Tag 1699 – Corontäne Tag 26.

Heute war nicht so viel. Viel Arbeit, in erster Linie. Und ich schwör, wenn ich den in die Finger kriege, der erfunden hat, dass man bei maximalem Satzspiegel keine Mindestfontgröße haben muss dann klatschts, aber keinen Beifall!!!

Kleiner Blumenmarkt-Ausflug mit muffeligem Michel und Terror-Pippi, die wir wohl eher gar nicht mehr irgendwohin mitnehmen. Immer endet es in Geschrei und gefährlichen Aktionen, wie sich den Gurt im Auto „ausziehen“. Ich mag nicht mehr. Ich komm gegen das Kind da leider gar nicht an, die ist so stur und laut und stur und am Ende schmeißt sie Sachen ganz die Mama. Huff.

Ich traue es mich gar nicht zu schreiben, aber hier werden in zwei Wochen die Schilde ganz langsam wieder runter gefahren. Erst öffnen die Kindergärten, dann die 1.-4. Klassen und die Abschlussklassen der weiterführenden Schulen. Sport gibt es bis zu den Sommerferien nicht, aber Leute dürfen wieder zu Psycho- und Physiotherapeut*Innen. Das alles ist eine politische Entscheidung, die werden sich dabei wohl was gedacht haben, es wird ausdrücklich davor gewarnt, dass man jetzt schon von Entspannung sprechen soll. Sie brauchen nicht kommentieren, dass das alles ganz schlimm enden wird und wir eine schreckliche zweite Welle haben werden und alle Kinder sofort ihre Omas infizieren und umbringen werden. Ich bin nicht die norwegische Politik. Ich freue mich darüber, dass meine Kinder nur noch zwei, respektive drei Wochen Vollzeit zu Hause sind bis sie das erste mal husten, weil das dauernde aufeinander Hocken hier im Haus echt keiner und keinem gut tut.

Btw und für die Haben-die-nicht-auf-die-Experten-gehört-Fraktion: haben sie tatsächlich nicht. Die Experten haben nämlich gesagt, ab dem 20. könne man ruhig und solle man aus Kindeswohlgründen alles bis zur 7. Klasse aufmachen. Es bleibt also strenger als empfohlen.

Tag 1698 – Corontäne Tag 25.

R0~0,7!!! Beste Nachricht seit 25 Tagen. Heia Norge! Vielleicht, ganz vielleicht und wenn wir genug Tests kriegen, öffnen wirklich die Kindergärten und Schulen relativ zeitnah wieder. Ich kann sehr gerne noch ne Weile Homeoffice machen, aber bitte – irgendwer muss die Kinder betreuen, wenigstens halbtags oder drei Tage die Woche oder so.

Herr Rabe hat Urlaub (feiert Überstunden ab – das einzig Gute an der Kurzarbeit: ganzer Tag frei für 60% der Überstunden) und ich darf deshalb ganz normal arbeiten. Das ist ja auch ganz nett, nachmittags fertig zu sein und abends nicht noch mal ran zu müssen. Ein wenig muss ich veratmen, dass Herr Rabe nicht so zwanghaft ist wie ich und deshalb erst aufräumt, wenn fertig gespielt ist. Aber es sind ja auch nur zweieinhalb Arbeitstage für mich.

Heute Morgen habe ich das erste mal geschafft, tatsächlich um sieben zu einem sehr flotten Spaziergang aufzubrechen. Mit kleinem Abstecher in den Supermarkt – rein – Milch kaufen – wieder raus. Ich war die einzige Kundin und hier bezahlt man ja eh schon länger kontaktlos, da frage ich mich ja, ob diese Krise jetzt wenigstens dazu führt, dass das in Deutschland auch üblicher wird.

… „erst“ um sieben kam ich übrigens los, weil Michel um zwanzig nach sechs angetappst kam, sah, dass ich schon wach war und sich vergewisserte, dass schon fast Morgen ist – er darf nämlich nach 10 konsekutiven oder 20 totalen Nächten im eigenen Bett ein neues Switch-Spiel haben. Da er um zwanzig nach sechs „nur kuscheln“ wollte, zählt das wohl als Nacht in seinem Bett. Dass er quasi sofort in meinem Arm einschlief, war bestimmt nur Zufall. Ach, der große kleine Zwerg. Jedenfalls kuschelte ich dann noch eine Weile mit beiden Kindern, eins recht, eins links, und wenn das nicht fast jede Nacht die ganze Nacht so ginge, hätte ich da auch echt kein Problem mit.

Nach der Arbeit und weil das Haus innen aussah, als sei eine Osterbasteltüte explodiert wurschtelte ich ein wenig im Garten. Es waren nämlich 15 Grad, das muss man ja nutzen. Die Beete sind jetzt von allen Vorjahresresten befreit, soweit ich das sehen kann lebt das allerallermeiste (alle Sträucher, beide Bäume, der Rhabarber und der Holunder, das ist das wichtigste!) und es sprießt auch schon hier und da. Die Erdbeeren kommen wieder, die Stockrosen auch, die Primeln und Hyazinthen… hach.

Der Lavendel sieht auch tausendmal besser aus, als letztes Jahr.

Jetzt aber husch ins Bettchen. Mal sehen, ob ich morgen wieder einen Spaziergang schaffe. Milch brauchen wir fast schon wieder. Was vier Leute die wirklich jede Mahlzeit zu Hause essen an Lebensmitteln brauchen. Und an (jaja) Klopapier! Und wie unfassbar viel Müll wir auch machen. Heute dann eben auch noch einen ganzen Sack Gartenabfälle. (Wir brauchen dringend einen Kompost.) Uff.

Tag 1697 – Corontäne Tag 24.

Michel hat heute Mittag das erste mal mit Kindern aus dem Internet Video-Konferiert, das war ein bisschen aufregend. Es ist für ihn offenbar anstrengend, nur Deutsch zu sprechen, aber niedlich ist es ja schon, ihm dabei zuzuhören. Auch, was er so meint, was relevante Infos für andere Kinder sind… ich hatte jedenfalls Spaß. Und er auch.

Heute besuchten wir wieder unsere Wochenends-Freunde. Mit Essen unterm Arm sozusagen. Erst mal: der Hefezopf mit der selbst hochgezüchteten Hefe ist mit etwas längerer Gehzeit super geworden.

Die Jungs haben draußen gespielt und Pippi drinnen Bilder gemalt. Das sind wir:

Wir schaukeln alle und haben dabei sehr viel Spaß. Pippi ist noch in meinem Bauch.

Und das ist unser Haus, auf das Escher stolz wäre:

Immerhin haben wir alle Türen in unseren Zimmern!

Und zu guter Letzt ein Einhorn auf einem Regenbogen (pink fluffy unicorns, dancing on rainbows…)

Ach, das war wieder schön. Und auch die haben immer mal Kacktage zwischendurch, das ist irgendwie beruhigend, das wir nicht die einzigen sind, die zeitweise am Rad drehen.

Tag 1696 – Corontäne Tag 23.

Same procedure as last weekend, Mrs. Rabe?

Same procedure as every weekend, Mr. Rabe.

Wir haben geputzt. Herr Rabe hat dann mal grad unsere Jutebeutelsammlung sortiert und gefaltet. Ich lebe mit einer unstrukturierten, männlichen Marie Kondo zusammen.

Wir haben außerdem heute, aus Gründen*, die Scheren versteckt.

*der Grund war ein abgeschnittenes Rolloband, was natürlich erst niemand und dann „jemand, der zu Besuch gekommen ist“ war. Wir hatten seit Mitte Februar keinen Besuch.

Michel ist ganz alleine und ohne Weinen eingeschlafen, und das kam so: ich wollte mich nach der Einschlafbegleitung aus dem Bett schleichen, im Glauben, beide Kinder schliefen. Da sagte Michel „Mama?“. Ich sagte „Ich geh grad in die Küche und kümmere mich um die Hefe, dann komme ich wieder.“ „Versprochen?“ „Versprochen.“ und als ich dann 10 Minuten später wieder hoch kam, schlief er. Das kann ich an einer Hand abzählen, dass Michel in 7,5 Jahren mal alleine und ohne Weinen oder 35 mal aus dem Zimmer wieder raus zu kommen eingeschlafen ist.

Die Hefe. Hefe ist aus, überall in Norwegen, die Leute scheinen zu backen als gäb’s kein Morgen mehr. Roggenmehl ist auch aus, das bekümmert mich mehr, denn Hefe ist ja nun mal Hefe und recht einfach zu vermehren. Ich habe also heute unseren letzten Drittel Hefeklotz mit ein bisschen Wasser (so etwa 100 mL), einem Esslöffel Zucker und etwa drei Esslöffeln Mehl zu einer Suppe verrührt, das durfte dann etwa 4 Stunden in der warmen Küche stehen, ich hab immer mal wieder kräftig umgerührt (ich will ja Vermehrung, keine Gärung, also rein mit dem Sauerstoff) und als es anfing, säuerlich zu riechen (also als Michel kurz vorm Einschlafen war), habe ich so viel Mehl reingeknetet, dass ich einen hantierbaren Teig hatte. Davon habe ich etwa die Hälfte portionsweise eingefroren und die andere Hälfte in den Kühlschrank gestellt, wo sie noch ein bisschen rumpupsen und morgen so zur Hälfte in einen Hefezopf wandern darf. Und dann gucke ich weiter, theoretisch kann man die ja auch immer weiter führen wie Sauerteig, praktisch wird man die wohl relativ schnell kontaminieren und dann aufpassen müssen, dass die Hefe die Oberhand behält und man nicht am Ende einen zweiten, hefelastigen Weizensauer hat.

Nawwww, Hefebaby pupst.

Tag 1695 – Corontäne Tag 22.

Kinderlachen auf dem Trampolin. Beste Investition, das Ding.

Nach drei Wochen Home-alles machen wir wieder die Dinge selbst, die wir früher(TM) auch selbst gemacht haben, nämlich Brot:

10-15 Minuten längere Gare und es wäre perfekt geworden.
Ein Monster!

Und Pizza:

Pippi hatte ihre Mütze in der Küche liegen gelassen.

Die Brotrezepte sind: https://brotdoc.com/2012/02/11/das-kasseler-ein-klassiker/ und https://brotdoc.com/2013/03/13/beginner-weisbrot/, letzteres aber abgewandelt, nämlich mit Vorteig ohne Hefe, dafür mit Weizensauerteig (200 g Mehl, 200 mL Wasser, 20 g Anstellgut) und dann dachte ich, nachdem ich mir die Ruhe- und Gärzeiten gemerkt hatte, brauche ich das Wirken nicht mehr nachlesen, das kann ich so und deshalb sind es bei mir halt nicht zwei Laibe sondern ein riesiger und ich wollte, dass er wild aufreißt, deshalb hab ich ihn nicht eingeschnitten.

Abends wieder Twitterkneipe. Das ist immer sehr schön da <3

Tag 1694 – Corontäne Tag 21.

Drei Wochen rum.

Ich wachte mit Migräne auf, irgendwie auch kein Wunder grad. Gegen Mittag war ich ausreichend schmerzfrei um zu arbeiten, aber wenn ich noch mal hören muss, dass meine Kolleg*Innen ja sooooo viel zu tun haben, während ich Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen abarbeite, werd ich vielleicht echt sauer. Ich bin vielleicht nicht super erfahren, aber so what. Das Krisenteam wird geleitet von einer, die deutlich jünger ist als ich und noch nicht mal so lange wie ich im Werk. Die Inspektørin, die in diesem Krisenteam ist, ist seit dem Sommer bei uns. Sollen sie sagen, dass sie mich für unfähig halten, aber so wie es grad läuft fühlt es sich für mich an, als wär ich ein Kleinkind im Restaurant, dem man ein paar Buntstifte und einen Ausmalbogen gegeben hat, damit sich die Erwachsenen in Ruhe unterhalten können. Hrmpf.

Morgens den Kindern beim Hüpfen zuhören, ist schon schön. Michel hat mit seiner Steinzeitaxt einen Stock zerhackt, statt Hausaufgaben zu machen, aber ich habe aufgegeben, zumindest für gestern und heute. Ich schaffe es nicht, ihn zu den Aufgaben zu treten und freiwillig macht er sie nicht.

Team keine Ferien. Ich befürchte, wenn wir den Kindern eröffnen, dass jetzt Ferien sind, sind all unsere Argumente, weshalb z.B. vor 14 Uhr keine Medienzeit ist sein soll, völlig hinfällig. Da müssen wir 12/7 entertainen oder die Kinder gucken beide endgültig den ganzen Tag fern. Ja, das ist nicht nett von uns, aber ich finde, für die unsere Kinder waren, trotz „Schule“, die letzten drei Wochen ferienlike genug, da reichen dann zur Erholung die Tage von Gründonnerstag (hier schon ein Feiertag) bis Ostermontag. Jetzt noch zwei (hier eine) echte Woche Ferien dran hängen, also ohne eine egal wie lose Tagesstruktur, ohne weg zu können, ohne die Kinder mal nen halben Tag bei den Nachbarn abgeben zu können, mit Wein nur virtuell oder sich von einer Terrasse zur anderen zuprostend – wie soll ich es sagen? Wo sind meine PMS-Antidepressiva, die gehen doch sicher auch so für täglich? Wo ist die Nummer der völlig-überforderte-Eltern-Hotline? Ach, gibt es ja nicht, ich Dummerchen, die kümmern sich nicht, bevor es nicht ~echte~ Vernachlässigung ist, oder ich eingewiesen werden muss.

Mir graut vor den Ferien. In dieser Situation, in unserer Familienkonstellation, mit den Kindern, die ich offenbar versaut habe.

(Bitte keine Vorschläge, was wir alles pädagogisch wertvolles mit den Kindern machen könnten, das macht für mich nichts besser, sondern setzt mich noch stärker unter Druck, wenn dann kommt „mach doch EINFACH…“)

Tag 1693 – Corontäne Tag 20.

Heute waren vier erwähnenswerte Dinge:

1. und ohne Bild: ich hatte sowas wie einen Zusammenbruch, weil diese ganze Home-alles-scheiße etwa so gut funktioniert wie ein übergewichtiger Elefant fliegen kann. Ich schaffe es nicht, ich hab keine Ahnung, wie ich es weiter schaffen soll, und wenn mir noch irgendwer mit pädagogisch wertvollen Tipps kommt, zünde ich was an und zwar nicht metaphorisch. Was man nicht alles machen, basteln, lernen soll! Tipp unseres Kindergartens zum Beispiel: geht doch mal mit den Kindern raus und hört den Vögeln zu! JA GENAU, DAS MACHE ICH NACH MEINEN 8 STUNDEN ARBEIT AM TAG PLUS YOGABÜCHERLESENINSTRUMENTLERNEN UND HOMESCHOOLING FÜR DEN GROSSEN, DA SCHLEIFE ICH DIE KINDER, DIE SOWAS DOOF FINDEN, INS NÄCHSTE WÄLDCHEN UND HÖRE DEN VÖGELN ZU. Ich selbst höre schon schlecht weil dauernd Lärm um mich ist, ich bin total im Arsch, weil mein Bedürfnis nach allein sein halt grad ganz hinten anstehen muss aber klar, Vögel beobachten, so eine schöne Idee. Wie lieb. *kotzi*

2. Das Trampolin wurde geliefert. Endlich. Da Herr Rabe es sofort aufgebaut hat, konnten wir auch gleich verifizieren, dass sich Pippi nichts gebrochen hat als…

3. …Michel eine Hantel auf Pippis Fuß fallen ließ.

Hat auch gleich die Nachbarsmädchen angezogen. Aber wir haben da mal ein Auge zugedrückt, Pippi hatte seit fast 3 Wochen keinen Kontakt zu gleichaltrigen.

4. Ich habe meine Haare in der Farbe „Lavender“ von Directions getönt. Da ja noch recht viel von der orangenen Rose-Gold-Farbe drin war, musste ich das erst mal wegbleichen. Damit ich hinterher noch Haare habe, habe ich mich für mehrere Blondierwäschen (=Blondierung anmischen mit 1 Teil Pulver, 1 Teil Entwickler, 1 Teil Wasser und 1 Stritz Shampoo, da habe ich Silbershampoo genommen) á 15-20 Minuten entschieden, über mehrere Tage.

Ausgangssituation.
Nach der 1. Runde.
Nach der 2. Runde.
Nach der 3. Runde.
Nach 45 Minuten „White Toner“ von Directions.
Nach 1 Stunde Lavender (Directions).

Leider habe ich irgendwie geschafft, meinen Hinterkopf farblos zu lassen, also muss ich wohl morgen noch mal ran und versuchen, das auszugleichen. Vielleicht muss mir auch wirklich Herr Rabe helfen. Ansonsten bin ich mit der Farbe sehr zufrieden.

Tag 1692 – Corontäne Tag 19.

Auch heute war kein wirklich guter Tag, so ganz insgesamt gesehen, aber immerhin sah ich gut aus weil ich ein Video-Meeting mit externen Teilnehmer*Innen hatte und da kann ich ja nicht im Hoodie auflaufen – dachte ich, dann hatte mein Kollege einen Hoodie an.

Mit den Kindern Sport machen ist grandios gescheitert und ich denke, ich bin halt einfach die schlechteste Hobby-Lehrerin der Welt, so what, ich wollte das ja auch nie sein. Immerhin kenne ich aber mein Kind gut genug, um über folgenden, typischen Chat-Dialog mit der Lehrerin sehr zu lachen:

Michel: „Hallo A. wie geht es dir mir geht es gut“

Lehrerin: „Mir geht es auch gut, schön von dir zu hören! Hast du die Lösung des heutigen Rätsels?“

Michel: „Ja“

Mein Kind, Mutti ist sehr stolz, direkte Kommunikation, so wichtig!

Gut, dass Michel clever ist und die Lehrerin vermutlich ganz andere Fälle in der Klasse hat, da kann man mal verschmerzen, dass sein Bock auf die Schulaufgaben grad nonexistent ist. Ich will nämlich auch nicht täglich deswegen streiten.

Pippi ist auch weiterhin nicht so ganz einfach zu handhaben und ich hab das Gefühl, mit einem 1,15 m großen Pulverfass zusammenzuleben, das ist echt nicht so schön, ehrlich gesagt.

Aber immerhin sind wir noch alle gesund.

Tag 1691 – Corontäne Tag 18.

Zu wenig Schlaf macht mich nicht grad froh, und dann ist der Geduldsfaden sehr kurz und ach. Es war einfach kein guter Tag. Ich befürchte, das wird alles noch länger (also so bis zum Sommer) so weiter gehen und ich hab keine Ahnung, wie ich das machen soll. Wie wir das machen sollen. Das dauernde aufeinander hocken tut uns allen nicht gut. Dann rufen noch sowohl Kindergarten als auch Schule an, während die Kinder sich grad die Köppe einschlagen, und fragen „wies so läuft“. Jaha, wie soll es laufen, momentan machen wir zu zweit 28 Stunden Arbeit am Tag, ab morgen machen wir immer noch 24,5 Stunden Arbeit am Tag aber dann auch noch mit Geldsorgen. Danke, SUPER LÄUFTS! Den Kindern fällt die Decke auf den Kopf und ich ertrage das alles nicht mehr, dieses dauernde Geschrei und Gemotze und Gestreite und Wutanfälle DEN. GANZEN. TAG. Ohne ne Chance, mal weg zu können. Ohne die Aussicht, dass das zeitnah vorbei ist. Ich glaube nicht an „nach Ostern“. Ich wette ne Rolle Klopapier drauf, dass sie am 8. sagen werden, dass die Maßnahmen hier bis Ende April verlängert werden. Mark my words.

Die Kinder haben heute immerhin nach all dem Gemotze beim Putzen geholfen. Aber nur beim lustigen Teil vom Putzen.

Volle Action, deshalb sind beide Bilder unscharf.

Der Kollege, der sonst Rücken an Rücken mit mir sitzt, hat Covid19-Symptome. Wird aber nicht getestet, denn auch hier ist es nicht mehr möglich, alle zu testen, die man eigentlich testen müsste, denn die Tests sind knapp. Und bitte erzählen Sie mir nicht, Deutschland würde viel testen, wenn Deutschland so viel testen würde wie Norwegen, müsste Deutschland inzwischen fast 3,5 Millionen Tests durchgeführt haben und wie gesagt, bei uns reicht das noch nicht aus. Aber jaja, der Berliner Virologe sagt, es wird „viel“ getestet. Jaja.

Ich hab doch auch keine Lösung. Ich bin einfach komplett alle, schon nach zwei Wochen.

Tag 1690 – Corontäne Tag 17.

Kann mir nicht wer ein Plugin schreiben, dass die Titel automatisch generiert?

Herr Rabe macht ab Dienstag schon Kurzarbeit und aus diversen Gründen bin ich unfassbar wütend auf seinen Arbeitgeber. [Rant-Absatz gelöscht. Lieber Arbeitgeber von Herrn Rabe: falls ihr reden wollt (muhahahahhahaaaaaaaaa!) oder einfach nur wissen wollt, weshalb Leute echt sauer sind auf euch: man kann meine emailadresse googeln.]

Pippis Kapazität, die dauernde Fremdbestimmung auszuhalten, war heute erschöpft. Ein kleines Wutzwergchen wollte sich nicht anziehen und diverse andere unmögliche Dinge, weil es einfach ums Verrecken nicht mit wollte zu Michels Freund B. Einfach nein, einfach gar nicht. Nur leider sagt sie das nicht so, sondern schreit und tritt und tobt und kreischt und weint. Nachdem ich dann mit ihr zu Hause blieb und Herr Rabe mit Michel gefahren war, war alles ok, wir spielten erst zusammen, dann durfte ich auch allein was machen und nach zwei Stunden war es auch ok, dass Herr Rabe uns abholte und wir zum Essen zu B. fuhren, wo sie dann gewohnt fröhlich war.

Es ist echt grad echt schwer für alle.

Herr Rabe meinte heute morgen, die Küche sähe nach meiner Putzaktion aus, als wolle ich sie verkaufen. Ich bin jetzt ein bisschen stolz auf mich und muss kurz damit angeben.

Wir socializen jetzt echt mehr als ohne Corontäne. Es ist ein seltsamer Effekt. Aber irgendwie auch vorhersehbar. Wir kommen ja sonst nie raus, andere aber schon. Jetzt kommen alle nie raus.

Blöde Zeitumstellung soll sich gehackt legen. Jedes Jahr der gleiche kack. Jetzt ist es halb eins und ich nicht müde. Vielleicht stehe ich einfach morgen um fünf Uhr auf um mir einen ordentlichen Schlafmangel zu verpassen, damit ich morgen Abend müde genug bin um um neun zehn ins Bett zu gehen. Ach nee, ich muss ja abends noch nacharbeiten. Beschissenster Tag des Jahres in beschissenstem Monat seit immer August 2018.

Morgen geht eine neue Woche los. Ich mag nicht mehr.