Tag 1063 – Ferientag 3. Vom Schenken.

Herr Rabe und ich haben einen Mini-Disput darüber, wie wir mit den Dingen verfahren, die wir nicht mit in das neue Haus nehmen wollen. Herr Rabe sagt: alles zu Geld machen. Ich sage: nervt mich zu sehr mit Leuten wegen 50 Kronen rumzudiskutieren und Hauptsache das Zeig ist weg und wir müssen es nicht noch entsorgen. Wohlgemerkt reden wir hier nicht von tollen Dingen. Es dreht sich um zwei Schränke, die wir 2013 hier für 500 Kronen gebraucht gekauft haben, ein Kinderbett, das wir selbst geschenkt bekommen haben (für die Matratze haben wir damals noch 60 Euro bezahlt, das ist aber auch schon 5 Jahre und zwei Kinder her), Herr Rabes (ur-)alten Teppich, den er seit seinem Auszug von seinen Eltern fleißig von Wohnung zu Wohnung schleift*, einen weiteren Teppich, der 2013 der billigste Ikea-Teppich in dieser Größe war und den wir nur haben, weil Michels Zimmer damals immer so kalt am Fußboden war, sowie etwa drei Kisten Kinderklamotten, eine mit Schwangerschafts- und Stillklamotten und eine mit Draußenanzügen, Schuhen und sonstigem Gedöns, aus dem die Kinder herausgewachsen sind. Die Kinderklamotten habe ich neulich schon ins Netz gestellt, dann Anfang der Woche in GROSSBUCHSTABEN die Preise auf die Hälfte runtergesetzt und so immerhin gestern die kleinsten Größen (50-68) verschickt. Ich würde das ganze Gesumse ja auch in den Altkleidercontainer stopfen, hätte ich nicht Angst, dass die dann Wischmöppe draus machen. Das mache ich mit meinen eigenen Sachen**, aber bei den Kinderklamotten wäre das wirklich die letzte Möglichkeit. Wenn das Zeug hier am 30. noch steht, wird es so sein, dann geht der Kram in den Container und dann hoffe ich mal, das jemand noch die Wollsachen herausfischt, Wollwischmöppe sind nicht so prall, habe ich gehört.

Aber wie gesagt, es sind ja noch andere Sachen da. Heute haben mir die Kinder beim Bücher einpacken geholfen und dabei fielen mir 4 Bücher in die Hände, die ich definitiv*** nicht mehr lesen werde. Nachdem wir uns mit Herrn Rabe auf ein Eis getroffen hatten, bequatschte ich dann die Kinder dazu, noch ein Stückchen weiter zu einem Bücherschrank zu gehen. Da setzte ich die Bücher aus und wir machten uns auf den Rückweg, ich erleichtert, Pippi auf dem Laufrad und Michel auf seinem Roller.

Auf dem Weg kamen wir an einem Spielplatz vorbei und weil Pippi unbedingt wollte, hielten wir da nochmal kurz an. Pippi turnte, schaukelte, kletterte, Michel murrte herum, ich saß im Schatten und tat gar nix. Das war auch sehr schön. Neben uns saß eine Familie auf einer Picknickdecke, mit Kindersitzen am Rad. Ziemlich abgerockten Kindersitzen. Wir haben auch so einen Sitz, von der gleichen Marke, leider ist die Halterung an Herrn Rabes gestohlenem Fahrrad gewesen und so ohne Halterung bringt der Sitz ja auch nix. „Sagt mal,“ sagte ich also, „sind das bei den Sitzen immer die gleichen Halterungen?“ „Ja, glaub schon.“ sagte der Papa. „Möchtet ihr nen neuen Sitz haben? Wir haben einen ohne Halterung und dann muss ich den nicht erst noch ins Netz stellen.“ Ja, und so kam keine Stunde später die Familie vorbei, nahm den Sitz und die dazugehörige Regenpelle mit und jetzt hab ich ein Dings weniger, über das ich mit Herrn Rabe diskutieren muss.

Die Schränke werden vermutlich am Samstag abgeholt, es läuft also alles, ganz entspannt und man macht noch Leute glücklich.

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Auto-Lobhudelei: viel und erfolgreich gerödelt.

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*irgendwie hatte ich mir eingebildet, dieser Teppich sei schon längst irgendwie verschwunden, aber da war wohl der Wunsch die Mutter des Gedankens

**heute noch eine große Tüte aussortiert, aber klar, ich BRAUCHE ca. 25 Strumpfhosen, darunter geht’s einfach nicht

***ehrlich gesagt habe ich zwei davon nicht mal ganz gelesen. Aber irgendwer denkt bestimmt „Boah, Moby Dick. Wollte ich immer schon mal lesen.“. Dieser Person wünsche ich dann schon mal viel Spaß und Kaffee.

Tag 1061 – Ferientag 1. Von Möbeln.

Die Kinder haben ja jetzt Ferien, die Putzhilfe aber nicht und deshalb hat Michel heute der Putzhilfe eine halbe Stunde lang ohne Punkt und Komma seine Lebensgeschichte und die all seiner Freunde erzählt. Das war recht putzig. Dass wir danach los mussten, fand die Putzhilfe aber glaube ich gar nicht mal soooo schlimm.

Wir wollten nämlich das Bett abholen. Dann war aber die Frau alleine im Laden und der Sohn noch nicht da, der sollte erst in einer halben Stunde kommen und dann aber direkt das Bett holen. Nun, ich hatte eh Mordshunger und dachte, ich fahre mit den Kindern die 5 Minuten nach Hause, esse was und komme dann wieder.

Pustekuchen. Ich habe mich in der Trondheimer Innenstadt so dermaßen in den Einbahnstraßen verfranst, dass ich am Ende beschloss, dass es einfacher wäre, zurück zum Bettenladen zu fahren und noch… drei Minuten auf den Sohn zu warten. Ja, ich bin 25 Minuten sinnlos umhergegurkt, weil ich zu stolz war, Google Maps zu befragen.

Jedenfalls holten wir dann einfach das Bett ab, Pippi lief auch nur einmal auf die Straße, während ich ein Paket ins Auto wuppte, da wurde ich dann zur Keifmama und dann zur „mir egal ob du brüllst, ich schnalle dich genau jetzt im Auto an!“-Mama und Pippi wurde zum Wutzwerg. Michel nicht, der durfte wegen der umgeklappten Rückbank vorne sitzen und war sehr stolz.

Naja und weil ich zur Selbstüberschätzung neige, habe ich danach das Bett selbst aufgebaut (kein Problem) und unter das schon vorhandene halbhohe Bett bugsiert (PROBLEM! PROBLEM!), in einem winzigen Raum und mit zwei aufgekratzten Kindern. Tolle Idee, jaja.

Abends dann noch zum Möbelschweden, Lattenrost und Matratze kaufen, Sofas probesitzen und dann doch Nudeln im Restaurant statt zu Hause essen, weil einfach genervt und erschöpft.

Jetzt steht alles, die Kinder schlafen auch schon drin und wir Erwachsenen sind sehr platt.

Ist ja auch irgendwie nicht so schlau, kurz vorm Umzug noch neue Möbel anzuschaffen, ne? Aber gut, es war halt Glück, dass überhaupt grad ein Bett da war.

Morgen machen wir aber glaube ich echt Ferien und sonst nix.

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Auto-Lobhudelei: hab’s dann am Ende ok hinbekommen.

Tag 1060 – Packen und Schnacken.

Ach, den Herrn Rabe mag ich ja schon auch sehr. Mit dem ergeben sich beim Kisten packen* solche Gespräche:

„Wir sind aber schon so welche, die rumgehen und sich den Nachbarn vorstellen, oder?“

„Ja, ich würd das ja so machen, dass man rumgeht und sagt „Hallo, wir sind die neuen Nachbarn, wir machen nächsten Samstag ein Barbecue, kommt alle!“.“

„Dann müssen wir noch nen Gasgrill** kaufen.“

„Es ist schlimm. Wir können sie sonst auch zum Fernsehen auf unserem 55“-OLED-Fernseher*** einladen. „Wir haben diesen Fernseher und deshalb konnten wir uns keinen Grill mehr leisten.“.“

„Oder wir gehen hin und sagen „Wir sind die neuen Nachbarn, wir machen ein Barbecue, könnt ihr uns nen Grill leihen?“.“

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Auto-Lobhudelei: nur kurz und nur etwas panisch geworden weil noch so viel zu tun ist.

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*Es ergeben sich auch andere Gespräche, wie „Wieso fängst du eigentlich ausgerechnet mit meinen Sachen an, während ich Fußball gucke?“ – „Ich hab nicht mit deinen Sachen angefangen. Ich hab oben angefangen und da standen halt deine Sachen.“ Nicht dass Sie denken, das wär hier alles immer nur harmonisch.

**Wenn schon Reihenhaussiedlungsspießertraum, dann aber auch richtig.

***siehe auch *. Wie viel Konfliktpotenzial so ein *hust* absurd teurer und riesiger *hust* Fernseher bietet, man macht sich ja keine Vorstellung.

Tag 1059 – Schwein gehabt!

Wissen Sie noch, wie wir vor ziemlich genau zwei Jahren Michel ein größeres, halbhohes Bett gekauft haben, aus so einer Modulreihe, damit man dann später mal für Pippi ein Bett darunter bauen kann und ein richtiges Etagenbett* hat? Damals hatte das Bett wegen der Sommerferien vier Wochen Lieferzeit, was kein Problem war, weil er ja schon ein Bett hatte. Neulich schon dachte ich, dass das Kinderbett von Pippi eigentlich nicht nochmal umziehen muss und wir dann jetzt wohl das Unterteil mal besorgen müssten. Aber das wäre in Oslo vielleicht sinnvoller. Dann googelte ich danach und fand so schnell einfach mal gar keinen Händler in Oslo, der diese Betten führt. Naja, dachten Herr Rabe und ich, gehen wir eben zum Bettenladen und bestellen das und dann nehmen wir’s eingepackt mit nach Eidsvoll, ist doch wurscht, ein Paket mehr oder weniger. Also gingen wir heute zum Bettenladen. Ich fragte, ob wir das Bett, wenn wir es bestellen, dann innerhalb von drei Wochen bekämen?

„Hmmmmm…“ machte der Mann, „das sieht ganz schlecht aus. Wegen der Ferien, da hat die Fabrik geschlossen.“ Wir machten traurige Gesichter. „Aber ich glaube, ich habe noch eins auf Lager. Ich schaue mal… Ja, eins. Wollen Sie das gleich mitnehmen?“ „Äh, wir sind zu Fuß da, das wird etwas schwierig.“ „Dann holen Sie das einfach ab wenn es passt. Ich hab jetzt Ihren Namen drangeschrieben.“

Gut, ist das also auch erledigt.

Heute früh habe ich Michel übrigens an seiner neuen Schule angemeldet und heute Abend feierlich den ersten Karton gepackt.

(Der Karton ist auch schon nach Norwegen umgezogen. Die Kartons hatte ich damals im Internet bestellt und die sind echt super gut. Vor allem die Bücherkartons waren eine sehr gute Investition – leider sind die irgendwie alle verschwunden.)

Beim Ausräumen auch gleich die obersten zwei Regalreihen ausgewischt, unsere Putzhilfe hat zwar schon zugesagt, nach unserem Auszug nochmal gründlich durchzufeudeln, aber sie hat Höhenangst und macht deshalb in hohen Regalen nur sehr ungern sauber.

Jetzt noch eine Folge The Queer Eye und dann Schlaf.

Aber vorher noch schnell: vielen, vielen Dank für all die lieben Glückwünsche! Ich habe mich den ganzen Tag immer wieder doll gefreut! Hach <3

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Auto-Lobhudelei: keins der heute beide unausgeglichenen Kinder irgendwo am Laternenpfahl ausgesetzt.

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*Man kann mit diesem System relativ einfach noch ganz andere Sachen machen, breiter, höher, mit Tisch drunter, you name it.

Tag, äh, Dings, 1058 – What a day.

Heute morgen hatten wir noch zwei Kinder in einem tollen Kindergarten, kein Haus und nur ein richtiges Einkommen.

Jetzt haben wir null Kinder in diesem Kindergarten und auch überhaupt nur noch ein KiTa-Kind, ein Haus in Eidsvoll und 2 richtige Einkommen ab nächstem Monat.

Ja.

Ich bin jetzt so fertig, ich könnte im Stehen einschlafen, das war aber auch alles sehr aufregend heute. Ich weiß jetzt, was passiert, wenn man mit seinem Gebot nicht die Erwartung der Verkäuferin erfüllt – dann zaubert der Makler erst nen zweiten Bieter aus dem Hut und dann lehnt die Verkäuferin das aber auch ab, was man dann drauflegt und das ist dann alles ein nervtötendes hin und her und am Ende „einigt“ man sich auf den veranschlagtem Preis. Und ich sage das mal so: hätte ich gewusst, dass es keine ernsthaften weiteren Interessenten gibt, hätte ich gar nicht erst so wenig geboten. Aber ich dachte wirklich, ich müsste mir Raum nach oben lassen. Hätte ich gleich den veranschlagten Preis geboten, hätte ich jetzt wohl 10-100 graue Haare weniger. Aber was zählt, ist dass wir’s jetzt haben. Es ist unser Haus und am 1.8. ziehen wir ein.

Dass am Nachmittag dann der Finanzmann anrief, am Telefon nochmal so eine Art Mini-Interview mit mir führte und damit abschloss, dass er Dienstag zu einem Treffen mit dem Chipsmann einen Arbeitsvertragsentwurf mitnehmen wird, um den mit dem Chipsmann durchzugehen und dann mit zu schicken – ja, das war dann auch schon kaum noch aufregend.

Jetzt hoffe ich, dass ich mich noch lange genug wachhalten kann, um mit Herrn Rabe ein sehr großes und sehr sehr verdientes Glas Champagner zu trinken.

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Auto-Lobhudelei: das Telefonat mit dem Finanzmann lief nach den 482 Telefonaten mit dem Makler heute so geschmeidig, ich erkannte mich selbst kaum wieder. Wie positiv und optimistisch ich „ergibt noch viel zu tun“ ausdrücken kann.

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Ach ja, die Auflösung: https://youtu.be/nQdwBRJoMR8

Tag 1056 – Extra für Sie!

Morgen mache ich wieder einen besonders spannenden WmDedgT-Ausflug, ich schaue mir nämlich zwei Häuser an. Da fahre ich mit dem Zug hin und fliege dann zurück, juchheh.

Außerdem habe ich heute ca. 20 Kindergärten angerufen und dann direkt den einzigen Platz weit und breit beantragt – ohne dass ich weiß, wo wir hinziehen. Herrn Rabe hab ich tatsächlich auf eine SMS „det ordner seg“ geantwortet und ja, die Zeichen verdichten sich, dass ich langsam den Verstand verliere.

Mehr kann ich aber jetzt auch nicht schreiben ich muss gucken, was Kühlschränke kosten.

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Auto-Lobhudelei: das mit den 20 Kindergärten war weder ein Scherz noch untertrieben. Ich telefoniere übrigens nicht gerne.

Tag 1055 – Adulting hard.

Ich habe viereckige, was sage ich, Exceltabellen-förmige Augen vom Zahlen hin- und herschieben. Nicht nur habe ich für verschiedene, in Frage kommende Wohnobjekte die zu erwartenden Kosten (Abschläge, Versicherungen, Fahrtkosten/ÖPNV, Eigentumsgemeinschaftskosten, Internet, Heizung, Teufel und seine Oma…) durchgerechnet und unserem Budget gegenübergestellt, ich habe auch eine (für uns) neue Art der gemeinschaftlichen Haushaltsführung* durchgeexcelt und solcherlei Spielereien gemacht:

Jetzt muss ich nicht mehr jedes Mal den Online-Rechner bemühen. Und nicht dass Sie einen falschen Eindruck kriegen: das spiegelt nicht unser aktuelles Budget wieder. Ähäm.

Auch gemacht: gelernt, was ein Vorkaufsrecht ist, nämlich etwas für uns grad blödes. Wir haben einfach keine Kohle übrig, um (als offenbar einzige Interessenten seit langem) den angeschlagenen Preis zu bieten ohne es wenigstens zu versuchen, den Preis zu drücken, wir haben aber auch keine Zeit, um 20 Tage „alle im Borettslag werden gefragt, ob Sie die Bude zu diesem neuen, von Frau Rabe unter vollem Nerveneinsatz gedrückten Preis nicht eventuell doch haben wollen“ abzuwarten. Plöd. Damit sind ein paar Objekte schon so gut wie raus.

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Auto-Lobhudelei: trotz lauter geexcel sehr lange mit Pippi spazieren gewesen, die Sonne genossen, die aber nur sporadisch schien.

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*Bisher fahren wir ein recht kompliziertes Modell, das wird durch nen Hauskauf sicher nicht einfacher, da stellt sich die Frage, ob es nicht einfacher geht. Andererseits fahren wir unser kompliziertes Modell jetzt auch schon seit fast 10 Jahren und, ach, es klappt ja**.

**Hier spricht die Faulheit aus mir. Konten ändern ist so ungefähr die ätzendste Arbeit, die ich mir vorstellen kann.

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Pippi-Pipi-Pieper: Piep, Piep.

Tag 1054 – Die gute Nachricht zuerst…

… Pippi hat heute morgen gesagt, sie will „Auch ein Ssslüppa anziehn. Wie Michel. Und Pappa.“. Vor ein paar Wochen haben wir ihr ja schon Unterhosen gekauft, weil ich die Hoffnung hegte, das vielleicht bald mal verstärkt in Angriff nehmen zu können. Also zauberte ich einfach einen Schlüpfer aus der Schublade und machte ein kleines Mädchen sehr stolz. Weil sie wieder Fieber hat, konnte ich den ganzen Tag Argusaugen auf sie haben, aber sie machte das wirklich toll, sagte Bescheid, ging aufs Klo, Highfive, Fistbump, Splschh!. Als wir rausgingen, wollte ich sie zu einer Windel überreden, aber sie wollte nicht. Ich packte also einen halben Schrank an Wechselklamotten ein und wir gingen raus – aber sie sagte sogar auf dem Spielplatz Bescheid und pullerte mit Hilfe ins Gebüsch. Es klappte wirklich den ganzen Tag – bis sie mit Michel fernsehen durfte, das war dann zu fesselnd. Aber danach ging es auch wieder gut. Ich bin ganz baff, von Michel war ich anderes gewohnt. Mal sehen, wie es mit den Ssslüppan hier so weitergeht, es lässt sich jedenfalls vielversprechend an.

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Auch gute Nachricht: Ich habe mit zwei Banken gesprochen, die uns beide einen Finanzierungsbeweis ausstellen werden. Damit können wir dann auf Haus/Wohnung/Borettslag*/whatever bieten. Yeah!

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Schlechte Nachricht: noch nix vom Chipsmann gehört. +++ UPDATE! Inzwischen schon, ich habe jetzt schriftlich, was ich Freitag schon mündlich bekam. Nämlich die Zusage, dass ich den Job zu meinen Konditionen (gnihihi) hab, wenn sich der Finanzmann nicht querstellt. Immerhin. +++ Außerdem: Haussuche nervt zunehmend. Diese Weitwinkelobjektivaufnahmen! 25 Meter lange Treppen, 3 Meter tiefe Arbeitsplatten, 2 Fenster die aussehen, als wäre eins nur halb so groß wie das andere. Wenn das Objekt nicht so der Knüller ist, gibts gerne noch drülfzig Bilder von Blumenvasen und anderen Dekogegenständen oder auch der Umgebung. Ja boah, toll, ihr habt nen Spielplatz aus dem Baujahr der Siedlung, grandios, hätte nicht schon meine Mutter darauf spielen können. Uhhh, Wahnsinn, Garagen. Oh, ein Kochbuch und ein Eierkarton. Man kann also ein Kochbuch auf den Tisch legen, DAS IST JA DER HAMMER DAS MUSS ICH HABEN! Immer ist der Kamin an, immer sind alle Türen auf, immer sind da diese beknackten Retro-Leitern im Bad, über die lässig ein (!) helltürkises Handtuch hängt und es stehen auch immer brennende Kerzen überall. Der Aussagegehalt dieser Bilder ist null. Dann kommen noch die Planskizzen dazu, ohne Maße und so grob, dass man auch einfach schreiben könnte „Haus hat Räume, davon sind mache viereckig“. Der letzte Schrei sind 3-D-Planskizzen, die hasse ich besonders, weil da gerne in nem 7,5 qm großen Besenschrank Schlafzimmer ein Doppelbett eingezeichnet ist, das in der Realität bei entsprechender Skalierung etwa der Größe eines durchschnittlichen Couchtischs entsprechen dürfte. Und diese blumigen Umschreibungen – „naturnah“ (= am Arsch der Welt) – „charmant“ (= alt) – „Platz für smarte Regallösungen“ (= Zimmer ist so klein, da passt auch ein Kinderbett nur hochkant rein) – „pflegeleicht“ (= weißes Plastik) – „klassisch“ (= bieder) und so weiter und so fort. Ein Trauerspiel. Und der eine Bankmensch meinte heute, im Juli wäre es immer dünn gesägt mit Objekten, Mitte August wird es dann wieder mehr. Tja, äh, hmm, WIR HABEN DOCH KEINE ZEIT! Aber ich glaub es ist nur PMS und schlecht geschlafen geschuldet, das mich das grad alles so annervt, dass ich am liebsten Finn.no einfach kleinhacken möchte, wenn ich noch einmal so ein Bild sehen muss, für das jemand mit reichlich Vordergrundunschärfe durch einen locker gebundenen Blumenstrauß in einer türkisfarbenen 45-Kronen-IKEA-Vase eine „pflegeleichte“ Küche fotografiert hat. Hoffentlich hat das bald ein gutes Ende. Ach ja und lieber Körper: ne Nacht mit mehr als fünf Stunden Schlaf wäre auch mal wieder ganz nett.

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Auto-Lobhudelei: Recht entspannt hingenommen, dass ich mit Pippi auf dem Schoß mit zwei Banken sprechen musste. Gespräche auch gut hinbekommen.

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*Borettslag ist… äh… kompliziert. Man kauft sich sozusagen ein Wohnrecht auf Lebenszeit, das man auch vererbt und so, aber man kann eben nicht mit seiner Wohnung machen was man will, sondern muss bei wichtigen Dingen (und auch vielem Kleinscheiß, das ist halt wie so ein Verein, da wird auch geregelt, wie hoch die Hecke am Reihenhaus sein darf und wann man die schneiden darf** und so) erst die Eigentümergemeinschaft befragen. Für äußerliche Veränderungen ist auch die Gemeinschaft zuständig und wenn die Eigentümerversammlung beschließt, dass jetzt alle Balkons kriegen, dann hängt man da mit drin, ob man das will oder sich leisten kann oder nicht. Dafür gibt es die Wohnungen oft sehr viel günstiger, als „Selveier“, also nur einer selbst gehörende Häuser.

**Da fällt mir ein, das in unserem Mietvertrag in unserer Wohnung in Bielefeld damals drinstand, wir dürften Nadeldrucker zwischen 22:00 Uhr und 08:00 Uhr nicht benutzen, und auch sonst sollten wir sie auf einem Filzuntersatz platzieren. Damals = 2009.

Tag 1053 – Weiter aufregend.

Heute habe ich Michel gesagt, dass wir jetzt definitiv umziehen werden. Sehr spontan erzählte ich ihm das, als er nämlich daran erinnerte, dass ich mal zugesagt* hatte, dass er zu den Sommerferien dann ein Haustier bekommt. Ich habe es dann aber geschafft, ihn auf „nach dem Umzug“ runterzuhandeln, weil das ja für so HamsterMäuseMeerschweinchen** sicher sehr stressig wäre, umzuziehen. Nachdem ich ihm erklärt habe, dass es da, wo wir hinziehen, nicht weniger sondern ganz sicher mehr Tierläden*** sind, als hier, ließ er sich darauf ein. Und möchte jetzt, dass wir bitte was mit Garten kaufen, weil er dann nämlich den HamsterMäuseMeerschweinchen zwei Hütten bauen will, eine für den Sommer und eine warme für den Winter****. Hachja. Der ist schon toll.

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Auto-Lobhudelei: fast gar nicht total verrückt gemacht heute. Nahezu total entspannt geblieben.

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*Ich erinnere mich nur noch vage daran und glaube, meine Reaktion war eher jaja, hmm, soso, als ein enthusiastisches Ja!

**Kleinnager it is, aus Allergiegründen keine Katze (ich bin deswegen sehr, wirklich sehr traurig), aus Zeitgründen kein Hund. Ich hatte auch schon Kleinnager und kenne mich gut genug aus, um die meisten typischen Anfängerhaltungsfehler nicht nochmal zu machen und vor allem um Foren zu meiden. Foren sind die Pest.

***siehe auch **, nein, ich gehe nicht in einen Baumarkt und kaufe da irgendein Tier.

****siehe auch **, nein, ich plane keine Hamsterzucht im Garten oder Draußenmäuse. Das werden alles Freigänger. Ich mache dann Klickertraining mit denen und dann kommen die bestimmt abends auf Zuruf alle wieder ins Häuschen gelaufen. <— Das war Ironie.

Tag 1052 – Erster Schritt.

Wir haben ungelogen den ganzen Tag am Rechner gehangen, Häuser angeguckt, Google Maps angestarrt, überlegt, noch mehr überlegt und noch weiter überlegt und am Ende haben wir uns dazu durchgerungen, die Wohnung hier in Trondheim zu kündigen. Heute. Damit wir nicht eventuell noch einen Monat mehr weiter Miete zahlen* ohne hier zu wohnen, weil plötzlich alles schnell geht und weil wir eh hier weg wollen, notfalls auch ohne dass ich einen Job in Aussicht** habe. Die Kündigung war dann auch schnell geschrieben, unterschrieben, gescannt, in den Briefkasten des Maklerbüros geworfen und der Scan mit den Worten „liegt schon im Briefkasten“ per mail geschickt. Das ist jetzt also fest. Allerspätestens am 30.9. heißt es: Tschüss, Trondheim.

Puh.

Ich freue mich drauf und mir graut es davor. Aber die Freude überwiegt dann doch. Sehr viel.

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Auto-Lobhudelei: eine schwierige Entscheidung*** endlich getroffen. Das muss reichen.

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*Ich sag mal so: so wie die Kommunikation mit dem Maklerbüro für diese Wohnung immer war, habe ich ganz wenig Hoffnung, dass die sich irgendeine Mühe geben würden, schnell Nachmieter zu finden und uns einen Teil der Mieten bis zum eigentlichen Ende der Kündigungsfrist zu erlassen. Vielleicht wenn wir die Vermieterin bitten, sich dafür einzusetzen. Könnte man ja mal machen, so nach dreieinhalb Jahren in dieser (das ist denen ja auch klar) sauteuren Wohnung.

**Habe den Chipsmann dafür noch mal schnell kontaktiert und er hat mir nochmal bestätigt, dass er keinen Grund zur Annahme sieht, dass der Finanzmensch und er sich uneinig sein könnten, was „Frau Rabe fängt im August hier an“ angeht.

***Da hängt ja noch viel mehr dran. Zum Beispiel werde ich dann jetzt aufhören, Bewerbungen in alle Welt zu schicken. Oslo it is. Oder besser: irgendwo zwischen Oslo und Chipsfabrik. Hitliste möglicher Orte und wiederum Häuser in diesen Orten steht.