Arbeit, Kinder, Twitterkneipe. Sonst war nichts. Und jetzt sind Kopfschmerzen, das ist unschön, aber immerhin anhand des Wetterumschwungs zu erklären. Endlich regnet es mal wieder. trotzdem jetzt einfach schnell schlafen. Ratzepüh.
Kram
Tag 1757 – Ein Tag wie jeder andere.
Møtepotøte den ganzen Tag. (Møte heißt Meeting heißt Treffen. Natürlich online.) Gefühlt habe ich deshalb den ganzen Tag auch so gar nichts geschafft. Das nervt mich ja schnell. Es kam dann noch hinzu, dass unsere Chefin signiert statt freigegeben hat Qualitätsmanagementsoftware nicht zulassen wollte, dass ich eine versehentlich signierte statt freigegebene SOP erneut zur Freigabe versenden wollte und erst lauter lustige Fehlermeldungen produziert hat und dann so gründlich abgestürzt ist, dass gar nichts mehr ging. Also insgesamt so ein mittelmäßig arbeitserfolgreicher Tag.
Muffin hat Michel heute in den Finger gebissen. Nicht mit Absicht, das war auch Michel sofort klar, aber Muffins Zähne sind halt die eines Nagetiers und Muffins Gier auf Salat ist groß und wenn dann da noch ein Finger zwischen ist, dann blutet es auch mal. Armer Michel.
Weitere Muffin-News: so richtig toll sieht das mit der Haut noch nicht aus, eher so lala, aber wir haben ja nächste Woche den Kastrationstermin, vielleicht lassen wir die Kastration dann doch erst noch sein und behandeln erst mal die Haut weiter? Hmm, mal sehen. Bis auf die Haut (und die Einsamkeit) scheint es Muffin aber prächtig zu gehen. Heute habe ich ihm das neue Futter gegeben, weil das von den Vorbesitzern mitgegebene leer war (das war ein völlig okayes Trockenfutter, sonst hätte ich ihm das nicht weiter gegeben) und da ist vielleicht irgendeine Meerschweindroge drin, jedenfalls hat er sich das neue Futter reingezogen als gäbe es keine Kräuter/Löwenzahn/Klee/Gras/Paprika/Möhre/Gurke und was uns sonst so einfällt jeden Tag und reichlich. Das einzige, was er bisher nicht mochte, war Erdbeere und Tomate. Mit der Erdbeere wurde Fußball gespielt, vor der Tomate erschrocken davongerannt. Langsam redet Muffin auch mehr mit uns und quiekt manchmal wenn wir am Kühlschrank sind (klar, da ist das Gemüse drin). Weil ich etwa hundert mal am Tag irgendwelche Leckereien zu ihm bringe, kommt er jetzt vorsichtig angetrabt, wenn ich ihn rufe und reckt sich um zu gucken, was es dieses Mal gibt. Von Michel lässt er sich auch streicheln, am liebsten über die Nase. Hach!
Außer dem Fingerbiss war heute das spannendste, dass wir nach dem Abholen von Kindergarten und Schule im Stau standen. In unserem Kaff hier! Naja, auch hier kann es ja Unfälle geben und wenn die an einer Kreuzung direkt nach einer Brücke sind, das kaputte Auto eine Spur blockiert und deshalb der aus drei Richtungen kommende Verkehr durch genau einen Polizisten geregelt werden muss (weil 2 Kolleg*Innen plus Feuerwehr sich um die Autoinsassen kümmern müssen), dann dauert das schon mal. Es war jedenfalls eigentlich nicht dramatisch, fraß aber so viel Zeit, dass wir den vorletzten Termin der Kulturschule ausfallen lassen mussten. Schade, aber nicht zu ändern.
So, nun ins Bett. Der Corona- und Feiertagsmai hat mein komplettes Wochentagsgefühl zerstört. Auch an Arbeitsaufgaben lässt sich nichts festmachen. Es ist alles sehr seltsam in diesem 2020.
Tag 1756 – Ein Hauch Normalität.
Heute bin ich das erste mal seit dem 13.03. just for fun mit dem Zug nach Oslo gefahren. Herr Rabe und ich waren zum Mittagessen mit seinen neuen Chefs eingeladen. (Ehrfürchtiges Raunen einblenden.) Und hätte sich das nicht alles so seltsam angefühlt, weil dazwischen fast 3 Monate Pandemie liegen, weil einzelne Sitze im Zug abgesperrt sind, weil zwischen den Tischen im Restaurant sehr viel Luft war und weil im Aufzug alle sehr betreten versuchten, möglichst nicht zu atmen, wäre es fast gewesen wie immer. Nicht nur gab es super Essen in bester Gesellschaft (ich mag intelligente Leute), nein, auch Sonnenschein, Blumen, Springbrunnen, Shoppende und Reisende waren fast wie immer. Nur halt deutlich weniger (Menschen, nicht Springbrunnen). Es war wohl das erste mal (Ferien möglicherweise ausgenommen), dass wir im Zug um 14:54 Uhr Sitzplätze bekamen, ohne uns darum prügeln zu müssen.
Insgesamt trotz danach sich auftürmender Arbeit ein sehr schöner und allein fürs Gemüt lohnenswerter Ausflug. Ich habe das Gefühl, Herr Rabe ist da in guten Händen, das ist ja schon mal viel wert. Und wer weiß, vielleicht möchte ja auch unsere Organisation mal den Staub von einigen Prozessen blasen, da ist es gut, jemanden zu kennen.
(Huch, habe ich aus Versehen genetzwerkt? Wie konnte denn das passieren?)
Tag 1755 – Viele Seiten.
Während hier die Sonne scheint und die Kinder im Planschbecken baden (und ich wieder mit Planschbeckenwasser die Blumen gießen kann) wandern die Meerestiere und Insekten zu den Polen, wegen Klimawandel.
Während hier die Pandemie mit 5-6 neuen gemeldeten Fällen pro Tag in ganz Norwegen (und das liegt nicht daran, dass niemand getestet wird, so im Schnitt werden 3000-4000 Tests am Tag gemeldet) wenn nicht vorbei, so doch so vorbei, dass massive Maßnahmen in keinem Verhält is mehr dazu stünden, zu sein scheint, macht man sich in Deutschland drüber lustig, dass einige zu glauben scheinen, dass die Pandemie vorbei sei. (Fitnessstudios und Schwimmbäder haben hier übrigens immer noch nicht auf. Aber, ich sage das gerne noch mal, Kindergärten und Schulen, seit 6 und 5 Wochen, ohne dass sich irgendwas am Abwärtstrend bei den Neuinfektionen getan hätte.)
Und während all dem gehen in den USA Leute auf die Straße, weil dort weiße Polizisten immer und immer wieder schwarze PoC töten, das ganze scheint für mich als total Außenstehende sowohl von Teilen der Polizei in einigen Städten befeuert zu werden, als auch vom Präsidenten selbst (WTF einfach?) und ich und viele andere wohl auch stehen fassungslos und kopfschüttelnd in unserem vor Privilegien strotzenden europäischen Vorgärtchen und ich zumindest frage mich, ob da ein Bürgerkrieg in Kauf genommen wird und wenn ja, wofür.
Es sind vielseitige Zeiten.
Tag 1754 – Übervolles Leben.
So ein wundervoller Tag. Sogar die Sonnencreme hat ihren Job getan. Hachz.









[Das mit den Kohorten muss ich vermutlich nicht noch mal erklären, alle Kinder sind über die Kohorten miteinander verbunden.]
Tag 1753 – Weiter volles Leben.
Wir haben heute den Zaun fertig geplant und werden nun endgültig die furchtbaren, halbtoten Aronia-Büsche rauswerfen. Ganz bald. Vielleicht fangen wir gleich noch an.
Dann haben wir mit den Nachbarn gegrillt (auf deren Terrasse, die ist nämlich noch größer als unsere), ich hab mir das ok für meinen (sehr groben) Zaun-Kostenvoranschlag geholt und wir haben über Erwachsenendinge geredet. Das war sehr nett. Und auch deren Kinder haben gestern Ärger für die Slime-Aktion bekommen, das ist immerhin gut zu wissen.
Hier sehen Sie, wie Pippi Muffin ein Schlaflied vorsingt. Muffin sitzt in seinem Hamsterknast, in dem er vorher sein ganzes Leben zugebracht hat, weil ich gleich seine Box sauber mache. Der „Außenkäfig“ ist nicht nur viel zu klein, sondern auch so gammelig, dass ich Muffin da nicht reinsetzen mochte. Jetzt haben wir also noch die Entsorgung dieses Dingses am Hals. Aber Pippi ist schon sehr niedlich. Meistens. Wenn sie nicht mit Slime spielt.

Michel hat sich heute ziemlich schlimm in den Finger geschnitten, weil er versehentlich ein Glasröhrchen von einer Vanillestange zerdrückt hat. Er rannte dann ungünstigerweise schreiend und panisch mit den Händeln wedelnd durchs halbe Haus, weshalb Herr Rabe und ich anschließend auf dem Boden rumrobbten und mit Feuchttüchern die gefühlt tausenden kleinen Blutspritzer vom Boden, Möbeln, Wänden und Türen zu entfernen. Mal gucken, wie lange wir noch Blutspritzer finden. Michel geht es aber wieder gut, es hat aufgehört zu bluten und er wollte über Nacht auch kein Pflaster haben, sondern lieber Luft dran lassen. Es tut auch nicht mehr weh, sagt er. Nur noch ein bisschen. Puh!
Tag 1750 – Schnell Bloggen.
Mein Akku ist gleich leer, deshalb Stichpunkte:
- Arbeit heute viele Meetings aber immerhin produktiv. Eine meiner Arsch-vom-Dienst-Aufgaben ist bald wohl endlich beendet.
- Pünktlich um drei den Stift fallen gelassen und dank der zwei Stunden gestern Abend trotzdem eine Überstunde aufgeschrieben. Bin bald am Ziel für 5 Wochen Sommerferien.
- Pippi ging nach dem Kindergarten mit zu einem Kindergartenfreund (I.), was spontan entschieden wurde. Ich rief also den Kindergarten an und erklärte kurz den Betreuer, dass Pippi heute mit I. mit geht und dann telefonierte ich mit Pippi und erklärte ihr dasselbe und das war sehr niedlich. Wie so kleine Kinder halt telefonieren und was sie einer dann dringend alles noch sagen müssen („Mama? Ich spiele mit Barbies!“).
- Während Michel bei der Kulturschule war, konnte ich ganz in Ruhe einkaufen, das war echt schön. Es gab auch reduzierten Ostersüßkram – weil das Kaninchen Urlaub hat.

- Nachdem ich Michel wieder eingesammelt hatte und bevor ich Pippi abholte, haben wir Muffin
verärgertdie Krallen geschnitten und ihn ein bisschen mehr an uns gewöhnt. Er saß auch kurz auf Michels Schoß und das machte Michel sehr froh. Hach, hach. Die Haut sieht noch schlimm aus, aber ich bilde mir ein, dass das Fell schon nicht mehr ganz so stumpf ist und insgesamt kratzt sich Muffin auch weniger. - Nach dem fiesen Rausnehmen und beschauen lassen gab es ein paar Troststängel Oregano. Der, und der Estragon, werden uns dieses Jahr möglicherweise über den Kopf wachsen, insofern ist das schon sehr gut, dass Muffin das so gern frisst. Seit ich ihn heute etwas länger auf dem Schoß hatte, weiß ich auch, dass er unter dem ganzen Fell ziemlich dünn ist, insofern: immer mal rein mit dem Futter.
- Ich werde zunehmend wütend auf Muffins ehemalige Besitzer. Das arme Tier.

- Am Abend habe ich dann noch die Klo-Ecken gesäubert und direkt mal Einstreu nachbestellt. Eieiei, da geht ja ganz schön was durch.
- Auch am Abend musste ich noch ein Mal los und eine neue Backofenlampe kaufen. Ich oute mich mal: dieses Reinstecken von Halogenlampen in diese Keramik(?)Fassungen, dieses knirschende Gefühl, finde ich absolut furchtbar. Ab-so-lut. Schon der Gedanke daran macht mir grade wieder Gänsehaut.
- Jetzt husch, husch ins Bett. Es wird Zeit. (Ich wollte heute früh ins Bett, hat super geklappt ganz offenbar.)
Tag 1748 – Für die Tonne.
Da heute keine Müllabfuhr kam, kommt sie wohl morgen.
Morgen kommt auch eine Warmkompost-Tonne.
Ansonsten war der Tag reichlich bescheiden, bis abends Twitterkneipe war, das war sehr schön (wie immer). Das klingt albern, aber das ist schon ein Teil meiner neuen Normalität geworden und ich hoffe, dass sich etwas davon wirklich nach der Pandemie bewahren lässt. Ich mag die alle da sehr gern.
Jetzt Familienbett, Pippi ist seit einer Dreiviertel Stunde wach, kann nicht wieder einschlafen und liegt jetzt bei uns im Bett. Pippi ist ja gar kein Baby mehr, fällt mir dabei auf, die ist ja gar nicht mehr winzig klein. Na sowas aber auch.
Tag 1747 – Wutschwein.
Muffin musste heute zwei schlimme Dinge erdulden. Zuerst waren wir bei der Tierärztin. Die hat versucht, per Klebestreifen und Schabe-Probe zu sehen, weshalb sich das arme Schwein blutig kratzt, sah aber nichts. Es gab trotzdem eine Dosis Spot-On gegen Milben (und sonstige Parasiten, wenn ich das richtig verstanden hab) und jetzt schauen wir mal, ob es besser wird. Armer Muffin. Gefühlt hat er sich gleich viel weniger gekratzt, aber das kann auch der Stress sein, eingefangen werden, dann Auto fahren, dann drei mal aus de Transportbox gefischt werden… puh. Armer Muffin.
Und weil das alles noch nicht reichte, sagte die Tierärztin, wir sollen den Käfig reinigen, damit eventuell da rumkriechende Milben entfernt werden. Weil ich zwischen Pest und Cholera (nochmal aus dem Käfig fischen und raussetzen, um ihn dann wieder einzufangen und zurück zu setzen vs in der Box lassen und um ihn rum putzen) wählen musste, konnte ich nur verlieren und so war es dann auch. Muffin war absolut nicht amused über meine Putzaktion (um ihn rum) und kam danach erstmal eine Weile gar nicht mehr unter seinem Strohhaufen hervor. Als er dann kam, holte er sich ein Stück Möhre und zerrte es sofort wieder unter seinen Strohhaufen. Ich schwöre aber, vorher sagte er noch ganz leise „ihr könnt mich alle mal“.
Wir werden schon wieder Freunde werden, Muffin und ich. Wenn mir wer so nen beschissenen Tag bescheren würde, wäre ich auch angepisst. All die schönen Köttel. Einfach weg. Buhuhu.
Tag 1746 – Ein Beitrag mit theoretisch vielen Fotos.
Denn Herr Rabe hat heute viel mehr Fotos gemacht als ich, aber Herr Rabe trinkt jetzt Whisky mit dem Nachbarn und irgendwie kommen die geteilten Fotos nicht bei mir an. Ich kann sie ja später noch hochladen.
Wir haben nämlich heute einen Ausflug zu unserem Anteilsbauernhof gemacht und das war frühlingshaft schön. Hachzihachzihachz. Ganz viele Lämmer gibt es zur Zeit, Babypflanzen überall und die zwei glücklichen Schweine. Alles so grün, so schön, ich kriege richtig Frühlingsgefühle.

Drei Lämmer werden mit der Flasche zugefüttert, weil die Mamas sich nicht so für sie interessieren. Michel und Pippi durften dabei sein und waren sehr angetan.

Ich musste mich sehr zusammenreißen, nicht ein Lamm oder zwei mitgehen zu lassen, die sind so niiieeeeedlich!
Eier gab es aber leider nicht, alle ausverkauft. Jetzt bekommen wir sie morgen oder übermorgen nach Hause geliefert, je nachdem wie fleißig die Hühner sind und wann die Bäuerin bei uns vorbei fährt. Ist auch ok, so dringend brauchen wir keine Eier.
Jetzt sitze ich neben der Meerschweinkiste und höre meinem eigenen kleinen Lamm Meerschwein dabei zu, wie es sich wie die Raupe Nimmersatt durch einen riesigen Heuhaufen frisst und mag das alles grad sehr.