Tag 102 – Der Schnuller

Ich wage es kaum zu schreiben, aber das Kind braucht keinen Schnuller mehr. Es hatte ja den Schnuller am zweiten Tag seines Lebens bekommen, nachdem es eine komplette Nacht wie bekloppt an mir herumgesaugt hatte und ich einfach nur dankbar für alles war, was mir eine Stunde Schlaf ermöglichte. Tja und seitdem war es halt druff.
Meistens fand ich das mit dem Schnuller auch sehr praktisch. Nächtliches Gemecker? Schnuller rein, Kind schläft weiter. Gezeter im Supermarkt? Schnuller rein, böse Blicke abgewendet. Der fiese Arzt hat in den Finger gepiekt? Schnuller rein, schnell vergessen. Sie erkennen das Muster.
Bloß nachkaufen und abkochen ist halt nervig mit Schnullern. Und die Panik wenn man irgendwo ist und feststellt, man hat den Schnuller vergessen. Das ist aber selten passiert und das Abkochen haben wir mit zunehmendem Alter des Kindes auch mehr und mehr schleifen lassen. Insgesamt würde ich mich definitiv zu den Pro-Schnuller-Menschen zählen und finde es nach wie vor schade, dass das Baby sich mit Schnullern nicht so richtig anfreunden kann. Wobei es mittlerweile auch egal ist, dann entfällt wenigstens das nervige Abgewöhnthema.
Mindestens seit einem Jahr, also seit das Kind zwei war, haben wir nämlich immer mal wieder drüber gesprochen, dass das mit dem Schnuller jetzt mal bald beendet sein sollte. Wegen des Kiefers und wegen Karies und überhaupt brauchen so „große“ Kinder doch keinen Schnuller mehr. Wir hatten aber beide den Eindruck, das Kind brauche das eben doch noch. Und wir hatten – ich frisch wieder schwanger und zum Umfallen müde – beide keinen Bock auf nächtlichen Terror wegen des Schnullerentzugs, wo doch gerade endlich eine für alle zufriedenstellende Schlafsituation eingekehrt war. Also gut, dann etwas später, sagten wir uns. Dann zogen wir um, die neue Wohnung und das alles, das war so fremd und wir wollten das Kind nicht überfordern. Also durfte es weiter Schnullern. Der Bauch wuchs immer weiter, das Kind begann zu begreifen, dass da ein Baby drin war, das bald mit uns leben würde. Es stand ein Kindergartenwechsel an. Das Kind brauchte tagsüber keine Windel mehr. Wieder so viele neue Sachen: Ach komm, lass dem Kind den Schnuller, es ist eh schon so viel Neues. Und schon stand der dritte Geburtstag vor der Tür und es zeigte sich auch ein beginnender Überbiss. Ich hoffte deshalb auf den Zahnarzttermin, den Kinder hier mit drei Jahren erstmalig haben. Vielleicht, wenn die Zahnärztin sagt, dass das mit dem Schnuller aufhören muss? Nein, tat sie nicht. Trotzdem beschlossen wir, dass wir keine neuen Schnuller mehr kaufen würden und teilten dies dem Kind mit. Eigentlich benutzte es den Schnuller zu diesem Zeitpunkt schon nur noch zum Einschlafen und manchmal als Tröster bei Aua und Traurig. In den neuen Kindergarten nahm es keinen Schnuller mehr mit. Das Kind schien unsere Entscheidung zu akzeptieren und schmiss trotzdem immer mal wieder Schnuller weg, weil sie kaputt waren (scheinbar kann man sich an nem zerkauten Silikonschnuller prima die Zunge einklemmen) oder im Falle der Latexschnuller komisch schmeckten. Zuletzt hatte es noch drei.
Dann kam das Leckekzem. Das haben viele Kinder, auch welche ohne Schnuller. Es kommt vom dauernden Lecken oder Besabbern der Mundregion. Da wird die Haut um den Mund erst sehr trocken und rissig und schließlich wund und nässend. So weit kam es bei uns nicht, weil wir immer gut cremten und außerdem das Kind überzeugten, dass der Schnuller jetzt wirklich nicht gut sei. Und siehe da: das Kind verstand das! Wirklich, der Vorteil eines Dreijährigen ist das es sowas eben schon versteht und dann eben von sich aus entscheiden kann, dass die Lippe ja schon so unangenehm brennt und wenn die Eltern sagen, das wird besser, wenn man nicht schnullert, dann kann man das ja mal probieren. Zudem wir eben auch überzeugt waren, dass es wirklich besser werden würde, wenn es auch ohne Schnuller schlafen würde und entsprechend klar auftreten konnten. In der ersten Nacht schloss ich mit dem Kind den Kompromiss, dass es mit Schnuller einschlafen könne und ich ihm nach dem Einschlafen den Schnuller aus dem Mund nehmen und weglegen würde. Das klappte gut. Am zweiten Abend gab es eine kurze Diskussion, aber das Argument mit der Lippe zog. Am dritten Abend versuchte das Kind mich anzuschwindeln, seine Lippe sei ja schon heile („Aua weggeflogt, nicht mehr weh!“). Ich nahm es mit Humor, wies auf die nach wie vor kaputte Lippe hin und schlug vor, es heute nochmal ohne Schnuller zu probieren. Die letzten Nächte habe es ja auch schon ganz toll geklappt. Das fand das Kind ok.
Und seitdem hat das Kind nicht mehr nach dem Schnuller gefragt. Das ist jetzt ne Woche her.
Klar hätte ich mir gewünscht, dass es früher passiert wär. Ich hätte mir auch gewünscht, dass es keine kaputte Lippe als Anstoß gebraucht hätte. Ich will auch absolut gar nicht behaupten, dass es immer total problemlos abgeht mit der Entwöhnung, wenn man sie einfach immer wieder herausschiebt. Ich weiß auch nicht, was wir mit den drei verbliebenen Schnullern machen sollen*. Aber letztlich war es gut, dass das Kind selbst entschieden hat, es ohne Schnuller zu probieren. Und dann erkannt hat, dass es gut ohne geht. Und am Ende ist ein Schnuller eben für Babys. Und nicht für große Kinder.

 

*(Als ich mit dem Rauchen aufgehört hab, hatte ich noch mindestens ein Jahr lang eine Packung Tabak in meinem Zimmer liegen. Als Rückversicherung, dass ich ja könnte, wenn ich wollte. Allerdings war ich da auch 23 und nicht 3.)

Tag 101 – Wieder da

Das Baby und ich sind wieder zu Hause. Der Rückflug war wesentlich entspannter, kein Wind aus Südwest oder sonst einer Richtung. Das Baby hatte wohl etwas Druck auf den Ohren, war dann aber an der Brust recht zufrieden. Mit dem Zug heim, kurz den Koffer reingeschmissen und die Schuhe gewechselt. Eigentlich muss ich nämlich wegen Spreiz-Senkfuß Einlagen tragen und nach fast vier Tagen mit sehr viel Rumgelaufe taten mir ordentlich die Füße weh.

Dann sind das Baby und ich direkt wieder los und haben das Kind vom Kindergarten abgeholt. Das Kind war schwer begeistert, dass ich wieder da bin und zeigte es indem es sich komplett selber und unaufgefordert seine Schuhe anzog (ohne Ziegenfüße!!!) und dann sehr sehr schnell auf seinem Kickboard nach Hause fuhr. Und jedes Mal sofort anhielt, wenn ich rief, es solle warten. Und überhaupt das allerbeste Vorzeigekind der Welt war. Natürlich musste ich es dann auch ins Bett bringen und so. Leider fand das Baby das überhaupt nicht gut, dass es beim Papa sein sollte und nicht wie die letzten 84 Stunden konstant bei der Mama. Und damit sind wir auch schon bei dem was heute echt scheiße war: Das Baby brüllte total krass herum; obwohl Herr Rabe es in die Trage geschnallt herumtrug beruhigte es sich mal so gar nicht sondern wurde immer hysterischer. Und das kann ich wiederum überhaupt nicht ab, ich ertrage das nicht, wenn das Baby weint, das tut mir körperlich weh, das anhören zu müssen. Gleichzeitig will ich auf gar keinen Fall diese Mamafixiertheit zementieren oder gar Herrn Rabe Vorwürfe machen, er mache das falsch, das müsse soundso und hallo, Maternal Gatekeeping. Herr Rabe machte ja auch nichts falsch, außer, dass er nicht ich ist. Aber was macht man denn da? Ich bin fest überzeugt, dass Papas genauso gut trösten können wie Mamas, und dass auch die Nummer zwei vom Kind liebgehabt wird. Und ich finde es furchtbar für Herrn Rabe, dass das Baby den Papa grade so ablehnt. Ich finde mich furchtbar, wenn ich Herrn Rabe das Baby dann abnehme, damit es ruhig ist und mein Herz nicht mehr so bluten muss und ich damit aber dem großen Kind seine exklusive Mama-bringt-mich-ins-Bett-Zeit nehme. Das ist alles total scheiße und ich weiß nicht, was tun. Irgendwelche Tipps irgendwer?

Tag 100 (!) – Oslo Tag 3

Ich sitze hier mit dem Baby auf dem Bauch, das immer noch schluchzt weil es eben einen hysterischen Anfall hatte oder so, es hatte sich ordentlich eingekackt und dann vorm Wickeln schon wie am Spieß gebrüllt, beim Wickeln weiter gebrüllt als würde es grade mit kochendem Wasser den Po gewaschen bekommen und dann noch eine weitere halbe Stunde untröstlich geschrien. Sowas nimmt mich immer sehr mit, ich würde ja gerne helfen, aber weiß nicht was los ist und alles was ich mache ist irgendwie egal und macht es bestenfalls nicht schlimmer aber eben auch nicht besser. Außerdem hat das arme Baby jetzt auch außer der Windel nichts an und ich habe Angst, dass es gleich wach wird, wenn ich versuche es anzuziehen. 

Heute haben ich und das Baby und A. Menschen getroffen, die ich mal auf einer Konferenz an einem sehr sehr kalten Ort kennen gelernt habe: M. und E. . Wir trafen uns im Café Liebling, das ist in einem Osloer Hipsterviertel und da war es sehr schön. Wir waren sehr lange da. Dauernd gingen Menschen mit Babys umgebunden am Fenster lang. Da muss es echt unheimlich viele Babys geben in dem Viertel da. Irgendwann bemerkte ich, dass es in dem Café ein klitzekleines Stück Heimat käuflich zu erwerben gibt:

  
Also jetzt nicht das Wasser. 

Danach sind A. und das Baby und ich auf die Oper geklettert, ich habe spektakulär versagt beim Versuch ein Panoramafoto von Oslo bei Nacht zu machen und dann sind wir ganz schnell wieder runter, es war nämlich windig oben und arschkalt.   

 
Barcode-Project oder so heißen die Hochhäuser links und die waren wirklich hübsch. Ich kann halt nur nicht fotografieren. 

Dann gab es noch Beleuchtungskunst auf dem Gehweg:

  
Und danach leckeres indisches Essen, Kakao und Gedanken darüber, wie (Mittel-)Norwegen aus A. und mir komische, kontaktscheue Wesen gemacht hat. 

Morgen nach Hause und die restliche Familie herzen. Das wird schön. Obwohl Oslo auch echt toll ist. Echt. 

Tag 99 – Oslo Tag 2

Huiiii schon so spät.

Heute war ich ein Harry Hole Fänchen, dann haben wir lecker Sachen gegessen, dann noch leckerere Sachen gegessen und dann Kakao mit Marshmallows am Kamin getrunken, geschnackt und Fotoalben angeguckt. 

Sehr schön hier. Sehr sehr schön. 

(Ich habe gehört, dass die WordPress App ungern Fotos hochlädt. Falls Sie also gleich kein Foto sehen, stellen Sie sich ein Harry Hole Klingelschild vor. Und Restaurant Schrøder.)

   
 

Tag 98 – Oslo Tag 1

Das Baby und ich sind ja heute nach Oslo geflogen, das war sehr aufregend. Ich habe nämlich Flugangst. Irrational, ich weiß, hilft aber leider nicht. Übersprungshandlungsmäßig hab ich deshalb im Vorfeld drölfzig Selfies gemacht und bei Twitter gepostet. Dann aber nach dem Boarding das hier als Durchsage:

Da wollte ich schon gerne wieder raus aus dem Flugzeug. Wirklich wirklich gerne. Das war aber keine Option, leider. Der Start war dann auch einfach furchtbar, ich war nicht die einzige, die trotz Vorwarnung  mehrmals scharf die Luft einsaugen musste. Möglicherweise war ich die einzige, die fast zu heulen angefangen hätte, das weiß ich nicht, ich hab ja nicht alle gesehen. Irgendwann waren die Turbulenzen dann aber vorbei und es ging ok weiter. Die Landung war gut, nur die Wolken hingen extrem tief, das finde ich immer etwas verwirrend. Müssen die Piloten denn gar nix sehen, wenn sie den Flughafen ansteuern? Das Baby hat den halben Flug an mir herumgenuckelt und die andere Hälfte verschlafen, das war also auch gut. 

Dann wurden wir von A. und A. Vom Bahnhof abgeholt, gingen zu Fuß nach Hause, aßen leckere Veggieburger mit selber gemachten Buns und Bratlingen und schnackten noch bis spät. Insgesamt sehr schön hier :) Das Baby fremdelt ein bisschen mit der neuen Umgebung oder es ist einfach zu spannend, jedenfalls möchte es nicht gerne schlafen. Zu blöd, ich nämlich schon.

Tag 97 – Fertig!

Diesmal kein Wochenende in Bildern. Weil hier einfach nichts spektakuläres passiert ist. Ich habe Brot gebacken, das Kind durfte „Esla und der Elf“ (Besser bekannt als „Frozen“. Der Elf = Olaf.) gucken, wir haben geputzt und vor allem hab ich die Jacke fertig genäht. Hier die Foto-Love-Story:

Freitag Abend: Außenjacke ist fertig.

Samstag Abend: Innenjacke ist auch fertig. Der blöde Untertritt hat ewig gedauert, wegen der blöden Anleitung.

Heute Abend und fertig. Und ich nach mal so: ich kann zwar nicht gut stricken, aber das mit dem Nähen könnte noch was werden. Vor allem macht mir das tatsächlich Spaß.


Das Baby hatte keinen Bock auf Anprobe. Deshalb nur ein unscharfes Bild. Erwartungsgemäß ist die Jacke noch (viel) zu groß. Soll ja ne Weile passen, ich näh schließlich nicht jede Woche so n Ding. Wunderbar warm ist sie tatsächlich, der Außenstoff ist ein bisschen kratzig weil Wollfilz, aber ist ja nur außen und innen ist die Jacke unheimlich kuschelig weich, ich will auch so eine! Vor unserem Ausflug morgen nach Oslo wird das aber nix mehr.

Und noch was: Ich verstehe jetzt, wieso meine Oma immer ziemlich genervt war, wenn ich wieder alle Stecknadeln bis zum Anschlag in das Nadelkissen gestopft hatte…

Tag 96 – Sprachlos

Was müssen das für Leute sein, die irgendwo hingehen, ganz viele Leute erschießen, sich am Ende selbst in die Luft sprengen und dabei noch ein paar Menschen töten und ersthaft glauben, irgendein Gott fände das gut? Ich kriege die Gedanken heute nicht aus dem Kopf. Ich wickle und bespaße das Baby und denke daran, das auch die Terroristen vermutlich mal fröhliche, rotwangige Wonneproppen waren, die von ihren Eltern auf den Bauch gepupst wurden. Ich spiele mit dem Kind und denke, dass auch die Terroristen mal Kleinkinder waren, die sich draußen beim Spielen eingesaut haben. Die gesungen haben und getanzt. Ob die auch eine Mama hatten, die gesagt hat: „Hier wird nicht Schießen gespielt!“, „Krieg ist kein Spiel!“, „Wir tun uns nicht gegenseitig weh!“? Vielleicht. Und trotzdem tun sie als junge Menschen so was. Töten andere, im Glauben, das würde ihrem Gott nützen oder gefallen. Töten völlig wahllos Leute, die zufällig irgendwo sind. Nehmen Kindern die Eltern, Eltern die Kinder, Menschen die Geschwister und Freunde. Einfach so.

Das macht mich traurig. Wütend. Verständnislos. Sprachlos.

Tag 95 – Ein Mond!

Bei dem Entwicklungsgespräch im Kindergarten am Mittwoch wurde uns, neben viel Positiven, auch mal wieder bestätigt, dass das Kind ungern lange auf seinem Po sitzt und irgendwas macht, zum Beispiel malt oder bastelt. Nach fünf Minuten wird es ihm langweilig und dann kommt beim Malen oft „Du malen!“ inklusive Bestellung der absonderlichsten Motive. Außerdem wollte der Kindergarten wissen, wie wir zu Hause Grenzen setzen, das Kind wolle nämlich gerne alles bestimmen und bekäme dann Wutanfälle, wenn es seinen Willen nicht erfüllt bekäme. Wir bestätigten, dass das auch bei uns der Fall sei, wenn wir uns mal durchsetzen müssen, beschrieben ein bisschen unsere Situationen (Zähneputzen, Bettzeit, Essen…) in denen es potentiell knallt und wie wir damit umzugehen versuchen. Im Grunde finde ich ja fast schon gut, dass das Kind seine A-Phase auch im Kindergarten auslebt, immerhin scheint es sich da so sicher zu fühlen, dass es nichts „verstecken“ muss und einfach es selbst sein kann. Der Kindergarten fand das auch nicht außergewöhnlich oder so, in dem Alter ist das ja komplett normal. Aber natürlich hat ein Kindergarten nicht immer die Möglichkeit, mit jedem einzelnen Wutzwerg Kompromisse zu schließen, zu reden und die Gefühlsausbrüche zu begleiten. Davon wollte ich aber gar nicht schreiben, ich schweife ja total ab. Heute morgen nämlich habe ich einen möglichen Grund für das momentan wieder ziemlich anstrengende Verhalten des Kindes: es lernt grad ganz viel. Scheinbar. Sehen Sie hier:

In diesem Bild sind zwei Entwicklungssprünge versteckt.

Ja, das sieht aus wie eine normale Kinderkrakelei. Für uns sind aber zwei Dinge neu. Das krömpelige Ding im linken unteren Bildquadranten nämlich, das grün übermalte schwarze, sehen Sie das? Das hat das Kind nach Ansage „Mond male jetzt.“ unter höchster Konzentration gemalt. Und ist dann total ausgeflippt vor Freude, weil tatsächlich etwas dabei rausgekommen ist, dass wie ein Mond aussieht. Und ich bin gleich mit ausgeflippt, ehrlich gesagt. Ein Mond! MEIN KIND HAT EINEN MOND GEMALT! Der Wahnsinn. Und weil der Mond ja ziemlich klein ist, sollte ich dann noch einen großen Mond malen (und einen Stern). Als ich mit Kaffee machen fertig war, zeigte mir das Kind das Bild und hatte den großen Mond ausgemalt, fast ohne übermalen! Ohne Scheiß, vor vier Wochen noch fragte mich Herr Rabe, ob es eigentlich normal sei, dass das Kind immer noch nur Gekrakel „malt“, alle Farben bunt durcheinander und grooooße Bewegungen über das ganze Blatt (und darüber hinaus). Aber jetzt kann das Kind mit einem mal sowohl einfache Formen malen als auch Dinge ausmalen*. Ist das Auge-Hand-Koordination? Irgendwie so was, es hat nämlich auch heute mit mir Ball gespielt und kann plötzlich den Ball fangen! Vor zwei Wochen noch klappte das in ca. einem von zehn Malen, heute eher so zwei Drittel. Ganz ehrlich: wenn ich plötzlich so viele grundlegende Dinge lernen würde, wäre ich emotional wohl auch etwas aus der Balance.


Was ganz anderes: Work in Progress.


Die Ohren sehen mehr aus wie kleine Hörnchen, aber ich bin trotzdem sehr stolz auf mich. Beim Nähen bin ich nämlich (positiv ausgedrückt) Autodidakt, vielleicht nicht komplett unbegabt aber ein Kurs würde sicher nicht schaden. Hatte ich bisher aber keine Zeit zu.

*Falls Sie sich fragen: das große in der Mitte ist ein Boot mit Auspuff und Fenster. Da sag ich jetzt mal nichts zu.

Galerie

12 von 12 im November

Zwölfter des Monats, mit Fotos den Tag dokumentieren. Finde ich gut, habe ich wieder gemacht. Bitte schön:

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Das zieh ich an, das zieh ich an, damit man mich nicht übersehen kann. (Und ich nicht friere)

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Fahrrad-Parkplatz/Sauna. Ratet mal, wem das Rad mit Kindersitz gehört.

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Guten Morgen liebe Orga-ToDo-Liste.

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Quark macht stark. :D

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Lunch: Für den Vegetarier gibt’s nur Kartoffel heute.

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Heute wurde ein neues Hipster-Café hier im Haus eröffnet.

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Vorhin am Kindergarten. Nachdem wir fast den Schirm vergessen hätten.

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Das Kind behauptet ich müsse es die Treppe hochtragen, weil es nichts sieht.

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Habe vegane Tomaten-Quiche gemacht. Muss aber noch warten, weil ich bring jetzt das Kind ins Bett.

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Der kleine blaue Elefant hat das Kind dann doch endlich in den Schlaf gedudelt.

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Ich komm nicht weiter :( Erstmal Schluss für heute…

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Gute-Nacht-Kakao. Mit ’nem Milchschäumer gerührt.

Diesmal war übrigens Frau Rabe schneller mit ihrem Beitrag fertig. Noch viel mehr 12 von 12 findet man bei Draußen nur Kännchen. Da werde ich mich jetzt auch noch verlinken. :)

Tag 94 – #12von12 im November 2015

Der Tag fing wie immer zu früh an, aber immerhin leuchtet mir der Hase schonmal ein bisschen.

Das ist übrigens mein Stillämpchen, meine Kinder kriegens nämlich nicht gebacken, im Dunkeln anzudocken. Das war beim Kind schon so und auch das Baby hat es gerne etwas heller. Der Hase geht aber nach zehn Minuten von selbst aus, sodass nicht die ganze Nacht das Licht brennt.

Sehr viele Kuscheleinheiten und ein paar Wutanfällchen später sind wir dann alle auf dem Weg in den Kindergarten. 

Es regnet nicht. Dem Kind ist das egal.


Wieder zu Hause haben wir diese süße Idee unseres Freundes An Onym im Briefkasten, der möchte, dass wir seiner Frau einen Brief für den diesjährigen Adventskalender schreiben.

Und dann ist auch endlich Zeit für Kaffee.

Das Baby hatte heute keinen Bock auf gar nix außer rumgetragen werden, also musste ich mich unter Gebrüllbegleitung fertig machen für den Statistikkursübungsaufgabenbesprechungstermin. Und fast wär ich dann doch zu spät gekommen, weil ich das Baby eben doch dauernd hochgenommen und getröstet hab zwischendurch.

(Mein letzter Haarschnitt ist fünf Wochen her, hat 100 € (!!!) gekostet und war scheiße.)

Im Krankenhaus noch schnell einen riesengroßen Kaffee geholt und zum Seminarraum gespurtet, wo die Luft schon wieder stand und ich mir ausrechnen konnte, wie sich meine Kopfschmerzen wohl bis zum Ende des Termins potenzieren würden. 

VIER STUNDEN SPÄTER. Ich esse mein mitgebrachtes (selbstgebackenes) Käsebrot und die doofe Autokorrektur macht mir meinen Helge-Schneider-Witz kaputt.

„Superschnell“ Käsebrot.


Endlich auf dem Heimweg. Der Bus ist sehr voll, die Kopfschmerzen sehr doll, die Sonne sehr weg und die Laune sehr schlecht.

Diese Ampel wird nur alle Jubeljahre mal grün.


Das Baby und ich haben dann erstmal ne Stunde auf dem Sofa gedöst, das war schön und in Verbindung mit Ibuprofen half es auch gegen den dicken Kopf. Dann kam das Kind an, war aus irgendeinem Grund nackt und turnte auf uns herum. Dabei entstand diese interessante Bildkomposition:

Dann ohne nochmal was zu essen ganz fix und ganz angepisst zum Tanzen gespurtet. (Dem Herrn Rabe ein vollgekacktes, brüllendes Baby in die Hand gedrückt. Sorry nochmal.) Etwas zu spät angekommen, aber nur eine Hälfte der ersten Aufwärmung verpasst. Puh. 


(Ich mache beim Tanzen im Winter immer Zwiebeltechnik. Deshalb ist die modisch fragwürdige Joggingbuchse über der modisch nicht weniger fragwürdigen Strumpfhose mit Fußloch.)

Heute war die erste Probe für die Show mit Kostümen. Hübsch sind die. Fast finde ich ein bisschen schade, dass ich nicht dabei bin.

Endlich zu Hause und das lecker vom Herrn Rabe gekochte Essen genießen. Auf dem Sofa. Schön ist das.

Mehr 12von12’se finden Sie wie immer beim Kännchen-blog. Mit Suchtgefahr. Und Kuchen-Content.