Tag 896 – Pros and Cons.

Con: Michel ist krank.

Pro: Dadurch konnte ich noch zwei Stunden dösen, während er Mausclips guckte.

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Pro: Pippi war fit genug für den Kindergarten.

Con: Betonung auf war, vorhin hatte sie 38,1, wir werden sehen.

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Pro: Wir haben jetzt wieder einen zweiten Autoschlüssel.

Con: Dafür und für den neuen Spiegel habe ich mir heute morgen ab halb acht anderthalb Stunden lang den Hintern im Autohaus breit gesessen.

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Con: Diverse Geld-Dinge erfordern entschlosseneres Auftreten meinerseits, inklusive „Ich kenne meine Rechte“-Rumgepluster.

Pro: Viele Punkte auf dem Erwachsenen-Konto. Und ich kann sowas mal üben.

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Pro: Ganz viel rumgegammelt und mit Michel gekuschelt.

Con: Keine Bewerbung verschickt.

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Pro: Sport gemacht.

Con: Für ganze 12 Minuten.

Con 2: Trotzdem haben mich diese 12 Minuten „Lower back and Abs“ ziemlich fertig gemacht.

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Pro: Die Kinder husten gar nicht so schlimm.

Con: Alles im Kinderzimmer riecht nach Zwiebel.

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Pro: Ich bin müde.

Con: da gibt’s keins, Hurra!

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Auto-Lobhudelei: soweit meine Frau gestanden. Wie ich finde, souverän auf „Wir bieten Ihnen diesen mickrigen Anteil, mehr können wir leider, leider gaaaar nicht machen.“ reagiert und nicht durch „Wattsefack???“-Schreien.

Tag 895 – T(r)oll.

Ich denke seit Wochen an Twitter und meinem Verhalten da nach. Ob es wirklich so schlimm wäre, wenn ich wirklich ganz ohne Blatt vorm Mund schreiben würde, was ich meine. Das ehemals gemobbte Mädchen in mir weint schon beim Gedanken daran, denn hui, oft denke ich echt böses Zeug. Sowas wie „Das ist eine echt beknackte

Absatz gelöscht.

Sehen Sie, es ist mir eben nicht egal, was andere von mir denken. Und grade bin ich besonders empfindlich und möchte viel um mich schlagen und entgegen meines eigenen Grundsatzes „Jede*r wie er/sie mag“ all dieses aufgestaute Aggressionspotenzial rauslassen und einfach mal meine Meinung sagen. Die hab ich nämlich oft.

Stattdessen werde ich versuchen, Twitter zu reduzieren und (!) mehr Sport zu machen. Vielleicht sollte ich boxen oder so. Gibt es einen Sport, in dem man wahllos Leute anschreit „Deine Frisur ist hässlich und deine Kinder rotzfreche Blagen!“? Das wär was für mich.

Hilfe, in mir wohnt ein unterdrückter Internet-Troll.

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Auto-Lobhudelei: Zwei Bewerbungen, ein Telefonat, ein genähter Rock, Abendessen für alle und niemanden im Internet getrollt.

Tag 893 – Schon wieder.

Genervt von mir selbst. Ich bin weinerlich und reizbar und das einzige gute heute war die viertel Stunde die ich spontan an der Nähmaschine verbracht habe.

Gebacken habe ich auch, aber heute ist so ein Tag, da denke ich nur: das interessiert doch keine Sau. Und die Brötchen sind eh hässlich geworden. Der eine Brot-Teigling war schon verhautet und ist nicht so schön aufgegangen, den anderen hatte ich falschrum zur Gare gestellt und der ist deshalb nicht schön aufgerissen. Ich bin schon echt ne Heldin.

Ich wär so gern positiver. Echt. Aber: nee. Jedes Mal wenn ich gezwungen werde, über meine Situation* zu sprechen (weil es Leute halt interessiert, wie es hier so weitergeht), erzähle ich so und höre mich reden und denke: scheiße. Das ist echt alles bescheiden hoch drei. Und da locker-flockiges schreiben, fällt mir schwer.

Ich versuche es. Versprochen.

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Auto-Lobhudelei: ach…

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Ok, nochmal: Auto-Lobhudelei: Das Back-Soll ganz und das Näh-Soll fast erfüllt. Wocheneinkauf in 40 Minuten in 2 Läden erledigt. Leckere Bolognese-Sauce gekocht.

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*arbeitslos. Fucking arbeitslos. Das Amt kann mich theoretisch zwingen, ne Ferienvertretung im Kliniklabor Namsos anzunehmen, wenn ich sie angeboten bekäme. Das fühlt sich schon nach drei Wochen echt furchtbar an und wird wohl noch ne Weile so weitergehen. Hilfe? Nö. „Sie können selbst in Arbeit kommen.“ Ja. Falls ich darüber nicht die Nerven verliere.

Tag 891 – Nichts getan, nichts zu sagen.

Ein Kleid habe ich fertig genäht und ich sage es mal so:

– ich werde nie wieder das Kontrollquadrat nicht nachmessen

– ich werde nie wieder Taschen aufnähen, bevor das Ding ansonsten fertig ist, schon mal gar nicht mit einem Dreifach-Stich

– ich werde vielleicht nie wieder was anderes als Salat essen, damit ich weiter in das Kleid passe, das eigentlich „lässig und bequem“ hätte sein sollen

– meine Laune war schon mal besser

Sonst war nix. Langlauf ist wegen Magen-Darm im Haus meiner Kollegin ausgefallen. Hurra für Salat.

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Auto-Lobhudelei: mich von dem Satz „Ich dachte, Sie wären eh in der Gegend, wieso jetzt Reiserechnungen?“ nicht komplett aus der Fassung bringen lassen und das „Arschgesicht“ nur gedacht.

Tag 890 – Kurze Schnipsel.

Schon spät und ich fühle mich tatsächlich schon müde (Tadaaaaa, Fanfaren und so!), deshalb heut nur Halbgares.

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Habe mir – aus Gründen – heute viele Gedanken zum Sport gemacht. Morgen gehe ich Ski fahren (Langlauf). Zusammenhang nicht ausgeschlossen und demnächst vielleicht mehr.

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Bei der Endokrinologischen Poliklinik gewesen. Kurz gesagt: die Medikamente schlagen an, aber dieses Mal wirken sie schon nicht mehr sooooo durchschlagend wie bei der ersten Runde. Auch deshalb wird auf jeden Fall kein drittes Mal damit behandelt. Ich soll mir Gedanken über eine „endgültige Therapie“ machen – also Entfernung der Schilddrüse. Außerdem habe ich eine Überweisung zur Augen-Poliklinik bekommen um abchecken zu lassen, weshalb ich auf Selfies ein Auge mehr offen hab als das andere, im Spiegel aber nicht. Insgesamt ein erfolgreicher Termin, denn mir klang noch die Aussage meiner Freundin in den Ohren (hat auch Graves): „Mir hat der Arzt in der Poliklinik gesagt, das kann oft wiederkommen, aber am Ende wird man gesund.“. Ich finde die bloße Vorstellung, die nächsten ~15 Jahre im 3-Jahres-Rhythmus Rückfälle zu haben, Monatelang am Rad zu Drehen, mit dem Gewicht Achterbahn zu fahren und immer die Angst, dass die Aufen betroffen werden könnten, total gruselig. Endgültige Therapie (mein Hirn will immer Endlösung draus machen, MACH DAS NICHT, HIRN!) klingt zwar auch nicht schön, aber allemal besser als das. Hmmhmm.

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Datum für die Defense steht fest: 22.06. Badumm, Tsss.

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Traf einen Kollegen und verquatschte mich im Flur: selbst als Post-doc hat er nicht mehr so richtig Bock auf Science. Unsere Arbeitsgruppe scheint Leuten die Lust an Wissenschaft zu rauben. Tjanun. Ich bin da raus. Selbiger Post-doc sagte übrigens, dass die Defense bei uns nicht mehr als sechs Monate nach der Abgabe SEIN DARF. Schön.

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Ich mag keine Anrufbeantworter und welche, die die Zeit zum draufsprechen auf 30 Sekunden begrenzen, erst recht nicht. Peinliche Nachricht hinterlassen: ohne Name (glaube ich) und mit vielleicht nur halber Telefonnummer wegen Zeit. Und dabei hatte ich wirklich nicht viel gesagt. Hrmpf.

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Auf dem Weg vom Kindergarten nach Hause unseren Fahrradanhänger gefunden. Hingeworfen in eine Ecke. Weil es schon dunkel war, fand ich den Schiebebügel nicht, ansonsten ist das Ding aber im gleichen Zustand wie am Sonntag. Und soll ich Ihnen mal was sagen: diese Achtlosigkeit ärgert mich fast noch mehr als hätte ich demnächst ne finanziell schlecht gestellte Person damit ihre Kinder rumfahren sehen. Nicht fast. Es ärgert mich noch mehr, denn es ist rücksichtslos und gedankenlos und zeigt meinem Wertesystem den Stinkefinger.

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Genäht. Ich glaube, nachdem ich noch fünf Stellen nachgebessert hab, ist der eine Pulli endlich wirklich fertig.

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PMS heute deutlich besser. Hurra!

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Muss Schluss machen. „Mama? Banane. Ginkem.“

Tag 889 – Zäh und ätzend.

Ist es ein Kopfschmerz?

Ist es eine schlechte Laune?

Nein! Es ist PMS!

(Vermutlich.)

Es ist früh dran, wir werden sehen, wie lange es bleibt und wie dringend da der Handlungsbedarf ist. In jedem Fall besteht welcher. Ist ja auch ne Einsicht.

Jedenfalls machte es mir den Tag heute schwer. Haben Sie mal versucht, alles hassend, allen voran sich selbst!, Bewerbungen zu schreiben? Wenn’s nur irgendeine gewesen wär, aber diese hier war mir wichtig und die werde ich modifiziert auch noch mehrmals an das gleiche Unternehmen schicken, denn da sind mehrere sehr ähnliche Post doc-Stellen ausgeschrieben. Und die heute, die erste, das ist die beste von denen und das Unternehmen ist jetzt aber auch nicht grad bekannt dadurch, Underachiever einzustellen, also: hui. Huiuiui. Ich habe schlussendlich nach Mittagessen, Dusche, drei Kaffee und einer Kopfschmerztablette doch noch etwas geschafft, mit dem ich zufrieden bin. Ich würde mich einstellen – und das sage ich nicht oft. Aber der Weg war steinig heute.

Dazu kam:

  • Mahnung über die längst bezahlte Miete.
  • Nervige Korrespondenz mit der Mietmakleragentur, über die die Wohnung hier gemietet ist. Fazit: Verlängerung nur um zwei Monate (bis Ende April) möglich, danach muss ein neuer Vertrag her, mit dem wir uns dann wieder eine ewig lange Kündigungsfrist ans Bein binden.
  • SAS stellt sich quer, mich für die gecancelten Flüge zu entschädigen.
  • Nachricht, wann meine Defense sein wird: am 22. *grobe Flüche einfügen* JUNI. Aus Gründen, aber: ALTER!!! Das sind noch mehr als 5 Monate, what the actual eff. 5 Monate, um wirklich sicher zu gehen, dass ich verrückt werde. Ich hasse es. In Kombination mit dem zweiten Punkt besonders prickelnd.

Darf ich in meiner pessimistischen, misanthropischen Grundhaltung mal kurz was prophezeien? Nein? Mir egal: die Versicherung wird nicht für die gestohlenen Sachen aufkommen, die Firma mit dem vergeigten Vorstellungsgespräch nicht für die Reisekosten aufkommen, SAS wird einfach weiter behaupten, das Wetter war schuld und das Restaurant wird am 22.06. nicht können, weil die Cousine des Schwagers des Inhabers da heiratet. Und Job kriegen/Umziehen/KiTa-Plätze besorgen wird die Hölle auf Erden.

So, dann wäre ich jetzt bereit, mich positiv überraschen zu lassender wenigstens sagen zu können: tja, hab ich ja gesagt, dass es so kommen wird.

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Auto-Lobhudelei: Bewerbung geschrieben, nur kurz wegen des Datums für die Verteidigung geheult, nichts angezündet.

Tag 888 – Tatsächlich ein Tag für Schnaps.

Heute morgen, es war alles etwas hektisch. Gestern Nacht hatte es so laut* gestürmt, dass ich vor irrationaler „Ach du kacke, was, wenn der Wind die Fenster eindrückt/den riesigen Baum umwirft/Flugzeuge aufs Dach pustet?!?“-Gedankenmacherei nicht so richtig entspannt geschlafen habe. Jedenfalls kam ich mit Pippi und dem Auftrag „setz‘ sie schon mal in den Anhänger“ die Treppe runter und stolperte fast über das Stützrad vom Anhänger. Das lag da einfach auf dem Boden rum, mitten im Weg. Moment? War es vom Anhänger abgefallen? Das macht keinen Sinn, das ist da mit so nem verfluchten Schnappbolzen, der mich schon einige Fingernägel gekostet hat, dran fest gemacht. Dran fest – aber wo?

„Äh, Felix? Ist geklaut!“ rief ich ins Treppenhaus wieder hoch.

Damn. Ist tatsächlich in der Nacht, in der eh alles klapperte und dengelte und laut war, in unseren Hausflur eingebrochen und hat den Anhänger geklaut. Den ollen, auseinanderfallenden Anhänger, den ich in ein paar Monaten, wenn wir egal wohin umziehen, auf den Schrott gebracht hätte, weil der echt zu kaputt zum Verschenken ist! War. Ist. Dafuq? Ich nehme an, der (einzelne) Mann (oder die Frau mit sehr großen Füßen) hat ihn an Herrn Rabes Fahrrad (Jupp…) gehängt, um meine ja doch schwere Fahrradbatterie (Aaaargh!) zu transportieren. Der Fahrradcomputer (Augenrollen) ist ja klein, der passt in die Jackentasche.

Weshalb ich annehme, dass es ein Mann war. CSI Trondheim ermittelt.

Wir haben jetzt also keinen Fahrradanhänger mehr und kein Fahrrad, das zu 100% einsatzbereit ist. Der Kinderwagen steht in der Wohnung (alter, der hat über 1000€ gekostet, das ist dem vielleicht nicht bewusst gewesen oder er hatte keine Möglichkeit, ihn mitzunehmen, aber: Puh!), die Kinderfahrräder und Schlitten wandern gleich noch in den Keller. Die Hintertür wird repariert, ich werd vermutlich auch heute Nacht nicht so ganz toll schlafen und muss mich zusätzlich zu allem anderen nun auch noch mit Polizei (Anzeige heute direkt erledigt, die Polizei macht da genau gar nix, leitet es aber immerhin direkt an die Versicherung weiter) und Versicherung rumschlagen, mein Rad reparieren lassen (die Batteriehalterung ist, da die Batterie ja abgeschlossen war, durch die grobe Gewalt einfach zerbrochen) und den Kindern, vor allem Michel, versichern, dass das gar nicht schlimm ist, dass die Polizei die Diebe nicht einfängt. Dabei finde ich das ja auch zwar verständlich, aber schlimm.

Achgnarfz. Jetzt ist dann auch mal genug Mist passiert, für die nächsten, hmmm, drei Jahre ca.

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Auto-Lobhudelei: einen Teil der Wut in Energie umgemünzt und Bewerbungen quasi am Fließband generiert. Tjanun, wenn die Stellen super ähnlich sind, nur einmal mit øko vorne (und je einmal befristet/fest angestellt), und ich von beidem keine Ahnung hab und deshalb auf meine außerordentlich schnelle Auffassungsgabe und mein Engagement und meine Motivation, meine Fähigkeiten zum Wohle der Gesellschaft/Umwelt einzusetzen poche, dann geht sowas fix. Außerdem will das NAV (Arbeits-/Sozialamt) halt ne bestimmte Anzahl an Bewerbungen sehen und ich weiß nicht, ob diese Anzahl die internationalen mit einschließt, also: auf, auf. Ging heute recht gut.

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*ja genau. Ein Teil des Lärms war gar nicht der Sturm.

Tag 886 – Chill mal.

Heute quasi nix gemacht. Und das, vor dem mir am meisten graute: mit Pippi (aka. the Motzmaus aka. Trotzkind aka Die-Stur-Wie-Ein-Stier-Ist) alleine den Wocheneinkauf machen, war dann ganz entspannt und lustig. Tja, aber so hat man halt nix zu schreiben… Ist das jetzt schlimm, frage ich mich, müsste ich mehr schreiben, laufen mir die Leser*Innen sonst davon? Ist es Zeit für Nacktbilder oder wenigstens Bjutivideos? Elternsex im Familienbett, aber erst wenn alle geimpft sind?

Und dann denke ich: nee. Das ist ja hier mein Tagebuch, an manchen Tagen passiert nichts bahnbrechendes und manchmal (heute) sind das sogar die besten Tage von allen.

Und ein Durchbruch ist mir heute ja doch gelungen: ich habe endlich eine perfekt zu mir passende Foundation(-farbe) gefunden. Also, genau genommen, zu meiner wirklich unfassbar hellen, blaustichig-rosanen, fast durchsichtigen Winterhaut. Es ist – Überraschung! – die hellste Nuance. Badumm, Tss, wer hätte es gedacht. Die Verkäuferin jedenfalls nicht, die meinte schon zu der eine Stufe dunkleren (und dann auch noch mit gelben Untertönen, herrje, damit sehe ich wirklich wie ein Gouda aus), die sei vermutlich noch zu hell. Aber so sieht man jetzt keinen Unterschied mehr zum Dekolleté/ den Schultern und so soll es ja sein. Und aus jux und dollerei habe ich mir dann einfach mal ein samstägliches Gemütlichkeits Make-Up gemacht, mit dem ich auch im Supermarkt kaum auffiel.

(Get the party startet.)

Jetzt noch blaue Haare und die dann wieder in ne Frisur.

Auch im Bild, aber schlecht zu erkennen: mein einer neu genähter Pulli. Über den (und andere neue Teile) werde ich noch mal gesondert schreiben.

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Auto-Lobhudelei: gechillt, Herrn Rabe eine Sache mitgeteilt, die mich an unserem Zusammenleben grad stört* und relativ wenig die Kinder angemeckert.

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*Es gibt in unserer Beziehung zwei Arten, wie Konflikte ausgetragen werden: entweder, es schwelt ewig und beide meinen, der andere könnte ja mal was merken und dann kommen ab und an mal schnippische Kommentare und passiv aggressives Verhalten und dann hat man ja ein bisschen Dampf abgelassen und es schwelt wieder ewig und wenn sie nicht gestorben sind, dann zicken sie sich noch heute an; oder, das passiert wesentlich seltener, es ist so wichtig, dass es aus einem von uns (ok, mir) sofort Vulkanartig herausbricht, es wird sich angebrüllt, mit Türen geknallt und geheult und dann redet man drüber und findet eine Lösung und dann ist es das gewesen. Aus meiner Herkunftsfamilie kenne ich eigentlich nur letzteres, Herr Rabe aber nur ersteres. Ich versuchte heute morgen einen neuen Ausweg aus der ersten Variante zu finden, ohne irgendwann Weg 2 einzuschlagen.

Tag 883 – Laaaaangweilig.

Heute:

  • 1 Bewerbung geschrieben
  • Bank- und Finanzplanungskram erledigt
  • 2 Brote gebacken
  • 1 Schnittmuster (aus Papier) zusammengebastelt
  • Wäsche zusammengelegt, aufgehängt, verräumt, in den Trockner gesteckt…
  • Suppe versalzen*
  • Pippis Wutanfall** im Kindergarten ertragen ohne auszuflippen

War aber alles eher lahm, nix spannendes, oder vielleicht kommt mir das auch einfach nicht so besonders fancy vor. Das Hausfrauenleben.

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Auto-Lobhudelei: Ich bin soweit im Soll mit meiner Planung und habe noch nicht völlig resigniert. Yeah.

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*Jaaaa, natürlich bin ich verliebt! Was sonst. Seit >10 Jahren in den Selben.

**Der goldene*** Pädagogenpreis geht heute an die KiTa-Betreuerin, die mir beim Abholen lang und breit von Pippis Wutanfall beim Mittagessen erzählen musste, während Pippi daneben stand. Unter Nennung aller relevanten Stichworte, wie zum Beispiel „Joghurt“ und „hatte keinen“. Ich durfte dann das Re-Enactment ausbaden.

***aus Pappmaché, das liebevoll um eine Plastikflasche geklatscht und mit schadstoffarmer orangener Farbe ungleichmäßig und nicht-deckend angesprüht wurde.