Tag 1130 – Betreutes Sammeln.

Im August wollte ich ja eigentlich einen Pilzkurs angefangen haben. Der fiel dann aber aus, weil es zu wenige Interessenten gegeben hatte und vor allem waren Ende August noch gar keine Pilze zu finden. Der Sommer hier war einfach zu trocken für Pilze. Als Ausgleich für den ausgefallenen Kurs boten die Veranstalter aber einen gemeinsamen Pilzsammelausflug an, und zwar heute. Ich hatte den Kindern extra eingeschärft, sie sollen nichts anfassen, das wir nicht freigegeben haben, und dass da vermutlich nur Erwachsene sind und sie sich benehmen sollen. Dann waren da aber insgesamt 26 Leute und viele Kinder, unter anderem ein grade 2-Jähriges, dessen Eltern – nicht so wie wir Supereltern *hust* – auch keine Trage dabei hatten. Die Tour ging ca. 3 km in den Wald, da machten wir Pause* und Zeige-Runde mit all unseren gesammelten Pilzen. Die Devise war: sammelt alles, bei dem ihr wissen wollt, was es ist, nicht nur das, bei dem ihr eh schon wisst, ob man es essen kann oder nicht.

Wir haben wirklich einiges gelernt heute, obwohl die Ausbeute wirklich mager war. Es reichte grade mal für zwei Portionen Pilzragout. Aber wir haben was neues ausprobiert, nämlich Apfeltäublinge und die sind echt super lecker. Die Kinder hatten auch Spaß und haben ein „Waldmuseum“ aufgebaut. Inklusive Elchkacke (oben links).

So haben wir es auch geschafft, Pippi nur kurz Mittagsschlaf machen zu lassen, und sie schläft hoffentlich heute dann mal wieder durch. Das wäre schön.

Ich hab auch zum ersten Mal selbst richtige Rösti gemacht. Ist gar nicht schwer.

Doch, war ein schöner Ausflug. Und sobald es mal wieder ein bisschen geregnet hat, bin ich im Wald und suche Pilze. Jetzt wo ich wieder weiß, wie das geht.

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*Norweger*Innen schleppen auch komplette Mittagessen in den Wald, mit Brot, Butter, Marmelade, Käse und dem obligatorischen, möglicherweise in Norwegen erfundenen, Käsehobel. Wir hatten ne Rolle Mariekjeks und Wasser.

Tag 1129 – Eines schläft…

Das andre wacht.

Michel sagte um halb zehn (ja, spät, aber immerhin sagte er es dann selbst), er wolle ins Bett.

Pippi leider nicht.

Pippi schlief nämlich auf dem Sofa von der Kindergartenheimkehr bis mir der Milchreis auf den letzten Metern doch noch angebrannt war. Das war ziemlich lang. So lang, dass sie dann vom Harndrang auch nicht wach wurde. Aber genau deshalb haben wir ja ein IKEA-Sofa gekauft, bei dem man alle Bezüge problemlos abnehmen und waschen kann. Heute habe ich mir für diese Entscheidung nachträglich noch mal sehr fest auf die Schulter geklopft. Nachdem ich die Waschmaschine mit drei Bezügen (dem vom Sitzkissen, dem vom Rückenkissen und dem vom Armlehnenkissen) gefüllt hatte.

Naja, jedenfalls ist Pippi seither halt wach. Wir haben zusammen eine Folge „The Marvellous Mrs Maisel“ geschaut, aber sie war immernoch wach. Ich habe ihre Lightning McQueen-Easy-to-build-Legofigur drülfzig mal zusammen- und wieder auseinandergebaut. Hab gekuschelt und gespielt und dann hab ich mich irgendwann durchgesetzt, dass sie wenigstens einen Schlafanzug anzieht. Jetzt ist sie weiterhin sehr wach und ich bin zum Umfallen müde. Wie macht sie das denn bloß? Vielleicht sollte ich auch mal nachmittags noch ne Stunde schlafen.

Schlaf doch liebes Kind. Und bitte morgen nicht wieder um halb sieben auf der Matte stehen, ja?

Tag 1128 – Kleines Update.

Vorgestern habe ich die Schnecke aus ihrem Haus gepult. Im Internet hatte ich mir diverse Seiten angesehen auf der Suche nach Tipps und war dabei über einen Satz gestolpert: „Dass eine Schnecke tot ist, erkennen Sie sofort am durchdringend fischigen Aas-Geruch.“ Ich sag mal so: ja. Börgs. Igitt. Bah. Pfui.

Also die Schnecke war tatsächlich sehr tot. Ich habe sie schlussendlich einfach (draußen) wieder aufgetaut und dann sehr viel Salz ins Haus auf den Körper geschüttet. So hab ich sie dann (Draußen!) liegen lassen und zweimal (Draußen!!!) das Salz gewechselt, danach hatte sich der Teil, den ich sehen konnte, weit genug vom Haus gelöst, dass ich mit meiner Pinzette mehr anrichten konnte als sie kaputt zu bohren. Es war dann doch noch überraschend schwer, aber ich habe es geschafft, den Körper feste zu packen (DRAUSSEN!!!) und dann herauszudrehen. Mein Magen wollte zwar teilweise davonrennen aber ich war stärker. Und auch das letzte Stück… Gedärm oder so hab ich komplett rausbekommen. Dann habe ich (OHNE DURCHS HAUS ZU GEHEN) den Körper in den Biomüll geworden, ganz schnell zugeknotet und alles in der entsprechenden Tonne entsorgt. Einen Topf mit Wasser hatte ich schon bereitgestellt, da warf ich Haus und Pinzette rein. Ich kochte alles zwei mal 5 Minuten bei volle Möhre saugender Dunstabzugshaube (halt leider drinnen) ab. Danach roch alles ganz leicht nach gekochtem Eiweiß, aber kein Vergleich mehr zu vorher. Das Haus habe ich dann draußen getrocknet und heute mit Öl eingerieben und jetzt liegt es erstmal auf dem Kamin und wartet drauf, dass mir Deko-Inspiration kommt.

Herrje, das war echt eklig.

Den anderen Schnecken geht es aber gut. Bis jetzt auch kein neuer Erdmückenbefall. Vielleicht hilft ja das Küchentuch, das ich um die Box gelegt hab, doch.

Auch ein Update: die Orchidee blüht wieder! Es waren am Abfallen der Blüten Wollläuse schuld, weshalb ich die kompletten Blütenstiele einfach abgeschnitten habe. Dann habe ich die Orchidee inzwischen vier oder fünf mal mit einem Gießmittel gegen saugende Schädlinge behandelt. Orchideen nehmen ja immer nur so Minimengen Flüssigkeit über die Wurzeln auf, da erschien mir „häufig hilft viel“ am sichersten. Die Orchidee hat das erstaunlich gut mitgemacht, während eine Calanchoe leider an dem Gießmittel eingegangen ist.

Tag 1126 – Evakuierung.

Heute morgen habe ich die Reißleine gezogen und das einzige Vernünftige gemacht, was mir grad blieb. Auf dem Weg zur Arbeit schon anfangen zu weinen, ist nicht gut, inzwischen allen misstrauen ist nicht gut, was für Blüten dieses Misstrauen getrieben hat, ist mir zu peinlich um es aufzuschreiben. Nicht mehr schlafen können ist nicht gut, bei jedem Gespräch über die Arbeit die Contenance verlieren und wie ein Kindergartenkind zu weinen anfangen ist mit Mitte 30 gar nicht gut. Alles nicht gut und deshalb habe ich mich heute aus der Firma evakuiert. Die nächsten zwei Wochen* ist also wieder spazieren gehen angesagt.

Außerdem habe ich heute die Babyschnecken aus der Box mit den Großen Schnecken evakuiert. Jedenfalls die vier, die ich lebend wiedergefunden habe. Eine habe ich beim Hochnehmen der Box versehentlich am Deckel zermanscht, der Rest war verschwunden, nachdem zwei der drei ruhenden Schnecken aufgewacht sind und in der kleinen Box herumgegraben haben. Diese dünnen Babyhäuser sind ja noch so empfindlich, wenn da eine Babyschnecke zwischen große Schnecke und Boxwand gerät, war’s das. Seufz. Die vier Babys sind jetzt jedenfalls in einer eigenen Box.

Hui, die Schlaftablette wirkt. Huiuiui. Äh. Gute Nacht!

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*erstmal. Dann sehen wir (also der Arzt und ich) weiter.

Tag 1124 – Unverfängliches Kuchenrezept.

Wir sind jetzt vollständig Norwegisiert. Ich habe nämlich die Fußböden mit Grønnsåpe (zu Deutsch: Schmierseife) gewischt* und ohne jemals in einer norwegischen Jugendherberge gewesen zu sein, weiß ich, dass es bei uns jetzt riecht wie in einer norwegischen Jugendherberge. Und weil ich mal auf einer Disputation den besten Apfelkuchen der ganzen Welt gegessen habe, wollte ich aus unseren neulich neben der Schule gepflückten Äpfeln auch einen solchen Kuchen backen. So kam ich durch googeln zu Omas Apfelkuchen, und das Rezept übersetze ich hier mal für Sie. Es war schon ganz nah dran an dem besten Apfelkuchen der ganzen Welt, das nächste Mal würde ich wohl einen Esslöffel von der Apfelsaft-Zucker-Zimt-Matsche aus der Tüte in den Teig rühren, das dürfte den etwas flachen Geschmack des Teiges beleben. Und vielleicht ein fitzelchen Zitronenschale.

Aber hier das Rezept:

Backofen auf 180 Grad vorheizen.

  • 4 säuerliche Äpfel (unsere waren so klein, dass ich 6 genommen habe) schälen, entkernen und in schmale Schnitze schneiden, mit
  • 5 Esslöffeln Zucker und
  • 2 Esslöffeln Zimt in eine Plastiktüte geben und gut schütteln
  • 200 g weiche Butter und
  • 200 g Zucker schaumig schlagen, dann nach und nach
  • 4 Eier unterrühren.
  • (Vor dem Mehl würde ich dann wohl einen Löffel vom Apfel-Zimt-Schlonz unterrühren.)

    • 170 g Mehl mit
    • 1 Teelöffel Backpulver und in Abweichung vom Rezept
    • 1 Prise Salz mischen und über die Buttermischung sieben, dann unterheben und mischen.

    Eine Springform mit ca. 24 cm Durchmesser fetten und (wenn man mag und dran glaubt, dass es gegen anbacken hilft) mit irgendwas ausstreuen. Die Hälfte des Teiges in die Form geben und verteilen. Dann die Hälfte der Apfelschnitze mit der schmalen Seite nach unten in den Teig drücken. Darauf die zweite Hälfte des Teiges verteilen und in diese wiederum die zweite Hälfte der Äpfel drücken.

    • 2 Esslöffel Hagelzucker darüber streuen (das habe ich vergessen)
  • Etwa 50 Minuten in der (gefühlten) Mitte des Ofens backen.
  • Lauwarm mit Schlagsahne servieren.
  • Schon wirklich sehr lecker.
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  • *Hinterher hab ich dann gelernt, dass man das AUF GAR KEINEN FALL MACHEN SOLL!!1elf! Hups.
  • Tag 1123 – Arbeit, Arbeit.

    Heute haben wir alle viel gearbeitet, außer Pippi, die war die meiste Zeit wütend und unausstehlich. Ich habe die Badezimmer geputzt, vier Maschinen Wäsche gewaschen, zwei Wäscheständer voll gehängt, eine Trocknerladung angestellt und dann war für die Badezimmerteppiche leider kein Platz mehr und die hängen jetzt überm Treppengeländer. Ich habe außerdem einen großen Topf Apfelmus gekocht, das leider im Nachgang bitter ist. Ich muss morgen, wenn es ganz ausgekühlt ist, nochmal probieren und entscheiden, ob es wirklich so schlimm ist. Bei Apfelmus bin ich ja pingelig, wenn das nicht so schmeckt wie bei Oma, find ich’s blöd. Und das hier sieht nicht mal so aus, nachdem ich versucht habe, es mit Karamell zu retten. Jetzt ist es halt Karamellfarben. Hmm.

    Herr Rabe hat Pappe weggebracht, mit Michel ein Buch über Meerschweinchenhaltung aus der Bibliothek ausgeliehen, war einkaufen, hat das Auto innerlich gereinigt und war viel sehr genervt von der dauerheulenden Pippi. Da bin ich ja immer ein bisschen froh, dass ich nicht die einzige bin, die das auf die Palme bringt.

    Michel hat auch gearbeitet. Gestern kam er nämlich an und meinte, ob er Geld verdienen könne, wenn er für uns was arbeitet. Nun ist unser Rasen komplett tot (da wächst sozusagen kein Gras mehr, muhahaha), die traditionelle Aufgabe für Kinderarbeit ist also raus. Ich habe ihm auch gleich gesagt, dass ich alltägliche Dinge von ihm einfach langsam erwarte, so wie Spülmaschine einräumen, Klamotten selbst in den Wäschesammler und den Schrank bringen, Tisch abwischen, etc. Aber ich fand, er könne mal das Auto saugen, das wäre eine gute Sache, da könne er auch ein bisschen sein Taschengeld mit aufstocken. Also hat Michel heute das Auto gesaugt, bis in die kleinsten Ecken und weil ich mit Herrn Rabe keinen Preis abgemacht hatte, hat er wie ich finde ziemlich gut dran verdient. Aber es ist schon ok, ich hoffe ja auch, dass er gesehen hat, wie viel Krümel und Zeug* da immer drin liegen und dann vielleicht nicht so rumkrümelt. Wäre zu hoffen. Vielleicht krümelt er jetzt auch extra, damit er öfter saugen kann.

    Schön war heute, mit meiner Tante und vorher auch mit meiner Mutter zu telefonieren und mich über die Situation auf der Arbeit auszuheulen. Da ist ja alles so absurd, allein heute hat mein Chef einen abgesprochenen Telefontermin mit einem Professor, mit dem er eigentlich gern kooperieren würde** einfach nicht eingehalten. Professionalität ist nicht so seins. Mal sehen, wer daran nun wieder schuld war.

    Morgen werde ich weiter an meinem Mini-Gewächshaus bauen, das hat mich heute einiges an Nerven gekostet. Ich hab es auch nur deshalb nicht „Verf*cktes Scheißdrecksding“ genannt, weil Michel ganz eifrig zu helfen daneben stand. Es war auch gut, dass er da stand, weil mir sonst das ganze Alu-Glas-Konstrukt vermutlich auseinandergefallen wäre. Und nein, das ist nicht von Ikea, ich glaube, bei Ikea hätte ich mich lange nicht so aufgeregt, die machen wenigstens verständliche, komplette und sinnvolle Anleitungen.

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    *Unser Auto ist, für eine Familie mit zwei noch recht kleinen Kindern, eigentlich immer erstaunlich sauber. Weil mich und auch Herrn Rabe auch leichtes Chaos im Auto schon sehr schnell stört. Zum Beispiel liegt im Kofferraum nur, was wir wirklich auf der Fahrt brauchen, sowie eine Not-Einkaufstüte. Ich bin da echt pingelig, bei meinem Auto.

    **was schon allein deshalb einigermaßen lächerlich ist, weil wir einfach nichts, aber auch wirklich gar nichts, zu bieten haben.

    Tag 1121 – Trauriges Schneckenupdate.

    Heute Abend habe ich mich endlich aufgerafft, die Schneckenerde zu tauschen. Wir haben nämlich wieder ausufernden Erdmückenbefall und das macht mich ja irre, diese Minifliegen ü-ber-all. Aber egal, jedenfalls hatte ich schon vorher so einen Verdacht, und der hat sich leider bestätigt: eine meiner Schnecken ist leider gestorben. Ich hatte das vermutet, weil sich alle anderen eingegraben hatten, vermutlich um in Trockenruhe zu gehen (das hat sich in mindestens 2 Fällen auch bestätigt), aber diese eine lag auf der Erde, mit der Öffnung nach unten, tagelang. Das Futter wurde nie angerührt. Heute hab ich also endlich mal nachgesehen und sie hat sich sehr weit ins Haus zurückgezogen, aber keinen Deckel gemacht (wie die 3 anderen), ein Stückchen Fuß guckte noch raus, aber auf vorsichtiges anpieksen tat sich absolut gar nichts, allerdings sah ich beim Anpieksen ein paar kleine Maden am Fuß. Yierks.

    Für den Fall, dass ich mich vertue und die Schnecke doch noch lebt, habe ich das ganze so schonend wie möglich beendet und sie ins Gefrierfach gelegt. Und jetzt fühle ich mich furchtbar, weil ich das nicht früher bemerkt habe. Und was ich mit der Schnecke dann mache, weiß ich auch noch nicht. Das Haus würde ich gerne behalten, kann man die wohl einfach auskochen? Ist das sehr makaber? Eigentlich schon. Hmm.

    Auch total blöd: beim Erde herausholen habe ich ein Gelege gefunden. Das hätte ich wohl besser vor ein paar Tagen schon finden sollen, aber ich gebe zu meiner Verteidigung an, dass die Schnecke, die das Gelege zu verantworten hat, sich obendrauf eingegraben hat und schlafende Schnecken soll man ja nicht stören, ne? Jedenfalls habe ich da vielleicht, ganz vielleicht, nicht nur Eier (allerdings zu 99%, ich würde sagen, gerade noch so Eier) eingefroren dieses Mal. Die, die sich im Haus der Mama-Schnecke versteckten, waren schon deutlich größer und da hab ich es ganz einfach nicht übers Herz gebracht. Wir haben nun also vier minus eine plus acht Schnecken*. Und ich fühle mich wegen des Rests wie der letzte Mensch. Da passt man einmal nicht auf.

    RIP, große Schnecke. Und willkommen, Familienzuwachs. Ich passe ab jetzt besser auf, dass ihr euch nicht vermehrt, versprochen.

    (Wirklich noch winzig, winzig klein. Beim ersten Bild täuscht die Perspektive, die sind ca. 3-5 mm groß. Und bei der Mama mache ich mir ein wenig Sorgen, weil die auch deutlich weiter im Haus ist, als die anderen beiden ruhenden. Allerdings machte die das schon die letzten zwei Winter so. Vielleicht hat sies lieber kuschelig.)

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    *Bevor Sie jetzt alle hier schreien: klar würd ich die auch weggeben (zumindest so 5-6), allerdings sollte es zum Verschicken auch nachts noch >10 Grad haben, das ist es hier jetzt nicht mehr. Und ein wenig warten müsste man auch noch, damit sie etwas größer werden. Aber vielleicht Anfang Oktober? Da sind wir möglicherweise alle, auf jeden Fall aber Herr Rabe für kurz eh in Deutschland.

    Tag 1118 – Abendbeschäftigung.

    Heute morgen war ich um halb neun im eine Stunde entfernten Krankenhaus, um Pippis PFAPA-Therapie zu planen. Und ich war pünktlich! Nach vier Stunden Schlaf! Pippi war toll, hat vom Arzt bis zu den wartenden älteren Damen bei der Blutabnahme absolut alle bezirzt und da hatte sie sich das Eis* dann auch mehr als verdient. Ich habe wirklich ein sehr tolles Kind. Zwei sehr tolle Kinder. Ach ja: Pippi hat im Krankenhaus allen erzählt, sie und Michel seien beste Freunde. Ich hab sehr gelacht – manchmal sind sie das kurz, aber meistens hauen sie sich wegen irgendwas die Köppe ein.

    Dann Arbeit (Chipsmann ist krank, ich war etwas kopflos und sehr müde und hab dann beschlossen, dass ich zu Hause produktiver sein kann), zu Hause die angekommenen und wieder Erwarten in Anbetracht des Preises nicht aus massivem Gold bestehenden Küchenschubladen eingebaut, gesaugt, ein paar Mails geschrieben, Pippi abgeholt, essen, nicht eingeschlafen und dann…

    … mit einer ehemaligen Angestellten einer Insolvenzverwaltung telefoniert (Antiklimax, ich weiß). Nur mal so für ne Freundin fragen, was man als Arbeitnehmerin so beachten muss, wenn man denkt, die Firma könne eventuell nicht so ganz zahlungsfähig sein. Also so rein hypothetisch halt, für ne Freundin.

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    Auto-Lobhudelei: nicht in Panik geraten, als die Tankanzeige blinkte, weiterhin nicht die (Arbeits-)Nerven verloren und hab ich erwähnt, dass wir pünktlich waren? Dass Berufsverkehr und Stau war und wir trotzdem pünktlich waren?

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    *wenn alle immer von Eis** reden, ist das für so einen kleinen Menschen ja auch schwer zu verstehen.

    **für nach der Mandelentfernung***

    ***im Oktober. Auf Anraten des Arztes wird kalt operiert, wir müssen wegen der Stunde Fahrtzeit noch eine Nacht bleiben und danach soll Pippi zwei Wochen nicht in den Kindergarten. Wie ich an Herrn Rabe schrieb „Wer weiß, was ich dann für nen Job hab.“

    Tag 1117 – Sachen machen.

    Heute haben wir tatsächlich alles erledigt, was anstand. Bis auf putzen, aber tjanun. Dann putzen wir halt morgen (haha).

    Was wir aber heute gemacht haben:

    • Den Anteils-Bauernhof besichtigt. Da hab es ganz viel frische Landluft, glückliche Schweine, Schafe, Hühner, Puten, Enten, Gänse und einen nicht ganz so glücklichen aber dafür ordentlich aggressiven Gänserich mit gebrochenem Bein. Ich kann ihn verstehen, wenn ich morgen dem „Tierarzt“ (also Schlachter) vorgestellt würde, würd ich auch beißen. Es gab auch ein bisschen Gemüse zu sehen, allerdings gab es dieses Jahr einfach viel zu wenig Wasser, weshalb ganze Felder einfach komplett vertrocknet sind. Macht nix, wir machen trotzdem ab nächstem Jahr mit und sobald die super netten Betreiber weitere Hühner erworben haben, werden wir da die Eier beziehen. Vermutlich werden wir auch ein halbes Lamm oder viertel Schwein kaufen, mal sehen, was wir uns leisten können.
    • Zum Hageland gefahren und Gartenmöbel ausprobiert und vermessen und am Ende habe dann ich frustriert bei Finn geguckt und wen angeschrieben und dann ist Herr Rabe noch losgefahren und hat für 1200 Kronen ein Set mit Tisch und vier Stühlen gebraucht gekauft. Das ist nichts berauschend schönes und die eine Lehne am einen Stuhl braucht mal ne Runde Peroxid wegen Stockflecken, aber wir haben erstmal was und können im Zweifel mal draußen essen. Und sparen auf wirklich schöne Möbel. Dann haben wir im Hageland noch ein paar Sonderangebotspflanzen und eine auf 50% reduzierte Hängematte gekauft und ich bin jetzt endlich wieder Besitzerin einer nennenswerten Sammlung an Küchenkräutern. Das ist vielleicht albern, aber mir bedeutet das viel, wieder Pflanzen zu haben, das heißt nämlich, dass wir hier erstmal bleiben. Als wir nach Norwegen kamen haben wir ja fast alle Pflanzen verschenkt (und wir hatten vorher schon echt viele, vor allem auch in zwei Gärten) und das was wir mitgenommen haben ist eingegangen. Fühlt sich an, als würden wir hier ein Zuhause schaffen. Richtig, richtig schön.
    • Lecker gekocht und zwei Brote gebacken. Das Rezept verlinke ich mal noch nicht, ich fand es schwierig in der Handhabe, weil der Teig erst viel zu weich war und wie es schmeckt weiß ich ja auch noch nicht. Noch nicht mal wie es am Ende aussieht, weil, ähäm, es ist noch im Ofen. Ein anderes Brot wollte ich backen, aber ich Vollprofi habe nur den Sauerteig angesetzt und den Vorteig vergessen. Ich hoffe jetzt, dass der Sauerteig im Kühlschrank bis morgen nicht übersäuert.
    • Drei Bewerbungen geschrieben und zwar alle zwischen 21:12 und 23:47 Uhr. Bei der ersten enorm mit dem Bewerbungsportal gekämpft, inklusive Schreien und fast mein Handy irgendwo gegenwerfen, weil der Datenupload von iCloud zu Dropbox und dann der Download von Dropbox zu Rechner einfach mal NULL funktionierte. Argh! Aber immerhin fristgerecht fertig geworden.
  • So, dann noch ein paar Bilder vom Tag und dann aber ganz fix ab ins Bett!
  • Mein Lavendel. Vor meinem Haus. Hach.
  • Tag 1115 – Tjanun. (Back to the Bewerbungen.)

    Heute war ein sehr weirder Tag, liebes Internet-Tagebuch, aber ich kann nicht zu viel davon schreiben, wegen Rechts-Dings. Aaaaaber ich schreibe dann eben doch besser wieder Bewerbungen, nämlich heute eine und am Wochenende kommen noch drei (weil die Fristen am Sonntag ablaufen) und dann noch mindestens zwei über linkedIn und eine bis zum 10.9. Ich hoffe ja sehr auf ein wenig Hilfe von… gewissen Leuten die nicht grad unschuldig dran sind, dass wir hier ein Haus gekauft haben, das jetzt nunmal abbezahlt werden will. Ich bin eigentlich nicht in der Stimmung, Bewerbungen zu schreiben, aber es hilft ja nix und vielleicht hilft es insofern doch, dass ich nicht alles drülfzig stunden lang zerdenke sondern einfach wegschicke, frisch, fromm, fröhlich, frei* frei von der Leber weg und wer mich so nicht will ist dumm, bumm**.

    Außerdem ist der Kollege jetzt nicht mehr mein Kollege, weil sein Vertrag heute auslief und er am Sonntag zurück nach Italien fliegt. Es ist alles sehr traurig. Ich werde ihm noch ein Empfehlungsschreiben verfassen und ihn ordentlich belobhudeln, denn nichts anderes hat er verdient. Dafür designt er mir Visitenkarten <3. Und als letzte Amtshandlung sozusagen habe ich ihm heute geholfen, ein Einschreiben zu versenden Häschtäck ausgründen, und ehrlich gesagt kam ich mir recht mütterlich*** und schrecklich erwachsen dabei vor. Auch schon, als ich ihm erklärt habe, wie das mit den Steuern funktioniert, was ein Freibetrag ist und welche Freibeträge ihm zustehen, wie das mit dem Urlaubsgeld hier funktioniert und was ihm da zusteht und wann und überhaupt.

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    Auto-Lobhudelei: Joa. Gar nicht ausgerastet, nicht laut gelacht, nicht geweint, mich nicht zu irgendwas definitivem hinreißen lassen sondern mantraartig wiederholt „Ich muss das erst überdenken.“

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    *Ich hab gegoogelt ob das ein Nazi-Zitat ist. Weil ich ab und an mal Sprüche verwende, bei denen ich mir absolut nichts böses denke, und dann steht das an nem KZ oder auf den Halstüchern des BDM oder so. Sowas möchte ich nicht und bitte, bitte, machen Sie mich drauf aufmerksam, wenn Ihnen hier sowas auffällt. Der Spruch ist der Wahlspruch der Turner, vom Turnvater Jahn Mitte des 19. Jahrhunderts geprägt aber eigentlich sogar noch älter, insofern könnte man argumentieren, dass, aber, nee, Jahn war jetzt auch nicht grad einer der tolerantesten seiner Zeit. Streichen wir auch diesen Spruch aus dem Sprachgebrauch.

    **Auf der bunten Blumenwiese geht ein kleines Tier spazieren…

    ***Genau genommen wie meine Mutter, die sehr lange Vorträge über das Steuerwesen im Allgemeinen und das deutsche im Besonderen halten konnte und kann. Offenbar ist, obwohl ich das wirklich sterbenslangweilig finde, einiges hängen geblieben.