Tag 940 – Pleiten, Pech und Pannen.

Heute Probevortrag vor Kollegen und Chef gehalten und wie soll ich sagen? Es war schrecklich.

Ich war eigentlich gut vorbereitet und 15 Minuten vor der Zeit da, um die Hardware zu checken. Meine Kollegin meinte, an den lokalen Rechnern ginge der Presenter Mode nicht, ich meinte aber, das besser zu wissen und war dementsprechend überrascht, als es tatsächlich einfach nicht ging. Obwohl ich, wie ich dachte, alles „richtig“ angeklickt hatte, sah ich auf meinem Bildschirm genau das gleiche wie auf der Leinwand: die Folie. Sonst nichts. Meine tollen Notizen – nix da. Und so frickelte ich bis drei Minuten vor der Zeit herum und schloss dann doch meinen Mac an. Das ging immerhin.

Dann kamen Leute, aber der Chef nicht.

Meine Kollegin nutzte die Zeit um mich mit unbedachten Kommentaren a la „but in neurons are a lot of [some weird lesion] and this has an impact on [some brain disease] and there you also have deregulation of [some pathway], DIDN’T YOU KNOW THAT?!?“ ordentlich tief ins Impostor-Loch zu stoßen. Dann kam der Chef und ich startete die Präsentation aber auf der vierten Folie, der ersten mit mehr als „wir befinden uns jetzt hier im Talk“ drauf, gingen plötzlich Dinge schief, die Animationen spielten sich selbst ab und ich fand nicht schnell genug, woran es lag, da war der Chef schon rausgerannt, seinen Laserpointer holen. Weil mit LaserpointerSlashSteuerungsdingsi, da passiert sowas nicht. Schon klar. In der Zwischenzeit fand ich ein Kästchen „Nächste Folie“ das aus irgendeinem Grund auf 40,27 Sekunden eingestellt war und offensichtlich spielt das dann die Animationen entsprechend schnell ab, um dann nach 40,27 Sekunden die Folie zu wechseln. Das stellte ich also stattdessen „beim Klicken“ ein und dann nach Ausprobieren fand ich auch noch das Häkchen „für alle Folien übernehmen“ und gut wars.

Dann kam der Chef mit seinem Laserpointer zurück und schloss den an und es ging wieder der Presenter Mode nicht. Arrrg. Jetzt konnte ich zwar die Präsentation auf meinem Laptop steuern, die Leinwand juckte das aber nicht mehr. Inzwischen waren aber noch zwei Kollegen gekommen, die mit einem abfälligen „Ugh, Mac.“ Unbedingt nochmal den stationären Rechner ausprobieren mussten. Sie taten, was ich vorher auch schon getan hatte, zeigten mir den „Split Screen“ Mode und ich noch so „ja, aber das tut nicht was es soll!“ aber das fanden sie dann auch schnell selbst noch raus. Und erklärten mir dann, das sei eben falsch eingerichtet, das würde beides durchs gleiche Kabel laufen und deshalb geht das halt nicht, aber Mac? Ugh, so kompliziert! Tja.

Ich startete also alles wieder vom Mac von vorne und inzwischen war auch eine halbe Stunde rum.

Dann schaffte ich es, vor den 8 Leuten aus meiner Arbeitsgruppe, die ich ja explizit dazu aufgefordert hatte, mir Feedback zu geben, so nervös zu werden, dass ich stotternd und rot werdend Pause machen und ein halbes Glas Wasser exen musste. Meine Fresse, Körper, so geht das nicht, wenn du sowas machst, werfe ich mir am Defensetag die doppelte Dosis Betablocker schon morgens ein. Insgesamt trank ich übrigens einen Liter Wasser während der folgenden eineinviertel Stunde, in denen ich immer so ein bis zwei Folien vortrug und dann diskutierte, was besser sein könnte. Das Feedback war eigentlich nicht zerschmetternd, aber in der Masse dann doch… Ahhhhh! Insgesamt: Folien zu voll, zu viel, zu klein. Ja, agree, aber was rauswerfen? Ich erklärte, weshalb ich das eine paper so präsentierte, wie ichs tat: Ich habe das Gefühl, wenigstens was im Titel steht sollte ich angerissen haben. Aber da steht alles. Das paper hat fast 100 Einzelabbildungen, ich hatte vielleicht 20 oder so, naja, jetzt sind es eben nur noch 15. Kollegin wusste auf meine Erklärung übrigens auch nichts mehr zu sagen. Dann, richtig peinlich, ist ein Typo im Titel des einen Papers und der ist jetzt auch in allen 80 gedruckten Ausgaben verewigt, und den Namen meiner Polnischen Kollegin habe ich auch falsch geschrieben. Auch verewigt. Damn. Die eine Kollegin (die weiß alles, also, sie weiß tatsächlich viel, und tut das auch sehr gern kund (s.o.) und auch die, die die Opponentin hasst) wollte dann noch vom einen Paper runter „weil sie da ja nichts gemacht hat“. Geiles Gefühl. Doch, echt.

Tja. Ich hab dann nochmal den ganzen Nachmittag damit verbracht. Während ich zu Hause auf die STromzähleraustauschmenschen gewartet habe, die schon längst dagewesen waren, ohne dass ich das gemerkt hatte.

Doch, richtig super der Tag.

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Auto-Lobhudelei: Der Simplicity-Rock hat endlich einen Reißverschluss und fast einen Saum, also, er ist abgesteckt aber selbst ich lerne aus Fehlern und nähe sowas nicht noch nach einem Glas Wein. Aber ich hatte ihn an und er ist wunderschön.

Tag 939 – Durchwachsen.

Mein Tag war heute… puh. Im Prinzip gut. Trotzdem habe ich eine halbe Stunde alleine in einem Gruppenraum gesessen und geheult, weil gefühlt niemand versteht, dass meine Situation grad echt scheiße ist. Ich kann das „der Traumjob kommt bestimmt“ nicht mehr hören, denn: was, wenn nicht? Nach über 40 erfolglosen Bewerbungen finde ich, diese Frage ist doch durchaus berechtigt. Sollen wir dann trotzdem hier in Trondheim bleiben? Und bei dem Gedanken kamen mir die Tränen.

Ansonsten war heute alles super gut. Weshalb ich mal wieder Hormone vermute, die machen, dass ich alles schwarz sehe. Das Thema für die Probevorlesung ist gut. Die Druckfahne der Diss kam an und ist gut. Der Vortrag ist jetzt nur noch 27 Minuten lang – gut! Lippenstift gut, Frauentag… ok, Sport gemacht, alles gut. Trotzdem möchte ich hier einfach weg und habe schlichtweg Panik davor, dass ich, sollte ich wirklich eine auf 1 Jahr befristete Vertretungsstelle bekommen, es mir und vor allem den Familienmitgliedern allzu häuslich einrichte. Weil ich nicht will, dass die hier Wurzeln schlagen. Fertig aus. Ich hasse diese Stadt und wäre besser nie hergekommen. So.

Aber wenn man eh schon schlechte Laune hat, kann man auch unliebsame Dinge tun.

Mehr Foto gibt’s (noch) nicht. Ich muss an allen Ecken und Enden nochmal von Hand ran. Aber immerhin, vermutlich muss ich doch nicht nackt disputieren.

Tag 938 – Hamamblabla.

Mein Tag war etwa so:

  • Alleine in der leeren Wohnung hocken und der Wand meinen Vortrag erzählen. Lief bescheiden. War viel zu lang. Ich kürzte.
  • Irgendwann losgeeist und etwas zu spät aufgebrochen zum Hamam. Natürlich hinter einem auf 45 km/h gedrosselten Hutzelauto festgeklemmt, das grad mal 40 fuhr. Mörderisch gestresst beim Hamam angekommen. Das hatte mir Herr Rabe übrigens zu Weihnachten geschenkt und ich hatte es bisher nicht geschafft, den Gutschein einzulösen. Achtsamkeit und so. Jaja.
  • Hamam. Geiler scheiß. Ich wurde von vorne bis hinten gepampert, gewaschen, gepeelt*, massiert, meine Haare wurden gewaschen und mein Gesicht bekam eine Maske, ich kriegte dauernd Obat und Wasser gereicht… Hach. Wirklich wunderbar.
  • Dann fuhr ich zurück und machte mich wieder an den Vortrag. Dieses Mal schreibe ich alles aus. Alles. Sogar „Hallo“.
  • Die Kinder kommen mit Herrn Rabe und sind unzufrieden und müde und ich muss arbeiten und Herr Rabe kocht, alles eskaliert und schon ist meine tiefenentspanntheit hin:
  • Viele, viele Bügelperlen wieder einsammeln.
  • Essen, Michel ins Bett bringen**, wieder Vortrag.
  • Jetzt. Müde. Aber mit dem Vortrag fertig, fast rechtzeitig, bevor ich morgen um 08:15 das Thema für die Probevorlesung bekomme.

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Auto-Lobhudelei: Fertig mit Ausschreiben.

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*Hier wahlweise „abrasives Peeling“-Geschimpfe oder „waaaas, da kriegt man irgendwelche Hautpflege einfach draufgeklatscht?!?“ vorstellen und dann verkneifen. Ich hab vermutlich 1 kg Haut dagelassen, das Peeling schien also bitter nötig gewesen zu sein.

** Der will momentan immer, dass ich ihm sein „Speziallied“ vorsinge, dass ich mir ausgedacht habe, als er ein Baby war, ich singe das aber nicht vor, wenn Herr Rabe in Hörweite ist, das ist mir irgendwie peinlich. Heute Abend ging das aber, weil Pippi noch länger zum Essen brauchte.

Tag 935 – Bluse – Ich: 1:0.

Heute Nachmittag war es soweit. Bis auf die Knopfleiste hatte ich die Bluse fertig und ich zog sie voller Vorfreude an.

Sie saß wie ein Sack. Ein Sack mit Überbreite in den Schultern und obendrein noch Puffärmeln. Trutscherl ist gar kein Ausdruck für mich in dem Ding.

Und nein, ich muss nicht zwingend figurbetont gekleidet sein (auch wenn ich das eigentlich sehr mag), aber wenn ich mir schon selbst was nähe, sollte das wirklich, WIRKLICH nicht aussehen, wie zwei Nummern zu groß. Ich nehme an, dass es schlicht und einfach zwei Nummern zu groß *ist*. Ich habe aber grad nochmal nachgesehen: laut Brustweite müsste 10 genau passen, laut Taille auch. Ich habe auch wirklich die 1,5 cm Nahtzugabe verbraucht. Es gibt keine Erklärung für „hoppla, die Ärmelnähte hängen mir drei cm zu tief“, oder mein Maßband geht wirklich falsch. Jedenfalls, hier was ich alles geändert habe, nachdem ich dachte, ich sei – bis auf die Knöpfe – fertig:

  • Die Ärmel etwa vier cm nach oben versetzt, auf die „einfache“ Art, also ohne vorher auftrennen. Es ergab sich dadurch auch, dass die Ärmel jetzt nicht mehr viel zu lang sind, die Rüschen sind verschwunden und die Schulterpartie schon mal etwas schmaler.
  • Dann habe ich hinten zwei Rückenabnäher reingemacht, die direkt unter dem Schulterblatt ansetzen. So habe ich in Taillenhöhe noch mal sicher 8 cm der Weite herausgenommen.
  • Weil das immer noch nicht reichte, hab ich auch vorne noch mal zwei senkrechte Abnäher reingemacht. Noch mal 4 cm weg. Yeah! Man kann jetzt erkennen, dass ich Brüste habe.
  • Problem jetzt: unterm Arm und in der Schulterbreite ist am Rücken noch viel zu viel Stoff, der da lustige Wellen wirft, nachdem der Rest jetzt ganz gut sitzt. Da muss die Schulterpartie bis unter die Brust noch mal bis zu 6 cm schmaler werden, aber nur hinten, nicht am Ärmel!

Das Beseitigen dieser Wellen hat mich den letzten Nerv gekostet, ich habe zwischendurch viel geflucht und am Ende geheult und das Ding an die Wand geworfen und Michel hat mich gefragt, wieso ich so gestresst bin. Ich überlege, ob ich meinen Glitzerbikini aus Samba-Zeiten rauskrame und mit Rock und ohne Bluse gehe. Alternativ vielleicht die Gelegenheit, so Burlesque-Troddeln für die Nippel anzuschaffen. Jedenfalls, diese Bluse… Hass. With a cherry on top.

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Auto-Lobhudelei: aus dem Sack eine Bluse mit Wellen an den Schulterblättern gemacht, nichts angezündet.

Tag 934 – Samstagsdinge.

  • Mit den Kindern um viertel vor acht aufgestanden. Jajaja, Ihre waren/sind immer schon um fünf wach, für mich ist vor acht am Wochenende unangenehm früh.
  • Brötchen gebacken.
  • Gesportelt.
  • Geduscht.
  • Sonnencreme ausprobiert. Und endlich mal nicht das Gefühl gehabt, mit ein bisschen Gewürzsalz könnte man auch ein sehr bleiches Brathähnchen aus mir machen, vong Fettigkeit in Gesicht her.
  • Herrn Rabe vom Flughafen abgeholt mit sehr hibbeligem Michel, der mich auf der ganzen Fahrt „Mama weißt du was? BlablablablablaraketenblablaweltraumblablavulkanblablablablabladinosaurierausgestorbenblablablaPippiisteingeschlafenblablablablabla…“ zuschwafelte.
  • Michel zu seinem Kumpel gebracht.
  • Wäsche, Küche, diesdas.
  • Bolognesesauße und keine Spaghetti gemacht, weil nicht mehr genug Spaghetti da waren (wie konnte das passieren?!?). Dafür Fussilinudeln.
  • Gegessen.
  • Wocheneinkauf.
  • Michel abgeholt.
  • Stoff an Stoff gesteckt.
  • Mit Herrn Rabe geschnackt.
  • Jetzt nochmal Pippi einschlafbegleitet.
  • Auch jetzt: sehr müde.

Tag 933 – Gnääähhhhh!

Geplant war, dass ich hier jetzt schon geraume Zeit im Bett liege und der Mann demnächst nach Hause kommt.

Jetzt liege ich hier seit grad und der Mann kommt vielleicht irgendwann morgen, denn, tadaa, einer seiner Flüge wurde abgesagt und jetzt befindet er sich auf einer „Hauptstädte Skandinaviens“-Odyssee, inklusive Schnee und Passagieren, von denen sich nur das eingecheckte Gepäck im Flugzeug befindet. Neben mir liegt Pippi, die vor eineinhalb Stunden während ich vor mich hinsportelte einmal kurz und dann als ich grad in die Dusche steigen wollte in infernalisches Gebrüll ausbrach. Ich versuchte wirklich alles, aber sie brüllte und schluchzte nur. Zwischendurch verstand ich irgendwas wie „Jalla“ oder „Allah“ oder „Aua“ oder vielleicht war es auch „Mama“, in der Lautstärke hört sich alles Kindergebrüll für mich gleich an. Auch bei meinen eigenen Kindern*. Ich ermittelte empirisch, dass meine Anwesenheit als Boxsack durchaus gewünscht war, alles andere aber nicht. Nach dreißig Minuten (in denen ich ja nackt in Pippis Bett lag, getreten und angebrüllt wurde, mich aber nicht zudecken durfte, weil wasweißichdenn) gab ich auf, schleppte das inzwischen heisere Brüllbündel ins Bad und ließ sie auf meinem Handy Mausclips gucken, während ich sehr schnell duschte, sehr schnell Vorteig für Brötchen ansetzte und sehr schnell Wäsche aufhängte. Jetzt gibt sie mir mein Handy nicht zurück.

News von der Vortragsfront: Ich werde entweder deutlich kürzen oder sehr schnell sprechen müssen. Das ist nicht so richtig cool, weil ich gefühlt schon alles bis zur Grenze der Verständlichkeit eingedampft habe. Naja, ich hab mir jedenfalls die Daten mit nach Hause genommen und kann vielleicht am Wochenende irgendwann noch mal ran. Falls Herr Rabe irgendwann wiederkommt.

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Auto-Lobhudelei: Eigentlich viel geschafft, trotz leicht widriger Umstände in Form widerborstiger Kinder.

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* Michel hatte heute morgen einen totalen Wutanfall, weil wir sein rotes T-Shirt mit dem Steinbock drauf noch nicht gewaschen haben. Das andere rote T-Shirt war völlig inakzeptabel, weil da Zahlen drauf sind. Unzumutbar. Er wollte dann zu Hause bleiben. Alleine. Wegen des T-Shirts. Nach vier Scheiben Brot zum Frühstück war das alles gar nicht mehr so schlimm und dann auch die rote Jacke ok, aber ich habe mal wieder gemerkt: wenn der so drauf ist, hilft nichts außer Aussitzen. Hirn out of order.

Tag 932 – Schnipsel.

Habe Michel bei der Schule angemeldet, auf die er vermutlich nie gehen wird. Was für ein Scheißgefühl. Mit Fünftklässlerchor und allem. Wie stolz Michel war. Ich wollte mich am liebsten unsichtbar machen.

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Dadurch heute nicht so viel gearbeitet, wie ich wollte. Vortrag ist jetzt so halbfertig. Geht schon, aber da ich meiner Kollegin versprochen habe, am Montag fertig zu sein, muss ich eventuell am Wochenende ran.

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Die Bluse wird so schön. Ich bin begeistert. Kirschen. So seriös *hust*. Und wenn man einmal kapiert hat, wie das alles geht mit den Belägen und Manschetten und so ist es auch nicht übermäßig schwierig.

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Michels unangenehmen Kumpel nach dem Kindergarten mit nach Hause genommen, nachdem mich die Jungs breitgequatscht hatten. Hmmnaja. Ich hab dann ein Loblied auf den Hygienespüler gesungen, nachdem Michels Handschuh vor der Tür im gelben Schnee landete und es erst der Kumpel, dann Michel und dann keiner von beiden gewesen sein wollte. Und so ging es im Grunde dann auch weiter. Anstrengendes Kind.

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Selbes Kind hat aber auch für den Lacher des Tages gesorgt, als es erzählt hat (während die Mama daneben stand): „Weißt du was? Meine Mama wäre fast ins Gefängnis gekommen! Weil sie einen Strafzettel bekommen hat! Die fährt nämlich wie eine Sau!“ (Ja, 75 in ner 50er Zone ist „wie eine Sau“ und ja, sie wäre tatsächlich fast ins Gefängnis gekommen, weil sie nämlich den Strafzettel nicht bezahlen konnte. Ihr Vater hat ihr dann aber das Geld geliehen. Das klärte sich also alles auf, herzlich gelacht habe ich aber trotzdem – über das peinlich berührte Gesicht der Mutter.)

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Die Haut an meinen Händen findet das Wetter grad ultimativ kacke. Obwohl ich schon dauernd Handcreme draufmache, ist die ganz arg rissig und trocken und rau und rot und tut auch weh. Aber ich sitze halt auch den ganzen Tag im Klimaanlagenbüro, unterbrochen durch Ausflüge in -15 Grad. Es ist so kalt, dass ich sogar das Fenster zulasse, weil ich sonst unter meiner Winterbettdecke friere. Von morgens aus dem Bett kommen und direkt tiefgefrieren mal ganz zu schweigen.

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Pippi ist momentan ziemlich anstrengend. Zuckersüß, aber auch unfassbar bockig, aus Prinzip, wie es scheint. Ich sage x, sie sagt Nein. Und das meint sie dann auch. Ich sage viel x. Anstrengend. Dazu kommt, dass sie scheinbar Albträume hat, jedenfalls schläft sie die ersten 2-3 Stunden sehr schlecht, schreckt oft hoch, weint im Schlaf und so weiter. Anstrengend. Alles Anstrengend.

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Zum Umfallen müde gerade.

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Auto-Lobhudelei: Bluse und Vortrag werden glaube ich richtig gut.

Tag 930 – Geschafft!

Also, fast jedenfalls. Ich wollte um zehn im Bett liegen und mit allem durch sein. Jetzt liege ich um viertel nach zehn in Michels Bett. Aber ich bin mit allem durch. Es wurde auch nur viertel nach, weil ich noch Appetit auf was herzhaftes hatte und mir noch ein Brot machte, nachdem ich mit den Kinderbrotdosen für morgen durch war. Und dann kam ich aus dem Bad und auf dem Weg ins Bett kam mir Michel entgegen, der aufs Klo musste. Danach wollte er gern mit ins große Bett, aber, haha, nein, da gedenke ich gleich quer drin einzuschlafen. Morgen darf dann gerne wieder so produktiv und entspannt klappen wie heute.

Jetzt aber schnell ins (eigene) Bett und schlafen.

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Auto-Lobhudelei: Tag 1 allein mit den Kindern recht gut hinbekommen, am Vortrag gefeilt, ein bisschen genäht und nichts an die Wand geworfen, weil ich schon wieder was falsch zusammengesetzt habe.

Tag 928 – Auf, auf.

Ende der Woche möchte ich den Vortrag für meine Defense fertig haben. Also den, in dem ich meine Ergebnisse präsentiere. Denn Mitte übernächster Woche bekomme ich das Thema für die Probevorlesung*. Ich möchte außerdem noch ca. 3 Bewerbungen schreiben, bevor ich das Thema bis Ende März auf Eis lege. Die eilen aber alle nicht doll. Zu Nähen für die Defense wäre noch eine Bluse (die ich heute zugeschnitten habe) und ein Kleid. Der Rest wäre dann Kür – das Alternativkleid, eine Alternativbluse, vielleicht doch noch ein Feincord-Rock? Oberstes Gebot ist aber Nerven schonen, im Zweifel habe ich Dinge zum Anziehen im Schrank, das beruhigt ungemein. Die Bluse ist einfach zu nähen, für das Etuikleid für die Feier habe ich mich für die einfache Version entschieden, denn, hui, das blaue Kleid war wirklich viel Arbeit, das schaffe ich in der Intensität nicht in den nächsten drei Wochen noch einmal.

Nerven schonen heißt auch, dass ich alle Daumen bräuchte, dass die Kinder nächste Woche, wenn Herr Rabe auf Dienstreise ist, nicht krank werden.

Was war noch so? Ich habe gestern ein und heute zwei Brote gebacken, auf Vorrat (Nerven schonen!). Mein Roggensauerteig ist wieder gewohnt hyperaktiv, der Weizensauerteig geht wie gewohnt schnell und gut, die haben sich beide echt gut von der Pause im Kühlschrank (und der Vernachlässigung, denn ich hatte die nicht mal „verkrümelt“) erholt. Schön, schön.

Meine Fingernägel haben unter dem häufigen Lackieren im Dezember ziemlich gelitten und jetzt sind die ganz argen Stellen vorne angekommen. (In der Zeit der Hyperthyreose sind die Fingernägel auch sehr schnell gewachsen, aber offenbar nicht in die Dicke. Schade.) Nachdem mit heute der dritte wegen simplem „irgendwo angestoßen“ aufgesplittert ist, habe ich sie allesamt bis zum Anschlag abgeschnitten, rund gefeilt und dann Pflegelack draufgepinselt, damit die Oberfläche beschützt ist. So kriege ich sie hoffentlich bis in drei Wochen wieder aufgepäppelt und danach dann von mir aus die Sintflut.

Mein Sportprogramm ist fast vorbei und ich muss sagen: ich wünschte, ich könnte in einen normalen Tagesablauf täglich ca. 45 Minuten Sport einbauen. Rein körperlich fühle ich mich super gut, gelegentlichen Muskelkater abgezogen tut mir nichts weh, nichts ist verspannt, blockiert, verkrampft. Sonst war es das und trug immens dazu bei, dass ich mich oft sehr alt fühle. Jetzt ist das schon mal weg und ich fühle mich nur noch alt, dann aber so richtig, wenn ich Tena Lady kaufen muss, weil, naja, zwei vaginale Geburten ihre Spuren hinterlassen haben, die sich auch hartnäckig nicht wegtrainieren lassen und das Gehopse bei den Fitnessvideos fällt wohl unter „Beckenbodenstress“.

Nun denn. Auf in die nächste Woche. Keine Krisen mehr, bittedanke.

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Auto-Lobhudelei: war ein okayer Mensch heute, so insgesamt. Hab sogar meine Oma angerufen. Sie hat sich eine Wohnung gekauft, die nächstes Jahr fertiggestellt wird. Man muss ja Pläne haben, mit 87! Zur Defense kann sie leider nicht kommen, weil sie da zur Kur ist. Aber sie trinkt dann ein Glas Sekt auf mich. Omi ist schon cool.

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*Zu einem vom Prüfungskommitee zugeteilten Thema, das meist grob, aber doch entfernt mit dem zu tun hat, was man gemacht hat. Mein educated guess lautet auf entweder Sequenzierung oder generell Detection von Nukleinsäuremodifikationen oder (und dann weine ich kurz) Basenmodifikationen in non-coding RNAs.

Tag 927 – Krisen schaffen Nähe.

So las ich es heute als Erklärung weshalb bei Instagram-Bildern, wunderhübschen Selfies mit sauber arrangiertem, stylischen #hygge-Hintergrund, ab und zu mal drunter steht, welch schlimme #Lebenskrise und #Schicksalsschläge die Person gerade durchmacht. Wort-Bild-Schere vom Feinsten. Nun. Lassen Sie es mich so formulieren: sollen die machen. Meine Krisen sind ein klitzekleines bisschen schlimmer als #ChiaPuddingIstAlle, und ich empfinde das gar nicht mal als Lebenskrise. Halt ein lokales Stimmungs-Minimum. Ich käme nicht auf die Idee, in so einem Loch ein Selfie von mir zu machen, darauf wäre wenn überhaupt auch keine schicke weiße Couch mit grau-lavendelfarbenen Kissen und farblich passenden Kerzen zu sehen, ich mittendrin, die bewollsockten Füße grazil unter den Longpulli gezogen, melancholisch aus dem Fenster sehend, während ich mir die Finger an einem warmen Kakao in einer übergroßen Tasse mit Kalenderspruch drauf wärme. Bei mir sieht das eher so aus: ich liege im Bett und, falls ich geschminkt bin (wenn es mir nicht gut geht, schminke ich mich oft nicht), ist die Schminke verlaufen (nicht die Wimperntusche, die hält auch ein paar astreine Heulkrämpfe aus). Mein Gesicht ist komplett verquollen und wird das auch zwei Tage so bleiben, vor allem um die Augen rum. Meine Nase ist knallrot. Ich habe die Decke bis zur Nase hochgezogen und starre ins Leere, die Haare stehen in alle Richtungen ab und ab und zu läuft mir eine neue Träne die Wange runter. Spricht man mich an, sage ich nichts oder es bricht alles aus mir raus, unter hässlichem, schnoddrigen Geschluchze.

Insofern: Glückwunsch. Sie sind mir alle voll nah. Oder zählt das nicht, wenn es kein Foto gibt? Verwirrend.

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Auto-Lobhudelei: Ich bin auch heute irgendwann wieder aus dem Bett aufgestanden. Das war eine fast übermenschliche Leistung.