Tag 949 – Hasssssssssss…

Dieses Kleid*, dieser Vortrag**, diese Uhrzeit***, ich hasse alles.

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Auto-Lobhudelei: still up and running, Herr Rabes Jackentasche geflickt (nicht schön, sieht aber ja keiner und hält jetzt auch), das Schneckenterrarium sauber gemacht und die Erde erneuert – muss ja noch genutzt werden, dass die Entsorgung der Erde grad kein Problem**** ist.

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*“Nur schnell mit dem Futter verstürzen.“ Hahahahahahahahahahahahahaha.

**Ist viel zu lang und – tadaaa – nicht fertig.

***Ist dem Kleid geschuldet.

****Es könnten ja theoretisch Gelege drin sein, deshalb soll man die Erde nicht einfach draußen hinkippen, die Schnecken sind immerhin ne invasive Art. Da es aber sicher noch mal frieren wird, ist die Erde draußen momentan schlüpfsafe.

Tag 948 – Keine Zeit.

Hui, die Zeit rennt. Der Vortrag ist immernoch nicht fertig, aber eigentlich schon zu lang, aber es hilft ja jetzt auch nichts, ich muss ihn erst fertig machen und dann kürzen. Das Kleid ist auch noch nicht fertig, es ist alles nur so mittelentspannt grad. Dazu ein halb krankes Kind und eins, dem die Decke auf den Kopf fällt, das das aber nicht einsehen will. Hrmpf. Ich murmle also hübsch mein Mantra „Es wird schon hinhauen“ und versuche, den zeitlichen Druck so gut es geht zu nutzen ohne mich hetzen zu lassen. Und ohne die Kinder allzu doll und zu oft anzuschreien. Klappt alles eher mäßig aber man wächst mit seinen Aufgaben, ne?

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Update von gestern: Antibiotikum scheint zu wirken und nicht ganz so schlimm zu schmecken, nach einiger Diskussion und mit ein bisschen Zwang und Bestechung hat Pippi alle drei Dosen heute genommen.

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Auto-Lobhudelei: mir erfolgreich eingeredet, dass ich nicht die schlechteste Mutter der Welt bin, auch nicht die zweitschlechteste, vielleicht, wenn ich mir Mühe gebe, nicht mal im untersten Drittel. Außerdem das Futter fürs Kleid zusammengebaut, gewaschen und gebügelt. Uff.

Tag 947 – Kleiner Tipp…

… wenn Sie mal in wenigen Tagen was wichtiges anstehen haben und es Sie eh schon viel Kraft kostet, sich davon zu überzeugen, dass das alles zeitlich und kräftemäßig hinhauen wird, dann ist die Kinder-Notaufnahme* im Krankenhaus nicht der Ort für Sie.

Wenn Sie aber eh Migräne haben und die Folien vor Ihren Augen Samba tanzen und deshalb auch weder Nähen noch Sport geht, isses eigentlich auch egal.

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Auto-Lobhudelei: nichts angezündet.

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*Nichts Schlimmes. Nur Pippis Fieber wurde dieses Mal nach drei Tagen kein Stück besser sondern schlimmer. Dazu hat sie wohl Halsschmerzen und dichte Nebenhöhlen. Also ging Herr Rabe doch mit ihr zum Arzt, da wurde ein hoher CRP gemessen und keine Streptokokken (beides völlig normal bei PFAPA) aber wegen der offensichtlichen Besiedlung mit Bakterien wollte die Ärztin trotzdem ein Antibiotikum aufschreiben. Hier gibt’s ja immer nur Penicillin ohne Geschmack, und das kotzt Pippi postwendend aus. Das sagte Herr Rabe auch und was sagte die Ärztin dazu? „Naja, dann müssen Sie heute halt noch in die Notaufnahme fahren.“

Joa. Wir probierten das also mit dem Penicillin, Pippi kotzte und dann saßen wir wirklich ewig** mit einem, später dann zwei unzufriedenen Kindern da in der Notaufnahme rum. Jetzt haben wir ein anderes Antibiotikum und ich habe starke Aggressionen gegenüber der Ärztin, die uns das alles hätte ersparen können, hätte sie einfach geglaubt, was Herr Rabe sagt.

** viereinhalb Stunden

Tag 946 – Hungrig ins Bett.

Das werde ich vielleicht bereuen, wenn ich dann nicht schlafen kann. Das Problem ist ein hausgemachtes. Ich bin ja einigermaßen zwanghaft. Deshalb konnte ich heute Abend trotz Muskelkater von gestern keine fünfte gerade sein lassen und musste um meines Seelenfriedens willen Sport machen. (Heute waren Arme dran, die waren auch vom Po- und Beinmuskelkater gänzlich unbeeindruckt). Jedenfalls war es nach dem Gehopse und einer Dusche schon ziemlich spät. Das wiederum lag einerseits an spät schlafenden Kindern und andererseits daran, dass ich etwas Zeit dabei vertrödelt hatte, mich über die schwammigen Aussagen dieser NASA-Zwillingsstudie aufzuregen. Wie dem auch sei, ich bin ja einigermaßen zwanghaft. Und musste deshalb wenigstens noch den Futterstoff zuschneiden.

Gut dass ich auch so zwanghaft bin, mich selbst ins Bett zu schicken und nicht noch ganz schnell die Kanten zu versäubern. Nur für Essen hab ich keine Zeit mehr jetzt. Und die Zähne hab ich auch schon geputzt.

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Auto-Lobhudelei: ich überzeuge mich fast erfolgreich davon, dass das schon irgendwie hinhauen wird mit der Disputation.

Tag 945 – Alternative Splicing.

95% aller menschlichen Gene unterliegen alternativem Splicing, wussten Sie das? Ha. Jetzt wissen Sie’s. (Ist auch logisch, wir haben auch nur rund 20.000 Gene aber über 250.000 verschiedene Proteine*, die müssen ja irgendwoher kommen.) jedenfalls bin ich mit dem Vortrag jetzt beim Alternativen Splicen angekommen und das geht alles zu langsam und nervt mich.

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Die zweite wichtige Bewerbung heute abgeschickt. Öfter mal was neues: gar keine Möglichkeit, irgendwelche Dokumente hochzuladen. Alles direkt ins online-Formular getippt und auch schon vorgefertigte Sektionen – Motivation und Skills, Abeitserfahrung 1 bis N mit relevanten Tätigkeiten… für jedes ein eigenes Feld. Aber ist jetzt weg, hurra.

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Pippis periodisches Fiebersyndrom ist weiterhin periodisch. Aber jetzt gerade ist Herr Rabe der designierte Kinderaufpasser. Pippi geht es auch eigentlich ganz gut damit, sie sieht zwar käsig aus und ist schlapp, aber solange sie noch permanent singt ist eigentlich alles gut.

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Michels Skikurs ist glaube ich ein voller Erfolg. Nach dem Skitag neulich war er nur so mittelmäßig angetan vom Skilaufen, aber jetzt, nach drei Tagen kommt nur noch die übliche Kinderantwort auf die Frage „Wie war das Skilaufen?“ – „Gut.“.

Vielleicht kann der Erzieher mir das ja auch beibringen?

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Heute Sport statt Nähen, meine Augen wollten einfach nichts mehr tun, was Fokussierung auf irgendwas in 20-30 cm Abstand erfordert. Schade, dass ich mich grad zwischen den beiden Dingen (und Schlaf) oft entscheiden muss, andererseits: totales Luxusproblem. Aber Sport ist schon super. Vielleicht muss ich doch gar nicht so viel schlafen? (Spoiler: doch.)

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Mein Douglas-Paket ist da! Hurra! Ich bin jetzt also endlich im Besitz eines vernünftigen Bronzers. Und eines blauen Eyeliners, Eiskönigin, Sie wissen schon. Übrigens finde ich bei Douglas super gut, dass sie es schaffen, die Produkte komplett ohne Extra-Plastik zu verpacken. Keine Luftpolsterfolie, kein Klebeband… Trotzdem war alles tadellos „festgedrückt“ mit so einem Papp-Dings.

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So, hundemüde, Licht aus. Mal sehen, ob ich heute besser schlafen kann. Mein Körper und mein Geist haben die letzten Tage wieder Schwierigkeiten gehabt, runterzukommen. Eine Woche (und ein Tag) noch, dann ist es vorbei. Geschafft.

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Auto-Lobhudelei: Letzten Rest Bewerbungsmotivation erfolgreich umgesetzt, zäh aber kontinuierlich am Vortrag gearbeitet. Gesportelt, obwohl mir 50 Minuten absurd lang vorkamen (in echt waren dann nur die letzten 20 Sekunden des jeweils 2. Beins bei den Pilates-Übungen unglaublich lang).

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*Note to self: Nachgucken, ob diese Zahl Isoformen beinhaltet.

Tag 944 – Besser, aber.

Sieht aus als wäre gestern PMS gewesen. Und als hätte mein letzter Zyklus damit grade mal 22 Tage gehabt. Das ist doch zum K… Wie soll man sich denn so auf irgendwas einstellen? Die beste App nützt mir nichts, wenn mein Zyklus eine völlig random ablaufende Veranstaltung ist! Orrr!

(Ok, besser jetzt als nächste Woche, ABER TROTZDEM!)

Gestern war ich übrigens schlauer als im letzten Zyklus und ging, als ich zu Hause ankam, quasi direkt ins Bett. Ich war zwar nicht wirklich müde, aber besser als Rumschreien ist sich da verstecken allemal*. Dann bin ich natürlich doch mit Michel eingeschlafen und erst um halb zwölf wieder aufgewacht und danach konnte ich dann nicht wieder einschlafen und das hat mich dann so kolossal wütend gemacht, dass ich auf dem Sofa geschlafen habe, sonst hätte ich im Schlafzimmer vielleicht irgendwen wegen lauten Atmens erwürgt.

Vortrags-Front (mein Thema für die Probevorlesung ist ja „Regulation of gene expression by mRNA modification: basic mechanisms in health and disease“): läuft, leidlich, etwas zäh, aber läuft. Man muss ja jetzt auch nicht das Rad neu erfinden und Abbildungen zu basalen Mechanismen der Transkription und Translation gibt’s reichlich und hübsch im Netz, auch Lizenzfrei. Damit bin ich jetzt durch, morgen geht es weiter mit „Capping, Splicing, Polyadenylation“, den mRNA maturation Mechanismen. Da geht es dann auch endlich mal ein bisschen um Krankheiten, hauptsächlich Viren, aber immerhin. Bisschen Krebs auch. Und Thalassämie. Dann noch single base editing und dann endlich die small modifications, von denen kennt man zwar nur Funktionen von einer, aber die sind halt meine Freunde. Da kann man dann ein bisschen auf Development rumreiten (alles macht irgendwas mit Development, ist ja auch logisch, die frühe Zelldifferenzierung ist der am stärksten regulierte Entwicklungsschritt überhaupt, wenn da Fehler einfach durchgelassen würden, wären wir längst alle unförmige Blobs) und dann war’s das auch schon. 40 Minuten kriege ich damit schon rum, denke ich.

Ansonsten heute eine riesige Kröte geschluckt und mich auf eine Stelle beworben, die ich aus diversen Gründen lieber nicht nehmen müssen würde, wenn ich sie bekäme. Weil sie hier ist, weil ich dafür überqualifiziert bin, weil es wieder Laborarbeit ist. Weil sie jemanden suchen, die dann auch das komplette Jahr bleibt und nicht nach ein Paar Monaten dem erstbesten Angebot folgt. Aber, hey – Geld.

Zu Hause Sportprogramm zugunsten der Nähmaschine ausfallen lassen. Das Kleid** ist jetzt so weit fertig, dass das Futter reinkann. Und wenn alle Stricke reißen, müsste ich nur den Saum und die Halsausschnitt-Belege umnähen und könnte es auch so anziehen. Aber erstmal ist es jetzt in der Waschmaschine, die Stoffmarker-Markierungen wegwaschen. Ach ja: sitzen kann ich auch, wenn ich es etwas hochzupple. Und seit Herr Rabe so ein Schneider-Nadelkissen fürs Handgelenk hat, steckt der quasi semiprofessionell ab.

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Auto-Lobhudelei: Kröte geschluckt. Gegen das Ersaufen im Frust angepaddelt.

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*Da hatte ich wohlgemerkt Michel schon auf den Satz „Orrr warum kriegt ihr immer Post, das ist ungerecht!“ ein sehr lautes „WEIL DAS DIE SCHEISS STROMRECHNUNG*** IST, MÖCHTEST DU DIE BEZAHLEN?“ an den Kopf geknallt.

**ok, es sieht richtig geil aus. Noch das passende Make-up in Eisblau und Silber und ich werde die Eiskönigin sein.

***wunder Punkt, momentan >200 € monatlich, wegen Winter. Holz für den Ofen kommt da noch drauf.

Tag 942 – Lessons learned.

Der Tag hat nie genug Stunden. Ich panike ein bisschen vor mich hin, der zweite Vortrag, das Kleid, das alles, uiuiui und eigentlich nur noch ne Woche Zeit.

Aber von vorn. Ich habe gelernt: Bewerbungen auf den letzten Drücker machinist nicht gut. Zwei wichtige stehen aber an. Wirklich so so so wichtige, dass das nicht bis nach der Defense warten kann. Die wollte ich heute schreiben, aber das… wurde nichts. Egal. Ich mache die eine morgen früh als erstes und die zweite, hmm, irgendwann morgen. Zumindest kann ich meinen CV da schon mal hochladen. Frist dafür ist Mittwoch 24:00 Uhr.

Was ich auch gelernt habe: Vortrag muss oft durchgegangen werden. Zweiter Vortrag sollte deshalb nächste Woche Montag stehen, dann habe ich Dienstag zum üben und Mittwoch zum Panik schieben.

Und das dritte: Nicht einfach drauflosnähen. Heften und Abstecken rules. Das ist zwar gefühlt sinnlose Arbeit, weil man das ja alles eh wieder rausmacht, aber im Endeffekt spart man sich so viel Frust, das ist es allemal wert. In das Kleid für die Party käme ich vermutlich gar nicht rein, wenn ich das einfach genäht hätte, wie das Schnittmuster sagt. Nachdem ja die Bluse in 10 viel zu groß war, ist das Kleid nämlich in 12 am Hintern echt eng*. Echt richtig eng. Möglicherweise wird sitzen schwierig, so eng. Und dabei habe ich jetzt schon alles rausgelassen, was ging. Nun. So ist es eben. Immerhin war ich diesmal nicht quasi schon fertig und hatte alles mit für immer haltenden drölfzigfach-Stichen genäht, sondern halt nur geheftet.

Noch was, nicht gelernt, eher festgestellt: immer wenn ich denke, ich hätte mich vielleicht endlich an dieses Zyklus-Ding gewöhnt, mit PMS aus der Hölle und Mittelschmerz und Stimmungs- und Libidoschwankungen wie aus dem Lehrbuch „Die hysterische Frau“ von 1920, kommt irgendwas neues. Diesen Monat neu im Programm: furchtbar schmerzhaft geschwollene Brüste. Sorry für das TMI, aber hui, mir geht das so auf die Nerven. Ich möchte nicht mehr hormongesteuert sein.

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Ich muss mich bei Ihnen allen für zwei Dinge bedanken: die Glückwünsche und den Zuspruch. Es kommt alles an und ich freue mich sehr und werde mit Herrn Rabe nochmal einen Plan B erarbeiten, wenn sich bei mir nicht zeitnah was tut.

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Auto-Lobhudelei: mich nur wenig geärgert.

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*und im Schulter- und Brustbereich trotzdem zu weit. Vielleicht bin ich einfach sehr unförmig?

Tag 941 – 33.

So, nun bin ich also am Ende von Anfang 30. Es war ein rundum schöner Tag, ich durfte ausschlafen, habe Geschenke bekommen (Michel hat mir Geld geschenkt, nämlich Münzen aus seinem „Schatz“, ich bin jetzt also um 2,05€, 0,02£, 11 Kronen und eine selbst gepresste Gedenkmünze aus dem Ringve-Museum reicher, und das ganze hat er mir, ungelogen, mit dem Hinweis „aber nicht alles auf einmal ausgeben“ übergeben), hatte von allen Familienmitgliedern Sportbegleitung (und habe Michel dabei versehentlich einmal volle Möhre in die Eier getreten, aber er sagte, es tue nicht so weh und danach hampelte er wenigstens nicht mehr direkt hinter mir rum), bekam köstlichen Kuchen, wurde von Pippi ganz entzückend angeschnarcht, bekam unzählige super liebe Glückwünsche, war sehr lecker essen und trinke jetzt noch Wein. Von allen Projekten hatte ich heute selbst verordnete Pause und das ist ja auch mal ganz schön.

In diesem Sinne: Prost!

Kaffee und glückliches, kugelrund gefuttertes Kleinkind, das obendrein noch spontan anfing, Happy Birthday zu singen. Hachz!

Tag 940 – Pleiten, Pech und Pannen.

Heute Probevortrag vor Kollegen und Chef gehalten und wie soll ich sagen? Es war schrecklich.

Ich war eigentlich gut vorbereitet und 15 Minuten vor der Zeit da, um die Hardware zu checken. Meine Kollegin meinte, an den lokalen Rechnern ginge der Presenter Mode nicht, ich meinte aber, das besser zu wissen und war dementsprechend überrascht, als es tatsächlich einfach nicht ging. Obwohl ich, wie ich dachte, alles „richtig“ angeklickt hatte, sah ich auf meinem Bildschirm genau das gleiche wie auf der Leinwand: die Folie. Sonst nichts. Meine tollen Notizen – nix da. Und so frickelte ich bis drei Minuten vor der Zeit herum und schloss dann doch meinen Mac an. Das ging immerhin.

Dann kamen Leute, aber der Chef nicht.

Meine Kollegin nutzte die Zeit um mich mit unbedachten Kommentaren a la „but in neurons are a lot of [some weird lesion] and this has an impact on [some brain disease] and there you also have deregulation of [some pathway], DIDN’T YOU KNOW THAT?!?“ ordentlich tief ins Impostor-Loch zu stoßen. Dann kam der Chef und ich startete die Präsentation aber auf der vierten Folie, der ersten mit mehr als „wir befinden uns jetzt hier im Talk“ drauf, gingen plötzlich Dinge schief, die Animationen spielten sich selbst ab und ich fand nicht schnell genug, woran es lag, da war der Chef schon rausgerannt, seinen Laserpointer holen. Weil mit LaserpointerSlashSteuerungsdingsi, da passiert sowas nicht. Schon klar. In der Zwischenzeit fand ich ein Kästchen „Nächste Folie“ das aus irgendeinem Grund auf 40,27 Sekunden eingestellt war und offensichtlich spielt das dann die Animationen entsprechend schnell ab, um dann nach 40,27 Sekunden die Folie zu wechseln. Das stellte ich also stattdessen „beim Klicken“ ein und dann nach Ausprobieren fand ich auch noch das Häkchen „für alle Folien übernehmen“ und gut wars.

Dann kam der Chef mit seinem Laserpointer zurück und schloss den an und es ging wieder der Presenter Mode nicht. Arrrg. Jetzt konnte ich zwar die Präsentation auf meinem Laptop steuern, die Leinwand juckte das aber nicht mehr. Inzwischen waren aber noch zwei Kollegen gekommen, die mit einem abfälligen „Ugh, Mac.“ Unbedingt nochmal den stationären Rechner ausprobieren mussten. Sie taten, was ich vorher auch schon getan hatte, zeigten mir den „Split Screen“ Mode und ich noch so „ja, aber das tut nicht was es soll!“ aber das fanden sie dann auch schnell selbst noch raus. Und erklärten mir dann, das sei eben falsch eingerichtet, das würde beides durchs gleiche Kabel laufen und deshalb geht das halt nicht, aber Mac? Ugh, so kompliziert! Tja.

Ich startete also alles wieder vom Mac von vorne und inzwischen war auch eine halbe Stunde rum.

Dann schaffte ich es, vor den 8 Leuten aus meiner Arbeitsgruppe, die ich ja explizit dazu aufgefordert hatte, mir Feedback zu geben, so nervös zu werden, dass ich stotternd und rot werdend Pause machen und ein halbes Glas Wasser exen musste. Meine Fresse, Körper, so geht das nicht, wenn du sowas machst, werfe ich mir am Defensetag die doppelte Dosis Betablocker schon morgens ein. Insgesamt trank ich übrigens einen Liter Wasser während der folgenden eineinviertel Stunde, in denen ich immer so ein bis zwei Folien vortrug und dann diskutierte, was besser sein könnte. Das Feedback war eigentlich nicht zerschmetternd, aber in der Masse dann doch… Ahhhhh! Insgesamt: Folien zu voll, zu viel, zu klein. Ja, agree, aber was rauswerfen? Ich erklärte, weshalb ich das eine paper so präsentierte, wie ichs tat: Ich habe das Gefühl, wenigstens was im Titel steht sollte ich angerissen haben. Aber da steht alles. Das paper hat fast 100 Einzelabbildungen, ich hatte vielleicht 20 oder so, naja, jetzt sind es eben nur noch 15. Kollegin wusste auf meine Erklärung übrigens auch nichts mehr zu sagen. Dann, richtig peinlich, ist ein Typo im Titel des einen Papers und der ist jetzt auch in allen 80 gedruckten Ausgaben verewigt, und den Namen meiner Polnischen Kollegin habe ich auch falsch geschrieben. Auch verewigt. Damn. Die eine Kollegin (die weiß alles, also, sie weiß tatsächlich viel, und tut das auch sehr gern kund (s.o.) und auch die, die die Opponentin hasst) wollte dann noch vom einen Paper runter „weil sie da ja nichts gemacht hat“. Geiles Gefühl. Doch, echt.

Tja. Ich hab dann nochmal den ganzen Nachmittag damit verbracht. Während ich zu Hause auf die STromzähleraustauschmenschen gewartet habe, die schon längst dagewesen waren, ohne dass ich das gemerkt hatte.

Doch, richtig super der Tag.

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Auto-Lobhudelei: Der Simplicity-Rock hat endlich einen Reißverschluss und fast einen Saum, also, er ist abgesteckt aber selbst ich lerne aus Fehlern und nähe sowas nicht noch nach einem Glas Wein. Aber ich hatte ihn an und er ist wunderschön.