Tag 1010 – Krka Nationalpark.

Der Krka Nationalpark liegt nur ca. 75 km von Split entfernt und da kann man unter einem Wasserfall schwimmen. Das mussten wir sehen, also buchten wir einen Ausflug mit einer sympathisch anmutenden Reiseleitung. Und es war auch wirklich schön, auch wenn man natürlich nur von Juni bis September baden darf.

Zuerst ging es durch ein altes kroatisches Dorf, mit Mühle und Weberei und Korbflechterei und allem. Dann ging es zu den Wasserfällen. Hui, so viel grün. Und so viel Wasser.

Unsere Kinder so: „wie, nicht baden?!? Ok, dann matschen wir hier halt rum.“

Michel baute dann einen Kanal von diesem Mangroven-ähnlichen Tümpel zum nächsten Bach.

(Kurz der Blick auf die andere Seite: das ist alles extrem touristisch. Es war jetzt schon für meinen Geschmack grenzwertig voll, im Juli möchte ich hier gar nicht sein, trotz baden könnens. So, also noch nicht mega überfüllt und mit super gut ausgebauten Pfaden in der richtigen Länge auch für kürzere Beine, war’s aber echt auch für die und mit den Kindern toll.)

Es rauscht wirklich überall und dann hört man plötzlich ein sehr lautes Quaken.

(Suchbild mit mindestens zwei Fröschen.)

Das waren dann neben unzähligen Fischen und Libellen auch die einzigen Tiere, die wir gesehen haben. Wobei ich nicht ganz undankbar bin, keine Schlange getroffen zu haben.

Oh, doch noch eins:

Der Parkplatz-Schwan.

Ein wirklich schöner Ausflug an einem wirklich schönen Tag.

(Kurze Beobachtung: viele Leute scheinen nur zum Fotos machen herzukommen. Da ist alles bei, Mutti vorm Wasserfall, Vati in gewichtiger Denkerpose unter einem wasserumplätscherten Baum, Teenietochter und Freundinnen ignorieren das Badeverbot und präsentieren im glitzernden Wasser ihre jugendlich perfekten Körper und modischen Badeanzüge in gekonnter Instagram-Pose. Immer für ein Foto. Latschlatsch, unter den Baum, Foto, latschlatsch, auf die Empore, Foto, latschlatsch, ins Wasserhuikaltfoto. Mein Fall ist das ja nicht gerade.)

Tag 1009 – Sonnentag.

Unerwartet gutes Wetter heute, also gingen wir einfach an den Strand und Baden und ich ging ein paar Kleinigkeiten einkaufen und dann gingen wir Essen und dann war der Tag irgendwie sowie auch schon fast um.

Kleinigkeiten: ich liebe es ja, im Urlaub neuen Süßkram auszuprobieren. Heute kaufte ich so Waffeldinger, wie Männer-Waffeln, aber mit Zitronencreme drin. Mjammi! Was ich allerdings nicht vermissen werde: das Mineralwasser hier schmeckt richtig salzig. Bah.

Essen: es ist so ein Ding mit den Kindern. Die können sich schon benehmen. Wenn es Pommes gibt und es noch nicht allzu spät ist. Heute war es spät und es gab keine Pommes. Das ergab dann eine elende Spielerei mit der Salzmühle, bis sich Michel sein Brot so versalzen hatte, dass er’s nicht mehr mochte, Pippi verkrümelte eine Scheibe Brot überall und warf tausendundeine Sache mehr oder weniger absichtlich vom Tisch und dann noch ihr Glas um, kein Kind aß nennenswert was und Herr Rabe und ich waren recht gehetzt beim Essen. Das macht so ja auch nicht so viel Spaß. Vielleicht gehen wir doch dazu über, für solche Fälle immer das iPad dabeizuhaben, denn im Urlaub nicht mehr essen gehen? Kommt nicht in Frage. Dazu kam noch, dass Michel eine trockene Hautstelle am Po hat und (wie grad jeden Tag abends wegen irgendwelchen random Gründen) ein Heidentheater veranstaltete, dass man meinen konnte, es fräßen ihn grad die Lake Lachrymose Leeches* bei lebendigem Leib vom Po her auf. Wundersamer weise war das ganze Trara nach dem Verzehr eines am Kiosk gekauften Eises vergessen.

Pippi singt gern das Kaptein Sabeltann**-Lied. Aber statt „snart er skatten vår!“ [bald ist der Schatz unser!] singt sie „snart er katten vår!“ [bald ist die Katze unsre!] und das ist schon sehr niedlich. Auch wenn sie mit typisch norwegischem Sprachfehler – geschlagenes r wird zu l – weitersingt „så kan vi ta de‘ looooli‘ de neste hundle åååål!“. Hachja. Heute sagte ich zu ihr übrigens „Komm, Süße!“ und bekam zurück „Ich bin keine Süße! Ich bin Pippi.“ Okay, Süße!

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*Frau Brüllen hat eh oft recht und Lemony Snicket bei Netflix ist wirklich eine tolle Serie.

**Käpt’n Säbelzahn, das kennen alle norwegischen Kinder. (Dafür kennen die Wickie nicht, die armen Menschen hier, es ist schlimm. Bildungslücke!)

Tag 1008 – Glitzer drauf.

Nachdem ich mich ja eigentlich nur Schminke, wenn es mir gut geht, habe ich in den letzten Tagen die Konditionierung so gut es ging genutzt und mich geschminkt, um mich besser zu fühlen. Ging so halbwegs. Weil Glitzer aber ja bekanntlich gegen alles hilft, habe ich mir heute im Sonderangebot diverse Glitzerschminkdinge gekauft. Und Rasierklingen für 1/3 des Geldes, was ich dafür in Norwegen bezahlen müsste.

Auch gut hier: sehr viel gutes Essen. Für nicht gerade billig, dafür guten Rotwein dazu (gestern) oder auch für, für norwegische Verhältnisse, spottbillig und gutem Bier dazu (heute und vorgestern). Das macht zwar nicht alles gut, aber schon etwas besser.

Jetzt ins Bett. Müdemüdemüde. Augenringe bis zum Kinn. Und das im Urlaub.

Ach so, bevor ich’s vergesse: Kommentare, die ganz offensichtlich nur dazu gedacht sind, mich zu verletzen, schalte ich nicht frei. Wenn mir jemand auf die Türschwelle kackt, putze ich das ja auch weg, nicht wahr? Das können Sie jetzt total fies finden und „Zensur!“ rufen, das ist ihr gutes Recht, genauso wie hier einfach nicht zu lesen. In diesem Sinne – bussi.

Tag 1006 – Smile and wave.

Erste Male: fertigen Blog-Text gelöscht, weil kein Nerv mehr übrig für Kommentare. Mir ging’s heute nicht besonders, ich habe große Schwierigkeiten, meine/unsere grundlegend unentspannte Gesamtsituation auszublenden und Seize the Day! jubelnd herumzuspringen, das wäre auch so dermaßen nicht Ich, dass mich Herr Rabe wohl einweisen lassen würde. Es dauerte bis zum späten Vormittag, einen fiesen Albtraum soweit abzuschütteln, dass wir zum Strand und später in die Stadt gehen konnten. Split ist wirklich sehr schön und gefühlt gibt es hier mehr Restaurants als Einwohner, verhungern werden wir also eher nicht in den nächsten Tagen. Die Kinder waren bis auf einige Laune-Schwächeleien am Ende des Tages auch schon deutlich besser drauf als gestern und das Essen, was ich mir über Trip-Advisor ausgesucht hatte, war auch wirklich sehr lecker und kostete uns vier so viel wie einmal Eis essen gehen in Trondheim. Als Bonus war das Wetter lange nicht so schlecht wie erwartet, es gewitterte einmal kurz am Vormittag, aber dann war es heiter bis wolkig aber bei recht konstanten um die 20 Grad, also wirklich nichts, worüber wir uns direkt beschweren würden. Und jetzt gehe ich mal in mich, wie ich hier in Zukunft bloggen möchte. So ist nämlich auch irgendwie blöd. Fühlt sich an wie mit angezogener Handbremse Auto fahren.

Tag 1005 – Geht grad so.

Gestern im Flugbuss fiel mir ein, was ich vergessen hatte: meinen Bikini. Aber jetzt soll ja das Wetter ab morgen nicht mehr so prall sein, heute schien aber die Sonne und alles war so grün und das Wasser glitzerte so verlockend zu uns rüber, also gingen wir eben doch über die Straße. Höhö. Das Meer ist nämlich direkt über die Straße! Alles richtig gemacht, würde ich sagen. Und schön war’s, wenn auch in der Sonne wirklich sehr heiß und im Kleid nicht so erfrischend. Deshalb beendeten wir den Ausflug nach etwa eineinhalb Stunden und fuhren in ein „nahe“ gelegenes Einkaufzentrum, mir einen Bikini zu kaufen. Die Anführungszeichen sind dem geschuldet, dass es nah aussieht, man aber irgendwie einmal komplett um Split rumgurken muss, um da hinzukommen. Wie dem auch sei, ich kaufte im erstbesten Laden einen Bikini (in Türkis, weil <3 Türkis, in Wickeloptik oben, weil ist grad in, mit Push-up oben, weil sah gut aus und mit einem für meine Verhältnisse knappen Höschen, das noch nicht mal mein Feuermal auf dem Po komplett bedeckt. Auf meine alten Tage wird’s mir tatsächlich egal.), verkniff mir dann in Laden 2-73 nachzuschauen, ob’s sowas ähnliches nicht auch für viel billiger gegeben hätte und wegen quengeliger, müder (war spät gestern) und absolut konzentrationsloser Kinder war es dann auch schon wieder spät und bis wir wieder am Strand waren ganz schön kalt. Aber da bin ich ja härter.

(Mein Mascara ist auch härter.)

Hier noch ein paar Bilder von Strand-Ausflug 1:

(Die Kinder sind so weiß wie ich, wobei man bei Pippi schon deutlich dunklere Töne sieht als bei mir und vor allem Michel, dem weißen Spargel. Und allesamt haben wir etwa die Farbe der Steine.)

Ein paar Fossilien. Wir haben wirklich viele gefunden, von Schnecken und Moosen und so, Michel ist ganz aus dem Häuschen.

Anekdoten:

  • Michel am Geldautomaten, als die Quittung zur Abhebung rauskommt: „Hast du jetzt gewonnen, Mama?“ (in Norwegen haben wir nur alle Jubeljahre Bargeld, dafür drücken wir bei der Pfandrückgabe immer den Lotterieknopf, auf dem Pfandbon steht dann eben, ob man gewonnen hat oder nicht.)
  • Auch Michel: „Murmelmurmelmurmel?“ Ich: „Was hast du gesagt?“ – „Hatteledessu?“ – „Ich versteh dich nicht, sag’s mal auf deutsch.“ – „Hat den* Läden ssu?“ (Hupsi. Hatte er vorher auch gesagt. Auf deutsch.)
  • Pippi, die ihren ersten Stein ins Wasser schmiss. Und freudig auf das Plumpsen wartete. Was nicht kam. Es war ein Bimsstein. Und Pippi dann sehr verwirrt.
  • Pippi, die auf den Schultern von Herrn Rabe einfach einschlief.

Dochdoch, schon schön hier.

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*typisch Michel: alle Artikel im Deutschen werden kurzerhand durch das norwegische „den“ ersetzt, Fälle gibt’s auch keine mehr, fertig ist die Laube. Manchmal zweifle ich dieses Zweisprachigkeitsding echt stark an.

Tag 1004 – #12von12 im Mai ’18.

Heute ist der 12. Mai, und wie an jedem 12. machen alle, die wollen, 12 Bilder von ihrem Tag und die werden dann bei Caro von Draußen nur Kännchen gesammelt.

Bis 13 Uhr habe ich keine Fotos gemacht. War ein bisschen stressig alles.

Endlich Zeit zum Fotos machen 🤪. #1von12 von #12von12 #RabenOnTour #Rabanasplit

Da meinte das FitBit übrigens schon: „Tolles Workout heute!“ Äh ja.

Drucker kaputt, Personal verwirrt, Kofferscanner kaputt… aber so hat man immerhin Zeit, nen Bildausschnitt zu finden, auf dem sonst niemand zu erkennen ist. #2von12 von #12von12 #RabenOnTour #Rabanasplit

Über die Sinnhaftigkeit dieser Angaben lässt sich auch streiten. #3von12 von #12von12 #RabenOnTour #Rabanasplit

Und dann saßen wir endlich im Flugzeug. Mit einem sehr und einem nicht so aufgeregten Kind, und umgeben von einer Renter*Innen-Reisegruppe, die meisten mit Armbändern auf denen stand „Team Parkinson – shaken, not stirred“ und die waren zwar allesamt ziemlich zittrig aber sehr nett und auch aufgeregt. Niedlich irgendwie.

Kinderessen aka „das will ich nicht“. #4von12 von #12von12 #RabenOnTour #Rabanasplit

Erwachsenenessen mit nicht gerade appetitanregender Lektüre. #5von12 von #12von12 #RabenOnTour #Rabanasplit

Und Zack (nicht wirklich, eher so schnaaaarch) waren wir da.

… und wieder anstehen. #6von12 von #12von12 #RabenOnTour #Rabanasplit

Am Flughafen wurden wir von Taxi abgeholt und beim Supermarkt kurz abgesetzt. War alles im Vorfeld so geklärt worden, hat tadellos geklappt. Und ich konnte auf dem Weg schon einige Palmen und Grün bestaunen.

Supermarktbesuch. Die Kinder sind langsam etwas ungeduldig. #7von12 von #12von12 #RabenOnTour #Rabanasplit

Dann weiter ins Apartment und…

Geschafft! #8von12 von #12von12 #esc2018lisbon

Ich mag ja den ESC. Das ist so herrlich schräg. Mehr als einmal im Jahr muss ich das nicht haben, aber doch, das eine mal, das schaue ich richtig gerne. Heute halt nebenbei, während des Auspackens.

Man kennt das, diese freiheitsliebenden Plastikpflanzen. #9von12 von #12von12 #RabenOnTour #Rabanasplit #DekoPerlenInFerienhäusern

Übrigens sind unsere Ferienwohnungsvermieter sehr nett, die Dame spricht zwar nicht so sehr viel Englisch, aber dafür ist ihr Sohn, Luca, ca. 14 (?) sehr hilfsbereit und spricht wirklich sehr gut Englisch. Quasi ein Privatdolmetscher.

One down, one to go. #10von12 von #12von12

Beim Fernsehen eingeschlafen. In dem Bett, das eigentlich für Michel vorgesehen war. Der aber noch rumturnte und mit uns ESC guckte.

Fuego an Fuego. #11von12 von #12von12

Den Wein hatte ich im Supermarkt gekauft. War ok. Keine Offenbarung.

So, Nr. 2 hat den Kampf gegen den Schlaf auch aufgegeben. #12von12 von #12von12

Und jetzt schauen wir noch nebenher ein bisschen Auswertung und werden auch gleich ins Bett plumpsen. Der Tag war doch etwas anstrengend.

Tag 1003 – Urlaubsstimmung? Fehlanzeige.

Irgendwie mechanisch läuft hier die Urlaubs-Vorbereitung. Brötchen und Brot für nach der Rückkehr sind gebacken, alles ist gewaschen und zum größten Teil getrocknet, für die Reise und den ersten Abend ist eingekauft, morgen dann packen, aufräumen und los. Aber irgendwie kommt keine Rechte Urlaubsstimmung bei mir auf. Die Kinder sind doll aufgeregt, aber ich? Denke wieder an all das nervige daran und damit*, das viele Geld und überhaupt.

Dabei haben wir den Urlaub wirklich nötig, allesamt.

Und kaum bin ich etwas positiver gestimmt, signalisiert mir mein Körper, dass ich morgen wohl besser Ibuprofen greifbar haben sollte, sowie Slipeinlagen. [TMI **] Erklärt andererseits aber vielleicht auch meine Laune und den fehlenden Antrieb.

Nun denn. Es wird schon werden. Bestimmt. Ganz sicher. Bis dahin tackere ich einfach meine Mundwinkel nach oben.

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*Packen, unausgelastete Kinder, Kinder, denen nix schmeckt außer Pommes und Eis, Spielzeuge, die schmerzlich vermisst werden, Flugangst, interessante Kindersitze in Taxis, „wäähähä, warum haben wir kein Kräutersalz/keinen Ketchup/keinen braunen Käse/whatever mitgenommen?!?“, „Ich hab keine Lust auf [xyz]“, „nein, ich will noch hier bei [xyz] bleiben“ usw.

** (Ja schon praktisch bei der Menstruationstasse: kein Nachschub (muhahaha, NachSCHUB, wie in SCHIEBEN, so wie bei Tampons… geht gleich wieder, sorry), den man vergessen könnte.)

Tag 962 – Familie Langsam feiert Ostern.

Vielleicht liegt es an dem geplatzten Urlaub, aber ich genieße grad die Langsamkeit und Planlosigkeit in vollen Zügen. Wir schlafen morgens lange, dann stehen die Kinder auf und machen Quatsch, wenn wir Glück haben, ohne Sauerei und nicht in unserem Bett. Wir essen gut und viel, ich mache sehr sporadisch mein Sportprogramm weiter (das ärgert mich dann immer kurz, aber dann esse ich stattdessen und ach, es ist ja absehbar, die Ferien sind ja schon wieder fast vorbei), wir gehen spazieren, Pippi hat gestern das erste mal das Laufrad ausprobiert, Michel ist das erste mal echt fies vom Fahrrad gefallen, wir Erwachsenen kleben also Pflaster und schwatzen müde Kinderbeine zum Spielplatz/nach Hause/zum Café… es könnte schon echt alles viel schlimmer sein. Ich ignoriere auch alle Bewerbungen bis Dienstag, dann geht’s damit auf Priorität 1 weiter, aber bis dahin ist Pause angesagt. Einfach durchschnaufen und die Familie genießen. Michel, der schon so groß ist und langsam, ganz langsam, tatsächlich Lesen lernt. Einfach so, weil er das gerne können will. Da fragt er nach, wie Sachen geschrieben werden (und kommt dann mit Zetteln, auf denen zum Beispiel steht, was er essen möchte, von rechts nach links geschrieben „da war sonst kein Platz“ und auf Norwegisch mit Schreiben-nach-Gehör-Fehlern, ich sag’s mal so: da scheitert selbst mein wohlwollendes Mutterhirn daran, das zu entschlüsseln) und versucht, aus den Buchstabenfolgen auch Wörter zu bilden, was bei ganz kurzen Wörtern auch schon ganz gut geht. Pippi ist eine kleine Rübennase, stur und unfassbar niedlich gleichermaßen. Macht Quatsch, sobald man nicht hinguckt, wenn man dann freundlich drum bittet, den Quatsch zu lassen, kommt ein ebenso freundliches „Nein!“ zurück. Und dann macht sie wieder Kaffeekränzchen mit ihren Teddybären und ich hachze so vor mich hin. Herr Rabe liest unermüdlich vor und bemalt (von mir ausgeblasene) Ostereier, die die Kinder dann beim Spielen zermanschen, obwohl wir drülfzig mal gesagt haben, sie sollen nicht mit den Ostereiern spielen. Heute hat sich Herr Rabe bei den Kindern zum Held gemacht, weil er eine Nintendo Switch gekauft hat, mit Mario Kart! Michel war dann „der grüne T-Rex“ (Yoshi) und gewann einen Pokal, oder wie Pippi sagte: „Yeah! Tasse!“. Doch, schon schön so.

Mir war sogar fast komplett egal, dass der Hefezopf, den ich heute gebacken habe, vermutlich keinen Schönheitswettbewerb gewinnt.

Aber vielleicht einen Größenrekord?

Morgen werden wir dann frisch gekochte Eier färben, die Kinder werden Schokolade und kleine Geschenke im Wohnzimmer suchen, wir werden den zweifelsohne leckeren Zopf essen und abends noch viel leckerer kochen, zwischendurch spazieren gehen, Laufrad fahren, Pflaster auf Knie kleben und uns gern haben.

Hachz!

Tag 712 – Ein paar Gedanken.

Die letzten zwei Wochen waren ja mehr oder minder verrückt. Eigentlich die letzten fünf, und eigentlich sogar das ganze letzte halbe Jahr, aber ich wollte doch mal die letzten zwei Wochen irgendwie gefühlsmäßig sortieren. Das wird vielleicht etwas wirr, wie eben auch die letzten Wochen waren.

Also das erste: direkt nach ner Stressphase in den Urlaub starten ist gleichzeitig sehr schlau und unfassbar dämlich. Auf der Con-Seite ist da vor allem die zeitliche Unmöglichkeit, Dinge vernünftig vorzubereiten. Wenn man sowas dann nicht auf den letzten Drücker erledigt bekommt oder allzu hochtrabende Pläne notfalls einfach fahren lassen kann, sollte man das lassen. Auf der Pro-Seite ist da aber die Deadline: Bis daundda muss alles fertig sein, UND DANN IST URLAUB. Muss man der Typ für sein, denke ich. Ich bin der Typ für sowas, das reduziert aber den damit verbundenen Stress nicht wirklich.

Dann: Leute aus dem Internet in echt kennen lernen ist ne ganz großartige Sache. Alle, die ich getroffen habe, sind in echt genau so, wie ich sie mir anhand von Tweets und Blogs und DMs (und Skype und Hangout und Telefon…) vorgestellt hatte. Außer Frau Brüllen. Die ist ein bisschen größer ;)

Dann ist auch noch so eine Sache, und das mag jetzt überraschend für Sie sein, aber: ich bin gar nicht so ne schlechte Mutter. Ich war eine sehr sehr gestresste Mutter, die sehr wenig Zeit für ihre Kinder hatte und so gefalle ich mir nicht, das macht mich dünnhäutig und dann reicht der normale Kinderlärm schon aus um mich aus der Haut fahren zu lassen. Wenn ich halbwegs entspannt bin, komme ich damit und mit viel mehr viel besser zurecht und siehe da: Ich kann mich an den kleinen und großen Rübennasigkeiten oft sogar erfreuen. Manchmal halt erst im Nachhinein, wie das eben so ist mit Kindern. Ich hoffe, dass ich ein bisschen von dem Entspannungsgefühl in den Alltag mitnehmen kann. Vielleicht wenigstens die Erkenntnis, dass meine gelegentlichen mütterlichen… Aussetzer eben nur gelegentlich sind und mit weniger Stress drumrum fast komplett wegfallen.

Aber auch die Erkenntnis ist interessant, dass Michel so eine Art „Sozial-Akku“ hat. In der Woche in Frankfurt hatte ich ein ganz zauberhaftes Kind, ganz offen und fröhlich und es sprach so gut deutsch wie nie! Ich hatte da schon die Vermutung, dass sich das rächen würde und so kam es auch. Zwischen Frankfurt und Bergen ließ Michel, ich kann es nicht anders sagen, die Sau raus. Suchte Streit (mit uns), rastete aus, schrie und schlug und warf Dinge. In Bergen dann wieder: Vorzeigekind. Nach Bergen, genau genommen am Abend der Fahrt von Høyanger nach Dønfoss, sprach Herr Rabe aus Verzweiflung  über die Ausraster from hell iPad-Verbot für den letzten Fahrt-Tag aus. Das führte zwar erstmal zu mehr Geschrei und dann auch am Morgen nochmal zu einem mittleren Terz, aber nach einer Stunde Fahrt und mit vielen phantasievollen Geschichten vom Rücksitz piepste er unvermittelt „Papa? Ich hab mich benehmt.“ Die message war also angekommen. Und das Kind kann seine Ausraster tatsächlich ein Stück weit kontrollieren. Hurra. (Nach nochmal einer Dreiviertel Stunde Fahrt und einer längeren Pause wurde das Verbot dann aufgehoben.) Ich bin maöl gespannt, wie es nächste Woche wird, wenn Herr Rabe und die Kinder Michels Tante in England besuchen.

Insgesamt bleibt noch das Fazit: Ferien mit Kindern sind toll. Ungleich anstrengender, das ganze drumrum, man schleppt plötzlich nen fast Fünfjährigen in Bergen einen Berg runter (davon bekommt man übrigens zornigen Muskelkater in Waden und Hüften), man balanciert zwei Kinderkoffer und ein schlafendes Kleinkind durch enge Flugzeuggänge, während man das nicht lesefähige Kind zur richtigen Reihe zu lotsen versucht, ganz abgesehen von „Ich muss ganz ganz dringend aufs Klo, jetzt sofort“ in den unmöglichsten Momenten, klar, das wäre alles viel einfacher, reiste man nur mit anderen Erwachsenen. Aber Urlaub mit Kindern, das ist schon prima, wie die die Welt sehen. Nur mit Erwachsenen würde man vielleicht mehr auf Berge steigen, aber vermutlich auch weniger in Aquarien gehen. Und dabei finde ich doch Axolotl und Schlangen und Frösche (alles klassische Aquarientiere, *hust*) selbst auch ganz schön toll. (Wandern dann halt später wieder, das, haha, läuft ja nicht weg.)

So, und jetzt ist es so spät, es ist mehr als Zeit, zu schlafen. Morgen wird Pippi zwei. Das mit dem Großwerden geht auch manchmal ganz schön schnell.

Tag 710 – Berge, Bäume, Berge, Bäume…

Also ich kann mich daran ja quasi nicht sattsehen. Michel schon. Heute hat er schon ganz von selbst beim Spülen geholfen, weil ihm langweilig war. Aber morgen gehts ja auch nach Hause, dann hat auch für ihn die Sitzerei ein Ende. 

Heute gings von „Häh, wieso hab ich mir denn die ganze Zeit eingebildet, wir fahren auf dem Rückweg über Flåm?“*, nämlich Høyanger, wieder nach Dønfoss. Mit einem kleinen Abstecher, um einen Wasserfall mit besonders hübscher Brücke drüber zu besichtigen. Im strahlenden Sonnenschein und bei >20 Grad war das einfach ganz wunderbar. Wir haben wieder viel Gegend gesehen, viele freilaufende Ziegen und Schafe auf der Straße getroffen, dann aber doch keine „lokal produzierte“ Ziegenwurst gekauft, uns darüber und über die räumliche Nähe von Elchwarnschildern und Elchburgerbratereien amüsiert, haben Biowürstchen und eine Bio-Salami** gekauft und am Ende waren wir so spät am Campingplatz, dass es grad noch für ein ganz kurzes Eintauchen reichte, bevor das Schwimmbad schloss. Dafür haben wir dafür alle zusammen auch nur 50 Kronen bezahlt, statt 50 Kronen pro Person. Dann Würstchen vom Grill und Ramen-Salat***. Schon schön. 

*Das weiß ich wirklich nicht mehr, wie das kam, aber ich war mir totsicher, bis ich gestern dann beim Navigieren den Campingplatz erst gar nicht und dann in der anderen Richtung fand. Das war… interessant. Mit sowas kann ich auch nur im Urlaub halbwegs umgehen. 

**Da stand kein Preis am Regal und ich sag mal so: das ist jetzt mein Andenken an den Urlaub. 

***Man nehme: „Das schmeckt anders als zu Hause, das mag ich nicht.“ (Gebratene Ramen-Nudeln mit Ei, anders weil Sojasauce dran) von gestern, kalt, rühre „bläh“ (Cocktailtomaten) und „das mag ich nicht, obwohl, doch, wenn’s Käse ist vielleicht schon?“ (Schafskäse) ein, würze mit „was ist das hier für grünes Zeug, das ist eklig“ (Pizzakräuter) und schon hat man einen wirklich erstaunlich schmackhaften Nudelsalat. 

Dieser kleine Wasserfall ist eigentlich ein überlaufender See, was man leider auf dem Bild nicht gut erkennt. Ist aber trotzdem hübsch.


Likholefossen bru. Danach war irgendwie mein Schuh nass, dummdidumm.

Von der anderen Seite. Zu Hause lade ich auch ein Video hoch, das ist mir grad zu teuer mit mobilen Daten.

Voll super Viewpoint mit voll super hohen Bäumen vor der Aussicht.

Endlich angekommen. Ich war schon drin, es war wirklich sehr sehr frisch. Aber schön!

Mit Untertauchen (Beweisfoto). Man sieht auch schön den momentanen Zustand von „Matschauge“. So tuts jetzt immerhin nicht mehr weh, das ist schon die halbe Miete.