Tag 870 – Lagerkoller.

Schlechte Laune. Ganzen Tag irgendwie gestresst gewesen. Beim Blut abnehmen mal wieder schlecht gestochen worden und kräftigen blauen Fleck bekommen, der auch ordentlich weh tut. Kinder nölen und streiten und streiten sich mit ihren Freunden und die wiederum mögen nicht, was ich koche. Jetzt schlafen die Kinder eher schlecht als recht, dauernd murcht eins rum, sie sind auch beide ein bisschen erkältet. Eigentlich hab ich nicht mal Lust, Sachen ins Internet zu schreiben, ich möchte eigentlich mit meinen fünftausend Schnittmustern* alleine sein, um demnächst rührende Wiedersehen mit meiner Nähmaschine zu feiern. Heute habe ich zwei Mützen genäht, aber die zählen nur so halb. Zum „Tagbuchblog“ gehört aber ja auch das „täglich“, deshalb müssen Sie jetzt meinen Missmut lesen.

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Auto-Lobhudelei: halbwegs erfolgreich auf die guten Dinge konzentriert. Weniger „Ich hab DAS abgegeben?!?“, mehr „Ich hab das ABGEGEBEN!“. Und sehr schöne Schnittmuster herausgesucht, wie ich finde.

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* Sie wissens sicher schon alle, ich bin ja nicht so der Blitzmerker, was sowas angeht, aber: bei Makerist sind grad sehr, sehr viele Schnittmuster im Angebot, für 2€. (Zack, Microinfluenciert. Für nix. Leuten die Preise kaputtgemacht. Schlimm.)

Tag 869 – Ein Plan!

Heute festgestellt, dass ich doch noch stressmäßig angeschlagen bin, denn: wir hatten einen Plan (im Hellen rauskommen) und als der in die Hose ging, stresste mich das so dermaßen, dass meine Laune direkt in den Keller und mein Blutdruck in die Höhe ging. Dabei, mal ehrlich, ist das doch wurst egal, ob wir es zu zwei oder zu vier Uhr zum Schlittenhügel schaffen, solange Michel mit seinem neuen Schlitten happy ist und beide Kinder Spaß am Schlitten fahren haben. Es war ja auch relativ hell durch Mondschein und Beleuchtung von der Straße und der Trikk-Schleife, jedenfalls weit entfernt von tiefdunkler Nacht. Nunja, ich bin jetzt nicht so ganz überrascht. Eher überrascht mich, dass Michel, der in seinem ersten Winter hier (und eigentlich im zweiten auch noch) Schlitten fahren total inakzeptabel fand, heute mit seinem neuen Höllengefährt super schnellen und schicken Hightech-Schlitten den großen Hügel mitsamt Rampen und allem johlend alleine runter fuhr. Da war ich auf eine verschrobene Mutti-Art zwar auch sehr besorgt, aber auch sehr sehr stolz. Sie werden echt schnell groß!

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Auto-Lobhudelei: Ich versuche es weiterhin langsam angehen zu lassen und nicht an die lange, lange To-Do-Liste zu denken. Ist gar nicht so einfach.

Tag 868 – Selig.

Hach ja, ich bin so entspannt, ich hab sogar vergessen, was ich schreiben wollte.

Egal, ich kann ja den ist-Zustand beschreiben, vielleicht fällt es mir dabei wieder ein.

Ich sitze auf dem Sofa, neben mir frische, gebrannte Mandeln, im Bauch ein Haufen Pinnekjøtt, die Kinder sind im Bett nach einem Schlittenausflug und Arthur Christmas, hach. Ja, doch. Hach. Jetzt werde ich hoffentlich gleich noch herausfinden, ob ich wohl eher auf meine Foundation oder mein Puder mit schuppiger, wunder Haut reagiere und dann schlafen.

Könnte echt grad alles viel schlimmer sein.

(Verwackelt, egal. Heute hat es drei cm geschneit und morgen kaufen wir Michel einen neuen Schlitten, Pippi bekommt dann den hier. Sie hat das wirklich toll gemacht und konnte gar nicht genug kriegen, hat sogar tapfer selbst den Schlitten den Hügel wieder hoch gezogen.)

Tag 867 – Pyjama-Tag.

Wir waren heute sehr inaktiv, lag vielleicht auch am vielen Wein gestern *hust*, ich hatte jedenfalls gaaaanz leichte Kopfschmerzen heute Vormittag und – das betrachte ich aber noch als Nachwirkung der letzten Wochen – war zum Umfallen müde*. Sendung mit der Maus und anschließendes Legobauen habe ich dann auch elegant auf dem Sofa verschlafen und wurde erst wach, als Michel mit dem fertigen Lego-City Rettungshubschrauber mit Rettungsboot und Seilwinde und allgemein viel Kram, der das Herz eines (friedfertigen**) Fünfjährigen höher schlagen lässt, ankam. Pippi kam gleich hinterhergewackelt und machte es sich auf mir bequem, um ein Mittagsschläfchen zu halten. Das war gut, denn so hatte ich Zeit, alle Blogs der letzten acht Tage nachzulesen und Pippi musste eh ein bisschen Schlaf nachholen, Michel hatte in der Nacht einen leichten Pseudokrupp-Anfall, danach waren wir alle für etwa ne halbe Stunde wach, und das, nachdem die zwei gestern erst super spät im Bett waren… naja, ich war halt nicht die einzige Verpeilte heute. Aber wie gesagt, alles kein Drama, wir hatten ja nichts vor, außer Müll wegbringen und das hat Herr Rabe mit den Kindern gemacht, während ich einmal durch die Bude gesaugt und einige mysteriöse Klebeflecken vom Boden entfernt hab. Zum Essen gab es Reste und wir futtern uns durch die Kaufkekse – klarer Favorit: Colakjeks, keine Ahnung, ob da echt Cola drin ist – und von der Nachtisch-Ananas hab ich jetzt bis gefühlt in den Magen halb aufgelöste Schleimhäute, aber, doch, es war ein richtig schöner Tag.

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Auto-Lobhudelei: Ich schaffe es tatsächlich, mich zu entspannen.

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*Ich schlafe übrigens seit Freitag wie ein Stein, also wirklich wie erschlagen, morgens wache ich auf und denke „huch, was, schon Tag? Ich bin doch eben erst eingeschlafen?“ und dann ist eben vor sieben Stunden gewesen. Dabei habe ich aber lebhafte und wirre Träume von meiner Thesis, die ich auch zum Großteil erinnere. Interessant, das alles.

**Herr Rabe und ich sind beide recht dankbar, dass Michel noch nicht in der Ninjago-Phase angekommen ist. Da gibt’s zwar schönes Lego, aber es ist uns noch zu viel Gekämpfe. Michel guckt grad auch gern wieder Dinozug und legt sich ganz tapfer Argumente zurecht, falls ihn wieder ein Schulkind wegen seines Nagellacks als Mädchen bezeichnet, der ist einfach grad wieder sehr Kindergarten-Kind. Er ist ja auch erst fünf.

Tag 866 – Frohe Weihnachten!

Oder was Sie sonst feiern, oder auch einfach genießen, dass Sie frei haben und wenn Sie nicht frei haben: vielen Dank, dass Sie das tun, was Sie tun, egal an welchem Datum.

Wir hatten einen weitgehend entspannten Tag, mit zunehmend aufgekratzten Kindern, sehr leckerem Essen:

Und dann Bescherung und großer Aufregung und sofortigem Geschenkeausprobieren:

Und jetzt liegen 3/4 Raben in frisch bezogenen Kinderbetten, ich bin sehr wach aber auch sehr zufrieden.

Ich wünsche Ihnen einfach erstmal ebenso entspannte Feiertage!

P.S.: Vielen vielen Dank für all Ihre Glückwünsche. Ich bin ganz gerührt, wie viel Anteil Sie hier alle nehmen. Wahnsinn! <3

Tag 865 – Rehab, Wochenbett, irgendwie so.

Es war ja zu erwarten, aber ich war heute sehr, sehr müde. Ich hätte den ganzen Tag schlafen können und wollen, nur jetzt geht das natürlich nicht mehr. Aber wir haben mit vereinten Kräften doch noch alles nötige geschafft. Wir haben alles eingekauft, um die nächsten drei Tage zu überleben und sogar gut dabei zu essen, ich habe den Weihnachtsbaum aufgestellt (falls Sie sich mal fragen, wie lange man den wohl in diesem Netz lassen kann: ne knappe Woche ist zu viel, danach sieht er etwas zerzaust aus), wir haben die Kindergeschenke eingepackt, ich habe heute lange und heiß geduscht und mit dem Luffa-Schwamm den ganzen Mist der letzten Wochen abgerubbelt, insofern alles gut. Kekse haben wir gekauft, Keksteig auch. Das Fleisch – wir werden Rentierbraten essen! – mariniert. Morgen noch Michels To-Do-Liste abarbeiten, der findet nämlich, wir müssen aufräumen und putzen und baden, weil „Stinkeweihnachten können wir ja nicht haben!“ (So dreckig ist es hier wirklich gar nicht, aber dieses Kind… Hach!) und kochen, Fingernägel lackieren und dann Weihnachten. Gefühlt war dieses Jahr gar keine Adventszeit, aber egal. Weihnachten. Hach. (Wie froh ich bin, Herrn Rabes Geschenk vor… sechs Wochen oder so schon spontan gekauft zu haben. Sonst gäbe es dieses Jahr möglicherweise nix.)

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Auto-Lobhudelei: nur ganz kurz in den Richtlinien nachgeguckt, wie viel Zeit zwischen Einreichen und Verteidigen vergehen kanndarfsoll. Chef geschrieben und dann tatsächlich das Gehirn auf was anderes umgelenkt, nämlich wo es jetzt schon reduzierte Weihnachtskekse gibt.

Tag 864 – Es ist vollbracht.

Und ich kann’s immernoch nicht so ganz fassen. Aber es ist echt so. Chef, Prüfungsamtsfrau, alle haben heute für mich länger gearbeitet, als geplant. Und um… 15:57 Uhr laut Foto-Uhrzeit war Dobby dann frei.

Frei.

FREI!

(Übrigens echt irgendwie ein Anti-Klimax, so nen zusammengehefteten Kram abzugeben und den Rest per Mail zu schicken. Andererseits besteht ja noch die Möglichkeit, dass die Thesis nicht zum Verteidigen ausreicht, und wenn man dann 50 Ausgaben Altpapier hat, ist das ja auch blöd.)

Und übrigens, was ich gestern Nacht um drei, als ich nicht schlafen konnte schrieb.

Für Sie.

Und ja, das steht da jetzt so drin. Das bleibt auch so.

Ach ja, falls die Opponenten da Zeit haben, wird die Defense am 22.03.18 sein.

*Kreisch*

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Auto-Lobhudelei: entfällt. I made it. I fucking made it.

Tag 863 – Piiiiiiiiiieeeeeeep!

Lessons learned:

  • Mit 4,5 Stunden Schlaf steht es sich unfröhlich auf
  • Ohne durchgeknallte Schilddrüse wäre das hier alles gar nicht machbar, dann müsste ich ja ernsthaft schlafen
  • Die Kolleginnen haben viel Schokolade im Büro, in der Schublade hinter M.s Platz
  • Der Chef ist ein Arsch. So, jetzt ist’s raus.
  • 2 Tage für 1 Paper und 1 Thesis-Diskussion ist nicht wirklich genug
  • Man muss eine beglaubigte Kopie seines Masterzeugnisses abgeben, wenn man die Thesis einreicht
  • Wenn irgendeine Thesis wegen mangelnder Substanz zurückgewiesen wird, dann meine, aber die schiere Masse sollte es eigentlich richten, es ist… naja, viel.
  • Die Diskussion ist aber zu 90% aus den Paper-Diskussionen zusammen-ge-copy-pastet
  • Morgen ist noch gut was zu tun
  • Gleich auch
  • Der letzte Bus nach Hause fährt um 23:56

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Auto-Dings: alter, ich stehe noch, ich arbeite noch, ich blogge sogar noch (ok, im Bus, aber egal). Ich will schon seit geraumer Zeit nicht mehr und habe das Gefühl, das ist alles große Scheiße, aber: ich mache noch weiter.

Tag 862 – Piep!

Kurze Pause, ich muss ja auch mal was essen.

Paper 3 hat jetzt 21 Seiten und ich muss nur noch zweieinhalb Abbildungen beschwafeln, bis auf eine alle Bildunterschriften schreiben und dann ein Abstract verfassen. Zwei mal, weil eins ja auch für die Thesis. Jöss.

Es hat sechs Abbildungen (mit 3 bis 7 Unterabbildungen) und ich habe alle drei Tabellen ins Supplementary geschoben, weil sie hässlich und doof sind. Und eine Abbildung auch, eigentlich müssten noch mehr Abbildungen ins Supplementary, aber, Ahhhhhh, wer soll das denn machen und wann??? Heute habe ich aus Frust, weil alle Abbildungen gleich aussehen und ich einfach echt keine Balken in Graustufen mehr sehen kann noch Mikroskopbilder mit reingenommen, der Chef so „OHHHHH! So hübsch!“, aber das ist auch echt das höchste der Gefühle.

Jetzt essen und dann weiter.

Ich tippe auf nach Mitternacht.

T minus 1 Tag.

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Auto-Lobhudelei: totes Hirnstreik-Loch überwunden, Panik-Loch überwunden, diverse Prokrastinationslöchlein überwunden. Ich überwinde echt viel grad. Es fühlt sich absolut grauenvoll an, um ehrlich zu sein, aber, hey, getting shit done. (Also, showing everyone who thought I was crazy that I’m actually crazy but still getting shit done.)