Tag 1780 – Corontäne Tag 6 v2.

Den Urlaub eingeläutet mit einem eigentlich ziemlich bescheidenen Tag, der aber von einer guten Flasche (Hupsi) Wein abgeschlossen wurde. Am Ende des Tages noch versöhnt mit dem Rest. Gesamtbilanz: schon ok.

Und jetzt gucke ich mal ob ich mir ein neues Sportprogramm kaufe. Vier Monate Faulheit haben ihre Spuren hinterlassen und sollen jetzt vorbei sein.

Bereit für Gewitter. Heute war es eindeutig zu warm für irgendwas.

Tag 1776 – Corontäne Tag 2 v2.

Es wird nichts so heiß gegessen, wie’s gekocht wird und die Norweger*Innen sind ja die König*Innen der pragmatischen Lösungen, deshalb war es kein großes Ding, Pippi heute am Kindergartentor abzuholen. Und wie niedlich die ist, mit ihrem Rucksack auf und wild erzählend. Hachz. Michel wurde von den Nachbarn aus dem Hort mitgenommen. Alles kein großes Ding.

Großes Ding: Michel hat ordentlichen Sonnenbrand. Im Nacken, auf den Armen, auf den Waden, im Gesicht. Morgen wird er gründlich mit LSF 50 eingecremt und bekommt die Flasche mit, die müssen da drauf achten, dass er noch mal nachcremt. Args.

Großes Ding 2: Pippi war heute, als es Essen geben sollte, spurlos verschwunden. Kam nicht auf rufen, war nicht aufzufinden, im Haus nicht, im Garten nicht, bei den Nachbarn nicht. Die anderen Nachbarn antworteten per SMS, dass sie bei denen auch nicht sei. Erst sauer und dann leicht panisch klapperte ich die Nachbarn ab (Quarantäne? Jaja…) und musste erfolglos abbrechen. Zu Hause und den Tränen nah rief Michel von oben „sie ist hier oben“. Da hatte sich die Rübennase in unserem Kleiderschrank versteckt, mit Herrn Rabes iPad, und um das nicht abgeben zu müssen, keinen Piep gesagt. Bis Ende der Woche kein iPad für Pippi.

Tag 1750 – Schnell Bloggen.

Mein Akku ist gleich leer, deshalb Stichpunkte:

  • Arbeit heute viele Meetings aber immerhin produktiv. Eine meiner Arsch-vom-Dienst-Aufgaben ist bald wohl endlich beendet.
  • Pünktlich um drei den Stift fallen gelassen und dank der zwei Stunden gestern Abend trotzdem eine Überstunde aufgeschrieben. Bin bald am Ziel für 5 Wochen Sommerferien.
  • Pippi ging nach dem Kindergarten mit zu einem Kindergartenfreund (I.), was spontan entschieden wurde. Ich rief also den Kindergarten an und erklärte kurz den Betreuer, dass Pippi heute mit I. mit geht und dann telefonierte ich mit Pippi und erklärte ihr dasselbe und das war sehr niedlich. Wie so kleine Kinder halt telefonieren und was sie einer dann dringend alles noch sagen müssen („Mama? Ich spiele mit Barbies!“).
  • Während Michel bei der Kulturschule war, konnte ich ganz in Ruhe einkaufen, das war echt schön. Es gab auch reduzierten Ostersüßkram – weil das Kaninchen Urlaub hat.
  • Nachdem ich Michel wieder eingesammelt hatte und bevor ich Pippi abholte, haben wir Muffin verärgert die Krallen geschnitten und ihn ein bisschen mehr an uns gewöhnt. Er saß auch kurz auf Michels Schoß und das machte Michel sehr froh. Hach, hach. Die Haut sieht noch schlimm aus, aber ich bilde mir ein, dass das Fell schon nicht mehr ganz so stumpf ist und insgesamt kratzt sich Muffin auch weniger.
  • Nach dem fiesen Rausnehmen und beschauen lassen gab es ein paar Troststängel Oregano. Der, und der Estragon, werden uns dieses Jahr möglicherweise über den Kopf wachsen, insofern ist das schon sehr gut, dass Muffin das so gern frisst. Seit ich ihn heute etwas länger auf dem Schoß hatte, weiß ich auch, dass er unter dem ganzen Fell ziemlich dünn ist, insofern: immer mal rein mit dem Futter.
  • Ich werde zunehmend wütend auf Muffins ehemalige Besitzer. Das arme Tier.
Schnurpsknurpszrrrkps…
  • Am Abend habe ich dann noch die Klo-Ecken gesäubert und direkt mal Einstreu nachbestellt. Eieiei, da geht ja ganz schön was durch.
  • Auch am Abend musste ich noch ein Mal los und eine neue Backofenlampe kaufen. Ich oute mich mal: dieses Reinstecken von Halogenlampen in diese Keramik(?)Fassungen, dieses knirschende Gefühl, finde ich absolut furchtbar. Ab-so-lut. Schon der Gedanke daran macht mir grade wieder Gänsehaut.
  • Jetzt husch, husch ins Bett. Es wird Zeit. (Ich wollte heute früh ins Bett, hat super geklappt ganz offenbar.)

Tag 1723 – Extrem-Rumhänging.

Wir haben heute den ganzen Tag gegammelt. Wirklich, den ganzen Tag. Jogginghose, Onesie, Leggings. Ich habe Brötchen und Brot gebacken, das wandert jetzt noch in den Tiefkühler. Kuchen gibt es doch erst morgen. Pizza haben wir selbst gemacht und die war sehr lecker.

Geärgert habe ich mich nur kurz, als die Switch beim Yoshi-Endboss einfach ausging, weil der Akku leer war.

Abends mit fünf Damen (nicht der Twitter-Kneipe dieses Mal) ein Glas Wein über viele Stunden gestreckt getrunken, das war sehr schön.

Zitate des Tages:

Pippi (die nicht angezogen werden wollte): „Du sollst mich nicht anfassen! Du weißt doch – Coronavirus!“

Ich zu Michel: „Was heißt Brot auf Englisch?“ – „Bread.“ „Und was heißt backen?“ „Weiß ich nicht, bei Minecraft kann man nicht backen.“

Tag 1722 – Sofa in den Mai.

Morgen ist Backtag, heute war Draußenblumen-Düngetag (die Neuen) unsere Putzhilfe kommt wieder (und hält Abstand von uns) und deshalb ist es hier jetzt sauber und ich fühle mich etwas spießig, aber gut.

Arbeitsmäßig habe ich gemacht, was Abstand, nicht ganz so zügig, wie ich wollte, aber es kam auch einiges dazwischen. Ich konnte zum ersten Mal überhaupt was besser als meine Pharmazeuten-Kolleg*innen, es war mir ein inneres Fest, nämlich: Antikörper-Linker-Payload-Konstrukte. Endlich!

Michel und Pippi sind beide schon wieder gewachsen. Michels Hosen sind zum Großteil etwas hochwasserig und entweder ist sein Spider-Man-Schlafanzug extrem eingelaufen (beim ca. 15. mal Waschen) oder auch die Arme sind erheblich gewachsen. Nach ein paar Tagen mit Wachstumsschmerzen wundert das jetzt nicht so wirklich. Allerdings frage ich mich echt, wo die noch hinwollen, wir als Eltern sind ja beide nicht riesig groß. Wir haben auch eigentlich andere Hobbies als den Kindern ständig neue Hosen zu kaufen, weil sie schon wieder unfreiwillig Knöchelfrei tragen.

Im Moment fällt wieder ganz stark auf, wie unterschiedlich Pippi und Michel sind. Michel lügt selten und wenn dann schlecht. Pippi erfindet komplette Geschichten, wie sie sich die Hände gewaschen hat, mit Seife! aber wenn man dann fragt „soll ich mal an deinen Händen riechen?“ sagt sie „orrrrr nein!“ und zockelt von dannen, Hände waschen. Dann hört man Wasser und Geplätscher aus dem Bad, aber wenn man sie dann kurz drauf noch mal zum Hände waschen nötigt, weil sie auf dem Klo war, kommt erstaunlich viel Dreck runter und das Handtuch war auch noch ganz trocken. Dieses Kind hat es faustdick hinter den Ohren, wenn es drum geht, durchzusetzen, was sie (nicht) will. Ich sehe interessante Zeiten auf uns zu kommen.

So, jetzt werde ich noch ein bisschen Yoshi spielen und dabei ein halbes Glas Wein trinken und dann bin ich reif fürs lange Wochenende.

Tag 1721 – Langweilig.

Wenn ich ja Langeweile genießen könnte, ne? Heute hatte ich 1,5 langweilige Meetings und dazwischen viel langweilige Doofaufgabe, die ich rausschiebe, bis der Zeitdruck die Motivationslosigkeit überwiegt.

Man könnte auch mal wieder Sport machen, hahahahaha.

Morgen. Morgen muss die langweilige Doofaufgabe fertig werden, möglichst bis mittags.

Pippi wollte ich heute morgen verkaufen, Michel heute Nachmittag. Pippi wegen Starrsinn, Michel wegen Hangryness. Pippi hat das von ihrem Vater geerbt, ganz sicher.

Wegen Yoshi zu spät ins Bett. Andererseits – who cares ob ich um acht oder um neun vorm Rechner sitze? Spoiler: Es wird eh neun, es muss ja noch wer die Kinder wegbringen.

Irgendwie war diese Woche bisher keine gute Absprachenwoche. Vielleicht kriegen wir das ja nächste Woche besser hin, ich hoffe es jedenfalls. Vielleicht bin ich auch erst mal zuständig, damit Herr Rabe in seinen neuen Job reinkommen kann. Wohl von zu Hause aus. Es sind verrückte Zeiten.

Tag 1717 – Corontäne Tag 44.

Michel hat heute ein neues Spiel für die Switch bekommen. Let’s Go, Pikachu. Das war die ausgelobte Prämie für „10 mal in Folge oder 20 mal insgesamt im eigenen Bett schlafen“ und die 10 mal hat er geschafft. Ich habe etwas besorgt nachgefragt, ob er dann jetzt wieder nachts rüberkommt, aber er sagte, er versuche, in seinem Bett zu bleiben.

Es sieht ja auf dem Bild so aus, als spielten sie friedlich miteinander, aber das täuscht. Gewaltig sogar. Fragen Sie nicht, ich bin einfach sehr froh, wenn die ab Montag wieder beide in getrennten Einrichtungen sind, wenigstens ein paar Stunden am Tag.

Pippi macht die ganze Zeit Geräusche, singt, erzählt, rülpst infernalisch laut und drei Familienmitglieder sind nach dem heutigen Tag davon maximal genervt.

Nach der Einkaufstour zum Spiel kaufen im beschaulichen Eidsvoll leider einen Akt großer Dummheit bezeugen dürfen. Auf dem Kreisverkehr feierten ca. 6-7 Jugendliche („Russ“, also die diesjährigen Schulabgänger) mit Sofas und Getränken aus Dosen, ohne Ab- und mit wenig Anstand. Ich sehe Schulen und Kindergärten wieder schließen wegen solcher Vollpfosten und möchte die schütteln, aber das geht auch nicht mit Abstand. Würstchen.

Abends ein Lieblingsessen. Reis mit Scheiß. Oder wie die Kinder es nennen: Reis mit das mag ich nicht ich will Ketchup.

Heute wieder einen Tag von „Menschen sind komisch, und die meisten halt auch dumm“.

Tag 1675 – Corontäne Tag 2.

Es ist alles weiterhin unwirklich und seltsam. 907 bestätigte Fälle, über die Hälfte davon aus Österreich importiert. Drei Personen sind verstorben.

Die Kinder lieben es. Ich hasse es jetzt schon. Ich könnte die Wände hochgehen. Die Kinder sind happy mit Fernsehen aber das können wir ja jetzt nicht 5 Wochen machen.

Ich finde den Film scheiße und möchte jetzt bitte das Kino verlassen.

Hier ein Video zur Aufmunterung.

Tag 1666 – Schnipsel.

Hatte heute morgen Lust, beim Sport Musik zu hören. War aber nicht alleine und hab das deshalb gelassen.

Eine Beobachtung aus nun 2 Monaten recht regelmäßigen Trainings im Fitnessraum des Werks (und des Zolls): die allermeisten wärmen sich vorm Sport nicht auf und niemand sich ab. Direkt auf die Gewichte, fertig, los. Ist das eine Legende, dass man sich aufwärmen und nach dem Sport dehnen sollte?

Noch eine Beobachtung: ich kann Stöhner echt nicht ausstehen. Schnaufen geht noch halbwegs, aber die Sorte Mensch, die bei jeder Bewegung Grunz- und Stöhnlaute ausstößt, die kann bitte zu anderen Zeiten trainieren, finde ich. So… samstags.

Pippi hat heute I., der Mutter von B., erzählt, was Herr Rabe und ich machen, wenn sie und Michel bei der Babysitterfamilie übernachten (zuletzt vor Weihnachten, nächstes Mal nach Ostern, welch Dekadenz!), nämlich: tanzen. Und falls Pippi Sie mal fragt, was Erwachsene machen, wenn die Kinder nicht da sind, wissen Sie jetzt auch, was Sie antworten. Tanzen.

(Bevor sie „tanzen“ sagte, brach mir kurz der Schweiß aus, ehrlich gesagt. Auch, weil wir grad vom Klo kamen, weil Pippi musste, und sie mir da Vorträge über die Behaarung erwachsener und kindlicher Vulven anhand naheliegender Beispiele gehalten hatte.)

Pippi hat grad eine ausgeprägte Laberphase. Solche haben wir mit Michel ja schon mehrmals durch, insofern sind wir abgehärtet. Lustig ist, dass es Michel total stört. Die Schnitzel, die mir Michel schon an den Rücken gelabert hat, muss Pippi erst mal aufholen.

Bei der Arbeit stapelt sich alles bis unter die Decke, da kommt Corona (86, niemand ersthaft erkrankt oder im Krankenhaus) grad recht: einige internationale Meetings und andere Dinge fallen aus, das heißt, Leute sind plötzlich doch gar nicht sonstwo sondern im Werk und haben dazu noch nen leeren Terminkalender.