Super Tag, am Ende kaputtgemacht. Bin sauer. Sehr.
Kram
Tag 322 – Da sind sie.

Und sie leben auch alle, als wir nach Hause kamen von unserem Ausflug (wir kauften den Fahrradanhänger einer Kollegin von mir, blieben spontan zum Essen/Spielen/Eis…) dachten wir nämlich erst, sie wären ausgebüchst, dabei hatten sie sich nur unter den Gurkenscheiben versteckt. Ich freu mich sehr. Michel freut sich auch und ist total fasziniert und würde wohl am liebsten 24/7 Schnecken gucken: „Mama da guckt so bisschen raus! Guck ma, Mama, der da hinschwimmt! Der Gurke essen will elleicht!“.
Ach ja: Michels Bett wurde auch geliefert, dass muss jetzt nur noch vom Laden abgeholt werden. Und ich habe heute die kompletten Daten vom RNA-Versuch gesehen: es ist ein Traum. Echt jetzt. Ich muss mir da kurz ein bisschen auf die Schulter klopfen. Replikate top, Fehlerbalken winzig, und sogar das Ergebnis macht Sinn. Die Daten sind so gut, dass ich meinem Chef sogar heute gesagt habe, dass ich es sinnvoller fände, das von der Proteingeschichte abzuspalten und separat zu veröffentlichen. Das wird sonst nur unübersichtlich und weniger zitiert. Da kam ich mir sehr mutig vor. (Ab morgen hat er drei Wochen Urlaub, er fliegt nach Bali, da kann man schon mal mutiges Zeug vorschlagen vorher.)
Alles in allem ein sehr erfolgreicher Tag.
Tag 321 – Lustige Zahl, …
Das wars dann aber auch.
Müde, Kopfschmerzen, müde, müde, alle haben ab nächster Woche Urlaub (Frau Rabe schmeißt im Alleingang das Labor), müde und der Besuch ist auch wieder gefahren. Meh. Ich geh jetzt schlafen.
Tag 320 – Trostlos
Die Schneckenbabys werden doch morgen erst verschickt. Die Schneckenfrau ist nämlich krank. Ein Teil von mir möchte Beweise für die Krankheit einfordern, natürlich mit ganz vielen Smileys versehen. Immerhin wurde ich auch lächelnd zum Schicken von Fotos des neuen Wohnorts der Schnecken aufgefordert. Nun ja, ich hätte ja auch gerne etwas schickeres geschickt, als das hier:

Man muss dazu ein paar Dinge sagen. Erstens: das hier ist nicht das endgültige Terrarium. Das ist angeblich unterwegs. Die Schneckenfrau sagte außerdem, dass eine Plastikbox mit Luftlöchern anfangs besser sei, bis die Schnecken größer sind. Deshalb die Box mit den Löchern. Zweitens wollte ich gerne gestern mit Michel nach Korsvika zum Strand gehen und da ein paar Muscheln und vielleicht etwas Treibholz oder so suchen. Das scheiterte am Hügel und am schwülen Wetter und am Schwitzekind und am am Weg gelegenen Superspielplatz. Drittens fanden wir auf dem Spielplatz immerhin einen hübschen Stein, der ist allerdings für die kleine Box viel zu groß. Deshalb gibt’s erstmal keine Deko.
Tja, die armen Schneckenbabys erwartet also ein etwas trostloses neues Heim. Immerhin haben sie Sepiaschale und Blumenerde und der Kühlschrank ist voller potentiellem Schneckenfutter. Und unter so nem Salatblatt kann sich so ne Miniriesenschnecke ja vorerst auch verstecken.
Tag 317 – Mix.
Ich habe jetzt Zugang zu einem der „Fahrradkäfige“ am Krankenhaus. Es kostete mich ein etwas weirdes Gespräch mit einem der Zugangskontrollentypen, in dessen (ausgesprochen kurzemund sachlichem) Verlauf er es schaffte, dreimal meinen Vornamen zu nennen. Ich finde sowas komisch. Aber das Fahrrad in so einem Ding abgestellt zu wissen, beruhigt ungemein.
Wir haben seit heute Abend Besuch von unserer Osloer Freundin A. und ihrer Babytochter. Babys, die noch nicht mal drei Monate alt sind, sind sehr klein. Und sehr sehr niedlich. Pippi hat das Baby auch zweimal etwas verschämt angefasst und dann ganz schnell zu einem Erwachsenen geguckt, um zu überprüfen, ob wir gesehen haben, wie mutig sie ist.
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Nach dem Kindergarten waren Pippi, Michel und ich Zeug für die Schnecken kaufen. Und ein Fahrradschloss. Als wir zu Hause waren, nölte Michel erst ein wenig rum, wollte sich dann nicht die Hände waschen sondern legte sich stattdessen auf den Badezimmerfußboden und… schlief einfach ein. Herr Rabe packte ihn dann schlafend und mit ungewaschenen Händen in einen Schlafanzug und ins Bett. Und er schläft noch immer.
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Bei der Arbeit heute viel Lob für was bekommen. Also für was gearbeitetes. Und für den Kuchen. Aber „wow, this is awesome, look at those error bars“ ist mir im Arbeitskontext doch wichtiger als Kuchenlob. Obwohl der Kuchen auch einfach echt lecker war.
Und weil ich das so supidupi gemacht hab, darf ich jetzt in der Zeit wo alle anderen Urlaub haben ein paar wichtige Dinge tun und das ist auch ganz schön.
Dafür hat der Quatsch, den ich an meinem eigenen Projekt gemacht hab, einfach mal gar nicht geklappt. Wir bestellen jetzt ein neues Kit (und vielleicht hasse ich dieses Drecksprotein inzwischen gar sehr).
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Die Schneckenfrau nervt mich etwas. Ich sollte alles was ich brauche schon vor dem Verschicken besorgen. Ich tat, wie mir geheißen. Jetzt will sie Fotos vom eingerichteten Terrarium* sehen. Ich überlege, ihr Fotos von Michel und Pippi zu schicken, damit sie sieht, dass ich mich durchaus um Lebenwesen kümmern kann.
Das Ganze erinnert mich an die Geschichte, wie meine Ex-Kollegin mal Garnelen fürs Aquarium kaufen wollte. Der Verkäufer wollte genauestens wissen, was für ein Aquarium sie hat, mit welchen Pflanzen drin, welchen Fischen usw. Am Ende verlangte er von ihr, ihm zuerst Wasserproben aus dem Aquarium zu schicken, bevor er die Garnelen an sie verkaufen würde. Sie kaufte dann woanders welche.
*aufgrund der noch nicht vorhandenen Größe der Babyriesenschnecken ist das erste Terrarium eine Plastikbox mit Deckel, in die ich noch Luftlöcher bohren muss. Das hat die Schneckenfrau mir so geraten und vermutlich ist das auch schlau so.
Tag 316 – Zitronenkuchen, ab ins Bett.
Heute war zu viel mal wieder. Doofe Ergebnisse bei der Arbeit, alles was ich gestern gemacht habe war für’n Eimer. Nach der Arbeit Kind vom Kindergarten abholen, sich anhören, dass er auf dem Kindergartengelände an einen Baum gepinkelt hat. Äh. Dann Grillen bei Freunden, wir irgendwie total unvorbereitet, erstmal ne halbe Stunde Gemüse auf Spieße friemeln. Hurra. Essen und so sehr nett, dann nach Hause, Kinder ins Bett gebracht und schon gefreut und dann: ach Mist, ich muss ja noch Kuchen backen für das Meeting morgen. Ich hab ja sogar extra Bio-Zitronen besorgt (stellen Sie sich das nicht zu einfach vor. Wir waren in 3 verschiedenen Läden, der Herr Rabe und ich). Also um halb zehn noch mal aus dem Bett gestiegen, wehmütig geseufzt und Zitronenkuchen gebacken.
Jetzt völlig im Eimer und mit Kopfschmerzen ins Bett.
(Ach ja: mein neues Fahrrad ist toll! Und ich habe gestern Schneckenbabys bestellt, am Montag werden vier kleine Achatina Fulica Kinder in der Vollalbinovariante ihre Reise per Post zu mir antreten.)
Tag 314 – Das Fahrrad ist da!
Was mir die „zwischen 9 und 16 Uhr“-Tante gestern am Telefon ja ruhig auch hätte sagen können: das der DHL-Mann kurz bevor er hier aufschlägt noch mal kurz durchruft. Das hätte Herrn Rabe viel nervige Warterei erspart.
Aber egal, das Fahrrad ist da, es scheint alles zu gehen, Herr Rabe hat es schon zusammengebaut und dann passend für mich eingestellt (ich hab ja absolut keine Ahnung von Fahrrädern, aber schon gewisse Ansprüche, so wie: die Griffe müssen so ganz weit nach hinten gekippt sein, damit ich wegen Überbein am Handgelenk den Lenker nicht mit angewinkelten Händen halte, ich muss so aufrecht wie möglich sitzen können, an die Klingel würd ich schon auch gerne drankommen…), der Akku lädt das erste Mal in unserer Küche auf und ich muss mich jetzt eigentlich nur noch entscheiden, welche der drei 100-seitigen Bedienungsanleitungen ich zuerst auswendig lerne.
Tag 313 – noch ein paar halbe Updates
Wir haben Michel heute ein Bett bestellt. Uffz. Lieferzeit ca vier Wochen, die müssen die Bäume in Dänemark wohl erst noch fällen. Nun gut, dafür ist auch das Bezahlen um vier Wochen verschoben worden, das heißt, wir können dafür auf die Steuerrückzahlung warten. Ach ja: es wurde die Luxus-Version eines erweiterbaren Bettsystems mit 5 Jahre Nachkauf-Garantie.
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Mein Fahrrad wird morgen geliefert, zwischen 9 und 16 Uhr (in der Zeit kann man ca. vierzig mal komplett durch Trondheim fahren, liebe DHL!).
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Eine Stockrose (von 12) ist eingegangen. Dem Rest geht’s gut. Der Anpflanzort war strategisch ungünstig gewählt, weil ich nicht bedacht habe, dass unter den Zaun fast kein Wasser kommt. Naja, es wird schon gehen, dann eben öfter mal gießen.
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Die Hochzeit in Portugal. Moah. Meine Omi sagte gestern sowas wie „komm doch du alleine, wir zahlen“. Das ist sehr großzügig, aber erstens sehe ich Pippi noch nicht im Oktober ein paar Tage alleine bei Papa bleiben und zweitens ist und bleibt das ein ganz schöner Aufriss.
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Die Schnecken, meine neuen Traum-Haustiere. Jetzt gerade könnte man theoretisch auch lebende Schnecken mit der Post verschicken, deshalb gucke ich gerade wieder verstärkt. Aber erstmal müsste ja ein Terrarium her und Puhh, sind die teuer. Hmm.
Update: grade spontan ein Terrarium gekauft. Hihi. Dann kann ich ja Michel das Suchen einiger schöner Steine und Stöcker in Auftrag geben.
Tag 312 – Hubschrauber
Meine Omi rief heute an. Weil sie uns zum Hochzeitstag gratulieren wollte (den hatte ich tatsächlich vergessen. Herr Rabe angeblich nicht). Sieben Jahre schon, jaja, so schnell geht die Zeit rum. Das Gespräch ging dann noch etwas weiter, zur Hochzeit meiner Cousine (in Portugal, immernoch keine Einladung, ob ich denn nicht die Kinder mal bei Herrn Rabe lassen könne und alleine kommen?) und zum Besuch meiner Mutter hier und ja, das habe sie erzählt, als sie sich trafen heute im Krankenhaus, ach ja, ob ich das denn überhaupt mitbekommen hätte, der Opi hätte ja am Mittwoch einen Herzschrittmacher bekommen. Ja, ganz aufregend war das alles, er wurde mit dem Hubschrauber abgeholt, das bekamen dann natürlich auch alle Nachbarn mit und dann direkt am nächsten Tag einen provisorischen und am übernächsten Tag den endgültigen Herzschrittmacher eingesetzt.
Ich war erstmal völlig perplex (heute morgen habe ich noch über meinen Opa und sein kaputtes Herz und die Demenz und den ganzen Mist nachgedacht, und ob nicht möglicherweise einer der nächsten Besuche in Deutschland wegen einer Beerdigung sein könnte) und würgte meine weiter vor sich hin plaudernde Omi recht unsanft ab.
Dann rief ich meine Mutter an, um zu fragen, warum sie mich nicht angerufen hatte. Dass meine 84 Jahre alte Omi da im Eifer des Gefechts nicht dran denkt, geschenkt. Aber meiner Mutter hätte es ja mal einfallen können.
Meine Mutter beschwerte sich zuallererst bei mir, dass man sie ja auch erst am Mittwoch angerufen hätte, also einen Tag nach dem Schlaganfall (Aha! Ein Schlaganfall, schau an, hatte meine Omi nichts von gesagt.) und dem Hubschraubereinsatz und auch nur nachdem mein Onkel meine Omi darauf hingewiesen hätte, das sie ja zwei Kinder hat. Oder so. Also jedenfalls regte sich meine Mutter tierisch darüber auf, nicht sofort informiert worden zu sein. Schaffte aber die Transferleistung, dass sie ja vielleicht auch mich hätte informieren können, nicht von selbst, sondern musste erst darauf hingewiesen werden. Jaja, sorry.
Dann erzählte sie mir zwei Mal, dass meine Omi ihr viermal erzählt hat, dass mein Cousin angerufen hat. Sie habe ja Angst vor diesem Alter, wo man nicht mal mehr mitbekommt, dass man was schon mal erzählt hat.
Diese Familie kannst du dir einfach nicht ausdenken.
(Meinem Opi geht es übrigens den Umständen entsprechend gut. Aber es war wohl knapp: hätte er sich am Dienstag Abend ins Bett gelegt, wäre das vermutlich übel ausgegangen.)
Tag 310 – Titel vergessen
Mir ist heute nicht nach Schreiben. Michel hustet, Pippi findet auch irgendwie nicht in den Schlaf, Herr Rabe guckt Fußball und scheint mir aus dem Weg zu gehen, damit ich ihn nicht dazu zwinge, eine Bettentscheidubg zu treffen.
Soviel dazu, arbeiten war ich auch, mir sind (das war gut) für das RNA-Projekt ein paar hundert Mark in Groschenhäppchen gefallen, dann Vortrag zum Biomarkersymposium besucht und: arschlangweilig. DNA-Repair, voll faszinierend, aber nach dem hundertsten Vortrag und 1000 dazu gelesenen Artikeln ist so oberflächliches Geschwafel reine Zeitverschwendung. Immerhin konnte ich mal wieder meine Wachhalte-Skills nutzen.
So, und das muss reichen, ich muss ins Bett. Wachhalte-Energie ist für heute aufgebraucht.


