Tag 898 – Wie so ein Tier.

Erstens hing ich heute noch einen Tag lang mit einem kranken und einem gesunden Kind zu Hause rum und so langsam muss ich echt Willenskraft aufbringen um nicht wie so ein Tiger Furchen in den Boden vor der Tür zu laufen. Im Ernst, ich bin gern mal gemütlich, ich hatte sogar wieder die Gelegenheit, ein bisschen zu dösen, aber herrje, ich muss mich bewegen! Und damit meine ich kein Herumhopsen vorm Fernseher, damit meine Muskeln nicht verkümmern, damit meine ich aus dem Haus gehen. Morgen. Morgen gehe ich aus dem Haus, und wenn ich Pippi dafür fitspritzen muss, ich werde sonst irre hier.

Zweitens hatte ich mit Michel heute naturwissenschaftliche Diskussionen. Warum sind die Affen zu Menschen geworden? Menschen und Affen haben gemeinsame Vorfahren. Was heißt das? Dass es mal ein Tier gab, das war vielleicht so wie ein großer Affe und daraus haben sich dann die Menschen und die Affen entwickelt. Sahen die Menschen immer so aus wie jetzt? Nein, die sahen am Anfang ganz anders aus. So wie Boxer? (Bleiben Sie da mal ernst!) Naja, ein bisschen vielleicht wie Boxer, weil der Kiefer noch so aussah, wie ein Mensch heute mit Mundschutz. Und die Augenbrauen waren auch dick! Ja stimmt, die waren auch ein bisschen so, wie wenn ein Boxer da drauf gehauen wurde. Menschen sind auch Säugetiere, Mama. Ja. Warum heißen Säugetiere (auf norwegisch: Pattedyr) eigentlich so? Weil sie ihre Babies säugen. Haben alle Säugetiere Fell? Nein, Wale zum Beispiel haben kein Fell, sind aber Säugetiere. Fische sind keine Säugetiere! Nein, Wale sind aber keine Fische, weil sie lebende Babies bekommen und keine Eier legen und die Babies dann auch Milch trinken. Kann man Wale essen? Ja, kann man, man kann fast alles essen. Ist das erlaubt, Wale zu essen? Ja, das ist erlaubt, aber fast überall ist verboten, Wale zu fangen und zu töten. Hier ist es erlaubt, aber ich finde das nicht gut und esse deshalb keine Wale. Warum findest du das nicht gut? Weil es nicht viele Wale gibt und die Menschen durch das Fangen von Walen schon viele Arten davon fast ausgerottet haben. Ich finde das auch nicht gut. Wenn man eine Walmama tot macht, wird das Baby bestimmt traurig. … Es dauert noch lange, bis ich sterbe. Ja, das stimmt. Und bis ihr sterbt? Dauert das auch noch lange. Warum sterben wir irgendwann? Weil unsere Gene alt werden. Was heißt das? Naja, wenn du ein Bild immer wieder kopierst, dann wird das ja auch immer schlechter, irgendwann erkennt man fast nichts mehr. Das passiert mit deinen Zellen auch. Irgendwann sind die Gene da drin so oft kopiert, dass das nicht mehr gut funktioniert mit dem Kopieren. Dann werden die Zellen alt und dann stirbt man irgendwann. Warum werden die Gene alt? Ja, weil sich halt da drin Fehler ansammeln. Wie beim Kopierer. Und die werden auch immer kürzer, das Bild wird sozusagen immer am Rand ein kleines bisschen abgeschnitten und irgendwann ist nichts mehr zum abschneiden da, dann ist die Zelle auch alt und stirbt. Und wenn viele Zellen sterben, stirbt irgendwann auch der ganze Mensch, das ist leider so.

Dieses Kind. Es wird mich irgendwann Löcher in alle erdenklichen Körperteile gefragt haben, mich totdiskutieren und dann meine Telomere nachmessen. Während die kleine Schwester perfekt geometrische Formen aus Bügelperlen und Lego baut, was ich für zweieinhalb auch schon beachtlich finde. Und sie kann, kein Witz, bis elf zählen.

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Auto-Lobhudelei: keine Furchen in den Boden gerannt. Die Bewerbung von gestern heute Abend endlich fast fertig gestellt.

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Tag 894 – Ich mach das!

Das ist einer der häufigsten Sätze von Pippi. Sie kann jetzt „Ich“ sagen, statt ihres Namens, und natürlich lässt sie da voll das kleine Geschwisterchen raushängen: „Ich auch!“ und „Das ist MEINS!“ (Vorher sagte sie „das ist Pippi mein seins!“ und das war eigentlich auch sehr sehr niedlich.) sind auch hoch im Kurs. Und halt „Ich mach das!“ in diesem wütenden „Ich brülle gleich alles zusammen, wenn du noch länger versuchst, mir die Schuhe anzuziehen!“-Ton, den auch nur Zweijährige so authentisch drauf haben.

Ansonsten kann sie „Ich“ nur in Verbindung mit „bin“ und zwar auf Norwegisch. „Jeg er“, das hört sich aus ihrem Mund dann wie „Yeah yeah“ an. Und weil sie eben noch keine anderen Hilfsverben kann, wie „wollen“ oder „haben“, kommen da lustige Kombinationen bei raus. Satz Nummer eins: „Ich bin Banane.“. „Yeah yeah Nane.“ „Ich bin Hunger.“, „Ich bin Papa/Mama/Peppa Wutz.“, „Ich bin Joghurt.“, „Ich bin malen.“ und heute neu, der bisher längste Satz: „Ich bin Kaplette Mund nehmen.“ (über ihre abendliche Eisentablette, die sie wie jeden Abend noch im Bett in der Hand hatte).

Weiterhin singt Pippi immernoch sehr gern und, für so ein kleines Kind, echt gut. Sie hat offenbar ein Gehör für Melodien und ein Gespür für Rhythmus. Und neuerdings denkt sie sich selbst Lieder aus und nervt Michel damit zu Tode, wenn sie „Pippi, Matti, Jenni, Bukke Buuuuuse!“ in Dauerschleife trällert, während ich nur denken kann, was für ein tolles, kreatives Kind sie ist. Auch beim vierhundertsten Mal Lille Kattepus/Vader Jakob/Bæ, bæ lille lam/Lille Petter Edderkopp und wie sie alle heißen. Nur beim Tip-Toi-Stift muss ich manchmal ihre Kopfhörer holen, weil mich manche von den Stimmen so nerven, aber nie ihre (wenn sie singt. Wenn sie schreit, schon).

Auch neu heute: ein Witz. Pippi ist eh ein kleiner Clown und tut zum Beispiel seit ein paar Wochen bei jeder Autofahrt so, als sei sie eingeschlafen. Grinsend kneift sie dann die Augen zusammen und macht kleine Schnarchgeräusche. Es ist so niedlich! Heute übernachtete Michel wieder bei seinem besten Freund und Pippi drehte beim Frühstück voll auf. Endlich stahl ihr mal keiner die Show. „Ha-ha-haaa-haaa…Ei!“ machte sie plötzlich. Und schob sicherheitshalber hinterher: „Das war Ei-Hatschi!“.

Hachz. Die ist echt so niedlich. Wenn sie einem nicht grad Sachen an den Kopf haut, weil man sie nicht den Fünfpunktgurt am Kindersitz schließen lässt.

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Auto-Lobhudelei: aus Stoffresten, die jetzt endlich stark dezimiert sind, Mützen, Buffs und ähnliches für die ganze Familie genäht. Es sind nämlich auch -10 Grad draußen.

Tag 887 – Familienbett-Rant.

Auch, was war das schön, damals, als Michel ein Baby war. Er schlief im von Herrn Rabe selbst gebauten Beistellbett direkt neben mir. Meistens lief es so ab: Michel wurde gestillt, gewickelt und dann in seinen Schlafanzug gepackt, eingepuckt, ins Bett gelegt und schlief dann recht fix ein. Wir konnten sogar rausgehen, während er noch wach war. Übers Babyphone hörte man exakt nichts und irgendwann tiefe Babyschnaufatemzüge. Ich klopfte mir feste auf die Schultern und fand, ich müsste ja alles richtig gemacht haben, dass mein Baby so super einschläft. Auch wenn er natürlich nicht durchschlief, ich stillte mehrmals nachts, aber da ich damals noch nicht raushatte, wie man im Liegen stillt, war ich ja eh jedes mal wach und legte ihn, sobald er satt war, wieder in sein Bett zurück. Später bekam er die Flasche nachts, aber auch der Mann legte ihn nachts wieder zurück. Als Umzugsvorbereitung wollten wir eine Beistellbettentwöhnung machen und stellten sein neues Babygitterbett immer weiter von unserem Bett weg. War auch kein Problem.

Dann zogen wir nach Norwegen, alles war furchtbar aufregend, Michel schlief quasi mit Kindergartenanfang gar nicht mehr und schon gar nicht in seinem Bett. Stunden, wirklich Stunden im Plural und GROß verbrachten wir als Einschlafbegleitung neben dem selben versch*ssenen Babybett, in dem er doch in Deutschland noch prima geschlafen hatte. Und er schlief nicht. Er erzählte, stand wieder auf, rüttelte an den Gittern, hopste in seinem Schlafsack. Wir bauten die Gitter ab, weil wir dachten, dass er sich vielleicht eingesperrt fühlt. Er hopste nicht mehr, war aber trotzdem nach dem Hinlegen noch ewig wach und laberte uns Knöpfe an die Backe. Wir sangen, wir lasen vor, wir verhielten uns möglichst langweilig und nicht-responsiv, NICHTS half. Und immer wenn er dann eingeschlafen war, ging der Zirkus nach maximal zwei Stunden von vorne los. Gerne auch mit Brüllen. Ich glaube, es dauerte keine drei Wochen, bis wir die Segel strichen und Michel, wenn er nachts wach wurde, zu uns ins Bett holten. Wo er dann mehr oder weniger gut weiterschlief, aber allemal besser als in seinem Zimmer, wo ja jemand dann auch auf dem kalten Fußboden neben ihm hocken musste. Stundenlang. Interessanterweise konnte er ab da auch besser einschlafen – war ja eh nur für ein paar Stunden. Nach einem viertel Jahr ca. Hatte Michel raus, dass er auch einfach zu uns kommen kann, statt uns übers Babyphone wachzubrüllen uns sich holen zu lassen. Und kam fortan von selbst in unser Bett gekrochen. Heute weiß ich: das war der Anfang vom Ende. Damals dachte ich: Der wird schon nicht für immer in unserem Bett schlafen wollen.

PUSTEKUCHEN! Dieses Kind wird vermutlich auch noch mit 15 seine*n erste*n Partner*In mit in unser Bett schleifen! Ich kriege bekanntermaßen schon bei zu viel Nähe zu viel und dann ist das ja nicht nur Nähe! Familienbett, das klingt kuschlig und nach süß duftenden Babyfüßen und kleinen Babynasen, die niedlich rumschnaufen. Vergesst es! Familienbett ist kleinkindliches Zähneknirschen, Schnarchen wegen vergrößerter Polypen, Füße, die sich in den Unterhosenbund mogeln und dann mit den Zehen das Gummi schnippen lassen, Hände mit rasiermesserscharfen Fingernägeln, die sich unter den Rücken schieben, Beine, die sich auf volle Blasen legen, Arme, die einem volle Möhre in das schutzlose, weil verdammt noch mal schlafende Gesicht hauen. UND DABEI SCHLAFEN DIE! Es kommt noch das nicht-schlafen hinzu, wenn man dann nachts direkt ins Ohr gebrüllt bekommt, Banane verfüttert, das Bett abzieht, weil unverdaute oder verdaute Flüssigkeiten drin gelandet sind, wenn man mit Wutanfallzwergen wrestelt, die mit allen Vieren auskeilen, weil ihnen hinter dem rechten Ohr was juckt und sie das nicht mitteilen können, weil sie mit „NEIIIIN!!! NEIIIIIN!!!“-Brüllen beschäftigt sind. DAS, meine Lieben, ist Familienbett. Und ich sag das jetzt mal nicht durch die Blume: Sex hat man auch nur noch alle Jubeljahre. Einstmals hatten Herr Rabe und ich ein erfülltes und reges Sexleben. JETZT HABEN WIR DAS GOTTVERDAMMTE FAMILIENBETT! Was ein Tausch! Lose-lose! Ich höre schon die süffisanten „also man kann ja nicht nur im Bett…“-Kommentare, und soll ich euch was sagen: Das geht euch nen Scheiß an, wo ich gern Sex habe. Solange das nicht auf Eurem Küchentisch ist, jedenfalls. Und im Übrigen ist für mich das Bett nicht nur ein Ort für entweder Schlafen oder Sex. Ich kuschle zum Beispiel gern mit dem Mann. Ja, das können wir auch auf dem Sofa. ABER DAS IST NICHT DAS GLEICHE! Ich habe auch große Teile meiner Master- und kleinere Teile meiner Doktorarbeit im Bett geschrieben. Weil das Bett der beste Ort der ganzen Welt ist! Ich lese da, ich regeneriere da und all das geht nur mittelgut, wenn ich auf 20 cm an den Rand geschoben werde und mir „ööhnnnn, öhnnnn!“ Ins Ohr gestöhnt wird, weil mein funzliges Leselicht an ist und man da ja nicht schlafen kann. Kleiner Tipp, Kind: in deinem eigenen Bett ist Platz und es ist dunkel und keiner atmet für deinen Geschmack zu laut!

Was ich auch nicht mehr hören kann: Ihr braucht ein größeres Bett. Nein. Dieses Kind würde auch in einem doppelt so großen Bett auf mir drauf liegen wollen. Dann wären eben 2 m Bett leer, 1 m Herr Rabe, 20 cm Michel und ich. Noch so was: macht doch ein Matratzenlager! WIE WOHNLICH! Und so gesund! Matratzen auf den Boden legen ist mindestens wegen Rücken, aber auch wegen Schimmel eine echt schlechte Idee. UND ICH WILL DAS AUCH EINFACH NICHT! Das ist mein Schlafzimmer, mein Tanzbereich, es reicht, dass alle anderen Räume von den Kindern gekapert sind und ich noch mindestens 10 Jahre drauf warten darf, alles wieder so einzurichten, wie ich das will (ich werde mindestens 5 Jahre lang in sterilen, weißen und äußerst karg eingerichteten Räumen leben. Im Wohnzimmer möchte ich eine Badewanne mit Löwenfüßen und eine lila Chaiselongue, der Rest bitte weiß und WENIG! Das wird schön). Es wird in meinem Schlafzimmer kein Matratzenlager geben, fertig.

Was übrigens fast das allerschlimmste ist: ich kann noch nicht mal sagen, dass ich was falsch gemacht hab. Oder besser, wir was falsch gemacht haben. Denn Pippi, die von Anfang an das Beistellbett blöd fand und Schlafsäcke und einpucken auch und die deshalb schon als Minibaby (OH SCHRECK!) direkt mit uns im Bett schlief, die schläft inzwischen im Grunde recht gut in ihrem Bett ein und oft auch durch (minus Bananenhunger). Das war ne harte Woche und dann ging das. Michel hingegen, wenn der nachts wach wird (meistens weil er pullern muss, manchmal aber auch WEIL NIEMAND DA IST MIT DEM ER KUSCHELN KANN) und wir auch nur versuchen, ihn in sein Bett zurückzubringen, fängt er an zu weinen und schläft dann einfach nicht wieder ein, wenn wir ihm sagen, dass wir uns zum Einschlafen zu ihm legen. Der ist so stur, oder hat so viel Angst, allein gelassen zu werden (wohlgemerkt während Pippi unter ihm im Bett ihre nicht-so-super-niedlichen Kleinkindschnarcher von sich gibt), der kann sich dann ewig halb wach halten, alle Antennen auf Empfang, und sobald wir aus dem Bett kriechen, kommt er hinterher. ICH. WERD. IRRE! Aber das andere Kind hat die Kurve ja prima gekriegt, alleine schlafen können scheint also auch wieder so eine Typ- statt einer Erziehungssache zu sein und ich wette, Michel gehört zu den Kindern, die dafür eben länger, so ca. bis zum Auszug, brauchen. Kommt mir nicht mit Hirnentwicklung, ey.

Es muss aufhören, dieses Familienbett, denn ich hassehassehasse es. Hartes Wort, dreimal wiederholt, weil: so isses halt.

Tag 884 – So groß.

Michel kommt dieses Jahr in die Schule. Jedenfalls, wenn wir in Norwegen bleiben. Jeden Tag erinnert mich ein Zettel am Kühlschrank daran. Darauf steht: Du, Michel Rabe, hast einen Platz in der Schule um die Ecke.

Pippi macht wieder einen Entwicklungsschub durch. Dieses Mal wohl sprachlich. Sie reden in ganzen Sätzen (mit konfusem Satzbau, aber so what) und kann Vergangenheit und Zukunft benennen, und elementare Gefühle von anderen beschreiben. Leider geht auch dieser Entwicklungsschub mit Brüllerei und Trotzanfällen allererster Güte einher, aber das kennen wir ja auch schon.

Michel hat jetzt schon zwei mal bei seinem besten Freund übernachtet.

Pippi zählt. Ein, fei, dei, sju, åtte, ni.

Michel liest, ein bisschen jedenfalls. Auf jeden Fall sitzt er schon gerne irgendwo und guckt sich Bücher an. Und er kann die meisten Großbuchstaben erkennen und sehr, sehr langsam auch Wörter daraus zusammenbasteln. Auch diese Entwicklungen: Lesen, woanders schlafen, bald Schule (und die Sache mit dem Umzug macht ihm auch jetzt schon riesige Sorgen), sind nicht ohne Nebenwirkungen und wir waschen jetzt wieder öfter mal Bettwäsche, halten mehr oder weniger gut Wutanfälle und Gebrüll und Trotz und Verzweiflung aus und haben nur wenig Platz in unserem Bett.

Ach ja. Same, same, but different.

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Auto-Lobhudelei: im Bewerbungs-Soll, noch nichts angezündet, sogar wo angerufen (aber die Dame war nicht da). Aber angerufen! Mit einem Telefon! Bereit, mit richtigen, echten Menschen zu sprechen!

Tag 883 – Laaaaangweilig.

Heute:

  • 1 Bewerbung geschrieben
  • Bank- und Finanzplanungskram erledigt
  • 2 Brote gebacken
  • 1 Schnittmuster (aus Papier) zusammengebastelt
  • Wäsche zusammengelegt, aufgehängt, verräumt, in den Trockner gesteckt…
  • Suppe versalzen*
  • Pippis Wutanfall** im Kindergarten ertragen ohne auszuflippen

War aber alles eher lahm, nix spannendes, oder vielleicht kommt mir das auch einfach nicht so besonders fancy vor. Das Hausfrauenleben.

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Auto-Lobhudelei: Ich bin soweit im Soll mit meiner Planung und habe noch nicht völlig resigniert. Yeah.

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*Jaaaa, natürlich bin ich verliebt! Was sonst. Seit >10 Jahren in den Selben.

**Der goldene*** Pädagogenpreis geht heute an die KiTa-Betreuerin, die mir beim Abholen lang und breit von Pippis Wutanfall beim Mittagessen erzählen musste, während Pippi daneben stand. Unter Nennung aller relevanten Stichworte, wie zum Beispiel „Joghurt“ und „hatte keinen“. Ich durfte dann das Re-Enactment ausbaden.

***aus Pappmaché, das liebevoll um eine Plastikflasche geklatscht und mit schadstoffarmer orangener Farbe ungleichmäßig und nicht-deckend angesprüht wurde.

Tag 877 – Stengt wegen Rentieren auf den Gleisen.

Dafür, dass ich Transportmittel aller Art gruselig finde, verbringe ich gerade viel Zeit darin. Heute im Nachtzug. Zum ersten Mal in meinem Leben. Und – meine Fresse ist das gruselig! So unglaublich eng! Rentiere auf der Fahrbahn! Es ruckelt und rumpelt und das Bett ist so schmal, dass ich mich kaum umdrehen kann, ohne rauszufallen. Deshalb schläft Pippi oben, da gibt es wenigstens einen Rausfallschutz. Natürlich spielt mein Kopf sämtliche Zugunglücke der letzten 30 Jahre nach und überhaupt: wie bin ich denn auf diese beknackte Idee gekommen?

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Heute in Bodø gewesen und alles war stengt (geschlossen). Wegen Umbau, Ferien, Filmarbeiten… gut, dass ich herausgefunden hatte, dass Bodø ein Spaßbad hat, da haben wir uns die Zeit sehr gut vertrieben. Vor allem die kleinen Wasserratten waren total in ihrem Element und gar nicht wieder da wegzukriegen. Hachja, die sind schon manchmal echt toll! Meistens. Heute jedenfalls. Hachz!

Tag 875 – Wieder im Trott aber doch nicht.

Heute erster Tag KiTa für die Kinder nach den Weihnachtsferien. Beide freuten sich, beide standen fast ohne Meckern auf*, ließen sich fast ohne Meckern anziehen, frühstückten (Michel) bzw. klemmten sich zwei Joghurts unter den Arm (Pippi) und ließen sich aufgeregt, aber anstandslos in der KiTa abliefern. Ich war ja heute zum ersten Mal in meinem Leben so richtig arbeitslos, also rödelte ich etwas ziellos zu Hause herum und machte dann eine To-Do-Liste, sonst mache ich nämlich gar nichts richtig. So war ich sogar recht produktiv, ich nähte ein Kleid fertig, färbte meine Haare nochmal**, testete, ob es nicht vielleicht das Puder ist, das meine Haut kaputt macht (sieht so aus… Nyx HD pressed finishing powder translucent, anyone? Kaum gebraucht, super Puder***). Mittendrin rief die KiTa an, ich hatte direkt Puls, aber es ging nur drum, ob Pippi schlafen sollte oder nicht, sie wolle nämlich nicht und die anderen Kinder in ihrem Alter sollen auch nicht mehr. Ich sagte, wenn sie nicht will, muss sie nicht. Wenn sie will, soll sie nicht mehr als 45 Minuten schlafen. Dann wusch ich ein bisschen Wäsche, räumte die Spülmaschine ein und startete sie, machte Kaffee… das Übliche eben. Auf meiner Liste stand aber auch noch, bei diversen Werkstätten Termine auszumachen, nämlich einmal bei Toyota, wegen des Spiegels und des Schlüssels, und dann bei einer günstigeren Werkstatt um die Ecke, für AU/HU, plus vorher alle nötigen Reparaturen. Die Toyota-Werkstatt ist nämlich 1. teuer und 2. doof, denen will ich nicht mehr Geld als unbedingt nötig in den Rachen werfen. Die Toyota-Werkstatt war dann auch weiterhin doof: den Schlüssel bestellen sie nur gegen Vorkasse, dafür muss ich da morgen ganz früh**** hin. Yeah. Dafür ging es in der anderen Werkstatt total fix und ich sollte direkt vorbeikommen. Wie zu erwarten war***** fiel mein geliebtes Autoli durch den norwegischen TÜV, wird aber in den nächsten Tagen direkt repariert, wenn alle Teile da sind. Das wird leider teuer, aber wenn wir das Auto entweder noch ne Weile fahren oder aber in absehbarer Zeit verkaufen wollen, muss TÜV drauf sein. Seufziseufz.

Danach war sogar noch Zeit für eine wichtige und lange wegprokrastinierte Mail und das Auffrischen meines CV****** samt Hochladen in ein******* Bewerbungsportal, dann holte ich die Kinder ab und Pippi schlief natürlich direkt unweckbar ein. Nach einer guten halben Stunde bekam ich sie wieder wach, puh, sonst wäre das heute wieder so ein Schlaf-Drama geworden.

Und morgen ist dann wieder alles anders, denn wir fahren spontan mit der Hurtigruten eine Station nach Bodø und dann mit dem Nachtzug zurück.

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Auto-Lobhudelei: ein bisschen shit done gekriegt.

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*Pippi mit ein bisschen Meckern, aber die soll sich mal nicht beschweren, ich hab von der Nacht mit ihr in Michels Bett furchtbare Nackenschmerzen.

**Die waren nach „Lorreall preferongs lös blondissimäs“ leider gar nicht Platin, sondern gelb. Richtig krass, als hätte ich versucht, schwarze oder rote Haare zu blondieren. Heute mit Blondierpulver und Entwickler aus dem Friseurshop noch mal drüber gegangen, hat ein bisschen geholfen.

***für andere Hauttypen als mich

****nachdem ich beim Fundbüro angerufen hab, aber bevor wir die Familie zum Frühstück treffen

*****wenn ein Prius röhrt wie ein getunter Golf III, ist wohl der Endtopf durchgerostet

******“submitted 22.12.17, tentative date for defense: 22.03.18″

*******weitere werden folgen, auch neue Bewerbungen, aber erstmal klein anfangen, ne?

Tag 869 – Ein Plan!

Heute festgestellt, dass ich doch noch stressmäßig angeschlagen bin, denn: wir hatten einen Plan (im Hellen rauskommen) und als der in die Hose ging, stresste mich das so dermaßen, dass meine Laune direkt in den Keller und mein Blutdruck in die Höhe ging. Dabei, mal ehrlich, ist das doch wurst egal, ob wir es zu zwei oder zu vier Uhr zum Schlittenhügel schaffen, solange Michel mit seinem neuen Schlitten happy ist und beide Kinder Spaß am Schlitten fahren haben. Es war ja auch relativ hell durch Mondschein und Beleuchtung von der Straße und der Trikk-Schleife, jedenfalls weit entfernt von tiefdunkler Nacht. Nunja, ich bin jetzt nicht so ganz überrascht. Eher überrascht mich, dass Michel, der in seinem ersten Winter hier (und eigentlich im zweiten auch noch) Schlitten fahren total inakzeptabel fand, heute mit seinem neuen Höllengefährt super schnellen und schicken Hightech-Schlitten den großen Hügel mitsamt Rampen und allem johlend alleine runter fuhr. Da war ich auf eine verschrobene Mutti-Art zwar auch sehr besorgt, aber auch sehr sehr stolz. Sie werden echt schnell groß!

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Auto-Lobhudelei: Ich versuche es weiterhin langsam angehen zu lassen und nicht an die lange, lange To-Do-Liste zu denken. Ist gar nicht so einfach.

Tag 868 – Selig.

Hach ja, ich bin so entspannt, ich hab sogar vergessen, was ich schreiben wollte.

Egal, ich kann ja den ist-Zustand beschreiben, vielleicht fällt es mir dabei wieder ein.

Ich sitze auf dem Sofa, neben mir frische, gebrannte Mandeln, im Bauch ein Haufen Pinnekjøtt, die Kinder sind im Bett nach einem Schlittenausflug und Arthur Christmas, hach. Ja, doch. Hach. Jetzt werde ich hoffentlich gleich noch herausfinden, ob ich wohl eher auf meine Foundation oder mein Puder mit schuppiger, wunder Haut reagiere und dann schlafen.

Könnte echt grad alles viel schlimmer sein.

(Verwackelt, egal. Heute hat es drei cm geschneit und morgen kaufen wir Michel einen neuen Schlitten, Pippi bekommt dann den hier. Sie hat das wirklich toll gemacht und konnte gar nicht genug kriegen, hat sogar tapfer selbst den Schlitten den Hügel wieder hoch gezogen.)

Tag 867 – Pyjama-Tag.

Wir waren heute sehr inaktiv, lag vielleicht auch am vielen Wein gestern *hust*, ich hatte jedenfalls gaaaanz leichte Kopfschmerzen heute Vormittag und – das betrachte ich aber noch als Nachwirkung der letzten Wochen – war zum Umfallen müde*. Sendung mit der Maus und anschließendes Legobauen habe ich dann auch elegant auf dem Sofa verschlafen und wurde erst wach, als Michel mit dem fertigen Lego-City Rettungshubschrauber mit Rettungsboot und Seilwinde und allgemein viel Kram, der das Herz eines (friedfertigen**) Fünfjährigen höher schlagen lässt, ankam. Pippi kam gleich hinterhergewackelt und machte es sich auf mir bequem, um ein Mittagsschläfchen zu halten. Das war gut, denn so hatte ich Zeit, alle Blogs der letzten acht Tage nachzulesen und Pippi musste eh ein bisschen Schlaf nachholen, Michel hatte in der Nacht einen leichten Pseudokrupp-Anfall, danach waren wir alle für etwa ne halbe Stunde wach, und das, nachdem die zwei gestern erst super spät im Bett waren… naja, ich war halt nicht die einzige Verpeilte heute. Aber wie gesagt, alles kein Drama, wir hatten ja nichts vor, außer Müll wegbringen und das hat Herr Rabe mit den Kindern gemacht, während ich einmal durch die Bude gesaugt und einige mysteriöse Klebeflecken vom Boden entfernt hab. Zum Essen gab es Reste und wir futtern uns durch die Kaufkekse – klarer Favorit: Colakjeks, keine Ahnung, ob da echt Cola drin ist – und von der Nachtisch-Ananas hab ich jetzt bis gefühlt in den Magen halb aufgelöste Schleimhäute, aber, doch, es war ein richtig schöner Tag.

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Auto-Lobhudelei: Ich schaffe es tatsächlich, mich zu entspannen.

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*Ich schlafe übrigens seit Freitag wie ein Stein, also wirklich wie erschlagen, morgens wache ich auf und denke „huch, was, schon Tag? Ich bin doch eben erst eingeschlafen?“ und dann ist eben vor sieben Stunden gewesen. Dabei habe ich aber lebhafte und wirre Träume von meiner Thesis, die ich auch zum Großteil erinnere. Interessant, das alles.

**Herr Rabe und ich sind beide recht dankbar, dass Michel noch nicht in der Ninjago-Phase angekommen ist. Da gibt’s zwar schönes Lego, aber es ist uns noch zu viel Gekämpfe. Michel guckt grad auch gern wieder Dinozug und legt sich ganz tapfer Argumente zurecht, falls ihn wieder ein Schulkind wegen seines Nagellacks als Mädchen bezeichnet, der ist einfach grad wieder sehr Kindergarten-Kind. Er ist ja auch erst fünf.