Tag 1748 – Für die Tonne.

Da heute keine Müllabfuhr kam, kommt sie wohl morgen.

Morgen kommt auch eine Warmkompost-Tonne.

Ansonsten war der Tag reichlich bescheiden, bis abends Twitterkneipe war, das war sehr schön (wie immer). Das klingt albern, aber das ist schon ein Teil meiner neuen Normalität geworden und ich hoffe, dass sich etwas davon wirklich nach der Pandemie bewahren lässt. Ich mag die alle da sehr gern.

Jetzt Familienbett, Pippi ist seit einer Dreiviertel Stunde wach, kann nicht wieder einschlafen und liegt jetzt bei uns im Bett. Pippi ist ja gar kein Baby mehr, fällt mir dabei auf, die ist ja gar nicht mehr winzig klein. Na sowas aber auch.

Tag 1737 – Arbeit, Arbeit, und die Freuden des Homeoffice.

Den Großteil des Tages habe ich mit Arbeit zugebracht, da eskaliert eine Sache weiter fröhlich vor sich hin und ich werde langsam ungeduldig und hoffe, man liest das nicht aus meinen Mails raus. Eine Unterbrechung bei all der Ärgerlichkeit gab es aber, nämlich ein Teammeeting und das per Skype, was eh dauernd schlechten Sound hat, wenn man gleichzeitig die eigene Kamera an hat. Die Chefin präsentierte und, naja, das ist vielleicht der größte Vorteil an diesen online-Meetings: man kann nebenher Sachen machen. Zum Beispiel emails schreiben (erfreulichere als zur Eskalationssache) und, naja, auch Fingernägel lackieren geht gut.

Außerdem ist im Homeoffice der Kaffee sehr viel besser als im Büro.

Ansonsten wäre aber socializing inzwischen mal wieder ne schöne Sache. Also so in echt mit den Kolleginnen und Kollegen. Mal gucken, wann wir das wieder dürfen. Wer hätte gedacht, dass mir das mal fehlt?

Abends fern-socializing in zwei Konstellationen, das ist so viel wert in dieser nach wie vor seltsamen Zeit.

Tag 1736 – A List.

Ich denke, Tesla Signature Red entspricht ziemlich genau Essie A List. Ich werde das morgen mal verifizieren.

Meine Fingernägel vertragen echt keinen Lack. Sie nehmen mir immer noch übel, dass ich sie zu Weihnachten drei mal hintereinander lackiert habe. Wie konnte ich es wagen. Ich würde ja gerne voll cool sagen, dass mir das egal ist, ist es aber nicht. Ich möchte auch ohne Lack Fingernägel haben, die halbwegs vorzeigbar sind. Und wirklich immerimmerimmer lackiert haben (weil die Nägel eben nackt nicht mehr ansehnlich sind) will ich auch nicht. Seufz.

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17. Mai-Planung verläuft schleppend. Seufz.

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Ich bin tierisch müde, weil ich bis vor einer halben Stunde gearbeitet habe. Jetzt bin ich nach der gestrigen Eskapade wieder einigermaßen im Soll. Aus Gründen habe ich aber die zuletzt verfassten Mails alle noch nicht abgeschickt, nicht dass ich morgen früh ausgeruht da drauf gucke und mich in Grund und Boden schäme. Seufz.

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Es ist noch gar nicht richtig dunkel. Es sind ja aber auch nur noch 5 Wochen bis Sommersonnenwende. Wenn es jetzt noch wieder wärmer würde, wäre alles super. (Die Eisheiligen sollen weggehen!)

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Ich habe die Kinder ins Bett gebracht und das ist grade so eine Sache: währenddessen ist es super nervig, Pippi steht gerne noch mal auf wegen HungerDurstKuscheltierfehlt und hampelt eh rum, Michel beschwert sich darüber und Friede Freude Eierkuchen ist anders. Aber wenn sie dann schläft und schnarcht und Michel schläft und schnauft und beide zucken beim Einschlafen genau wie ihr Vater, hach, dann geht mein Herz immer ganz weit auf und meine Augen werden ganz schwer.

Tag 1722 – Sofa in den Mai.

Morgen ist Backtag, heute war Draußenblumen-Düngetag (die Neuen) unsere Putzhilfe kommt wieder (und hält Abstand von uns) und deshalb ist es hier jetzt sauber und ich fühle mich etwas spießig, aber gut.

Arbeitsmäßig habe ich gemacht, was Abstand, nicht ganz so zügig, wie ich wollte, aber es kam auch einiges dazwischen. Ich konnte zum ersten Mal überhaupt was besser als meine Pharmazeuten-Kolleg*innen, es war mir ein inneres Fest, nämlich: Antikörper-Linker-Payload-Konstrukte. Endlich!

Michel und Pippi sind beide schon wieder gewachsen. Michels Hosen sind zum Großteil etwas hochwasserig und entweder ist sein Spider-Man-Schlafanzug extrem eingelaufen (beim ca. 15. mal Waschen) oder auch die Arme sind erheblich gewachsen. Nach ein paar Tagen mit Wachstumsschmerzen wundert das jetzt nicht so wirklich. Allerdings frage ich mich echt, wo die noch hinwollen, wir als Eltern sind ja beide nicht riesig groß. Wir haben auch eigentlich andere Hobbies als den Kindern ständig neue Hosen zu kaufen, weil sie schon wieder unfreiwillig Knöchelfrei tragen.

Im Moment fällt wieder ganz stark auf, wie unterschiedlich Pippi und Michel sind. Michel lügt selten und wenn dann schlecht. Pippi erfindet komplette Geschichten, wie sie sich die Hände gewaschen hat, mit Seife! aber wenn man dann fragt „soll ich mal an deinen Händen riechen?“ sagt sie „orrrrr nein!“ und zockelt von dannen, Hände waschen. Dann hört man Wasser und Geplätscher aus dem Bad, aber wenn man sie dann kurz drauf noch mal zum Hände waschen nötigt, weil sie auf dem Klo war, kommt erstaunlich viel Dreck runter und das Handtuch war auch noch ganz trocken. Dieses Kind hat es faustdick hinter den Ohren, wenn es drum geht, durchzusetzen, was sie (nicht) will. Ich sehe interessante Zeiten auf uns zu kommen.

So, jetzt werde ich noch ein bisschen Yoshi spielen und dabei ein halbes Glas Wein trinken und dann bin ich reif fürs lange Wochenende.

Tag 1721 – Langweilig.

Wenn ich ja Langeweile genießen könnte, ne? Heute hatte ich 1,5 langweilige Meetings und dazwischen viel langweilige Doofaufgabe, die ich rausschiebe, bis der Zeitdruck die Motivationslosigkeit überwiegt.

Man könnte auch mal wieder Sport machen, hahahahaha.

Morgen. Morgen muss die langweilige Doofaufgabe fertig werden, möglichst bis mittags.

Pippi wollte ich heute morgen verkaufen, Michel heute Nachmittag. Pippi wegen Starrsinn, Michel wegen Hangryness. Pippi hat das von ihrem Vater geerbt, ganz sicher.

Wegen Yoshi zu spät ins Bett. Andererseits – who cares ob ich um acht oder um neun vorm Rechner sitze? Spoiler: Es wird eh neun, es muss ja noch wer die Kinder wegbringen.

Irgendwie war diese Woche bisher keine gute Absprachenwoche. Vielleicht kriegen wir das ja nächste Woche besser hin, ich hoffe es jedenfalls. Vielleicht bin ich auch erst mal zuständig, damit Herr Rabe in seinen neuen Job reinkommen kann. Wohl von zu Hause aus. Es sind verrückte Zeiten.

Tag 1692 – Corontäne Tag 19.

Auch heute war kein wirklich guter Tag, so ganz insgesamt gesehen, aber immerhin sah ich gut aus weil ich ein Video-Meeting mit externen Teilnehmer*Innen hatte und da kann ich ja nicht im Hoodie auflaufen – dachte ich, dann hatte mein Kollege einen Hoodie an.

Mit den Kindern Sport machen ist grandios gescheitert und ich denke, ich bin halt einfach die schlechteste Hobby-Lehrerin der Welt, so what, ich wollte das ja auch nie sein. Immerhin kenne ich aber mein Kind gut genug, um über folgenden, typischen Chat-Dialog mit der Lehrerin sehr zu lachen:

Michel: „Hallo A. wie geht es dir mir geht es gut“

Lehrerin: „Mir geht es auch gut, schön von dir zu hören! Hast du die Lösung des heutigen Rätsels?“

Michel: „Ja“

Mein Kind, Mutti ist sehr stolz, direkte Kommunikation, so wichtig!

Gut, dass Michel clever ist und die Lehrerin vermutlich ganz andere Fälle in der Klasse hat, da kann man mal verschmerzen, dass sein Bock auf die Schulaufgaben grad nonexistent ist. Ich will nämlich auch nicht täglich deswegen streiten.

Pippi ist auch weiterhin nicht so ganz einfach zu handhaben und ich hab das Gefühl, mit einem 1,15 m großen Pulverfass zusammenzuleben, das ist echt nicht so schön, ehrlich gesagt.

Aber immerhin sind wir noch alle gesund.

Tag 1687 – Corontäne Tag 14.

Huff, schon 2 Wochen! Erst 2 Wochen!

Heute war wenig los. Ich hab für die Nachmittagsarbeit den Bildschirm aufgebaut, jetzt haben wir quasi zwei Arbeitsplätze (der Stuhl ist da aber ganz und gar nicht ideal, vielleicht hole ich doch noch meinen Stuhl aus dem Werk).

Solange Kaffee da ist, ist alles gut.

Ansonsten heute aus Gründen rausgefunden, wie das mit Kindkrank-Tagen dieses Jahr läuft und wie mit Kurzarbeit* und vielleicht ist doch kein so guter Zeitpunkt, um ein neues gebrauchtes Auto zu kaufen. Hmmseufz.

Die Arbeitssache eskaliert weiter ein wenig. Immerhin heißt das, dass ich was zu tun hab, insofern keine Klagen hier.

Sonst war nix.

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*anders** als sonst, wegen Corona. Coronhier, Coronda, Coronüberall.

**sozialer, großzügiger, den Staat mehr kostender***

***I <3 den Sozialstaat hier grad so hart

Tag 1670 – Waaaaaaaegschaffen.

Huff huff. Zu viel zu tun, da werden Mails auch mal etwas unwirscher schneller beantwortet. Die nächsten vier Tage Inspektion machen es nicht besser, keine Zeit keine Zeit und überall Coronavirus. 192 übrigens. Spannend: man weiß bei 3 noch nicht, wo sie sich angesteckt haben. Gut, dass ich morgen erst mal flüchte in ein Fylke mit nicht mal halb so vielen Fällen reise.

Inzwischen läuft das Packen für Jobreisen schon recht routiniert. In einem anderen Leben hab ich dann echt alles doppelt, jetzt hab ich vieles einfach in klein. Außerdem haben sich bewährt: Cremedeo in Minidöschen abgefüllt und Haarpuder statt Wachs. Der Reiserucksack bzw seine Bestandteile: eine Mappe für Blusen (die darin tatsächlich halbwegs knitterfrei bleiben) und ein Dings Cube, in dem man Shirts, Socken, Unterwäsche und 23 Strumpfhosen sehr einfach und klein zusammenpacken kann, machen das Packen auch schon deutlich einfacher und platzsparender. Juhu!

Vielleicht hab ich mir doch was eingefangen, oder es ist ein neues Feature von Kater oder aber meinem Zyklus, dass ich mich einmal im Monat krank fühle, ohne es zu sein. Temperatur normal, aber Kreislauf wegen nonexistentem Blutdruck (und nem Ruhepuls von unter 60, ich sag ja, die Schilddrüsenblockerdosis ist zu hoch), dazu seltsame Verdauung (nix schlimmes, nur Gegrummel, harter Blähbauch und diffuses Übelkeitsgefühl). Das hatte ich halt vor exakt einem Monat auch schon mal, deshalb die Vermutung, es könnte am Zyklus liegen. Was es auch ist: ich möchte es nicht und es soll weggehen.

Tag 1667 – 113.

Noch sieht es aus, als würde unsere Inspektion nächste Woche stattfinden. (Ehrlich, wenn umsonst im März, an meinem Geburtstag, nach Ortdernichtgenanntwerdendarf fahre, oder, nicht auszudenken, dort in Quarantäne muss, zünde ich was an.)

113 insgesamt, 25 davon in Viken, wie unser Fylke jetzt heißt*. 23 in Oslo. Es ist alles sehr schön.

Übrigens brauchen nicht nur Krankenhäuser Mundschütze und Desinfektionsmittel, sondern auch pharmazeutische Hersteller steriler Medikamente, darunter Krankenhausapotheken. Sonst haben die Krankenhäuser irgendwann nix mehr zum Verabreichen. Das ist auch sehr schön.

Zweite Zyklushälfte, ick hör dir trapsen. (SCHÖN! VOLL SUPER!)

Immerhin bin ich so in der passenden Stimmung für den Frauenkampftag.

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*wir hatten eine große Umorganisierung in Norwegen, in deren Zuge diverse Fylke zusammengelegt, anders aufgeteilt und umbenannt wurden. Mich macht daran vor allem fertig, dass ich das erst in der Wetterapp mitbekommen habe. Ich sollte wohl wirklich eine norwegische Zeitung abonnieren oder norwegische Nachrichten gucken, aber wann und wie, ich lese ja nicht mal mehr regelmäßig die Blogs meiner Freunde und Bekannten da draußen.

Tag 1666 – Schnipsel.

Hatte heute morgen Lust, beim Sport Musik zu hören. War aber nicht alleine und hab das deshalb gelassen.

Eine Beobachtung aus nun 2 Monaten recht regelmäßigen Trainings im Fitnessraum des Werks (und des Zolls): die allermeisten wärmen sich vorm Sport nicht auf und niemand sich ab. Direkt auf die Gewichte, fertig, los. Ist das eine Legende, dass man sich aufwärmen und nach dem Sport dehnen sollte?

Noch eine Beobachtung: ich kann Stöhner echt nicht ausstehen. Schnaufen geht noch halbwegs, aber die Sorte Mensch, die bei jeder Bewegung Grunz- und Stöhnlaute ausstößt, die kann bitte zu anderen Zeiten trainieren, finde ich. So… samstags.

Pippi hat heute I., der Mutter von B., erzählt, was Herr Rabe und ich machen, wenn sie und Michel bei der Babysitterfamilie übernachten (zuletzt vor Weihnachten, nächstes Mal nach Ostern, welch Dekadenz!), nämlich: tanzen. Und falls Pippi Sie mal fragt, was Erwachsene machen, wenn die Kinder nicht da sind, wissen Sie jetzt auch, was Sie antworten. Tanzen.

(Bevor sie „tanzen“ sagte, brach mir kurz der Schweiß aus, ehrlich gesagt. Auch, weil wir grad vom Klo kamen, weil Pippi musste, und sie mir da Vorträge über die Behaarung erwachsener und kindlicher Vulven anhand naheliegender Beispiele gehalten hatte.)

Pippi hat grad eine ausgeprägte Laberphase. Solche haben wir mit Michel ja schon mehrmals durch, insofern sind wir abgehärtet. Lustig ist, dass es Michel total stört. Die Schnitzel, die mir Michel schon an den Rücken gelabert hat, muss Pippi erst mal aufholen.

Bei der Arbeit stapelt sich alles bis unter die Decke, da kommt Corona (86, niemand ersthaft erkrankt oder im Krankenhaus) grad recht: einige internationale Meetings und andere Dinge fallen aus, das heißt, Leute sind plötzlich doch gar nicht sonstwo sondern im Werk und haben dazu noch nen leeren Terminkalender.