Tag 12

Ich bin grad zurück von einem ungeplant langen Spaziergang mit dem Baby. Ich wollte nämlich schnell ein paar Tiefkühlbrötchen kaufen. Hatte aber vergessen, dass der Supermarkt um die Ecke samstags nur bis neun aufhat. Deshalb bin ich dann bis zum nächsten Supermarkt gelaufen, der bis zehn aufhat. 1,3 km hin und 1,3 km wieder zurück, weil ich die letzten Tage witterungsbedingt keinen Bock hatte Brötchen selber zu backen. Und nachdem das Kind ja im Auto nicht mehr schläft, schläft aus geschwisterlicher Solidarität das Baby im Tragetuch auch nicht mehr. So konnte es dann mit mir das ziemlich betrunkene studentische Jungvolk auf der Straße beobachten. Mich erinnern 20-Jährige mit Bier in der Hand, leichter Fahne und etwas zu laut geführten, etwas zu intimen Unterhaltungen immer sehr stark an meine Studienanfangszeiten (und ans Ende… und ans Auslandssemester… und… ach eigentlich an die kompletten 5 Jahre). Und dann fühl ich mich unsäglich alt, weil sich das so lange her anfühlt.

Seufz.

Tag 11

Eigentlich möchte ich seit Tagen über das schlechte Gewissen schreiben, das ich gegenüber dem großen Kind habe, seit das Baby da ist. Darüber, dass es nichts damit zu tun hat was ich dachte was mir ein schlechtes Gewissen machen würde. Allerdings ist das irgendwie noch so unausgereifter Gedankenquark, da muss erstmal Ordnung rein, dann kann ich drüber schreiben.

Heute war wieder schönes Wetter, langsam gewöhne ich mich dran und langsam wird es auch etwas peinlich, dass ich im Wechsel die selben zwei identischen (!) Hosen trage, weil ich dachte für die ein, zwei Tage lohne es sich nicht, die Sommersachen vom Schrank zu holen. Jetzt lohnt es sich aber wirklich nicht mehr, der Sommer soll wohl spätestens Ende nächster Woche vorbei sein und der Schrank ist sehr hoch und die Leiter wackelig. Obwohl sicher auch Herr Rabe auf die Leiter steigen würde, bäte ich ihn darum. Aber egal. Es lohnt nicht mehr und ich hab ja die zwei Hosen. So.
Wegen des schönen Wetters bin ich nach meinem Mittagessen mit der netten Kollegin (wir wollen das jetzt jede Woche machen, dann gibts für sie mal was warmes und für mich überhaupt was zum Mittag) zu Fuß fast bis nach Hause gegangen, am Fluss entlang. Wenn gutes Wetter ist, ist die Stadt hier fast kitschig schön und spazieren gehen finde ich eh gut, das Baby und ich brauchen ja auch frische Luft und coffee to go macht so auch viel mehr Sinn. Am Fluss liegt der Dom und am anderen Ufer gibt es eine Promenade, die dann direkt in die Altstadt übergeht mit putzigen kleinen bunten Holzhäuschen, in denen sehr reiche Menschen wohnen, den Wohnungspreisen nach zu Urteilen jedenfalls. Überall sonnten sich Menschen, das Semester hat auch gerade angefangen, deshalb hatte ca. die Hälfte der Menschen Alibi-Bücher mit schlau klingenden Titeln neben sich liegen, während sie ihren post-Urlaubs-Blick über den Fluss schweifen ließen. Kurzum: es war super schön und ich im ca. 5. Himmel, bis ich in den Bus stieg (für den letzten Kilometer bergauf war ich dann doch zu faul und die Strecke ist dann auch nicht mehr so schön). Da wurde ich sofort von einer älteren Dame angepampt weil ich den Kinderwagen ja doch bitteschön andersrum hinstellen könnte, so würde sie ja da gar nicht durchpassen. Dass der Kinderwagen egal in welcher relativen Ausrichtung zum ihm umgebenden Raum immer gleich groß ist, schien ihr nicht bewusst zu sein. Auch dass ich mir fast den Fuß abbrach bei dem Versuch in der anderen Position die Bremse erst fest- und zwei Stationen später wieder aufzubekommen interessierte sie offenkundig nicht. Mein bissiges freundliches „Ha det!“ zum Abschied wurde konsequent ignoriert. Nach der Busfahrt hatte ich mich von meiner guten Laune erholt und ging lieber schnell nach Hause und ließ mich vom Baby vollspucken.

Der Rest des Tages war wie immer. Kind abholen, Eis, Spielplatz, Wäsche, Essen, mehr Wäsche, im Garten rumgehangen. Unsere Nachbarn haben im Garten eine Hängematte aufgehängt, das ist sehr nett von ihnen. Findet auch das Kind. Das Kind begrüßt auch dass es im Brunnen im Park wieder Wasser gibt (wieso wird das überhaupt dauernd abgelassen und dann wieder befüllt?) und feierte das heute indem es sich nackt auszog und reinsprang. Wir sind die Weirdos, deren Kinder nackt im Brunnen sitzen, während sie selbst mit Babykotze auf dem T-Shirt ihre Augenringe zählen. Und haste gesehn? Die Frau hat immer die gleiche Hose an.

Tag 9

Ich hab das Kind ins Bett gebracht und bin dabei eingeschlafen. Jetzt fühle ich mich so, wie man sich halt fühlt nach 45 Minuten auf einem Barhocker, schief zur Seite hängend, den Kopf in die (eingeschlafenen) Hände gestützt. Gnärfz.

Heute hatte ich mir vorgenommen „nichts“ zu machen. Um neun hatte ich zwei Briefe per Hand geschrieben, ein Paket gepackt, ein neues Passfoto vom Baby eingetütet (das eine was wir an die Botschaft geschickt hatten, war verloren gegangen), dem Baby die Fingernägel geschnitten UND mir die Fingernägel geschnitten. Dann etwas Pause da eine Adresse erst angefragt werden musste, um zwölf war ich bei der Post, um eins wieder hier und dazwischen hatte ich noch fürs Grillen eingekauft. Dann muss irgendwas gewesen sein, jedenfalls gings erst so gegen zwei weiter mit gemächlich ca. eine Milliarde Dinge ins Auto packen, SalatGurkeTomate waschen und schneiden, den Grill vom letzten Mal leeren und mit neuer Kohle füllen und um viertel nach drei waren dann ich, das Baby und all unser Kram auf dem Weg, das Kind abholen. Dann Herrn Rabe abgeholt und auf zum See (diesmal ein anderer, ich find den ja noch schöner, aber Herr Rabe schätzt den Komfort vom Mülltonnen und einem public Grill an dem anderen).

Am See wars Bombe, das Kind hat gebadet, ewig lang und wollte gar nicht mehr raus. Meine Beine haben bis zum Knie gebadet, ebenso Herr Rabes. Es gab nur wenige Knotts (Kriebelmücken) dafür viel Sonnenschein und noch nicht mal eine Katastrophe, als sich das Kind am Fuß verletzte und wir keine Pflaster dabei hatten. Wir haben vegetarische Burger und Würstchen gegessen, das war ein Test der einzigen verfügbaren Marke und er wurde mit Sternchen bestanden. Mjammi. Das Kind hat gar nicht gemerkt, dass es keine „echten“ Pølse waren. Jede Menge andere Kinder, wenns keine Norweger gewesen wären also theoretisch Spielkameraden.

Dann mit Sack und Pack wieder nach Hause, das Kind ist leider kaputt, es schläft nicht mehr im Auto ein, jedenfalls dann nicht, wenn wir es extra schon im Schlafi ins Auto setzen. Deshalb bin ich dann ja auch neben seinem Bett eingeschlafen.

Und morgen mache ich wirklich gar nichts.

Tag 8 – Windeln falten

Ich wurde in meinem ersten Kommentar zu diesem Blog gefragt, warum man Windeln faltet. Ich frage mich das auch. Ich habe deswegen dazu mal was vorbereitet.

Heute war eine Maschine fällig, hier der (volle) Windeleimer.
2015-08-18 21.17.55
Gut, dass das hier kein Geruchsblog ist, das würde wohl jeden verschrecken. Zum Thema Windeleimer habe ich gestern sehr herzlich über jenen Artikel geschmunzelt (ich bin Westfale, da kann man herzlich schmunzeln!): vierpluseins – Oskartonne. Bei uns gehts halbwegs geruchsmäßig weil wir ständig waschen. Als das Kind noch nachts gefühlte drei Liter pillerte aber tagsüber schon keine Windel mehr trug, wir dementsprechend nur einmal die Woche gewaschen haben, wars übel, ging dann aber mit Teebaumöl zu übertünchen. Und überhaupt stinkt ein voller Windeleimer mit Plastikwindeln viel schlimmer, ätsch! Der Kopfkissenbezug macht das Umfüllen der Windeln in die Waschmaschine zu einer weniger ekligen Angelegenheit. Sack packen, in Maschine stopfen, sehr schnell die Tür zuschlagen, fertig.

Berg Wäsche. Ich weine innerlich ein bisschen.
2015-08-18 20.41.31

Stoffwindel, ungefaltet.
2015-08-18 20.47.00

Stoffwindel, gefaltet.
2015-08-18 20.48.23
„Drache mit Steg“, das fühlt sich nicht nur an wie Origami, das hat auch so Namen! (Falls sich jetzt wer plötzlich brennend für Stoffwindelfalttechniken interessiert, möchte ich denjenigen an das Stoffwindelforum verweisen.)

Stoffwindel, schrankfertig.
2015-08-18 20.48.38

Tageswerk getan.
2015-08-18 21.01.42
Wie man liest: Kopfkissenbezug, Spucktücher, Waschlappen, Waschlappen, Wickelunterlagenauflage, Windeln, Windeln, Windeln, kleine Windel, Nachtwindeln Baby, Nachtwindeln Kind (eigentlich trocken), Waschlappen Kind.

Netterweise hat das Baby für mich gemodelt, also jetzt hier live und in Farbe, Stoffwindel an Baby.
2015-08-18 21.07.26
Falsch.

Stoffwindel an Baby.
2015-08-18 21.13.49
Ein Hoch auf die Snappy-Windelklammer!

Stoffwindel an Baby mit Überhose.
2015-08-18 21.15.48

Fertig.
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Bissl dicker als ne Plastikwindel, aber soooo viel besser für alles (sie Stoffwindelforum, Link oben). Mit ner anderen Überhose gehts auch nochmal deutlich kleiner.

Warum jetzt noch Mullwindeln? Naja, weil das hier ist eine Nachtwindel an Baby.
2015-08-18 21.09.55
„Newborn-Fold“. Hahahahaha.

Nachtwindel mit Überhose an Baby.
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Jeden Abend möchte ich die Überhose blau-weiß-gestreift einfärben und das Baby in Obelix umbenennen. Und nein, die Nachwindel bleibt meistens nicht die ganze Nacht drum, sondern wird gewechselt, wenns gebrummt hat. Oder wie das Kind sagt: „Baby kackt!“

Und jedes Mal wenn ich das hier sehe und mir die norwegischen Windelpreise einfallen, muss ich sehr stark sein und mein Mantra aufsagen.
2015-08-18 21.08.22
„Es ist viel besser für die Umwelt und das Baby! Es ist viel besser für die Umwelt und das Baby! Es ist viel besser für die Umwelt und das Baby!“

Tag 7

Eigentlich wollte ich heute Abend eine Fotostrecke zum Thema Windeln falten anfertigen, aber jetzt tut mein Rücken so weh, dass mir die Lust darauf irgendwie vergangen ist.

Deshalb hier stattdessen kurzes Gemecker über Rückenschmerzen:
Meckermecker, aua. Meh.

Ich schätze mal, ich hab heut das Baby ein bisschen viel rumgeschleppt. Und das Kind. Wir waren nach dem Kindergarten noch am See, das Kind war allerdings sooooo müde und musste getragen werden, also hatte ich die Wahl zwischen a) zwei Kinder tragen und b) den ganzen Kram tragen. Ich entschied mich für b) auf dem Hinweg und b) plus Kind auf dem Rückweg. Dumm. Am See war es im babyfreundlichen Schatten auch ziemlich kühl, das hat es sicher nicht besser gemacht, auch nicht dass ich danach direkt in die Küche gesprintet bin um Kuchen zu backen. Morgen gehts nämlich zur Arbeit, Baby rumzeigen und Kuchen essen. Eine sonst willkommene Ausrede um Blechkuchen zu backen (Pflaumenkuchen mit Hefeteig und Guss, in der Küche bin ich meine Oma) aber heute irgendwie anstrengend da keine Position zu finden war, in der ich bequem stehen konnte. Nun ja. Morgen ist es sicher schon besser, aber jetzt steh ich außer zum Zähne putzen nicht mehr auf. Ich lieg nämlich schon im Bett, neben mir das herumschnorchelnde Baby. Es nuckelt an seiner Zunge, das ist sehr niedlich. Eben hat es die Windel gut gefüllt. Das war weniger niedlich. Gut, dass Herr Rabe gerade vom Fußball nach Hause gekommen ist. Hehe. Ich memme ja rum bin ja grad unpässlich.

Das Kind hat heute nicht nur im See gebadet („Ich darf nach der Geburt noch nicht wieder baden! *hüstel*“) sondern auch im Fjord, der kleine Norweger. Der Kindergarten hat nämlich heute einen Ausflug gemacht zum Fjord und da durften die Kinder baden. Als ich das Kind vom Kindergarten abholen wollte, wurde ich dann auch erst ignoriert und dann wurde mit einem Stock auf mich geschossen. Bald muss ich das Kind wahrscheinlich vom Zaun aus mit einem Lasso einfangen um es abzuholen. Ich sollte schon mal üben. Ach nee, ich kann ja nicht.

Oh, und schon eine Woche gebloggt. Kann man sich dran gewöhnen :)

Tag 6

Heute auch wieder nur ein kurzer Eintrag, es ist schon spät und so.

Es war wieder ein sehr schöner Tag, der mich rundum zufrieden und selig zurücklässt. Es waren viele Grade auf der Temperaturskala involviert, Sonnenschein, „Ausschlafen“,  ein drei Kilometer langer Spaziergang mit Herrn Rabe, dem Kind und dem Baby, ein Eis und eine Waffel, ein drei Kilometer langer Spaziergang zurück zum Auto, Wald, Fjord, der Geruch von Sonnencreme und gemähten Wiesen, gebadete Kinder und dieses wunderbare Foto, dass ich von meinem kleinen Pelztierchen gemacht habe:

2015-08-16 19.40.23

Das Kind ist auf dem Hinweg UND dem Rückweg sogar 2/3 des Wegs auf seinem Laufrad gefahren. Das Baby hat, wie üblich, alles verschlafen.

Und ich habe sogar geschafft, endlich meine selbstgenähten Geschenke für eine gute Freundin fertig zu stellen, sodass ich die bald verschicken kann.

Hachz.

Aber jetzt ab ins Bett.

Tag 2

Wir haben heute einen Reisepass für das Baby beantragt. Also fast.

Wenn ein Baby von deutschen Eltern in Norwegen geboren wird, muss man nämlich eigentlich zur Botschaft, um einen Kinderreisepass zu beantragen. Da müssen dann beide Eltern hin plus Kind. Die Botschaft ist in Oslo, klar. Wir wohnen in Trondheim. Das sind 600 km, oder 8 Stunden Fahrt. Mit Baby wohl eher 10. Mit Baby und Kleinkind wohl eher ein Jahresurlaub.

Gut, dass es die Honorarkonsuln gibt. Sogar eine in Trondheim. Was ist die weibliche Form von Konsul? Ich fände Konsula gut. Nennen wir sie Konsula. Die Konsuln können die notwendigen Dokumente beglaubigen. Und NUR die! Norwegische Behörden können keine von einer deutschen Behörde ausgestellten Ausweise beglaubigen. Nicht dass man auf so ne absurde Idee kommt.

Wir waren dann also heute bei der Honorarkonsula der Bundesrepublik Deutschland in Trondheim. Mit einem wilden Mix deutscher und norwegischer Dokumente im Original und Kopie, ausgefüllten Anträgen (Augenfarbe bei einem drei Wochen alten Baby…?) und einem zwei Passbildern. Die Passbilder hat Herr Rabe mit viel Geduld und einem seiner neuen, schweineteuren Objektive sehr professionell gemacht, am Computer noch professioneller skaliert und so und dann etwas weniger professionell auf unserem Drucker ausgedruckt. Dann hat heute morgen das Kind seine Milchfinger draufgedrückt und offensichtlich bei dem einen Bild das eine Auge des Babys verwischt, das sah jedenfalls komisch aus aber der Konsula war das egal. Und in den Pass kommt eh das andere. (Dass so ein Baby sein Aussehen quasi ständig ändert ist für so nen Pass auch egal, der ist dann sechs Jahre gültig. Aber ohne kann man nicht ausreisen aka Weihnachten nach Deutschland fahren.)

Vor dem Besuch im Konsulat war ich ein bisschen aufgeregt, Botschaft, Konsul, das klingt immer alles so hochoffiziell und nach Diplomatenstatus und Koks und Nutten Männern in Anzügen.

Die Konsula ist hauptberuflich Gynäkologin und hat ihre Praxis („das Konsulat“) im vierten Stock eines Shoppingcenters.

Eigentlich hatte ich sie fragen wollen, wie man Konsul wird, war dann aber zu enttäuscht von der Abwesenheit jeglicher Gatsby-Atmosphäre.

Morgen schicken wir den Packen beglaubigten Papiers dann nach Oslo, frankierten und an uns adressierten Rückumschlag nicht vergessen, und dann kann Weihnachten kommen.

Tag 1

Was für ein spektakulärer Tag. Nicht. Aber er taugt auch nicht wirklich als exemplarischer Alltag-tag, weil war ja erst der zweite „echte“ Tag in Elternzeit. Also, alleine. Herr Rabe arbeitet wieder, seit die zwei Wochen Sonderurlaub nach der Geburt um sind, aber bis Sonntag war hier noch die Oma. Naja, so wars jedenfalls:

  • Aufgestanden mit Herrn Rabe und dem Kind, versucht einen Kaffee zu machen, kam nur bis zum Aufschäumen der Milch, dann hatte das Baby akute Panik zu verhungern.
  • Herr Rabe hat dann den Kaffee und das Kind und das Frühstück fertig gemacht. Dann Frühstück. Das Kind frühstückt nämlich nicht in seinem neuen Kindergarten. Aber das ist eine andere Geschichte.
  • Mann und Kind herauskomplimentiert, unter Protest des Kindes („Schafe guckäääään! Whääääää!“, aber auch das ist eine andere Geschichte.).
  • Das Baby gewickelt und Windelwäsche angeschmissen.
  • Das Baby noch mal gewickelt.
  • Mit Baby wieder ins Bett. Das Internet war irgendwie langsam heute, deshalb nicht stundenlang das Telefon angestarrt. Auch nicht geschlafen (das hab ich ja gestern schon gemacht). Statt dessen weiter gelesen in Jo Nesbøs „Der Sohn“. Sehr gutes Buch. Wenn man skandinavische Krimis mag. Ich liiiieeebe skandinavische Krimis. Sehr sehr gutes Buch.
  • Tausend Stunden später mit Baby wieder aufgestanden.
  • Das Baby gewickelt. Keine Windeln mehr da. Musste Plastik nehmen.
  • Windelwäsche in den Trockner gepackt. Dabei Bettwäsche gefunden.
  • Haare gewaschen, Gesicht gewaschen, Gesicht eingecremt, Angezogen.
  • Baby ins Tragetuch geschnürt, weil Baby heute sehr anhänglich. Mit Baby im Tragetuch ein bisschen aufgeräumt, Wäsche verteilt, Wäsche zusammengelegt, noch mehr Wäsche verteilt. Sisyphos-Arbeit, diese Wäschewäscherei. Wir haben nur einen sehr kleinen Wäscheständer, wenn wir mehr Platz zum Aufhängen hätten, hinge alle unsere Wäsche trocken auf der Leine und niemand würde sie je abnehmen, außer zum Anziehen. Das wäre irgendwie gar nicht schlimm, fällt mir grad auf.
  • Dann mit Baby immer noch im Tragetuch Bratkartoffeln gemacht. Nur ein wenig panisch gewesen, dass ich die nackten Babyfüßchen mit Fettspritzern treffen könnte. Mit Baby im Tragetuch gegessen. Etwas Ei aufs Baby fallen gelassen, jetzt ist ein Fettfleck im Nacken des Bodys. Hupsi.
  • Oh, schon so spät?
  • Baby „geweckt“ zum Stillen. Baby so: zzzzZZZZzzz, nuckelnuckel, zzzZZZZzzz. Hmm.
  • Baby in den Kinderwagen gepackt. Auf zur Helsestasjon, zum Wiegen und Messen. Wir wollen ja morgen einen Pass beantragen. Vielleicht.
  • Baby ausgezogen. Fand Baby nicht gut. Gewogen. Fand Baby noch viel weniger gut. Gemessen. Baby brüllte wie am Spieß. Überraschender Weise hatte es auch Hunger. Mit Blick auf die Uhr das Baby bis drei Minuten vor Ende der Öffnungszeit der Helsestasjon trinken lassen.
  • Das Scheißerchen gewickelt und im Turbo-Modus angezogen. Dann wurden wir beide quasi vor die Tür gekehrt.
  • Das Kind vom Kindergarten abgeholt. War alles gut, bloß zwei Hosen mit Pipi-Unfällen musste ich mit nach Hause nehmen. (Yeah! Mehr Wäsche!) Scheint noch sehr aufregend zu sein mit dem neuen Kindergarten.
  • Das Baby stellte auf dem Heimweg fest, dass es ja noch gar nicht fertig war mit essen. Notschnuller ausgepackt. Kind war begeistert, Babys müssen Schnuller haben.
  • Zu Hause erst mit Kind aufs Klo, dann mit Baby aufs Sofa und Stillen. Kind hat Maus geguckt. Internet immer noch langsam. Den Router neu gestartet, half mäßig. Maus hat gehakt, Kind hat genörgelt.
  • Das Kind wollte unbedingt „Fisch gucken“, was auch immer das heißt. Wir haben eine Doku über Lachse in Colorado geguckt, aber dann war da ein Bär, der einen Lachs gefressen hat. Das Kind war außer sich, weil „Bär Fisch puttemacht!!! Wääähhhh!“. Das Kind ist ein viel besserer Vegetarier als wir. Computer daraufhin lieber ausgemacht.
  • Herr Rabe ist gerade im richtigen Moment nach Hause gekommen. Wurde begrüßt mit „Was gibts heute zu essen?“. Sorry dafür. Meine Hunger-Toleranz ist sehr schwach ausgeprägt. Etwa so wie bei meinen Kindern.
  • Unsere Finanzen überprüft und die alles umfassende Excel-Tabelle um mein tatsächliches Netto-Gehalt in der Elternzeit ergänzt. Daueraufträge geändert. Erwachsenenkram. Bäh.
  • Gegessen.
  • Gestillt.
  • Das Baby schlafend abgelegt. Dem Drang in Freudenjubel auszubrechen mit Mühe widerstanden.
  • Dem Kind Gute Nacht gesagt und es kurz durchgekitzelt weil es das so wollte.
  • Aufgeräumt und diverse Duplo-Klötze unter dem Sofa weggeangelt.
  • Neue Maschine Wäsche gestartet.
  • Windeln gefaltet. Dabei Schokolade gegessen, damit ich mich nicht über das Windeln falten aufrege. Windeln falten ist sehr langweilig und doof.
  • Den Tag aufgeschrieben.

Dann wären wir auch schon beim Jetzt angekommen. Ich stelle fest, ich verbringe große Teile meines Tages mit Wäsche. Wer hätte das gedacht. Meine Schwiegermutter sicher nicht.