Tag 1159 – Platt und bereit.

Dieses Wochenende waren insgesamt 10 verschiedene, andere Kinder als unsere eigenen hier. Das war zwar wirklich sehr schön aber auch etwas viel, dementsprechend liegt die U7 hier auch schon eine Weile und schläft. Ich habe Pippis und meine Sachen für die Operation und eine anschließende Übernachtung im Krankenhaus gepackt, den Anmeldekram ausgefüllt und bei den Nachbarn konnten wir Emla-Pflaster schnorren, ich hab nämlich vergessen, dass wir ja welche brauchen, also vielleicht jedenfalls, vielleicht auch nicht, weil die das da sicher selbst haben. Wir werden sehen. Jedenfalls habe ich TipToi-Bücher und iPad und „Bebi“, die Puppe, wobei Pippi alle ihre Kuscheltiere Bebi nennt, eingepackt. Und meinen Computer, falls ich ne Bewerbung schreiben will, ein Buch, Nagellack, eine Gesichtsmaske und ein paar Beutel Tee. Morgen um sechs Uhr fahren wir hier los, Pippi nüchtern und ich mit einem Kaffee auf die Faust und dann hoffen wir mal, dass sie auch morgen operiert wird und sie uns nicht wegen der Schnodderei von vor zwei Wochen oder der PFAPA-Episode letzte Woche wieder nach Hause schicken.

Es ist alles sehr aufregend (für mich, Pippi scheint nur den Teil mit „… und hinterher darfst du ganz viel Eis essen!“ zu verstehen) und ich hoffe ich kann gleich schlafen.

Tag 1158 – Kindergeburtstag ohne Motto.

Nicht dass Sie jetzt denken, ich würde jetzt zur großen Mottogeburtstagskeule ausholen. Nichts läge mir ferner. Ich bewundere bei anderen immer die ausgeklügelten Dekos und Menüs und die Liebe zum Detail und am ehesten seufze ich, weil ich das einfach nicht auf die Kette kriege. Aber sein wir mal ehrlich: mir ist es das auch nicht wert. Wochenlang vorher anfangen zu planen und Deko ordern und Kostüme überlegen, und am Ende weint das Geburtstagskind doch wegen Überforderung wie jedes Jahr und irgendwelche Kinder mögen nur Grillwürstchen und nicht die extra vom Schlachter angefertigten Ninjago-Gesichtswurst-Scheiben, wenn ich für viel weniger Mühe das gleiche Ergebnis haben kann: dann nehme ich, grundsätzlich und in den letzten beiden Jahren besonders, das mit dem Beine hochlegen.

Bestimmt irgendwie Vandalismus oder so.

Heute überlegte ich mir spontan, dass man das halbwegs okay-ishe Wetter ja für eine Schnitzeljagd nutzen könnte. Sprach das mit Michel ab und… gebongt. Schnitzeljagd it was. Wenn wir das nicht gemacht hätten, hätte es halt Spiele zu Hause gegeben, Standardsachen, die ich noch aus meiner Kindheit kenne und die wenig bis keiner Vorbereitung bedürfen. So bastelte ich heute Mittag spontan einen Schatz:

Bei dem Teil mit dem Glitzerkleber übernahm Michel, der neugierig um die Ecke gelugt hatte. Der Glitzerkleber in den dicken Würsten wurde dann auch nicht mehr rechtzeitig trocken und ich glitzerte wegen „Huch, Mist, doch reingepackt!“ so vor mich hin.

Dann schnitt und riss ich aus einem Reststück signalrotem Sweatstoff Streifen und machte mich kurz nach Ankunft fast aller Gäste auf den Weg.

Und es war wie erwartet. Die Kinder hatten einen Heidenspaß und liefen wenigstens ein paar der schnellen Kohlehydrate aus den Muffins wieder raus. Sie fanden alle Schnitzel super fix, den Schatz (der ist ja auch brilliant versteckt, quasi unsichtbar) aber erst nach fünf Minuten suchen. Alle waren happy, drei kletterten auf die Schanze und zwei kamen nach einem scharfen „Runter da jetzt sofort!“ in Mommy-Voice auch wieder runter. Das dritte… kam auch irgendwann und ganz, äh, selbstbestimmt wieder runter, aber das wird dann eher nicht so oft zu uns kommen können, sowas geht nicht, während zwei schon mit hängenden Ohren die Schanze wieder runterkommen, noch extra schnell extra weit und extra nah am ungesicherten Rand hochlaufen. Aber egal, es war eben schon richtig schön, die Kinder hatten Spaß und frische Luft und klar, später hat das Geburtstagskind geweint und eins hat was geschenkt, was ich blöd finde und ein Kind mag keine Wiener und eins findet unseren Ketchup eklig und Herr Rabe hat Saft statt Brause gemischt, aber es hatten am Ende doch alle einen tollen Tag.

Ich glaube, das eine Mädchen ganz in Rosa, die (als einzige) beherzt ihren ganzen Arm in einen morschen Baumstamm steckte und mit mir ein paar riesige, innen schon modrige, Pfifferlinge untersuchte, hat im Gästebad mit meinen Schminkpinseln gespielt, ob bleibende Schäden entstanden sind, sehe ich erst morgen, aber ich finde das gar nicht so dramatisch. Solange es nur die Pinsel sind und nicht die Schminke selbst… und ich merke mir halt vor: besser wegstellen. Und wenn sie nochmal kommt, zeige ich ihr gern was man damit macht und wieso die nicht nass werden sollen.

Die Horde auf der Suche.

Doch, es war ein schönes Fest. Und ganz entspannt.

Tag 1156 – Sechs Jahre.

Sechs Jahre ist Michel nun alt. Jetzt vor sechs Jahren habe ich glaube ich nicht geschlafen, weil da so ein putziges kleines Minibaby neben mir in diesem komischen Glasbett lag. Da lag es, weil ich furchtbare Angst hatte, es irgendwie kaputt zu machen, dieses perfekte kleine Menschlein mit den perfekten kleinen Zehen und Ohren und dürren Beinchen. Das, neben mir im Bett? Wie ein Walross kam ich mir vor. Ein Walross mit zehn Daumen. Aber er war da, endlich, und er war so klein, viel kleiner, als ich mir das vorgestellt hatte, selbst der westfälisch dicke Babyschädel kam mir winzig winzig klein vor und dass ich mich überhaupt traute, ihn hochzunehmen, kostete einiges an Überwindung.

Und jetzt ist dieses Minibaby schon sechs Jahre alt und 119 cm hoch, geprüft durch meine sehr Kinderwuchsmesserfahrene Omi. Das Baby mit den vielen schwarzen Haaren hat jetzt eine dunkelblonde Wuschelmähne, die aber ja cool aussehen muss und cool heißt kurz. Das Baby hat sprechen gelernt und Zähne bekommen und dann sind inzwischen zwei Zähne schon wieder ausgefallen und der dritte wackelt. Ein bisschen fühle ich mich um den Schlaf betrogen, den uns diese Zähne damals gekostet haben, das alles für nur fünf Jahre Zahnspaß? Pffft.

Das Baby mit den dürren Beinchen wurde erst überall sehr rund und dann wieder sehr schlank. Jetzt kann man die Rippen zählen, wenn es vom Klettergerüst baumelt und die Sitzhöcker bohren sich erbarmungslos in meine Oberschenkel, wenn mein eben noch stundenlang im Tragetuch herumgetragenes Zwergenkind unbedingt auf dem Schoß sitzen aber da auch unbedingt hampeln will. Der Bauchnabel, der nicht abfallen wollte, woraufhin uns die Hebamme schon „der kann sich schlecht von Dingen trennen“ bescheinigte, ist ein ganz perfekter Bauchnabel an einem ganz perfekten Bauch geworden. Der Fleck an der Nase, den ich und Herr Rabe immer wieder wegzuwischen versuchten, war das erste von inzwischen vielen Muttermalen und seit diesem Sommer sind auf der Nase und den Wangen noch Sommersprossen dazu gekommen, die mich wirklich immer aufseufzen lassen vor lauter Niedlichkeit.

Aber nein, Michel ist ja jetzt cool. Schulkinder sind coole Kinder. Schulkinder stehen auf Spiderman und Pokémon und „Schtar Worsch“ und Schlüpfer mit Autos drauf sind plötzlich doof, Krokodile müssen her. Die Brotdose in pink ist doof und die Lightning McQueen-Trinkflasche nur noch akzeptabel, weil man den Aufdruck kaum noch erkennt. Dafür kriegen Schulkinder Taschengeld und sparen auf Lego und die Eltern von Schulkindern müssen jede Woche nachrechnen, wie lange die Schulkinder noch auf den Polizei…dings sparen müssen. Das Fahrrad ist doof, weil man ohne Gangschaltung den Hügel schlecht hochkommt.

Bücher sind aber cool und das freut mich ja doch sehr. Es sind auch alle Bücher cool, am coolsten natürlich Das Verrückte Baumhaus mit [13*n] Stockwerken. Und Herrmann Hule. Und Tiril und Oliver (Detektivbyrå No 2). Und… ok, eigentlich alle Bücher. Noch lesen wir vor, aber ich glaube, das wird sich in spätestens einem Jahr wenden und dann werden die Bücher nicht mehr nur stundenlang und immer wieder angeguckt, sondern dann werden wir wohl in der Bibliothek campieren müssen.

Ach, Großer. Mein Baby. Ich hab dich so lieb. Du bist immernoch ganz perfekt und manchmal erwische ich mich, dass ich auch immernoch denke, du seist ganz zerbrechlich und ich müsse dich vor allem beschützen. Dabei machst du schon alles ganz prima und navigierst ganz sicher durch die Welt. Ich schmunzle ja immer ein bisschen drüber, wenn du ganz fremden Leuten direkt einen Knopf an die Backe laberst, aber eigentlich platzt mein Herz bei jeder deiner erfundenen Geschichten und jeder neuen, bunten und wilden Idee.

Ich hab dich ganz doll lieb.

Murch! Deine Mama.

Tag 1155 – Welch ein Glück…

… dass ich dringend ins Bett gehöre. Sonst würde ich mich noch aufregen. Anlass hätte ich genug, denn ich fuhr heute nach meinem Termin über den ich nicht reden möchte an der Chipsfabrik vorbei um für den italienischen Studenten was abzugeben, dann war das aber ganz falsch da und ich musste nochmal 20 km weiter fahren, dann ist man fast in Schweden aber so ist das eben. Jedenfalls fuhr ich auf dem Parkplatz rückwärts in ein Auto, das da halt stand, mit der Fahrerin drin und tja, dann wohl keine Badewanne für uns erstmal. Könnte man sich jetzt drüber aufregen, aber hilfts? Nein.

Auch echt blöd ist, dass beide Kinder krank sind. Michel mehr als Pippi. Michel hat morgen Geburtstag und wird den wohl zu Hause verbringen und nicht auf seinem nigelnagelneuen Fahrrad zur Schule cruisen. Bei Pippi ist das doof wegen der Op.

Ach ja, die OP. Also. Es ist mitnichten so, dass ich wegen ein, zwei Infekten meinem Kind lustig im Hals rumschnippeln lasse. Sie hat, das habe ich auch hier und hier schon mal ausführlicher geschrieben, Periodisches Fiebersyndrom, eine total sinnlose Krankheit, bei der die Kinder bloß Fieber kriegen und sich scheiße fühlen und das alle drei Wochen. Wenn die Antroposophen recht hätten mit ihren „Entwicklungsschüben durch Krankheiten“ könnten wir Pippi eigentlich schon mal an der Uni anmelden statt im neuen Kindergarten. Gegen diese Krankheit hilft nur Warten (bis zum 10. Lebensjahr wenns blöd läuft) oder die Mandeln zu entfernen. Und weil Pippi außerdem schnarcht wie ein (sehr niedliches) Sägewerk werden die Polypen auch gleich gekürzt, das sollte auch die Infektanfälligkeit noch mal verringern. So eine Operation ist nicht ohne Risiko und auch das weiß ich, auch dass die Mandeln ein Organ des Immunsystems sind, weiß ich auch, aber, Achtung, Anekdote: seit nunmehr 28 Jahren lebe ich ganz gut ohne. Ich bin nicht häufiger, schwerer oder anders krank als der Durchschnitt, jedenfalls nicht im Hals. Dafür konnte ich die Grundschule deutlich häufiger besuchen als den Kindergarten, weil ich nämlich – Überraschung – auch alle paar Wochen krank war bis zu der OP. Also wir hoffen alle sehr, dass die OP gut läuft und dieses blöde Syndrom ein für alle mal beendet, denn was ganz sicher nicht helfen wird, sind irgendwelche Zucker-Weizenpillen. Auch nicht mit Birkenkohle. Das einzige, was wir davon haben, ist ein Kind, das dauernd krank ist *und* jedes mal Pillen reingeschoben bekommt. Und ein leereres Portemonnaie, das haben wir dann auch. Man merkt es vielleicht: ich halte ü-ber-haupt gar nichts von Homöopathie. Nicht bei Beulen, nicht bei Husten, nicht bei seltsamen Fiebererkrankungen, schon mal gar nicht bei schweren Infekten und jede*r, der Homöopathie gegen Krebs anbietet gehört eingesperrt. So, ist das auch mal gesagt.

Jetzt hab ich mich doch ein wenig aufgeregt. Tjanun. Jetzt aber Bett.

Ach ja, ich hab es heute endlich bezahlt, jetzt kann ich Ihnen auch mal das Kleid zeigen.

Entspannte Haltung.

Entspanntes Gesicht. (Es braucht übrigens keine Sicherheitsnadel, aber sie beruhigt ungemein.)

Tag 1152 – Rückfahrt.

Wir haben unser Fährenzimmer bezogen, dieses Mal ist es leider das ganz normale gebuchte Innenkabinen-Vier-Einzelbetten-Zimmer, das Schiff ist auch sehr leer, aber morgen ist ja auch wieder normaler Arbeitstag, ich habe mir frei genommen, Herr Rabe hat Urlaub und Michel haben wir von der Schule abgemeldet (ja, das geht so einfach, ja, auch im Anschluss an Ferien). In den Prius passte wider Erwarten alles rein, es muss nicht mal wer auf dreckigen Socken sitzen. Letzte Besorgungen wurden gemacht: drei Brote vom Bäcker* und ein Sixpack Bier** an der Tanke und auch die konnten problemlos untergebracht werden. Es lief alles so glatt, dass Michels ultra krasser Wutanfall im Auto ja schon irgendwie vorprogrammiert war, aber nach der dritten „Wenn ihr euch um das iPad streitet, nehme ich es euch gleich weg“-Warnung folgt halt die Konsequenz. Michel hat immerhin insofern draus gelernt und das sinnlose „WARUM SIND WIR NOCH NICHT DA ICH WILL JETZT SOFORT DA SEIN WARUUUUUUM DAUERT DAS SO LANGE???“-Geheul nach der recht deutlichen Drohung, dass er so wütend ganz sicher nicht mit in das Boot-Schwimmbad könne, einigermaßen schnell beendet. Pippi ist auf den letzten Metern der Fahrt noch eingeschlafen, war aber bis dahin eine verträglichere Mitfahrerin als auf der Hinfahrt, da hat sie nämlich permanent ihren Kram runtergeworfen und dann Terz gemacht, bis wir ihn aufgehoben haben. Selbst kommt sie halt nicht dran, erstens weil sie einfach noch so klein ist, zweitens schränkt so ein Kindersitz mit Fangkissen die Bewegungsfreiheit aber doch auch ein. Wie gesagt, das ging aber heute.

Und weil so ein handyfreier Nachmittag und Abend ja auch ganz nett ist*** und ich auch noch recht viel zu lesen habe, lasse ich heute das schweineteure WLAN einfach schweineteuer sein und blogge halt schon mittags. Morgen sind wir dann schon wieder zu Hause, darauf freue ich mich, auch wenn der Heimatbesuch dieses Mal selbst für mich etwas kurz war.

Bis bald, Deutschland. Mach kein‘ Scheiß.

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*Ist teuer geworden. Fast so teuer wie im norwegischen Supermarkt. Hoffentlich ist dann die Qualität wenigstens besser als im norwegischen Supermarkt.

**Wir importieren ja längst nicht mehr so viel Zeug nach Norwegen wie vor fünf Jahren noch, eigentlich fast nur noch Sachen, die wir da eben gar nicht kriegen, dieses Mal: Hygienespüler, Reinigungsöl, Deo, Rübenkraut, Pflaumenmus, Kinderzahnpasta und hefefreie Gemüsebrühe. Und drei kleine Flaschen Bielefelder Wasser-Ethanol-Gemisch mit Geschmack (Gin Lossie), die kriegen wir im Leben nicht in Norwegen. Und dann noch zwei riesige Gläser Nutella zum Preis eines halben kleinen in Norwegen. Tatsächlich habe ich mir auch noch einen Blush (von The Balm und der ist mal… hui. Erst passiert gefühlt nix und dann sehe ich plötzlich aus wie reingefallen. Muss ich noch üben) gekauft, einiges an Nagellack geschenkt bekommen (Vielen lieben Dank nochmal, liebe Tanja!) und bin jetzt im Besitz einiger neuer Schminkpinsel.

***hahaha. Ich versuche mir das einzureden, aber mal ehrlich: ganz ohne Handy fühle ich mich nackt und einigermaßen hilflos. Weiß noch nicht, wie ich das finde.

Tag 1150 – WmDedgT im Oktober ‘18.

Heute ist wieder der 5. des Monats und es ist schon Oktober, das ist schockierend, aber wie dem auch sei – Frau Brüllen fragt: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?

Stichwort: Freizeitstress. Aber ironisch, weil es eigentlich ein ganz wunderbarer Tag war.

Nach dem Aufstehen – Pippi weckte mich um halb acht – machte ich gemütlich die Kinder fertig und mich so halb, also ich duschte, zog mich an und machte alles außer schminken. Wir übergingen gekonnt das „Aber ich hab noch Croissants*!“ meines Schwiegervaters und gingen Brötchen holen. Wir frühstückten dann frische, knusprige, duftende, raumtemperierte Brötchen, und die Kinder aßen auch noch die Croissants auf. Dann machte ich einen Haufen Farbe in mein Gesicht und dann war es auch schon an der Zeit, Flavius und Brutus, J., N. und deren bezaubernd wonneproppiges K3 auf dem Spielplatz zu treffen. Flavius und Brutus brauchten etwas Anlaufzeit, dafür war Michel so stürmischforderndbefehlend drauf, dass Flavius das mit „Der Michel ist ganz schön unhöflich!“ quittierte. Tjanun. Sie freundeten sich dann doch noch an und kletterten allesamt (ok, das Baby nicht) drülfzig mal auf das Klettergerüst. Auch Pippi, die dann aber nicht mehr runter kam und deshalb kletterte ich auch drülfzig mal halb auf das Klettergerüst, um Pippis Abstieg zu begleiten (hier achtsames Flöten vorstellen). Pippi verschlürte auch zwei mal einen Elefanten und ein Kaninchen, winzige Plastikkleinteile, die sie eigentlich gar nicht dabei haben sollte, aber im Endeffekt suche ich lieber drei Minuten lang zwei hässliche Plastikteile, als zwei Stunden lang Geheul zu begleiten, weil sie weg sind. Pick your battles. Jedenfalls war es herrlich entspannt mit Familie Jenni und ich bin froh, dass Michel sich am Ende doch noch einigermaßen benommen hat und nicht die Jungs verschreckt hat wie beim letzten mal.

Als ich irgendwann ordentlich Hunger hatte, gingen wir wieder zum Opa zurück und ich aß ein paar Reibekuchen. Die Kinder hatten keinen Hunger. Pippi schlief ein. Ich disponierte kurz um, schulterte Pippi und dann gingen wir drei zur Bahn statt zu Fuß zum Siggi, wo wir mit unseren Freunden M. und A. Und deren Tochter I. verabredet waren. Am Hauptbahnhof wurde Pippi beim Umsteigen wach und ich war einigermaßen irritiert, dass jetzt zwei Linien zur Uni fahren, nämlich eine nur bis zur Uni und eine nach Lohmannshof. Weird. Wir stiegen dann auch spontan in die Falsche, die nämlich drei Minuten nach der anderen fuhr.

Treffen mit Familie M., das war auch ganz toll. Erst spielten die Kinder auf dem Siggi-Spielplatz und wir Erwachsenen tranken Kaffee, bis Michel ankam und meinte „Mama, Pippi hat Scheiß gemacht.“ und M. gleichzeitig meinte „Ist das dein Kind da, das keine Hose anhat?“. Da musste ich Pippi dann die Hose wieder anziehen und ihr erklären, dass bloß weil ein anderes Kind eine kurze Hose anhat, das nicht heißt, dass sie gar keine Hose mehr anhaben muss. Wir beschlossen, Hosen-Gate durch Eis und Rückzug zu entschärfen und holten uns ein Eis beim Koch (auch wieder keine Werbung sondern eine Empfehlung, gehen Sie alle zum Koch, das ist da sehr sehr gut). Glückliche drei Erwachsene und drei Kinder aßen Eis und wir schlenderten zu M. und A.s Wohnung. Pippis Eis fiel runter und ich rettete es grade so vorm totalen Ungenießbarwerden, indem ich es aufhob und die Boden-Seite beherzt mit dem Finger abwischte. Tag für Pippi gerettet. M. und A. Zeigten uns ihre neue Wohnung und ich war geschockt, was da im Viertel inzwischen für Preise aufgerufen werden. Über 900 Euro kalt für eine Wohnung, die außer der Lage und einer relativen Größe nicht unbedingt der Knüller ist, finde ich schon happig. Aber es war sehr schön, einen längeren Plausch mit M. Und A. Zu halten, während die Kinder drinnen spielten. Ich bin jetzt Up-to-date, was Teile der alten Impro-Crew angeht und, ach, man sieht die ja auch viel zu selten. Und auch zu kurz, denn wir mussten um halb sieben schon wieder weiter, unsere ehemaligen Nachbarn im Koch treffen.

Dort: super Essen, nette Gespräche, lustiges Kindergequatsche bis… echt spät, nämlich bis Herr Rabe auch noch kam und mich auslöste. Ein toller Abend. Pippi schlief am Ende auf meinem Arm ein und Herr Rabe trug sie dann nach Hause, während Michel tapfer selbst lief, den ganzen Weg vom Siggi bis zum Nordpark. Beim Opa angekommen brachte ich Pippi ins Bett, schminkte mich ab und dann schlief unten Michel auch noch auf meinem Arm ein und das war alles so gemütlich, fast hätte es diesen Beitrag gar nicht gegeben. Aber, phew, noch geschafft.

Wirklich ein voller, voll toller Tag.

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*Von vorgestern, aus einer Tupperdose im Kühlschrank, das mag ja Zeit und Mühe am Morgen sparen aber für mich tötet es auch all das schöne an frischen Brötchen.

Tag 1148 – Luft!

Zuerst: Michel hat wie ein Stein geschlafen, hat keine Hustenanfälle gehabt und war bis heute Nachmittag allergiesymptomfrei. Puh. Ich freue mich auf zu Hause, wo wir uns um Bettzeugfüllungen und co. gar nicht erst Gedanken machen müssen und singe bis dahin ein Loblied auf die Pharmaindustrie. Natürlich weiß ich, dass die Allergie da ist und eine Desensibilisierung wirklich angedacht werden sollte, aber so ganz akut bin ich froh, dass es Chemie gibt, die das Kind von den Symptomen befreit, schnell und zuverlässig, damit es atmen kann und gucken kann und schlafen kann (gut, dafür braucht’s nicht gucken können). Mit nem einleuchtenden Wirkmechanismus, mit (Prä-/post-)klinischen Studien in denen Effektivität und Sicherheit belegt sind, in denen sogar Nebenwirkungen und ihre Häufigkeit beschrieben werden, sodass ich als mündiger Patient darauf fußend eine Entscheidung treffen kann. Ganz ohne Erstverschlechterung und in diesem Fall sogar ohne Lag-Zeit in der Wirkung. Hurra!

Heute haben wir dann meine Tante besucht und da gefrühstückt, kürzer als angedacht, was sehr schade war, aber für die Kürze der Zeit war es ein sehr schöner Besuch und ich hoffe, meine Tante und mein Onkel kommen uns wirklich mal in Eidsvoll besuchen, wir haben Steine und sehr viel sehr frische Luft! Ich kann ja immernoch nicht so ganz fassen, dass mein kleiner Cousin demnächst 17 wird und meine Cousine 19, das waren echt vor höchstens sechs Jahren noch Babies!

Nach dem Frühstück trafen wir relativ spontan (also: gestern abgemacht, ich wusste gar nicht dass die nach Bielefeld kommen würden, ich wusste ja noch nicht mal hatte gar nicht mehr auf dem Schirm, dass die Schwiegeroma wieder in Bielefeld wohnt!) meine Freundin C. samt Familie im Tierpark Olderdissen, das Olladissen ausgesprochen wird und wer was anderes sagt, der lügt. Das war ganz wunderbar, auch wenn ich Pippi viel durch die Gegend tragen musste, weil sie das einfach wollte, und auch obwohl es tierisch (hahaha) voll dort war, erwartbar, am Feiertag und bei trockenem Wetter. C. und ich plauschten nett und, hach, es wäre ja doch schön, könnten wir öfter herkommen.

Weil Herr Rabe uns am Tierpark nur abgesetzt hatte und dann zu seinem Vater fuhr um seinen Koffer für seine Firmenkonferenz zu packen (und dann auch dorthin aufzubrechen), nahm ich mit den gut gelüfteten Kindern den Bus und dann die Bahn zum Nordpark. Natürlich kamen wir nicht durch den Park zum Opa, denn da ist ein ganz toller Spielplatz, auf dem wir hängen blieben und wo sich die Kinder die Restenergie aus den Beinen turnten. Dass die Kinder danach ordentlich in den Seilen hingen konnte ich wirklich gut verstehen, während sie je eine Folge Peppa Wutz und Canimals guckten, döste ich auch fast auf dem Sofa ein, so viel frische Luft bin ich gar nicht mehr gewohnt.

Hach, doch, ein schöner Tag. Mehr Abstand zum norwegischen Chipsfabrik-Wahnsinn wirkt tatsächlich Wunder für meine allgemeine Gemütslage. Und viel entspannte Zeit mit den Kindern verbringen ist auch einfach schön. Schön, schön, schön!

Tag 1147 – Laut.

Die Nacht war schon laut. Michel hat ja eine Hausstaubmilbenallergie. Ich habe die Diagnose bisher insgeheim angezweifelt, Bluttest hin oder her, er hat einfach gar keine Symptome zu Hause. Null. Nix. Aber zu Hause haben wir kaum Teppiche, wir wischen parkettbodenschädlich häufig (weil ich es gern sauber hab und kleine Kinder tendenziell mehr klebrige Flecken hinterlassen als Erwachsene), wir haben nur Synthetik- und Mikrofaser-Bettzeug wegen des Tierschutzes, haben aus Gründen wasserundurchlässige Matratzenschoner und waschen aus Gründen diese und auch die Bettdecken noch etwa ein Mal im Monat. Jetzt beim Opa, mit Daunenbetten und Teppichen, ist es aber echt schlimm, vor allem nachts, das arme Kind hustet furchtbar und die Augen sind knallrot und geschwollen und jucken. Auch gestern (und auch heute wieder) bei meiner Omi schwollen seine Augen an, bis er aussah wie ein Maulwurf. Tagsüber hält sich das Genörgel über das Jucken ja noch in Grenzen, aber nachts macht es ihn wahnsinnig und uns alle gleich mit, weil er mitten in der Nacht schier ausrastet und meint, er müsse mindestens sterben. Laut ist das. Und nervig. Und nachts ist mein Mitgefühl irgendwie ganz gering ausgeprägt, ändern kann man es ja eh nicht und ich verstehe einfach nicht, wieso man LAUT BRÜLLEND verkünden muss, dass man gar nicht schlafen kann. Wie dem auch sei, kein Deutschlandbesuch ohne Apothekenbesuch (trotz Bestellung in der Online-Apotheke), wir haben jetzt Antihistamin-Saft. Und ich werd wohl auch nochmal los und Antihistamin-Tabletten kaufen, nachdem Michel heute Abend, als es ans Medizin nehmen ging, vorwurfsvoll meinte „Warum gibt’s das nicht als Tablette?“. Ja, gibt’s natürlich, zwar nur in Erwachsenendosierung aber mit Teilrille bei der man ausdrücklich auch teilen darf und für Kinder auch soll. Michel mag seit diversen Antibiotika-Zwangseinnahmen als Baby und Kleinkind keinerlei flüssige Medizin mehr, nimmt aber seit einiger Zeit ohne Meckern alle möglichen Tabletten. Wir werden dann in Norwegen auch mal Desensibilisierung ansprechen, das jetzt ist echt übel, nicht dass er noch allergisches Asthma oder drülfzig Kreuzallergien entwickelt.

Aber egal. Jedenfalls doofe Nacht.

Am Mittag wollten wir los, um bei meiner Omi die gestern sortierten und bereit gestellten Sachen einzuladen und auf die Stationen Brockensammlung – Müll – Meine Mutter (zur Mitnahme durch eine Spedition) zu verteilen. Ich habe noch einen großen Kleidersack vom Dachboden meines Schwiegervaters geholt und zwei Kleider, darunter ein bodenlanges, weißes Kleid mit kleiner Schleppe aussortiert. Ja, mein Brautkleid. Ich hoffe, es freut sich noch jemand darüber. Das Kleid der standesamtlichen Trauung behalte ich, das fährt nun zusammen mit meinem Damensmoking und meinen Brautschuhen (kann man Einfärben) auch nach Norwegen. Am Ende waren wir wegen trödeliger Familie sehr spät dran und ich musste erst einmal ordentlich laut werden, bis sich alle etwas schneller als per Diffusion bewegten. Ich mag mich so nicht, aber es geht manchmal nicht ohne.

Bei meiner Omi genossen, wie schön Michel (und ein bisschen auch Pippi) sich mit sich selbst und dann seine Uromi beschäftigt hat, indem er der Maus einen Leseturm gebaut hat, der dann fachmännisch vermessen werden musste. Wenn sie sich nicht vorher laut um den Kaffeetisch gejagt hätten wäre es noch schöner gewesen.

Abends dann Essen gewesen, mit meiner Omi, meiner Mutter, meinem Schwiegervater und uns vieren. Es passierte, was immer passiert, wenn meine Mutter auf die Kinder trifft: es wurde unglaublich laut. Ich weiß nicht, wie sie das schaffen, aber sie schaukeln sich ratzfatz tierisch hoch und am Ende möchte ich ins Schweigekloster und weil das so spontan nicht geht versuche ich Herrn Rabe heimlich dabei zu fotografieren, wie er sich verstohlen die Ohren zuhält*. Huff. Laut. Und ja, lieber Nebentisch, ich hab das Augenrollen gesehen, gehört und gespürt. Wir kommen nicht so schnell wieder, versprochen.

Morgen hoffentlich etwas ruhiger. Jetzt brüllt Pippi. Laut.

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*Hat nicht geklappt. Also das Fotografieren.

Tag 1144 – Reisen mit Schnecken.

Für nur 70 Kronen kriegt man auf dem Boot hier drei Stunden lang Internet, juchhei, das gilt es jetzt also zu verprassen. Wir sind heute tatsächlich mit nur kleiner Verspätung losgekommen, es hat alles hingehauen, ich habe nur mein Retinol und eine Flasche Nurofen* im Kühlschrank vergessen. Aber meine Haut kommt auch mal ne Woche ohne Retinol aus, ganz bestimmt**. Ich habe sogar noch an die Schnecken*** gedacht, fast hätte ich sie vergessen, aber dann fielen sie mir noch siedend heiß ein. Die Zeit reichte noch, um in der Bibliothek für Michel das magische Baumhaus mit 52 Etagen zu holen und das hat einen kleinen Zwerg sehr glücklich gemacht. An der Fähre standen wir dann noch so lange rum, bis wir drauf durften, dass ich noch eine Amazon- und eine Online-Apotheken-Bestellung aufgeben konnte. Bei dm hätte ich auch gern noch bestellt, aber 4-5 Werktage bis Lieferung waren mir dann doch zu heikel, also werden wir wohl Montag früh da unseren 150€ Großeinkauf tätigen. Aber immerhin ist da die Einkaufsliste fertig und wenn ich im Laden bin, kann ich auch guten Gewissens noch durch die Glitzerschminke-Abteilung stöbern****.

Auf dem Boot kam dann eine kleine Überraschung, weil wir (kostenlos) upgegradet wurden und jetzt eine Luxuskabine mit richtigem Doppelbett haben. Ein Riesenfenster gehört auch dazu. Schon nett.

Im Duty-Free-Shop waren wir auch schon. Erst in dem für Parfüm, wo ich nach ausgiebiger Preisrecherche neue Wimperntusche***** kaufte, in Kaufrausch geriet und einen Pott „Take The day off“ kaufte, was quasi die Luxus-Version von Reinigungsöl sein soll. Ich bin gespannt. Es kostet halt das Zehnfache von Reinigungsöl, die Latte hängt entsprechend hoch. Und ganz vielleicht ziehe ich gleich nochmal los und kaufe mir einen Lipgloss, weil Yolo oder so. Später war ich dann noch allein im Alkohol-Süßkram-Laden und habe Herrn Rabe und mir je ein Bier und für uns vier einen Haufen Kaugummi gekauft.

Ansonsten sind die Kinder ja schon Fährenerfahren und wussten noch, dass es ein Schwimmbad und zum Abendessen Pølse und Pommes gibt. Michel war nach dem Schwimmbad wegen doch mehr Seegang als bei den bisherigen Überfahrten schlecht und nach kurzem Check hab ich ihm eine von meinen in den USA gekauften Tabletten gegen Reiseübelkeit. Die half wohl, jedenfalls schon sich Michel eine beeindruckende Portion Pommes und Pølse und zum Nachtisch Eis rein… und schlief dann sang- und klanglos auf meinem Schoß ein. Versehentlich das Kind medikamentös ausgeknockt. Hoppla. Also, wenn Sie auch im Besitz amerikanischer „Motion Sickness Relief“-Tabletten sind: bei knapp Sechjährigen tuts vermutlich ne halbe dicke, auch wenn auf der Packung steht 1/2-1.

Pippi freute sich, dass Michel seinen Eisteller nicht ausgetrunken hat.

(Wenn die Rabenkinder mit Essen fertig sind, ist die Tischdecke leider auch fertig. Die Rabeneltern geben dafür großzügig Schmerzens-, äh, Trinkgeld.)

Etwas anstrengend fand ich eine komplette Schulklasse, ich schätze so 9./10., am Buffet. Die haben zwar alle auch nur Pommes und Pølse gegessen, aber sich brav am kompletten Buffet vorbeischieben lassen, sodass ich sehr, sehr lange brauchte um meinen Teller zu füllen. Und ich bin doch hangry! Orr.

Ach, ich mag diese Art zu reisen. Jetzt noch eine Maske, das Bier und ein bisschen lesen und dann in den Schlaf geschaukelt werden. Es gibt echt schlimmeres.

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*Murphy sagt: wir werden also welches kaufen müssen. Nurofensaft ist übrigens gar nicht so lange haltbar, habe ich letztens gemerkt. Wir kaufen nämlich auf jeder Reise eine Flasche, was dazu führt, dass wir sehr viele angebrochene Flaschen haben und die werden dann nie leer.

**Die Fältchen um die Augen sagen: wir sehen sehr seriös aus und werden dafür sorgen, dass du demnächst ganz viel Erfahrung u d Autorität ausstrahlst.

***Die haben wir auf der Fähre dann erstmal wieder etwas ausgepackt, die sollen ja nicht länger als nötig so fest in Erde gepackt sein, dass sie nicht herumpurzeln können.

****Ich brauche einen Blush, der wirklich rot ist. Nicht Peach, nicht Pink, nicht Rose, das habe ich alles. Idealerweise passt er zum Beispiel zum Bossy Lippie-Stix (siehe Bild). Tipps willkommen.

*****Immer die gleiche, immernoch Clinique High Impact Curling Maskara in schwarz. Ich hatte ja mal so ein Experiment gewagt mit so einem einstellbaren Clinique-Maskara, aber das war nix. Also nicht schlecht, aber auch nicht so doll, dass es mir die 30 Kronen mehr wert wäre.

Tag 1143 – Schwuppdiwupp.

Heute unheimlich viel gemacht. Zum Beispiel fast* das ganze Haus geputzt und Unmengen Wäsche gewaschen. Das war ein wenig schlechter Planung und schlechtem Zeitmanagement (wenn auch verständlicherweise) in den letzten Tagen geschuldet. Es steht ja schon etwas länger fest, dass wir morgen nach Deutschland fahren. Morgen. Da ist gestern mit Waschen anfangen… knapp kalkuliert. Nun ja. Es war ja auch irgendwie nicht ganz klar, wer wie warum nach Deutschland fährt, ich hatte das mit dem Chipsmann zwar abgeklärt aber er schien es einfach vergessen zu haben oder vielleicht hat er es auch absichtlich übergangen, wer weiß das schon. Jedenfalls hatte ich dann heute noch eine Runde Rennerei, damit mir nicht für die Zeit in Deutschland das Krankengeld** flöten geht. Es kann immernoch gut passieren, dass es mir eben doch flöten geht, aber ich bin eben so, es gibt eine Regel, also befolge ich sie. Anderenfalls hätte ich in der Woche und danach noch ne Weile permanent Angst gehabt, dass wer rausfindet dass ich nicht zu Hause Däumchen drehe und dann wäre vermutlich nicht nur das Geld nachträglich flöten gegangen sondern möglicherweise richtig die Wurst warm. Neenee. Dann lieber wegen verpasster Frist einen drüber kriegen, als wegen Schummelei. Nun denn. Jedenfalls Rennerei.

Mit Pippi den neuen Kindergarten angeschaut. Ich finde ihn super schön. Pippi sagt „Will nich anna kinnergaten gehn.“ und dann macht sie ihr böses Gesicht. Aber Pippi war auch müde und fror als wir da waren, das waren also nicht so tolle Voraussetzungen. Ich denke, wenn sie erstmal rausfindet, dass die da richtige Schaukeln haben und nicht nur so Netz-Dinger, dann sieht das schon anders aus. Ich finde schön, dass der ein wenig so wirkt wie der alte Kindergarten in Trondheim, mit wenigen Kindern, alles (also Erwachsene, Kinder und Spielzeug) ist gut eingespielt und irgendwie familiärer als der hypermoderne Kindergarten, in dem Pippi jetzt ist. In Pippis Gruppe (Der Fuchs-Ecke) sind neun Kinder und drei Erwachsene, das ist schon was anderes als knapp zwanzig Kinder und drei Erwachsene (plus eine Aushilfe). Ich freue mich drauf, nicht nur weil wir dann nicht mehr dreißig Minuten zum Kindergarten fahren müssen.

Pippi war heute morgen soooooo niedlich. Wir haben im Auto Billy Talent gehört. Ich weigere mich ja, im Auto Kindermusik*** anzumachen, mein Auto, meine Regeln, also hören wir irgendwas aus dem CD-Wechsler oder von meinem Telefon. Heute also Billy Talent. Und wie ich so fahre ruft Pippi von hinten „Dead Silence… Mama, lauter! …Ieeeaaahooooo! Dead Silence! Oooooeeeiiieeeeaaahhoooo!“. Melodiesicher. Ich habe ein Video gemacht, sie sang das noch bis in die Kita-Gruppe immer weiter und auch nachmittags sagte sie, kaum dass wir am Auto waren: „Ich will Dead Silence!“ Hachz.

Michel war auch sehr niedlich und hat ein Bügelperlen-Dings für Opa gemacht. Im Hort. Ganz geduldig und ausdauernd. Während ich ihn eigentlich abholen wollte. Pippi hat sich derweil mit A. angefreundet, die geht in Michels Parallelklasse und hat ein extra Chromosom, Pippi und sie schütteten gemeinsam begeistert Bügelperlen aus und sammelten sie dann wieder ein. Ist ja schön, aber: können die Kinder sowas nicht an Tagen machen, wo ich nicht noch ganz viel zu tun habe?

Jetzt Bett und hoffen, dass die Wäsche bis morgen trocken ist.

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*bis auf die Küche, denn Herr Rabe hat gekocht. Das ist immer sehr lecker aber Herr Rabe und Ich kommen an dem Punkt „Wie sauber und aufgeräumt sollte die Küche während des Kochens und unmittelbar nach dem Kochen sein?“ einfach nicht überein und deshalb muss Herr Rabe seine Sauerei selbst beseitigen hinter sich selbst herräumen.

**Wenn Sie jetzt denken „aber sie kann doch einfach Urlaub nehmen, ist doch Wurscht“: ja, könnte ich. Und hätte ich unter normalen Umständen ja auch. Aber der wäre, wie in Norwegen üblich, unbezahlt****. Und das Krankengeld steht mir ja zu. Eigentlich. Jedenfalls wenn ich mich eher drum gekümmert hätte.

***Herr Rabe hat mir letztens Bummelkasten gezeigt. Ich lache immernoch, wenn auch ein wenig ertappt.

****Es ist kompliziert.