Tag 402 – Pilzrausch. 

Wir waren heute auf der anderen Seite vom Fjord, bei unserem Schaf-Freund. Allerdings diesmal nicht wegen der Schafe, sondern wegen der Pilze. Drei Stunden Pilztour später ist die Ausbeute: 

Das sind: ein Wiesenchampignon, viele Pfifferlinge, ein paar Brocken eines Steinpilzes, viele Birkenröhrlinge in verschiedenen Farben, einige Heiderotkappen und ein Hainbuchenröhrling. Ein Pilz, den unser Freund (der sehr viel bewanderter auf dem Gebiet ist, als wir) nur neidisch blickend mit „Oh, der ist gut!“ betitelte, ist irgendwie undefinierbar, sieht aus wie ein weißer Birkenröhrling, ist aber definitiv kein Gallenröhrling und auch nix giftiges. Also wanderte der zusammen mit allen anderen (außer den Pfifferlingen) in die Pfanne, morgen wird dann der Essensplan geändert zu „Ein Haufen Pilze mit kleinen* Kartoffeln“ und überhaupt war das ein ganz feiner Ausflug an einem ganz tollen Tag. 

Nachtrag: den Reizker hab ich vergessen in der Auflistung.

*die Kartoffeln sind so klein, dass sie im Supermarkt bei meiner Arbeit zum Sonderpreis angeboten werden. Norweger mögen keine Minikartoffeln. Ich hab jetzt für 1400 g sage und schreibe 9 Kronen bezahlt und musste dabei an meine Großeltern denken, die ihre Kartoffeln noch direkt beim Bauern holten und da immer auch „Kinderkartoffeln“ kauften: kleine Kartoffeln, die, glaube ich, teurer waren als die anderen. 

Tag 400 – Luft raus. 

Neulich las ich diesen Artikel über Brüste von Liz auf dem Blog Kiddo the Kid. Ich mag das Blog eigentlich sehr, und ich will auf gar keinen Fall irgendwem seine Body Acceptance ausreden, aber für mich ist kein BH leider keine Lösung. Und das Kalbsschnitzel-Ding kenne ich leider auch und zwar genau so. Weil 

  • 2010 – 75C
  • 2012 – 85D
  • 2013 – 80B
  • Anfang 2015 – 80C
  • Mitte 2015 – 85E (Aua)
  • Anfang 2016 – 80C
  • Jetzt – 80B

Ja, also kurz gesagt: durch das ganze Auf und Ab ist es eben vorbei mit der jugendlichen prallen Standkraft. Jetzt liegt da Haut auf Haut. Und wo Haut auf Haut ist und man auch öfter mal schwitzt, kann man schnell mal Candida albicans-Besiedlung kriegen. Been there, done that, brauch ich nicht nochmal. Deshalb bin ich überzeugte BH-Trägerin, und seit dem ersten Kind auch ausschließlich die mit vorgeformten und wattierten Cups, weil man sonst einfach immerimmerimmer meine Brustwarzen sieht. Ich habe eine Kollegin, der ist das egal, oder es ist ihr nicht bewusst, aber für mich ist das wie so ein Autounfall: ich kann nicht weggucken. Ich möchte aber bitte niemandes Autounfall sein. Und deshalb brauchte** ich neue BHs. Zum Geburtstag bekam ich einen entsprechenden Gutschein von Herrn Rabe, der kennt mich nämlich ziemlich gut. Und dann wartete ich erst aufs Tagsüber-keine-Still-BHs-mehr-tragen, dann doch lieber aufs ganz Abstillen und dann auf Angebote. Ich besitze nämlich vom Laden*, in dem es die besten bezahlbaren BHs gibt, eine Kundenkarte (sonst bin ich da total gegen, weil: ) und die schicken mir SMS mit Angeboten: 25 % off, 100 NOK für Einkauf > 500 NOK oder eben, und darauf wartete ich, 3 für 2. Heute war es so weit und ich bekam eine SMS und weil ich eh bei der Arbeit aus verschiedenen Gründen grad an allen Baustellen nur auf Dinge warte, fuhr ich einfach sehr früh nach Hause, holte den Gutschein und fuhr weiter zum Laden. 

Tja und dann stand ich da, etwas wehmütig die BHs, die mir früher mal super gestanden hätten, etwas staunend die BHs in Größen wie 65A oder 100E ansehend, mich dann kurz ärgernd, dass Bügellos scheinbar Trend ist, dann ein paar BHs einsammelnd, kann man ja mal probieren, so ohne Bügel. Und siehe da: an mein Herz (haha), bügellose BHs! Ich weiß nicht wie sie das gemacht haben, aber die haben es echt geschafft, einen BH zu machen, der ohne Bügel super sitzt, Halt gibt, Form gibt (also eine andere als die Kalbsschnitzelform) und dabei unfassbar bequem ist. Und jetzt besitze ich drei vier neue BHs (und zwei Strumpfhosen), davon drei ohne Bügel und vielleicht werde ich das noch bereuen, ich glaube es aber nicht. Jetzt noch waschen und dann bricht eine neue Ära der Bequemheit an, ich freue mich schon sehr. 

Haben Sie echt gedacht, ich zeig Ihnen Detailaufnahmen meiner Unterwäsche?


*Lindex, so, jetzt hab ichs gesagt. 

**(*hust* Naja, also brauchte und brauchte. Ich hab ja noch die von vor der Schwangerschaft mit Pippi. Aber die sind nur vier, davon sitzt einer nicht so gut und zwei sind wegen Dauerbenutzung schon recht runter und überhaupt wollte ich mir auch mal was gönnen.) 

Tag 398 – Instagram-Spaß continued. 

Während der langen Inkubationszeiten bei meinen momentanen Experimenten tausche ich seit ein paar Tagen die Instagram-Fotos aus dem Blog gegen richtige Bilder aus. Das ist relativ ätzende Arbeit, ich möchte aber gerne bis Ende des Monats damit durch sein, damit ich das Blogbuch noch rechtzeitig nach Deutschland bestellen kann. Ich stelle mir das einfacher vor, als das Nicht-EU-Europa hier, mit komischen Einfuhrbestimmungen und Tralala. Tatsächlich ist die im-Internet-bestellen-Liste schon ziemlich lang, wir brauchen unter anderem ein neues Piep-Ei, ich möchte mir Tagescreme und Nachtcreme auf Halde legen, vielleicht werden wir noch so High-Tech-Steckdosen kaufen, die wir dann per Smartphone-App steuern können und zum Beispiel von der Arbeit aus schon mal die Heizung anmachen, ohne aber den ganzen Tag zu heizen (die 3000 kWh aus letztem Januar (?) sitzen noch tief!). Äh egal, zurück zum Thema: es gibt zwei Sachen, die besonders doof sind am Bilder austauschen. Erstens finde ich überall Typos, die mir dann peinlich sind, aber jeden einzelnen korrigieren? Da säße ich bis nächstes Jahr dran. Und zweitens muss ich mir all die Bilder wieder angucken, Pippi als Minibaby (Aaawwww), Michel, der Quatsch macht (Aaaawwwww), und heute besonders gemein: wir im Urlaub und Strand und Meer und Esel und Blumen, während hier die Blätter von den Bäumen fallen. Und dann schwelge ich in Erinnerungen und dann dauert das alles noch viel länger. Schlimmschlimmschlimm das alles. Aber die Hälfte ca. hab ich jetzt. Dann nur noch die 40 Bilder, die irgendwie beim Hochladen kaputt gegangen sind und voilà – ist es vollbracht. Bald. Hoffentlich. 

Update: Jetzt! \o/

Tag 399 – Geschafft!

Also, fast. Bis aufs 12von12 im August sind jetzt alle Instagram-Bilder von mir ausgetauscht. Uffz, was für eine Kackarbeit.

Jetzt fehlen noch Herr Rabes Bilder und dann kann ich mich an die richtig beschissene Arbeit machen, jeden einzelnen Post seit Tag 63 nochmal neu zu veröffentlichen, weil mir WordPress durch das Bearbeiten der alten Posts die Reihenfolge komplett zerschossen hat. Und zwar auch nicht nach irgend einem Muster, so wie „alle bearbeiteten rücken nach vorne, als wären sie neu erstellt“, sondern mal so, mal so. Als ich das heute feststellte, war ich kurz davor, alles anzuzünden, wirklich. Und am allerallerschlimmsten ist, dass aufrufen und aktualisieren der Posts nicht reicht, sondern ich muss tatsächlich irgendwas ändern. Das merkte ich eben, als ich für Euch, liebe Leser die ihr direkt von der Startseite lest, die Posts der letzten Woche nach vorne holen wollte. Auch da wieder ein kurzer Moment des grenzenlosen Hasses, aber dann beschlossen, dass ich mich nicht aufrege (Yoga und so, Sie wissen?) sondern es einfach so hinnehme und eben bei jedem Tag seit Tag 63 einen Typo korrigiere. Bald. (Bis dahin baue ich in jeden neuen Artikel einen Typo extra zum Korrigieren ein. Muhaha!)

Und jetzt so zum Abschluss ein Bild, das gar nix mit irgendwas zu tun hat, einfach weil ich Lust darauf habe, das Ihnen zu zeigen.

Meine Lieblingsmenschen.

Tag 397 – #12von12 im September ’16

Genaueres zu 12von12 und viele weitere Fotoserien gibt es wie immer beim Kännchen-Blog.

Der Tag ging früh los. Montag halt. Ich hätte noch nen Tag Wochenende gebrauchen können…

Eisensprudeltablette. Tatsächlich geht es mir mit ausreichendem Eisenspeicher sehr viel besser, als ohne, deshalb nehme ich jetzt jeden Tag so eine. Wenn mir die Kinder die nicht wegsaufen, die finden die nämlich sehr lecker.

Kinder wecken müssen gehört ja abgeschafft. Meine tarnen sich auch schon im Bett.

#mimimi

Danach war dann Kinder im Kindergarten abliefern und zur Arbeit fahren, diesmal pünktlich. Dafür dann ein ICHTÖTESIEALLEWERMACHTDENNSOWAS-Moment kurz vorm Meeting.

Jemand hat meinen Kaffee geklaut. Aus meinem Büro. Also kein Kaffee zum Meeting, dafür Wasser und Laune zum was anzünden.

Nach dem Meeting Labor und so, dann Essen einkaufen. Die norwegischen Äpfel sind immer noch im Angebot.

Huch, zehn Äpfel gekauft. Für eine Woche. Für mich alleine. Bei der Arbeit.

Wenn man rote Pfeile an die Stellen malen muss, an denen man was zu sehen glaubt, ist das nicht so gut. (Und ja, das Gel ist schief, ist aber wurst, kriegt eh keiner zu sehen. Also, außer Ihnen jetzt.)

Erstmal Kaffee, den trinke ich draußen in der Sonne (Vitamin D und so…). Beim Selfie machen fallen mir die Hagebutten auf, ich warte noch ein bisschen, bis die richtig reif sind und es mal gefroren hat, und dann ernte ich die und mache Marmelade draus. Mjammi.

Irgendwann ist dann aber auch Schluss, ich setze noch ein feines Über-Nacht-Experiment an und fahre dann nach Hause. Da ist noch keiner, was ich nutze um Stoff abzumessen.

Oh, so schlimm, der Stoff reicht nicht für ein Kleid. Muss ich wieder Pinguine nehmen. Oh Neeeiiin!

Herr Rabe klebt Isolierband in unsere Fenster. Zu sagen, ich hätte ihn dazu gezwungen, wäre nur leicht übertrieben. Diese Woche soll es noch recht warm werden, also gilt: jetzt oder nie. Außerdem ist das ein Prima Kinderunterhaltungsprogramm.

Ich mache mich auch nützlich und will die Schnecken füttern. Dabei fällt mir die Grabmückenplage im Terrarium auf. Da ich leider aus Erfahrung weiß, dass die Viecher die absolute Pest sind, schmeiße ich sofort alle Erde aus dem Terrarium weg und trockne das Interieur im Ofen.

Papa-Schnecke hängt noch etwas ab. Der Rest ist schon in der Quarantäne-Box: da sind die Löcher so klein, dass die Grabmücken nicht durch können (hoffentlich).

Tja, und nach dem Abendessen sprühe ich dann noch die richtigen Blumen mit einer Mischung aus Salz, Backpulver, Öl und Wasser ein. Also, die Erde. Hoffen wir, dass es hilft. (Memo an mich: keine Kräuter im Topf kaufen und einfach in die Küche stellen. Pestgefahr.)

Herr Rabe fuhr nach dem Essen zum Fußball, ich bekam wie durch ein Wunder beide Kinder zum Schlafen, konnte nach einiger Zeit sogar Pippi ablegen und sitze jetzt hier mit Babyfuß-Socken an. 

Noch ein letzter Check…

Yeah, mein Ring ist angekommen!

Hurra! Dann kann ich ja jetzt beruhigt schlafen gehen.

Tag 396 – Dinge. 

Heute tat ich viele Dinge, und das obwohl ich mit fürchterlichen Kopfschmerzen und einem allgemeinen Unwohlsein wach wurde, das auch erst nach zwei Ibuprofen besser wurde. Dann waren da aber ja die gestern angesetzten Sauerteige, die verarbeitet werden wollten, also backte ich zwei Brote, dann lagen da ca. fünf Kilo norwegische Äpfel (im Angebot und halt auch einfach lecker), also machte ich Apfelmus, die Kinder mussten auch gelüftet werden, also gingen wir im Wald spazieren (und fanden einen mutmaßlichen Wiesel-Täubling, den wir uns dann aber doch nicht zu essen trauten, ansonsten war die Gegend in der wir heute waren viel zu nass und zu sehr mit Beeren bewachsen, um da Pilze zu suchen) und als wir wieder zu Hause waren fiel mir noch der Weißkohl ein, den verarbeitete ich noch zu Sauerkraut.

Also doch ein sehr produktiver Tag. Aber dafür bin ich jetzt auch total fertig. Und Pippi turnt hier noch rum, die mag nicht schlafen. Das wird schön morgen früh…

Tag 395 – Dieser Titel ist im Nebel verschwunden. 

Die einzige Möglichkeit, mir den Herbst hier schön zu machen, ist Pilze sammeln im Wald. Also zogen wir heute los, fanden nach ziemlich viel Sucherei genug Pfifferlinge fürs Abendessen, fanden sogar drei Steinpilze (die aber schon so schneckenzerfressen waren, dass wir sie einfach da ließen), stapften durchs Moos und prökelten mit Stöckern an merkwürdig aussehenden Pilzen herum. Sogar Michel fand es gut, bis auf die letzten zehn Minuten, da hatte er keinen Bock mehr.

Andererseits: es ist Herbst und bald wird es hier wieder dauernd dunkel und kalt und grau sein. Das nimmt mich grade mehr mit, als es sollte. Ich glaube, ich sollte wieder mit den Vitamin-D-Tabletten anfangen. Und Feuerholz bestellen.

Tag 394 – Riesling. 

Es war ja heute die am Montag mit dem Slogan „Socializing ist wichtig!“ angekündigte Shrimp-Party. Auf der Dachterasse, weil es da schön ist und heute, weil heute das Wetter schön sein sollte.


2 Stunden vor der Party goss es in Strömen auf das auf der Dachterasse wegen Dachdeckerarbeiten installierte Baugerüst.

30 Minuten vor der Party hatte es immerhin aufgehört zu regnen und weil Norweger auch ein klitzekleines bisschen stur sind, wurden stoisch Stühle und Tische unter dem Baugerüst aufgebaut.

Pünktlich zur Party wurde das Baugerüst dann sogar von ein paar Sonnenstrahlen beschienen. Und trotz totaler Unlust meinerseits war es dann doch sehr nett, der Chardonnay machte sich auch sehr gut zu den Shrimps und weckte ein paar tief verbuddelte Alleinunterhalter-Skills in mir. Dann trank ich aber leider auch ein Glas Plastikbecher Riesling (lieblich! Ich hätte es beim ersten Schluck wissen und lassen sollen!) und aß zwei Stück Schokolade dazu (Gesichtspalme galore!) und ab da konnte ich der Migräne leider beim Wachsen zusehen, trotz zwei Becher schwarzen Kaffees und Unmengen von Leitungswasser. Zur Heimfahrt nahm ich eine von den Ultra starken griechischen Flughafen-Ibuprofen-Tabletten, legte mich zu Hause aufs Sofa, kuschelte versehentlich Michel in den Schlaf und jetzt hab ich nur noch eine viertel Migräne und mir ist auch nicht mehr übel, den Rest erledigt hoffentlich der Schlaf.

Wofür man seine Doktorarbeit im Zweifel auch nutzen kann: die Dame, die diese hier schrieb, bekam kürzlich ein Baby, das sehr viel spuckt. Ihr Mann nahm die Bücher mit (man muss ja immer drölfzig drucken lassen und was soll man sonst damit machen? Auf der Straße verscherbeln „Ich hab ein Baby, ich muss Windeln kaufen, prekäre Verhältnisse in der Wissenschaft…“?) um das Babybett am Kopfende etwas anzuheben, damit das Kind hoffentlich etwas weniger spuckt und die Eltern hoffentlich ein klitzekleines bisschen mehr schlafen lässt.

Tag 393 – Kann weg. 

Eigentlich heute auch viel Gutes passiert, zum Beispiel kommt ganz vielleicht unter Umständen eventuell mein Name auf ein Paper in Nature. Aber dann war auch so viel Mist, das fing schon beim fertig machen für den Kindergarten und der totalen Eskalation eines Streites um Socken (Michel wollte die von gestern, mit denen er auch ins Bett gegangen war, anlassen, ich sagte nein) an und ging über einen total misglückten aber echt wichtigen Teilversuch weiter (und jetzt muss ich wieder erst Gedöns bestellen und dann drei Schritte zurück und die wiederholen und grrrrrrr…) und dann hörte ich noch was, das mich gar nicht betrifft und trotzdem total wütend macht: dass sich manche Kindergärten wohl wegen irgend welcher fadenscheiniger Versicherungssachen weigern, die Kinder mit Sonnencreme einzuschmieren. Mein Gehirn hat da einen Kurzschluss bei der ‚ALTER, SONST GEHTS ABER NOCH???!!!?!‘-Stufe, ich kann gar nicht recht erklären, warum, vielleicht ist heute einfach so ein Tag, an dem mein innerer Dreijähriger die Oberhand hat und der nun mal wegen Socken Sonnencreme jetzt Theater machen will.

Deshalb trinke ich jetzt gleich einfach einen Kakao und schreibe vielleicht morgen über die Ballettstunde.