Tag 907 – Wäähäähää und Squiiieeeeek.

Heute lief der Tag im Prinzip gut, mit ein paar kleinen Holperern, als Pippi mit Filzstift auf den Fußboden malte und Michel das gesamte Bad flutete. Das mit dem Filzstift war extra mies, weil ich vorher noch die Filzstifte weggelegt hatte mit den Worten „Hier auf dem Fußboden wird nicht mit Filzstiften gespielt.“, dann aber aufs Klo ging und Herr Rabe holte irgendwas und in den wirklich höchstens zwei Minuten holte sich Pippi die Box, machte sie auf und bedeckte zwei gut tellergroße Stellen mit Rot. Nun. Es gab einen Anschiss und Herr Rabe schrubbte dann in Windeseile das Rot vom Laminat, erst mit Feuchttüchern und den Rest mit einem Glitzischwamm „für Teflon geeignet“ und Spüli. Ging. Das mit dem gefluteten Bad war einfach nicht aufgepasst von Michel, dadurch aber nicht weniger blöd, kurzzeitig hatten wir dann auch keine trockenen Handtücher (oder Hausschuhe oder Schlafanzüge für Pippi) mehr und Michel grummelte vor sich hin, weil auch er von mir eine Ansage bekam. Aber wer meint, groß genug fürs Wasser selbst steuern zu sein, der muss auch checken, ob die Duschtür richtig zu ist. Hat er jetzt hoffentlich gelernt.

Ich bekam dann auch noch die geballte Wut von gleich zwei Kindern ab, weil ich Ketchup auf der Pizza untersagte. So eine Barbarei fangen wir gar nicht erst an und da beide vorher ne halbe rohe Paprika gegessen hatten, sah ich auch keinen in akuter Skorbut-Gefahr. Dann war ich halt mal kurz die super fiese Mama. Ich konnte es grad noch retten, indem ich auch auf die Kinderpizza Räucherlachs legte. Puh.

Dafür meinte meine Nähmaschine nach dem Abendessen, sie hätte für heute schon genug getan. Ich hatte am frühen Nachmittag einen Pulli für Herrn Rabe fertig genäht und dachte, ich könnte heute Abend noch den für meinen Bruder zusammennähen. Aber beim Ärmel einsetzen fing irgendwas an, zum Gottserbarmen zu Quietschen und zwar in einer Frequenz, die mir Zahnschmerzen bereitet und Fledermäuse gegen die Wand klatschen lässt. Das war schier unerträglich. Da ich dann aber auch beim näheren Drübernachdenken mich nicht mehr dran erinnern konnte, wann ich das letzte Mal die Maschine gründlich* gereinigt hab und vor allem geölt hab, brach ich das Nähen erstmal ab und baute die Maschine nach Anleitung auseinander. Es ist tatsächlich schon ein bisschen länger her, dass ich das gemacht habe. Inzwischen ist es mir wieder eingefallen, es war im Sommer 2015. Hupsi. Kein Wunder, dass da was quietscht. Obwohl es alles noch gut geschmiert aussah, das muss man sagen, es war nur wirklich alles voller feiner Stofffussel. Ich saugte also alles erstmal grob mit dem Staubsauger ab, bürstete den Rest mit dem Tool, das zur Nähmaschine gehört, weg, ölte die zwei Stellen, die nach Anleitung geölt werden sollen, baute alles wieder zusammen, ließ die Maschine ca. 2 Minuten lang ohne Faden laufen (es quietschte jetzt nicht mehr, ich hoffe, es bleibt so) und dann packte ich alles auf den Schrank, weil morgen die Putzhilfe kommt. Mein Bruder wird also noch einen Tag länger auf seinen Pulli warten müssen. Schlimm.

Gebacken wird auch erst am Dienstag, weil ich heute keine Lust hatte Vorteige zu machen und die Kinder sich eh schon auf kalte Pizza in der Brotdose freuen. Ohne Ketchup.

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*Also grob reinige ich die schon sehr viel häufiger. Aber ich baue eben eher selten die Platte ab, fummle das Unterfadengehäuse raus und mache darunter und da drum rum sauber.

Tag 906 – Nüscht.

Die heutige Zahl kann man um 180 Grad drehen und sie ist die gleiche. Spannender waren heute nur die zwei Folgen Stranger Things*, die wir, weil ich ja ein totaler Trendsetter, immer am Puls der Zeit und generell auch Blitzmerkerin bin, jetzt gucken. Also, die erste Staffel. Und ich hab – risikofreudig bin ich nämlich auch – erst abends den Wocheneinkauf erledigt und damit riskiert, nicht mehr alles zu kriegen. Leben am Limit hier.

Jetzt Bett, morgen nähen, übermorgen backen und dann hol‘ ich mir der Königin ihr Kind.

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Auto-Lobhudelei: erfolgreich entspannt und dran gedacht, meine Oma anzurufen und zum Geburtstag zu gratulieren.

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*Hab ich mal erwähnt, dass ich von den fünf Folgen Akte X, die ich in meiner frühen Jugend gesehen habe, zum Teil bis heute in meinen Albträumen verfolgt werde? Stranger Things ist genau meine Serie. Nicht. Also, gute Serie, aber für mich grenzwertig gruselig. Aber jetzt will ich auch wissen, wie es ausgeht und Herr Rabe hat es schon geguckt und muss halt immer Händchen halten und mich bei ganz argen Szenen vorwarnen.

Tag 906 – Stoffkaufeskalation.

Heute war ich beim Meeting unserer engeren Arbeitsgruppe (Proteomics and genome dynamics, falls Sie das immer schon mal wissen wollten) und es passierten die beiden folgenden sehr unangenehmen Dinge:

  1. Mein Chef sagte, welche Opponenten ich haben werde und meine eine Kollegin platzte heraus, wie schrecklich sie die Opponentin findet. Dann ignorierte sie geschickt, dass ich immer röter wurde und immer mehr Übersprungshandlungen die anfänglichen Witzchen ersetzten und zog geschlagene 10 Minuten darüber her, was für eine schreckliche Person und vor allem was für eine grottenschlechte Wissenschaftlerin diese Frau sei. Herrje. Meine Defense wird ein Heidenspaß, eventuell muss vermieden werden, dass sich diese beiden Damen vor dem „Bestanden“ begegnen.
  2. Mein Chef sagte vor versammelter Mannschaft „… Frau Rabe, have you been working on the presentation?“ und ich so… „Well, I have been preparing…“ Was stimmt, denn ich weiß, was ich anziehen werde und mein Make-Up steht.

Sie dürfen darüber gerne lachen. Ich lache auch. Aber es ist bei mir so: Ich prokrastiniere jetzt gerade das Vortrag erstellen mit diesen anderen Dingen, die ja auch sein müssen. Da ich kein Kostüm oder gar einen Hosenanzug kaufen möchte, den ich nie wieder anziehen werde, möchte ich selbst was nähen. Ich schwanke noch ein bisschen zwischen einer Rock-Bluse-Kombi und einem recht schlichten Kleid, werde aber in jedem Fall beides nähen, denn ich werde ja auch voraussichtlich irgendwann mal Vorstellungsgespräche haben, vielleicht über mehrere Runden, da ist es nicht schlecht, mehr als ein Outfit zu haben. Da ich aber ja eher selten elegante Dinge nähe, erforderte die Wahl der Schnitte einiges an Recherche und Herumfragen. Aber jetzt bin ich soweit, dass ich sowohl für die Verteidigung an sich als auch für die Party danach Schnittmuster ausgesucht/vorgeschlagen bekommen habe und heute habe ich die, die nicht auf anderem Wege zu mir kommen, bestellt. Hurra. Für den Abend werde ich das nähen, was zuerst hier ankommt (die Muster gab es nicht als Download), da habe ich aber, ebenfalls heute, den Stoff gekauft, den ich schon lange dafür im Kopf hatte. Für die Defense habe ich den Schnitt für das Kleid schon als Download da und eben habe ich ziemlich viel Geld für einen Merinowollstoff (200 g/m^2, also nicht so Unterwäsche-Qualität) ausgegeben, der hoffentlich so schön ist, wie er auf den Bildern aussah. Für eine Bluse habe ich einen Stoff im Kopf, den ich gern mit einem blauen Rock kombinieren möchte, aber da ist mir noch kein passender Stoff ins Auge gesprungen. Egal, das kommt noch. Grau ginge auch, oder auch rot. Oh, ein roter Rock! Ohhhh! (Sie sehen, ich habe tausend Ideen. Nicht alle sind 100% seriös, aber mei, meine Opponentin ist die schlechteste Wissenschaftlerin der Welt, who cares.)

Und falls Sie irgendwo petrolfarbene oder flaschengrüne Spitze sehen, dann schreien Sie bitte ganz laut, ja?

Hoppla, da fällt mir ein: wo sind denn meine Brautschuhe wohl? Die würden sehr gut zu dem Partykleid passen. Hmm. (Ich hab doch nicht meine Brautschuhe weggeworfen, oder? Nein. Sicher nicht.)

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Auto-Lobhudelei: Aus dem Warenkorb mit dem Merinowollstoff doch ganz viel wieder rausgeräumt. Entscheidungen getroffen. Dem Chef vom gestrigen Meeting berichtet und mich nicht wieder total in Rage geredet. Nahezu souverän den Ausbruch meiner Kollegin überstanden und sie hinterher gefragt „but why didn’t you say anything???“ und das mit ihr geklärt.

Tag 905 – Engagiert euch!

Gestern noch war ich total sicher, dass heute so ein Doktorand*Innen-Seminar unseres Institutes sein würde. Ich suchte etwa 10 Minuten lang nach der entsprechenden mail, fand aber keine und beschloss dann, das wohl mit einem anderen Seminar verwechselt zu haben, das in zwei Wochen ist. Was merkwürdig ist, hatte ich doch schon einen detaillierten Plan geschmiedet, der Institutsleitung all meinen geballten Frust um die Ohren zu hauen.

Nunja, das Ganze klärte sich dann heute Mittag auf, als mein Kalender mir eine Erinnerung schickte, in drei Stunden finge das Seminar an. Es gab keine mail, weil iPhones und iPads diese Nachrichten mit Eintragung in den Kalender irgendwie umdutzeln – dann sind sie aber Kalendereinträge. Wie auch immer, ich machte also schnell mein heutiges Sportprogramm, aß was, duschte und fuhr zur Arbeit. Bei dem Meeting sollte es um das Life-circle Management eines PhD-Studenten gehen, also vorher – mittendrin – nachher. Und ein bisschen metooacademia. Ich hatte mit meiner Panikattacken-geplagten Kollegin schon mal grob besprochen, was wir mitteilen wollen und das uns das Problem mit der Mentalen Gesundheit unter PhD-Studierenden am Herzen liegt, aber auch die Finanzierungsproblematik und Alternativen zur Akademischen Karriere (die quasi nie erwähnt werden. Nie. Und das ist doch in Anbetracht der Tatsache, dass ungefähr alle PhDs und Post-docs, die ich kenne, aus der Uni raus wollen und ein Leben haben, recht vermessen.).

Was dann geschah, sollte uns vom Hocker hauen!

PhDs machen an unserem Institut die größte Gruppe der Angestellten aus. Insgesamt sind wir etwa 120, davon werden 85 auch bezahlt (finde den Fehler). Wir haben einen (!!!) Repräsentanten in der Leitungsgruppe, also quasi der Institutsleitung, der darf bei manchen Entscheidungen in der Nähe vom am Tisch sitzen. Erstmal ging es um Neuaufnahmen. Menschen brachten an, dass es schwierig sei, sich zu Anfang zurechtzufinden, in Norwegen generell, an der Uni ebenfalls, der Medizinischen Fakultät noch mal mehr und an unserem Institut ganz besonders. Ein wiki für frische PhDs wäre doch schon. Worauf der Institutsleiter meinte, das gäbe es doch schon und dann drei aus der Leitungsgruppe geschlagene fünf Minuten brauchten, um die richtigen Schlagwörter für die Suche in unserem Intranet zu erraten. Da konnte ich mir ein „See? That is what we are trying to say.“ nicht verkneifen. Dann ging es noch kurz um die regelmäßigen Evaluierungen und ich erfuhr endlich, weshalb ich eigentlich keine Halbzeit-Evaluierung gehabt habe: Weil das Institut unterbesetzt ist. Tadaa. Ich sagte, das sei zwar nachzuvollziehen, aber für mich eben blöd, eventuell hätte man da ja mal draufgucken und früher erkennen können, dass das ursprüngliche Projekt nicht gut genug voran kommt. Ja, man wird daran arbeiten, dass wieder jede Studierende nach etwa einem Jahr so eine Bestandsaufnahme des Projekts bekommt. Und dann sprachen wir das Thema Druck an. Meine Kollegin fing an. Dann ich. Dann noch drei weitere Studierende. In diesem Raum mit vielleicht 40 Personen fanden 5 sehr deutliche und sehr offene Worte für ihre psychischen Probleme.

„I have Zoloft at home.“ „My anxiety has come back.“ „I have been on sick leave for almost eight weeks until I could get back to work.“ „I am in therapy.“

Und das waren nur die von uns, die das eben offen ansprechen und sich nicht dafür schämen.

Wir sprachen auch die (unserer Meinung nach) Gründe dafür an, dass so viele von uns die selbe Geschichte in unterschiedlichen Farben erzählen. Zu. Viel. Druck. Zu viele Artikel*, in zu kurzer Zeit, keine Unterstützung, niemand nimmt dich ernst (es wurde vom Institutsleiter wieder diese schreckliche Artikel** zitiert, der auch auf dieser „hahahaha, jaja, crazy times und am Ende arbeitet man eben ohne Geld, heult die ganze Zeit und schläft nicht mehr, voll lustig“-Welle reitet), das Geld und die Zeit rinnt dir aus den Fingern, Supervisor finden kein Ende und wollen, dass du noch mehr Experimente machst, noch mehr Artikel schreibst und das bitte alles im letzten halben Jahr, die zweieinhalb davor haste ja auf Kurse verwendet und darauf, die dämlichen Fehler anderer PhDs zu reproduzieren, weil es keine vernünftige Methodendokumentation auch über missglückte Experimente gibt***. Mehr Geld kannste dir abschminken. Es ist ja jetzt sogar das Abschlussstipendium abgeschafft worden, warum eigentlich, lieber Institutsleiter?

„Die Fakultät möchte keine Anreize schaffen, dass Projekte verzögert werden.“ (Dschiezes, und das ist den PhD-Studierenden ihre Schuld oder wie? Aaaarrrrrgh!) Und wieviele Studenten haben das mitentschieden? „Das kam von der Fakultätsleitung direkt, äh, da sind, äh, keine Studenten vertreten.“

Gut. Also nicht gut, es wird sich finanzierungsmäßig für die nachfolgenden Studierenden überhaupt nichts ändern, aber wenigstens sind mal ein paar deutliche Worte gefallen, nämlich „Ihr seid so wichtig, ihr macht die ganze Forschung und publiziert die Artikel!“ – „Ja, und es scheint euch ganz egal zu sein, wie wir das schaffen.“ Da herrschte dann betretenes Schweigen.

Und was ist die Lösung für die Misere mit dem Geld und den drei Artikeln in drei Jahren (Post-docs haben übrigens für einen Artikel zwei Jahre und haben normalerweise auch noch eigene Studenten, die, wenns gut läuft, den Großteil der Laborarbeit erledigen) und des Supervisors, die erwarten, dass man 30 Stunden am Tag an 8 Tagen die Woche bis zum Tag der Abgabe im Labor steht? „Engagiert euch in der Hochschulpolitik.“

Ähhja. Wann genau? Definitiv nicht im letzten Jahr, im ersten auch nicht (die Kurse!). Und dann? Ich erinnerte an die abgeschafften Stipendien, zu denen man auch keine Studierenden befragt hatte, auch keine in Organisationen. Ja, äh, hmm, ja, das stimme natürlich, aber wenn man Einfluss nehmen könnte, dann durch so Gremien.

Meine Kollegin brachte auch nochmal das Thema „Unterstützung bei psychischen Problemen“ auf, ich erzählte die total unlustige Geschichte, wie ich versuchte, über die Uni Hilfe zu bekommen und die einzige Anlaufstelle die ich fand, die „Karriereberatung“ (bei Cecilie <3) war, die dann keine war sondern eine Therapiesession im Schnelldurchlauf, mit Taschentuchverbrauch wie bei ner Fernsehhochzeit. Meine Kollegin beharrte darauf, dass es niederschwellige Angebote geben müsse, vor allem auch vorbeugend, dass man den neuen Studierenden gleich sagt: pass auf, im Winter musst du Vitamin D nehmen, du kannst über den Studenten- oder den Angestelltensport zum Beispiel Yoga machen (oder Kickboxen oder was auch immer dich entspannt) und wenn es dir dreckig geht und du das Gefühl hast, du stehst vor der Wand, diese Person hört dir zu und der kann man auch einfach mal ne mail schreiben. Und mach am Anfang deines PhDs ein Projektmanagement-Seminar und schreib ein Review-Paper. Bei den praktischen, konstruktiven Vorschlägen schrieben die Fakultätsmenschen alle ganz eifrig mit, ich gebe also die Hoffnung noch nicht auf, dass da vielleicht was zum Guten hin geändert wird. Wenn schon weder die drei Artikel-Regel fallen wird (aber der Institutsleiter hat gesagt, er schaut nochmal, ob der Punkt „Teile der Arbeit dürfen nicht schon in anderen Arbeiten verwendet worden sein.“, bei kumulativen Dissertationen so viel Sinn macht) noch die Geldproblematik sich ändern wird.

Dann war es fünf vor drei, der Institutsleiter sagte noch schnell, zu wem wir gehen müssen, falls wir mal das Gefühl haben, irgendwer verhalte sich in irgendeiner Form übergriffig und dass das selbstverständlich dann ernst genommen würde und dann war die Zeit leider um, bevor wir den Punkt „nach dem PhD“ überhaupt angerissen hatten. Beim nächsten Mal dann.

Und dann bekam ich Migräne, aber das ist ein anderes Thema. Oder auch nicht.

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*Für viele von uns das zentrale Problem. Niemand von uns erwartet, die drei Jahre auf einer Arschbacke abzusitzen und mit Management-Posten belohnt zu werden. Aber ein publizierter und zwei Erstautor-Artikel in drei Jahren, auf echten Experimenten**** fußend, das ist der helle Wahnsinn und nur mit tierisch viel Glück und support zusätzlich zur vielen Arbeit zu schaffen.

**den ich hier nicht verlinken kann, warum auch immer, aber wenn Sie norwegisch können und das hier in ihren Browser kopieren, müsste es trotzdem gehen: http://www.universitetsavisa.no/ytring/2017/09/27/Å-fullføre-en-doktorgrad-69177.ece

***Bei mir schon und das ist auch ein Grund, weshalb ich, wenn ich Studenten was erkläre, immer lang und breit ausführe, welche dummen und nicht so dummen Fehler ich schon gemacht hab.

****Kein Affront, aber ich habe gesehen, mit was für Artikeln MDs promovieren und unsere Artikel sind eben ein bisschen anders als „Ich teste Medikament X (Standardtherapie) gegen Medikament A plus Massage an 50 Leuten, mach ne Statistik dazu und fertig“.

Tag 904 – Fast nahezu sowas ähnliches wie gut.

Alles geschafft, was ich vorhatte, nicht im Zeitplan aber was soll’s. Irgendwie nicht so geplant war, dass der Stoff für den Herrenpullover nicht reicht und ich jetzt morgen nochmal zum Stoffladen muss. Schlimm ist das, im Stoffladen bin ich ja waaaaahnsinnig ungern. Öhömm.

Auch gute Nachrichten bekommen: die Versicherung zahlt den Diebstahl, nach Abzug des saftigen Selbstbehalts, anstandslos. Beziehungsweise: hat schon gezahlt. Dann kann sich Herr Rabe jetzt ein neues Fahrrad kaufen und ich meins reparieren lassen. Eigentlich macht mich allein der Umstand, dass bei uns eingebrochen wurde, immernoch total sauer und dass sich niemand dafür wirklich interessiert auch, aber das vergessen wir mal. Und Herr Rabe wird wohl auch dazu übergehen, sein Fahrrad im Flur nochmal anzuschließen. Falls er sich nicht eh überlegt, dass er bis zu einem Umzug kein neues Fahrrad braucht.

Apropos Umzug: heute mussten wir den Antrag auf Wechsel des Kindergartens für Pippi stellen und ich habe mich dagegen gesträubt und mich dafür gehasst und es aber gemacht. Ich will hier nicht im August noch wohnen. Bittebittebitte nicht. In dem Zusammenhang natürlich besonders arschig von uns diesen Antrag zu stellen, denn andere Kinder brauchen den Platz vielleicht wirklich. Am liebsten würde ich den Antrag wieder löschen, ehrlich gesagt, aber ich rede mir ein, dass es so vernünftig ist.

Nochmal apropos Umzug: die Maklerfirma nervt unsagbar rum, dass wir den Mietvertrag verlängern sollen. Ich kriege da aus diversen Gründen zu viel: 1. ist das ein total unprofessioneller Haufen, die alles nach Schema F gemacht haben wollen, sich aber selbst nicht dran halten. 2. habe ich das an Herrn Rabe delegiert, aus Gründen (unprofessioneller Haufen und so). 3. Bekam ich (wieder, wie immer ich…) vor zwei (?) Wochen Freitags mittags (!) ne Mail von „unserem“ Makler: er sei ab Montag in Elternzeit. Was denn jetzt mit unserem Vertrag sei? Da bin ich dann auf total stur gegangen: so ne Elternzeit kommt ja ca. so überraschend wie Weihnachten, da innerhalb von drei Stunden oder so Antwort und Tat zu erwarten… ähhhhhahahahahaha! Nö. Dann war auch noch Montag direkt ne Mahnung über die längst bezahlte Miete im Briefkasten und ne Drängel-Mail von der Makler-Elternzeitvertretung im Postfach und echt mal: arrgh! Wir wohnen hier seit drei Jahren, die Miete war immer pünktlich, bis die sich überlegt haben, auf das sinnloseste aller Rechnungssysteme der Welt* umzustellen, wir haben kein Problem mit drei Monaten Kündigungsfrist, wir wollen nur nicht dass die drei Monate in drei Monaten erst anfangen, und vielleicht sollte ich da mal durchblicken lassen, dass ich in diesem Mieterbund bin, aber eigentlich sind mir meine Nerven dafür viel zu schade und so sagte ich eben zu Herrn Rabe: „Es ist mir egal, regel das wie du meinst. Die sollen nur aufhören zu nerven.“

Puh. Also naja, so halbgut alles eben.

(Mir fällt grad ein, was ich denen morgen sagen kann, wenn wir die Verlängerung unterschreiben: „Se? Det ordnet seg!“** *diabolisches Lachen*)

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*e-faktura. Das ist eine Art Mail ins Bankpostfach. Mehr nicht. Kein Bankeinzug, das wäre ja viel zu einfach. Wenn man vergisst, diese Mails alle paar Tage durchzusehen: Pech. Natürlich verbergen sich die Mails auch zwischen allerlei „legen Sie Ihr Geld soundso an!“-Spam. Und es gibt keine Kopie per normaler e-Mail. Nix. Da würde mans ja eventuell noch sehen und könnte es dann fristgerecht bezahlen. So… tja. Ich gucke halt nicht jeden dritten Tag da rein. Jeden 10. schon, deshalb war die Miete ja auch schon bezahlt, als eine Woche später die Mahnung mit Inkassodrohung kam. Mietmakleragenturen stinken. Diese zumindest.

**Det ordner seg = Das wird schon. Entsprechend: Det ordnet seg = Es wurde. Ich hasse den Satz in jeder erdenklichen Sprache, die Norweger lieben ihn und hauen den zu jeder Gelegenheit raus, mich macht das fast so aggressiv wie das allgegenwärtige „Lykke til!“ (Viel Glück), als ich herzog und noch nicht wusste, dass sie damit nicht „du wirst es brauchen“ meinen.

Tag 903 – Hoppla!

Wann ist denn der Tag rumgegangen? Ich hab doch bloß ne Bewerbung fertig gemacht, nachdem ich Pippi ins Betg gebracht hatte! Merkwürdig.

Wie dem auch sei: es ist jetzt schon so spät und morgen um halb sieben klingelt der Wecker, auf dass ich freudig aus dem Bett springe und direkt Sport mache. Haha.

Mein Ziel ist es, noch vor der KiTa-Ablieferung die Bewerbung von heute hochzuladen. Und noch mal eine aus November, auf die ich nie eine Antwort bekam, die aber noch ausgeschrieben ist. Weil ich’s kann. Dann KiTa und dann Blutprobe abnehmen, eventuell ein bisschen arbeiten oder vermutlich eher nicht, und dann ab nach Hause und endlich Herrenpulliteile zuschneiden.

Kurz noch was zu meinen „vielen“ Plänen: mag so aussehen, ja, ich empfinde es aber nicht als viel und dass ich an dem wenigen trotzdem manchmal (ok, grad öfters mal) scheitere ist in erster Linie zwar ein Zeichen von tiefer Erschöpfung, aber dadurch nicht weniger frustrierend. Noch weniger vornehmen ist auch schwierig, da kommt mir meine jetzige Situation noch lächerlicher vor. Ich arbeite an der Geduld mit mir selbst, aber der Fortschritt sind echt nur Baby Steps und dabei bin ich doch so ungeduldig und hachja. So geht das tagein, tagaus in meinem Kopf.

Tag 902 – Heute mal nur Gutes.

Fangen wir hinten (chronologisch) an:

  • Ich bin immer noch schwer begeistert von Star Trek Discovery. Eben WEIL es nicht noch eine ähnliche Star Trek-Serie ist, sondern weil es eine TOTAL ANDERE Star Trek Serie ist. Ja, düster, ja, Menschen sind nicht die ultimativ tollste Spezies, nicht mal „die Federation“ macht nur tolles. Irgendwie kann man auch die Klingonen verstehen und der Plot in Folge 10-13 rüttelt die Kategorien dann auch nochmal ein bisschen durch. Ich mag es halt. Andere nicht, ist auch ok.
  • Meine allerherzlichsten Glückwünsche an Mademoiselle Read On, die heute den Preis als beste Bloggerin bei den Goldenen Bloggern bekommen hat. Verdient. Hochverdient.
  • Pippi hat kein Fieber mehr. Ich sehe einem arbeitsreichen Tag morgen freudig entgegen. Eine Woche mit kranken Kindern ist echt lang.
  • Mein Bruder hat heute Geburtstag und wird 31. Gefühlt gestern wurde er noch 13 und malte seine Warhammer-Figuren an (und schwor Stein und Bein nienieniemals zu Rauchen, zu Trinken oder sonst irgendwelche Drogen anzufassen). Alles Gute, Brudi!
  • Allen Mut zusammen genommen und eine Mail an die „betroffenen“ Recruiterinnen geschickt. Ich konnte es auf dem Erwachsenenkonto quasi katsching-en hören.
  • Eine Bewerbung angefangen, wird morgen früh abgeschickt. Zwei habe ich dann noch in der Pipeline, bevor ich die Global Player wieder bombardiere.
  • Meine Defense wurde tatsächlich verlegt! Ich habe jetzt einen anderen Opponenten (was wirklich schade ist, aber so ist das eben, man kann in diesem Fall wirklich nicht alles haben) und die Defense wird am 22.03. sein. Noch bin ich hauptsächlich begeistert, dass es so bald schon vorbei ist.

Doch, insgesamt alles gut! (Heute, kurz, alles nur eine Phase, aber ich genieße jetzt einfach mal.)

Tag 900 – In nur 900 Tagen zu okayer Haut.

Endlich.

Endlich schaffe ich es, diesen Artikel zu schreiben. Und endlich ist meine Haut auch echt ok, um ehrlich zu sein, besser als sie je war. Hurra! Es hat ja auch bloß ewig gedauert. Aber weil ich über all die Probleme mit meiner Haut ja schon geschrieben hab, will ich Ihnen natürlich auch das jetzt gute und funktionierende Regime nicht vorenthalten. Ich sags mal vorweg: Es ist deutlich mehr als Wasser und Melkfett involviert, es ist gar nicht mal teuer, dafür kriegt man das meiste nicht mal eben im Drogeriemarkt und weil ich viel von The Ordinary benutze, dauert es auch ein bisschen. Wenn Sie jetzt raus sind, tjanun. Für mich passt es eben so, hier gibt es ja eh keine Drogeriemärkte.

Fangen wir mit morgens an:

(Hoppla, Krümel.)

Für mich die allerbeste Reinigung, vor allem zum Abschminken, aber auch morgens beim Waschen: Reinigungsöl. Ich habe ja Mischhaut, in der T-Zone sehr sehr fettig, um den Mund, am Kinn und an den Nasenflügeln aber auch zu trockenen Stellen neigend. Das Reinigungsöl nimmt überschüssiges Fett (und Dreck aller Art) weg, die Haut fühlt sich aber hinterher nicht trocken und spannend an, wie ich es bei absolut jedem anderen Reiniger hatte. Morgens zwei Spritzer auf die Hand, verteilen, ins Gesicht, rubbelrubbel (nur mit der Hand), mit Wasser abwaschen, abtrocknen, fertig. Ach so, und wenn Sie jetzt sagen: möööp, ich hab fettige Haut und da noch Öl: ich hab auch fettige Haut und yeah, Öl. Dieses.

Dann kommt, was tatsächlich endlich meine Poren auf der und um die Nase und auf der Stirn verkleinert hat: Niacinamide 10% + Zinc 1% von The Ordinary. Eigentlich ist das gegen Pickelausbrüche, auch die verhindert es zuverlässig. Das klebt ein bisschen und ist eine wässrige Formulierung, geht also prima direkt nach dem Reinigen. Die Pipetten sind schlecht zu dosieren, mein geschultes Auge tippt auf ca. 0,5 mL (ca. 2 cm in der Pipette) Zeug, das ich mir morgens hauptsächlich da verteile, wo ich eben große Poren habe und zu Pickeln neige. Ich massiere das ein, bis es sich trocken anfühlt und lasse es dann noch ein bisschen einziehen, ungefähr so lange wie ich zum Haare föhnen brauche, vielleicht drei Minuten also.

Der nächste Schritt ist Hyaluronsäure 2% + Vitamin B5. Dieses Zeug ist der Hammer. Es klebt wie Sau, zieht richtig Fäden und ist auch wieder eine wässrige Formulierung. Das ist ein Bestseller von The Ordinary und ich weiß jetzt auch warum: Obwohl es sich im ersten Moment nach nix anfühlt, versorgt es die Haut den ganzen Tag über mit Feuchtigkeit. Damit habe ich meine trockenen Stellen endlich in den Griff bekommen. Davon nehme ich nicht viel, vielleicht 1 cm in der Pipette, und verteile es unter den Augen, um meinen Mund und auf der Stirn. Wenn man zu viel nimmt, rollt es sich später ab und krümelt rum, da ist also nichts mit viel hilft viel. Das massiere ich auch ein bisschen ein und lasse es dann wieder kurz einwirken, etwa so lange wie es dauert, meine Zähne zu putzen. Also auch so drei Minuten.

Als nächster Schritt, den finden Viele vermutlich übertrieben, aber für meine Haut einfach angenehm und eine gute Grundlage für getönte Tagescreme oder auch Make-Up: Natural moisturizing factors + HA creme. Endlich eine Creme, die ich nicht den ganzen Tag als Fettfilm auf der Haut schwimmen habe. Weil meine Haut ja nach den zwei Vitaminlösungen schon recht gut versorgt ist, brauche ich nur ganz wenig, vielleicht ne erbsengroße Portion, die ich ohne zu doll zu rubbeln überall verteile. Die Creme zieht ziemlich schnell ein und meist gebe ich ihr dann noch Gelegenheit, sich richtig zu setzen, während ich Kaffee mache.

Auf die super gut gepflegte Haut, die sich jetzt auch schön anfühlt und so aussieht, kommt jetzt meistens Paula’s Choice super light daily wrinkle defense SPF 30. Die Bewertungen auf der Paula’s Choice Seite sind voller „wuäääh, was eine furchtbare Farbe“, aber mir passt die durch viele rosa und leicht aschige Untertöne sehr gut. Die deckt nur sehr wenig ab, aber eben ein bisschen und vor allem hat sie einen Lichtschutzfaktor, der immerhin für die paar Minuten reicht, die ich mich üblicherweise in der Sonne aufhalte. Im Sommer und wenn ich länger draußen bin muss ein höherer LSF her, der dann auch in anderen Mengen aufgetragen wird, aber für den Alltag reicht mir diese Creme. Und im Gegensatz zu den flüssigeren Formulierungen von Paula’s Choice, die nur chemische Filter enthalten, mattiert diese hier sogar meine fettige Haut und (was mir wichtiger ist) läuft mir nicht irgendwann in die Augen und lässt diese laufen. (The Ordinary kündigt schon seit Monaten NMF-Creme mit Lichtschutzfaktor an, da bin ich sehr gespannt drauf. Der Preisunterschied zu Paula’s Choice ist ja doch erheblich).

So, und dann laufe ich den ganzen Tag damit rum, und abends wasche ich mich wieder und der Spaß geht von Vorne los, mit Modifikationen:

Abends nehme ich mehr Reinigungsöl. Das ganze Schminkzeug muss ja runter. Vier Pumphiebe mindestens (so ne Flasche reicht bei mir trotzdem ca. 3 Monate und die kostet unter drei Euro. Und man kann absolut alles damit entfernen: Pflasterreste von Haut, Lippenstiftflecken aus Kleidung, Buntstift aus Badezimmerfugen…), gut einrubbeln und noch besser abwaschen. Abtrocknen und dann kommt, inzwischen täglich (das habe ich gaaaaanz langsam nach meiner katastrophalen Haut nach Weihnachten wieder eingeschlichen) die Glycolsäure. Das ist ein, wenn auch verhältnismäßig sanftes, chemisches Peeling. Auch wieder gegen Pickel und für kleinere Poren, außerdem soll die Haut dadurch mehr strahlen, naja, ich bin ja jetzt eh nicht so die Strahlefrau. Ich habe ja lange BHA (Beta Hydroxyl Acid) probiert und meine Haut kam damit nicht gut klar, jetzt also AHA (Alpha Hydroxyl Acid) und siehe da: es tut was es soll (für ein reineres Hautbild sorgen) und nicht, was es nicht soll (mein Haut wegätzen). Ich mache das auf einen Wattepad und rubbel mir dann Nase, Stirn und Kinn ab, und dann einmal ganz fix durch den Rest vom Gesicht. Das lasse ich jetzt so lange seine saure Wirkung entfalten, wie ich brauche um mich aus- und meinen Schlafanzug anzuziehen.

Es folgt wieder Hyaluronic Acid 2% + B5, genau wie morgens, nur dass ich jetzt etwas länger warte (also eher fünf Minuten als drei, aber definitiv keine zehn), bevor mein neuer Liebling und Nachtcremeersatz auf die Haut kommt: Reines Squalan. Es ist so toll. Ohne Scheiß. Ich habe das Squalan auch in der Granactive Retinoid 2%-Formulierung, die ich jetzt bald wieder ganz vorsichtig einschleichen werde, um das Regime komplett zu machen und hab lange gewartet, bis es bei The Ordinary wieder vorrätig war. Jetzt hab ich es endlich und es ist echt besser als jede Nachtcreme. Es fühlt sich einfach toll auf der Haut an, schon beim Auftragen aber vor allem am nächsten Tag: die Haut ist ganz samtig und weich. Und weil das Zeug flüssiger als flüssig ist, braucht man quasi nichts. Mit vier Tropfen (Wange, Wange, Kinn, Stirn) komme ich dicke durch mein ganzes Gesicht. Ich bin, wegen der Hyaluronsäure vorher, vorsichtig beim Einmassieren, sonst rubbelt sich die Hyaluronsäureformulierung wieder ab. Aber weil ich meistens auch gern schnell ins Bett will, mache ich auch keine Gesichtsöl-Zeremonie draus, drauf, verteilen, bisschen einklopfen (um die Augen und den Mund rum), fertig. Ab in die Heia.

(Jajaja, und demnächst ist Frühling, meine Haut wieder anders, dann ist Sommer und es braucht mehr Sonnenschutz und alles, weiß ich ja. Aber ich bin so froh, dass es jetzt endlich so für mich funktioniert!)

Tag 899 – Fünfundzwanzig Wege, eine Bewerbung zu verkacken.

Ich habe heute die vierte Bewerbung an ein großes Unternehmen geschickt. Wie so viele Unternehmen hat dieses ein Bewerbungsportal. Man kann sich nur darüber bewerben und lädt dann da einerseits sein Profil hoch, andererseits aber für jede Bewerbung noch mal die speziellen Unterlagen, also Anschreiben und gegebenenfalls Jobspezifische Zeugnisse oder Zertifikate oder wasweißich. Jedenfalls muss man dann anhaken, welche Dokumente aus dem hochgeladenen Dokumentpool für die einzelne Bewerbung relevant sind, und – das weiß ich natürlich nicht, aber nehme es an, die Recruiter können sich dann da aus diesem Pool je nach Stelle nur die Dinge runterladen, die für sie eben als relevant gekennzeichnet wurden. Vielleicht haben sie auch Zugriff auf alles und müssen sich dann das relevante selbst zusammensuchen, das fände ich umständlich, aber hey, diese Portale sind eh umständlich (und zwar alle, die unterscheiden sich nur in Abstufungen von Grausamkeit), also ja vielleicht auch von der anderen Seite aus. Man kann insgesamt 25 Dokumente hochladen und pro Bewerbung maximal 7 als relevant anhaken, wichtig ist, dass man alle Dokumente für noch laufende Bewerbungsverfahren in diesem Dokumentpool lässt.

Das verstand ich heute Mittag. Wie Schuppen fiel es mir von den Augen, als ich schon total genervt war, weil das System permanent abstürzte und dann dachte, ach, egal, dann lad erstmal die neuen Sachen hoch und dann kannste danach ja die alten löschen, wie immer. Und dann fiel der Groschen.

Genau. Ich hatte beim Bewerben auf die 2. und 3. Stelle jeweils die Abschreiben der 1. und 2. Stelle gelöscht, weil ich mir irgendwie eine Ordnerähnliche Unterorganisation vorgestellt hatte und mich wunderte, wieso mir immer die alten Abschreiben in neuen Bewerbungen angezeigt werden. Und weil die da ja auch nichts zu suchen haben, dachte ich eben, ich lösche die. Sicherheitshalber. Und ja, ich hatte mich auch immer über diese „Relevanzfrage“ gewundert, ich lade doch kein irrelevantes Zeug da hoch, hä?

Jedenfalls merkte ich meinen fatalen Fehler halt heute. Mir wurde schlagartig sehr warm, dann sehr kalt, ich hyperventilierte ein bisschen und dann nutzte ich die bugs des Portals, um die alten Bewerbungen durch gezieltes aus- und wieder einloggen bearbeiten (und die Häkchen richtig setzen) zu können. Quasi Zeitgleich versuchte ich nicht nur ein bisschen hektisch die Recruiter für Stelle 1 und 2 zu erreichen, bekam aber trotz Anrufen im 20-Minuten-Takt zwischen halb zwei und halb fünf niemanden ans Telefon. Nie-Man-Den. Auch keinen Anrufbeantworter oder eine Stellvertreterin oder irgendwas. In meinem Kopf liefen Szenarien ab, wie die Bewerbungen wegen Unvollständigkeit allesamt in der Tonne landen, ich mich zur Lachnummer des Unternehmens gemacht habe und überhaupt – welche Irre mit norwegischer Nummer versucht denn 8 mal in zwei Stunden anzurufen?!?

Ehrlich gesagt läuft das Kopfkino immernoch. Die Stellen wären jede für sich ein Traum. Ich wäre dafür qualifiziert. Ich habe sehr! sehr! viel Arbeit in die Anschreiben gesteckt und auch nochmal den CV überarbeitet und überhaupt: scheitert es jetzt echt an meiner Doofheit? Oder eigentlich nicht mal das, das Portal mit diesem System ist ja gut, ich bin nur noch viel blödere Portale gewohnt, bei denen man für jede Bewerbung alles Identische trotzdem neu hochladen muss und offenbar hatte ich mein Hirn da schon wieder aus, als ich dieses neue Portal öffnete. Zweieinhalb mal. Gnaaahhh.

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Auto-Lobhudelei: immerhin nicht geheult deswegen.

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Was auch scheiße ist: die WordPress-Handy-App. Orr. Vor allem bei 4% Restakku. Da will ich keine 5 Minuten damit zubringen, an eine Textstelle zu springen, während der Text ständig unkontrolliert wegrutscht.

Tag 897 – Deine Mutter!

Im Moment ist ja ganz einfach gelöst, wer bei uns für die Betreuung kranker Kinder zuständig ist: ich. Heute war ich also mit zwei kranken Kindern zu Hause. Super. Bekanntlich kommt man zu viel, wenn man mit kranken Kindern zu Hause rumhängt. Ich kam nur deshalb zu was (was = drei E-Mails*, eine Dreiviertel Bewerbung**, 30 Minuten Sport*** und eine schnelle Dusche**** hinterher), weil die Kinder das iPad an Lach- und Sachgeschichten leergucken durften und Pippi zwei Stunden Mittagsschlaf machte. Nen Mutterorden gewinne ich damit auch nicht, aber zwei Kinder, die jetzt einigermaßen erholt sind und den Tag über zufrieden waren und sich nur wenig kloppten.

Morgen kann Michel hoffentlich wieder in den Kindergarten gehen – der hatte direkt nach dem Aufstehen leichtes Fieber und seither nicht mehr. Die Bewerbungen brennen mir sonst meine Nägel weg.

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Auto-Lobhudelei: Gepluster nett aber direkt formuliert. Viel darüber nachgedacht, weshalb ich ein super Trainee wäre. Sport gemacht und geschwitzt.

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*Gepluster 1-3. Gepluster 2 war auch schon erfolgreich.

**Die noch mit Herrn Rabe durchgegangen und festgestellt, dass ich gegenüber meinem CV sehr protective bin. Das ist ja auch mein Leben. Wenn Sie also, aus welchem Grund auch immer, Zugang zu meinem CV haben: mehr als Rechtschreibfehler bitte nicht mal erwähnen. Es ist für uns alle so besser, glauben Sie mir.

***Mein Body ist jetzt total getoned. (Oder wie ich sagen würde: im Arsch. Aber das bin nur ich.)

****Aus Witz und zum Ausprobieren vorm Duschen meine Nase konturiert. Nachdem ich so viel Drag Race geguckt habe, klappte das auf Anhieb super gut. Fernsehen bildet! Ich weiß jetzt, wie ich mit Stupsnase aussähe. Lustig, hauptsächlich. (Und dass man aus dieser langen, starken Nase echt ein putziges Näschen zaubern kann, hätte ich auch echt nicht gedacht. Aber man kann!)