auch Braun- oder Blaualgen genannt, kann man für alles mögliche nutzen, zum Beispiel kann man damit direkt Muscheln oder Garnelen (in Zuchten) füttern, man kann die aber auch in ihre Bestandteile zerlegen und die einzelnen Produkte als Tierfutter benutzen (auch wieder Fisch, aber auch Geflügel zum Beispiel). Man kann diese Einzelbestandteile auch, sofern man sie sauber genug bekommt, als Nahrungsergänzungsmittel an Menschen verscherbeln oder sich die auf die Haut schmieren oder oder oder. Der Möglichkeiten sind da viele. Was genau wir da machen werden verrate ich mal noch nicht, aber Mikroalgen sind es. Ich werde also jetzt sehr viel neues Zeug über Mikroalgen lernen und mein Wissen über Aufreinigung von Zeug aus Zellen einbringen und…

Ich weiß es doch auch nicht.

Ich bin jetzt mal ganz ehrlich: Ich habe überhaupt keine Ahnung von Mikroalgen***. Möglicherweise war das die beknackteste Idee überhaupt.

Ich hoffe mal dass nicht, aber grad geht mir der Arsch ein wenig auf Grundeis.

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Auto-Lobhudelei: Weder geweint noch in hysterisches Gelächter ausgebrochen. Äußerlich voll souverän geblieben. Bombig ausgesehen.

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*Ich bin sehr müde, entschuldigen Sie bitte.

**Halt Zucker, als Kohlenstoffquelle. Aber nicht in der Masse.

***Nun ja, es kann einfach wirklich nicht schwerer sein als Säugetierzellen.

Tag, äh, Dings, 1058 – What a day.

Heute morgen hatten wir noch zwei Kinder in einem tollen Kindergarten, kein Haus und nur ein richtiges Einkommen.

Jetzt haben wir null Kinder in diesem Kindergarten und auch überhaupt nur noch ein KiTa-Kind, ein Haus in Eidsvoll und 2 richtige Einkommen ab nächstem Monat.

Ja.

Ich bin jetzt so fertig, ich könnte im Stehen einschlafen, das war aber auch alles sehr aufregend heute. Ich weiß jetzt, was passiert, wenn man mit seinem Gebot nicht die Erwartung der Verkäuferin erfüllt – dann zaubert der Makler erst nen zweiten Bieter aus dem Hut und dann lehnt die Verkäuferin das aber auch ab, was man dann drauflegt und das ist dann alles ein nervtötendes hin und her und am Ende „einigt“ man sich auf den veranschlagtem Preis. Und ich sage das mal so: hätte ich gewusst, dass es keine ernsthaften weiteren Interessenten gibt, hätte ich gar nicht erst so wenig geboten. Aber ich dachte wirklich, ich müsste mir Raum nach oben lassen. Hätte ich gleich den veranschlagten Preis geboten, hätte ich jetzt wohl 10-100 graue Haare weniger. Aber was zählt, ist dass wir’s jetzt haben. Es ist unser Haus und am 1.8. ziehen wir ein.

Dass am Nachmittag dann der Finanzmann anrief, am Telefon nochmal so eine Art Mini-Interview mit mir führte und damit abschloss, dass er Dienstag zu einem Treffen mit dem Chipsmann einen Arbeitsvertragsentwurf mitnehmen wird, um den mit dem Chipsmann durchzugehen und dann mit zu schicken – ja, das war dann auch schon kaum noch aufregend.

Jetzt hoffe ich, dass ich mich noch lange genug wachhalten kann, um mit Herrn Rabe ein sehr großes und sehr sehr verdientes Glas Champagner zu trinken.

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Auto-Lobhudelei: das Telefonat mit dem Finanzmann lief nach den 482 Telefonaten mit dem Makler heute so geschmeidig, ich erkannte mich selbst kaum wieder. Wie positiv und optimistisch ich „ergibt noch viel zu tun“ ausdrücken kann.

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Ach ja, die Auflösung: https://youtu.be/nQdwBRJoMR8