Heute habe ich es geschafft, zweimal falsche Winterreifen für mein Rad zu kaufen. Erst waren sie zu klein, dann zu schmal. Außerdem Geschleppe der Autowinterreifen aus dem Keller, Ausbau und wieder Einbau der Kindersitze, Geschleppe der Autosommerreifen in den Flur, Wocheneinkauf alleine in die Wohnung schleppen, Kochen, Einschlafbegleitung für zwei. Ohne Trage, weil weiß ich auch nicht, bin halt bescheuert. Auf jeden Fall alles alleine und spätestens nach dem zweiten fehlgeschlagenen Reifenkauf den Tränen nahe. Bei der Einschlafbegleitung schlief ich dann eher als Pippi. Und jetzt schlafe ich einfach wieder ein, morgen ist auch noch ein Tag, um den Sportladen anzuzünden.
Kram
Tag 447 – Ein paar Updates.
Heiiiiia Zeitumstellung. Ich liebe sie ja. Also, diese. Die im Frühjahr hasse ich gar sehr. Insgesamt bin ich für Abschaffung. Aber Menschen, die Eulen sind und Eulenkinder haben, kennen das vermutlich: wie absolut toll es ist wenn um halb acht alle Kinder schlafen ohne dass man sie zum Ins-Bett-gehen mühevoll überreden musste. Und wie schön es erst sein wird, selbst um zehn müde und schlafbereit im Bett zu liegen!
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Die Austernpilze. Sie haben schon einen festen Klotz aus dem Kaffeeprütt gemacht. Oben drauf wächst auch was, das aussieht, wie weißer Schimmel, aber das ist möglicherweise ja normal und gar kein Schimmel oder vielleicht ist es auch Schimmel aber gar nicht schlimm, ich lass das jedenfalls erstmal so.
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Michels Fingerabdrücke. Am Freitag Abend als ich mich für die Disputationsfeier fertig machte, fiel mir ein, dass ich die Platten im Brutschrank vergessen hatte. Ich düste also voll aufgebrezelt mit dem Auto zur Arbeit (gut, denn sonst wäre möglicherweise keinem aufgefallen, dass Michel hinten die Innenbeleuchtung angemacht hat und wir hätten schon wieder eine neue Batterie kaufen müssen), holte die Platten, fuhr nach Hause, stellte das Auto mitsamt Platten drin ab, sprintete zum Bus, fuhr zur Disputationsfeier und war nur 10 Minuten zu spät da. Puh.



Nicht ganz so spektakulär wie erhofft, aber doch witzig, vor allem dass auch auf der Platte nach dem Händewaschen noch was gewachsen ist: „vermindert effektiv 95% aller Bakterien“ sind eben nicht 100, ne? Michel war jedenfalls beeindruckt. Vor allem von den Pupsbakterien aus dem Mund.
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Überhaupt, die Disputationsfeier. Schön war’s. Überraschend für Menschen wie mich: Familien, die geschlossen auftreten und von denen sich keiner irgendwie peinlich verhält. Es wurden Reden gehalten, von Familienmitgliedern, und die waren alle berührend und schön und unpeinlich und ehrlich witzig. Ich glaube nicht, dass ich möchte, dass jemand aus meiner Familie bei meiner Disputationsfeier ne Rede hält. Ich möchte nichtmal, dass wer kommt. (Ich möchte eigentlich, dass gar keiner kommt, ich werde so unglaublich nervös sein, dass ich nicht möchte, dass sich da irgendwer dran erinnert, wie ich rumstottere mit feuerroter Glomse und Piepsstimme… Dazu passend schlug mir mein Chef auf der Feier diverse Konferenzen im nächsten Jahr vor, auf denen ich präsentieren könnte. Ich möchte mich irgendwo eingraben.) Nunja. Also Familie: alles schön. Wir als Arbeitsgruppe haben auch gesungen (wie immer, es bekommt ja in unserer Gruppe jeder einen Song zum Titel) und dann irgendwann gab es sehr viel Kuchen und danach wurde getanzt. Mein Kollege Mister I trust You tanzt unheimlich gerne und auch gut und so legten wir eine halbwegs flotte Sohle aufs Parkett. Nicht so flott wie mein Bioinformatikkollege, dessen Tanzpartnerinslashfreundin später noch kam und die sehr fein Lindy Hop tanzten. Und ich weiß jetzt, warum Mister I trust you so muskelbepackt ist: der hat zwanzig Jahre lang, bis vor zehn Jahren, geturnt. Der kann auch noch Spagat. Unaufgewärmt und in Anzughose. Naja. Ich kann nach vier bis sieben Glas Wein auch Spagat. In High Heels und im Stehen. (Und nein, keine Schmerzen später. Womit bestätigt wäre, dass die letzten Zentimeter bei mir nur Hemmung sind, keine echte Inflexibilität.) Also es war sehr lustig.
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Der Impfstoff für Pippi ist nicht rechtzeitig geliefert worden. Den Termin morgen früh muss ich also absagen. Das macht mich sehr nervös.
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Die Grabmücken sind immer noch da. Wie gesagt, die wird man nicht mehr los. Jedenfalls nicht, wenn man ein Terrarium mit immer feuchter Erde in der Bude hat, das man auch nicht mit Gift behandeln kann.
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Hab ich noch lose Fäden vergessen? Fragen Sie ruhig, wenn Sie was interessiert!
(Was ich ja hasse: dieses „Und, wie ist das bei euch? Habt ihr auch manchmal Probleme mit *hier irgendein Kinder-Dings einfügen*?“ am Ende von jedem Artikel von manchen Elternblogs. Ist ein Aufruf zur Interaktion, bewirkt mehr Interaktion und dadurch auch mehr Reichweite und so, aber ich finds furchtbar. Aber hier jetzt mal der ernst gemeinte Aufruf: fragen Sie mich Sachen!)
Tag 445 – Disputationsfeier.
Tag 444 – Schnaps! (Das mache ich jetzt alle 111 Tage!)
Erstmal die vorläufigen Versuchsergebnisse. Ich brüte nochmal über Nacht um den Effekt zu maximieren, und dann versuche ich ein besseres Foto zu machen.

Bildunterschriften gehen nicht. Hmm. Also: das weiße da ist ein schöner, pelziger Bakterienblob. Exakt in der Größe von Michels Daumen.

Nach dem Waschen: wie Sie sehen, sehen Sie nichts. (Das was Sie vielleicht zu sehen meinen, sind Luftblasen.)
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Ansonsten nicht viel Neues. Ich war heute das erste Mal nach vier Wochen (wegen weiß nicht mehr, Portugal, Deutschland, Pippi krank) wieder beim Ballett und habe mich ordentlich doof angestellt irgendwie. Worüber ich mich besonders ärgerte: die Show-Choreografie ist auf ein Swing-Stück, das klingt ganz toll und sieht auch aus, als würde es Spaß machen, aber die sind schon bestimmt 3 Minuten weit gekommen, keine Chance, dass ich das mal eben ohne nochmal durchgehen lerne. Also ging ich 20 Minuten vor Schluss leicht angefressen nach Hause. Und habe seitdem einen Ohrwurm von meinem Lieblings-Quick-Step. Obwohl ich den sicher 10 Jahre nicht gehört hab. Vielleicht sollte ich nächstes Semester mal Solocharleston ausprobieren.
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Cytotoxicity assays sind doof. Vor allem, wenn sie einfach mal so gar nicht funktionieren.
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Manche wissenschaftlichen Artikel sind auch voll doof. Manche Leute können nämlich einfach nicht schreiben. Wenn ich auf der ersten Seite dreimal fast Einnicke, stimmt was nicht. Oder ich bin sehr müde.
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Ich bin so müde. Pippi kriegt Backenzahn Nummer drei und wenn ich mir den geschwollenen Gnubbel da so ansehe, tut es mir für sie mit weh. Resultat ist halt leider, dass hier viele Menschen wenig Schlaf bekommen. Und wie ich das so erzähle, sagt meine Kollegin, deren Kind eine Woche älter ist, als Pippi, dass ihr Sohn jetzt die letzten Zähne bekommt und voll schräg drauf ist. Und ich kann nicht anders, als sie zu beneiden: danach ist es bei ihr wenigstens vorbei. Wir hingegen haben noch 13 vor uns. Meh.
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Morgen ist Disputationsfeier. Also zuerst muss natürlich Disputiert werden. Deshalb denke ich wohl auch schon den ganzen Tag, dass heute Freitag sei: Disputationen dauern hier ja fast den ganzen Tag, deshalb hab ich mir für morgen nichts „richtiges“ zum Arbeiten vorgenommen. Und weil der Typ, der da disputiert unverschämt gut aussieht derjenige ist, von dem ich das RNA-Projekt übernommen habe, ist meine Teilnahme schon auch ratsam für mich selbst. Und abends eben Feier. Feier. Mit meiner Arbeitsgruppe. Oha.
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Jetzt aber swingend ab ins Bett.
Tag 442 – The Austernpilzexperiment.
Vor einigen Wochen las ich im Internet irgendwo, dass man Austernpilze auf Kaffeeprütt züchten kann und war direkt Feuer und Flamme. Man muss nur Sporen oder besser Mycel bestellen, mit dem Kaffee mischen, warten, ernten. Oder so. Ich erzählte Herrn Rabe davon, der war auch sofort begeistert und seitdem haben wir den Kaffeeprütt vom morgendlichen Espressokochen nicht mehr weggeworfen, sondern getrocknet (immer wenn der Ofen eh lief beim Abkühlen ne Portion mit reingetan) und aufgehoben. Im Kühlschrank, weil ich Keim-paranoid bin.
Nachdem wir aus Deutschland wieder da waren, bestellte ich Pilzmycel aus Oslo. Die Menschen da nennen es Sporen. So sehen keine Pilzsporen aus, aber es sei ihnen verziehen, es sind Kaffeeprüttmenschen, die aus Prütt alles Mögliche machen, von Seife über Tasden bis zu eben Pilzen ist alles dabei. Gestern erreichte mich also ein Paket mit 500 g durchwachsenem Substrat.
Was leider nicht dabei war, war eine Anleitung. Verständlich, denn die Kaffeeprüttmenschen bieten auch ein Pilzzuchtcoaching über Skype an, zum Spottpreis von 225 NOK (ca. 20 €) Ja, echt. Das war mir zu blöd, also googelte ich herum und beschloss dann, mit dem gesammelten Wissen mein eigenes Ding zu machen. Ha. Man hat ja nicht umsonst Biotechnologie studiert und da gelernt, wie man Bakterien, Pilze und Co. am besten züchtet.
Also, erstmal wichtig: sauber arbeiten. Finger schrubben, trotzdem nix mit den Fingern anfassen, nicht in die Kultur Niesen, am besten auch nicht in die Richtung der offenen Kultur sprechen oder allzu heftig Atmen. Funktioniert super mit neugierigen Vierjährigen daneben. Nicht.
Zuerst muss man alles entkeimen, man möchte nämlich keinen fremden Schimmelpilz in der Pilzkultur haben. Also erstmal den Wasserkocher füllen und orgeln lassen. Ich habe beschlossen, zwei Versuche parallel zu machen: einen Eimer-Ansatz und einen Tüten-Ansatz. Der Eimer bekommt Löcher in den Deckel, in die Tüte schneide ich ein Loch. Dann schneide ich Teefilter auf und bedecke damit die Luftlöcher. Das klebe ich mit Tesa fest. Jetzt habe ich einen Luftfilter.

In den Eimer fülle ich jetzt kochendes Wasser und lege den Deckel lose oben drauf. Ich weiß, dass der Eimer und der Deckel das aushalten, weil ich das natürlich vorher ausprobiert hab.
Weil Kaffeeprütt alleine möglicherweise zu kompakt wäre, zerfutzele ich einen Eierkarton in kleine Stücke. Das ist sehr befriedigend. Die Futzel schmeiße ich mit in den Heißwassereimer. Dann überbrühe ich pro Ansatz 350 g trockenen Prütt mit kochendem Wasser und seihe das Ganze durch ein Sieb, in das ich noch ein Zewa gelegt hab, ab.

Das Wasser aus dem Eimer schütte ich weg und vermansche die Hälfte der Pappfutzel mit dem Kaffeeprütt mitsamt Zewa. Dazu löffle ich den Kaffeeprütt in den Eimer. Es ist wichtig, dass der Prütt noch heiß, aber nicht mehr allzu nass ist.
Ich mache den Deckel drauf und warte ein bisschen, bis der Prütt etwas abgekühlt ist, dann kommt ein halber Teelöffel Natron dazu, als pH-Puffer (deshalb erst Abkühlen lassen: sonst schäumts nur und puffert nicht).
Mit der Tüte verfahre ich ähnlich: der heiße Prütt wird direkt in die Tüte gelöffelt.
Dann mache ich alles zu und warte ca. Tausend Jahre bis das ganze auf Raumtemperatur abgekühlt ist, ich will ja nicht mein Mycel umbringen, weil ich es in zu warmes Substrat setze.
Als alles abgekühlt ist, versuche ich 150 g Mycel in den Eimer abzuwiegen. Weil das Mycel aber ungefähr nix wiegt, wird das viel zu viel und lässt sich vor allem nicht mehr im Eimer umrühren.
Ich spüle also schnell noch eine große Schüssel mit kochendem Wasser durch und vermansche darin meine 1400 g feuchten Prütts mit 300 g Mycel. Dann stopfe ich die Hälfte davon in meinen Einer, die andere in eine flugs gefertigte 3L-Tüte mit Filter.
Das beides kommt dann in der Küche in einen Schrank, denn es muss jetzt bei Raumtemperatur und möglichst im Dunkeln („Sommer“) das Mycel den Prütt durchwachsen. Das wird so 4 Wochen dauern, sagt das Internet. Diesen Beitrag dürfen Sie also ruhig als Beginn eines sehr langen Spannungsbogens auffassen.

Der Rest des Mycels kommt in ein Glas mit nicht ganz geschlossenem Deckel in den Kühlschrank.
Tag 440 – Die Geschichte mit dem Nagellack.
Ich und Nagellack. Never ending story.
Meine Mutter machte sich zu Tanzturnieren immer Nagellack drauf. Ich fand, das sah toll aus, auch, weil sie die schon vorher ordentlich lang wachsen ließ. Es waren eben die 90er, dazu Tanzturniere (eine eh etwas eigene Welt), da wurde wochenlang auf Länge gezüchtet. Ich wollte das auch, aber es klappte nie, weil meine Nägel einfach zu brüchig waren. Ich nehme mal an, wegen Pubertät und Hormontralala, aber damals machte mich das echt fertig und ich tat alles, um meine Nägel in Form zu kriegen. Ich schluckte Biotin und Calcium, kaufte mir eine Glasfeile, schmiss alle Nagelscheren in die Ecke und pinselte ständig Klarlack auf die Nägel, damit da bloß nichts splitterte. Und es splitterte doch immer. Beziehungsweise es blätterte. Meine Fingernägel schilferten vorne quasi einfach ab und das auch schon bevor sie überhaupt eine nennenswerte Länge erreichten. Damals spielte ich ja auch noch Geige, da war eh nix mit wirklich langen Fingernägeln. Nun ja, was ich auch tat, meine Fingernägel blätterten vor sich hin, also gab ich es irgendwann auf und fand mich damit ab, nie schön lackierte Fingernägel zu haben, vor allem nicht länger als ein paar Stunden.
Fast forward 8 Jahre. Ich stehe im rossmann und suche Make-up für meine eigene standesamtliche Hochzeit aus. *kreiiiisch* Schlagartig ver-x-facht sich mein Schminkearsenal, ich besitze nun richtiges Make-up, meinen ersten Concealer (damals noch gegen Pickel), Lidschatten in anderen Farben als Schwarz und Weiß, Rouge und Puder. Kopfschmerzen bereitet mir Lippenstift und Nagellack. Mein Kleid hat eine große aufgestickte Rose, vielleicht was in richtig knalligem Rot? Sieht das nicht zu puffig aus? Egal. Ich kaufe mir so einen superultragehtniewiederabkussechten Lippen-Lack und einen dazu passenden roten Nagellack 60second Quick-dry von Manhattan. Für 2,95€ oder so. Einen Tag vor der Hochzeit lackiere ich nachmittags meine über Wochen (!) in einen akzeptablen Zustand gebrachten Fingernägel, in zwei Schichten, das Ergebnis ist echt schön und ich bin sehr zufrieden mit mir. Den Rest des Tages fasse ich nichts an. Am Morgen erwache ich mit leichten Spuren auf den Nägeln, das Fell meines Teddybärs hat sich abgedrückt. Ich habe allerdings schlimmere Sorgen, denn es stellt sich heraus, dass es quasi unmöglich ist, sich mit vor Aufregung zitternden Händen selbst zu schminken. Irgendwie schaffe ich es aber doch, wir heiraten tatsächlich, das Lippenzeug hält, ebenso der Nagellack, nix splittert, und die Farbe passt sowohl zu dem Rot der Rose als auch dem Rot meiner Schuhe. Es ist ganz wunderbar.
Ich mache das mit dem Nagellack noch ein paar Mal. Das Nagelbruchproblem habe ich längst nicht mehr so stark, also geht das. Nicht oft, weil erst arbeite ich immer viel und dann habe ich auch noch einen Bulli, an dem ich herumschraube, -flexe, -schleife und -schweiße, dann habe ich Kinder und irgendwie nie Zeit für einen halben Tag Nix-anfassen können. Trotzdem ist irgendwann dieser mein einziger Nagellack leer. Ich kaufe mir einen neuen, diesmal von Essie, weil ich mir mal was gönnen will, also warum nicht einen Nagellack für verrückte 139 Kronen. Und weil ich zwischendurch diesen Artikel von dasnuf gelesen habe, kaufe ich noch einen Unterlack. Haha!
Denkste. Immer immer immer wieder habe ich dieses Problem:
Das war vor einer Woche, am Abend vorher (für die Hochzeit nämlich lackiert) war noch alles schick gewesen. Aber im Gegensatz zu vor sieben Jahren habe ich jetzt Twitter, da frage ich herum, was ich wohl falsch mache, dass das immer passiert. Ich bekomme folgende Antworten:
- Dünner lackieren (viiieeeel dünner!)
- Mehrere Schichten**
- Jede Schicht gut trocknen lassen
- Schnelltrockentropfen nehmen
- Guten Überlack nehmen
Es wird noch angemerkt, das man das im Laufe einer Mausfolge schaffen kann. Ich glaube von letzterem kein Wort, aber ich renne in Berlin am Bahnhof noch zum Douglas und kaufe das hier:

Und dann lege ich los. Dienstag Abend: Nagellack runter, alles wirklich gut waschen, mit Spüli, damit das Fett von den Nägeln ist. Dann Unterlack und die erste Farbschicht von meinem mittlerweile vierten (!) und auch in Deutschland frisch gekauften Nagellack. Ich lackiere so dünn wie es geht. Das Ergebnis ist total ömmelig. Echt. Frustriert gehe ich ins Bett und erwarte schon die Macken am Morgen. Aber da sind keine. Eigentlich nur um einen angepissten „Hier, Ihr Schlaumeier, so sieht das aus, wenn ich mehrere Schichten ganz dünn lackiere!“-Tweet schreiben zu können, lackiere ich noch eine zweite Schicht drauf und trockne sie mit den Schnelltrockentropfen, die ich besitze seit ich sie das erste Mal sah, weil ich mir davon versprach, wenigstens ein paar Stunden nach dem Lackieren wieder Sachen anfassen zu können. Das Ergebnis ist ganz ordentlich, wie ich finde. Etwa eine Stunde später traue ich mich, den Überlack draufzumachen. Er trocknet blitzschnell und ist danach glashart. Es ist ein Wunder (naja, fast).
Ich kann sogar noch am gleichen Tag die übergemalten Stellen wegknibbeln, ohne dass es Macken gibt. Hurra! Und das Beste, an das ich fast nicht geglaubt habe: keine Spuren am nächsten Morgen! Es funktioniert! Heureka!
Gehalten hat es bis heute, da kann ich plötzlich Teile des Nagellacks einfach von meinen Fingernägeln abziehen, das ist etwas schön gruselig (für Freunde der Fitzelei). Ich fasse also zusammen:
- Unterlack (all-in-one base, Essie)
- Zwei dünne Schichten Nagellack (watermelon, Essie)
- Quick-e-drops (Essie)
- Überlack (good-to-go, Essie)
Zwischendurch immer alles schön trocknen lassen. Vermutlich geht das alles auch mit Zeug von anderen Marken, die hab ich aber nicht im Schrank.
Das mache ich jetzt öfter, muss ja noch am Fernziel Mausfolge arbeiten.
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*das sind so 12 €. Und ja, ich weiß, dass der in Deutschland nur 8 kostet. Norwegen halt. Ist bestimmt irgendeine tolle Extra-Steuer drauf.
**ich hab eh schon seit immer zwei Schichten gemacht. Nur dünn waren sie wohl eher nicht.
Tag 437 – Die Hochzeit. (Die in Bielefeld.)
Heute auf dem Programm: der Grund unserer Reise nach Bielefeld. Die Hochzeit meines Schwagers. Also Herrn Rabes jüngsten älteren Halbgeschwisters, mit seiner Frau, die sind nämlich schon neun Jahre standesamtlich verheiratet, heute folgte der kirchliche Teil und zwar ökumenisch in der Neuapostolischen Kirche. Soviel vorweg (Achtung, Spoiler!): es war das komplette Kontrastprogramm zur Hochzeit letzte Woche.
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Erstmal: sich fertig machen und so, das klappt ja ohne Kinder auch irgendwie besser als mit. Letzte Woche war ich 40 Minuten zu früh fertig. Heute verkrümelte Pippi noch 15 Minuten nach der angepeilten Abfahrtszeit Maiswaffeln während ich hektisch Dinge in Rucksäcke stopfte (Lätzchen, Snacks, Windeln, Schlafanzüge, Draußensachen, Mützen, Puschen…), dann vergaß Herr Rabe noch sein Jackett, sodass wir noch mal umdrehen mussten. Am Ende waren wir zwei Minuten vor Beginn der Trauung in der Kirche. Puh. Aber unentspannt.
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Die Kirche. Also ich kann ja eh mit Kirche nichts anfangen, dann wurde auch noch versucht, mich mitsamt der potentiellen Krawallstifterin Pippi in den Mutter-Kind-Raum abzuschieben (eine Art schallisolierte Kammer mit Glasscheibe zum Kirchenraum, mit Lautsprechern, damit man die Predigt hören kann, die Gemeinde aber die furchtbar nervigen Kindergeräusche nicht), kurz: meine linke Augenbraue war schon wieder kurz vorm Haaransatz, als es losging. Wir trällerten dann fröhlich (manche) bis resigniert (ich) ein Lied in dem es viel um Vergebung und den Herrn und Gnade und so ging, währenddessen glotzte mir Pippi dauernd auf den Mund, das muss sehr komisch ausgesehen haben. Oder geklungen, obwohl ich nicht schlecht singe, piepsig vielleicht, aber ich treffe die Töne oder lasse es mit dem Singen ganz sein. Naja, danach hatte Pippi keine Lust mehr auf Stillsitzen, wir probierten es daraufhin doch kurz mit der
Cousine S.: „Ich bin ja Fan.“
Ich: „???“
Cousine S.: „Ich les jeden Tag deinen Blog. Das ist wie so ne Sucht.“
Ich: „Oh! …“
Cousine S. hat übrigens das niedlichste Baby der Welt. Man vergisst ja so schnell, wie klein so kleine Babys anfangs sind.
Beim Herumstehen gab es außerdem noch einen kleinen Eklat: Herr Rabes Onkel hatte Michel vollmundig bei der Begrüßung ein Geschenk versprochen und hatte es dann aber zu Hause vergessen, das nahm Michel nicht ganz so positiv auf. Da hockte ich also 10 Minuten mit heulendem Kleinkind auf dem Boden, bis er sich ausgeheult hatte und es weiterging zur Party. Natürlich musste Michel dann doch nochmal aufs Klo („Nein, Michel, wir gehen ganz bestimmt nicht hier aufs Baumklo, das ist eine Kirche, hier gehen wir rein!“ – „Ooorrrr, das ist gar keine Kirche, die hat gar keinen Turm!“) und hatte dann plötzlich so riesigen Hunger, dass der Hungertod nah schien, also verfütterten wir während der zwanzigminütugen Fahrt fast eine ganze Tüte Knabberigel an die meuternde Brut auf dem Rücksitz.
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Dann: die Feier. Im Kreuzkruuuch in Großdoaanbeaach, wie man in Bielefeld sagt. Das ist alles ziemlich, ähh, urig da. Urig as in Holzvertäfelung. Und urig as in „Wie, es gibt Leute, die kein Fleisch essen???“. Aber was will man machen, Herr Rabes Familie feiert da seit Anbeginn der Zeiten alle Familienfeste. Familien-Reunions, runde Geburtstage und jetzt eben auch Hochzeiten. Holzvertäfelung hin oder her. Aber irgendwie passt es zu Herrn Rabes Familie, da tragen ja auch Menschen gerne mal Bärchen- oder Snoopy-Krawatten zu solchen Anlässen, und irgendwie schaffen Herr Rabe und ich es grundsätzlich overdressed (und over-make-upped, ich zumindest) zu sein, wenn seine Familie feiert. Bei meiner Familie passiert mir das fast nie, da brezeln sich die meisten sehr gerne auf. So sagte ich auch zu Herrn Rabe, der im Vorfeld wegen des an der Schulter nicht ganz perfekten Sitzes seines schmal geschnittenen Dreiteilers besorgt war: Das ist deine Familie, das sieht keiner. Meiner Oma oder meinem Cousin würde das auffallen, bei deinen Leuten… Naja. Wir haben trotzdem noch eine neue Krawatte für ihn gekauft, weil halt (und wenn ich weiß, das sich da was farblich beißt, kanns so dunkel gar nicht sein, und der Alkohol gar nicht so viel dass ich das vergesse). Apropos Alkohol: Herr Rabe und ich beschlossen, dass wir nach dem Glas zum Anstoßen aushandeln würden, wer uns alle nach Hause fährt. Nach dem Glas lieblichen (!!!) Sektes, eigentlich schon nach dem ersten Schluck, verzichtete ich dann dankend auf weitere solche Experimente und hielt mich für den Rest des Abends an Kaffee, Wasser und Cola fest. Und an meinen Kindern.
Überhaupt die Kinder. Erstaunliches Durchhaltevermögen. Zwischen Ankunft im Kreuzkruuuch und Essen spielten sie schon recht fröhlich, es waren ja auch noch andere Kinder da, es gab also genug Partner für „Tanzen“ (=Rennen) und sonstigen Quatsch. Dabei blieben sie aber immer niedlich und unauffällig, quasi Vorzeigekinder, allesamt. Zum Essen (urig…) schaufelten dann zumindest meine Kinder einen Haufen aus der Rinderbrühe gefischte Nudeln und ein paar Pommes in sich rein, turnten dann wieder kurz und aßen dann jeder einen kompletten Nachtisch.
Wir Erwachsenen schnackten über dies und das, das war alles sehr nett, doch, auch wenn man natürlich keine Zeit dafür hatte, mit allen zu sprechen. Dann aber wurde nach dem Essen das Tanzen eingeleitet, da war es dann schon aufgrund der Lautstärke vorbei mit dem Unterhalten. Und leider driftete der DJ nach den ersten drei Liedern „Pop Aktuell“, die ich mit Pippi auf dem Arm tanzte (mit Pippi, die sich jauchzend, giggelnd und hüpfend an meinem Kleid festhält, macht Tanzen fast so viel Spaß, wie ohne) ziemlich schnell erst Richtung 80er-Jahre-Pop und dann zu Schlager ab. Ich hasse Schlager. Echt. Herr Rabes Cousinen machten sich auch vom Acker, verständlicherweise, wegen langer Heimfahrten, ebenso der lustige Onkel, es blieben nur der nicht ganz so lustige aber dafür sehr verrückte Onkel und der Patenonkel mit der Bärchenkrawatte. Aus Verlegenheit schaukelte ich erstmal die inzwischen (es war neun) total fertige Pippi in den Schlaf. Dann legte ich sie in den Kinderwagen, wo sie, zerschossen wie sie nach einem 13-Stunden-Tag mit nur 10 Minuten Mittagsschlaf war, trotz der Lautstärke erstmal weiterschlief. Ich trank mit Herrn Rabe einen Kaffee und wir stellten fest, dass es unser 9. Jahrestag war, zumindest der offizielle, nachträglich festgelegte (ja, das war alles etwas chaotisch damals, als wir „einfach nur total gute Freunde“ waren), dann war Herr Rabe plötzlich weg und ich würde von einer meiner Schwägerinnen über die Demenz meiner Schwiegermutter (es geht rasant bergab, ziemlich schlimm mit anzusehen) vollgeschwafelt, und wie sie mit Demenzkranken mal gearbeitet hat und die eine, die war erst vierzig, die vergaß wie man isst und ist dann verhungert… Da war ich dann kurz fast froh, dass sich Michel mit den anderen Kindern und wegen totaler Erschöpfung über irgendwas in die Haare gekriegt hatte und ich ihn trösten musste. Ich schleppte also den 17 kg schweren Michel auf dem Arm herum, der wurde dann auch immer schwerer und schlief nach ca. 2 Minuten sang- und klanglos ein. Mein Glück, denn so bekam ich den von Herrn Rabe und seinen Schwestern aufgeführten Sketch (!!!) nur am Rande mit und entging überdies der direkt danach durchgeführten Polonaise (!!!). Passend zum Syrtaki (!!!) wurde Pippi wach, also holte ich sie mit auf meinen Arm. Da saß ich also, begraben unter Kindern und war damit nicht allzu unzufrieden.
Danach mussten wir leider, leider gehen. So schade. (Tatsächlich wurden wir noch belabert, zu so ner kitschigen Knicklicht-Ballon-steigen-lassen-Aktion zu bleiben. Nur ganz kurz. Es war sehr kalt, die Kinder meckerten im Halbschlaf, alles dauerte ewig und was Anzünden wäre vielleicht wenigstens insofern sinnvoll gewesen, als dass es warm gewesen wäre…)
Alles in allem: skurril wie es nur meine Schwiegerfamile schafft, aber irgendwie schön auch.
Tag 436 – Nix zu erzählen.
Tatsächlich nicht. Mir fällt einfach nichts ein. Kein Oberthema, keine lustige Kindergeschichte, nix. Und für Geburtstag und Hochzeit fehlt mir grad die entsprechende Stimmung. Nun ja. Morgen wird es bestimmt wieder mehr geben.
Tag 435 – Piep.
Das muss Ihnen für heute genügen: wir sind gut zu Hause angekommen, es war eine sehr anstrengende weil lange und frühe Rückreise, alle waren bzw. sind sehr müde, die Minderjährigen schlafen schon und die Fühlt-sich-wie-80-Fraktion wird es ihnen bald nachtun. Morgen nehmen wir spontan Urlaub weil einfach nichts mehr geht. Also, bis morgen dann.
Tag 434 – Huch. Bielefeld Tag 5
Oh so spät schon. In fünfeinhalb Stunden klingelt der Wecker.
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Nix neues in Pippis Mund. Sie ist und isst fröhlich, möglicherweise ist Backenzahn 2 oben auch bald durch, gesabbert und im Mund gefummelt wird weiterhin, sowas wie Bläschen sieht man manchmal an der Zunge. Wir haben jetzt alles gegen Mundsoor UND Hand-Fuß-Mund und warten erstmal ab, ob wir’s brauchen.
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Michel ist im Stress. Zwei eingepullerte Hosen in zwei Tagen, nach Eeeeewigkeiten ohne Unfälle. Zu Hause erstmal Extremkuscheln und Nixtun für ihn.
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Heute (und gestern, und vorgestern, und Freitag…) so viele schöne Gespräche mit so vielen Leuten, die wir viel zu selten sehen, dass man mich vielleicht morgen früh strampelnd zum Taxi tragen müssen wird.
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Bielefelder-Westen. Siggi. Hachz. In Bielefeld könnte ich wohl nie mehr woanders wohnen. Überhaupt, Bielefeld, ich mag dich. Du passt schon.











