Tag 313 – noch ein paar halbe Updates

Wir haben Michel heute ein Bett bestellt. Uffz. Lieferzeit ca vier Wochen, die müssen die Bäume in Dänemark wohl erst noch fällen. Nun gut, dafür ist auch das Bezahlen um vier Wochen verschoben worden, das heißt, wir können dafür auf die Steuerrückzahlung warten. Ach ja: es wurde die Luxus-Version eines erweiterbaren Bettsystems mit 5 Jahre Nachkauf-Garantie. 

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Mein Fahrrad wird morgen geliefert, zwischen 9 und 16 Uhr (in der Zeit kann man ca. vierzig mal komplett durch Trondheim fahren, liebe DHL!). 

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Eine Stockrose (von 12) ist eingegangen. Dem Rest geht’s gut. Der Anpflanzort war strategisch ungünstig gewählt, weil ich nicht bedacht habe, dass unter den Zaun fast kein Wasser kommt. Naja, es wird schon gehen, dann eben öfter mal gießen. 

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Die Hochzeit in Portugal. Moah. Meine Omi sagte gestern sowas wie „komm doch du alleine, wir zahlen“. Das ist sehr großzügig, aber erstens sehe ich Pippi noch nicht im Oktober ein paar Tage alleine bei Papa bleiben und zweitens ist und bleibt das ein ganz schöner Aufriss. 

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Die Schnecken, meine neuen Traum-Haustiere. Jetzt gerade könnte man theoretisch auch lebende Schnecken mit der Post verschicken, deshalb gucke ich gerade wieder verstärkt. Aber erstmal müsste ja ein Terrarium her und Puhh, sind die teuer. Hmm. 

Update: grade spontan ein Terrarium gekauft. Hihi. Dann kann ich ja Michel das Suchen einiger schöner Steine und Stöcker in Auftrag geben. 

Tag 312 – Hubschrauber

Meine Omi rief heute an. Weil sie uns zum Hochzeitstag gratulieren wollte (den hatte ich tatsächlich vergessen. Herr Rabe angeblich nicht). Sieben Jahre schon, jaja, so schnell geht die Zeit rum. Das Gespräch ging dann noch etwas weiter, zur Hochzeit meiner Cousine (in Portugal, immernoch keine Einladung, ob ich denn nicht die Kinder mal bei Herrn Rabe lassen könne und alleine kommen?) und zum Besuch meiner Mutter hier und ja, das habe sie erzählt, als sie sich trafen heute im Krankenhaus, ach ja, ob ich das denn überhaupt mitbekommen hätte, der Opi hätte ja am Mittwoch einen Herzschrittmacher bekommen. Ja, ganz aufregend war das alles, er wurde mit dem Hubschrauber abgeholt, das bekamen dann natürlich auch alle Nachbarn mit und dann direkt am nächsten Tag einen provisorischen und am übernächsten Tag den endgültigen Herzschrittmacher eingesetzt. 

Ich war erstmal völlig perplex (heute morgen habe ich noch über meinen Opa und sein kaputtes Herz und die Demenz und den ganzen Mist nachgedacht, und ob nicht möglicherweise einer der nächsten Besuche in Deutschland wegen einer Beerdigung sein könnte) und würgte meine weiter vor sich hin plaudernde Omi recht unsanft ab. 

Dann rief ich meine Mutter an, um zu fragen, warum sie mich nicht angerufen hatte. Dass meine 84 Jahre alte Omi da im Eifer des Gefechts nicht dran denkt, geschenkt. Aber meiner Mutter hätte es ja mal einfallen können. 

Meine Mutter beschwerte sich zuallererst bei mir, dass man sie ja auch erst am Mittwoch angerufen hätte, also einen Tag nach dem Schlaganfall (Aha! Ein Schlaganfall, schau an, hatte meine Omi nichts von gesagt.) und dem Hubschraubereinsatz und auch nur nachdem mein Onkel meine Omi darauf hingewiesen hätte, das sie ja zwei Kinder hat. Oder so. Also jedenfalls regte sich meine Mutter tierisch darüber auf, nicht sofort informiert worden zu sein. Schaffte aber die Transferleistung, dass sie ja vielleicht auch mich hätte informieren können, nicht von selbst, sondern musste erst darauf hingewiesen werden. Jaja, sorry. 

Dann erzählte sie mir zwei Mal, dass meine Omi ihr viermal erzählt hat, dass mein Cousin angerufen hat. Sie habe ja Angst vor diesem Alter, wo man nicht mal mehr mitbekommt, dass man was schon mal erzählt hat. 

Diese Familie kannst du dir einfach nicht ausdenken. 

(Meinem Opi geht es übrigens den Umständen entsprechend gut. Aber es war wohl knapp: hätte er sich am Dienstag Abend ins Bett gelegt, wäre das vermutlich übel ausgegangen.)

Tag 310 – Titel vergessen

Mir ist heute nicht nach Schreiben. Michel hustet, Pippi findet auch irgendwie nicht in den Schlaf, Herr Rabe guckt Fußball und scheint mir aus dem Weg zu gehen, damit ich ihn nicht dazu zwinge, eine Bettentscheidubg zu treffen. 

Soviel dazu, arbeiten war ich auch, mir sind (das war gut) für das RNA-Projekt ein paar hundert Mark in Groschenhäppchen gefallen, dann Vortrag zum Biomarkersymposium besucht und: arschlangweilig. DNA-Repair, voll faszinierend, aber nach dem hundertsten Vortrag und 1000 dazu gelesenen Artikeln ist so oberflächliches Geschwafel reine Zeitverschwendung. Immerhin konnte ich mal wieder meine Wachhalte-Skills nutzen. 

So, und das muss reichen, ich muss ins Bett. Wachhalte-Energie ist für heute aufgebraucht. 

Tag 308 – Was wurde eigentlich aus…?

… Stoffwindeln?
Tja, hmm, sagen wir mal so: Pippis Po hat entschieden, dass er Stoffwindeln nicht gut findet. Es gehen nur die FuzziBunz (Microfaserfleece innen, die alles was nass ist zum Saugkern ableitet), (nasse) Baumwolle direkt auf der Haut geht überhaupt nicht, die FuzziBunz halten aber keine 3 Stunden dicht, also für nachts sind die definitiv nichts. Nun ja, mir geht die Gesundheit der Haut meines Kindes vor einer gefühlten Weltrettung, also probieren wir nicht weiter rum sondern es gibt eben nachts und unterwegs und wenn wir mal wieder zu faul zum Wäsche zusammenlegen waren Wegwerfwindeln.

… dem E-Rad?
Ist unterwegs, auf einem LKW. Gestern bekam ich einen Anruf vom Zoll in Oslo, heute eine Email mit der Rechnung für Umsatzsteuer und Zollgebühr (wie erwartet). Das habe ich dann überwiesen, dann vergessen, denen den Überweisungsbeleg zu schicken, das aber heute Abend nachgeholt. Es sollte also bald weiterfahren, mein Fahrrad. 

… der Haut?
Ich teste fleißig neue Produkte, im Moment die Paulas Choice „Clear“-Serie (normal stark). Wenn das alle ist (soll etwa zwei Wochen reichen, ich glaube es wird deutlich länger reichen, scheinbar bin ich sparsam. Dabei lässt mein innerer Monk mich immer sehr genau mit der Abschätzung von ca. 1 mL pro Portion sein. Vielleicht ist 1 mL doch mehr, als ich bisher glaubte (und aus meiner Pipette kommt).) habe ich noch die „Resist“-Serie zum Testen da (normale bis ölige Haut). Bisher bin ich von der Clear-Serie nicht so ganz überzeugt, aber ich brauche die Tester auf jeden Fall auf, bevor ich mich entscheide.

… Babyfüßen?
Voll supi. Machen Sie Babyfüße! Es schuppte und futzelte und machte und tat zwar geschlagene zwei Wochen, aber das Ergebnis spricht echt für sich. Hornhaut ist zwar noch da, also mit Pippis Füßen kann ich nicht mithalten, aber mit Michels durchaus. Und ein bisschen Hornhaut unter den Füßen hat ja durchaus auch einen Sinn. Rissige, trockene Hornhaut braucht aber kein Mensch und die ist jetzt komplett weg. Jetzt versuche ich immer nach dem Duschen eine gute Portion Handcreme auf die Füße zu machen, um den Status längstmöglich zu erhalten.

… Laufen und anderem Sport?
Ja, also Laufen ist nach wie vor nicht mein Ding. Obwohl die Schuhe echt unglaublich bequem sind. Bei anderem Sport war ich in den letzten Monaten sehr faul. Leider weiß ich mir aber auch keinen Ausweg, außer einer Wieder-Anmeldung beim rosa Fitnessstudio und dann da zu den Abend-trainings gehen. Ich würde auch gerne ab Sommer wieder Ballett machen, aber das ist außerhalb der Uni sehr sehr teuer und in der Uni gefiel mir der starke Fokus auf die Vorführung nicht. Kurz: ich weiß es nicht. Muss aber was machen, sonst roste ich ein.

… Migräne?
Ich werde nicht schreiben, dass ich seit Ewigkeiten keine Triptane nehmen musste. Ich werde nicht schreiben, dass ich seit Ewigkeiten keine Triptane nehmen musste. Ich werde nicht schreiben, dass ich seit Ewigkeiten keine Triptane nehmen musste. Ich werde nicht schreiben, dass ich seit Ewigkeiten keine Triptane nehmen musste. Ich werde nicht…

… Pippis Bett?
Haha. Pippi schläft weiterhin in unserem Bett. Michel meist auch etwa die Hälfte der Nacht. Das Babybett wird verschmäht, obwohl es direkt an unserem steht. Es ist sehr eng bei uns nachts. Vielleicht probieren wir es noch mal mit einem eigenen Bett, das eben nicht direkt an unserem steht, sobald sie halbwegs durchschläft. Wovon wir im Moment noch weit entfernt sind. Ich bemühe mich aber, das nächtliche Stillen und vor allem das Nuckeln ohne Stillen stark einzuschränken und hoffe, mir langfristig eine siebenstündige Stillpause schaffen zu können. Da Pippi aber ja noch nicht mal ein Jahr alt ist, will ich sie nicht einfach abrupt entwöhnen, sondern mache das so sanft wie möglich. Wir sind jetzt bei nur noch einem kurzen Meckerer, wenn ich sie nach kurzem Genuckel (ohne Trinken) wieder abdocke. Gefühlt schläft sie dann auch besser, wenn sie ohne Brust im Mund einschläft und das dann beim Aufwachen ja auch so ist.

… Michels Bett?
Gute Frage. Wir haben Entscheidungsschwierigkeiten, wie eigentlich immer. Kaufen wir lieber ein Modulbett, zu dem es neue „Teile“ auch in ein paar Jahren noch geben wird, das man dann zum Beispiel zum Etagenbett umbauen kann, oder zum Hochbett, oder zu zwei einzelnen Betten? Man könnte da sogar ein Spezialmaß bekommen, vielleicht passt ja doch was zu der runden Ecke? Aber das kostet natürlich, leider auch nicht zu knapp. Oder kaufen wir lieber zwei IKEA-Betten, und machen so fancy-schmancy „einfach mal“ ein Etagenbett draus, das Internet ist ja voll von Beispielen? Aber das braucht dann Zeit und Hingabe und hahaha, haben wir ja beides grade nicht. Und dann ist das auch wieder nicht mehr ganz so billig, mit extra Material und so. Es gibt sogar eine Excel-Tabelle mit allen möglichen Kombinationen und Preisen dazu und Pro und Contra. Hilft trotzdem nicht. Sie sehen: es ist schwierig. 

… Pippis Schielen?
Pippi schielt nicht. So wurde es Herrn Rabe beim Augenarzt bestätigt. Wahrscheinlich ist sie aber auf einem Auge kurzsichtig. Wie soll ich sagen: es würde mich nicht wundern. Sorry, Pippi, für die Gene. Nächste Kontrolle ist in ein paar Monaten, bis dahin müssen wir ihr beigebracht haben, auf die Katze zu zeigen, das konnte sie nämlich beim Sehtest nicht, weil sie halt einfach noch nicht zeigen kann, egal ob Katze oder Hund.

… Baby Led Weaning?
Super gut, kann ich nur empfehlen, man sollte sich aber vor Dreck und Sauerei beim Essen und danach jedes Mal über Kind, Tisch, Stuhl und Boden wischen müssen nicht scheuen. Dafür kenne ich kein anderes Kind in dem Alter, das so klar machen kann, was sie will und das derartige Mengen an ganz normalem Essen isst. Wir achten eigentlich nur noch darauf, dass es nicht zu heiß ist und dass sie es irgendwie klein kriegt (erstaunlich, was zwei halbe und zwei viertel Zähne da ausrichten!), den Rest macht sie selbst. Und beim Trinken müssen wir noch helfen.

… Stillen?
Machen wir trotzdem noch. Hauptsächlich nachmittags und abends. Sie hat aber nach dem Stillen schnell wieder Hunger und will was anderes.

… den Wartepflanzen?

Leicht übergriffige Minigurke. (Foto von 22 Uhr.)

Wachsen und gedeihen. Seit heute auch die Minigurken und die extrem schnell gewachsenen Zuckererbsen draußen (nachdem die Minigurke schon seit ein paar Tagen versuchte, das kleine Sukkulentenbäumchen auf der Fensterbank mit ihren Festhalteschnurpseln zu erwürgen).


Hab ich noch was vergessen? Fragen Sie mich ruhig, wenn Sie noch lose Fäden irgendwo aufgesammelt haben!

 

Tag 308 – Mutterbesuch vorbei

Meine Mutter ist heute nach Hause geflogen. Ihr Besuch war wie immer für mich durchwachsen. Eigentlich, um ehrlich zu sein, hauptsächlich anstrengend. Auf eine ganz andere Art als meine Schwiegereltern. Wahrscheinlich bin ich da einfach zu stark involviert, die Beziehung zu belastet. Ich weiß es nicht. Jetzt bin ich jedenfalls emotional leer und gleichzeitig froh, wieder „Ich“ sein zu können, vor allem eben emotional, weil nicht mehr jemand in jede Gefühlsäußerung ichweißnichtwas reininterpretiert. Genauso muss ich jetzt auch die Kinder nicht mehr gegen diese, ich nenne es mal „Psychische Übergriffigkeit“, verteidigen. Das ist gut, denn ich möchte nicht, dass den Kindern, die meiner Meinung nach einfach Kinder und sie selbst sind, irgendwelche Stempel a la „hochsensibel“ aufgedrückt werden. 

Ich würde so gerne was anderes schreiben, aber nach dem Besuch bin ich hauptsächlich müde. Müde des Mitdenkens, müde der Ausreden, müde des Ich-sag-nichts-leide-aber-demonstrativ. Müde der Andeutungen und „Verstehst schon, was ich meine.“, denn nein, tue ich nicht. Oder doch. Ich verstehe, dass sie offensichtlich total Angst hat, was falsches zu sagen, sie hätte so gerne mehr Gemeinsamkeiten mit mir und deutet deshalb alles nur an, damit ich nach Gutdünken vervollständigen kann. Und genau das macht mich so müde. Das ist so unreif. So schwach. Mütter sollten nicht schwach sein. 

Gestern fragte sie mich, was ich denn meinen Kindern gegenüber anders machen will als sie. (Das „bin ich dick? der Mutter.) Ich war nur halbehrlich. Zündete eine Nebelkerze. „Ich will den Kindern gegenüber ein asexuelles Wesen sein.“ Das traf sie schon hart genug, glaube ich. In Wirklichkeit fielen mir tausend Dinge auf einmal ein. Dinge, die sie wirklich verletzen würden.  

Das war ihr erster Besuch hier, ohne dass sie irgendwann mal geweint hat. 

Ich sehe meine Kinder an und hoffe, dass wir in 30 Jahren eine bessere Beziehung haben. 

Tag 307 – Urlaub mit zwei kleinen Kindern auf Korfu. Eine Lobhudelei. 

Jetzt ist es ja schon eine Weile her, dass wir im Urlaub waren, aber ein Fazit habe ich versprochen und werde ich auch liefern. Besser spät als nie, gell?

Aus dem sensationell schlechten Sommer letztes Jahr entstand bei uns der Wunsch, in diesem (Früh-)Jahr einige Wochen ins Warme zu fahren. Anfangs schweiften unsere Gedanken dabei gerne auch mal bis in die Karibik, das schlugen wir uns dann aber doch recht schnell wegen teuer und Jetlag wieder aus dem Kopf. Also blieb Südeuropa oder Balkan und nach einigem Hin und Her fiel die Wahl auf Korfu. Da ist es zwar im April noch nicht richtig richtig warm, aber mein Ding sind Temperaturen über 25 Grad eh nicht. Dafür erhofften wir uns viel Natur und Grün und Frühling, denn der April ist hier in Trondheim noch hässlich grau und winterlich. (Der Frühling kommt hier erst im Mai, dann aber oft mit Gewalt.)

Auf einem online-Portal für Ferienwohnungen fanden wir recht schnell das unheimlich sympathische Haus Nora. Die Vermieter Detlef und Nora wohnen im kleinen Dörfchen Agios Spiridon nahe Acharavi an der Nordküste Korfus. Zwei Ferienwohnungen für jeweils vier Personen befinden sich in einem eigenen Gebäude auf dem Privatgrundstück, dazu gehört auch noch ein Pool und ein wunderschöner, von Nora liebevoll gepflegter Garten.


Der erste Kontakt per Mail mit Detlef war schon sehr herzlich und nach einem kurz darauf folgenden Telefonat wusste ich: da will ich Urlaub machen. Bei diesen netten, offenen, hilfsbereiten Menschen. Also buchten wir Flüge, zurrten die Ferienhausbuchung fest, und schalteten in den Vorfreudemodus.

Natürlich ist so eine Reise über 12 Stunden, mit mehrmaligem Umsteigen und zwei wirklich kleinen Kindern stressig. Das will ich nicht verschweigen. Es ist sogar sehr stressig und anstrengend und nervenzehrend. Entsprechend müde und allgemein fertig kamen wir Ende März auf Korfu an. Wie gut, dass Detlef schon auf uns wartete! Er holte uns vom Flughafen ab und hatte sich extra Kindersitze von der Autovermietung geliehen. Und wie wunderbar, sich darauf freuen zu können, in ein warmes, gemachtes Bett zu steigen. Die Autofahrt vom Flughafen nach Agios Spiridon dauert etwa eine Stunde und wir sahen direkt: das erhoffte Grün. Der Frühling war schon in vollem Gange.

Die nächsten Tage verbrachten wir geruhsam mit Ausflügen zum Strand, zum Einkaufen, in Restaurants und Eisdielen, alles in fußläufiger Entfernung vom Ferienhaus. Zu den größeren Supermärkten in Acharavi nahm uns Detlef mit dem Auto mit. Nach ein paar Tagen fühlten wir uns aber bereit für größere Touren und mieteten uns ein Auto. Von da an ging es auch mal in andere Orte, allerdings hatten wir ja alle Zeit der Welt und ließen uns dementsprechend nicht mit dem Abklappern der Sehenswürdigkeiten stressen.

Meine Highlights auf Korfu

Hier jetzt meine absoluten Highlights, in der Reihenfolge, wie wir sie besucht haben.

Paleo Perithia. Ein altes Dorf am Pantokrator, das jetzt nach und nach wieder restauriert und belebt wird. Gerade im Frühling komplett überwuchert von wilden Blumen, sind die alten Ruinen einfach traumhaft schön.

Das Kap Drastis, im Nordwesten der Insel. Wegen dieses Ausblicks:

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Corfu Donkey Rescue. Ganz grob in der Nähe von Paleo Kastritsa, ziemlich versteckt. Vor allem für Kinder toll, manche der Esel lassen sich streicheln und die allermeisten der gefühlt hundert Katzen und Hunde auch. Wenn wir nochmal hinfahren, möchte ich auch zur Imkerei Hamburg da in der Nähe, die hatte nur leider noch zu.

Paleo Kastritsa und das Kloster. Paleo Kastritsa ist als Ort nicht so wirklich interessant. Was da toll ist: Der Ausblick vom Kloster über die Buchten, die türkis zu allen Seiten von den Bergen umgeben schimmern und zum Baden und Tauchen und Schnorcheln und Bootfahren einladen. Und die Buchten selber, zum eben Baden und Tauchen und Schnorcheln und Bootfahren. Sehr schön ist auch Angelokastro bzw. die Klosterruine da und wenn man von da Richtung Paleokstritsa fährt, kann man in Lakones auch ruhig mal aussteigen und die Aussicht genießen.


Korfu Stadt (Kerkyra) und die Mäuseinsel. Kleine Bootstour auf eine winzige Insel mit einem noch winzigeren Kloster drauf. Nach einem Städtetrip die perfekte Abwechslung. (Überhaupt empfiehlt es sich, für Korfu Stadt zwei Tage einzuplanen. Denn auch der Britische Friedhof und einfach die wunderschöne Altstadt lohnen einen längeren Besuch. Auch das Achilion kann man von Korfu Stadt aus gut erreichen.)

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Pelekas und die Strände dort. Wir waren nur am etwas versteckten Mirtiotissa Beach, aber der war einfach HACHZ! In der Pension Tellis und Brigitte übernachtet es sich gut, günstig und vor allem überaus bunt und herzlich.

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Das beste Essen gab es im Lemon Garden in Acharavi und in der sehr viel traditionelleren Taverne Elisabeth in Doukades. Überhaupt könnte ich hier auch einen eigenen Beitrag nur über das Korfiotische Essen schreiben, aber das wäre vielleicht doch etwas drüber. Aber wenn sie mal da sind: essen Sie Pastitsada! 

Fazit

Natürlich ist es Luxus, vier Wochen Urlaub zu machen, das ist mir auch klar. Aber wenn man schon mal die Möglichkeit hat, kann ich es nur empfehlen. Die Nebensaison im Frühjahr war auf Korfu einfach wunderschön grün und blühend, man traf kaum andere Touristen, alles war entspannt. Wir waren entspannt. Überhaupt hatte ich so einen entspannten Urlaub nicht mehr seit Michels Geburt. Und selbst der stressanfällige Michel möchte seitdem nur noch Urlaub machen. Es war ganz einfach wunderbar.

 

Tag 304 – Heute nur Gemotze

Hrmpf. Alles ist heute Hrmpf.

Haut: Hrmpf. Eine Woche mit dem teuren Zeug und der Gegen-Akne-Reihe und ich habe exakt so viele Pickel wie vorher, meine Poren sind genauso groß, mattierende Tagescreme mattiert nix, Mitesser sind auch noch da. Also entweder ich mache was grundlegend falsch, oder ich hab da noch nicht die richtige Pflege für mich gefunden. (Wobei sich die Tagescreme schon gut auf der Haut anfühlt, auch der Reiniger fühlt sich gut an, nur gehen eben die Probleme nicht weg. Und dafür ist das Zeug dann einfach zu teuer, in Norwegen ja eh, weil Norwegen.)

Arbeit: Hrmpf. Gestern ewig lang im Meeting gesessen, versucht mit dickem Kopf schlaue Fragen zu stellen, versucht dem wirren Hin-und-her meines Chefs und eines unfassbar selbstverliebten Doktoranden zu folgen. Am Ende dann sagte ich: „Also ich warte jetzt einfach auf Zellen von dir?“ – „Jupp.“ Naja also das hätten wir schneller haben können. Und weil das Meeting so ewig dauerte, gerade irgendwelche Deadlines sind, mein Chef heute nicht da war und so weiter wird mein Es-brennt-mir-unter-den-Nägeln-Thema mindestens auf Montag verschoben. Hrmpf. 

Mutter: Hrmpf. 

Pippi slash Nachtschlaf: HRMPF! Schrieb ich nicht vor ein Paar Tagen noch, dass sie ja halbwegs schlafen würde? Das war dämlich von mir, damit habe ich Murphy heraufbeschworen und jetzt sind wir bei Wenn-Du-mich-nicht-pausenlos-an-dir-rumnuckeln-lässt-brülle-ich-alles-zusammen. Ich werde bekloppt. Seit Tagen kaum noch Schlaf, es kommt auch kaum noch Milch nachts, weil sie nachmittags und abends alles wegtrinkt (für mich voll ok) und es aber etwas braucht um nachproduziert zu werden. Sie will aber ja eh erstmal nur Nuckeln, das macht mich aber (vor allem in Verbindung mit Bauchkneifen und -kratzen) wahnsinnig und wird dann von mir unterbunden. Dann schreit sie sich wach (HRMPF!!!) und hungrig (AAAARRGGH!!!) und weil aber eben keine Milch musste Herr Rabe mit ihr in den letzten Nächten wirklich mitten in der Nacht Banane essen. Als sie dann letzte Nacht es schaffte, sich auf meine (leergepumpte, einstmals jugendlich-feste, jetzt nur noch traurige) Brust zu KNIEN war ich kurz davor, sie an die Wand zu klatschen. Also so geht das nicht weiter. Selbst Michel war komplett im Eimer heute. 

Nach Flügen geguckt nach Wien und zur Hochzeit meines Schwagers im Oktober: Hrmpf. Mit zwei Kindern wird sowas immer gleich unheimlich teuer. Wir werden wohl nicht zu beiden Veranstaltungen alle hinkönnen. Weil wegen zu teuer, nach Korfu (und Fahrradkauf)  möchte auch erstmal wieder etwas Geld auf die Konten eingezahlt werden. Was machen eigentlich Leute mit mehr als zwei Kindern? Nie Urlaub? Ich könnte es verstehen. 

Und dann ist ja jetzt auch noch EM. Ich finde fast nichts langweiliger, als Fußball im Fernsehen gucken. Fast nichts, weil: Langlaufski. Das löst bei mir augenblicklichen komatösen Tiefschlaf aus. Bei Fußball dämmere ich eher langsam weg. Am liebsten gucke ich es aber einfach gar nicht. Herr Rabe schon, deshalb haben wir wohl in den nächsten Wochen unterschiedliche Auffassungen von der optimalen Abendplanung. Hrmpf. 

So, und morgen geht’s wieder. Hab mich ja jetzt hier gründlich ausgehrmpft. 

Tag 303 – Ein Stöckchen, ein Stöckchen!

Wuhaaa, Frau Brüllen hat uns mit einem Blockstöckchen beworfen. Da sagt man natürlich nicht nein. Nein, macht man nicht. Also hier, Herr Rabe und ich machen uns dann mal an die Antworten. (Herr Rabe schlägt gerade vor, das als Podcast aufzunehmen, aber das ist Frau Rabe zu neumodisch.)

1. Wie hättest Du geheissen, wenn Du mit dem anderen Geschlecht zur Welt gekommen wärst?
Herr Rabe weiß das nicht, glaubt aber das seine Eltern wussten, was er wird, weil die nämlich damals eine Fruchtwasserpunktion gemacht haben. Seine Geschwister wurden aber nicht über das Geschlecht informiert und nannten ihn pränatal Klaus-Bärbel.
Von Frau Rabe gibt es nur die Legende, dass ihre Mutter ihren Vater damals auf dem Weg ins Krankenhaus fragte, ob es nicht langsam an der Zeit wäre, einen Jungennamen auszusuchen. Ihr Vater antwortete mit „Das wird ein Mädchen!“.
2. Gibt es was, was Du Dir als Kind selber zurecht gelegt hast als Erklärung für irgendwas, was so überhaupt nicht mit der Realität übereinstimmt? 
Puh, also bei Frau Rabe gibt es eine tieftraurige Geschichte, die hier mal ausgeklammert wird und eine etwas lustigere, die aber leicht am Thema vorbei zielt. Damals nahm sie nämlich vieles sehr wörtlich und als sie mit sechs oder sieben Jahren ihr erstes Mikroskop bekam, hielt sie unter jenem tagelang nach rechtsdrehenden Milchsäuren Ausschau, die ja laut Werbung im Joghurt sein sollten. Irgendwann wurde der Joghurt auf dem Objektträger schimmelig, so gab es wenigstens irgendwas zu sehen. Sehr viel später lernte sie dann in der Uni Stereochemie und war nachträglich peinlich berührt…
Herr Rabe fällt irgendwie gar nichts ein. Außerdem ist Herr Rabe ein Lehrerkind und ein schlimmer Besserwisser und weiß immer alles ganz genau und das war auch sicher immer schon so.
3. Wer hat dich seinerzeit zum Bloggen gebracht/motiviert/inspiriert?
Tja, Herr Rabe, wie war das bei dir? „Herr Paul hat gesagt, ich soll mal aufschriebe, was ich in meiner Elternzeit so mache. Das hat genau eine Woche funktioniert.“
Frau Rabe hat damals mit großem Interesse den Aufruf zum Tagebuchblog-Wetten von Frau Novemberregen gelesen. Und dann nicht gewettet, sondern einfach so gemacht. Außerdem hatte der Herr Rabe da auch schon die ganze Zeit gesagt, sie solle doch bloggen. Er lese das doch so gerne. Joa, hat bisher 303 Tage funktioniert.
4. Wenn Du den Rest Deines Lebens nur noch ein Outfit tragen dürftest, was wäre das?
Frau Rabe: Jeans (blau, Bootcut) und T-Shirt, irgendwas halbwegs neutrales, aber gerne farbig. Dazu meine Puma-Jacke. Schuhe sind schwerer. Chucks sind zu unbequem. Vielleicht tatsächlich so Laufschuhe. Jetzt lacht Herr Rabe. Außerdem sagt er, dass Frau Rabe von der Puma-Jacke irgendwann nur noch den Reißverschluss anhaben wird und der Rest wird an ihrem Körper zerfallen sein und damit könnte er Recht haben.
Herr Rabe hingegen würde Poloshirt und Chinohosen wählen, die gehen immer. Und nen Wollpulli mit V-Ausschnitt. Und Frau Rabe fragt sich jetzt, ob Herr Rabe seinen inneren Spießer bisher nur gut vor ihr verborgen hat.
5. Gibt es einen Punkt in Deinem Leben, von dem Du sagen kannst: Hätte ich mich da anders entschieden, wäre ich 5 Minuten später gekommen, in die andere Richtung gegangen, mein Leben wäre total anders verlaufen? Wenn ja, welchen?
Hätte, hätte, Fahrradkette.
(Nee mal im Ernst: Klar, wären Herr und Frau Rabe damals nicht an einem Mittwoch (!) nach dem Training (!) so lange Tanzen gewesen („Watt hatten wir n Leben, ey“, sagt Herr Rabe gerade) oder wären unsere Freunde damals länger geblieben oder oder oder (oder hätten sie nicht Muse gespielt! Kaum auszudenken!) dann wäre vielleicht alles ganz anders gekommen. Oder vielleicht wäre auch alles genauso gelaufen, nur später. Oder ähnlich. Oder auch nicht.)
6. Wie wäre es denn verlaufen?
Ja, ne, siehe oben.
7. An welchen Bewegungen, Haltungen, Gesichtsausdrücken erkennt man Dich?
Herr Rabe sagt, man müsse Frau Rabe nur fotografieren: Wenn die Person auf dem Foto beide Augen gleich weit aufhat, ist es NICHT Frau Rabe.
*Googelt: Großschreibung nach Doppelpunkt*
Wenn Herr Rabe sich ganz doll konzentriert, zum Beispiel bei schweren Bassstücken, saugt er die Luft zwischen den Zähnen ein. Das macht dann so ein „Schllrrrp“-Geräusch, das Frau Rabe schon oft in den Wahnsinn getrieben hat.
8. Was ist Dein Lieblingsverkehrsmittel?
Herr Rabe: Zug für Reisen, in der Stadt gerne Fahrrad.
Frau Rabe: Bus. Linienbus. Für lange Strecken fühlt sie sich eigentlich nur im Auto halbwegs wohl.
9. Was ist Dein skurrilster Essenstick?
Wir sind uns einig: Frau Rabes skurrilster Essenstick ist es wohl, dass sie Salat IMMER auf einem extra Tellerchen haben muss, weil sie es ÜBERHAUPT GAR NICHT ertragen kann, wenn Salatsoße an das andere Essen kommt. Oder was warmes an den Salat.
Herr Rabe kann Getränke aller Art nicht langsam trinken. Da ist dann so ein Cocktail mit fünf Sorten Alkohol drin auch mal nach drei Minuten leer. (Das ist schon lang, sagt er grade. Und dass das Problem nicht die fünf Sorten Alkohol seien, sondern der Preis.)
10. Morgens oder abends duschen?
Herr Rabe: Morgens. Und nach dem Sport.
Frau Rabe: Morgens, schon alleine wegen der Haare, die muss ich eh morgens waschen weil ich sonst so aussehe wie Frau Brüllen.
11. Lässt Du Dich zu Mutproben anstiften? Was war die blödste?
Frau Rabe hat mal einen Regenwurm gegessen, damals im Kindergarten. Wenn man den einfach komplett schluckt, ist das nicht so schlimm, bringt einem aber großen Respekt von älteren Jungs ein. Das mit dem zu Mutproben anstiften lassen hat sich aber irgendwann in den letzten 25 Jahren offenbar verwachsen. (In den letzten 15. Es gab da noch „Hier, zieh mal an der Bong.“. Aber das ist ja illegal und hat somit nie stattgefunden.)
Herr Rabe erinnert sich dunkel an Klingelstreiche und sowas. Und dass sie mit dem Fahrrad immer viel Quatsch gemacht haben und damit von Sachen gesprungen sind und Treppen runter gefahren sind. Er bezeichnet das aber eher als männlichen Initiationsritus unter hormongeladenen Teenagern.
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Und dann muss es natürlich auch neue Fragen geben. Wir haben uns entschieden (naja. Herr Rabe hat vorgeschlagen und Frau Rabe fiel so schnell auch nichts besseres ein), eine entweder-oder Fragerunde zu machen. Die Antworten dürfen sollten aber durchaus eine Begründung beinhalten.
1. Meer oder Berge?
2. Fast-Food oder 3-Gänge-Menü?
3. Wahrheit oder Pflicht?
4. Haus oder Wohnung?
5. Auto oder Fahrrad?
6. In der Disko: Theke oder Tanzfläche?
7. Netflix oder Buch?
8. Geld oder (Frei-)Zeit?
9. Delegieren oder selber machen?
10. Kochen oder Abwaschen?
11. Offline-Urlaub: „bwaaahaha, nee!!!“ oder „oh, ja, endlich!!!“?
Und unsere Fragen gehen an:
Familie Parole Peng – limit of control, einzeln oder beide oder zusammen…
… und sozusagen aus Tradition

Tag 302 – Viel

Heute war viel irgendwie. Uffz. 

Zuerst mal plagt mich seit Tagen eine schlimmer werdende Erkältung. Das war bisher nur nervig, aber heute morgen als der Wecker klingelte und mein Kopf voller Rotz war und höllisch wehtat und ich keine Luft bekam und überhaupt, da stellte ich den Wecker eine Stunde weiter und war schon fast sicher dann auch nicht aufzustehen, sondern mich für heute krank zu melden. Erstaunlicherweise ging es aber nach dieser einen Stunde deutlich besser und so war ich eben später bei der Arbeit, aber ich war da. 

Um dann den ganzen Tag Artikel zu lesen. Es ist nämlich so: mein Chef (und ein Ex-Doktorand) haben was tolles gefunden, in dem RNA-Projekt. Und ein Paper dazu geschrieben. In dem Manuskript sagen sie: Hey, das ist der erste Beweis dafür, dass X auch in Menschen passiert. Cooli! Und dann las ich mir etwas Theorie dazu an und die neueren Artikel zu dem Thema waren so: also, X ist ja eigentlich auch wie Y. Y ist schon lange in Menschen nachgewiesen. Wir wissen auch sehr genau wie Y funktioniert, alles alte Hüte. Und ach ja, X gibt’s zumindest auch in Fruchtfliegen, also zu Menschen ist es dann ja nicht mehr weit. Oder vielleicht gibt es X auch gar nicht, sondern ist nur eine Variante von Y. Tja. Und dann las ich noch mehr und noch mehr, weil zu meinem Chef gehen und sagen, ich hoffe ihr habt das nicht schon eingesendet, weil das ist alles ganz falsch und dann hab ich nur was übersehen und eigentlich haben sie doch recht, das wäre doch ziemlich peinlich. Heute sind bei der ganzen Leserei dann wenigstens ein Paar Groschen gefallen und ich fühle mich mit ausreichend Information gerüstet, um morgen zum Chef zu gehen. Und dann kann ich ihm hoffentlich vorschlagen, alles etwas weniger pompös zu formulieren, stattdessen vielleicht ein paar neuere Artikel zu zitieren und vor allem noch mal in die Daten zu gucken, ob wir da nicht auch Bestandteile von Y finden, das würde nämlich die Theorie von X wahrscheinlicher machen. Und dann müssen wir wohl oder übel mal RNA sequenzieren lassen, um zu gucken, ob wir es wirklich eher mit X oder Y zu tun haben. Wir werden sehen. Nach dem Lesen und Entscheiden wr dann aber mein verrotzter Gehirn zu nix mehr in der Lage. Ich wollte gerade gehen, da kam mein Chef rein. Die neuen Zellen für ebendieses Projekt waren endlich da. Aufgetaut. Kein Futzel Trockeneis mehr in der Box. Seit zwei Wochen (!) unterwegs. Die wanderten dann direkt in die Tonne und ich endlich nach Hause. 

Tja, dann Nachmittag, Michel abholen, mit Michel Fahrradrennen spielen, damit wir irgendwann auch zu Hause ankommen, Essen machen, Oma kam, Essen. 

Und dann: Erste Hilfe Kurs für Kinder und Säuglinge. Mit Herrn Rabe und dann musste ich als Notfallübersetzerin mit und dann musste Pippi auch mit, weil die ja ohne mich nicht schläft. Mit mir auch nicht, wie sich dann herausstellte, sie war jedenfalls die ganze Zeit fit und unterhielt den ganzen Raum und war wahnsinnig niedlich. Bis sie einem anderen Baby den Schnuller aus dem Mund zog, ließ ich sie gewähren. Zwischendurch versuchte ich drei mal sie in den Schlaf zu stillen, aber erfolglos. Im Wagen schuckeln: erfolglos. Auf dem Arm schuckeln: erfolglos. Dass ich mitgekommen war, war trotzdem gut, denn der Kursleiter sprach so dermaßen Hardcore-Trøndersk dass selbst ich anfangs Schwierigkeiten hatte, ihn zu verstehen. Nun ja, das wichtigste haben wir glaube ich mitbekommen (FREIE ATEMWEGE!!1!elf!) und der Kurs war wirklich gut, besser als der letzte, den ich gemacht hab, aber eben auch viel länger. 

Leider war dann auf dem Rückweg ein Teil der Stadtautobahn gesperrt, weshalb wir sehr viel länger nach Hause gebraucht haben, als geplant. Zu Hause dann nur noch schnell die Oma abgelöst, Bettfertig gemacht, ab in die Heia und vor allem die schreiende Pippi beruhigen (keine Milch mehr, alles im Kurs aufgebraucht, aber Nuckeln ging noch), die zwar im Auto eingeschlafen aber beim ins-Bett-legen wieder aufgewacht war. 

Jetzt noch mal Nasenspray und dann schlafen. Und morgen dann hoffentlich fitter sein und weniger machen. 

Uffz.