Tag 1118 – Abendbeschäftigung.

Heute morgen war ich um halb neun im eine Stunde entfernten Krankenhaus, um Pippis PFAPA-Therapie zu planen. Und ich war pünktlich! Nach vier Stunden Schlaf! Pippi war toll, hat vom Arzt bis zu den wartenden älteren Damen bei der Blutabnahme absolut alle bezirzt und da hatte sie sich das Eis* dann auch mehr als verdient. Ich habe wirklich ein sehr tolles Kind. Zwei sehr tolle Kinder. Ach ja: Pippi hat im Krankenhaus allen erzählt, sie und Michel seien beste Freunde. Ich hab sehr gelacht – manchmal sind sie das kurz, aber meistens hauen sie sich wegen irgendwas die Köppe ein.

Dann Arbeit (Chipsmann ist krank, ich war etwas kopflos und sehr müde und hab dann beschlossen, dass ich zu Hause produktiver sein kann), zu Hause die angekommenen und wieder Erwarten in Anbetracht des Preises nicht aus massivem Gold bestehenden Küchenschubladen eingebaut, gesaugt, ein paar Mails geschrieben, Pippi abgeholt, essen, nicht eingeschlafen und dann…

… mit einer ehemaligen Angestellten einer Insolvenzverwaltung telefoniert (Antiklimax, ich weiß). Nur mal so für ne Freundin fragen, was man als Arbeitnehmerin so beachten muss, wenn man denkt, die Firma könne eventuell nicht so ganz zahlungsfähig sein. Also so rein hypothetisch halt, für ne Freundin.

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Auto-Lobhudelei: nicht in Panik geraten, als die Tankanzeige blinkte, weiterhin nicht die (Arbeits-)Nerven verloren und hab ich erwähnt, dass wir pünktlich waren? Dass Berufsverkehr und Stau war und wir trotzdem pünktlich waren?

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*wenn alle immer von Eis** reden, ist das für so einen kleinen Menschen ja auch schwer zu verstehen.

**für nach der Mandelentfernung***

***im Oktober. Auf Anraten des Arztes wird kalt operiert, wir müssen wegen der Stunde Fahrtzeit noch eine Nacht bleiben und danach soll Pippi zwei Wochen nicht in den Kindergarten. Wie ich an Herrn Rabe schrieb „Wer weiß, was ich dann für nen Job hab.“

Tag 1117 – Sachen machen.

Heute haben wir tatsächlich alles erledigt, was anstand. Bis auf putzen, aber tjanun. Dann putzen wir halt morgen (haha).

Was wir aber heute gemacht haben:

  • Den Anteils-Bauernhof besichtigt. Da hab es ganz viel frische Landluft, glückliche Schweine, Schafe, Hühner, Puten, Enten, Gänse und einen nicht ganz so glücklichen aber dafür ordentlich aggressiven Gänserich mit gebrochenem Bein. Ich kann ihn verstehen, wenn ich morgen dem „Tierarzt“ (also Schlachter) vorgestellt würde, würd ich auch beißen. Es gab auch ein bisschen Gemüse zu sehen, allerdings gab es dieses Jahr einfach viel zu wenig Wasser, weshalb ganze Felder einfach komplett vertrocknet sind. Macht nix, wir machen trotzdem ab nächstem Jahr mit und sobald die super netten Betreiber weitere Hühner erworben haben, werden wir da die Eier beziehen. Vermutlich werden wir auch ein halbes Lamm oder viertel Schwein kaufen, mal sehen, was wir uns leisten können.
  • Zum Hageland gefahren und Gartenmöbel ausprobiert und vermessen und am Ende habe dann ich frustriert bei Finn geguckt und wen angeschrieben und dann ist Herr Rabe noch losgefahren und hat für 1200 Kronen ein Set mit Tisch und vier Stühlen gebraucht gekauft. Das ist nichts berauschend schönes und die eine Lehne am einen Stuhl braucht mal ne Runde Peroxid wegen Stockflecken, aber wir haben erstmal was und können im Zweifel mal draußen essen. Und sparen auf wirklich schöne Möbel. Dann haben wir im Hageland noch ein paar Sonderangebotspflanzen und eine auf 50% reduzierte Hängematte gekauft und ich bin jetzt endlich wieder Besitzerin einer nennenswerten Sammlung an Küchenkräutern. Das ist vielleicht albern, aber mir bedeutet das viel, wieder Pflanzen zu haben, das heißt nämlich, dass wir hier erstmal bleiben. Als wir nach Norwegen kamen haben wir ja fast alle Pflanzen verschenkt (und wir hatten vorher schon echt viele, vor allem auch in zwei Gärten) und das was wir mitgenommen haben ist eingegangen. Fühlt sich an, als würden wir hier ein Zuhause schaffen. Richtig, richtig schön.
  • Lecker gekocht und zwei Brote gebacken. Das Rezept verlinke ich mal noch nicht, ich fand es schwierig in der Handhabe, weil der Teig erst viel zu weich war und wie es schmeckt weiß ich ja auch noch nicht. Noch nicht mal wie es am Ende aussieht, weil, ähäm, es ist noch im Ofen. Ein anderes Brot wollte ich backen, aber ich Vollprofi habe nur den Sauerteig angesetzt und den Vorteig vergessen. Ich hoffe jetzt, dass der Sauerteig im Kühlschrank bis morgen nicht übersäuert.
  • Drei Bewerbungen geschrieben und zwar alle zwischen 21:12 und 23:47 Uhr. Bei der ersten enorm mit dem Bewerbungsportal gekämpft, inklusive Schreien und fast mein Handy irgendwo gegenwerfen, weil der Datenupload von iCloud zu Dropbox und dann der Download von Dropbox zu Rechner einfach mal NULL funktionierte. Argh! Aber immerhin fristgerecht fertig geworden.
  • So, dann noch ein paar Bilder vom Tag und dann aber ganz fix ab ins Bett!
  • Mein Lavendel. Vor meinem Haus. Hach.
  • Tag 1115 – Tjanun. (Back to the Bewerbungen.)

    Heute war ein sehr weirder Tag, liebes Internet-Tagebuch, aber ich kann nicht zu viel davon schreiben, wegen Rechts-Dings. Aaaaaber ich schreibe dann eben doch besser wieder Bewerbungen, nämlich heute eine und am Wochenende kommen noch drei (weil die Fristen am Sonntag ablaufen) und dann noch mindestens zwei über linkedIn und eine bis zum 10.9. Ich hoffe ja sehr auf ein wenig Hilfe von… gewissen Leuten die nicht grad unschuldig dran sind, dass wir hier ein Haus gekauft haben, das jetzt nunmal abbezahlt werden will. Ich bin eigentlich nicht in der Stimmung, Bewerbungen zu schreiben, aber es hilft ja nix und vielleicht hilft es insofern doch, dass ich nicht alles drülfzig stunden lang zerdenke sondern einfach wegschicke, frisch, fromm, fröhlich, frei* frei von der Leber weg und wer mich so nicht will ist dumm, bumm**.

    Außerdem ist der Kollege jetzt nicht mehr mein Kollege, weil sein Vertrag heute auslief und er am Sonntag zurück nach Italien fliegt. Es ist alles sehr traurig. Ich werde ihm noch ein Empfehlungsschreiben verfassen und ihn ordentlich belobhudeln, denn nichts anderes hat er verdient. Dafür designt er mir Visitenkarten <3. Und als letzte Amtshandlung sozusagen habe ich ihm heute geholfen, ein Einschreiben zu versenden Häschtäck ausgründen, und ehrlich gesagt kam ich mir recht mütterlich*** und schrecklich erwachsen dabei vor. Auch schon, als ich ihm erklärt habe, wie das mit den Steuern funktioniert, was ein Freibetrag ist und welche Freibeträge ihm zustehen, wie das mit dem Urlaubsgeld hier funktioniert und was ihm da zusteht und wann und überhaupt.

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    Auto-Lobhudelei: Joa. Gar nicht ausgerastet, nicht laut gelacht, nicht geweint, mich nicht zu irgendwas definitivem hinreißen lassen sondern mantraartig wiederholt „Ich muss das erst überdenken.“

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    *Ich hab gegoogelt ob das ein Nazi-Zitat ist. Weil ich ab und an mal Sprüche verwende, bei denen ich mir absolut nichts böses denke, und dann steht das an nem KZ oder auf den Halstüchern des BDM oder so. Sowas möchte ich nicht und bitte, bitte, machen Sie mich drauf aufmerksam, wenn Ihnen hier sowas auffällt. Der Spruch ist der Wahlspruch der Turner, vom Turnvater Jahn Mitte des 19. Jahrhunderts geprägt aber eigentlich sogar noch älter, insofern könnte man argumentieren, dass, aber, nee, Jahn war jetzt auch nicht grad einer der tolerantesten seiner Zeit. Streichen wir auch diesen Spruch aus dem Sprachgebrauch.

    **Auf der bunten Blumenwiese geht ein kleines Tier spazieren…

    ***Genau genommen wie meine Mutter, die sehr lange Vorträge über das Steuerwesen im Allgemeinen und das deutsche im Besonderen halten konnte und kann. Offenbar ist, obwohl ich das wirklich sterbenslangweilig finde, einiges hängen geblieben.

    Tag 1113 – Nicht fertig aber fertig.

    Der Report, den der Chef gestern in Auftrag gegeben hat, ist halb fertig aber verschickt, soll der Chef und dessen Chef ruhig wissen, dass die Aufgabe absurd, sinnlos UND in der Kürze der Zeit unmöglich zu schaffen war. Mein Kollege und ich haben jedenfalls in zwei Tagen mehr zustande bekommen als gewisse andere Personen in dieser Firma in zwei Jahren.

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    Related: meine beste Freundin ist so schön normal und von Twitter unbeleckt. Da wird hemmungslos bissi und iwie geschrieben und Mädels und es ist iwie ein bissi wie früher, als wir noch Mädels waren und nicht durchaus erwachsene Frauen im Berufsleben und all that Jazz.

    Tag 1112 – Witzisch.

    Heute war ich auf einer Disputation. Eine meiner zwei Freundinnen hier in Oslo hat heute erfolgreich ihren PhD verteidigt und zur Verteidigung selbst habe ich es zwar nicht geschafft, aber immerhin zur Feier. Die wieder ganz anders war als alle, auf denen ich bisher war. Aber das ist Nebensache, ich habe nämlich was an mir beobachtet. Ich habe das Bedürfnis, meine berufliche Situation* gegenüber Fremden zu beschönigen. Erzähle, wie cool das Projekt ist**, aber nicht, wie absurd sich da alles entwickelt und dass ich wechselnd das Gefühl habe ich wäre in der Hölle oder bei Verstehen Sie Spaß. Und einerseits geht das ja auch keinen was an, andererseits kann es mir ja wirklich völlig wurscht sein, was irgendwelche Masterstudenten, die ich das erste und vermutlich auch letzte mal sehe, von mir halten. Aber zugeben, dass ich eine wirklich richtig schlechte berufliche Wahl getroffen habe, das… geht nur gegenüber wirklichen Freunden. Und selbst dann nur in lustig. Dabei ist es das wirklich leider nicht. Klassenclownsyndrom halt, schätze ich jedenfalls. Hmm. Ich muss darüber nachdenken, ob ich das gut oder schlecht finde.

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    Auto-Lobhudelei: weiter durch Absurdistan navigiert.

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    *die heute eine neue, ungeahnte Absurditätsstufe erreicht hat

    **ist es ja auch, wird nur so nicht passieren

    Tag 1110 – Putzebackeputzekoch.

    Es meldet sich zum Dienst: die frustrierte Hausfrau. Ich hasse einfach Putzen. Ich liebe leider das Endergebnis und sehe auch sehr schnell Dreck und Unordnung, aber Putzen finde ich scheiße. Zumal ich wirklich aggressiv werde, wenn ich den ganzen Tag putze, nebenher backe, dann wieder putze und dann kommen die Kinder rein und fragen „was gibt’s zu essen“. Da platzt mir dann auch recht fix der Arsch, gegenüber den Kindern, die ihren Kram einfach überall im Haus verteilen*, und gegenüber Herrn Rabe, der draußen einen Zermürbungskrieg gegen den Löwenzahn im Rasen führt und der deshalb, schade, schade, leider nicht anpacken kann. Immerhin. Es ist jetzt sauber. Endlich. Und es hat auch nur einen echten Ausraster gebraucht.

    Wir brauchen, wenn sich meine Jobsituation etwas stabilisiert, unbedingt wieder eine Putzhilfe, damit wir uns nicht gegenseitig wegen des Putzens zerfleischen.

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    Auto-Lobhudelei: 1 Kuchen, 2 Brote, 18 Brötchen. Küche, 2 Bäder, unten komplett gesaugt.

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    *und wenn’s nur das wäre, aber dann findet man plötzlich überall seltsame blaue Krümel, die sich bei Kontakt mit Wasser auflösen und großflächig verschmieren und keiner ist es gewesen. Argh!

    Tag 1109 – Immerhin.

    Immerhin haben wir heute: Michel neue Unterhosen gekauft, den Schnecken neue Erde, uns allen etwas zu Essen, keine Mikrowelle* aber dafür Herrn Rabe eine neue Speicherkarte. Immerhin habe ich heute die Kinder** nur mehrmals angeschrien und nichts schlimmeres. Immerhin habe ich beide Toiletten geputzt und tausend Teige angesetzt.

    Mehr positives gibt’s über den Tag nicht zu sagen.

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    *In einem anderen Land hätte ich längst einfach eine bestellt. Ich möchte einfach gerne eine Mikrowelle haben, und zwar keine zum Einbauen, weil die einfach das drei- bis fünffache von den normalen kosten. So, wie schwer kann das sein? Sehr schwer. Die einen können zu viel und sind deshalb zu teuer. Die anderen sind zu klein. Wieder andere zu groß. Hat jemand eine Empfehlung für eine Mikrowelle? Sie sollte auftauen können (und zwar ohne dass Teile schon gar sind, andere aber noch gefroren) und ansonsten warm machen. Ich werd da keine Kartoffeln oder ganze Hähnchen drin zubereiten, es ist eine Mikrowelle und wie haben auch einen Ofen.

    ** Pippi ist jetzt volle Möhre in der A-Phase. Und es ist schlimm. Sie hat heute allein drei mal mehr schreiend in Einkaufsladengängen gelegen, als Michel überhaupt bisher.

    Tag 1106 – Balance.

    Heute morgen im Auto dachte ich darüber nach, dass ich, dafür dass nun wirklich grad alles nicht so wirklich einfach ist, einigermaßen ausgeglichen bin. Und woran das denn liegen könnte. Da spielen ja sicher viele Faktoren eine Rolle, zum Beispiel habe ich eine tolle Familie und jeden Morgen freue ich mich, wenn Pippi von hinten „Singe lauter!“ verlangt, damit ich die Musik lauter mache*, und dann „Mama også sing!“, damit ich mitsinge. Neulich habe ich Podcast gehört, da kam dann ein sehr enttäuschtes „Singt gar nix!“, das war wirklich sehr sehr niedlich. Also, ja, Familie toll, Haus schön, es ist eigentlich *nur* die Arbeit (und die Fahrerei nervt auch), die schlimm ist. Aber ich kenne mich ja, Sie kennen mich ja jetzt auch schon länger, das ist bei mir nicht *nur* so ein Nebenaspekt. Ich arbeite an sich gern, ich ziehe viel Bestätigung da raus und, ja, hab wohl auch gewisse Tendenzen es mit der Arbeit sowohl quantitativ als auch beim Faktor „Impact auf Restleben“ zu übertreiben. Gemessen daran müsste es mir also vermutlich echt schlecht gehen. Nicht nur so ein bisschen miese Laune am Morgen und allgemeine Müdigkeit am Nachmittag. Eher so kaputt. Aber das tut es nicht. Vielleicht ist mein Akku vom letzten halben Jahr noch gut geladen**. Aber ich glaube es kaum.

    Ich glaube, es liegt daran, dass ich ziemlich genau seit ich den Job angefangen habe, wieder eine Pille nehme. Ja, hormonelle Verhütung, schlimmschlimm und eigentlich wollte ich das auch nie mehr. Aber dann kam nach Pippis Geburt das PMS aus der Hölle, das statt besser immer schlimmer wurde. Wirklich schlimm. So schlimm, dass ich an PMS-Tagen davon überzeugt war, depressiv zu sein und zwar nicht nur ein bisschen sondern schwer. Ja, inklusive Gedanken wie „Ohne mich wären hier alle besser dran“. So, liebe Leute, sollte keine Frau bloß wegen ein paar Hormonen Monat für Monat fühlen müssen. Aber was tun? Alle empfahlen mir eine Hormonspirale, aus diversen Gründen. Aber hier kostet das ein Schweinegeld und ich hatte im letzten Jahr von dem Verhütungsring, den ich vor den Kindern lange beschwerdefrei*** hatte, richtig ätzende Nebenwirkungen, das wollte ich nicht riskieren, da für 500 € ein Dings einsetzen zu lassen und das nach 2 Wochen zu bereuen. Also dachte ich mir einen Plan aus: wenn ich eine (Mikro-)Pille nähme, die den gleichen Wirkstoff hat, wie die Hormonspiralen, die es so auf dem Markt gibt, dann ist der höher dosiert als die Spirale am Tag abgibt. Außerdem wirkt die Spirale nicht so stark systemisch wie eine Pille. Würde ich also erträgliche Nebenwirkungen von der Pille bekommen, müssten die ja eher weniger werden bei einer Spirale. Aber eben: erträgliche Nebenwirkungen.

    So fädelte ich das dann auch ein, blöd war nur dass es so eine Pille hier nicht gibt. Schlussendlich bestellte ich durch einen ganz komplizierten Prozess eine Pille aus Deutschland, ärgerte mich acht Wochen lang mit der davon völlig überforderten Apotheke herum und jetzt bin ich eben wieder druff. Und es geht mir sehr gut. Bei mir wirken solche Präparate offenbar gefühlsdämpfend, fast wie Antidrepessiva. Das kann ich grad recht gut gebrauchen, um ehrlich zu sein, und Hauptsache, das PMS bleibt weit, weit weg. Ich danke also für meine überraschende Ausgeglichenheit den Firmen B**** und J********, denke ich.

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    Auto-Lobhudelei: seit 15 Tagen immer um 22 Uhr diese Pille eingeworfen.

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    *Genre egal, aber „Mama, ich kan også sing: Lulululu BAH, BAH!****“ ist einfach Hachz hoch 10.

    **hahahahaha. Das war emotional ein ziemlicher Ritt.

    ***auch da war ich ein wenig emotional gedämpft, hab’s aber erst im Nachhinein bemerkt.

    ****Der Opener vom Album „This is all yours“ von Alt-J.

    Tag 1103 – Ordentlich platt.

    Man verlernt das mit dem Tanzen ja nicht und ich hatte gestern wirklich sehr viel Spaß. Völlig nüchtern, denn ich bin gefahren. Der letzte Zug von Oslo nach Eidsvoll geht nämlich um 0:44 Uhr, das ist für einen Club ja nix. Aber von Ankunft bis Laden schließt habe ich die 2,5 Stunden eigentlich konstant durchgetanzt, mit einer Pinkelpause auf dem Unisex-pro-Kabine-nur-eine-Person-sonst-fliegste-raus-Klo. Hachja. Doch, das war sehr schön. Trotzdem war heute ein recht gammeliger Tag, ich war eben erst um fünf im Bett und außerdem habe ich furchtbaren Muskelkater.

    Die Kinder haben sich weiter mit den Nachbarsmädchen angefreundet, die klingelten einfach an der Tür und dann tobten sie hier zu viert durchs Haus und die Gärten, das freut mich nach fünf Jahren Norwegen mehr als ich gedacht hätte. Ich bin ein Einsiedler geworden hier, der sich beim Klang der Klingel* fast erschreckt und dann fragt, ob sie was bestellt hat, aber es ist ja Sonntag und…? Und dann stehen da zwei Mädels und fragen „Kann Michel zum Spielen rauskommen?“ Hachz. Michel hat die zwei dann übrigens schwer beeindruckt, indem er sich einen Eimer kaltes Wasser übergegossen hat. Wir haben Videos, das wird ein schöner 18. Geburtstag. Besonders schön auch in Kombination mit dem Video von Pippi: während Michel nach dem Gießen herumspringt wie ein Frettchen auf Speed, gackert wie ein Huhn und lautstark kundtut, wie kalt das ist, gießt Pippi einfach und antwortet auf Nachfrage, ob das kalt ist: „Joa.“ Ich habe mich darüber sehr amüsiert.

    Jetzt Bett, morgen müssen wir dem Chipsmann sagen, was Sache ist. Das wird… nicht so schön.

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    *sie klingt sehr schön. Überhaupt finde ich unser Haus nach wie vor sehr sehr schön. Hachz.

    Tag 1102 – Stressabbau.

    Mein Kollege hat mich überredet, mit ihm tanzen zu gehen. In einen Club. Eine richtige Diskothek. Viel Überredungskunst war da nicht nötig, ehrlich gesagt, ich liebe ja tanzen, nicht nur Ballett. Ich hatte nichts anzuziehen und trage jetzt Jeans und T-Shirt, aber dafür volle Lila-Dunkellila-Gold-Glitzerattacke im Gesicht. Allerdings bin ich damit fast unauffällig geschminkt, es ist wohl grad in, die Schläfe und den Wangenknochen komplett in einem Halbmond aus grobem Glitzer einzuschmieren. Nunja. Interessant. Aber davon abgesehen: die Musik ist laut und rhythmisch und laut und ich bin sehr glücklich.