Tag 1196 – Feiertag.

War heut den ganzen Tag etwas durch. So viel Freude! Ich freu mich so, eh schon, und dass Sie sich alle so mitfreuen ist wie die ganz fette Kirsche auf der eh schon fetten Torte. Vielen Dank für all Ihre Glückwünsche und überhaupt dass Sie hier mitfiebern und mitleiden und sich auch mitfreuen. Das ist für mich ganz überwältigend. (Ich muss jetzt aufhören, sonst heule ich schon wieder.)

Ein paar kleine Erklärungen: die Behörde ist eine Behörde. Ich bin also beim Staat angestellt. Ein Beamtentum wie in Deutschland gibt es hier nicht, aber es hat schon eindeutig Vorteile, für den Staat zu arbeiten. Einer ist, dass kein Bekloppter einfach mit erfundenem Bullshit Phantasiegeld eintreibt und dann Leute anstellt, die er nie bezahlen kann. Aber auch abgesehen von diesen Basics ist das schon alles sehr ok da. Weiterhin ist die Behörde in Oslo. Direkt an der T-Bahn-Haltestelle Helsfyr, für die Ortskundigen. Man kommt da sehr gut hin, es fahren vom Bahnhof da drei T-Bane-Linien hin, also kommt eigentlich immer eine. Von Tür zu Tür brauche ich, ohne Kinder wegbringen, eine Stunde, das ist knackig, aber machbar, wir müssen also nicht umziehen und ich möchte das auch auf gar keinen Fall. Deshalb wohnen wir ja auch hier, wo der schnelle Zug häufig fährt und ich habe mir schon so oft auf die Schulter geklopft, dass wir nicht nach Årnes gezogen sind, denn da hätte es außer der Nähe zur Chipsfabrik nix gegeben und Pendeln für uns beide wäre unmöglich geworden. Weil ich aber ja dann beruflich Kontroletti bin, werde ich viel unterwegs sein. Viele der zu inspizierenden Unternehmen sind im (sehr großen) Großraum Oslo, aber eben nicht alle. Wir sind zum Beispiel auch für die Kontrolle der Krankenhausapotheken zuständig, logischerweise gibt es Krankenhäuser auch ganz im Norden, im Westen oder ganz im Süden. So allzu viele ganz feste Routinen wird es hier also rund um Kindergarten-Schule-Bring-Hol-Dienste nicht geben und ich spiele ohnehin schon mit dem Gedanken, wieder eine Karri Poppins anzustellen. Genauso wie eine Putzhilfe, weil ich ganz sicher nicht nach einer Woche in der ich etwa 60 Stunden unterwegs war (wenn ich in Oslo bin und nicht in Trondheim oder so) am Wochenende dann noch die halbe Bude putze (die andere Hälfte würde dann ja Herr Rabe machen, aber der reißt sich da auch nicht drum). Trotzdem freue ich mich sehr auf den Job, weil er, zumindest glaube ich das, einfach perfekt zu mir passt. Heute kam übrigens das Angebot per Mail, das ich dann telefonisch angenommen habe. Die Abteilungsleiterin hat sich ehrlich gefreut, dass ich zugesagt habe, ich glaube das wird richtig gut. Und ich kriege eine*n Paten*Patin! Ein Startpaket und all that Jazz! Der Kontrast zur Chipsfabrik könnte wirklich größer nicht sein.

Dann kann ich da wohl nicht im Kapuzenpulli auflaufen und brauche deshalb einen Stapel neue Klamotten. Aber das ist eine andere Geschichte, die zu erzählen ich jetzt zu müde bin. Ich bin aber sicher, dass ich davon berichten werde, die Nähmaschine stöhnt schon.

Tag 1195 – 12. Woche.

Schwangerschaften werden ja meistens erst der Öffentlichkeit mitgeteilt, wenn die ersten 12 Wochen rum sind. Die meisten begründen das damit, dass ja noch sooo viel passieren kann und da ist ja auch was dran, die meisten Fehlgeburten passieren in den ersten 5 Wochen und dann ebbt es langsam ab, bis man bei 12 Wochen bei einer einigermaßen konstant niedrigen Fehlgeburtenrate angelangt ist. Ich bin auch so. Und zwar, weil ich mit dem Mitleid nicht umgehen könnte. Erst die große Freude, die noch größere Hoffnung, dann plötzlich die große Trauer und dann muss man Mitleid aushalten. Ich bin da schlecht drin, im Aushalten. Da bin ich sogar im Mund halten besser, und das kann ich auch schon nicht gut. Jedes „oh nein, das tut mir so leid“ reibt noch mal Salz in die Wunde. Und deshalb habe ich die Schwangerschaften auch kaum jemandem erzählt, bevor die ersten, magischen 12 Wochen um waren.

Und deshalb habe ich auch kaum jemandem von dieser einen Bewerbung erzählt, die schon die 7. an dieses Unternehmen war. Weil ich da so gern hinwollte, bewarb ich mich auf alles mögliche (und weniger mögliche, ich meine, Qualitätskontrolle für Patientendaten-Software? Seriously?) bei denen, aber diese Stelle, die passte wirklich perfekt zu mir. Also bewarb ich mich. Vor 12 Wochen war das nun. Um 23:47 Uhr.

Ich machte mir gar nicht mal so viele Hoffnungen, aus Gründen, man stumpft etwas ab, das muss man auch, sonst ziehen einen die endlosen Absagen sehr runter. Aber dieses Mal klingelte tatsächlich nach eineinhalb Wochen das Telefon und ich wurde zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Und alle so yeah? Nee, weil das sollte erst in weiteren vier Wochen stattfinden. Nach dem Deutschland-Urlaub. Also versuchte ich, da nicht zu viel drüber nachzudenken, aber der Punkt „Lernen“ stand auch da schon auf meiner To-Do-Liste.

Dann war ich bei dem Interview. Ich hatte gelernt, ich hatte viele Überlegungen in mein Outfit gesteckt und trug aus strategischen Gründen (ja, tatsächlich, so berechnend kann ich sein) ein Herrenparfum. Und wäre ich nicht später dieser Frau in die Karre gefahren, wäre das ein ziemlich guter Tag gewesen. Das Interview lief nämlich gut, ich redete mich nicht um Kopf und Kragen wie auch schon, sondern war nach den ersten zwei Sätzen ganz entspannt und antwortete auf die allermeisten Fragen ganz souverän. Nur Fragen danach, weshalb ich denn jetzt schon wieder den Job wechseln wolle, wo ich doch in der Chipsfabrik grad erst angefangen habe, die waren sehr unangenehm und meine Antworten schwammig. Ich war überrascht, wie… normal und locker die Leute drauf waren, wo doch alles bis ins Detail durchorganisiert war und das auch sein muss, wir reden hier halt nicht von irgendwem. Besonders lustig fand ich einen kurzen Disput zwischen der Abteilungsleiterin und dem HR-Menschen über „wann wollen Sie sich denn für einen Kandidaten entschieden haben?“, der HR-Mensch meinte nämlich „spätestens zum 1. November“ und erntete von der Abteilungsleiterin eine hochgezogene Augenbraue und ein „naja, vielleicht schaffen wir Anfang November“. Das Interview ging etwas länger als angesetzt war und die Stimmung war so entspannt, dass ich mich sogar traute, am Ende das zu tun, was ich irgendwo bei LinkedIn gelesen hatte, das man ruhig mal machen soll: zu sagen „Ich möchte diese Stelle wirklich sehr gerne haben.“

Danach: Grillenzirpen. Es. War. Schrecklich. Wirklich. Richtig. Schlimm. Die reinste Folter. Und irgendwann (nach einer Woche) hielt ich es nicht mehr aus und schrieb eine Mail. Vorher rief ich alle möglichen Menschen an, aber ohne Erfolg, jedenfalls schrieb ich einfach ganz mutig sowas wie „Danke fürs Interview, wie kommt ihr denn so voran mit dem Prozess?“. Und, ohne Witz, 10 Minuten später klingelte mein Telefon. Ob ich einen Persönlichkeitstest machen könne? Ich dachte erst, das war ein Test, wer sich meldet, kommt weiter, aber inzwischen denke ich, dass die Mühlen einfach sehr langsam mahlen. Denn es ging ja noch weiter. Ich machte direkt am nächsten Tag den Test, einen Logik-Test (verbales Schlussfolgern) und einen Arbeitsverhaltenstest. Ich bekam eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse und nicht nur von ich weit überdurchschnittlich gut in verbalem Schlussfolgern (Ach!), nein, mein Arbeitsverhalten ist auch genau so, wie es für diese Art Stelle gebraucht wird. Ich bin tatkräftig, ergebnisorientiert und regelversessen, komme gut alleine klar, will Verantwortung, scheue Konflikte nicht und ich brauche das Gefühl, was sinnvolles zu tun. Hurra, dachte ich.

Es folgte: Grillenzirpen! Ich wurde fast bekloppt. Haare ausraufend schrieb ich nach wieder knapp einer Woche wieder eine Mail, ob denn das Testergebnis angekommen sei? Ja, war es. Es müsse besprochen werden und dann würden sie sich melden zwecks zweitem Interview. Bis diese Einladung zum 2. Interview, schon mit den Worten, ich hätte ja ein beeindruckendes Testergebnis, dann kam, dauerte es aber noch mal übers Wochenende. Interview am Freitag.

Dieses Interview lief rundum super. Die Abteilungsleiterin entschuldigte sich dafür, dass alles so lange gedauert hätte und meinte, es sei sehr gut gewesen, dass ich mich gemeldet hätte. Wir besprachen die Testergebnisse und die HR-Frau meinte, jemanden der so ein gutes Ergebnis in diesem Logik-Test gehabt hat hätte sie in 10 Jahren mit diesem Test noch nicht gehabt und ich würde außerdem ungewöhnlich hoch in der „Konsistenz“ scoren, was etwa sagt, dass meine Persönlichkeit sehr gefestigt ist. Wir besprachen alles weitere, ich traute mich zu sagen, dass ich mir einen Eintritt zum 1.1. wünsche und nicht schon zum Dezember (weil ich noch ein bisschen heilen möchte, aber das habe ich nicht gesagt) und die Damen erklärten mir sogar, was nun passiere und wenn ich den Vertrag zugeschickt bekäme, müsse ich innerhalb einer Woche antworten. Ich wertete das alles als gutes Zeichen, und als ich mich im Foyer von der HR-Frau nach etwas Geplänkel über Dialekte (sie ist aus Kristiansund und ich habe es erkannt, dass es eben ijje [nicht, in Dialekt] Trøndersk ist, sondern so wie meine eine Trondheimer Ex-Kollegin spricht) verabschiedete sagte sie mit einem Augenzwinkern „Wir sehen uns garantiert wieder.“

(Sie ahnen schon, was dann kam, oder? Genau.) Grillenzirpen. Sie ahnen auch, was ich tat? Genau. Ich schrieb eine Mail. Da letzten Mittwoch eine Frist für eine weitere Stelle in der gleichen Abteilung auslief, nutzte ich das als Vorwand um zu fragen, ob sie sich bis dahin wohl entschieden haben wollen, denn sonst würde ich mich zur Sicherheit auch darauf bewerben. Als Antwort bekam ich „Wir können die Entscheidung des Betriebsrates nicht vorwegnehmen, dieser tagt am Mittwoch. Bewirb dich doch einfach und dann kannst du die Bewerbung, wenn du ein Angebot bekommst, zurückziehen.“ Ok, also habe ich mich beworben. Zum 8. mal. Leider bekam ich dann am Mittwoch (aber dieses mal immerhin ohne dass ich selbst aktiv werden musste, was ich auch als gutes Zeichen wertete, sie wollten mich offenbar bei Stange halten) eine Mail, dass das Treffen des Betriebsrates auf Montag Nachmittag verschoben sei.

Es begann das Große Atmen. Herrje. Geduld ist nicht meine Stärke. Gut dass es am Wochenende so viel Ablenkung gab. Heute konnte ich mich nicht so gut ablenken und verbrachte den Großteil des Tages als mehr oder weniger nervöses Wrack, bis um 15:34 das Telefon klingelte.

Gratulation.

Wir möchten Ihnen die Stelle anbieten.

Vertrag kommt mit der Post und per mail, formelle Antwort bitte schriftlich auf Papier, informell gerne asap irgendwie. Sie freuen sich.

Ich konnte kaum reden und brach nach dem Auflegen in Tränen aus, aus Erleichterung und Freude, aber ich sagte mehrmals etwas hölzern, dass ich mich sehr freue. Und dann ging ich Champagner Prosecco kaufen.

Bald nicht mehr Alleinverdiener.

Ich bin also ab 1. Januar 2019 bei der Norwegian Medicines Agency beschäftigt und kontrolliere die Einhaltung der nationalen und internationalen Richtlinien in pharmazeutischen Produktionsbetrieben. In Norwegen und wo auch immer (außerhalb Europas) norwegische Betriebe produzieren.

Cheers!

(Sektduschengeräusch.)

Tag 1194 – Sonntag Abend ist vor Montag morgen.

Heute erstaunlich wenig durchgehangen. Wenn man schon viel Wein trinkt, scheint es ratsam zu sein, dazu auch viel Käse zu essen und viel Wasser zu trinken. Wir hatten gestern Nacht noch abgemacht, uns heute auf dem Kindergartenspielplatz zu treffen, das taten wir auch und dann hingen wir noch bis zum Abendessen bei den Nachbarn ab, die herrlich entspannt dabei waren und, hach.

Dann leider etwas Gezanke mit dem Spediteur. Er ist der Meinung, uns nur noch 7 Kartons nachliefern zu müssen, es sind aber 10. Er meint außerdem, wir sollten ihm doch schon mal die Rechnung bezahlen. Ähhhhh, nein. Ich bezahle gar nix, bevor das nicht alles hier ist, alles as in alles, das Gesamte, alle unsere 10 Kartons. Hab ich einen Bock auf so Gezicke nun, es ist wirklich wundervoll.

Ansonsten nun ein kleines Gehirn leerschreiben. Nächste Woche muss ich

  • Das Einschreiben von der Post holen (vor Mittwoch), darin: das Einschreiben, das ich der Chipsfabrik geschrieben habe, mit der Rechnung über mein Gehalt. Das hat keiner abgeholt, Würstchen.
  • Wohnzimmergardinen nähen
  • Wohnzimmerkissen und Rollgardine nähen, davor
    • Rollgardinengedöns und
    • Reißverschlüsse kaufen
  • Herrn Rabes Hosentaschen reparieren (asap)
  • Des Italieners Gerichtskosten bezahlen (es ist kompliziert, in ganz kurz ist das Problem, dass seine italienische Bank einen Haufen Gebühren für Auslandsüberweisungen verlangt, aber PayPal an mich kostenlos war)
  • 1 Bewerbung schreiben
  • 1 Anruf tätigen (Montag)
  • Schon wieder staubwischensaugen (Sysiphos lässt grüßen)
  • Bäder und Küche putzen
  • Evtl zu Ikea
  • Mittwoch fast bis nach Schweden fahren, weil da wichtige Dinge passieren

Das klingt jetzt viel, aber ist es eigentlich gar nicht so.

Ab morgen wieder Aufstehen um sechs, uff.

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Auto-Lobhudelei: Herrn Rabe gesagt, was ich an ihm toll finde und auch mal angesprochen, was ich grad nicht optimal finde*. Die selben Dinge findet er auch nicht optimal und wir sind da im selben Boot, Strategie noch nicht ganz klar, aber es wird wohl auf eine Mischung aus Aushalten/Abwarten und sich des Problems und seiner vorübergehenden Natur bewusst sein hinaus laufen.

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*Null Paar-/Erwachsenenzeit.

Tag 1193 – Damekveld.

Ich hab ordentlich einen im Tee nach dem Müde-Muttis-Abend bei der Nachbarin. Es waren fünf Frauen anwesend und es war ganz toll, ich bin ganz beseelt von so viel normalem Leben. Hachz, Sozialkontakte. Unter anderem bin ich froh, dass meine Kinder nicht die einzigen sind, die sich manchmal komplett daneben benehmen und dass ich nicht die einzige bin, die manchmal überlegt „welches zuerst verkauft wird“, um es mit den Worten der Nachbarin zu sagen.

Auch sehr sehr froh bin ich um Herrn Rabe, ich sage das gar nicht oft genug glaube ich, wie froh ich bin, den in meinem Leben zu haben, weil er eben nicht „mal im Haushalt hilft“ sondern seinen Teil tut. Sogar ohne, dass ich drauf hinweisen muss. Und wenn ich seinen Teil übernehme, weil ich zum Beispiel grad arbeitssuchend bin und einen akuten Schub von Putzwut habe, dann bedankt er sich dafür. Jedes Mal. Aus Gründen bin ich auch sehr froh drum, dass er nicht weinend anruft, wenn er mal ne Woche allein mit den Kindern verbringen muss.

So sieht das aus, wenn ich um halb drei beduselt nach Hause komme.

Viele Herzchen nun. Und eine Aspirin.

Tag 1192 – Läuft so.

Kleiner Hänger im Projekt Lerche, erst um zwanzig nach sechs, obwohl ich wach war, aus dem Bett gequält. Aber diese Woche bisher alle meine per FitBit definierten Gesundheitsziele erreicht, also Schrittziel, stündliche Bewegung, 3 L Wasser, mindestens 30 Minuten Bewegung an mindestens 5 Tagen in der Woche (wobei da auch Gehen einbezogen wird und dann ist das mit dem Schrittziel irgendwie doppelt gemoppelt, aber da sehe ich mal elegant drüber hinweg). Ich gehe wieder viel und das tut gut, sehr, auch im grauen, diesigen November ist es eine gute Sache, diese gute Stunde KiTa-Wege zu laufen.

Ansonsten so: Pippi war heute deutlich besser drauf und meinte sogar um halb sieben schon, sie wolle ins Bett. Sie hat dann noch was gegessen und dann haben wir alle in der Küche getanzt, sodass sie dann doch erst um halb acht im Bett war, was gut ist, weil ich keine Lust habe, morgen auch noch um sechs aufzustehen.

Apropos Tanzen: Michel macht jetzt immer Breakdance. Es ist zu putzig, er wurschtelt mit seinen Beinen möglichst schnell auf dem Boden rum und dreht sich wild und dazu möchte er jetzt immer „Treestyler“ hören, also Freestyler von Bomfunk MC. Dann denke ich an den Pfarrer, der Herrn Rabe und mich damals kirchlich getraut hat und der ganz Pastorenmäßig andächtig als Einleitung für eine der Ansprachen sagte „Ihr mögt Bäume.“* und wie ich hörte wie meine beste Freundin hinter mir mühsam beherrscht durch die Nase prustete. Nun gut, wir hören also Treestyler und ich finde ein bisschen traurig, dass ich nach nur 20 Jahren alles aus den HipHop-Breakdance-Kursen vergessen habe. Vielleicht muss ich das mal heimlich üben um Michel zu beeindrucken.

Wobei! Das ging heute voll in die Hose. Michel wollte nämlich Kopfstand gegen die Wand machen, das hat er in der Schule geübt, gegen eine Turnmatte. Wir haben keine Turnmatte. Er meinte, das geht nicht, weil da eben keine Matte ist. Ich machte Handstand gegen die Wand (ich kann das auch ohne Wand, zumindest kurz). Michel war sauer und meinte dann: „Wenn wir das nächste Mal umziehen, dann will ich ein Haus haben, das eine Turnmatte hat!“.

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*Bei der standesamtlichen Trauung brachte die Standesbeamtin ein Nietzsche-Zitat, an das ich mich ums verrecken nicht erinnere, da konnte die beste Freundin auch schon kaum an sich halten. Wir haben scheinbar ein Talent, komische Sätze mit uns in Verbindung zu bringen. Und meine beste Freundin hat kein Pokerface.

Tag 1191 – Schnipsel.

Schon spät (hahaha, aber ist ja egal, ich muss trotzdem ins Bett), deshalb heute ein bisschen gemischte Platte.

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Tag 4 von Projekt Lerche. Bin alles etwas geruhsamer angegangen heute (nicht das Aufstehen), das hat gut getan. Hab wegen eines Mittagsschlafs hin und her überlegt, es dann aber nicht gemacht. Ich bin da wie so ein Kleinkind: schlafe ich tagsüber, schlafe ich abends noch später ein. Und ich schaffe es nie, nach den magischen 20 Minuten aufzustehen, schlafe dann anderthalb Stunden und bin danach noch mehr im Eimer als vorher.

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Zweite Sitzung, bzw eigentlich Gründungssitzung des Räumvereins. Wie lange man über „aber wenns dann doch wieder so viel schneit wie letztes Jahr!“* diskutieren kann. Faszinierend.

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Finanzen gemacht. Ich hasse das. Aber es ist halt nötig. Dass mir die Chipsfabrik noch einen riesigen Haufen Geld schuldet, lässt mich derbe mit den Zähnen knirschen. Dass es am Ende wohl der norwegische Staat übernehmen wird, die (finanzielle) Chipsfabriksuppe auszulöffeln, macht mich innerlich rasend und ich woozaa-e so vor mich hin.

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Pippi hatte heute schon beim Abholen eine Laune wie sie nur Dreijährige haben können. Nach absolut ätzendem Gehampel und Geklecker und mit-dem-Essen-Gespiele beim Abendessen steckte ich sie unter infernalischem Geschrei ins Bett, wo sie dann auch nach fünf Minuten an mich gekuschelt einschlief. Solche Abende verlangen mir alle meine Nerven ab und das Kind kann wirklich froh sein, dass es nicht mehr in die Babyklappe passt. Wieso sieht sie denn nicht ein, dass sie müde ist? Herrje.

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Wollte noch über die katholische Kirche im Radio rannten, aber nun heult Pippi schon wieder. Ich muss hoch.

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*Dann zahlt man halt noch mal 250 Kronen pro Haus nach, meine Güte!

Tag 1190 – Müde.

Tag 3. Ich bin hundemüde. Eben beim Kinderfernsehen bin ich eingedöst, so müde bin ich. Ist auch kein Wunder, gestern klappte das Einschlafen trotz Müdigkeit nicht und ich las bis viertel vor zwölf. Dazu das stramme Sport- und Zu-Fuß-Geh-Programm… vielleicht ist es ein bisschen sehr stramm. Auch wenn ich ein klarer Verfechter der Holzhammer-Kalter-Entzug-Methode bin, mein Körper sagt recht deutlich nein, zumindest heute.

Neue Regeln deshalb: morgens nur kurz und seicht sporteln, wirklich nur den Kreislauf ankurbeln und ab vier keinen Kaffee mehr.

Ansonsten so:

  • ich habe heute vorgewaschenen Gardinenstoff gebügelt. Meter um Meter. Das war unglaublich langweilig.
  • Ich knüpfe langsam Sozialkontakte mit meinen Peers (also… mittelalten Muttis). Die Nachbarinnen werden Samstag Wein trinken und ich darf kommen und in Michels Klasse ist eine Mutter Autorin für Nähbücher, mag Lippenstift und ist Vegetarierin. Und ihr kleineres Kind geht in Pippis Kindergartengruppe.
  • Eine Bewerbung geschrieben. Wenn ich mich auf das beschränke, was wirklich in Frage kommt, weil es interessant ist, meiner Qualifikation entspricht und nicht unterirdisch bezahlt ist*, gibt’s nicht soooo schrecklich viele Stellenausschreibungen.
  • Morgen wieder sechs Uhr. Jetzt mit Herrn Rabe Regale diskutieren.
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  • Auto-Lobhudelei: genetzwerkt, die Bewerbung geschrieben, immerhin fast pünktlich aus dem Bett gequält (ich war wach, aber das Bett war so schön warm…)
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  • *Ich muss nicht reich werden. Aber mehr als das Arbeitslosengeld, was ich jetzt bekomme, das muss drin sein. Ich war neulich einmal aufrichtig schockiert, dass eine Vollzeitstelle bei einer Behörde sich etwa in dem Bereich meines Arbeitslosengeldes bewegte. Puh! Aber dafür wäre ich eh nicht passend qualifiziert gewesen.
  • Tag 1189 – Dugnad.

    Ich bin sicher, ich hab das schon mal geschrieben, aber es ist vermutlich schon ganz lange her. Die Norweger stehen ja total auf Dugnad. Dugnad ist eine Gemeinschaftsarbeit und betrifft meist so Sachen wie „Alle Eltern des Kindergartens treffen sich an einem Sonntag und graben den KiTa-Garten komplett um“ oder gemeinsames Streusplit-Wegfegen im Frühjahr. Auch Flohmärkte von Schulen sind meist Dugnad, auf dem Dorffest Waffeln verkaufen und damit ein neues Klettergerüst finanzieren… dugnad. Im Labor hatten wir auch zwei mal im Jahr Dugnad, da machten wir alles sauber, also wirklich alles, und jedes Mal tauten wir die selben Gefrierschränke wieder ab, die in einem halben Jahr so viel Eis sammelten, dass die Schubladen nicht mehr aufgingen, aber das ist ein ganz anderes Thema. Jedenfalls ist Dugnad meist was, was man

    • zusammen macht
    • Allen was bringt (zum Beispiel ne Splitfreie Straße)
    • Spaß macht (und sei es nur, weil man das zusammen macht)
  • Oder so dachte ich.
  • Bis ich heute mit Michel beim Skitraining auflief und wir vom Parkplatz reingeschickt wurden, mit den Worten „heute ist kein Training, heute machen wir eine kleine Dugnad.“
  • Also ging ich mit Michel rein und da standen wir ratlos herum, weil so richtig Dugnad-mäßig sah das alles nicht aus, wo waren die Gartengeräte oder Besen oder Waffeleisen? Auf einem großen Tisch lagen unzählige Stadtplanausschnitte, eine Dame hakte Leute auf einer Mitgliederliste ab und zwei weitere hatten stapelweise but bedrucktes Papier im Arm. Das alles mutete seltsam an, aber die Norweger schienen alle zu wissen, was man machen sollte, ich stand also noch ein wenig ratloser herum und überwand mich dann, eine der Papier-Damen anzusprechen. „Du musst eine Karte nehmen!“ sagte sie. „Eine Karte?“ „Ja, mit deinem Gebiet!“. Ach so. Dachte ich und machte ich wohl auch, jedenfalls folgen Michel und mir sämtliche Elternaugen auf der Suche nach unserem Wohngebiet. Ich stellte aber schnell fest, dass alle Karten nur Gegenden um Råholt und Eidsvoll Verk zeigten, aber nicht unsere. Ich fragte also nochmal, dieses Mal eine andere Dame „Gibt es nichts im Sundet?“ „Hmmm, nee, ich glaube das Gebiet hat ein anderer Verein, dann habe ich leider keine Adventskalender für euch.“ und so war ich raus aus dem Schneider, aber ich verstand gleichzeitig, worauf ich mich da fast eingelassen hätte. Die Dugnad besteht darin, in einem festgelegten Gebiet von Tür zu Tür zu gehen und zu versuchen, hässliche* Adventskalender zu verkaufen. Die größeren Kinder sollen das selbst machen, aber, meine Güte, Michel ist sechs, der kann, wenn jemand das nicht passend hat, noch nicht mal Wechselgeld ausrechnen. Also hätte ich mit gemusst.
  • Von Tür zu Tür.
  • Geld sammeln.
  • Als ich das verstand, klappte mir die Kinnlade runter. Mein gesamtes Gesicht entgleiste und ich bin froh, dass ich mich beherrschen konnte, nicht What the Fuck??? auszurufen. Denn wenig später hörte ich von meiner Einwanderer-Bubble, dass das ganz normal sei. Man verkauft Klopapier oder Adventskalender oder Kekse und sammelt damit für den Skiverein, den Damenchor oder die Klassenfahrt.
  • WHAT THE FUCK???**
  • Liebe Kinder, ich habe euch echt lieb, aber so einen Scheiß müsst ihr alleine machen. Ich krieg schon bei dem Gedanken an solche Aktionen Pickel, Migräne und Magen-Darm GLEICHZEITIG. Eure Mama ist die, die dann 500 Kronen in die Klassenfahrtskasse wirft und behauptet, sie hätte das von den Nachbarn eingesammelt, und die damit sich und den Nachbarn das Klinken putzen erspart. Was sind das für seltsame Sitten, die Nachbarn mit Adventskalendern zu nerven? Ich würde gerne das Doppelte an Mitgliedsbeitrag bezahlen, wenn Dugnad dafür wieder Waffeln verkaufen und ein anschließender Glögg mit der lustigen Waffelverkaufstruppe ist. Ganz sicher aber verkaufe ich niemandem Klopapier an der Haustür. (Alle irre!)
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  • Zweiter Tag des Projektes Lerche. Ich stand wieder um sechs Uhr auf, machte wieder Sport und so, hatte aber ein krasses Tief zwischen halb zehn und halb zwölf. Putzte dann die komplette Bude, bewegte mich im Prinzip den ganzen Tag, um nicht einzuschlafen. Jetzt falle ich gleich einfach um, aber das darf ich ja auch bald. Mein Tages-Hoch ist weiterhin spät, ab zwölf geht’s bergauf und zwischen zwei und vier könnte ich auch intellektuell Bäume ausreißen. Hoffentlich gibt sich das noch. Aber Hauptsache erstmal wach, an wach und konzentriert arbeiten wir dann später.
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  • *das ist ja Geschmackssache, aber ich fand sie ausnehmend hässlich
  • **Grund Nummer 269 weshalb ich hier nie einbürgern werde
  • Tag 1188 – #12von12 im November ’18.

    Es ist der zwölfte! Das heißt, halb Bloggerhausen macht 12 Fotos vom Tag und Caro von Draußen nur Kännchen sammelt diese Bildergeschichten.

    Der Wecker klingelt um kurz vor sechs. Ich habe ja einen Schlafphasenwecker, der misst per Mikrofon Bewegung im Bett und macht daran fest, in welcher Schlafphase ich grade bin. Das funktioniert genau so toll, wie es klingt, nämlich eigentlich gar nicht. Mein Wecker klingelt also um sechs und ich drücke nicht auf Snooze (wo ist mein Orden?) sondern stehe tatsächlich auf. Gefühlt knatscht mein ganzer Körper.

    Ich bin wach! Ich bin… uff. #BekloppteIdeen #ProjektLerche #1von12 von #12von12

    Ich torkle ins Bad, ziehe Sportsachen an und torkle vor die Tagesslichtlampe.

    Das Workout ist, warum auch immer, mörderisch. Eigentlich besteht es aus zwei Teilen – HIIT und im Anschluss daran Pilates – aber nach den 17 Minuten HIIT schenke ich mir den Pilates-Teil fürs erste und mache ein Cool-down. Ich habe geschwitzt wie ein Schwein und gehe duschen. Um viertel vor sieben stehe ich gesportelt, geduscht und angezogen im Bad und bin nach wie vor sehr müde. Läuft ja prima. Ich gehe Kaffee machen, als der fertig ist ist auch der Rest der Familie endlich aufgestanden.

    Badezimmerstillleben. Ohne Stille, aber das sieht man ja nicht. #2von12 von #12von12

    Der Kaffee reißt einiges raus, launemäßig. Die Kinder frühstücken. Ich bringe, das hat sich so eingebürgert, die ganze Familie weg, Herr Rabe steigt mit Michel aus dem Auto, bringt ihn vom Supermarkt-parkplatz zur Schule und geht dann zum Zug, ich fahre weiter und liefere Pippi ab. Das geht heute ganz problemlos. Ich lasse das Auto wieder am Kindergarten stehen und laufe nach Hause, vorher gehe ich im Kindergarten aber noch mal aufs Klo. Das Klo hat Kindergartenkindgröße, das ist schon etwas merkwürdig, da drauf zu hocken.

    Wenn man vor acht den ersten Liter Wasser schon intus hat… #3von12 von #12von12

    Zu Hause angekommen gibt es Kaffee Nummer 2 und Frühstück. Bisher hatte ich noch keinen richtigen Hunger (ich glaube ich habe morgens einfach keinen Stoffwechsel).

    Mehr Kaffee. Und Frühstück. #4von12 von #12von12

    Dann mache ich mich an die „Arbeit“, die heute hauptsächlich darin besteht, meine ganzen Profile auf diversen Jobbsuche-Websites zu aktualisieren. Außerdem muss ich eine etwas unangenehme Mail schreiben und dann alles brav beim NAV eintragen. (Seit ich weiß, dass die Sachbearbeiter da monatlich an irgendwelchen „Erfolgen“ gemessen werden, gebe ich mir wirklich Mühe damit, alles da reinzuschreiben.)

    Sachbearbeiterin glücklich machen. #5von12 von #12von12

    Die nächsten Stunden verdödele ich erfolgreich im Internet, auf der Suche nach einer hübschen Regallösung mit Beleuchtung fürs Wohnzimmer. Ich möchte jetzt eine Flachdübelfräse haben, das erscheint mir sinnvoll, wenn man Regale selbst bauen will. Irgendwann raffe ich mich auf und räume drülfzig leere Originalverpackungen auf den Dachboden.

    Wacklige Treppen hochkraxeln und allein zu Hause sein finde ich ja nur so mittel. Aber es hilft ja nix. #6von12 von #12von12

    Jetzt ist dieses „Loftzimmer“ schon deutlich leerer und aufgeräumter.

    Letzte Kistenecken. Das sind, bis auf die leeren Plastikkisten, Bücher. Für die brauchen wir aber eh noch ein Regal und langsam können wir Kallax nicht mehr sehen. Und es kommen ja noch mehr und überhaupt. #7von12 von #12von12

    Im Anschluss räume ich noch ein wenig im Arbeitszimmer herum, das nimmt kein Ende da und wir haben Immernoch nicht genug Regale. Ächz. Dann gehe ich die Kinder holen, erfreue mich an meinen neuen Schuhen und zwei Rehen, die ungerührt die Beeren von den Hecken in der Nachbarschaft fressen.

    Ok, die hier behalte ich auf jeden Fall. Blümchen gegen das Wintergrau. #8von12 von #12von12

    Ganz entspannt spazieren sie von dannen. Vielleicht wohnen wir doch ländlicher, als ich wahrhaben will. #9von12 von #12von12

    Die Kinderholrunde läuft im Prinzip wie immer, inklusive dass Pippi schon auf dem drei Minuten langen Weg zur Schule einschläft. Michel hat keine Lust auf Hausaufgaben, er möchte lieber trainieren. Wir machen zusammen das Pilates-Programm, Michel clownt herum und es macht wirklich viel Spaß.

    Das Kind will trainieren 😂😍🤸🏼‍♂️ #10von12 von #12von12

    Dann machen wir Essen (Sandwiches zum selbst belegen) und Herr Rabe kommt, Pippi wird wach und will Banane, es ist zwar spät, aber Michel macht noch seine Hausaufgaben und ich platze kurz fast vor Stolz, weil er jetzt richtige Sätze buchstabierend und stockend und holperig, aber lesen kann. Mein Baby!

    Es ist dann aber dringend Bettzeit und ich lese noch aus einem Bibliotheksbuch vor. Ein Kinderkrimi.

    Vorlesen fürs große Kind. #11von12 von #12von12

    Ich blogge tatsächlich schon mal beim Ins-Bett-Bringen, Hurra. Ein Bild fehlt aber noch, das mache ich nachdem ich – sehr krakelig – die heute gesammelten Regal-Ideen aufgemalt habe.

    Betthupferl und Ideensammlung. #12von12 von #12von12

    Und nun geht es ins Bett. Ich bin echt platt.

    Tag 1187 – Projekt Lerche.

    Ich möchte ein Morgenmensch werden. Wirklich, wirklich gerne. Eine Eule sein ist, wenn man nicht-selbständig arbeiten möchte und/oder Kinder hat, die Betreuungseinrichtungen mit „Normalen“ Öffnungszeiten besuchen, einfach kacke. Ich habe deshalb recherchiert, wie man sich von der Eule zur Lerche umpolt*. Das Fazit war leider: das ist quasi nicht möglich, weil das zum Großteil genetisch bedingt ist. Die gute Nachricht ist aber: extreme Chronotypen sind selten und der Rest kann sich zumindest anpassen. Vielleicht gehöre ich ja zum Rest. Hoffen wir’s. An Willenskraft mangelt es mir ja eigentlich nicht, allerdings sieht das morgens um halb sechs oder sechs ganz anders aus, da zanken sich Geist und Fleisch um den ersten Platz im Unwilligkeitskontest. Deshalb schreibe ich das jetzt hier laut und deutlich in dieses Internet, auf das es sozialen Druck auf mich ausübe, der mich hoffentlich morgens aus dem Bett kickt.

    Mein Plan ist folgender: Ich habe ja jetzt grad Zeit, ich kann das alles geruhsam angehen. Jetzt Experimente starten, die mich eventuell tagsüber zum Hulk werden lassen, weil ich nicht genug geschlafen habe, ist eine viel bessere Idee, als in zweidreivier Monaten plötzlich doch nen Job zu haben und die ersten Wochen unausstehlich zu sein. Ich fange also jetzt damit an. Ohne Druck. Außer von Ihnen. Und mir. Ab morgen werde ich also

    • Um sechs aufstehen…
    • … und direkt Sport machen. Wenigstens irgendwie bewegen. Hirn kann dabei ja ausgeschaltet bleiben, aber den Körper schnell hochfahren erscheint mir als der einzig gangbare Weg, sonst schlurfe ich nämlich morgens nur zwei statt eine Stunde planlos umher.
    • um genug Schlaf zu kriegen, werde ich auch um spätestens zehn im Bett liegen. Japp, das hat heute schon ganz toll geklappt. Ähäm.
    • Bildschirme ab zehn auch aus. (S.o., klappt super.)
    • Damit wiederum das klappt, muss ich früher bloggen. Eigentlich bietet sich das Ins-Bett-bringen dafür an, denn da liege ich eh rum und versuche, mich vom Einschlafen abzuhalten. Man könnte die Zeit also produktiv nutzen, anstatt sie bei Twitter zu verdödeln. Vorteil wäre auch, dass ich danach Zeit für Quatsch hätte, Netflix, Nähen, whatever. Ich werde mich bemühen.

    Wenn ich das so aufschreibe, klingt der Plan für mich einleuchtend einfach, aber aaaaahahahahahaha, das wird un-glaub-lich** hart. Ich tippe auf: etwa so hart wie mit dem Rauchen aufhören. Aber was tut man nicht alles, um sich wie ein vollwertiges, produktives Mitglied der Gesellschaft zu fühlen, ne?

    Ich hole mal noch die Tageslichtlampe und stelle sie da hin, wo ich morgen früh dann Sport machen will und dann gehe ich aber wirklich ins Bett!

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    *Bitte kommen Sie mir jetzt nicht mit „aber wenn du immer um sechs aufstehst, dann wachst du automatisch um die Zeit auf!“. Ich hatte acht Jahre lang Schulbeginn fast immer um 07:50, bei einem Schulweg von 50 Minuten. Ich stand jeden Morgen unter Qualen um 05:50 auf und schlief am Wochenende trotzdem bis 11.

    **Habe ich erwähnt, dass Michel endlich verstanden hat, was Silben sind und wie sie sich von Buchstaben unterscheiden? Ich bin so froh, das hat mich schon ganz kirre gemacht, wenn er meinte, Zug habe ja drei Silben.