Tag 287 – Ach…

… Ich habe aus Gründen heute keinen Text für Sie. Aber Sie würden mir eine große Freude machen, wenn Sie stattdessen heute mal bei limit of control lesen würden, denn die kleine Spartacus ist jetzt auch 10 Monate alt geworden und überhaupt schreibt die Autorin so schön. Und das sage ich nicht nur, weil wir uns (aus einem früheren Leben) kennen! (Übrigens, als Michel noch nicht mal in Planung war, und Dr. Schmotzen ziemlich klein, da waren wir mal alle bei N. und J. und Dr. Schmotzen war so niedlich und fzerozero so schön und diese ganze Familie so toll, da wollte ich auch mal so werden wie die. Ja.)

Tag 286 – Grundlos gute Laune

Heute ist eigentlich voll der Kacktag. Echt. Wollen Sie mal hören?

– Zur Blutprobe beim Arzt gewesen. Warum schon wieder? Ich scheine in eine Unterfunktion zu rutschen. Außerdem ist der eine Antikörper (a-TPO) stark und der andere (TRAK) weiterhin leicht erhöht. Das wiederum würde eigentlich auf eine Überfunktion, wie ich sie ja auch hatte, hindeuten. Das verstehe nun wer will, ich jedenfalls nicht. Deshalb habe ich nächste Woche einen Termin, bei dem mir der Arzt das hoffentlich alles erklären wird. Gut im Sinne von Schilddrüsenscheiß abhaken ist es jedenfalls nicht. 

– Meine Zellkulturen, die ich jetzt geschlagene drei Wochen aufzupäppeln versucht habe, sind heute in den Müll gewandert, irgendwas stimmte damit ja offensichtlich nicht und die wissenschaftliche Aussagekraft von einem Experiment mit solchen Krepelzellen wäre gleich null. Tjanun. 

– Dann hundert Jahre gebraucht, um Puffer anzusetzen. Zu lange, um heute noch mit irgendwas anderem anzufangen. Wenigstens war ich ein Schlaupenis und habe mir Stocklösungen gemacht, das heißt, beim nächsten Mal geht’s schneller. 

– Herr Rabe hat Michels Mickey Mouse im Kindergarten vergessen und mein super empathisches Kind hat sich eine halbe Stunde lang in den Schlaf geweint. Nicht, weil es die Mickey Mouse so doll vermisst hätte, nein, weil die „Mickey Mouse alleine ist und traurig ist“. Dann sollte ich Geschichten erzählen, was die Maus jetzt macht (Party feiern mit dem Kindergartenspielzeug natürlich), da weinte er aber noch mehr. Trotzdem sollte ich noch mehr Geschichten erzählen. Das Weinen aushalten gehört wohl auch zum Elternsein dazu. 

– Danach eineinhalb Stunden gebraucht, um Pippi zum Schlafen zu kriegen. Die kleine Rübennase hat glaube ich wirklich nen Schub oder so, aber einen lustigen, der sie sehr wach, kommunikativ und aufgedreht macht. Jedenfalls laberte sie erst herum, dann hampelte sie (mit schon zufallenden Augen) im Bett, dann fing sie aus heiterem Himmel an zu Klatschen (zum ersten Mal), eventuell machte sie der Blitz dann auch wieder etwas wacher, sie hampelte weiter und laberte und klatschte und zappelte herum. 


– 10 Grad und Nieselregen. 

Trotzdem habe ich gute Laune heute, vielleicht, weil ich heute im Wartezimmer erst Diesen wunderbar ehrlichen (wir haben auch Handabdrücke am Auto, die nicht mehr abgehen) und dann den informativen UND lustigen Artikel über Sonnencreme von Frau Brüllen (kriegt auch einfach keine andere so hin. Isso.) gelesen habe, dann in der Mittagspause die Kommentare zum zweiten (rechtsdrehender Elbensaft!) und am Ende im Bus die facebookkommentare zum ersten Artikel, wo dann wieder so Sachen kommen wie „Ich mach Sonnencreme jetzt selbst.“ und „Dreck schützt ja auch.“ und da wars dann irgendwie vorbei mit mir, seitdem muss ich die ganze Zeit lachen über Himbeersamenöl. 

Vielleicht ist es der Wahnsinn, der mich doch noch holen kommt. 

(Übrigens haben wir zufällig grade eine neue Sonnencreme für Michel gekauft. Eine mit „bösen“ chemischen Filtern. Mein Auswahlkriterium war diesmal ein anderes als sonst, nämlich: muss super fix gehen. Sonst hat ja doch keiner Bock dazu, weder wir morgens, noch die Betreuer*Innen im Kindergarten und am wenigsten das Kind. Und eine Sonnencreme, die wegen Alpinaweißartiger Konsistenz nie benutzt oder wenn dann nur sehr grob aufgetragen wird, ist im Zweifel sehr viel schlechter in der Sonnenschutzwirkung (Norwegen. Dünne Ozonschicht. Viele Hautkrebstote. Sehr helle Haut.), als eine mit eventuell hormonähnlich wirksamen Bestandteilen, die dafür mehrmals täglich und somit gemäß der Empfehlungen verwendet wird. Also habe ich zum Probieren meine Handrücken damit eingeschmiert, die Alpinaweißige abgelehnt, ebenso eine, die einen glitschigen Ölfilm hinterließ, meine Hände zweimal mit sehr viel Seife gewaschen, und dann fiel die Wahl auf eine sand- und wasserfeste, die schnell einzieht und gut riecht. Zack, feddich. Ökotest: ausreichend. Tjanun. Das versaut mir meine Laune jetzt auch nicht mehr.)

Tag 284 – Blogdingsi

Das Wort hab ich Herrn Paul geklaut. 

Unspektakulären Tag. Putzen, Aufräumen, Backen, Einkaufen, Duplo bauen, Wäsche waschen, Kochen, Essen, Füße fitzeln (hört das auch irgendwann wieder auf?), Skypen mit meiner Mutter (hier kleines orrrrr denken), Kurzurlaubsplanung. 

Kurzurlaubsplanung. Ich werde in Flugzeuge steigen müssen, möglicherweise sollte ich mal meinem Arzt was vorheulen, dass die Flugangst immer schlimmer wird, vielleicht hat der besseres Zeug als ich in der Apotheke einfach so kaufen kann. Vermutlich lacht er mich aber nur aus und erzählt mir all die vielen Dinge, die ich eh weiß (jaja, Busfahren ist tausendmal gefährlicher, die Chance im Lotto zu gewinnen größer, Blabla). Aber mit jedem Flugzeugunglück wird es schlimmer. Und mit jedem Kind auch. 

Und jetzt muss ich an was Schönes denken und aufhören mir die letzten Sekunden im Leben von Leuten, die mit einem Flugzeug abstürzen, auszumalen. Die mit ihren Kindern… Nein Stop. 

Zur Ablenkung lese ich jetzt „Arbeit und Struktur“ von Wolfgang Herrndorf. Die Handlung ist wirklich äußerst heiter. Ähem. 

Tag 281 – Stößchen!

Lustig: nach einem Glas Sekt bin ich enthemmt genug, die Geschichte meiner Schwiegermutter über das tote Kleinkind des Zahnarztes einfach mit den Worten „Ja, die Geschichte kenne ich und ich will sie nicht nochmal hören!“ abzuwürgen. 

Nicht so lustig: nach einem Glas Sekt ist meine Schwiegermutter so durcheinander, dass sie Herrn Rabe für ihren Bruder hält und mich nach meinem Opa fragt, aber ihren Mann meint. 

Das ist alles ziemlich besorgniserregend. Wie man damit umgehen soll weiß man ja auch nicht. Und schon mal gar nicht, wenn man sich doch auch noch dauernd über die typischen Aufreger aufregt. Also irgendwie ist es alles traurig, und sauer sein gestattet man sich auch irgendwie nicht. An den Stellen, wo man eben doch sauer wird (Kind am Arm packen, Kind Blödsinn einreden von wegen alles ist gefährlich, Kind gegenüber leere und unsinnige Drohungen aussprechen…) fühlt man sich hinterher schlecht, sie weiß es ja nicht besser oder es ist Teil der Krankheit (die Sache mit den Gefahren scheint so ein typisches Demenz-Ding zu sein). Schwierig. 

(Kann ich bitte einen Orden haben? Ich hab gar nicht laut herausgebrüllt „DER ZAHNARZTTERMIN IST AM FREITAG UM ACHT HERRGOTT NOCHMAL!!1Elf!“. Sie ahnen nicht, wie schwierig das war.)

Tag 280 – Hipp Hipp Hurra!

Festumzug, Symbolbild. Ich stand die meiste Zeit auf Zehenspitzen und werde wohl morgen schrecklichen Muskelkater haben.


Heute war der norwegische Nationalfeiertag. Das ist hier ein richtig krass großes Ding, das wird von allen richtig groß gefeiert. Mit meiner deutschen Sozialisierung kam ich da erst nicht gut mit zurecht, dieses ganze Flaggengewedel und man gratuliert sich gegenseitig zum in Norwegen leben? Seriously? Inzwischen hab ich mich dran gewöhnt. Ich wedle zwar noch nicht selber mit Flaggen, aber es stößt mich auch nicht mehr ab, wenn andere oder sogar meine eigenen Kinder das tun. Ist ok. Ich bretzel mich auch gerne ein bisschen auf, wenn es denn sein muss. Und der Festumzug ist immer ziemlich witzig. Also, so von außen betrachtet. Aber sehen Sie selbst, ich habe kompensatorisch getwittert, das musste sein, weil ich mit Pippi weiter hinten stand, während Herr Rabe, seine Eltern und Michel ganz nah am Geschehen standen. Ich hatte also keinen zum Lästern außer mein Handy. 

Noch kurz vorab: bei dem Umzug dürfen im Grunde alle mitmachen. Jeder Verein oder Gruppierung oder Berufsgruppen oder Einwanderergruppen, also alle. Dann trägt man ein Fähnchen vor der Gruppe her, manche machen Quatsch, viele nicht. 

Man muss dazu sagen, dass die Trønder berühmt sind für ihre Schnäuzer und hier jedes Jahr die Bartmeisterschaften ausgetragen werden. Da sind echt verrückte Konstruktionen dabei. 

Spielmannszug ist eine beliebte Sache in Norwegen. Ich muss leider immer an die (großartigen) Doktor Proktor Bücher denken, daran wie die Kinder zwei Wochen vorm 17. Mai anfangen zu üben um dann am 17. Mai selbst zwei Stunden im Regen das immer gleiche Repertoire aus drei Liedern zu spielen. Hihi. 

Curling ist ja eh auch so ne Sache für sich. Aber auch sehr beliebt in Norwegen. Da sind sie auch international gut drin. 

Natürlich meinte ich schlafendes. Aber trotzdem finde ich die Darbietung etwas gruselig. 

Rollskier sind auch wieder so was spezielles. Aber nun gut, die Langläufer müssen ja irgendwie auch im Sommer trainieren. 

Nämlich bunte mit pinken Puscheln an der Seite. 

Tatsächlich finde ich Kampfsport für Kinder ziemlich gut, weil es sehr viel Körpergefühl vermittelt. Aber er muss es ja auch mögen. Erstmal schauen, dass wir irgendwo mal ein Probetraining machen können, nach den Sommerferien. 

Das war die „Vereinigung Intervalltraining“. Eher nicht mein Verein. 

Irgendwo hier wachte Pippi auf und ich verpasste den Star Wars Fanclub. Schnüff. 

Überhaupt ist die Tracht hier ganz und gar nicht uncool. Jedes Dorf hat seine eigene Tracht und auch und gerade junge Mädchen tragen zu festlichen Anlässen gerne Tracht. Am 17. Mai sieht man immer sehr viele Trachten, auch viele verschiedene. Mir wurde erklärt, dass man eine richtig gute Tracht gerne vererbt bekommt, oft zur Konfirmation. Anziehen kann man die zu Volksfesten, Konfirmationen, Taufen, Hochzeiten, Omas 80stem und so weiter. Es gibt auch Männertrachten, die sieht man aber sehr viel seltener. Ich finde viele Trachten sehr hübsch, aber der Preis (1000 € mindestens nur für das „Kleid“, dazu kommt noch Hemd, Schuhe, Cape/Mantel und vor allem das „Silber“, also Geschmeide und Gürtel und Schnallen und Dingsis zum dranmachen) schreckt doch sehr ab. 

Junge Frau mit Dreadlocks und Tracht kauft Süßkram.


Trøndertracht in Rot und in Blau (ich finde die in grün am schönsten. Es gibt auch noch beige und orange.)

Die hatten so traditionelle hellblaue Kleider an mit weißer Schürze und weißem Häubchen. Sah sehr niedlich aus. Deshalb wahrscheinlich die ernsten Gesichter, als Kontrapunkt. 

Ja, ob das ernst gemeint oder Ironie war, weiß man natürlich nicht. Das war auf jeden Fall die Vereinigung der Medizinstudenten. 

Und mit pinken Badekappen und sonst nix an. Bei 8 Grad. 

JugenDkorps sollte das heißen. War nicht mehr ganz so jugendlich. 

Also, von 170.000 Trondheimern laufen ca. 70.000 in dem Zug mit. Und 200.000 gucken zu. Oder so. 

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P.S. Und dann war ich noch ganz kurz im Labor und die Zellen sind nicht hoch genug gewachsen und das ist ziemlich doof. 

Tag 278 – Durchwachsen

Heute wieder kein Oberthema. 

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Ich war arbeiten. Das bringt Arbeit mit Zellkulturen so mit sich, die kann man meist nicht vier Tage alleine lassen. Ist trotzdem kacke, vor allem wenn man dann gestressten Mann mit aufgekratzten Kindern zu Hause lassen muss. 

Besser wirds auch nicht, wenn dann die Zellen immernoch genauso kümmerlich aussehen wie am Donnerstag. Gnaaahhhh, die müssen bis Dienstag aber sehr viel mehr werden, sonst wird das nix mit dem Experiment nächste Woche. 

Dafür sind zwei von meinen inzwischen 12 Flaschen nach zwei Wochen in Kultur ziemlich krass dabei. Nach zwei Tagen komplett die Flasche vollgewuchert. Schön. Leider die falsche Kultur. Unschön. 

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Die Babyfüße gehen auch ab. Ich hab gefühlt ein halbes Kilo Haut verloren bisher und es geht immer weiter. Befriedigung durch Fußhautpulen. 

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Brötchen und Brot gebacken. Fände schön, auch mal etwas Dankbarkeit zu bekommen. Statt dessen: „Mamaaaa, wieso keine Brötchen gibt heute, ich will nur Brötchen!“ – „Ja mein Kind, die haben wir gestern aufgegessen. In zweieinhalb Stunden gibt’s neue. Solange haben wir Brot, oder Joghurt, oder Apfel…“ – „WÄÄÄÄHÄÄÄÄÄHÄÄÄÄÄÄ ICH WILL JETZT BRÖÖÖÖÖÖTCHEN!“. 

Da hat man schon vor dem Frühstück den Kaffee auf. 

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Pippi hat Verstopfung. Heute ne halbe Stunde Gezeter (beim Frühstück, die Laune heute früh war bei allen trotz lange schlafen und so irgendwie mies) für ein ungelogen erbsengroßes Häuflein. Ich würd ihr so gern helfen, aber außer viel Stillen und ihr das Bäuchlein massieren kann ich auch nicht viel machen. Heute gabs erstmal Bohnen mit ordentlich Öl und Käse zum Abendbrot, vielleicht hilft das was. Hoffen wirs. 

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Herr Rabe hat Michel ein gebrauchtes Fahrrad gekauft. Mit Pedalen. Ohne Stützräder. Michel weiß noch nichts davon, wir werden morgen mal sehen, ob wir ihm das geben oder lieber was anderes machen. Ich würds ja echt gerne ausprobieren.

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Morgen gehen wir außerdem mit allemann Essen. Ich bin (an-)gespannt. 

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Telefonat mit meiner Mutter. Paket ist noch nicht losgeschickt. Ich. Raste. Aus. 

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Was gut war: kuschelige Kinder. Zwei Stück. Hachz. 

Tag 277 – Gemisches

Voll viel Geschwisterplüsch heute. Echt soooo niedlich.

Michel: *schmeißt sich auf Pippi* 

Ich: „Ähhh, was machst du denn da?“

Michel: „Will mit Pippi kuscheln!“

Pippi: „Gähähähä! Gnihihihihi! Hähä! Hähä!“

So ging das den ganzen Tag. Es ist mir schon fast unheimlich. 

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Pippi war wieder von halb fünf bis halb sechs wach. Wenigstens spielte sie im Bett und schlief danach wieder ein. Trotzdem doof. 

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Essig ins Gesicht ist wirklich komplett kacke. Hab von einmaliger Anwendung eine große trockene Stelle bekommen, am Hals. Suuuuuper. 

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Meine Schwiegereltern sind anstrengend. Wegen so vielem. „Ist heute keine Schule?“, „Nich so nah ans Fenster, nachher fällst du da raus!“, „Sie ist müde ne? KUCKUCK! KUCKUCK!“, „Wenn du das machst, komme ich nie wieder!“ aber dann ne halbe Stunde später, nachdem Herr Rabe gesagt hatte „Wenn das so Theater gibt wegen Ausmachen, kannst du wohl erstmal nicht mehr Elefant gucken.“ – „Oh, das ist schwer durchzuhalten.“ .

Plus Langsamkeit, plus dauerndes Geschenke machen, plus ständiges Alles-machen-wollen-aber-nix-gebacken-kriegen (heute im Fernsehturm wollten sie unbedingt den leere Kinderwagen aus dem Fahrstuhl schieben. Ich stieg aus, sie rödelten, Zack, ging die Fahrstuhltür zu und der Fahrstuhl fuhr mit ihnen wieder ganz nach unten). 

Es ist halt anstrengend. Aber die Kinder lieben sie. 

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Ich mag ja den Eurovision Song Contest. 

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Kirchen mag ich nicht so. Der Dom ist von innen sogar recht hübsch. Aber die Orgel ist extrem laut und Orgelmusik find ich auch eh nicht soooo und überhaupt finde ich es blöd, für eine Kirche außerhalb von so Quatsch wie Orgelandachten saftigen Eintritt bezahlen zu sollen. 

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Die Babyfüße fetzen. Es ist sehr befriedigend auf eine sehr freakige Art. Aber ich schlafe weiterhin mit Socken. 

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Nach reiflicher Überlegung werde ich wohl diese super teuren* Hautpflegeprodukte von Paula’s Choice kaufen. Erstmal ein chemisches Peeling und eine Tagescreme mit Lichtschutzfaktor. Jetzt überlege ich noch ob ich wohl eher das Zeug gegen handfeste Akne oder eher das gegen unreine Haut und aber auch Falten (jaja, über 30 sollte man sich da mal Gedanken machen! Nein, eigentlich habe ich hauptsächlich Angst, dass das Anti-Akne Zeug meine Haut allzu sehr austrocknen könnte…) brauche. Moan. Das könnte sich noch etwas hinziehen. 

Bisher hat glaube ich am besten geholfen, dass ich mir nicht mehr im Gesicht rumfummle. Das ist aber dafür eine ungeheure Willensanstrengung. Außerdem habe ich meinen *hust* Teddybär *hüstel* mit Hygienespüler gewaschen und er hat ein Loch am Hals und ich bin eigentlich sehr traurig, aber eigentlich geht es auch noch, jedenfalls ist er jetzt sauber. 
* ich weiß, dass die noch nicht so richtig super teuer sind. Aber billig ist definitiv auch anders. 

Tag 274 – Beautyblogger oder Alles Essig

Also. Meine Haut ist im Eimer. Echt. Sonst* hatte ich immer Mischhaut mit tendenziell fettiger T-Zone, ziemlich trockenen Wangen, manchmal sehr trockener Haut um den Mund rum und manchmal Pickeln. Jetzt habe ich richtig ausgeprägt fettige Haut, die am wenigsten fettig an den Wangen ist, aber auch da und sonst überall ordentlich Pickel und Mitesser und große Poren und Unterlagerungen (das Wort habe ich heute gelernt, dazu später mehr) und alles mögliche hat. Und mir reicht es jetzt. Echt. 

Nun ja, da hatte ich nun drei Möglichkeiten: 1) Hautarzt, 2) KosmetikerIn/Tante im Kosmetikprodukteladen meiner Wahl, 3) Internet. 1) scheitert an: da muss ich erst zum Hausarzt, der nimmt mich dann nicht ernst, dann zahle ich für die Überweisung und dann komme ich zu nem Hausarzt, der nimmt mich nicht ernst (weil richtig Akne oder so ist das glaub ich nicht) und das Ganze kostet drölfzig Millionen Kronen, einige Nerven und reichlich Würde. 2) scheitert daran, dass ich weder einen guten Kosmetikprodukteladen habe, noch daran glaube, dass da gut ausgebildetes Personal arbeitet (ich hab auch mit 18 tausend Jobs gehabt…) und ich KosmetikerInnen nicht mag (bis auf A., die mir ein Jahr lang die Beine gewachst hat, :* ). Deshalb habe ich gegoogelt. 

Dann habe ich mich bei Twitter beschwert, dass das Internet mir sagt, ich soll Apfelessig (Bio naturtrüb!) trinken, um „durch die Entschlackung einer Übersäuerung des Körpers auf natürliche Weise entgegenzuwirken“. Da rollen sich mir die Fußnägel bis zum Anschlag auf, wegen eigentlich allem an diesem Tipp. Aber mehrere etwas weniger schwurbelige Seiten empfahlen Apfelessig als Gesichtswasser nach der Reinigung, deshalb und weil ich das tatsächlich im Haus habe behielt ich mir den Tipp zum Ausprobieren vor. Kleiner Ratschlag jetzt von mir an Sie: machen Sie NIEMALS Apfelessig (50/50 mit Mineralwasser verdünnt) in ihr Gesicht. Es brennt wie Sau und man stinkt ewig nach Essig (entgegen der Versicherungen des Internets!). Mag ja sein, dass das jetzt desinfizierend wirkt, aber schön ist es nicht, ehrlich. 

Nun ja, davon mal ab bekam ich bei Twitter einen Beautyblog empfohlen, da gäbe es viele Informationen. Dann habe ich bei diesem (Magi-mania) und später auch noch bei einem anderen (Der blasse Schimmer) Blog ungefähr alles zu unreiner Haut und Pickeln und Akne und fettiger Haut gelesen, gelernt, dass die kleinen, weißen, harten Pickelchen am Hals gar keine richtigen (also entzündlichen) Pickel sind, sondern Unterlagerungen (und damit sowas wie verheilte aber eingekapselte Pickel), gelernt, dass Pickel auch im Erwachsenenalter allermeistens von den Hormonen kommen (ja, ach, das hatte ich auch schon herausgefunden…), dass Naturkosmetik böse und gut ist, dass Chemie böse und gut ist, dass chemische Peelings (apropos, ich hab übrigens gestern das Babyfüße-Dings gemacht!) gut sind, man dann aber Gesichtscreme mit LSF 30-50 braucht (von der ich Pickel kriege, hahaha) und dass ich eigentlich nur mein halbes Leben ändern muss und dann wird alles gut, also hauttechnisch. 

Fazit: googeln Sie nie. 

Weiteres Fazit: folgendes Verfahren scheint mir sinnvoll: 

  • Erstmal die ja schon nicht ganz günstigen Pflegeprodukte vom Körperladen aufbrauchen (die Aloe-Vera-Reihe ist doch eigentlich extra für empfindliche Haut…?)
  • Dann entscheiden, ob Reinigung von LaRoche Posay Effaclar (die beste Freundin schwört drauf) oder Vichy (Das Internet sagt, dass sei gut) oder vom Naturkosmetikladen im Torget (die Kolleginnen schwören drauf, ich habs mal damit probiert, es war absurd teuer und mir leuchtet „die Creme, die nur aus Ölen besteht, muss vor allem auf die öligen Stellen, weil sonst die Haut noch mehr Öl produziert“ aus dem simplen Grund, dass der Umkehrschluss ja hieße, auf trockene Haut darf ich gar nix schmieren, nicht ein, geholfen hat es mäßig) angestrebt wird.
  • Eine Tagescreme mit Lichtschutzfaktor auftreiben, von der ich keine Pickel kriege. 
  • Aufhören, in meinem Gesicht herumzugrabbeln.
  • Mehr trinken.
  • Tipps zur Ernährungsumstellung und dauerndem Wechseln des Kopfkissenbezugs und Kokosöl und Apfelessig gekonnt ignorieren. 

*also, wenn ich nicht schwanger war, gerade entbunden hatte, eine Stoffwechselstörung hatte oder gerade die Pille abgesetzt hatte. Also in den letzten fünf Jahren eigentlich nie. 

Tag 272 – Wartepflanzen-Update und so

Gucken Sie mal!

Stockrosen unbekannter Farbe


Wenn alles gut geht, werden bald auf Lademoen in Trondheim Stockrosen aus dem Bielefelder Westen (Siggi mei lohf!) wachsen und ich freue mich so so doll. Heimat. 

Und da kommen auch zwei (man sieht sie kaum, etwa auf 2 und halb drei). Die Samen habe ich von meiner Oma, die weiß auch nicht so ganz genau, wie die heißen. (Ich nehme mal an, ‚Judentaler‘ ist allerhöchstens ein Trivialname.)

Pflanze unbekannten Namens. Nennen wir sie Silbertaler.


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Bei der Arbeit beim Lesen für das RNA-Projekt über Dinge zu meinem eigentlichen Projekt gestolpert. Dinge wie „Frau Rabe hat vermutlich recht, Proteine wie das, was Frau Rabe untersuchen soll, sind oft fiese kleine Arschgeigen ohne Struktur.“. Nun ja. Vielleicht trage ich all diese Artikel mal zusammen und gestalte meinen nächsten Vortrag für die Projektmeetings etwas anders. Das wird den NMR-Leuten nicht gefallen. 

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Meine Zellen leben alle noch. Aber wenn man so Sachen ausknockt, die für das Überleben der Zellen nicht so ganz unerheblich sind, dann wachsen Zellen nicht so gut. Will heißen, sie sind immer noch sehr dünn und weit entfernt von den ca 6 Teilungen, die ich für die Experimente bräuchte. Schnarch. 

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Wir müssen Wünsche konkreter formulieren. „Pippi braucht Schuhe, Größe 18 oder 19, von Bama myfirst, mit der weichen Sohle.“ Das war, was wir sagten. Ich sagte noch „Am Besten wären Sandalen, Halbschuhe haben wir ja noch von Michel und die hatte er nie an.“, aber ich glaube, das wurde nicht an die Schwiegereltern weitergegeben. Heute packten sie jedenfalls die Schuhe aus:

Rosa. Mit Glitzer.


Also ähh, Hmm. 

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Überhaupt sind meine Schwiegereltern ziemlich anstrengend. Und meine Schwiegermutter macht mir Sorgen. Heute aß sie vom Abendessen fast gar nichts, wirklich, sie zerfledderte einen Grillspieß, fütterte die Kinder damit, ließ den Rest liegen. Sie selber aß vielleicht zwei Gabeln Salat ohne Soße. Getrunken hat sie auch nichts. Dafür im Laufe von 5 Minuten dreimal ihre Brille gesucht (sie war jedes Mal in ihrer Handtasche). Puhh. Mein Schwiegervater macht einen etwas resignierten Eindruck. Herr Rabe guckt schon den ganzen Abend die wirklich sehr lustigen Videos von Simone Giertz, der „Queen of shitty robots“. Das ist wohl seine Art, das zu verdauen. 

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Weitere Trivia von der Arbeit: C. Ist auch schwanger. A. Bekam heute ihr Baby (wooohoooo, morgen wieder Baby angucken!). M. färbt wegen schwanger ihre Haare nicht mehr und hat in ihrem langen, schwarzen Haar eine silberne Strähne. Das sieht so unfassbar toll aus, dass ich es ernsthaft schade finde, vermutlich nie sichtbar graue Haare zu bekommen. Dafür saß ich dann im Bus neben einer Frau mit wallendem, weißen Haar. Vielleicht sehe ich ja mal so aus. 

Tag 271 – Schwiegereltern zu Besuch

Puh. Meine Schwiegereltern sind da. Das ist für uns alle sehr aufregend, vor allem wohl für meine (leider demente) Schwiegermutter. Ich versuche positiv an die ganze Sache heranzugehen, habe aber bei Sätzen wie „… und wenn du in der Schule auch immer gut aufpasst, dann kannst du auch mal Onkel Doktor werden.“ Schwierigkeiten, meine Hutschnur am Platzen zu hindern. Mein Mantra für die nächsten eineinhalb Wochen wird also sein: sie meinen es ja nur gut. 

Nun ja, die Kinder sind begeistert und den Berufswunsch Arzt kriegen wir dem armen Michel auch sicher schnell wieder ausgetrieben. Eigentlich reicht es ja, ihm alternativ „Pirat“ als Beruf vorzuschlagen, oder „Katze“. Noch. 

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Pippi beißt mich gerne mit ihrem einen halben Minizähnchen und ich finde das nicht gut. Das tut nämlich scheiße weh, um genau zu sein. Leider lacht sie, wenn ich schimpfe. Es hilft nur, sofort alles einzupacken und sie runter zu setzen, und auch das hat sie beim nächsten Stillen dann vergessen. Hrmpf.

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Meine Mutter hat so ne Paketsache total verkackt und das regt mich kolossal auf, denn 1. habe ich den vor über zwei Wochen bestellten Still-BH immer noch nicht in meinen Händen und 2. ist dadurch auch die Rückgabefrist schon vorbei und der muss jetzt passen und gefallen, sonst sind 50€ zum Teufel. Da hilft auch kein Meditieren mehr, das ist einfach sehr ärgerlich und arrrrg. 

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Habe mir jetzt auch Babyfüße bestellt. Ich bin sehr gespannt und auch etwas besorgt, denn Hornhaut an den Füßen hat ja durchaus einen Sinn. Also vielleicht nicht in der Masse, wie ich sie habe, und das trockene, rissige Zeug an der Ferse hat sicher keinen Sinn, aber ich habe schon etwas Angst, mir nachher an meinen Babyzarten Wie-Neu-Füßen Blasen zu laufen. Wir werden sehen.