Tag 790 – Lost in Beautydings.

Erst habe ich mich beim Rasieren zum tausendsten Mal über meine vielen eingewachsenen Härchen geärgert und danach gegoogelt, was man da machen kann. Fazit: mache ich schon alles, bringt alles nix, das einzige was noch was bringen könnte, wäre halt gar nicht enthaaren oder dauerhaft enthaaren, was aber gar nicht geht, weil blond.

Dann über einen Schminktutorial-Kanal bei YouTube gestolpert und hängengeblieben.

Beim Waschen am Abend etwas zu genau in den Spiegel geschaut und, naja, meine Haut ist grade echt nicht gut. Eigentlich ist sie wieder wie damals, als ich auf reizfreie Hautpflege umgestellt habe: ich habe große Poren, Pickel und trockene, schuppige Stellen. Dabei benutze ich seit Ewigkeiten die gleichen Produkte und es war schon mal viel besser. Aber meine Haut möchte gerne was ändern, das BHA-Peeling akzeptiert sie immernoch eher schlecht als recht jeden zweiten Tag und das mit der fettigen, trockenen und pickligen Haut soll ja so auch nicht sein.

Dann passierte Google, es öffnete sich mit der The Ordinary-Webseite ein Loch im Raum-Zeit-Kontinuum und so wird das ja auch nix mit meinem eigentlich dringendsten* Beautyproblem: roten Augen voller geplatzter und sonstwie sichtbarer Äderchen.

—

*dringend ist das natürlich nicht, ich finde mich nach wie vor nicht irgendwie furchtbar hässlich, ich würde nur gerne noch besser aussehen! Und dazu gehört eben auch eine gesunde Haut und nicht-Mombie-Augen.

Tag 789 – Mal wieder eine Verteidigung.

Und zum ersten Mal hatte ich während des Fragereiteils nicht das Gefühl, dass ich ganz sicher bei meiner eigenen sterben muss. Dass das schon gehen wird. Dass ich nicht komplett ahnungslos bin. Schönschön.

Arme Verteidigende aber. Im 9. Monat schwanger und nächste Woche Umzug. Geschickt: sie hatte unter der blickdichten, schwarzen Strumpfhose hautfarbene (?) Stützstrümpfe an. Die sag man echt kaum und mit so ner Murmel stundenlang stehen ist ja auch für manche nicht so wirklich schön.

Die ganze Familie war dabei. Die ganze Bauernfamile. Ihr Opa hat 6 Jahre Schule gemacht. Danach war Essen auf den Tisch bringen wichtiger. Solche Welten kenne ich echt kaum, da überlappen die Lebensrealitäten wirklich nur minimal und zu genau solchen Gelegenheiten.

Die Mutter der Verteidigenden hat das Essen für die Feier gekocht. Für fast 60 Leute. Elch-, ähh, Gryte halt, aus vom Bruder und Vater der Verteidigendem selbstgejagtem Elch, mit selbst gesammelten Pilzen und Karotten und Kartoffeln vom eigenen Hof. Selbstgemachtes Flatbrød. Nur der Brokkoli war gekauft. Meine Güte, war das lecker.

Von der Schwester der Disputierenden handgeletterte Tischkärtchen.

Nicht im Bild: der Snickerskuchen, den es zum Nachtisch gab. Den habe ich zu schnell aufgegessen, so lecker war der.

Abgefahrener Abend.

Tag 787 – Schnipsel.

Die Unterstützung von Ihnen allen überwältigt mich. Aber in gut. Danke. Wirklich, ich kann nicht ausdrücken, wie dankbar ich dafür bin!

—

Tiefenentspannt zwei weitere Bewerbungen geschrieben. Eine, auf die ich viel Gedanken verwendet habe, und dann noch eine, die ans selbe Unternehmen geht, für eine zu 80% identische Stelle, weil ich grad so drin war. Habe konsequenterweise auch nur die 20 nicht identischen % im Text geändert und freimütig reingeschrieben, dass ich das so gemacht habe. Sie wollen Effizienz, sie kriegen Effizienz. Mal sehen, vielleicht hätte ich auch beide Bewerbungen genauso gut anzünden können, vielleicht auch nicht, trallala.

—

Die Fischleute wollen jemanden, der ein HMS-Zertifikat hat. Das habe ich nicht, das zu erwerben setzt auch 40 Stunden „Unterricht“

voraus. Da habe ich grade leider keine Zeit für, ich baue einfach mal drauf, dass das herausgefunden zu haben, schon meine Motivation zeigt, diesen Zertifikatlosen Zustand ändern zu wollen und dass ich das dann mache, wenn die mich angestellt haben.

—

Related: ich kriege nur ein polizeiliches Führungszeugnis (brauche ich auch, weil Pharma), wenn die Firma mir bestätigt, dass ich das wegen denen brauche. Kompliziert. Würde aber eh auch zwei Wochen dauern, ist also zu spät, tjanun.

—

Auch related: mein Chef hat mir einen sehr schönen Empfehlungsbrief verfasst – und sich voll einen abgebrochen auf Norwegisch. Ich bin nämlich seit 13 (!!!) Jahren die erste, die mal wieder einen auf Norwegisch haben wollte.

—

Versucht, meine Ex-Chefs zu erreichen, meine einzigen potentiellen außeruniversitären Referenzen, Juchhe. Keinen erreicht, aber es ist ja auch ein Tag nach dem Feiertag, fiel mir dann ein. (Ich hab sogar im Labor angerufen, die Telefonnummer kommt bei mir auch nach wie vor direkt aus dem Rückenmark, aber auch da ging keiner ran. Arbeitet da keiner? Tztztz. Morgen dann neuer Versuch, und dann rufe ich auch die Sekretärin und im Technikum und zur Not auch noch im Reinraum an, kann ja nicht sein, dass da NIEMAND arbeitet!)

—

Morgen gehen wir mit der Arbeitsgruppe essen, und ich weiß nicht wieso. Eventuell wurde ich auch nur eingeladen, weil ich zufällig dabei stand, als der Chef die Core Facility (Chef leitet die und die meisten meiner direkten Kollegen arbeiten da) einlud.

—

Übermorgen dann eine Disputation, über, tadaaa, das bitch-Protein. Die Kandidatin ist im 9. Monat schwanger und wird nach der Defense auf ihr Nord-Trønderskes Dorf zurück ziehen und da mit ihrem Mann den Bauernhof versorgen und nach der Babyzeit dann Lehrerin werden. Ist halt auch ein Lebensentwurf von unzähligen möglichen.

—

Trøtt og lei (müde und es leid) galore. Mag nicht mehr Labor machen. Horde Zellkulturen (zur Zeit: 17, in 4 verschiedenen Medien) und werde vermutlich am Wochenende und Anfang nächster Woche wie bekloppt meine letzten (Zell-)Versuche durchkloppen. Die Westerns habe ich wegdelegiert (höhö, hallo Führungserfahrung), fehlen noch Lokalisierungen, also Mikroskopzeug, das kann ich ja jetzt. Plus halt das Nukleinsäure-Gedöns aus den ca. 50 Pellets isolieren, die ich nach den Zellversuchen haben werde. Dabei auch noch ne Studentin (Führung!) anleiten, damit die dann die 108 (!!!) Pellets für einen Kollaborator (Teamarbeit! Interdisziplinäres Trallafitti!) bearbeiten kann, weil, hahaha, wann soll ich das denn machen?

—

Wie immer alle gucken, wenn ich sage: ich schreibe dann das dritte Manuskript über irgendwas, was eben bei den Versuchen rauskommt, ich habe dafür ca. 3 Wochen. Als wäre das ein komplett hirnrissiger Plan. Äh. Ich stelle mir das eher so vor, wie einen (sehr viel besser belegten und anders geschriebenen und überhaupt ganz anderen) Praktikumsbericht.

Weil ich ja einfach das da rein klatschen werde, was da ist an Ergebnissen. Das wird schon irgendwas sein, und selbst wenn ich bei 4 Proteinen in 3 Nukleinsäurespezies gar keine Unterschiede sehe (Spoiler: hahaha. Mindestens bei 3 Proteinen sehe ich sehr große Unterschiede, das weiß ich schon, weil ich das schon drölfzig mal gemacht habe) ist das immernoch ein Ergebnis: die Einzelkomponenten des Komplexes haben halt keinen Einfluss auf die Prozessierung von chemisch eingebrachten Nukleinsäuremodifikationen. Zackbumm. Nicht schön, muss es aber ja auch nicht sein.

—

Am Ende des Tunnels ist mindestens ne Kerze.

Tag 785 – Nix zu sagen.

Ach, war halt alles wie immer, ne? Hirnarbeit schlaucht ziemlich.

Guten Text gelesen über „Seinen Doktor machen“, der ist aber auf Norwegisch. Aber ein paar von Ihnen können das ja vielleicht. Also Å fullføre en doktorgrad. (Anmerkung: dieses „ohne Geld weiterarbeiten“… it‘s a thing. Ich frage mich wirklich, wie die das alle machen. Haben die solche Unsummen an Erspartem? Oder nehmen die dafür Kredite auf, in der Annahme dass ja nach der Promotion das große Geld wartet? Mein Erspartes reicht für drei Monate Leben hier ODER einen Umzug quer durch Europa.)

Hier noch nachgereicht ein Bild vom neuen Kleid:

Tag 784 – Sonntagswerk.

In der Reihenfolge der Fertigstellung:

Brötchen: zum ersten Mal seit lange den Teig zu weich gemacht, dafür dann auch übergar gebacken. Optisch deshalb kein Meisterwerk (kaum Ofentrieb, nicht gerissen, manche sind etwas unförmig vom Transport auf den Schieber), geschmacklich höchstwahrscheinlich wie immer, ich baue drauf, dass wenigstens das Innenleben wegen des weichen Teigs besonders wattig ist.

Jogginghose passend zur letze Woche genähten Jacke. Nicht zu weit, nachdem ich 6cm Weite rausgenommen habe.

Missgelauntes Kind.

Weste: meine Omi hatte mir ja zu Pippis Geburtstag Stoff geschickt. Jetzt habe ich endlich mal was draus gemacht. Nämlich eine Weste, sehr simpler Schnitt, abgenommen von einer Weste, die sie zum 1. Geburtstag bekommen hatte und die anfangs als Kleid funktionierte.

Überaus gut gelauntes Kind (das sich nicht blogfreundlich fotografieren lässt, ‚selbst schuld’, sagt die Rabenmutter.).

Brot 1: super! Omnomnom.

Kleid für mich: sehr schön, Bilder gibt’s morgen. Etwas verwundert über 1,5 cm Nahtzugabe im Schnittmuster. Und 4 cm Saumzugabe. Das waren sehr, sehr lange Ärmel!

„Ballkleid“. Endlich ist es fertig. Nach nur einem Dreiviertel Jahr habe ich mich wieder ran getraut. Mein Geheimtipp an alle, die wie ich an Nikki-Stoff zu verzweifeln drohen: Französische Nähte. Macht viel Arbeit, aber funktioniert immerhin. Das Kleid ist trotzdem nicht so richtig hübsch, aber Pippi gefällts (und der Name kommt von ihr, weil sie meint, die Punkte sind Bälle).

Brot 2: im Ofen vergessen (Hupsi, das ist mir ja überhaupt noch nie passiert). Insgesamt ca. 15 Minuten zu lange gebacken, vermutlich nicht schlimm. Hier offenbart sich ein weiterer Vorteil meines Backsteins: da ich den Ofen nach dem Anbacken komplett ausschalte, kann das Brot bei sowas wenigstens nicht schwarz werden.

Und dann sogar noch Haare gefärbt und Fingernägel abgefeilt. Ich weiß nicht warum, aber beides wächst momentan wie Unkraut. Was ja an sich schön ist, ich beschwere mich auch gar nicht.

Jetzt halbwegs bereit für die neue Woche.

Tag 782 – Alt und cool.

Ist Herr Rabe… s neue Anschaffung.

Das heißt, die ist ja nicht alt, sondern neu aufgelegt und man muss auch nicht mehr in die Kassetten pusten, sondern 21 Spiele sind vorinstalliert. Natürlich ist das totaler Blödsinn, so ein Dings, kostet Geld, steht dann rum und man hängt da vor bis einem die Daumen und Augen wehtun. Aber egal. Es ist echt cool. Ich habe in letzter Zeit selten so herzlich gelacht, wie als Herr Rabe und ich in Donkey Kong herumstolperten. Ich kann die Musik von Mario Kart immer noch mitsingen. Und dass sich das exzessive Zocken vor ca. 20 Jahren mit meinem Bruder mal auszahlen würde, indem ich meinen Mann im Grand Prix, Match Race UND Battle Mode besiege, hätte ich auch eher nicht vermutet. (Was freue ich mich auf ein paar Stunden alleine mit Yoshis Island. Irgendwann, wenn ich mal Zeit zum verplempern habe. Hach, das wird schön.)

Tag 781 – Wie jeder andere.

Im Moment ist eine gewisse Eintönigkeit zu verzeichnen:

  • Aufstehen, meist zu spät
  • Schminken, meist bunt (yeah!)
  • Kinder in die KiTa bringen
  • Arbeit, Arbeit, Arbeit
  • Nach Hause fahren, meist spät
  • Kinder, Küche, Essen, Zähneputzen, Vorlesen
  • Bewerbungen schreiben (oder Ersatztätigkeit zu Ablenkungszwecken)
  • Bloggen
  • Buch
  • Bett

Und so war das heute auch.

Bemerkenswert vielleicht: ich sehe sowas wie ein Licht am Ende der Laborarbeit, ich schreibe sympathisch-authentische Bewerbungen (und muss nicht die ganze Zeit innerlich brechen, weil das alles so ekelhaft verlogen ist), Pippi hat beim Abendessen unglaublich niedlich gesungen, Michel ist auf meinem Schoß eingeschlafen und wird hoffentlich, hoffentlich nicht doch noch richtig krank.

Tag 780 – Hakelig.

Tjajajaja, das hat ja super funktioniert mit dem Video gestern. Hier aus Gründen noch mal ein Link, bei dem auch die letzten zwei Minuten Ton zum Bild passen.

Ansonsten: gucken Sie ruhig mal StarTrek Discovery, das ist wirklich sehr gut. Vielleicht nicht gerade, wenn ein Upload nach YouTube ihren ganzen Traffic frisst, dann hakt es nämlich immer wieder und wenn Sie nicht gerade das Glück haben, mit jemandem in diesen Zwangspausen herumknutschen zu können, müssten Sie am Ende noch Wäsche aufhängen oder so. Aber zurück zum Thema: es ist sehr gut, ich bin ja eh quasi mit einem Fuß* in der Sternenflottenakademie und, hach, Frauen in den beiden (bisher) wichtigsten Rollen, dann auch noch nicht-weiße**, da geht mir das Herz nochmal extra auf. Und das völlig ohne irgendeinen romantischen Bezug. Hachz! Und an „gute“ Klingonen habe ich mich passenderweise ja eigentlich nie ganz gewöhnt, ja, trotz meines quasi jugendlichen Alters bin ich nämlich ganz retro Kirk-Fanin.

In diesem Sinne: 🖖 (hihi, sehen Sie das Vulkaniergruß-Emoji? Das wurde automatisch eingeblendet, als ich „live long and prosper“ eintippte.)

*zumindest weckte dieses T-Shirt von gestern die Assoziation

**Captain Janeway fand ich auch ganz ok, aber die hatte mitunter einen Charme wie… Angela Merkel. There, I said it. Kirk und Picard, danach wurds… hmm. Einfach nicht wie früher.

Tag 778 – Cliffhanger.

Nachdem ich nahezu dazu genötigt wurde, habe ich ein weiteres Bjuti-Video gemacht. Jetzt ist aber das Internet hier so enervierend langsam (zumal Herr Rabe noch arbeitet und auch ein bisschen Upload-Kapazität braucht), dass das wohl bis morgen warten muss, bevor es auf „sehen nur Leute, die den Link haben“ gestellt wird. Ich kann ja schon mal so viel sagen, dass meine Haare jetzt seidig weich sind und meine Haut sehr rein ist. So als Teaser.

Rest des Tages… war. Immernoch alles sehr Jobsuche-zentriert hier und sehr, sehr komische Ergebnisse bei der Arbeit, ich denke da einfach nicht weiter drüber nach, sonst liegen die Nerven direkt wieder blank. Den Versuch mit den komischen Ergebnissen werde ich jedenfalls noch mal wiederholen, und zwar blind, um Fehlerquellen durch Bias auf meiner Seite zu minimieren. Ich weiß noch nicht, wie ichs mache, vermutlich werde ich einfach die Platten mit den Zellen drauf meiner Kollegin geben und die soll die randomisieren (die Filzmarker kriegt man ja mit Ethanol gut weg, oder sonst halt neue Deckel nehmen) und mir erst nach der kompletten Analytik sagen, was was war. Wenn wieder das gleiche rauskommt, kann ich demnächst sehr viele Paper debunken, das gewinnt mir zwar keinen akademischen Blumentopf, aber ist ja auch wurscht.

Dann Kinderschuhe sortiert, die Kinder mehr (Michel) oder weniger (Pippi) gezwungen, Wintersachen anzuprobieren, damit wir im Zweifel noch Nachschub besorgen können. Alles passt noch, aber „Der Anzug ist doof, Mama, den ziehe ich nicht an.“. Tjanun, wir werden sehen, als Ersatz wenn der andere nass oder allzu dreckig ist, werden wir den „doofen“ Anzug jedenfalls behalten.

Jetzt Bett. Ist nötig. Sehen Sie morgen dann mein seidiges Haar! (Und vielleicht* habe ich ganz viele tolle neue Lidschatten bestellt und freue mir schon nen Ast, Ihnen die zu zeigen!)

*ganz sicher