Tag 1739 – Ja, vi elsker.

Die Nationalhymne können wir immer noch nicht, das meiste, was zum Nationalfeiertag normalerweise dazu gehört, war dieses Jahr verboten, aber ein bisschen gefeiert haben wir doch. Und es war, nach anfänglichen Reibereien, ein richtig schöner Tag.

Bei den Corontäne-Freunden.
Kaffee, Kuchen und eine selbstgebastelte Würstchenbude gab es auch. Weil das so muss.
Würstchen, Kuchen, Eis und Fahnen. Fast wie normal.
Eeeeeetwas mehr Platz beim Spielen als in anderen Jahren.

Wir haben den Nachmittag und Abend mit den Corontäne-Freunden (Familie C) und zwei weiteren Familien (Familie A und Familie B) verbracht, nach den Kriterien Sympathie und (wirklich nicht unerheblich):

  • E., die Tochter aus Familie A, ist Nachbarin von Familie C. und spielt jeden Tag mit B. aus Familie C und geht außerdem mit Michel in den Sport-Hort
  • A., die Tochter aus Familie B, ist in derselben Kohorte wie Michel und B. aus Familie C
  • I., der Sohn aus Familie B, ist mit Pippi in einer Kohorte

Wir Erwachsenen haben Abstand gehalten und wir alle waren die meiste Zeit draußen. Ich etwa eine Stunde ohne Mantel (es war eigentlich warm aber sobald Wind aufkam, dann doch frisch) und jetzt habe ich Sonnenbrand im Nacken. War ja klar.

Ich werde noch Nationalfeiertagsfanin. Das ist so schön, mit den Freunden und all den Kindern und ein bisschen Chaos und ein bisschen fein machen und viel Freundschaft und normale Gespräche. Und generell mal wieder soziales Beisammensein mit Erwachsenen. Hammer!

Der Vollständigkeit halber, antichronologisch unser Morgen: Mini-Kindergartenumzug.

Der kleinste Umzug der Welt, zwei mal um den Gedenkstein vorm Kindergarten.

Michel fand das zuerst total kacke, durfte dann aber Fotos mit Herrn Rabes Kamera machen. Dann war es „doch ein kleines bisschen gut“.

Foto von Michel gemacht.
In diesem Sinne: heia, Norge!

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Disclaimer: die meisten Fotos hat Herr Rabe gemacht. Danke :*

Tag 1738 – Allem müde.

Es ist schwierig. Ich habe ein gespaltenes Verhältnis zu Social Media, das ist ja nichts Neues, das habe ich ja schon eine ganze Weile. Im Moment – also während der Covid19-Pandemie – ist es aber noch schlimmer als sonst. Ich vermute (da ich mich ja doch inzwischen auch ganz gut kenne), es ist einfach die Diskrepanz zwischen dem, was hier in Norwegen passiert, dem was norwegische Politiker*Innen entscheiden, den Argumenten, die sie liefern, und den Informationen die man über norwegische Medien kriegt, zu dem, was ich über Twitter, Radio und ein paar online-Newsseiten aus Deutschland mitbekomme. Mein Hirn schafft den Spagat nicht zwischen den Infektionszahlen hier, die niedrig und stetig fallend sind, trotz Öffnungen, die vor allem Familien mit kleineren Kindern entlastet haben, und den Aussagen aus Deutschland „die Datenlage ist zu dünn“. Ich komme da nicht hinterher und da hilft alles Blocken und Muten nichts, ich dürfte einfach nicht mehr hin, in dieses Twitter, dann könnte ich den täglichen Hirnspagat vielleicht vermeiden.

Wir sammeln Daten, und niemanden interessiert’s. Dänemark, Island, Norwegen, Schweden, alle melden „keine Ausbrüche in Kitas!“ und dass das an insgesamt niedrigen Infektionszahlen liegt kann man ja zumindest von Schweden nicht behaupten. Studien aus Frankreich, aus Australien, aus China sagen: Kinder stecken nur sehr selten überhaupt irgendwen an.

Und Deutschland so: die Datenlage ist zu dünn.

Sobald ich mich zu einer Diskussion hinreißen lasse, rege ich mich auf und verbringe viel zu viel Zeit damit und am Ende ist der Tag für schlechte Laune draufgegangen because someone was wrong on the internet.

Das ist doch kacke.

Hier, ein ernüchternder Text über unter anderem Großraumbüros.

Wohl mal wieder Zeit für eine Pause vom Internet. Gut, dass morgen Nationalfeiertag ist. Mit Abstand.

Tag 1737 – Arbeit, Arbeit, und die Freuden des Homeoffice.

Den Großteil des Tages habe ich mit Arbeit zugebracht, da eskaliert eine Sache weiter fröhlich vor sich hin und ich werde langsam ungeduldig und hoffe, man liest das nicht aus meinen Mails raus. Eine Unterbrechung bei all der Ärgerlichkeit gab es aber, nämlich ein Teammeeting und das per Skype, was eh dauernd schlechten Sound hat, wenn man gleichzeitig die eigene Kamera an hat. Die Chefin präsentierte und, naja, das ist vielleicht der größte Vorteil an diesen online-Meetings: man kann nebenher Sachen machen. Zum Beispiel emails schreiben (erfreulichere als zur Eskalationssache) und, naja, auch Fingernägel lackieren geht gut.

Außerdem ist im Homeoffice der Kaffee sehr viel besser als im Büro.

Ansonsten wäre aber socializing inzwischen mal wieder ne schöne Sache. Also so in echt mit den Kolleginnen und Kollegen. Mal gucken, wann wir das wieder dürfen. Wer hätte gedacht, dass mir das mal fehlt?

Abends fern-socializing in zwei Konstellationen, das ist so viel wert in dieser nach wie vor seltsamen Zeit.

Tag 1736 – A List.

Ich denke, Tesla Signature Red entspricht ziemlich genau Essie A List. Ich werde das morgen mal verifizieren.

Meine Fingernägel vertragen echt keinen Lack. Sie nehmen mir immer noch übel, dass ich sie zu Weihnachten drei mal hintereinander lackiert habe. Wie konnte ich es wagen. Ich würde ja gerne voll cool sagen, dass mir das egal ist, ist es aber nicht. Ich möchte auch ohne Lack Fingernägel haben, die halbwegs vorzeigbar sind. Und wirklich immerimmerimmer lackiert haben (weil die Nägel eben nackt nicht mehr ansehnlich sind) will ich auch nicht. Seufz.

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17. Mai-Planung verläuft schleppend. Seufz.

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Ich bin tierisch müde, weil ich bis vor einer halben Stunde gearbeitet habe. Jetzt bin ich nach der gestrigen Eskapade wieder einigermaßen im Soll. Aus Gründen habe ich aber die zuletzt verfassten Mails alle noch nicht abgeschickt, nicht dass ich morgen früh ausgeruht da drauf gucke und mich in Grund und Boden schäme. Seufz.

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Es ist noch gar nicht richtig dunkel. Es sind ja aber auch nur noch 5 Wochen bis Sommersonnenwende. Wenn es jetzt noch wieder wärmer würde, wäre alles super. (Die Eisheiligen sollen weggehen!)

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Ich habe die Kinder ins Bett gebracht und das ist grade so eine Sache: währenddessen ist es super nervig, Pippi steht gerne noch mal auf wegen HungerDurstKuscheltierfehlt und hampelt eh rum, Michel beschwert sich darüber und Friede Freude Eierkuchen ist anders. Aber wenn sie dann schläft und schnarcht und Michel schläft und schnauft und beide zucken beim Einschlafen genau wie ihr Vater, hach, dann geht mein Herz immer ganz weit auf und meine Augen werden ganz schwer.

Tag 1735 – Carona ist da.

Huiiiii das war ein aufregender Tag. Gestern habe ich Carona schon als meins angemeldet, das ging total einfach online, theoretisch jedenfalls, praktisch war die Seite sehr hakelig. Das läuft in Norwegen so: der Verkäufer stellt online bei Statens Vegvesen ein, dass das Auto einen neuen Besitzer haben soll (mich). Statens Vegvesen schickt mir eine SMS, ich logge mich auf der Webseite von Statens Vegvesen ein und dann kann ich diesen Besitzerwechsel entweder annehmen oder ablehnen. Ich habe angenommen. Der zweite Schritt ist dann die Umregistrierung, da muss der Verkäufer *für alle Autos außer reine Elektroautos* eine Gebühr überweisen und es muss eine Versicherung auf das Auto registriert sein. Letzteres geht auch automatisch, jedenfalls war meine Versicherung heute morgen schon da hinterlegt. Es musste also nur noch der Verkäufer eine Gebühr über 0 Kronen bezahlen. Den Fahrzeugschein kann ich mir dann ausdrucken, wenn ich will (kann ich auch lassen, jede*r kann anhand des Nummernschildes abfragen, auf wen das Auto zugelassen ist und wann es wieder zur Abgaskontrolle muss, hab ich sogar schon mal gemacht, das geht per SMS) und den Fahrzeugbrief bekomme ich von Statens Vegvesen zugeschickt. Vom Händler bekam ich einen vorläufigen Fahrzeugbrief ausgedruckt. Die Nummernschilder sind einfach die alten von der Vorbesitzerin. So einfach kann all das gehen!

Vor der ganzen Umregistriererei war aber noch eine kleine Probefahrt (japp. Fährt.) und ziemlich viel Bankgehampel angesagt, meine Nerven, ey. Beleg, dass ich den Kreditvertrag auch unterschrieben hab, Ja, ähhh, wenn man halt alles immer nur elektronisch unterschreibt… und dann war unser Eigenkapital noch von einer Bank zur anderen im Äther unterwegs, das braucht ja dann auch keiner. Und dann das Ummelden nochmal rückwärts für den Prius.

Nunja. Jetzt ist sie jedenfalls da. Sie ist ganz wunderschön und ich freue mich wie ein kleines Kind.

Hat mehr Batterie als mein Habdy.
Tschüss, Prius. Es war eine gute Zeit.
Ich bin dann auch noch gefahren, konnte aber derweil schlecht Fotos machen.
Zu Hause <3

Wir haben Carona dann erst mal mit unserem WLAN bekannt gemacht und fast eine Stunde Updates gemacht, die Arme hatte seit geraumer Zeit keine bekommen.

Wir haben jetzt also ein Auto, das kein Benzin verbraucht aber dafür Updates machen muss. Hihi. Endlich standesgemäß rumnerden.

Tag 1734 – Michel langweilt sich.

Michel fühlte sich heute morgen auch nicht ganz fit und da sind die neuen Regeln streng – auch 90% fitte Kinder dürfen nicht zur Schule. Michel blieb also zu Hause, aber unter der Bedingung, dass er kein Fernsehen und kein iPad guckt.

Das erste mal kam er um halb zehn: er habe jetzt alles(TM) gemacht, was er jetzt machen solle?

Ab zwölf wurde er penetrant mit dem Nerven, was er machen solle.

Und um halb zwei, während Herr Rabe neben mir stand, bekam ich eine SMS von Herrn Rabe:

Michel sol(l) also (ein) bis(sch)en Fe(r)ns(ehe/i)n (kokguck)en.

Soso.

(Da hat der glatt geschafft, über Herrn Rabes Arbeitsrechner eine SMS an mich zu schicken. Kluges Kind. Jetzt halt noch Rechtschreibung lernen und vor allem besseres Timing, dann kaufe ich ihm das sogar ab.)

Rübennase, der.

Tag 1733 – Ach, ach.

Ach, Zwergi. Erst Gemotze am Morgen, unausstehliche Laune, beim Abliefern an der Schule klingelt es während wir noch etwa 10 m vom Tor entfernt sind und ich werde fast von dir vor Wut über das „zu spät kommen“ (14,5 Minuten bevor der Unterricht los geht) geschlagen. Kein Abschied, dafür ein Anruf der Schule um halb zwölf, dir sei übel. Ich hole also ein überraschend fröhliches und gesprächiges Kind ab, das von Schwindel erzählt und von „nur ein bisschen Gurke gegessen“. Das gesprächige Kind ist mir lieber als das wütende Motzkind vom Morgen. Ich helfe dir, deinen Hund für die Schule fertig zu nähen, du isst ein Brot und eine komplette Paprika zum Mittag, die Eisen-Brausetablette magst du aber nicht. Ich muss arbeiten, deshalb habe ich keine Zeit und keine Energie, dich vom iPad-gucken abzuhalten. Mittagsschlaf fände ich ja besser. Abends darfst du Minecraft spielen, denn da muss Herr Rabe nicht mehr an seinem Computer arbeiten. Ausmachen ist aber nicht so beliebt und du wirst wieder wütend und es gibt Geschrei und Herr Rabe ist sauer und du tobst und weinst und isst alleine am Wohnzimmer-Esstisch. Es ist alles etwas besser mit Essen im Bauch aber Herr Rabe ist noch sauer und du tobst und weinst wieder u d dann soll ich weggehen und dann doch nicht und dann kuscheln und dann ist alles wieder gut. Beim ins Bett bringen sagst du, dein Bein tut weh, ich sage, du wächst vielleicht, du alberst herum dass du dann ganz schief wirst, wenn nur das eine Bein wächst. Dann bringe ich dich ins Bett, in dem viel zu kleinen Schlafanzug, du kuschelst dich an dein Riesenkuscheltier und an mich und dann schläfst du ein und schnaufst und riechst und siehst aus wie als du ganz klein warst.

Da wächst wohl wer und es ist grad so manches schief, nicht nur das Bein.

Tag 1731 – Übersprungshandlungen.

Es ist etwas aufregend mit dem neuen Auto. Oder nein, jain, es ist nicht aufregend, aber ich bin aufgeregt deswegen. Immerhin hab ich das letzte mal ein Auto vor ca. 7 Jahren gekauft.

Heute morgen habe ich Herrn Rabe meinen Namensvorschlag unterbreitet und er musste erst lachen und dann wollte er wissen, ob ich mir das selbst ausgedacht habe (selbstverständlich!). Wir nennen es jetzt auch so. Carona. Weil wir einen fiesen Humor haben.

Das war Übersprungshandlung 1, der Name. Da am Wochenende die meisten Versicherungen und Banken hier nicht arbeiten, war an der Versicherungs- und Bankenfront (vermeintlich) nichts zu tun also ging ich über zu Übersprungshandlung 2: Kleinscheiß-Zubehör bestellen. Herr Rabe war dagegen, auch gleich Fußmatten zu bestellen, sonst hätte ich das auch direkt gemacht. Jetzt kommen erst mal Schlüsseldingse aus Silikon*, ein Induktions-Handyladedings und ein Dings, in das man die Box am 230V-Kabel hängt (nachdem man das Dings an der Wand angeschraubt hat), damit das Kabel nicht in der Steckdose „hängt“. Wir werden zwar auch eine 400V-Ladebox bekommen, aber da muss erst der Elektriker für kommen und der wiederum muss vermutlich erst ein weiteres Mal beantragen, dass wir mehr Strom kriegen, weil alles was mit der Badewanne (wir erinnern uns) zusammen hängt, wegen… Dings verzögert wurde. Jedenfalls darf an der 230V-Steckdose das Auto natürlich geladen werden, aber das Kabel darf nicht am Stecker ziehen wegen Brandgefahr. Ergo: Plastikteil.

Das habe ich also alles bestellt und dann rief doch noch unsere Hausbank an um über die Versicherung zu sprechen und dann war ich ein wenig enttäuscht über den aufgerufenen Preis. Also, ja, mir ist schon klar, dass so ein neues Auto ein bisschen teurer zu versichern ist als ein 16 Jahre alter Prius. Und ich bin ja was das angeht echt eine Schisserin und nehme dann lieber die Superduperkasko mit allem und scharf als dass mir in drei Monaten wer reinfährt und die Versicherung mit den Achseln zuckt und sagt, tscha, doof, musste wohl gucken, ob du nochmal so ein gutes Angebot findest. Dass das alles teurer ist als ne Teilkasko weiß ich. Aber so viel teurer? Deutlich und auch nach allen Rabatten noch über den Preisen, die ich mir in 5 Minuten von anderen Gesellschaften zusammengegoogelt hatte? Puh, puh. Also suchte ich als Übersprungshandlung 3 noch mal nach den Versicherungen, die wir über unsere Arbeitnehmerunion bekommen können und siehe da: nochmal günstiger als die günstigste klassische** Versicherung, die ich so zusammengegoogelt hatte. Weil der Mengenrabatt für die anderen Versicherungen in der Hausbank wegfällt, wenn ich das Auto nicht mehr da versichert habe, guckte ich bei der günstigen Versicherung auch noch nach Hausversicherung (auch günstiger) und nach Hausratsversicherung und da sagte das System, ich möge bitte anrufen und das machte ich dann auch. Die Frau dort war sehr nett, obwohl kurz vor Feierabend war, gratulierte mir erst routiniert zum Autokauf und dann nach Eingabe des Nummernschildes (da bekommt man dann Marke, Modell und Erstregistrierung angezeigt) gratulierte sie nochmal sehr herzlich, so ein schönes Auto, welche Farbe denn, ihr Neffe hat das in weiß, ja, wirklich ein richtiges Traumauto. Jedenfalls war die Frau wirklich sehr nett, nicht so schleimig, wie das vielleicht jetzt klingt und wir haben jetzt alle Versicherungen dort. Schwupps. Und sparen, im Vergleich zur Hausbank, 5500 Kronen im Jahr, weil wirklich jede Versicherung dank der Arbeitnehmerunion dort günstiger ist.

Diese Arbeitnehmerunion ist ne praktische Sache, muss ich sagen.

Montag wird Carona zum Tesladoktor gefahren und der wird dann hoffentlich seine Magie tun um das Batterie-Problem zu beheben. Vor Mittwoch können wir sie eh nicht umregistrieren***, weil ab dann erst die Versicherung läuft (frühestens, wir haben abgemacht, dass ich Bescheid gebe, wenn es sich noch weiter verzögert). Das werden aufregende Tage.

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*die Tesla-Schlüssel sehen ja aus wie so kleine Spielzeugautos, sind wirklich sehr hübsch aaaaaaber sie haben keinen Schlüsselring. Seltsam.

**es gibt noch die hauseigene Versicherung des Tesla Owners Club, die ist nochmal 2500 Kronen günstiger im Jahr, aber die operieren nicht mit dem normalen Schadensfreiheitssystem sondern verdoppeln einfach nach jedem Schaden die Selbstbeteiligung. Mir ist das suspekt.

***das ist hier inzwischen auch alles online. Ich werde berichten. Die Nummernschilder, sofern nicht personalisiert, bleiben jedenfalls dran. Es ist alles sehr aufregend.

Tag 1730 – Bämm.

Wir haben heute ein Auto gekauft. Einfach so. Es war ein wirklich gutes Angebot, und es ist rot. Es hat sieben Sitze. Es fährt von selbst und es ist erst ein Jahr alt und überhaupt, es ist rot!

Wir sind jetzt Mitglied im Tesla Owners Club Norwegen und in der norwegischen Elektroautovereinigung.

Ich muss noch ein bisschen atmen, plötzlich ist man noch mal um ein Stück Schulden reicher. Ein bisschen fühle ich mich auch wie eine Corona-Profiteurin, weil grad echt viele dieser Autos auf dem Gebrauchtwagenmarkt sind, deren Besitzer*innen sich die Rate nicht mehr leisten können. Dann kann man ein Schnäppchen machen (ok, bei den Größenordnungen von Schnäppchen zu reden ist absurd).

Jetzt noch Finanzierung und Versicherung klar machen (Versicherungspreise lassen mich grade ein bisschen mit den Ohren schlackern) und dann können wir es nächste Woche holen.

Hat noch keinen Namen.

Ja, die Frunk-Haube steht ein bisschen auf. Weil da drunter die 12V-Batterie ist, die Licht und Einbruchsicherung und so versorgt. Der Händler hat die aus Versehen tiefenentladen und da ging sie kaputt. Da hat er sie getauscht. Der Händler ist keine zertifizierte Tesla-Werkstatt und deshalb weigert sich das Auto jetzt, zu fahren. Ich stelle mir das so vor wie wenn man in den HP-Drucker ne billige Patrone steckt.

Ja, das bedeutet, wir haben ein Auto gekauft, ohne es Probe zu fahren.

Aber dafür ist es halt rot!

(Keine Sorge. Wir haben in den Vertrag reinschreiben lassen, dass der Service, der laut des Autos tausend blinkenden Anzeigen durchgeführt werden soll, noch gemacht wird und dass alle Fehlermeldungen behoben werden müssen. Geld ist noch keins geflossen und das Auto hat noch vier Jahre volle Garantie. Aber ja, ein bisschen irre ist das schon, ein Auto anzugucken und vom Fleck weg zu kaufen. Würde ja sagen „typisch wir“ aber das sind eher so die seltenen Ausreißer in unserem spießigen und geordneten Kleinstadt-Leben. Ein bisschen fühlt es sich an, wie als wir damals den Bulli gekauft haben. Nur dass wir in dem immerhin einmal um den Block getuckert sind, bevor wir ihn mitnahmen. Hachja.)