Tag 372 – Kleine Wanderung. 

Heute war der „richtige“ Geburtstag der Besten. Gestern war ja nur Reinfeiern, von dem wir den obligatorischen Part wegen alle müde verpasst haben. Das war auch ganz in Ordnung so, denn so waren wir ein paar der Wenigen, die heute keinen Mordskater hatten. 
Wir trafen uns theoretisch um 14:50 an der Endhaltestelle einer S-Bahn-Linie. Theoretisch, weil wir, wie immer leicht zu spät, erst um 14:50 überhaupt in die S-Bahn einstiegen. Ich schrieb noch an der Wir-sind-zu-spät-Nachricht, sagte Herr Rabe: „Guck mal, wer auch zu spät ist!“ und zeigt in den Waggon vor uns. Da waren sie dann alle, inklusive der Besten. 

An der Endhaltestelle dann also Begrüßung und Glückwunsch und so, die Beste eben total schlimm verkatert. Und dann: Abmarsch. Geplant war nämlich eine „kleine Wanderung von vielleicht 2,5 aber viel eher nur 1,5 Stunden auf Kinderwagengeeignetem Terrain zum Heurigen“. Außerdem hatte der Freund der Besten versprochen, den Kinderwagen auch mitzuschieben oder zu tragen, sollte dies nötig sein. 

Die Wanderung war dann satte 2 Stunden in relativ flottem Tempo nur bergauf, dann bissl gucken von einer Aussichtsterasse, Gruppenfoto, und dann nochmal 30 Minuten teils sehr steil bergab. Die ersten und die letzten 10 Minuten lief Michel selbst, den Rest wurde er geschoben, vom Freund der Besten, von einer Freundin der Besten und vom Freund einer Freundin der Besten. Herr Rabe schleppte Pippi in der Trage, ich schleppte Kram. Die Kinder verschliefen das Meiste, zum Beispiel die SchotterwurzelüberhauptnichtKinderwagengeeigneten Wege kurz vor der Aussichtsterrasse, als zwei Leute den Kinderwagen samt schlafendem Michel drin tragen mussten. Als wir ankamen beim Heurigen waren wir jedenfalls alle gut durchgeschwitzt, mein schickes Kleid, Pippis schickes Kleid, Herr Rabes T-Shirt. Der Freund der Besten hatte schlauerweise Ersatzklamotten dabei, der Rest musste eben schwitzig Wein trinken. 

Das Bild hat der Freund der Besten mit meinem Handy gemacht, weil sein Akku leer war.


Mir tut jetzt noch oder schon alles weh, mein Körper fühlt sich an wie einmal komplett durch die Mangel gedreht. Um neun konnte ich nicht mehr und wollte nach Hause. Aber sonst wars super schön: gutes Essen, okayer (aber günstiger) Wein, sehr guter Traubensaft, reichlich Wasser für die Dehydrierten und Verkaterten. Die Kinder haben alle bezirzt mit ihrer Niedlichkeit, das Geschenk (Ich kann nicht gut schenken, sie bekam ein Familienfoto von uns, das hatte sie sich mal gewünscht) kam gut an, alle waren happy, sehr schöner Abend. 

Dann wieder runter vom Berg, Bus, U-Bahn, Bett. 

Superpapa, aber auch ziemlich kaputt.

Tag 370 – Hallo Wien!

Was für ein verrückter Tag. Kinder in den Kindergarten gefahren, in die Stadt gefahren, Geschenk besorgt. Eingekauft, nach Hause gefahren. Die Küche und mich verwüstet, diesmal mit Gulasch. 

Geputzt, gewaschen. Gegessen.

Gepackt, aufgeräumt, gesaugt. Kinder abgefüttert, umgezogen, mich nochmal umgezogen (Mandarine…) und los. 

Flüge bis auf einen kurzen Eine-Tonne-Kekse-gegessen-Puke-Incident von Pippi unspektakulär. Aber Daumen hoch für KLM: da gibt’s Heinecken und was zu essen (nicht nur Chips, es gab auch Sandwiches). Hurra.


Sogar Flugangst halbwegs ok. Uff. 

In Wien gefühlt durch ganz Wien zum Gepäckband gelatscht, dann kurz gebangt, ob alles geklappt hat mit der Abholung. Große Erleichterung: unser Kontaktmann, ein ehemaliger Praktikant von meiner Arbeit (!) stand bereit und hatte von jemandem der über Ecken aus diesem Internet ist, Kindersitze abgeholt. Tausend <3 an diesen Mann, ehrlich! Viel Liebe. Er fuhr uns in die Wohnung einer Freundin, die über den Sommer in der Schweiz arbeitet um Kohle fürs Semester zu scheffeln. Ich kenne diese Frau überhaupt nicht, aber auch hier: viel Liebe! 


Unser Freund (nennen wir ihn einfach so, Praktikant klingt nicht so sehr persönlich) erzählte dann noch die verrückte Geschichte, dass er den Kindersitzmann tatsächlich sogar indirekt kannte. Der Kindersitzmann ist der Bruder von jemandem, der mir auf meine Frage „Wo kriegt man denn in Österreich Kindersitze geliehen“ auf Twitter mit „mein Bruder wohnt da, das geht sicher“ antwortete. Auch hier wieder an alle Seiten: <3 . Ihr seid superst. Und der Kindersitzmann und sein Vater sind Pfarrer. Evangelisch. In Österreich ist das so ungewöhnlich, dass man sich untereinander kennt und unser Freund, der ebenfalls evangelisch ist, wurde vom Vater des Kindersitzmanns damals konfirmiert. Jaha. So klein ist die Welt. 

Ich hatte übrigens vergessen, dass mein Cousin ja auch in Wien wohnt. Hupsi. Den treffen wir dann vermutlich Samstag früh. Es wird eine busy Zeit hier. 

Tag 369 – Man soll den Morgen nicht vor der Abfahrt in den Kindergarten loben. 

Dies ist eine Geschichte, wie ein guter Morgen sich in einem Moment zur totalen Katastrophe entwickeln kann. Leider ist die Geschichte wahr und uns heute morgen so passiert. 

Alles war super und wir total im Zeitplan. Das passiert nicht oft und ich war schon ganz stolz auf uns alle. Um halb acht fuhr Herr Rabe zur Arbeit, wir waren alle angezogen, die Kinder hatten gefrühstückt, die Zähne waren auch geputzt. Brotdosen gepackt und verstaut, wir waren wirklich abfahrbereit. Aber ich wollte nicht so früh schon los, außerdem hatte ich noch keinen Kaffee getrunken. Also machte ich mir einen schön großen Kaffee Latte. Dann, die Kinder spielten friedlich, fiel mir ein, dass ich ja die Schnecken meiner Kollegin mitgeben wollte, damit sie (und ihre Kinder) auf sie während unseres Wientrips aufpassen. Also holte ich ne Box und noch ne Box und füllte mit Michel Erde in beide und buddelte die Schnecken aus und fand Papa-Schnecke nicht, bis ich an den Deckel des Terrariums guckte, wo Papa-Schnecke friedlich schlafend hing. Naja, nach ordentlichem Einsprühen und vorsichtigem Gezuppel hatte ich dann Papa-Schnecke mit einem lauten „Schnuck!“ in der Hand, Michel kam mit den Rest-Muffins von gestern (ekelhaften Zuckerbomben, die Schwägerin brachte Backmischungen mit, die müssen weg, was will man machen…) und erzählte was von „morgen für die Reise einpacken“, wir gingen in die Küche um die Schnecken weiter zu verpacken. Ich trank weiter meinen Kaffee und überlegte, ob die Schnecken wohl zwei mal zwanzig Minuten in einer Tupperdose ohne Luftlöcher überleben und entschied mich für ja. Bröselte noch etwas Erde auf die Schnecken in der Tupperbox und…

… warf den Kaffeebecher um und auf den Boden. Kaffee überall, auf mir, auf dem Boden, vermischt mit Blumenerde auf der Arbeitsplatte, tropfend an den Küchenschubladen. Ü-ber-all. Der Kaffeebecher ist auch ein physikalisches Wunder, wie sonst kann aus einem nicht mehr vollen 300 mL-Glas mindestens ein Liter Kaffee auslaufen? Mir entfleuchte ein unbeherrschtes, aber tief empfundenes „FUUUUUCK!“. Michel, auf der anderen Seite des Kaffeesees, fing sofort an zu weinen. Untröstlich. Schreck, darüber, dass der Kaffee einfach umfiel, über das Schimpfwort, über die Sauerei. „Du musst besser aufpassen, Mama! Du nicht aufepasst!“ heulte er und ich versuchte ihn zu beruhigen und zu erklären und DAFÜR ZU SORGEN DASS ER EINFACH DA STEHEN BLEIBT UND NICHT DURCH DIE PFÜTZE RENNT während ich mich auszog: Pulli, Shirt, Hose, Socken. Nur Unterhose und BH waren verschont geblieben. Dann wischte ich die Sauerei auf, erstmal einen Korridor, damit Michel zu mir konnte, dann Michel weiter tröstend den Rest. In die Schubladen war der verfluchte Kaffee auch gelaufen. Ich wischte und wischte und Michel beruhigte sich langsam. Irgendwann sah die Küche halbwegs passabel aus und die Zeit wurde jetzt doch knapp. Ich wusch meine Hände und stopfte meine eingesauten Klamotten direkt in die Waschmaschine, noch zwei, drei andere Sachen dazu, und ab dafür. Michel ging gucken, was Pippi macht.

„Mamaaaaa! Pippi spielt mit Muffins!“ Überschnappende Stimme. Ach du kacke. Mir schwante böses. Und tatsächlich. „Michel, hast du die Muffins hier offen stehen gelassen?“ Kraftlos und immer noch in Unterwäsche sank ich auf den Wohnzimmerhocker. Michel brach sofort wieder in Tränen aus. Pippi verstand die Welt nicht mehr, sie war eben noch so stolz gewesen und so glücklich. Zwei Muffins hatte sie aus der Form gepult, ordentlich das Papier abgezuppelt und die Muffins aufgegessen, dabei sich, die Spielküche und den Fußboden komplett eingekrümelt und mit „Chocolate flavored sugar frosting“ eingeschmiert. Und jetzt saßen hier ihre Mama, den Tränen nahe, und der große Bruder, heulend vor Wut, weil sie seine Muffins gegessen hatte. Pippi fing sich aber von allen am schnellsten und pulte noch schnell den dritten Muffin aus der Form. Das weckte meine Lebensgeister, ich erwachte aus meiner Schockstarre und nahm ihr den Muffin ab, steckte ihn zurück in die Form und stellte die Form oben auf den Küchentresen. Holte einen feuchten Lappen, wischte Pippi ab, diskutierte mit Michel die Möglichkeiten zur Muffinbeschaffung, wischte die Spielküche ab, hörte mir Michels „Ich will, dass Papa uns in den Kindergarten bringt! Du nicht laut sein!!!“ an, gab mir Mühe nicht direkt wieder laut zu werden, schrubbte Zuckerpampe vom Boden, erklärte zum drölfzigsten Mal, dass Papa eben früh los muss, damit er sie früh wieder abholen kann. Irgendwann war ich fertig, pflückte Pippi vom Esstisch und ging mir was frisches anziehen. Stopfte Papa-Schnecke, die schon zur Flucht ansetzte, in die Tupperbox zurück und machte den Deckel zu. Öffnete ihn wieder wegen schlechtem Sauerstoff-Gewissen, packte die Box in eine Tüte und machte ein paar Gummis drum, damit nicht die Erde (und die Schnecken) rausfallen. Packte alles in meinen Rucksack, pflückte Pippi vom Esstisch, zog den Beiden was an, zog mir Jacke und Schuhe an, nahm zwei kleine und einen großen Rucksack auf die Schultern und Pippi auf den Arm, bat Michel, die Tür zuzumachen. Stellte fest, dass mein Fahrradschlüssel noch drin war. Setzte alles ab, schloss auf, holte den Schlüssel. Pflückte Pippi von der vierten Stufe nach oben, bat Michel, wenigstens einen Rucksack zu nehmen, verstaute Rucksäcke, Pippi und so weiter im Anhänger, bekam den Anhänger erst nach drölfzig Versuchen und ebensovielen (sehr leise gemurmelten) Flüchen ans Rad, stellte fest, dass ich am Wochenende die Schraube an der Schnellspanner-Halterung für die Bremse vorne nicht nachgezogen habe und das Ding immernoch furchbar klappert. Stellte Michel, der vor lauter Hampelei mit seinem Fahrrad umgefallen war, wieder auf die Füße. 

Und so fuhr ich mit fast einer Stunde Verspätung los zum Kindergarten.

P.S. No snails were harmed during the production of this blogpost. Sie sind gut in meinem Büro angekommen und wurden dann direkt umgesetzt in die große „Ferienbox“. Begeistert waren sie von der Tour allerdings nicht und krochen erstmal hektisch herum. 

Tag 368 – Die Sache mit den Instagram-Bildern. 

Ich möchte mir ja das erste Blog-Jahr ausdrucken lassen. Da gibt es drölfzig Anbieter, die einen teurer, die anderen billiger, die einen haben mehr hübsche Features, die anderen mehr technische Auswahlmöglichkeiten. Kurz: das ist Geschmackssache. Eines haben sie jedoch alle gemeinsam, nämlich, dass Instagram-Bilder nicht richtig angezeigt werden. Das liegt an der Technik, wie die Druckereien arbeiten. Man gibt quasi der Druckerei die Erlaubnis, direkt auf den Blog zuzugreifen, „von innen“. Also so, wie ich als eingeloggter WordPress-User auch meine Blogbeiträge sehen kann, die können eben nicht editieren und so, aber die Inhalte abgreifen und die in der WordPress Mediathek abgelegten Bilder herunterladen. Aus den Texten und Bildern machen sie dann eine Datei, die kann man dann ansehen und überprüfen und in meinem Fall drückt man dann NICHT auf „Ja danke, passt, bitte drucken“ sondern stellt fest: Hmm, das will ich aber nicht, dass da bei jedem Instagram-Bild (insgesamt habe ich 295 Instagram-Posts bis da, sagen wir mal die Hälfte davon ist im Blog verlinkt…) nur steht „@Rabensalat postet a picture…“ und das Bild ist aber nicht da. Aber wie gesagt, da die Druckerei das technisch so löst, um den Textsatz dem Buch anpassen zu können, ist es anders schwer machbar, es sei denn, es gäbe eine Möglichkeit, den Druckereien auch noch Zugang zum Instagram-Account zu verschaffen und da das ja inzwischen auch Facebook gehört möchte ich das vielleicht auch eher nicht.

Also wie ich das sehe und gemeinsam mit Herrn Rabe ergoogelt habe, gibt es folgende blöde bis total blöde workarounds:

  1. Alle verlinkten Bilder in die WordPress Mediathek hochladen. Dann an die richtige Stelle im Blog basteln. Zeitfresser und Datenvolumenfresser. Von den Captions von Instagram gar nicht zu reden.
  2. Drauf verzichten. Mit den fehlenden Bildern leben.
  3. Ein uns noch unbekanntes WordPress Plugin, das die Bilder direkt aus Instagram herunterlädt und in die Mediathek kopiert und nicht nur verlinkt. Datenvolumenfresser und eben auch nicht gefunden.
  4. Herr Rabe: „Zur Not programmier ich dir was und Frau Brüllen muss es dann kaufen.“
  5. Den Blog erst nach Pdf exportieren und dann so ausdrucken. Nachteil: läuft meist genauso wie bei den Druckereien direkt (also wieder nur Links sichtbar) und man kann nicht mehr am Layout basteln.
  6. Die Instagram-Bilder gesondert ausdrucken lassen und selbst ins Buch reinbasteln. Würde am wenigsten Arbeit machen, Resultat wäre aber auch eigentlich mehr eine lose Blattsammlung.

Tja. Also entschieden ist hier noch nix, wenn Sie andere Vorschläge haben oder brillant WordPress Plugins wie unter 3. programmieren können: immer her damit. Herr Rabe hilft dann auch (siehe 4.).

 

UPDATE: Der Herr Rabe sagt, ich hab das falsch verstanden, dass die Druckerei auch Zugang zu Instagram bräuchte. Hat WordPress ja auch nicht. Die müssen den Link nur „besser auflösen“. Aha.

UPDATE 2: Beim einen Anbieter wird immerhin der Text von Tweets richtig angezeigt, mit einer Art Caption drunter. Könnte schöner sein, könnte ich aber auch mit leben.

UPDATE 3: Das mit den Tweets ist bei beiden Anbietern, bei denen ich den kompletten Prozess durchlaufen hab, so.

Tag 367 – Zehn Minuten. 

Zehn Minuten ist der Tag noch lang. Das ist machbar. Heute war nämlich auch nicht so wirklich viel los. Ist ja auch wirklich ganz schön, wenn man am Wochenende nicht arbeiten muss. Trotz Kindern, die um halb acht auf sind, trotz Wut-Michel, der für seine Maus tausend Dinge (best of heute: Rutsche, Schwimmbrille, Schlitten) einfordert, trotz Pippi, die man jedes Mal, wenn man am Esstisch vorbei geht, von selbigem pflücken kann, trotz Bügelwäsche und diversen Maschinen, die zwar trocken aber nicht zusammengelegt sind. Alles egal, wir haben uns. Am Ende sprang sogar Pärchenzeit für uns Große raus. <3

Tag 366 – #12von12 im August ’16

Heute morgen hatte ich kurz vergessen, dass der zwölfte ist und deshalb gibt es von unserem chaotischen und Heul-Intensiven Morgen keine Bilder (da verpassen Sie aber auch nichts). Tatsächlich habe ich auch heute trotz des irgendwann Raffens, dass 12von12 ist (was das ist und viele, viele davon wie immer im Kännchen-Blog) ca. hundertmal das Datum auf Dinge und in Dateien geschrieben: 160811. Tjanun. Whatever, jedenfalls hier ein paar Bilder (über die Einbettung von Instagram und so hab ich mich aus Blogbuchgründen heute auch geärgert, aber das ist eine andere Geschichte).

Frühstück an emails.

84 Proben wollen gemessen werden.

Liebevoll angerichtetes Mittagessen.

Wie meine Kollegen dafür sorgen, dass die Tür nicht quietscht.

Mal hoffen, dass die nicht alle gleich doll fluoreszieren.

Ab nach Hause.

Soweit zum Arbeitstag. War.

Dann zu Hause direkt Gebrüll, Michel ist im Moment mal wieder ein Wutzwerg und rastet beim kleinsten Anlass (oder auch ganz ohne) mehrmals täglich komplett aus. Unschön. Und zu Hause kann man ja auch nicht mal in Ruhe essen. Schlimm.

Immer diese Mitesser.

Ich musste dann auch noch mal los, Fisch kaufen und Lauch, den gab es gestern nicht. An der Frischetheke gab es Wal.


Ich finde ja grundsätzlich komisch, wieso man manche Tiere isst und andere nicht, schließlich sind Schweine auch sehr intelligent und ich finde die auch niedlich, ganz im Gegensatz zu vielen Hunden. Aber bei Walen geht bei mir eine Grenze. Ich meine: die Norweger haben doch eh nur die Erlaubnis, Wale zu fangen, weil das ja soooo ein wichtiges kulturelles Gut ist. Also der Fang. Ganz im Norden. Aber wieso ich das dann hier im Supermarkt kaufen können soll, erschließt sich mir nicht. Wieso Tiere essen, deren Artgenossen allesamt vom Aussterben bedroht sind? Nur, weil ichs kann bestimmt nicht. Und nein, da juckt mich dieses Rechtfertigungsgelaber der Norweger mit „Aber die Bestände der einen Walart, die wir fangen dürfen, sind gut! Und jedes Jahr wird das Kontingent reduziert! Und das ist total gesund!“ nicht. Ich ess das nicht. Aber was dem Deutschen sein Tempolimit (also die Abwesenheit davon) ist dem Norweger sein Walfang.

Endlich Abendessen.

Falls Sie dachten, ich denke mir das mit dem Klettern aus.

Ich glaube, bei Pippi wären Laufgitter und Co. eine total dämliche Idee. Die würde das als Klettergerüst nutzen.

Dann hab ich ein Foto gepostet ohne Hashtag, das zählt also nicht.

Müde Mutti. Serviervorschlag.

Die Mitbewohnerinnen sind jetzt auch wach.

Man sieht gar nicht, wie groß Papa-Schnecke (ganz rechts) inzwischen ist. Doppelt so groß wie die anderen zwei nämlich. Und dann haben wir noch eine, die noch ganz klein ist, aber das muss ich wann anders mal erzählen.

Und zu guter letzt:

Hier ein Ausblick auf den morgigen Backtag.

Und damit: gute Nacht!

Tag 365 – Ein Jahr!

Prööööt! Der Rabensalat hat tatsächlich Geburtstag und das eigentlich sogar schon gestern, aber der erste Post war unnummeriert und deshalb passt das schon! Ich kann zählen, Juhuuu!

Ein Jahr Bloggerei, jeden Tag. Hammer. Obwohl ich ehrlich gesagt ja schon ein Typ bin, der Sachen einfach durchzieht, wenn sie vorgenommen sind, egal als wie scheiße sie sich zwischendurch herausstellen: allerallermeistens hat es Spaß gemacht. Allerallerallermeistens. Sogar viel. Hier hab ich ein Medium, dem ich mich mitteilen kann, das mich zuallererst mal nicht auslacht für den wirren Kram, der mitunter meinem Hirn entspringt. Dann hab ich jetzt auch ein online-Gedächtnis, das ist manchmal ganz praktisch und ich bin sicher, in ein paar Jahren wird es noch praktischer sein, die eigenen Erinnerungen quasi googeln zu können (wobei das auch ziemlich gruselig ist, wenn man so genauer drüber nachdenkt…). Und was mich ehrlich am meisten überrascht: hier sind total viele nette Leute. Also hier, auf dem Blog, Menschen die nur lesen, Menschen, die auch mal kommentieren, Menschen, bei denen man auch selber liest (das wird total weird sich irgendwann mal im richtigen Leben gegenüber zu stehen!) und irgendwie kennt man sich ein bisschen, obwohl man sich noch nie getroffen hat. Ich mag das sehr. 

Auch bei Twitter habe ich mir inzwischen eine bunte Timeline zusammengebastelt und unheimlich nette Leute in 140-Zeichen-Häppchen kennengelernt. Manchmal wenn dann große Twitterer- oder Bloggertreffen sind, ärgere ich mich, so weit weg zu sein. Und dann fällt mir wieder ein, dass ich ja Westfale bin und bei zu vielen fremden Leuten um mich rum schweigsam in mein Bier starre. Aber schon allein mal persönlich Leuten danken: für Kindersitze in Wien, für Rat bei Hautproblemen, für Beruhigung bei „Hilfe, mein Baby hat da was am Zahnfleisch!“ – das würde ich gerne mal persönlich machen. 

Insgesamt hier also große Blogbegeisterung nach dem ersten Jahr. Doch. Das mache ich noch eine Weile weiter. 

Darauf ein Gläschen Weißweinschorle bei sommerlichen 6 Grad und Regen hier und dann bestelle ich mir das erste Jahr ausgedruckt als Buch. Weil ich das eine total tolle Idee finde, die ich Frau Brüllen abgeschaut hab (Ehre wem Ehre gebührt und 12 Jahre! Respekt.) 

In diesem Sinne Prost und bis morgen –

Ihre Frau Rabe

Tag 364 – Gewöhnungsbedürftig. 

Tja, also Pippi sollte ja inzwischen im Kindergarten eingewöhnt sein. Nach norwegischem Standardplan jedenfalls. Tatsächlich läuft es eher so mäßig. 

Langfristiges (haha, also eher so: übernächste Woche) Ziel ist Kindergarten von spätestens acht bis mindestens vier, dann schaffen wir beide unsere Jobs ohne allzu spät zu Hause zu sein. Bisher sind wir bei ca. 8 (und das funktioniert auch nicht so ganz, weil Pippi nicht im Kindergarten frühstücken will) bis 14:30 Uhr, was halt nur mit Sommerarbeitszeit und Stillfrei und mit schlechtem Gewissen der Arbeit gegenüber geht. Herr Rabe hat logischerweise kein Stillfrei und muss außerdem Stunden so richtig aufschreiben, der kann nicht dauernd früher gehen. Also bin ich gefragt und es stinkt ziemlich, zum Einen eben wegen der Arbeit und zum Anderen, weil ich mir so morgens das Geheul und nachmittags die Berichte („Hat so viel geweint heute und gar nichts gegessen…“) der Erzieherinnen anhören muss. 

Nachdem die Eingewöhnung bei Michel im gleichen Alter eine Sache von drei Tagen war und Pippi ja sogar ihren heiß geliebten großen Bruder als das ultimative Übergangsobjekt dabei hat, hatte ich die Hoffnung, dass die Eingewöhnung bei ihr easy peasy sein würde. Aber da habe ich die Rechnung ohne mein großes kleines Kind gemacht. Denn Pippi weiß halt was sie will, und das ist 1. Mama und 2. Papa. Und das versucht sie durchzusetzen, mit allen Mitteln. Man muss sagen, es liegt wirklich nicht am Kindergarten oder den Personen da: alle sind sehr herzlich, es wird auf sie eingegangen, sie wird getragen und darf kuscheln, wenn sie will, man nimmt sich viel Zeit für sie und versucht es hinzubekommen, dass sie eine gute Zeit hat. Aber sie will halt nicht. Deshalb schreit sie viel (aus Enttäuschung wenn ich gehe und wenn ich komme, höre ich von unten schon ihr Wutgebrüll), sie schläft kaum und sie isst kaum. Interessanterweise juckt es sie auch gar nicht, dass ihr Bruder da ist. Dafür ist Michel noch ein bisschen mit durch den Wind, weil Pippi so viel brüllt. Verdammt, wieso klappt denn nichtmal das*?

Und ich so, toughe Mama, die ich so gern wäre? Mit bricht es das Herz. Ich zweifle alles an: den Kindergarten, mein Lebensmodell, dieses Land: alles kacke und mein Baby leidet so und überhaupt. Rational weiß ich, dass es keinen besseren Kindergarten geben könnte, grade für so ’schwierige‘ Kinder wie Pippi. Ich weiß auch, dass ich vor Langeweile eingehen würde, würde ich sie stattdessen zu Hause betreuen. Dass wir uns das Leben hier mit nur einem Job schlichtweg nicht leisten können (zumindest nicht in der Wohnung, in der wir grade wohnen und in der ich mich sauwohl fühle). Das weiß ich alles. Aber trotzdem kommt da die Rabenmutter-Sozialisation, gepaart mit Bindungstheorie-Halbwissen und versehentlich gelesenen dogmatischen Blogbeiträgen aus mir raus und ich fühle mich schrecklich und wie der letzte Mensch, dass ich meinem Kind das antue, obwohl es doch so offensichtlich nicht will. 
Ich hoffe wirklich, dass sie sich bald dran gewöhnt hat. Wirklich. Und nein, zu Hause bleiben ist einfach keine Option. 

*Eigentlich hatte ich eher Angst, dass Michel dauernd als Tröster herhalten muss und sich zu sehr verantwortlich fühlt. So ist es aber auch kacke.