Tag 996 – Nach Hause telefonieren?

Also das heute lief sehr merkwürdig, bzw lief es mit dem 1., meinem potenziellen direkten Kollegen, sehr gut, dann wurden wir aber unterbrochen von der CTO/Gründerin, die, hmm, [ich sag nix über Klamotten, kann jede halten, wie sie will], hmm, sie sah zwischendurch aus dem Fenster. Nach exakt 30 Minuten war auch das merkwürdige Gespräch mit ihr vorbei, ich fühlte mich… wie nach den Fischleuten, inkompetent und eingeschüchtert und insgesamt als hätte ich grad einen Kampf verloren (was ich vielleicht, vermutlich, achwasweißich auch habe). Dann sprach ich nochmal 10 Minuten mit meiner eventuell zukünftigen Chefin, Gehaltsvorstellungen und so, „Pensionsordning“, so Zeug halt. Das war wieder sehr nett. Sie meinte zu mir, ich hätte einen sehr guten Eindruck gemacht, in spätestens zwei Wochen bekäme ich Bescheid, ob ich nochmal zu einem Interview kommen soll (das wäre dann das dritte), es wären noch zwei weitere (neulich war es noch eine) im Rennen und überhaupt, wie denn „der andere Bewerbungsprozess“ laufen würde? Tja, hab ich erklärt, fühlt sich trotzdem scheiße an und ich habe ein schlechtes, sehr schlechtes Bauchgefühl jetzt. Ich möchte das immernoch, glaube aber, es wird wieder an Kompetenz scheitern und „viel Glück mit dem anderen Prozess“ heißen. Ich will einfach nur nach Hause und vielleicht auch ne Flasche Wein umarmen.

Und als würd das alles nicht reichen bin ich total erkältet, meine Nase und meine Augen laufen und ich hasse verdammt noch mal die Welt heute.

Tag 993 – Hallo, London!

Abgefahrener Tag, erst Waffelfest auf dem Bauernhof der Kollegin, nur dieses Jahr mit eiskaltem Wind statt strahlendem Sonnenschein. Dann: Flugzeug, Oslo [Fix Sandwich gegessen], Flugzeug: London!

Überraschenderweise lief alles unglaublich glatt, beide Flieger waren früher als geplant wieder unten, ich bekam sofort einen Zug und dann die U-Bahn und die nächste U-Bahn auch, ich sah in ganz viele Wohnungen, von denen ich mir kaum vorstellen kann, dass die sicher 2000€ aufwärts im Monat kosten und jetzt liege ich hier in meinem gemütlichen Hotelbett:

Nachdem ich eben gebadet habe*:

(Von den Besten lernen und Badesalz dabei haben. Dafür nicht an Steckdosenadapter denken. Irgendwas ist ja immer.)

Und gleich werde ich schlafen, juchheh, und morgen möglichst ohne Einpullern diesen Test überstehen.

Ach ja, zwei Impressionen vom Waffelfest:

Wir hatten übrigens nicht den wärmsten April seit immer.

Dabei auch erfahren, dass der Sohn des Hauses mit seinem Beitrag bei der Lego-Ausstellung** den 3. Platz belegt hat. Hut ab.

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*Fledderfüße*** sind jetzt, ziemlich genau zwei Wochen nach Anwendung, fertig mit fleddern. Ist auch ganz schön, wenn man nicht mehr dauernd Haut verliert.

**Mehrere Szenen aus dem Herrn der Ringe. Ich hab leider keine Fotos, aber Herr Rabe vielleicht?

***Babyfoot

Tag 992 – På kloss hold.

Wahnsinnig witzig, die Lego-Fans, ne? Quasi „On Klotz hold“. Das „Haarmonie“ der norwegischen Legobauer. Haha.

So, genug gelästert, es war wirklich toll. Ich lasse Bilder sprechen.

Hier hat jemand sein norwegisches Heimatdorf nachgebaut. Mit unglaublicher Liebe zum Detail. Und so bunt! Oh, und auf dem Schild steht, alles bis auf die Kirche wird nach der Ausstellung abgerissen.

Der Frozen-Palast. Dieses Ding ist RIESIG.

Das größte Lego-Riesenrad der Welt. Maßstabsgetreu zum größten echten Riesenrad der Welt.

Ich stehe ja auf Drachen.

Die Frauenkirche. Auf der anderen Seite (ohne Bild) auch die Orgel.

Straßenzüge sind da fast schon langweilig.

Kirschblüten! (Hier ist ja immernoch alles kahl. Und Kirschbäume gibt’s eh nicht.)

Auch wirklich beeindruckend: eine Ritterburg. Hier von der einen Seite…

… und von der anderen.

https://rabensalat.blog/wp-content/uploads/2018/04/img_9249.mov

Und dann gabs noch ein monströses „Great Ball Contraption“-Gebilde, da hätte ich alleine drei Stunden zugucken können und jetzt will ich ganz viel Lego Technik haben, sofort.

Anmerkung: alle diese Gebilde sind eigene Bauwerke, kein Set, keine Anleitung. Manche sind geklebt, manche nicht.

Dochdoch, es war sehr schön, wirklich, und eine sehr willkommene Abwechslung zu all den Guidelines, die sich ja nach ein paar Stunden auch alle irgendwie gleich anhören.

Tag 989 – Scheiß-drauf-Tag.

Was mir heute alles mit zunehmender Uhrzeit egal war:

  • Sportprogramm
  • Lernprogramm
  • Wochen-Latsch-Challenge
  • Rohe-Eier-Sprache
  • Wer wen mag (inklusive mir)*
  • Wer was von mir erwartet

Was daran beteiligt war, dass mir das egal war (chronologisch geordnet):

  • Freundinnen, bei denen ich mich unreflektiert ausgekotzt habe (sorry dafür und auch Danke für das Ventil)
  • Der komplette Frühlingsputz bei Twitter
  • Achtung, viel Information, bitte nächsten Punkt überspringen wenn zu viel:
  • Sex
  • Jetzt weiterlesen
  • Eine nicht mehr genau zu definierende Anzahl Gläser Wein und hitzige, aber freundschaftliche Diskussionen über Feminismus und das Patriarchat (ja, das geht, mit einem Mann, der sich nicht als Feminist bezeichnet, es ist ja quasi nicht zu fassen) unter Freunden

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Auto-Lobhudelei: Siehe *

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Tag 988 – Heul doch!

Ich sitze im Auto und will gerade losfahren, da höre ich ohrenbetäubendes Gebrüll. Sechs oder sieben Jungs brüllen da durcheinander, schubsen sich herum, ich denke unwillkürlich „Oha, Schlägerei?“ und halte nach der Pausenaufsicht Ausschau. Aber da ist keine.

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„Sie standen Schlange, vier Jungs, und schlugen und bespuckten ihn der Reihe nach.“ Das erzählt mir meine Freundin M., da ist ihr Sohn H., der beste Freund von Michel, grad ein paar Wochen an der Schule. Er ist grade mal fünf, die vier Jungs fünf oder sechs. Auch das passiert in der Pause, auch hier sieht es eine andere Mutter und keine Lehrkraft.

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Die Traube aus Jungs ist ein Stück zur Seite gewandert und steht jetzt an der Wand. Drei der Jungs sind besonders aggressiv. Ein Junge steht mit dem Rücken zur Wand, die drei aggressiven Jungs und zwei, die die Lücken schließen, stehen um ihn rum. Alle schreien, bis auf den Jungen an der Wand. Er ist nicht wirklich kleiner oder schmächtiger als die anderen, aber er scheint immer mehr zu schrumpfen. Die Jungs drängen ihn jetzt richtig an die Wand, schubsen seine Schultern, einer schreit aus 20 cm Entfernung in sein Ohr, ein zweiter brüllt ihm direkt ins Gesicht. Sie sind furchtbar aggressiv, ich denke die ganze Zeit „Gleich haut einer von denen zu!“. Sie rupfen an ihm herum und es ist wahnsinnig laut, hier, im Auto, zehn Meter entfernt. Ich sitze da wie erstarrt.

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Ich bin 14 oder 15. Kunstunterricht. Seit Wochen geht mir Christoph (nennen wir ihn mal so, könnte auch Phillip oder Stefan heißen, völlig Wurscht) auf die Nerven. „Hässliche Fotze!“, oder „Schlampe!“ höre ich täglich, immer so, dass es kein Lehrer, aber zwei, drei von Christophs Kumpeln hören. „R. HAT SCHEIDENPILZ! HAHAHAHA!“ schallte es auch schon mal quer über den Schulhof. Was sicher weniger weh getan hätte, wenn es frei erfunden gewesen wäre, aber mein sauberer Freund bis dahin Sexualpartner hatte seine Fresse nicht halten können. Jedenfalls ist jetzt Kunstunterricht. Wir machen Linoldruck. Ich hasse Kunstunterricht eh, bin zu perfektionistisch und zu unkreativ. Christoph und ich werden in den Nebenraum geschickt, die Walzen fürs Drucken holen. Ich recke mich nach oben um eine Walze aus dem Regal zu ziehen, da reißt Christoph die Walze aus dem Regal, sie fällt mir auf den Fuß, es tut höllisch weh. „Heb das auf!“ sagt Christoph, eiskalt „Ich hau dir sonst auf die Fresse, nachher in der Pause.“ Ich schlucke einen Klops Tränen herunter und hebe die Rolle auf. „Hahaha, R. hat sich die Walze auf den Fuß geschmissen!“ grölt Christoph, während er wieder in die Klasse geht.

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Ich bin 7. Vor einigen Wochen ist mein Vater gestorben. Es ist Schulsport. Völkerball. Ich werde getroffen, an den Kopf. Der Schmerz ist schlimm, aber schlimmer ist die Erniedrigung, denn Phillip, der mich abgeworfen hat, ruft „Haha, heul doch! Heul doch!“. Und ich heule. Wie ein Baby. Ich renne in die Umkleide, der Lehrer kommt nicht, irgendwann kommen meine Klassenkameradinnen, ich heule immer weiter, alle gehen raus, ich irgendwann auch, nächste Stunde, Schule ist wichtig. Draußen steht die halbe Klasse, ich heule immer noch. „Heul doch, Heul doch!“ skandieren die anderen Kinder, während ich völlig aufgelöst in unser Klassenzimmer laufe. Nach drei, vier solchen Situationen nehme ich mir vor, nie mehr in der Öffentlichkeit zu heulen.

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Der Junge an der Wand versucht es mit Lachen. Hahaha, alles nur ein Spiel. Schubst wie spielerisch zurück, die Jungen brüllen immernoch, er lacht, nicht herzlich, nicht höhnisch. Er unterwirft sich. Und langsam lassen die Jungs einer nach dem anderen von ihm ab. Der Ohrbrüller braucht dafür am längsten.

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Ich bin 10. recht frisch auf dem Gymnasium. Meine Noten sind nicht, wie meine Grundschullehrerin es prophezeit hatte, schlechter geworden. Sie sind noch besser geworden. „Streber!“ ist das Wort, was für Kinder wie mich reserviert ist, jedenfalls finden das ein paar der Kinder in meiner Klasse, vor allem Stefan. Stefan ist nicht so gut in der Schule. Stefan kompensiert das aber auch nicht mit Fleiß. Ich brauche nichts kompensieren, es fliegt mir einfach zu und macht mir auch noch Spaß, den ich nicht verstecke. Viel lernen tue ich nicht mal. Trotzdem „Streber!“. Meist stehe ich drüber. Heute nicht. Heute haben wir eine Mathearbeit zurückbekommen und ich habe volle Punktzahl. „Whuhuuu!“ sage ich, als ich das Heft öffne. „STREBER!“ brüllt Stefan. Ich nehme mein Mathebuch und gehe durch das Klassenzimmer zu Stefan. Und dann haue ich ihm mit dem Hardcover-Mathebuch ganz besonnen auf den Kopf. Berechtigterweise kriege ich dafür Ärger. Stefan kriegt nix, nur Mitleid für die Beule. Ab da schaue ich in zurückgegebene Arbeiten erst in der Straßenbahn nach Hause.

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Die Kunststunde ist vorbei und wir stehen auf dem Schulhof. Christoph mit seinen Kumpels, ich in einer Mädchengruppe. Christoph kommt rübergeschlendert wie in einem schlechten Teeniefilm, breitbeinig und mit einem gekünstelten Gangleaderhabitus. „Ey, was war das mit der Rolle, häh?“ fragt er. Ich sage trotzig gar nichts. „Wollteste mir die auf den Fuß schmeißen oder was? Soll ich das der Frau N. erzählen, wie du mich angegriffen hast, Fotze?“ Ich sage weiter nichts, jetzt aber weil ich dann vor Wut heulen würde. Und ich heule ja nicht in der Öffentlichkeit. „HHÄÄÄÄHHH???“ schreit mir Christoph mitten ins Gesicht. Wimmernd und mit zitternder Unterlippe renne ich in den Tischtennisraum und verstecke mich heulend unter der Tischtennisplatte, wo mich jede Menge Leute sehen können, aber vielleicht ja auch beschützen. Frau N. wird später dazu sagen, ich solle doch lieber allein irgendwo hingehen, wenn ich mich nicht gut fühle. Ich fühle mich wie der schlimmste Versager auf Erden. In der Öffentlichkeit geheult, Christoph das Feld überlassen, für mich nicht eingestanden. Christoph wird, nachdem ich endlich einer Lehrerin meine Schmach und seine Beleidigungen gestehe, für eine Woche von der Schule freigestellt, danach darf er nicht mehr mit mir reden. Und irgendwann wirds ihm tatsächlich langweilig. Ich bin immer auf der Hut. Keine Angriffsfläche bieten wird mein wichtigstes Ziel.

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Die Jungs spielen jetzt. Sie stehen eineinhalb Meter von dem Jungen entfernt, der immernoch an der Wand steht. Er guckt zu den Jungs, zu Boden, zu den Jungs, sie stehen mit dem Rücken zu ihm. Er fängt an zu weinen. Jetzt reichts. Ich steige aus dem Auto, endlich, gehe auf den Jungen zu. Er sieht mich, er weiß, was jetzt kommt, er reißt die Augen auf und dreht sich um und geht weg, betont unauffällig, fast normal. Ich verstehe ihn. Ich verstehe ihn wirklich gut, denn er wird die Konsequenzen tragen, von dem, was ich jetzt tue. Sein Leben wird noch schlimmer werden. Es wird Gespräche geben, mit den Kindern, eventuell Eltern, es wird Beschuldigungen geben und vielleicht wird, wie bei H., auch einfach gar nichts passieren. Aber wenigstens muss doch mal jemand diesen Pausenaufsichten den Marsch blasen, wieso da auf diesem Teil des Schulhofs niemand ist. Wieder anmeckern, dass da was schief läuft. Wieder anmeckern, dass an dieser Schule in allen Altersklassen übel gemobbt wird und alle so tun, als wäre nix und doch alles fein, wenn immer alle Kinder alle anderen Kinder zum Geburtstag einladen müssen. Es kotzt mich so an. Ich gehe zur Pausenaufsicht, erkläre, was ich gesehen habe, zeige mit dem Finger auf Kinder, Acht-, Neunjährige, Kinder. Der Junge sieht das und beeilt sich, zu den Jungs zurückzukommen, Normalität, haha, alles nur ein Spiel. Kein Verräter sein. Der Lehrer bedankt sich bei mir fürs Bescheid sagen. Ich kann leider nichts mehr sagen. Ich heule ja nicht in der Öffentlichkeit.

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H. macht jetzt Taekwondo. Er muss lernen, sich zu behaupten. Die Schläger und Spucker machen weiter.

Tag 987 – Grummelig.

Heute ein ganz starkes Gefühl von #alleirre. Ich vermute fast, es hängt mit meinem eigenen Stress (der zu 100% hausgemacht ist) zusammen. Ach was, ganz sicher tut es das. Aber meine Toleranz für jegliches „Du musst“ ist grad echt niedrig. Das gilt für „Du musst mir meinen Käse kleinschneiden!“ und für „Du musst dich über XYZ aufregen!“ genauso wie für „Du musst Irland* schön finden!“ und „Du musst Werbung im Blog haben, sonst trägt sich das ja nicht!**“ und auch „Du musst ganz doll Panik kriegen und alles löschen wegen GDPR!!!***“.

Ich atme deshalb einfach und gehe jetzt schlafen.

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*Habe einen Podcast gehört, nämlich „Anekdotisch Evident“ Folge 5, da wird sehr von Irland geschwärmt, die Landschaft, die Leute, die Landschaft, oh so schön. Ich war auch schon in Irland. Ja, die Landschaft ist wunderschön. Leider bei meinem letzten Besuch (2010) überall zerrupft von einzelnen, leerstehenden Neubauten. Aber wirklich wunderschön. So wie hier. Nur mit weniger Fjorden. Und Schafe gibt’s hier auch überall. Sogar dauernd wechselndes Wetter haben wir. Und sowas ähnliches wie Sozialismus. Und man darf hier sogar abtreiben.

**Guess what: tut es auch nicht.

***Phew. Es ist kompliziert, hmm? Also, ja, dadurch, dass hier Menschen lesen, die EU-Bürger sind betrifft auch mich GDPR****. Da hilft nämlich leider nicht, dass wir hier im Non-EU-Ausland sitzen. So. Andererseits habe ich keine extra Plugins und ein sehr Basic WordPress-Theme und WordPress sagt, dass sie die Core WordPress-Funktionen bis zum 25.5. GDPR-gerecht gestalten werden. Ich verlasse mich da ein Stückweit drauf, dass dem so sein wird. Möglicherweise, wenn ich den Verdacht haben sollte, dass das *trotzdem* nicht GDPR-konform läuft, werde ich die Kommentarfunktion komplett abstellen. Das ist dann blöd für uns alle. Oder ich lass es halt drauf ankommen, dass mich wer auf 4%***** meines spektakulären Jahresumsatzes verklagt. Zwinkersmiley.

****Auch wenn die EU ja alles Wichtige in allen 24 offiziellen EU-Sprachen herausgibt, bleibe ich bei Englisch. Weil ich’s kann (und das sonst in meinem Gehirn nur Brei wird).

*****Ja, mir ist schon klar, dass es vermutlich auch nen Mindestbetrag gibt. Aber ich hab keine Lust, nachzugucken.

Tag 984 – Wettbewerbe und ich.

Jemand(TM) hat mich zu einer Fitbit-Challenge herausgefordert. Wer am Wochenende die meisten Schritte macht. Ich habe mir Zeit gelassen, die Challenge anzunehmen. Warum? Weil ich mich in dem Punkt kenne. Ich verbeiße mich in dem Moment, in dem ich das annehme. Verlieren ist keine Option. Ich bin die schlechteste Verliererin der ganzen Welt und mein Ehrgeiz ist unfassbar ausgeprägt, das halte ich eben dadurch ganz gut in Schach, dass ich Wettbewerbe wann immer möglich meide. So bin ich, seit ich mit dem Turniertanz (auch noch in ner Formation, wo man ja keinen Einfluss auf die Leistung der anderen Mitglieder hat! Da musste mein Zen aufs Maximum gechannelt werden und als das irgendwann nicht mehr klappte (und mir dazu noch die Mädels für die Hebefiguren zu schwer wurden… das Alter, die Zipperlein, Hurz!) habe ich aufgehört. Härteste und beste Entscheidung in dem Moment.) ganz gut gefahren, aber das ist ja nun auch 11 Jahre her, da dachte ich, ich hätte mich vielleicht inzwischen besser unter Kontrolle.

MÖÖÖÖP!

Ich werd nie wieder irgendwo hingehen. Also es war schon schön und so, ich weiß jetzt auch, dass auf dem Ladestien jetzt kein Eis mehr liegt, frische Luft, Bewegung, Dings, Pippi kann jetzt Laufrad fahren und ich bin soweit eingenorwegert, dass ich Merinowollskiunterwäsche besitze und als einziges Oberbekleidungsstück in der Öffentlichkeit trage, aber alter, ich bin platt jetzt.

This escalated quickly und morgen nehme ich den escalator und nicht die stairs. Von den 100 Treppen waren zwar 95 eigentlich keine, sondern eben Ladestien, aber das ändert am dumpfen Oberschenkelgefühl ja mal gar nix.

(Sieht so aus, als würde ich gewinnen. Aber das Wochenende geht ja noch zwei Stunden. Bleiben Sie dran, es bleibt spannend.)

Tag 983 – Recovery Day.

Heute war im Grunde nicht viel, Samstag halt. Hinten raus würde es etwas stressig, weil wir noch einkaufen mussten, als wir vom Trondheim Vegan Fair zurückkamen. Das ist ja bei uns um die Ecke und eigentlich immer sehr nett, allerdings war es mir heute viel zu voll und mit einem zu starken Fokus auf Bilder von schrecklich leidenden Tieren. Ich frage mich in diesem Zusammenhang echt, warum die da an jedem 2. Stand Plakate haben, auf denen traurige Ferkel in winzigen Zellen oder halbtote Legebatteriehühner zu sehen sind. Denn die Leute, die da hinkommen, sind ja zumindest aufgeklärt und aufgeschlossen, vielleicht sogar selbst Vegetarier oder Veganer, die wissen doch, dass Massentierhaltung scheiße ist. Und Laufkundschaft wird’s da wohl kaum geben, dazu ist es wiederum zu weit außerhalb des Stadtzentrums. Mir schlagen solche Bilder jedenfalls auf den Magen und der diskriminiert da dann nicht, sondern hat auch auf die vielen veganen Leckereien und Probierhäppchen und Menüs sippenhaftmäßig auch gar keinen Bock mehr. Gegessen haben wir dann auch erst, nachdem die Kinder sich in der Öko-KiTa nebenan ordentlich ausgetobt hatten und bemalt und glücklich waren. Da waren die köstlich aussehenden veganen Pralinen aber schon weg. (Mac ’n‘ Greens war aber auch echt richtig lecker.) Insgesamt war es ein echt schöner Ausflug, die Kinder hatten Spaß und waren hinterher ordentlich müde und das ist am Wochenende doch irgendwie alles was zählt.

Tja und weil sich dann eben alles um die zwei Stunden verzögerte, die wir länger da waren, als geplant, gab es Kinder-ins-Bett-bringen erst um halb zehn, Sportprogramm für mich (geplant war Recovery Day, 17 Minuten Pilates und Stretching, aber ich hatte so Bewegungsdrang und auch ein bisschen Wut, weil alles so spät geworden war, dass ich noch 30 Minuten Cardio vorher gemacht hab) um viertel nach zehn, Fußbad um viertel nach elf und eben jetzt erst Bett und Blog. Hmm.

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Auto-Lobhudelei: So schnell habe ich wohl noch nie eingekauft.