Tag 971 – Endlich wieder.

Mein Gehirn funktioniert wieder. Wie sehr das in Mitleidenschaft gezogen war, ob jetzt durch den Stress oder die Schilddrüsensache oder beides, merke ich jetzt erst so richtig. Jetzt kann ich mir nämlich wieder Sachen merken. Normalerweise bin ich wie ein Schwamm, sauge Wissen, vor allem triviales (Öhömm), im Vorbeigehen auf. „Das war mal bei der Maus, das geht so…“ ist so ein typischer Satz von mir. Eigentlich. In den letzten sechs Monaten ging das nicht. Als wäre der Kopf vernagelt konnte ich mir die simpelsten Sachen nicht mehr merken. Trägt übrigens nicht grad zur Stärkung des eh immens pre-doc-geschädigten Selbstwertgefühls bei, wenn man zwei Minuten nach dem Meeting schon jede Info, die man nicht notiert hat, vergessen hat. Aber jetzt ist das weg, endlich, und statt wie früher(TM) aus Spaß auswendig zu lernen, welche berühmten Molekularbiolog*Innen wann welche Nobelpreise verliehen bekommen haben, füttere ich mein Schwamm-Hirn zur Abwechslung mal mit Basiswissen zur EU und dann werde ich mir diese zwei klitzekleinen Büchlein vorknöpfen*. 3 Wochen noch.

(Ich muss vielleicht doch morgen zu staples und mir zwei A5-Ordner kaufen.)

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Auto-Lobhudelei: alles geschafft. Alle Fitbit-Tagesziele zum Teil doppelt erledigt, Workout gemacht (ok, die zwei Punkte sind ein bisschen redundant), das Lernpensum abgesteckt und die Materialien beschafft, für Michels Freundin in Windeseile ein Stirnband genäht, Kinder abgeholt, Stirnband eingepackt, Michels Wunsch-Klamotten finden geholfen, ihm die Haare schick gemacht, mit Pippi gestritten und trotzdem nur 3 Minuten zu spät (Michel war schon ganz panisch) Michel beim Kindergeburtstag abgeliefert.

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*Hahaha, lustig, wie ich das so schreibe, als hätte ich keinen exakten Plan, wann ich was machen werde, ne? In Wirklichkeit ist der Plan so: Eine (volle) Woche für Drug Development, eine volle Woche für das Eudra-Book (da aber mit dem Internet nebendran, ich will nur wissen, wie generell Prozesse ablaufen und wer für was zuständig ist). In Woche drei dann und auch nebenher schon mal immer mal wieder statt Twitter Wikipedia lesen über „Die EU“. Allein heute habe ich echt viel Zeug gelernt, zum Beispiel, dass die EU drei Präsidenten hat**. Nämlich einen des Rats, einen des Parlaments und einen der Kommission. (Und grad sind alle drei Männer. Überhaupt waren das seit 2009*** ausschließlich Männer.)

**Das wussten Sie natürlich schon alle. Ich nicht. Und Sie wissen natürlich auch, weshalb

***2009 ein wichtiges Jahr für die EU war und was am 9. Mai ist.

Tag 970 – Plantschen!

Wir haben heute ganz mutig Michel von seiner Freundin abgeholt, aber auch die Freundin mitgenommen und sind ins Schwimmbad gegangen. So ein richtiger Familiensonntag im Spaßbad, juchheh. Aber tatsächlich war alles halb so schlimm wie ich befürchtet hatte und hat sogar bis auf drei Adrenalinpumpende Stresssituationen richtig Spaß gemacht.

Stresssituation 1: Michel und die Freundin können beide noch nicht schwimmen, aber gut Luft anhalten und unter Wasser strampeln und nach Ringen tauchen und so. Ich hatte der Freundin auch kurzerhand erlaubt, die Schwimmflügel wegzulassen, Michel hat ja auch keine und mein Plan war eigentlich, nicht in tieferes Wasser zu gehen, als dass Michel noch stehen kann. Die Freundin ist einen kompletten Kopf größer als er, weshalb sie dann auch etwas enttäuscht war, als Michel im einen Becken abzusaufen drohte, in dem sie gerade noch stehen konnte. Aber dann fanden wir das ganz neue Schulschwimmbecken, das überall 90 cm tief ist. Perfekte Tiefe (lässt auch erahnen, dass Schwimmen gehen mit größeren Kindern, die sicher schwimmen können, wirklich entspannend werden kann) und voller Plantsch-Gedöns. Hurra! Aber dann wollten die zwei in ein wärmeres Becken, da gibt es auch eins und mit Bienchen versehen waren sie da auch erst sehr glücklich, aber dann wollten sie in so einem halbrunden Dings immer von einer Seite zur anderen „schwimmen“ und nahmen die Bienchen dafür ab. Das ging auch echt gut, sie hopsten an einer Seite los und tauchten dann zur anderen, wo sie sich hochzogen. Gerade aber, als die Freundin sich bei mir (auf der einen Halbrundseite) beklagte, wie ungerecht das sei, dass Michel (auf der anderen Halbrundseite) das besser könne als sie, rutschte Michel ab und… ging unter. Er strampelte sich wieder hoch und war sicher nicht mehr als eine Sekunde unter Wasser gewesen, aber den total panischen Blick in seinen Augen werde ich wohl nie mehr vergessen.

Stresssituation 2: im Wellenbad. Während der Welle. Völlig überfüllt. Viel zu viele Spielgeräte im Wasser. Auch große, auch harte, gefühlt keine Eltern, die ihren kleinen Styropor-Haifisch reitenden Rowdies mal ne Ansage machen, dass es nicht ok ist mit den Dingern einfach in Gruppen von Leuten reinzufahren und dann alle umzumähen. Und dann geht ein Kind für meinen Geschmack zu tief rein, das andere zur Seite, ich sage dem Kind, dass so tief jetzt tief genug ist, drehe mich um und das andere Kind ist weg… und wieder da. Weiter hinten. Aber kurz hat mein Herz ausgesetzt, ich schwöre. Wäre mein Fitbit wasserdicht, es hätte die Beweise. Und dann gab es von mir ne Ansage an beide, dass sie so nah bei mir bleiben sollen, dass ich im Zweifel an beide rankomme.

Stresssituation 3: Klassiker. Die großen Kinder wollen oben nochmal in das Schulbecken, Pippi will unten im Kinderbecken plantschen, alle rennen gleichzeitig los, zwei die Treppe hoch, eins nach rechts Richtung Wasser. Nach einem Slapstickmäßigen Eiertanz, bei dem sich mein Unterbewusstsein zu entscheiden versuchte, welche Kinderleben wichtiger seien, sah ich glücklicherweise Herrn Rabe, der auf dem Weg zu Pippi war. Puh.

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Auto-Lobhudelei: dabei tatsächlich insgesamt sehr entspannt.

Tag 968 – Aufregend!

Ein bisschen in eine Tüte atmen ist da wohl erlaubt: ich bin mit meiner Bewerbung bei einer EU-Behörde eine Runde weiter gekommen. Huiuiuiuiui! An 2.5. werde ich da einen schriftlichen Test machen müssen. Die Themengebiete habe ich auch schon bekommen und sie sind alle vage bis total vage („EU-Test“) formuliert. Ich werde also die nächsten vier Wochen ziemlich viel lernen.

Auch heute: erfahren, dass der Chef* wegen der Kröte angerufen wurde und die sehr beeindruckt von mir waren (ach.). Weiter aber nix von der Kröte gehört.

Ebenfalls heute: 11672 Schritte laut Fitbit, 8338 laut Telefon. Ich hab mir ja schon länger gedacht, dass das lügt. Auch putzig: das Fitbit erkennt „Zu Fuß nach Hause gehen“ als moderates Training. Öhömm. Meine Herzgesundheit ist aber bei 38-42 (Kartoffeln, das Fitbit-Äquivalent zu Frau Brüllens Stress-Bratwürschtl). Und ach ja: falls Sie auf der Suche nach einem Schlafphasen-Weckdings sind: *das* können die Fitbits nicht, fragen Sie mich nicht, warum nicht, die Community bemängelt das seit Jahren. Ich ärgere mich tatsächlich, dass ich das nicht wusste. (Das können aber auch nur ganz wenige Activity tracker und vermutlich ist es deshalb doch gar nicht so einfach zu implementieren, wie die wütende „ICH KAUF NIE WIEDER SO EINEN SCHEISS!“-Community so zu wissen meint.)

Auch: die Fahrrad-Ersatzteile einfach komplett selbst im Internet bestellt und mir einen Stinkefinger in Richtung lokaler Einzelhandel gedacht.

Ach ja und Michel heute früh: „Mama, weißt du was? Wenn ich dann den Zahn verliere, dann tun wir den in ein Glas mit Wasser und dann KOMMT DIE ZAHNFEE UND DANN KRIEGE ICH EIN GELDSTÜCK!!!1elf!!“. Ich finde die Zahnfee ja blöd, aber ich fürchte, das bringe ich nicht übers Herz, die Zahnfee für ihn sterben zu lassen.

Jetzt Kopfschmerzen, war wohl alles ein bisschen viel heute.

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Auto-Lobhudelei: mich nicht wie der letzte Honk angestellt beim Mario Odyssey** spielen. (Aber die Steuerung ist für Generation GameBoy trotzdem erstmal ne Herausforderung.). Und drei Liter Wasser getrunken (dafür schon vom Fitbit ordentlich gefeiert worden).

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*Ich nenne den einfach weiter so.

**Macht schon sehr viel Spaß. Doch. Am meisten die Ausflüge in die 2D-Welt.

Tag 965 – Leuchtende Augen.

Am Samstag waren wir Einkaufen. Hier ist ja über Ostern immer superlanges Wochenende, der Mittwoch ist schon nur noch Larifari-Arbeitstag, Gründonnerstag ist Feiertag, Karfreitag eh, Samstag ist dann halber Feiertag mit eingeschränkten Öffnungszeiten und dann eben Sonntag und Montag wieder Feiertag. Aber da sämtliche Norweger ihre Osterferien auf der Hütte* verbringen und Ski fahren, ging es eigentlich sogar mit dem Samstagseinkauf, bis auf eine Aubergine habe ich alles bekommen. Für die Aubergine wollte ich dann aber nochmal in den Meny, wir kaufen ja sonst alles beim Rema, der ist ein bisschen wie Aldi, der Meny eben eher so Edeka. Viel mehr Auswahl, aber halt auch alles teurer und bei 5 Litern Milch pro Woche merkt man das eben schon irgendwann, ob die 19,80 oder 20,90 kostet und hey – hier ist eh alles pseudo-monopolisiert, man kriegt zu 90% im Meny halt die gleichen Produkte wie im Rema. Für die anderen 10% fahren wir dann doch hin. Und wie das dann so ist, kauft man noch dies und das und bleibt nochmal an der Fisch- oder Käsetheke stehen. Die gibt’s im Rema nämlich nicht. Und wie ich da so stehe, am Karsamstag eine Stunde vor Ladenschluss, und in die Käsetheke starre, spricht mich ein sicher 2 Meter großer und recht beleibter Herr an, wonach ich denn suchen würde. Erst erschrecke ich mich fast zu Tode, denn Norweger sprechen eine nicht einfach so an der Käsetheke an. Aber der Herr arbeitet da. Trotzdem sage ich nur „ach, ich suche nur mal was, was ein bisschen besonders ist…“ und will schon zum Brie** greifen, da sagt der Herr „Haben Sie den hier schon mal probiert?“ und reicht mir Chambre. Sieht lecker aus. Und da fährt der Herr auch schon fort: „Wissen Sie, was Sie damit machen können? Wir hatten mal welche davon, die waren kurz vorm Ablaufen. Und dann haben wir die einfach in den Ofen getan! Das ist ganz toll, geht ganz einfach und schmeckt herrlich, einfach Cräcker reindippen und mhhhhh! Wunderbar!“ und dabei hat er ganz leuchtende Augen, ganz niedlich ist der 2-Meter-150-kg-Mann, dass ich es weder übers Herz bringe ihm zu sagen, dass das Konzept Ofenkäse in Deutschland jetzt nicht grad neu ist, noch den Käse nicht zu kaufen.

Heute gab’s deshalb Ofenkäse.

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Michel fummelte sich beim Abendessen dauernd im Mund rum und beschwerte sich, dass der Zahn wehtue. Ich besah mir das also und sah ordentlich abgenutzte Milchzähne, Michel knirscht ja auch nachts mit den Zähnen (jetzt nicht mehr so stark wie auch schon mal, aber immernoch manchmal), ich sah auch hinter den Milchzähnen unten gerötete und geschwollene Kauleisten, da warten wohl die bleibenden Backenzähne auf ihren Durchbruch, und dann konnte ich nach ein bisschen Gefühle meinerseits endlich die heiß ersehnte Nachricht überbringen: „Der eine Schneidezahn unten, der sitzt nicht mehr ganz fest.“. Michel hat quasi komplett geleuchtet vor Stolz. Hachz.

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Auto-Lobhudelei: auf einigermaßen merkwürdige Mails einigermaßen sachlich geantwortet.

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*Anekdote: am Sonntag fragte die S. die M., ob der Sohn (H.) denn beim Papa auf dem Bauernhof sei. Ja, sagte die M., obwohl es erst geheißen hatte, „sie wollen auf die Hütte, aber da muss man 30 Minuten Ski laufen und das macht H. nicht mit“. Und da musste ich echt sehr lachen, das ist so klischeemäßig, Ylvis haben ein Lied darüber gemacht.

**Traurig, wie man hier gemainstreamed wird, aber Brie, Camembert, alter Gouda, echter Feta oder echter Parmesan sind für mich schon besondere Käsesorten geworden.

Tag 964 – Ferienende.

Ach, irgendwie bin ich wehmütig. Morgen geht Herr Rabe wieder arbeiten, Michel in den Kindergarten, ich passe auf Pippi auf (immernoch periodisches Fieber, jaja, die drei Wochen sind schon wieder rum). Hmm. Und vermutlich müssen auch bald wieder Bewerbungen geschrieben werden und diese Ferienblase gefiel mir eigentlich doch ganz gut.

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Auto-Lobhudelei: trotz wirklich kräftigem Muskelkater von gestern Workout gemacht, gut gekocht.

Tag 962 – Familie Langsam feiert Ostern.

Vielleicht liegt es an dem geplatzten Urlaub, aber ich genieße grad die Langsamkeit und Planlosigkeit in vollen Zügen. Wir schlafen morgens lange, dann stehen die Kinder auf und machen Quatsch, wenn wir Glück haben, ohne Sauerei und nicht in unserem Bett. Wir essen gut und viel, ich mache sehr sporadisch mein Sportprogramm weiter (das ärgert mich dann immer kurz, aber dann esse ich stattdessen und ach, es ist ja absehbar, die Ferien sind ja schon wieder fast vorbei), wir gehen spazieren, Pippi hat gestern das erste mal das Laufrad ausprobiert, Michel ist das erste mal echt fies vom Fahrrad gefallen, wir Erwachsenen kleben also Pflaster und schwatzen müde Kinderbeine zum Spielplatz/nach Hause/zum Café… es könnte schon echt alles viel schlimmer sein. Ich ignoriere auch alle Bewerbungen bis Dienstag, dann geht’s damit auf Priorität 1 weiter, aber bis dahin ist Pause angesagt. Einfach durchschnaufen und die Familie genießen. Michel, der schon so groß ist und langsam, ganz langsam, tatsächlich Lesen lernt. Einfach so, weil er das gerne können will. Da fragt er nach, wie Sachen geschrieben werden (und kommt dann mit Zetteln, auf denen zum Beispiel steht, was er essen möchte, von rechts nach links geschrieben „da war sonst kein Platz“ und auf Norwegisch mit Schreiben-nach-Gehör-Fehlern, ich sag’s mal so: da scheitert selbst mein wohlwollendes Mutterhirn daran, das zu entschlüsseln) und versucht, aus den Buchstabenfolgen auch Wörter zu bilden, was bei ganz kurzen Wörtern auch schon ganz gut geht. Pippi ist eine kleine Rübennase, stur und unfassbar niedlich gleichermaßen. Macht Quatsch, sobald man nicht hinguckt, wenn man dann freundlich drum bittet, den Quatsch zu lassen, kommt ein ebenso freundliches „Nein!“ zurück. Und dann macht sie wieder Kaffeekränzchen mit ihren Teddybären und ich hachze so vor mich hin. Herr Rabe liest unermüdlich vor und bemalt (von mir ausgeblasene) Ostereier, die die Kinder dann beim Spielen zermanschen, obwohl wir drülfzig mal gesagt haben, sie sollen nicht mit den Ostereiern spielen. Heute hat sich Herr Rabe bei den Kindern zum Held gemacht, weil er eine Nintendo Switch gekauft hat, mit Mario Kart! Michel war dann „der grüne T-Rex“ (Yoshi) und gewann einen Pokal, oder wie Pippi sagte: „Yeah! Tasse!“. Doch, schon schön so.

Mir war sogar fast komplett egal, dass der Hefezopf, den ich heute gebacken habe, vermutlich keinen Schönheitswettbewerb gewinnt.

Aber vielleicht einen Größenrekord?

Morgen werden wir dann frisch gekochte Eier färben, die Kinder werden Schokolade und kleine Geschenke im Wohnzimmer suchen, wir werden den zweifelsohne leckeren Zopf essen und abends noch viel leckerer kochen, zwischendurch spazieren gehen, Laufrad fahren, Pflaster auf Knie kleben und uns gern haben.

Hachz!

Tag 959 – Nix zu erzählen.

Naja, fast nix.

– Wir, also die Kinder (haben Ferien) und ich haben meine Mutter zum Flughafen gebracht.

– Danach waren wir einkaufen.

– Und Eis essen.

– dann haben wir aufgeräumt, die Kinder nur so mittelviel, Michel noch deutlich mehr als Pippi.

– aber Pippi hätte ich heute absolut alles verziehen, wegen dieses Zöpfchens:

– Ich bin bei Peppa Wutz kurz weggenickt.

– Ich hab Eier ausgeblasen. Mit Hack, weil der Klassiker ‚Oben ein Loch, unten ein Loch, Eigelb kaputtstochern und dann halt blasen‘ ist ja mal scheiße anstrengend. YouTube hilft aber und so bastelte ich mir dann aus dem Spritze mit Kanüle-Trick aus Mangel an Kanülen meinen eigenen Hack: in die spitze Seite vom Ei ein Loch pieken und das dann so groß prökeln, dass man einen Strohhalm reinbekommt. Den Strohhalm (mit Knick) reinstecken und kräftig Luft ins Ei pusten. Inhalt des Eis läuft/quillt dann durch das gleiche Loch raus. Vorteil: es ist nicht so anstrengend wie normales Pusten, man hat keinen Mund-zu-Ei-Kontakt, es geht echt schnell. Nachteil: das eine Loch ist relativ groß, halt so Strohhalmdurchmesser.

– Resteessen.

– Kinder ins Bett komplimentiert.

– Mit Herrn Rabe, Champagner (von der Schwägerin, zur Disputation mitgebracht, aber heute anlasslos getrunken) und Netflix auf dem Sofa abgehangen.

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Auto-Lobhudelei: Distanzlose Fragen einsilbig beantwortet, nur wenig dem geplatzten Urlaub hinterhergeheult.

Tag 958 – Lass‘ ma wegfahrn.

Dies ist die traurige Ballade, wie wir mal spontan sein wollten und das jetzt doch vermutlich nicht sein werden.

Gestern kamen wir drauf, dass ich gern wo wohnen würde, wo es Direktflüge nach Korfu gibt. Weil, holla, dieser Winter hier, ne? Ich gehe auf dem Zahnfleisch, trotz Vitamin D Supplementen und obwohl ich ja beileibe auch kein Sommertyp bin. Aber es ist jetzt wieder diese ultra gemeine Phase, wo ich Instagram oder Facebook aufmache und alle meine Kontakte aus D/A/CH zeigen, wie hübsch schon alles blüht und grünt und Hach, endlich wieder draußen in der Sonne Kaffee trinken und wir hier so:

Und dann weine ich ein bisschen in meinen warmen Kakao und kuschle mich in meine Wolldecke und werfe verzweifelt noch mal 2 Vitamin D Depotkapseln ein, aber es hilft ja alles nichts: Frühling gibt’s hier halt erst ab Mai. Ca. um den 17. Mai rum wird Trondheim grün, bis dahin gibt’s 50 Shades of Grey mit Rollsplitt und überfrierender Nässe. Augen auf bei der Wohnortwahl, sage ich da nur.

Jedenfalls lechze ich also nach Sonne und Wärme und grün, und weil wir eben auf Korfu kamen und dann noch Herr Rabe erzählte, sein Kollege sei letztens auf Gran Canaria gewesen, bei 25 Grad und ich schon witzelte, wir könnten ja das Appartment meines Chefs vielleicht leihen, kam irgendwie eins zum anderen und ich googelte plötzlich Last Minute Reisen von Trondheim aus. Und wurde sogar fündig, 15.000 NOK für uns alle 4 All Inclusive ist ja für eine komplette Woche durchaus günstig. Heute fragte also Herr Rabe bei seinem Chef, ob er nächste Woche spontan Urlaub haben könne. Kann er! Also fehlte nur noch das Buchen.

Aber dann holte uns doch die Planungssucht ein. 15.000 Kronen, oder lieber 17.000 in nem anderen Hotel? Wie weit ist denn bei dem 1. der Strand weg? Oh, hmm, schon weit. Und das Wetter? Nach Lloret de Mar gehen auch Direktflüge und da muss man nicht gleich Samstag bis Samstag machen. Hmmhmmhmm. Oder im Mai nach Kroatien? Und dann jetzt nach Oslo zum Geburtstag von MMKnudsen? Tjajajajaja. Eigentlich hört sich letzteres total super an. (minus Sonne, aber tjanun.) Also suchte Herr Rabe Hotels oder AirBnBs oder Hostels in Oslo zusammen, ich guckte nach Zugverbindungen und es war echt alles schon gebucht, als Herr Rabe herausfand, dass der Nachtzug (ja, genau der) ja dann nochmal 2000 NOK extra kosten würde, wegen der Abteile. Und das hieße dann insgesamt 10.000 NOK für 2 Tage Oslo.

Also wurde das auch wieder verworfen und jetzt sind wir so schlau wie vorher auch schon und ich gehe vielleicht einfach täglich 2 Stunden in der Sonne spazieren, irgendwo wo kein splittdurchsetzter Schneematsch zu sehen ist. Oder ich mache es wie Pippi, die heute vor einem immergrünen Nadelbusch stand, „Blume!“ rief, laut schnüffelte und dann zufrieden „Hmmmm, riecht lecker!“ sagte. Auto-Suggestion ist alles.

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Auto-Lobhudelei: Auf den Satz „Wenn ihr zurück nach Deutschland kommt, gehe ich euch sicher alle Vierteljahr auf den Sack.“ (Sic!) nicht mit „Ok, gut zu wissen, dann ziehe ich alle Bewerbungen da zurück.“ geantwortet.

Tag 956 – Ist noch nicht vorbei.

Soeben habe ich meine erste Bewerbung als Dr. Rabe abgeschickt. Noch grade so fristgerecht. Und schnell zusammengekloppt. Aber eine unwiderstehliche Stelle, in Oslo, und quasi genau das habe ich schon gemacht, nur mit weniger Verantwortung, deshalb hab ich ja diesen bekloppten Titel überhaupt angefangen. Also musste ich da wirklich dringend meinen Hut noch schnell in den Ring werfen. Ansonsten hatte ich Freitag ein Interview bei der Kröte und naja, lief halt so gut es laufen konnte, vermutlich kaufen sie mir nicht ab, dass ich das Jahr wirklich bleibe, das war aber auch nicht mein selling point und ich war da ehrlich: ein paar halbwarme Eisen sind in ein paar Feuern und zwei (jetzt drei) der Stellen wären von der Sorte „Ich lasse alles stehen und liegen und ziehe um“. An Erfahrung muss es mir bei der Stelle erstmal wer gleichtun und ich glaube nicht, dass sie da wen haben.

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Ansonsten waren wir heute beim nationalen Waffeltag auf der Rønningen-Hytte und, naja, die 3 km einfacher Fußweg hin waren für alle U10 und Ü50 nicht so ganz einfach. Zurück, mit Waffeln und Kaffee im Bauch, ging es dann aber. Das wenige Genörgel auf dem Rückweg haben wir dann abends mit Pizza gefeiert*, das war schön.

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Michel kam heute morgen um halb neun (neuer Zeit**) ins Schlafzimmer getapst und schreiflüsterte „PAPA! Papa, weißt du was? Ich hab die ganze Nacht in mein‘ eigen‘ Bett ‚eschlafen!“. Das war schon sehr niedlich. Also beides – die Tatsache an sich und die Aufregung, mit der er diese Nachricht überbrachte.

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Auto-Lobhudelei: Achja, achja, das Durchwurschteln geht weiter, ne? Und knapp 10.000 Schritte laut Handy***.

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*Falls Sie mal den „Perfekte Pizza„-Teig machen, aber mit Übernacht-Vorteig mit ca. 0,5 g Hefe, und dann morgens vergessen, die restliche Hefe reinzutun: das geht überraschend gut. Bisschen sehr unlocker ist der Pizzaboden dann, aber durchaus gut essbar.

**Ich hasse es ja, aber das ist ja kein Geheimnis und ich beschränke das Nörgeln auch auf diesen Satz, versprochen.

***Ich bin mir fast sicher, dass das bei den Schritten lügt. Herr Rabe hat mir einen Gutschein für eine Smartwatch oder einen Fitnesstracker geschenkt, ich werde das also vermutlich demnächst herausfinden und dann kann sich das Handy aber mal warm anziehen, ey!.