Tag 1408 – Auch wieder nur Piep.

Heutiger Grund: bei den Kindern eingeschlafen. Da zwei Stunden komatös gepennt bis Herr Rabe nach Hause kam. Ist wohl nötig grad (Zyklus und so).

Heute auch 10. Hochzeitstag, Prööt, alles Liebe, Dings. Wir feiern am Freitag und überschwängliche Liebeserklärungen folgen dann mit frisch gepeeltem Körper und nach einem teuren Glas von irgendwas. Ich lieb dich :*

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Möchte nicht so müde sein. Morgen mache ich (g)hjemmekontor, vielleicht hilft das ein wenig. (Kontor = Büro; hjemme = zu Hause; gjemme = verstecken [das g und das h sind beide stumm, es hört sich also komplett gleich an.])

Tag 1406 – Swuuusch.

Die letzten zwei Wochen Probezeit sind angebrochen, wo ist denn das letzte halbe Jahr hin bitte? Wie wahrscheinlich bei allen ist bei uns auch vor den Ferien die Geschäftigkeit groß, alles muss noch Ferien-fertig werden. Hier noch ein paar Altlasten abschließen, da noch was wegarchivieren, diese Zulassung noch rausschicken und jenes Zertifikat. Die nächsten Tage werden einigermaßen vollgepfropft, dann noch Montag und Dienstag nächste Woche eine letzte Inspektion, Sommerfest, Kollegenabschied, dies, das und dann: Urlaub. Ein echter, verdienter Urlaub. Verdient aber unbezahlt aber Tjanun. Nächstes Jahr dann auch bezahlt. Dieses Jahr müssen halt die Überstunden dafür herhalten, das ist schon in Ordnung.

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Michel und ich waren heute bei den Zweitklässlereltern. Das war drei Leuten sehr unangenehm: Michel, mir und dem Vater, der die Tür öffnete. Seltsame Situation, mitten in Norwegen geht man nicht einfach zu Leuten und sagt „hallo, ich wollte mal mein Gesicht zeigen und hallo sagen und dass der Tankstellenausflug gar kein Problem gewesen wäre, wenn die Jungs uns Bescheid gesagt hätten“. Es stellte sich heraus, dass auch der Zweitklässler nicht bis zur Tankstelle darf. Hups.

Den Rückweg (auf dem Hinweg war Michel mit Nörgeln beschäftigt, dass er da nicht hin will und auf gar keinen Fall irgendwas sagen wird und das überhaupt total doof ist alles) haben wir dann genutzt um ein paar Begriffe zu klären, nämlich „peinlich“ und „unangenehm“. Wie putzig mein Kind ist, es weiß nicht, was das Wort „peinlich“ bedeutet. Und erklären sie das mal, das ist gar nicht so einfach. Ich habe ihm erklärt, dass die Situation grad für mich auch unangenehm war, weil ich die ja nicht kenne und nicht weiß, wie die reagieren, aber dass mir das nicht peinlich war. Es aber ok und verständlich ist, wenn ihm das peinlich war. Dann haben wir Regeln festgelegt, zusammen. Michel darf bis zur Unterführung und nicht weiter, ohne Bescheid zu sagen. Wenn wir ihn irgendwo vermuten, er aber für länger woanders hingeht (anderer Kumpel, Spielplatz, whatever), sagt er auch Bescheid. Nicht-Befolgung führt zu Suspendierung eben dieser Privilegien.

Puh. Jetzt muss ich nur noch für ein autofreies Eidsvoll von hier bis zur Unterführung sorgen, dann kann ich wieder ausatmen.

Tag 1405 – Wurm drin.

Unsere Familienkommunikation lässt grad ein wenig zu wünschen übrig. In alle Richtungen. Gestern dachte ich noch, dass man mit Michel inzwischen wirklich gut reden kann, weil wir eine echt gute Absprache zum Thema „Fernsehen in den Ferien“ getroffen haben. Ich sagte, wir müssen das absprechen, Michel machte Vorschläge, ich fand die dann zu streng (!!!) und wir einigten uns auf was in der Mitte. Heute machte Michel dann aber ordentlich Mist. Er spielte mit einem Jungen aus der 2. Klasse, erst brach der Hahn der Regentonne unter mysteriösen Umständen ab, was zunächst mit Tesa zu kaschieren versucht wurde, dann wurde versucht, Beweismittel* verschwinden zu lassen**. Das fanden wir aber alles erst raus, nachdem Michel, den wir bei eben jenem Zweitklässler zu Hause (drei Häuser weiter) vermuteten, aus der Gegenrichtung eintrudelte: sie waren an der Tankstelle*** gewesen, Süßigkeiten kaufen. Ich weiß nicht, ob die Zweitklässlereltern**** das wussten, wir jedenfalls nicht. Ich machte eine klare Ansage, die Michel schon geknickt hinnahm, Herr Rabe machte allerdings wenig später eine sehr viel wütendere Ansage***** und nun will Michel zwei Wochen lang kein Fernsehen gucken******.

Ach ja, Kinder. Sie werden so schnell groß und der Scheiß, den sie machen, auch. Ich tue mich ja schon schwer damit, ihn überhaupt so rumstreifen zu lassen, andererseits denke ich, das habe ich doch auch gemacht, dann wiederum war das auch in den 90ern, da hatte noch nicht jede Hausfrau nen fetten SUV, der das Kind einfach zermalmen würde. Ich möchte nicht herumhelikoptern, aber so einen kleinen Sender mit Mikrofon, ist das helikoptern? Ich will doch nur, dass es meinem Baby gut geht. Ich hab so schreckliche Angst vor bösen Leuten, die Kindern böses wollen, vor Autos und vor LKWs. Das sind alles meine Probleme, nicht seine, ich muss damit klarkommen und loslassen und all das, das weiß ich, aber es ist so schwer. Und sich nicht abmelden, wenn man zur Tankstelle fährt, macht es nicht leichter.

(Mein Baby! Mit seinem orangenen Fahrradhelm, der immer schief sitzt. Der Zahnlücke und allem. Draußen allein in der Welt. Wahhhh!)

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*der Hahn

**aufs Dach der Gartenhütte geworfen

***die ist an der Schule, zu der man ja laut Schule die Kinder auf gar keinen Fall vor der 5. Klasse allein mit dem Rad fahren lassen kann. 1,7 km. Quasi am anderen Ende der Welt.

****Die ich gar nicht kenne, da werde ich morgen mal vorbei gehen (mit Michel) und mich vorstellen und meine Telefonnummer da lassen, falls mein Kind in Gesellschaft des Zweitklässlers nochmal unauffindbar sein sollte

*****unabgesprochen mit mir, siehe Titel

******keine Ahnung wie er darauf kommt. Herr Rabes Ansage lautete auf „heute und morgen nicht“. Ich glaube, Michel hat eine Tendenz, sehr streng mit sich zu sein. Weiß ich ja auch nicht, woher er das hat (Ironie off).

Tag 1404 – Punk…

… ist tot. Mausetot. Punk hat 2,5 Stunden Die Ärzte-Mitschnitt vom Rock am Ring geguckt (hier, aber nur noch bis morgen irgendwann), dabei Weißwein getrunken und die Fußnägel lackiert. Aber schön war’s. Die Herren Farin und Bela sind ja inzwischen auch Ü fast 60. Trotzdem noch eine schöne quatschige Sache abgeliefert. Ich mag das einfach, die können von mir aus auch den ganzen Abend nur Witze erzählen, mir alles egal: beste Band der Welt. Isso.

Oder wie Herr Rabe sagte: „das dauert 2,5 Stunden weil die die ganze Zeit nur labern!“

Tag 1403 – Zipperlein.

Das Alter. Uffuffuff. Ächz, Seufz, Stöhn.

Spaß beiseite: ich hab Schulter und das seit Wochen. Ich glaube ich ziehe die rechte Schulter unbewusst dauernd hoch, selbst im Sitzen und auch mit Maus mittig vorm Bauch noch (was übrigens nach kurzer Umgewöhnung und wenn man meist *entweder* tippt *oder* längere Mausdinge macht eine echt gute Sache ist). Die Schulter tut leider immer weh und ich fürchte, sie sagt ganz einfach, sie möchte mehr Bewegung und mehr Muskeltraining haben, das möchte vermutlich mein ganzer Rumpf, was sage ich, der ganze Körper. Das muss ich dringend wieder in Angriff nehmen, jetzt hab ich ja so langsam Routine bei der Arbeit und bin halt eh immer müde, dann doch vielleicht gleich richtig und wieder ein tägliches Sportprogramm, und wenn es nur 10 Minuten sind.

Jedenfalls, damit fange ich bald an. Morgen oder so. Nächste Woche. Ganz bestimmt. Heute Abend trinke ich Wein und lasse mich von Herrn Rabe massieren, das hilft auch schon recht gut.

Tag 1402 – Nicht so schlau.

Huch, so spät schon!

So geht es mir gerade jeden Tag und jeden Morgen dann auch, wenn der Wecker klingelt: huch, schon Aufstehzeit. Mag nicht. Noch fünf Minuten. Nochmal fünf Minuten. Oh, jetzt wird’s echt Zeit. Oh, ich renne schon wieder zum Bus.

Lerneffekt? Nope. Jeden Abend wieder: huch, so spät schon, zackig ins Bett, duschen* noch, dann bloggen, hups, alle guten Blogideen sind wie weggeblasen, naja, nicht so schlimm, ist ja auch schon spät. Klug. Nicht.

Ich schiebe folgende Gründe vor:

  • Es ist einfach immer hell, man kann auch um zehn noch ohne elektrisches Licht Stoffe zuschneiden, Melamin, dings.
  • Die Kinder kommen (s.o.) abends auch schlecht ins Bett und kaum zur Ruhe, bis ich aus dem Kinderzimmer raus bin ist es also auch meist schon halb neun und bei aller Liebe, ich will schon gern noch was von meinem Abend haben bevor ich mich selbst ins Bett schicke
  • Schlechte Jobhygiene (nicht nur bei mir) führt dazu, dass ich oft abends noch Mails bekomme, lese und beantworte (nur interne Inspektoratssachen und nur kurze Dinge, die sich am Handy erledigen lassen)
  • Wenig Sport macht körperliche Unruhe (und auch Zipperlein aber das ist ein anderes Thema)
  • Kinder schlafen gern auf mir und ich deshalb ultra schlecht (das als vorgeschobener Grund warum ich nicht aus dem Bett raus komme)

Aber letztlich… ich komme halt abends nicht ins Bett und morgens da nicht raus weil mein Biorhythmus was ganz anderes will. Es scheitert also an meiner inneren Uhr und dass meine Willenskraft das mit zunehmendem Schlafdefizit unter der Woche irgendwann nur noch gerade so ausgleichen kann. Mich retten also meine Willenskraft und ein großes Talent und viel Übung im Sprinten zu öffentlichen Verkehrsmitteln. Wunderbar. Wenn ich groß bin lerne ich auch was aus dieser Erkenntnis, ich weiß nur noch nicht, was genau.

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*abends duschen spart morgens 10 Minuten und ich schmiere kein Haarzeug ins Kissen. Deshalb versuche ich mir das grad anzugewöhnen.

Tag 1401 – Hammer und Nägel.

Heute ein „externes Meeting“ gehabt. Das heißt, ein Meeting mit Leuten von außen. Das machen wir, wir beraten ja auch* und falls Sie planen, in Norwegen eine große Tablettenfabrik oder sowas zu errichten, bitte fragen Sie erst, wir sind da gern behilflich, jedenfalls ist uns das viel lieber als dass wir hinterher meckern müssen.

Das externe Meeting war ein erstes Treffen, es wurde uns also erst mal recht viel und detailliert über das geplante Projekt erzählt. Derjenige, der die Idee zu dem Projekt hatte ist Professor und ein überaus guter Redner, es war angenehm ihm zuzuhören, er erzählte erst eine rührende Geschichte über den Hund seiner Tochter, es war alles ganz dramatisch mit Spannungsbogen und allem, wirklich sehr unterhaltsam. Aber wie das so ist mit dem Wissenschaftsvolk: das eigene Fachgebiet ist einfach überall relevant. Die Immunsystemleute: das Immunsystem ist alles, Krebs, Alzheimer, die Waschmaschine frisst Socken: an allem ist das Immunsystem schuld. Für DNA-Reparaturleute ist es halt eine Deregulation der Reparaturprozesse. Für Mikrobiomleute: genau. Und auch dieser Professor hatte seinen Lieblingshammer und sah überall Nägel, Prostatahypoplasien, offene Diabetesbeine, der Hund der Tochter, alles Nägel, nehmt mein Zeug es wird alle Nägel versenken!!!

Doch, es war wirklich interessant. Mal gucken, ob die Geschichte weitergeht, mein Kollege und ich waren vielleicht ein wenig desillusionierend.

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*schließlich ist einer unserer Werte „Teile“. Also eigentlich „wir teilen“, nämlich Wissen, innerhalb und auch nach außen, aber so wie es in der Liste unserer Werte steht heißt es „Teile“ oder ganz streng genommen „wir sind… und Teile“ und es macht mich immer, immer, immer ganz wuschig

Tag 1400 – Alles drin.

Heute morgen dachte ich schon, dass heute ein besonderer Tag sein müsse, heute Nachmittag bestätigte sich das.

Was ich mich dabei ja oft nicht zu schreiben traue: mit „alles möglich“ meine ich nicht nur ein Verbot der AfD, Weltfrieden, Erfindung der CO2-Speicherkapsel sondern auch Meteor trifft Erde, Zombieapokalypse, sofortiges Versiegen des Golfstroms.

Tatsächlich war der Tag dann recht ok und ich wiegte mich in Sicherheit bis etwa 16:30. Arbeit war ok, ich schaffte es in den Stoffladen und kaufte da was ich wollte und nicht viel mehr und kam mit unter 15€ auf dem Bon wieder raus. Ich bekam den Zug um 16:24 und da fing es an irgendwie zu haken, der Zug war viel zu spät und dann auch überfüllt, ich hatte Kopfschmerzen und nicht so richtig Lust auf das Sommerfest der Erstklässler.

Was mir dann aber echt die Laune versaute, war, dass Herr Rabe meine Abrechnung für das Gehalt, das ich von der Chipsfabrik nie bekommen habe und das letzte Woche aus dem Lohngarantiefonds bezahlt wurde (juhu!), dabei hatte. Denn da ist dem Insolvenzverwalter ein ziemlicher Schnitzer unterlaufen, der dazu geführt hat, dass er mir viel (!) zu viel Einkommensteuer abgezogen hat. Nun hab ich ja die Einkommensteuererklärung schon längst gemacht (wir erinnern uns – da meldete sich der Insolvenzverwalter auf meine Nachfragen, wie ich das denn da angeben solle, einfach nicht), das heißt, ich darf dann wohl morgen beim Skatteetaten anrufen und nachfragen, was ich jetzt machen muss um irgendwann dann mal mit der Steuerrückerstattung dieses Geld zurück zu kriegen, eventuell halt erst nächstes Jahr. Zombieapokalypse wär mir fast lieber gewesen als nun weiter mit dieser Chipsfabriksache rumzulaborieren.

Wie heißt es so schön? Jede Firma kriegt den Insolvenzverwalter, den sie verdient.

Zur Auflockerung: heute keine Zombieapokalypse und ein Bild, das Michel beim Sommerfest gemacht hat.

Tag 1399 – Kinder zu verleihen.

Ich fühle mich ja immer echt schlecht, wenn ich das mache, aber heute Mittag ging mir Michel so auf den Senkel mit seiner zur Schau getragenen Langeweile, dass ich I. schrieb, ob Michel nicht B. besuchen könne, der ginge zu Hause die Wände hoch. Kein Problem, schrieb I., es ist eigentlich nie ein Problem außer sie sind nicht da oder krank, außerdem haben sie das riesige Haus und den noch viel riesigeren Garten umgeben von Äckern weil sie halt einen großen Bauernhof bewirtschaften. Das Haus ist jetzt im Sommer noch viel schöner als im Winter, am liebsten hätte ich mich gleich mit eingeladen, aber ich wollte ja auch nähen und so lieferte ich Michel ab und fuhr… tanken. „Nur“ 15,55 kr/L, zwei Kronen weniger als irgendwann letzte Woche, aber immer noch 2 Kronen mehr als ich zu bezahlen wünsche, also tankte ich nur halb voll.

Zu Hause nähte ich dann den Rock fertig, er hat jetzt ein Bündchen und einen Geradband-eingefassten Saum im Ex-Lieblingshosenstoff, sehr hübsch sieht das aus. Morgen besorge ich einen Reißverschluss und ein bis zwei Knöpfe. Zwischenfall: ich kam in den Rock zwar durch über den Kopf ziehen trotz zugenähter Reißverschluss-Öffnung rein, aber dann nicht wieder raus. Keine Ahnung, wie ich das geschafft habe, aber es war mir nicht möglich, meine Schultern wieder aus dem Ding rauszuwurschteln. Sehr seltsam. Am Ende musste ich, den Rock über den Brüsten hängend wie ein groteskes, trägerloses Zelttop, die Reißverschlussöffnung (die ja dann quasi direkt unter meinem Kinn war) ein Stück auftrennen um mich zu befreien.

Irgendwie ging so der Tag recht fix rum. Pippi ging zwischen hier und den Nachbarn ein und aus, die Nachbarn waren auch immer mal wieder hier, Herr Rabe kämpfte gegen den Löwenzahn und überhaupt kann man ja jetzt eigentlich jede Woche Rasen mähen. Alle zusammen fuhren wir dann Michel wieder abholen, bewunderten die Terrasse, Pippi durfte auch noch Trampolin hüpfen und Herr Rabe das Musikzimmer besichtigen. Sehr schön und sehr entspannt das alles. Michel war nach dem Besuch auch deutlich umgänglicher, Pippi leider nicht, die war danach eigentlich müde, sah das aber nicht ein. Sie musste auch noch baden, denn sie hat sich gestern so einen Kinder-Lippenpflegestift mit (ca.) Marshmallow-Einhornpups-Sugarcookie-Geruch in die Haare geschmiert. Dreimal haben wir seither ihre Haare gewaschen, es riecht nun nicht mehr ganz so streng aber die Haare sehen auch nach dem (mit dem Bad heute Abend) vierten Mal waschen und Spülung einfach total strähnig-fettig aus. Tjanun. Mir fällt dazu nix mehr ein, das muss nun die Zeit regeln. Jedenfalls war Pippi ins Bett bringen eher Kampf als Entspannung, aber es glückte dann doch noch und ich konnte noch Pizzaschnecken für das Sommerfest der Schule (der 1. Klassen) morgen backen. Wer denkt sich denn aus, dass man gemeinsam Picknicken soll, aber Grillen ist verboten? Die Info kam darüber hinaus am Freitag, man hatte also einen ganzen Dreiviertel Tag, sich irgendwas Picknickmäßiges als Grillalternative auszudenken. Mir kam die Idee dann auch erst heute, aber wir haben ja gewisse Dinge immer da: Mehl, Hefe, Zwiebeln, Knoblauch, gehackte Tomaten aus der Dose, dann war noch eine halbe Tüte Veggie-Hack da und eine kleine Dose Mais (von der ich den Rest löffelte und dabei an Twittermenschen dachte) und Käse muss man halt im Zweifel vom Stück runterhobeln, ist aber auch immer da. Morgen also Pizzaschnecken zum vermutlich unorganisierten Picknick. Schade, dass Bier auf solche Events mitbringen hier total verpönt ist.

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Über Twitter wurde mir ein Text von graslutscher.de angespült, der eine „Doku“ auseinandernimmt, die die ARD zum Thema Elektromobilität ausgestrahlt hat. [Disclaimer: ich habe die Doku nicht gesehen wegen des drecksver… Geoblockings.] Da sind eigentlich alle Argumente, die gegen E-Autos von so „besonders gut“ informierten Mitmenschen kommen, ganz gut aufgegriffen und dagegen argumentiert. Etwas länger zu lesen, aber wirklich ein guter Text zum Thema.

„Und jetzt das Schrillste: Selbst wenn es 100.000 km wären, die ein E-Auto fahren müsste, bis es klimafreundlicher ist als die Benzinversion, wäre das immer noch ein großer Schritt in die richtige Richtung, denn die Technik ist sehr robust: Es gibt bereits Teslas mit über 600.000 km Fahrleistung, im Durchschnitt verfügen die Batterien nach 300.000 km noch über 90 Prozent ihrer Leistung und nach 800.000 über 80 Prozent. Es wäre selbst mit diesen sehr pessimistischen Rechnung die deutlich klimaschonendere Technologie. Ich halte kurz mal fest:

  1. Deutsche Elektro-SUV sind ein kleines Nischenprodukt auf dem Markt, die Doku tut jedoch so, als seien sie die Regel

  2. Die zitierte, veraltete Studie setzt zu hohe CO2-Emissionen an und spricht selbst an keiner Stelle von 17 Tonnen CO2 pro Akku

  3. Nur wenige E-Autos haben 100-kWh-Akkus

  4. Diese großen Modelle aus dem Luxussegment vergleicht die Doku mit kleinen, sparsamen 6-Liter-Autos

  5. Selbst mit dem behaupteten 17-Tonnen-CO2-Rucksack wären die Elektroautos insgesamt die klimaschonendere Variante

Übrigens: Das meistverkaufte Elektroauto weltweit, das Tesla Model 3, verfügt im Standard über nur 50 kWh und wird bis Ende 2019 voraussichtlich komplett klimaneutral hergestellt. Vor dem Hintergrund gerät der komplette Abschnitt beginnend mit „Doch die Rechnung geht so nicht auf“ zu peinlichem Fake-News-Mumpitz.“

Im Artikel wird auch genannt, was ich auch gerne anführe: ein heute gebautes Elektroauto kann in 15 Jahren vielleicht komplett mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden, auch in Deutschland, wenn da endlich dieser Blödsinn mit dem Kohleabbau sein gelassen wird. Ein Benziner verbrennt auch dann noch Benzin, unweigerlich, genau so viel wie heute. Und wie wird eigentlich so ein SUV recycelt, in der Boardelektronik stecken doch sicher auch da ganz viele seltene Erden.