Tag 1163 – Winter is coming.

Jaja, ich weiß, bei Ihnen sind immernoch überall 35 Grad und Sie grillen und baden den ganzen Tag, aber hier ist der Winter-Struggle schon ein bisschen realer. Wir haben zwar etwa genau das Wetter, was ich in Trondheim immer vermisst habe, nämlich… naja hauptsächlich trockenes und vor allem beständigeres, die Sonne scheint und die Luft ist klar und herbstlich und das alles ist einfach perfekt, geht aber mit Kälte einher. Nachts frierts und morgens friert Michel auf seinem Fahrrad. Tagsüber blieb es dann in den letzten Tagen auch frisch, maximal 8 Grad heute, aber so muss das im Herbst ja auch sein. Ich finde das jedenfalls ganz wunderbar und schiebe es einzig und allein auf die Herbstluft, dass mein seltsamer Reiz(?)-Husten endlich fast weg ist.

Pünktlich zu diesen Herbstgefühlen kam heute ein Zettel mit Michel aus der Schule, darauf Werbung für den Skiverein. Michel war gleich Feuer und Flamme und probiert das nächste Woche mal aus. Ich werde jetzt also, of all things, Skimutter, und morgen wird meine erste Amtshandlung darin bestehen, den Verein zu kontaktieren, was die Kinder denn brauchen. Muss jedes Kind einen Eimer Schnee mitbringen? Man weiß es nicht. Dann wird Michel neue Ski brauchen, denn die Kinderski sind viel zu kurz, Wollsocken haben wir neulich neue gekauft, Wollunterwäsche auch. Heute haben wir außerdem Winterstiefel für Michel gekauft, mit super dickem Futter, als Dauer-an-den-Füßen-Friererin bin ich fast ein bisschen neidisch. Einen Winteranzug hat er noch, den mag er zwar nicht, weil ja nur Babies Einteiler tragen, aber das Ding hat über 1000 Kronen gekostet, das wird angezogen, bumms aus. Der muss nochmal imprägniert werden. Die Schuhe auch. Bei Pippis Sachen muss ich noch schauen, was davon noch passt, jedenfalls habe ich schon einen gefütterten Regenanzug und mindestens einen Schneeanzug gefunden, der ihr passen müsste. Bei den Winterstiefeln hege ich gewisse Zweifel, ihre Füße sind schon recht groß und eventuell einfach zu groß um das letzte Paar Winterstiefel, das Michel nicht komplett abgerockt hat, auftragen zu können. Dann müssen wir noch mal Winterstiefel kaufen. Ächz.

Winter is coming, Winter is making a lot of Arbeit and Winter is schon auch teuer.

Tag 1160 – Flink.

Vorweg: es ist alles gut gegangen, Pippi ist jetzt Mandelfrei, hat kaum Schmerzen und ist generell eigentlich wie immer.

Wir sind heute morgen aufgebrochen wie geplant, Pippi hat ungeplant im Auto nicht geschlafen, und wir haben ungeplant ein wenig im Stau gestanden, deswegen waren wir ungeplant etwas zu spät.Ging aber auch noch alles, Pippi wurde direkt Emla-verpflastert und es kamen erst der Chirurg und dann der Anesthesist. Letzterer war toll, ersterer… naja. Es kann ja auch nicht nur sympathische Norweger geben. Pippi nahm alles Warten gelassen hin, sagte aber immer wieder, dass sie Hunger habe, das ist natürlich ungünstig. Dann wurde es aber schon spannend, weil ich mir ein Haarnetz aufsetzen musste und einen Kittel überwerfen und dann ging es in den OP. Pippi zählte auf dem Weg dahin die Haarnetze und war bezaubernd wie immer. Im OP bekam sie dann wegen der etwas kurzen Einwirkzeit der Emla-Creme doch eine kleine Gasbetäubung, was sie so lange lustig fand, bis ihr schwummrig wurde, aber da war es auch schon fast gegessen und die Augen fielen einfach zu. Dann wurde ich rausgeschickt und das war dann einigermaßen fies für mich, das Warten.

Ich holte Kaffee, parkte das Auto um, aß ein Croissant, sagte einen Arzttermin in zwei Wochen in Trondheim ab und dann war von der angekündigten Stunde immer noch viel zu viel übrig.Irgendwann war es dann aber doch vorbei und ich durfte wieder rein. Pippi schlief, hatte aber schon keine Schläuche mehr irgendwo. Sie schlief ganz friedlich noch fünf Minuten und setzte sich dann ruckartig auf, guckte sich verwirrt um, guckte auf ihren Fuß, sah die Sauerstoffklemme am Zeh und rupfte sie sich mit den Worten „Muss Finger sein!“ ab – um sie sich an den Finger zu klemmen. Vor dem Gas hatten sie ihr gezeigt, wie das geht mit dieser Klemme und das musste nachher natürlich auch so sein.

Dann… warteten wir. Darauf, dass wir auf die Station durften. Zwei Stunden. Pippi aß Eis und trank Saft mit Eis und zupfte am Zugang in der Hand und dann guckten wir ein Buch an und dann war das aber auch alles blöd und Pippi ungeduldig und hungrig und dann durften wir endlich auf die Station. Da guckte Pippi ein bisschen Peppa Wutz, wollte aber schon Ball spielen und als es Essen gab, war sie nicht mehr zu halten. Alle guten Ratschläge der Krankenpflegerin flogen zum Fenster raus, weil es Pfannkuchen gab. Pippi aß drei Pfannkuchen, ein großes Eis und einen Dreiviertel Joghurt. Ich war schon kurz davor um ne Nierenschale zu bitten, die wir mit aufs Zimmer nehmen könnten, aber Pippi war einfach fröhlich und jetzt auch satt.

Nach dem Essen erkundeten wir die Spielecke und die haben da doch echt so nen Mini-Tesla! Pippi war im Himmel, Ich war ein bisschen enttäuscht, dass ich doch ein bisschen zu groß für das Auto bin.

Irgendwann bekam ich Pippi, die sich ja noch nicht anstrengen soll, schon mal gar nicht heute, doch wieder ins Zimmer, und inzwischen hatten wir eine Zimmernachbarin bekommen. Tja, hmm, wie sag ich das jetzt: Ich werd mit der Mama von dem anderen Mädchen wohl eher keine Freundinnen, aus ganz, GANZ vielen Gründen. Es gibt schon echt seltsame Menschen.

Herr Rabe kam und holte das Auto und Pippi sah Peppa Wutz. Irgendwann wurde mir langweilig und sie unruhig, deshalb gab es keinen Nagellack für mich, dafür Zäpfchen für sie und dann ging es wieder. Wir aßen Abendessen, Pippi aß wieder den ganzen Teller leer („Mehr Möhren, Mama!“) und ich dachte, sie würde danach vielleicht ein bisschen schlafen, aber nein. Ich stolperte derweil über eine echt interessante Stelle und so habe ich zwar heute nicht meine Fingernägel lackiert und schlafe (offensichtlich) immer noch nicht, aber ich hab tatsächlich eine Bewerbung geschrieben. Pippi und ich hielten dann Pippi wach bis zur abendlichen Schmerzmittelgabe, hätte ich gewusst, dass die um neun erst ist und nicht um acht hätte ich Pippi doch um sieben schon ins Bett komplimentiert, die war nämlich eigentlich schon total fertig – verständlicherweise.

Insgesamt bin ich von den norwegischen Krankenhäusern immer wieder ganz stark positiv überrascht. Das hier ist echt ok und gar kein Vergleich zu manchen deutschen Krankenhäusern, die ich von innen sehen durfte. Vor allem wirkt keiner so gestresst oder abgekämpft. Ich glaube, es ist auch für Pippi ein okayes Erlebnis. Und immer wenn die Stimmung kippt, holen wir halt ein Eis.

Und ich bin froh, dass das schlimmste überstanden ist.

Tag 1159 – Platt und bereit.

Dieses Wochenende waren insgesamt 10 verschiedene, andere Kinder als unsere eigenen hier. Das war zwar wirklich sehr schön aber auch etwas viel, dementsprechend liegt die U7 hier auch schon eine Weile und schläft. Ich habe Pippis und meine Sachen für die Operation und eine anschließende Übernachtung im Krankenhaus gepackt, den Anmeldekram ausgefüllt und bei den Nachbarn konnten wir Emla-Pflaster schnorren, ich hab nämlich vergessen, dass wir ja welche brauchen, also vielleicht jedenfalls, vielleicht auch nicht, weil die das da sicher selbst haben. Wir werden sehen. Jedenfalls habe ich TipToi-Bücher und iPad und „Bebi“, die Puppe, wobei Pippi alle ihre Kuscheltiere Bebi nennt, eingepackt. Und meinen Computer, falls ich ne Bewerbung schreiben will, ein Buch, Nagellack, eine Gesichtsmaske und ein paar Beutel Tee. Morgen um sechs Uhr fahren wir hier los, Pippi nüchtern und ich mit einem Kaffee auf die Faust und dann hoffen wir mal, dass sie auch morgen operiert wird und sie uns nicht wegen der Schnodderei von vor zwei Wochen oder der PFAPA-Episode letzte Woche wieder nach Hause schicken.

Es ist alles sehr aufregend (für mich, Pippi scheint nur den Teil mit „… und hinterher darfst du ganz viel Eis essen!“ zu verstehen) und ich hoffe ich kann gleich schlafen.

Tag 1158 – Kindergeburtstag ohne Motto.

Nicht dass Sie jetzt denken, ich würde jetzt zur großen Mottogeburtstagskeule ausholen. Nichts läge mir ferner. Ich bewundere bei anderen immer die ausgeklügelten Dekos und Menüs und die Liebe zum Detail und am ehesten seufze ich, weil ich das einfach nicht auf die Kette kriege. Aber sein wir mal ehrlich: mir ist es das auch nicht wert. Wochenlang vorher anfangen zu planen und Deko ordern und Kostüme überlegen, und am Ende weint das Geburtstagskind doch wegen Überforderung wie jedes Jahr und irgendwelche Kinder mögen nur Grillwürstchen und nicht die extra vom Schlachter angefertigten Ninjago-Gesichtswurst-Scheiben, wenn ich für viel weniger Mühe das gleiche Ergebnis haben kann: dann nehme ich, grundsätzlich und in den letzten beiden Jahren besonders, das mit dem Beine hochlegen.

Bestimmt irgendwie Vandalismus oder so.

Heute überlegte ich mir spontan, dass man das halbwegs okay-ishe Wetter ja für eine Schnitzeljagd nutzen könnte. Sprach das mit Michel ab und… gebongt. Schnitzeljagd it was. Wenn wir das nicht gemacht hätten, hätte es halt Spiele zu Hause gegeben, Standardsachen, die ich noch aus meiner Kindheit kenne und die wenig bis keiner Vorbereitung bedürfen. So bastelte ich heute Mittag spontan einen Schatz:

Bei dem Teil mit dem Glitzerkleber übernahm Michel, der neugierig um die Ecke gelugt hatte. Der Glitzerkleber in den dicken Würsten wurde dann auch nicht mehr rechtzeitig trocken und ich glitzerte wegen „Huch, Mist, doch reingepackt!“ so vor mich hin.

Dann schnitt und riss ich aus einem Reststück signalrotem Sweatstoff Streifen und machte mich kurz nach Ankunft fast aller Gäste auf den Weg.

Und es war wie erwartet. Die Kinder hatten einen Heidenspaß und liefen wenigstens ein paar der schnellen Kohlehydrate aus den Muffins wieder raus. Sie fanden alle Schnitzel super fix, den Schatz (der ist ja auch brilliant versteckt, quasi unsichtbar) aber erst nach fünf Minuten suchen. Alle waren happy, drei kletterten auf die Schanze und zwei kamen nach einem scharfen „Runter da jetzt sofort!“ in Mommy-Voice auch wieder runter. Das dritte… kam auch irgendwann und ganz, äh, selbstbestimmt wieder runter, aber das wird dann eher nicht so oft zu uns kommen können, sowas geht nicht, während zwei schon mit hängenden Ohren die Schanze wieder runterkommen, noch extra schnell extra weit und extra nah am ungesicherten Rand hochlaufen. Aber egal, es war eben schon richtig schön, die Kinder hatten Spaß und frische Luft und klar, später hat das Geburtstagskind geweint und eins hat was geschenkt, was ich blöd finde und ein Kind mag keine Wiener und eins findet unseren Ketchup eklig und Herr Rabe hat Saft statt Brause gemischt, aber es hatten am Ende doch alle einen tollen Tag.

Ich glaube, das eine Mädchen ganz in Rosa, die (als einzige) beherzt ihren ganzen Arm in einen morschen Baumstamm steckte und mit mir ein paar riesige, innen schon modrige, Pfifferlinge untersuchte, hat im Gästebad mit meinen Schminkpinseln gespielt, ob bleibende Schäden entstanden sind, sehe ich erst morgen, aber ich finde das gar nicht so dramatisch. Solange es nur die Pinsel sind und nicht die Schminke selbst… und ich merke mir halt vor: besser wegstellen. Und wenn sie nochmal kommt, zeige ich ihr gern was man damit macht und wieso die nicht nass werden sollen.

Die Horde auf der Suche.

Doch, es war ein schönes Fest. Und ganz entspannt.

Tag 1156 – Sechs Jahre.

Sechs Jahre ist Michel nun alt. Jetzt vor sechs Jahren habe ich glaube ich nicht geschlafen, weil da so ein putziges kleines Minibaby neben mir in diesem komischen Glasbett lag. Da lag es, weil ich furchtbare Angst hatte, es irgendwie kaputt zu machen, dieses perfekte kleine Menschlein mit den perfekten kleinen Zehen und Ohren und dürren Beinchen. Das, neben mir im Bett? Wie ein Walross kam ich mir vor. Ein Walross mit zehn Daumen. Aber er war da, endlich, und er war so klein, viel kleiner, als ich mir das vorgestellt hatte, selbst der westfälisch dicke Babyschädel kam mir winzig winzig klein vor und dass ich mich überhaupt traute, ihn hochzunehmen, kostete einiges an Überwindung.

Und jetzt ist dieses Minibaby schon sechs Jahre alt und 119 cm hoch, geprüft durch meine sehr Kinderwuchsmesserfahrene Omi. Das Baby mit den vielen schwarzen Haaren hat jetzt eine dunkelblonde Wuschelmähne, die aber ja cool aussehen muss und cool heißt kurz. Das Baby hat sprechen gelernt und Zähne bekommen und dann sind inzwischen zwei Zähne schon wieder ausgefallen und der dritte wackelt. Ein bisschen fühle ich mich um den Schlaf betrogen, den uns diese Zähne damals gekostet haben, das alles für nur fünf Jahre Zahnspaß? Pffft.

Das Baby mit den dürren Beinchen wurde erst überall sehr rund und dann wieder sehr schlank. Jetzt kann man die Rippen zählen, wenn es vom Klettergerüst baumelt und die Sitzhöcker bohren sich erbarmungslos in meine Oberschenkel, wenn mein eben noch stundenlang im Tragetuch herumgetragenes Zwergenkind unbedingt auf dem Schoß sitzen aber da auch unbedingt hampeln will. Der Bauchnabel, der nicht abfallen wollte, woraufhin uns die Hebamme schon „der kann sich schlecht von Dingen trennen“ bescheinigte, ist ein ganz perfekter Bauchnabel an einem ganz perfekten Bauch geworden. Der Fleck an der Nase, den ich und Herr Rabe immer wieder wegzuwischen versuchten, war das erste von inzwischen vielen Muttermalen und seit diesem Sommer sind auf der Nase und den Wangen noch Sommersprossen dazu gekommen, die mich wirklich immer aufseufzen lassen vor lauter Niedlichkeit.

Aber nein, Michel ist ja jetzt cool. Schulkinder sind coole Kinder. Schulkinder stehen auf Spiderman und Pokémon und „Schtar Worsch“ und Schlüpfer mit Autos drauf sind plötzlich doof, Krokodile müssen her. Die Brotdose in pink ist doof und die Lightning McQueen-Trinkflasche nur noch akzeptabel, weil man den Aufdruck kaum noch erkennt. Dafür kriegen Schulkinder Taschengeld und sparen auf Lego und die Eltern von Schulkindern müssen jede Woche nachrechnen, wie lange die Schulkinder noch auf den Polizei…dings sparen müssen. Das Fahrrad ist doof, weil man ohne Gangschaltung den Hügel schlecht hochkommt.

Bücher sind aber cool und das freut mich ja doch sehr. Es sind auch alle Bücher cool, am coolsten natürlich Das Verrückte Baumhaus mit [13*n] Stockwerken. Und Herrmann Hule. Und Tiril und Oliver (Detektivbyrå No 2). Und… ok, eigentlich alle Bücher. Noch lesen wir vor, aber ich glaube, das wird sich in spätestens einem Jahr wenden und dann werden die Bücher nicht mehr nur stundenlang und immer wieder angeguckt, sondern dann werden wir wohl in der Bibliothek campieren müssen.

Ach, Großer. Mein Baby. Ich hab dich so lieb. Du bist immernoch ganz perfekt und manchmal erwische ich mich, dass ich auch immernoch denke, du seist ganz zerbrechlich und ich müsse dich vor allem beschützen. Dabei machst du schon alles ganz prima und navigierst ganz sicher durch die Welt. Ich schmunzle ja immer ein bisschen drüber, wenn du ganz fremden Leuten direkt einen Knopf an die Backe laberst, aber eigentlich platzt mein Herz bei jeder deiner erfundenen Geschichten und jeder neuen, bunten und wilden Idee.

Ich hab dich ganz doll lieb.

Murch! Deine Mama.

Tag 1155 – Welch ein Glück…

… dass ich dringend ins Bett gehöre. Sonst würde ich mich noch aufregen. Anlass hätte ich genug, denn ich fuhr heute nach meinem Termin über den ich nicht reden möchte an der Chipsfabrik vorbei um für den italienischen Studenten was abzugeben, dann war das aber ganz falsch da und ich musste nochmal 20 km weiter fahren, dann ist man fast in Schweden aber so ist das eben. Jedenfalls fuhr ich auf dem Parkplatz rückwärts in ein Auto, das da halt stand, mit der Fahrerin drin und tja, dann wohl keine Badewanne für uns erstmal. Könnte man sich jetzt drüber aufregen, aber hilfts? Nein.

Auch echt blöd ist, dass beide Kinder krank sind. Michel mehr als Pippi. Michel hat morgen Geburtstag und wird den wohl zu Hause verbringen und nicht auf seinem nigelnagelneuen Fahrrad zur Schule cruisen. Bei Pippi ist das doof wegen der Op.

Ach ja, die OP. Also. Es ist mitnichten so, dass ich wegen ein, zwei Infekten meinem Kind lustig im Hals rumschnippeln lasse. Sie hat, das habe ich auch hier und hier schon mal ausführlicher geschrieben, Periodisches Fiebersyndrom, eine total sinnlose Krankheit, bei der die Kinder bloß Fieber kriegen und sich scheiße fühlen und das alle drei Wochen. Wenn die Antroposophen recht hätten mit ihren „Entwicklungsschüben durch Krankheiten“ könnten wir Pippi eigentlich schon mal an der Uni anmelden statt im neuen Kindergarten. Gegen diese Krankheit hilft nur Warten (bis zum 10. Lebensjahr wenns blöd läuft) oder die Mandeln zu entfernen. Und weil Pippi außerdem schnarcht wie ein (sehr niedliches) Sägewerk werden die Polypen auch gleich gekürzt, das sollte auch die Infektanfälligkeit noch mal verringern. So eine Operation ist nicht ohne Risiko und auch das weiß ich, auch dass die Mandeln ein Organ des Immunsystems sind, weiß ich auch, aber, Achtung, Anekdote: seit nunmehr 28 Jahren lebe ich ganz gut ohne. Ich bin nicht häufiger, schwerer oder anders krank als der Durchschnitt, jedenfalls nicht im Hals. Dafür konnte ich die Grundschule deutlich häufiger besuchen als den Kindergarten, weil ich nämlich – Überraschung – auch alle paar Wochen krank war bis zu der OP. Also wir hoffen alle sehr, dass die OP gut läuft und dieses blöde Syndrom ein für alle mal beendet, denn was ganz sicher nicht helfen wird, sind irgendwelche Zucker-Weizenpillen. Auch nicht mit Birkenkohle. Das einzige, was wir davon haben, ist ein Kind, das dauernd krank ist *und* jedes mal Pillen reingeschoben bekommt. Und ein leereres Portemonnaie, das haben wir dann auch. Man merkt es vielleicht: ich halte ü-ber-haupt gar nichts von Homöopathie. Nicht bei Beulen, nicht bei Husten, nicht bei seltsamen Fiebererkrankungen, schon mal gar nicht bei schweren Infekten und jede*r, der Homöopathie gegen Krebs anbietet gehört eingesperrt. So, ist das auch mal gesagt.

Jetzt hab ich mich doch ein wenig aufgeregt. Tjanun. Jetzt aber Bett.

Ach ja, ich hab es heute endlich bezahlt, jetzt kann ich Ihnen auch mal das Kleid zeigen.

Entspannte Haltung.

Entspanntes Gesicht. (Es braucht übrigens keine Sicherheitsnadel, aber sie beruhigt ungemein.)

Tag 1152 – Rückfahrt.

Wir haben unser Fährenzimmer bezogen, dieses Mal ist es leider das ganz normale gebuchte Innenkabinen-Vier-Einzelbetten-Zimmer, das Schiff ist auch sehr leer, aber morgen ist ja auch wieder normaler Arbeitstag, ich habe mir frei genommen, Herr Rabe hat Urlaub und Michel haben wir von der Schule abgemeldet (ja, das geht so einfach, ja, auch im Anschluss an Ferien). In den Prius passte wider Erwarten alles rein, es muss nicht mal wer auf dreckigen Socken sitzen. Letzte Besorgungen wurden gemacht: drei Brote vom Bäcker* und ein Sixpack Bier** an der Tanke und auch die konnten problemlos untergebracht werden. Es lief alles so glatt, dass Michels ultra krasser Wutanfall im Auto ja schon irgendwie vorprogrammiert war, aber nach der dritten „Wenn ihr euch um das iPad streitet, nehme ich es euch gleich weg“-Warnung folgt halt die Konsequenz. Michel hat immerhin insofern draus gelernt und das sinnlose „WARUM SIND WIR NOCH NICHT DA ICH WILL JETZT SOFORT DA SEIN WARUUUUUUM DAUERT DAS SO LANGE???“-Geheul nach der recht deutlichen Drohung, dass er so wütend ganz sicher nicht mit in das Boot-Schwimmbad könne, einigermaßen schnell beendet. Pippi ist auf den letzten Metern der Fahrt noch eingeschlafen, war aber bis dahin eine verträglichere Mitfahrerin als auf der Hinfahrt, da hat sie nämlich permanent ihren Kram runtergeworfen und dann Terz gemacht, bis wir ihn aufgehoben haben. Selbst kommt sie halt nicht dran, erstens weil sie einfach noch so klein ist, zweitens schränkt so ein Kindersitz mit Fangkissen die Bewegungsfreiheit aber doch auch ein. Wie gesagt, das ging aber heute.

Und weil so ein handyfreier Nachmittag und Abend ja auch ganz nett ist*** und ich auch noch recht viel zu lesen habe, lasse ich heute das schweineteure WLAN einfach schweineteuer sein und blogge halt schon mittags. Morgen sind wir dann schon wieder zu Hause, darauf freue ich mich, auch wenn der Heimatbesuch dieses Mal selbst für mich etwas kurz war.

Bis bald, Deutschland. Mach kein‘ Scheiß.

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*Ist teuer geworden. Fast so teuer wie im norwegischen Supermarkt. Hoffentlich ist dann die Qualität wenigstens besser als im norwegischen Supermarkt.

**Wir importieren ja längst nicht mehr so viel Zeug nach Norwegen wie vor fünf Jahren noch, eigentlich fast nur noch Sachen, die wir da eben gar nicht kriegen, dieses Mal: Hygienespüler, Reinigungsöl, Deo, Rübenkraut, Pflaumenmus, Kinderzahnpasta und hefefreie Gemüsebrühe. Und drei kleine Flaschen Bielefelder Wasser-Ethanol-Gemisch mit Geschmack (Gin Lossie), die kriegen wir im Leben nicht in Norwegen. Und dann noch zwei riesige Gläser Nutella zum Preis eines halben kleinen in Norwegen. Tatsächlich habe ich mir auch noch einen Blush (von The Balm und der ist mal… hui. Erst passiert gefühlt nix und dann sehe ich plötzlich aus wie reingefallen. Muss ich noch üben) gekauft, einiges an Nagellack geschenkt bekommen (Vielen lieben Dank nochmal, liebe Tanja!) und bin jetzt im Besitz einiger neuer Schminkpinsel.

***hahaha. Ich versuche mir das einzureden, aber mal ehrlich: ganz ohne Handy fühle ich mich nackt und einigermaßen hilflos. Weiß noch nicht, wie ich das finde.

Tag 1150 – WmDedgT im Oktober ‘18.

Heute ist wieder der 5. des Monats und es ist schon Oktober, das ist schockierend, aber wie dem auch sei – Frau Brüllen fragt: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?

Stichwort: Freizeitstress. Aber ironisch, weil es eigentlich ein ganz wunderbarer Tag war.

Nach dem Aufstehen – Pippi weckte mich um halb acht – machte ich gemütlich die Kinder fertig und mich so halb, also ich duschte, zog mich an und machte alles außer schminken. Wir übergingen gekonnt das „Aber ich hab noch Croissants*!“ meines Schwiegervaters und gingen Brötchen holen. Wir frühstückten dann frische, knusprige, duftende, raumtemperierte Brötchen, und die Kinder aßen auch noch die Croissants auf. Dann machte ich einen Haufen Farbe in mein Gesicht und dann war es auch schon an der Zeit, Flavius und Brutus, J., N. und deren bezaubernd wonneproppiges K3 auf dem Spielplatz zu treffen. Flavius und Brutus brauchten etwas Anlaufzeit, dafür war Michel so stürmischforderndbefehlend drauf, dass Flavius das mit „Der Michel ist ganz schön unhöflich!“ quittierte. Tjanun. Sie freundeten sich dann doch noch an und kletterten allesamt (ok, das Baby nicht) drülfzig mal auf das Klettergerüst. Auch Pippi, die dann aber nicht mehr runter kam und deshalb kletterte ich auch drülfzig mal halb auf das Klettergerüst, um Pippis Abstieg zu begleiten (hier achtsames Flöten vorstellen). Pippi verschlürte auch zwei mal einen Elefanten und ein Kaninchen, winzige Plastikkleinteile, die sie eigentlich gar nicht dabei haben sollte, aber im Endeffekt suche ich lieber drei Minuten lang zwei hässliche Plastikteile, als zwei Stunden lang Geheul zu begleiten, weil sie weg sind. Pick your battles. Jedenfalls war es herrlich entspannt mit Familie Jenni und ich bin froh, dass Michel sich am Ende doch noch einigermaßen benommen hat und nicht die Jungs verschreckt hat wie beim letzten mal.

Als ich irgendwann ordentlich Hunger hatte, gingen wir wieder zum Opa zurück und ich aß ein paar Reibekuchen. Die Kinder hatten keinen Hunger. Pippi schlief ein. Ich disponierte kurz um, schulterte Pippi und dann gingen wir drei zur Bahn statt zu Fuß zum Siggi, wo wir mit unseren Freunden M. und A. Und deren Tochter I. verabredet waren. Am Hauptbahnhof wurde Pippi beim Umsteigen wach und ich war einigermaßen irritiert, dass jetzt zwei Linien zur Uni fahren, nämlich eine nur bis zur Uni und eine nach Lohmannshof. Weird. Wir stiegen dann auch spontan in die Falsche, die nämlich drei Minuten nach der anderen fuhr.

Treffen mit Familie M., das war auch ganz toll. Erst spielten die Kinder auf dem Siggi-Spielplatz und wir Erwachsenen tranken Kaffee, bis Michel ankam und meinte „Mama, Pippi hat Scheiß gemacht.“ und M. gleichzeitig meinte „Ist das dein Kind da, das keine Hose anhat?“. Da musste ich Pippi dann die Hose wieder anziehen und ihr erklären, dass bloß weil ein anderes Kind eine kurze Hose anhat, das nicht heißt, dass sie gar keine Hose mehr anhaben muss. Wir beschlossen, Hosen-Gate durch Eis und Rückzug zu entschärfen und holten uns ein Eis beim Koch (auch wieder keine Werbung sondern eine Empfehlung, gehen Sie alle zum Koch, das ist da sehr sehr gut). Glückliche drei Erwachsene und drei Kinder aßen Eis und wir schlenderten zu M. und A.s Wohnung. Pippis Eis fiel runter und ich rettete es grade so vorm totalen Ungenießbarwerden, indem ich es aufhob und die Boden-Seite beherzt mit dem Finger abwischte. Tag für Pippi gerettet. M. und A. Zeigten uns ihre neue Wohnung und ich war geschockt, was da im Viertel inzwischen für Preise aufgerufen werden. Über 900 Euro kalt für eine Wohnung, die außer der Lage und einer relativen Größe nicht unbedingt der Knüller ist, finde ich schon happig. Aber es war sehr schön, einen längeren Plausch mit M. Und A. Zu halten, während die Kinder drinnen spielten. Ich bin jetzt Up-to-date, was Teile der alten Impro-Crew angeht und, ach, man sieht die ja auch viel zu selten. Und auch zu kurz, denn wir mussten um halb sieben schon wieder weiter, unsere ehemaligen Nachbarn im Koch treffen.

Dort: super Essen, nette Gespräche, lustiges Kindergequatsche bis… echt spät, nämlich bis Herr Rabe auch noch kam und mich auslöste. Ein toller Abend. Pippi schlief am Ende auf meinem Arm ein und Herr Rabe trug sie dann nach Hause, während Michel tapfer selbst lief, den ganzen Weg vom Siggi bis zum Nordpark. Beim Opa angekommen brachte ich Pippi ins Bett, schminkte mich ab und dann schlief unten Michel auch noch auf meinem Arm ein und das war alles so gemütlich, fast hätte es diesen Beitrag gar nicht gegeben. Aber, phew, noch geschafft.

Wirklich ein voller, voll toller Tag.

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*Von vorgestern, aus einer Tupperdose im Kühlschrank, das mag ja Zeit und Mühe am Morgen sparen aber für mich tötet es auch all das schöne an frischen Brötchen.

Tag 1148 – Luft!

Zuerst: Michel hat wie ein Stein geschlafen, hat keine Hustenanfälle gehabt und war bis heute Nachmittag allergiesymptomfrei. Puh. Ich freue mich auf zu Hause, wo wir uns um Bettzeugfüllungen und co. gar nicht erst Gedanken machen müssen und singe bis dahin ein Loblied auf die Pharmaindustrie. Natürlich weiß ich, dass die Allergie da ist und eine Desensibilisierung wirklich angedacht werden sollte, aber so ganz akut bin ich froh, dass es Chemie gibt, die das Kind von den Symptomen befreit, schnell und zuverlässig, damit es atmen kann und gucken kann und schlafen kann (gut, dafür braucht’s nicht gucken können). Mit nem einleuchtenden Wirkmechanismus, mit (Prä-/post-)klinischen Studien in denen Effektivität und Sicherheit belegt sind, in denen sogar Nebenwirkungen und ihre Häufigkeit beschrieben werden, sodass ich als mündiger Patient darauf fußend eine Entscheidung treffen kann. Ganz ohne Erstverschlechterung und in diesem Fall sogar ohne Lag-Zeit in der Wirkung. Hurra!

Heute haben wir dann meine Tante besucht und da gefrühstückt, kürzer als angedacht, was sehr schade war, aber für die Kürze der Zeit war es ein sehr schöner Besuch und ich hoffe, meine Tante und mein Onkel kommen uns wirklich mal in Eidsvoll besuchen, wir haben Steine und sehr viel sehr frische Luft! Ich kann ja immernoch nicht so ganz fassen, dass mein kleiner Cousin demnächst 17 wird und meine Cousine 19, das waren echt vor höchstens sechs Jahren noch Babies!

Nach dem Frühstück trafen wir relativ spontan (also: gestern abgemacht, ich wusste gar nicht dass die nach Bielefeld kommen würden, ich wusste ja noch nicht mal hatte gar nicht mehr auf dem Schirm, dass die Schwiegeroma wieder in Bielefeld wohnt!) meine Freundin C. samt Familie im Tierpark Olderdissen, das Olladissen ausgesprochen wird und wer was anderes sagt, der lügt. Das war ganz wunderbar, auch wenn ich Pippi viel durch die Gegend tragen musste, weil sie das einfach wollte, und auch obwohl es tierisch (hahaha) voll dort war, erwartbar, am Feiertag und bei trockenem Wetter. C. und ich plauschten nett und, hach, es wäre ja doch schön, könnten wir öfter herkommen.

Weil Herr Rabe uns am Tierpark nur abgesetzt hatte und dann zu seinem Vater fuhr um seinen Koffer für seine Firmenkonferenz zu packen (und dann auch dorthin aufzubrechen), nahm ich mit den gut gelüfteten Kindern den Bus und dann die Bahn zum Nordpark. Natürlich kamen wir nicht durch den Park zum Opa, denn da ist ein ganz toller Spielplatz, auf dem wir hängen blieben und wo sich die Kinder die Restenergie aus den Beinen turnten. Dass die Kinder danach ordentlich in den Seilen hingen konnte ich wirklich gut verstehen, während sie je eine Folge Peppa Wutz und Canimals guckten, döste ich auch fast auf dem Sofa ein, so viel frische Luft bin ich gar nicht mehr gewohnt.

Hach, doch, ein schöner Tag. Mehr Abstand zum norwegischen Chipsfabrik-Wahnsinn wirkt tatsächlich Wunder für meine allgemeine Gemütslage. Und viel entspannte Zeit mit den Kindern verbringen ist auch einfach schön. Schön, schön, schön!

Tag 1147 – Laut.

Die Nacht war schon laut. Michel hat ja eine Hausstaubmilbenallergie. Ich habe die Diagnose bisher insgeheim angezweifelt, Bluttest hin oder her, er hat einfach gar keine Symptome zu Hause. Null. Nix. Aber zu Hause haben wir kaum Teppiche, wir wischen parkettbodenschädlich häufig (weil ich es gern sauber hab und kleine Kinder tendenziell mehr klebrige Flecken hinterlassen als Erwachsene), wir haben nur Synthetik- und Mikrofaser-Bettzeug wegen des Tierschutzes, haben aus Gründen wasserundurchlässige Matratzenschoner und waschen aus Gründen diese und auch die Bettdecken noch etwa ein Mal im Monat. Jetzt beim Opa, mit Daunenbetten und Teppichen, ist es aber echt schlimm, vor allem nachts, das arme Kind hustet furchtbar und die Augen sind knallrot und geschwollen und jucken. Auch gestern (und auch heute wieder) bei meiner Omi schwollen seine Augen an, bis er aussah wie ein Maulwurf. Tagsüber hält sich das Genörgel über das Jucken ja noch in Grenzen, aber nachts macht es ihn wahnsinnig und uns alle gleich mit, weil er mitten in der Nacht schier ausrastet und meint, er müsse mindestens sterben. Laut ist das. Und nervig. Und nachts ist mein Mitgefühl irgendwie ganz gering ausgeprägt, ändern kann man es ja eh nicht und ich verstehe einfach nicht, wieso man LAUT BRÜLLEND verkünden muss, dass man gar nicht schlafen kann. Wie dem auch sei, kein Deutschlandbesuch ohne Apothekenbesuch (trotz Bestellung in der Online-Apotheke), wir haben jetzt Antihistamin-Saft. Und ich werd wohl auch nochmal los und Antihistamin-Tabletten kaufen, nachdem Michel heute Abend, als es ans Medizin nehmen ging, vorwurfsvoll meinte „Warum gibt’s das nicht als Tablette?“. Ja, gibt’s natürlich, zwar nur in Erwachsenendosierung aber mit Teilrille bei der man ausdrücklich auch teilen darf und für Kinder auch soll. Michel mag seit diversen Antibiotika-Zwangseinnahmen als Baby und Kleinkind keinerlei flüssige Medizin mehr, nimmt aber seit einiger Zeit ohne Meckern alle möglichen Tabletten. Wir werden dann in Norwegen auch mal Desensibilisierung ansprechen, das jetzt ist echt übel, nicht dass er noch allergisches Asthma oder drülfzig Kreuzallergien entwickelt.

Aber egal. Jedenfalls doofe Nacht.

Am Mittag wollten wir los, um bei meiner Omi die gestern sortierten und bereit gestellten Sachen einzuladen und auf die Stationen Brockensammlung – Müll – Meine Mutter (zur Mitnahme durch eine Spedition) zu verteilen. Ich habe noch einen großen Kleidersack vom Dachboden meines Schwiegervaters geholt und zwei Kleider, darunter ein bodenlanges, weißes Kleid mit kleiner Schleppe aussortiert. Ja, mein Brautkleid. Ich hoffe, es freut sich noch jemand darüber. Das Kleid der standesamtlichen Trauung behalte ich, das fährt nun zusammen mit meinem Damensmoking und meinen Brautschuhen (kann man Einfärben) auch nach Norwegen. Am Ende waren wir wegen trödeliger Familie sehr spät dran und ich musste erst einmal ordentlich laut werden, bis sich alle etwas schneller als per Diffusion bewegten. Ich mag mich so nicht, aber es geht manchmal nicht ohne.

Bei meiner Omi genossen, wie schön Michel (und ein bisschen auch Pippi) sich mit sich selbst und dann seine Uromi beschäftigt hat, indem er der Maus einen Leseturm gebaut hat, der dann fachmännisch vermessen werden musste. Wenn sie sich nicht vorher laut um den Kaffeetisch gejagt hätten wäre es noch schöner gewesen.

Abends dann Essen gewesen, mit meiner Omi, meiner Mutter, meinem Schwiegervater und uns vieren. Es passierte, was immer passiert, wenn meine Mutter auf die Kinder trifft: es wurde unglaublich laut. Ich weiß nicht, wie sie das schaffen, aber sie schaukeln sich ratzfatz tierisch hoch und am Ende möchte ich ins Schweigekloster und weil das so spontan nicht geht versuche ich Herrn Rabe heimlich dabei zu fotografieren, wie er sich verstohlen die Ohren zuhält*. Huff. Laut. Und ja, lieber Nebentisch, ich hab das Augenrollen gesehen, gehört und gespürt. Wir kommen nicht so schnell wieder, versprochen.

Morgen hoffentlich etwas ruhiger. Jetzt brüllt Pippi. Laut.

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*Hat nicht geklappt. Also das Fotografieren.