Tag 89 – A-Phase continued

Ein doofer Tag. Früher waren Wochenenden mal super geil, was ist daraus eigentlich geworden? Am Wochenende machen wir immer all den doofen Kram, den wir sonst nicht gebacken kriegen. Einkaufen, Putzen, Sachen reparieren, you name it. Dazu kam heute noch absolute Kotzlaune des Kindes. Vor 50 Jahren hätte man das wohl frech genannt (und ihm wahrscheinlich den Hintern versohlt). Vor 25 Jahren hätte man gesagt, es testet seine Grenzen (und vermutlich dazu gesagt, dass man da auf keinen Fall nachgeben darf, weil das Kind sonst zum Tyrannen wird). Wir heute nennen es Autonomiephase. A-Phase heißt sie heimlich bei Herrn Rabe und mir (ergänzen Sie das A-Wort nach Belieben). Wir sind alle voll verständnisvoll und so, nehmen das Kind mit seinen widersprüchlichen Gefühlen an und ernst und reagieren liebevoll und vorhersehbar. Naja. Also wir versuchen es. Leicht ist das nämlich nicht, wenn man von früh bis spät für alles angeschrien wird, man absichtlich geärgert wird und das Kind ständig Streit mit einem sucht. Um dann, wenn man (vorhersehbar) nein zu Maoam vorm Frühstück sagt, komplett auszuticken und einen Wutanfall allererster Güte hinzulegen. Oder halt einfach mal ne halbe Stunde extrem laut zu weinen, einfach so und ohne zu sagen, was los ist/war oder wie man helfen kann oder was es denn möchte. Da liegen irgendwann die Nerven auf Elternseite auch blank. Heute nachmittag dann folgende Situation:

Herr Rabe und das Kind machen den Ofen sauber.
Herr Rabe: „Nicht mit den Füßen da in das Wischwasser bitte, das ist ganz dreckig.“
Kind: „Da im Eimer Füße waschen!“ *latscht rein*
Herr Rabe: „Arrggh Kind, was soll denn das, ich hab doch extra gesagt, du sollst da nicht reintreten, guck mal jetzt bist du ganz nass und hier ist auch alles nass und überhaupt!“
Kind: „Wääääääähhhhhhhhhh!!!“ *rennt zu mir*
Ich: „Kind, was ist denn heute los mit dir, ich hab das Gefühl du machst heute nur Quatsch um uns zu ärgern.“
Kind: „Ja.“
Ich: „Willst du dich mit uns streiten?“
Kind: „Njaaeeeaaa…“
Ich: „Ich finde das doof, wenn wir streiten. Ich fände das besser, wenn wir nicht streiten und sauer aufeinander sind. Wollen wir nicht lieber alle nicht streiten und nicht sauer sein?“
Kind: „Ja.“

Tatsächlich hielt das dann etwa dreißig Minuten vor mit dem nicht-streiten und nicht-ärgern, aber die dreißig Minuten waren echt erholsam. Trotzdem bin ich nach so einem Tag komplett fertig. Keine Energie mehr und auch keine Emotionen mehr. Ausgelaugt. Herr Rabe macht mir grade einen Kakao und ich hatte mir fest vorgenommen, danach noch ein bisschen Statistikkurskram zu machen, aber ich glaube, daraus wird nichts. Morgen ist ja auch noch ein Tag. (Morgen wollte ich gerne nähen, ich habe heute Stoff für eine Babyjacke gekauft und der ist schon in der Waschmaschine damit´s morgen gleich losgehen kann. Das werd ich dann morgen entscheiden,was wichtiger ist. Oder wie mein Geisteszustand ist.)

Tag 88 – Pupsgesicht

Wie ich einmal versuchte, Holz zu kaufen.

Heute war ich ja für die Abholung des Feuerholzes am Gefängnis verabredet. Die Abholung war nur zwischen 08:30 Uhr und 14:30 Uhr möglich, da Herr Rabe von 07:30 Uhr bis 15:30 Uhr arbeitet, musste ich das also machen. Ist ja auch gar kein Problem. Eigentlich.
Erstmal musste ich den Kindersitz des Kindes aus dem Auto ausbauen. (Daran ist Herr Rabe beim letzten Mal gescheitert. Zugegebener Maßen musste ich aber auch vor dem ersten Einbau ein YouTube-Video ansehen, weil ich die Bedienungsanleitung für den Kindersitz nicht fand. Als erstes wurde im Video erklärt, wo die Bedienungsanleitung ist.) Der Einbau und auch Ausbau ist total einfach – wenn man weiß wies geht. Und der Kindersitz wiegt ungefähr eine Tonne. Das heißt das schlimmste am Kindersitz ausbauen war dann das Schleppen in den Hausflur. Dann legte ich den breiteren Teil der Rückbank um, fuhr mit dem Baby und dem vorbereiteten Auto zum Muttisport, sportete herum und fuhr direkt danach zum Gefängnis. Schrieb eine SMS, dass ich jetzt da sei und bekam etwas später eine Antwort: Fahr rein.
Huuuuhhhh, aufregend, ins Gefängnis fahren. Ist ja Blödsinn eigentlich, aber genauso wie Polizisten aller Art flößen mir Gefängnisse einen Heidenrespekt ein. Und auch Gefängnisangestellte. So wie der M., mein Holzkaufkontakt. Er erklärte mir kurz, wo ich hinfahren soll, einmal ums Gebäude rum und dann da hinten ist das Holz. Da fuhr ich hin. Er ging das Stückchen zu Fuß. Ich stieg aus, er rief ich solle noch näher an die Stapel ranfahren. Der Abstand Auto – Holz betrug zu diesem Zeitpunkt ca. fünf Meter, ich hätte mir durchaus zugetraut, das Holz diese fünf Meter zu tragen, aber nun gut, der macht das ja häufiger und will wahrscheinlich seinen eigenen Rücken schonen, dachte ich mir. Bestellt hatte ich zehn Säcke á 60 L. Der M. warf einen Blick in das Auto, auf das (schlafende) Baby, in das Auto. Fragte mich, wo ich denn das Baby lassen wolle. „Das Arme!“. Ich sagte, wir könnten ja sehen, wie viel wir reinbekommen ins Auto, im Zweifel müsse das Baby halt mal auf den Beifahrersitz für die zehn Minuten Autofahrt, in Norwegen, durch Wohngebiete. Ob ich denn den Airbag ausstellen könne. Ich (zu ehrlich für mein eigenes Wohl) verneinte. „Oh.“, meinte M., „Das Arme! Wir werden mal sehen, packen sie das Baby mal auf die andere Seite, klappen sie das mal hoch und diese Seite hier runter. Aber viel kriegen wir da nicht rein, das seh ich so schon.“ Ich so: sagte nix. Baute das (schlafende) Baby aus, klappte die breite Seite wieder hoch und die schmale runter, baute das (schlafende) Baby auf der breiten Seite der Rückbank wieder ein. M. warf noch ein paar weitere Blicke auf das (schlafende!!!) Baby und sagte jedes Mal „Das Arme!“. Dabei packte er mir drei Säcke ins Auto. Als ich mit der Babyumpflanzerei fertig war, „Das Arme!“, schnappte ich mir auch eine Sack und stopfte ihn hinter den Beifahrersitz in den Fußraum. „Kommt das Baby jetzt doch nach vorne? Dann kann ich Sie nämlich nicht fahren lassen! Das ist ja sehr gefährlich! Das verantworte ich nicht!“ Ich so: „Nein. Aber hier passt ja locker noch was hin, auch wenn da das Baby ist.“
Was ich hätte sagen sollen wäre sicher eher was in die Richtung gewesen, dass das ja wohl nicht sein Problem ist, dass ich zu schätzen weiß, dass ihm seine Mitmenschen nicht egal sind, mir das aber im Vorfeld bereits reiflich überlegt hätte und das Risiko als extrem gering einschätze, dass uns ein Unfall, der für das Baby auf dem Beifahrersitz fatal wäre, passieren könnte. Aber ich sagte nichts. Ich sagte auch nicht, dass ich nicht verstände, weshalb das Baby auf dem breiten Bankteil fahren soll, wenns doch auch locker auf den schmalen passt und dann mehr Platz ist. Ich sagte auch nicht, dass sowohl hinter dem Fahrersitz, als auch auf dem Beifahrersitz (da muss man so nen Sack natürlich anschnallen und der Sitz wäre hinterher dreckig, aber möglich ist es!) noch Platz für jeweils einen Sack war. Der M. packte mir also noch zwei Säcke drauf und meinte dann: „So, mehr geht jetzt aber wirklich nicht mehr rein. Ich will Ihnen das Auto auch nicht so voll machen, mit dem Baby, dem Armen! Wissen Sie was, ich fahre den Rest auf den Parkplatz draußen. Sie haben ja sicher einen Mann, dann schicken Sie den nochmal her für den Rest. Ohne Baby.“
Spätestens an dieser Stelle hätte ich dem M. mal ein paar Takte zu seiner sexistischen Kackscheiße, die er da grade von sich gab, sagen sollen. Und ihm mal sagen sollen, dass mich das sehr stört, dass er die ganze Zeit „Das Arme!“ zu meinem friedlich schlafenden Baby sagt. Dass ich mich bevormundet und herabgesetzt fühlte durch sein Verhalten.
Leider war ich inzwischen so aufgebracht, dass ich höchstens ein wütendes „Du bist ein blödes Pupsgesicht!!!“ mitsamt Wuttränen herausgebracht hätte. (Da muss ich noch an mir arbeiten.) Also sagte ich: ok. Und fuhr mit meinem halbleeren Auto nach Hause. Ich war so wütend, dass ich einen riiieeesigen Umweg fuhr, aber als ich zu Hause war, hatte ich mich halbwegs abgeregt. Immerhin. Und das Baby schlief noch immer.

2015-11-06 12.17.08

Mehr darf ich als Frau nicht in meinem Auto transportieren. Wegen dem Baby. Dem Armen.

Ich schaffte es sogar noch, die sechs Säcke Holz aus dem Auto in den Hausflur zu bringen, bevor das Baby aufwachte. Eineinhalb Stunden, einmal Stillen, zweimal wickeln und einmal Tran ins Baby füllen später brachen wir dann wieder auf, den Rest vom Holz holen. Über seine Anordnung, meinen sicher vorhandenen Mann zu schicken, habe ich mich elegant hinweggesetzt. Die restlichen Säcke waren dann auch fix im (wieder halb leeren) Auto verstaut und zu Hause wieder ausgeladen.
Immerhin hat sich der M. bei den Säcken verzählt und jetzt haben wir elf Säcke zum Preis von zehn plus ein paar meiner Nerven.

Und was war das Schlimmste an der Geschichte? In einem der Säcke saß ne fette Spinne. Und jetzt werde ich die nächsten Wochen immer wenn ich mit meinem Auto fahre (in dem ja Spinnenverseuchtes Feuerholz war) Phantomkrabbeln im Nacken spüren.

Danke, M. Du Pupsgesicht.

Tag 87 – WMDEDGT November 2015

Ein Tag, so langweilig wie kein zweiter jeder zweite Tag in letzter Zeit. Aber lesen Sie selbst:

Eltern wissen, der Tag kann nur so gut werden, wie die Nacht davor war. Meine Nacht war komplett beschissen. Kurz bevor ich gestern ins Bett gehen wollte, checkte ich nochmal das ohne Windel schlafende Kind: komplett nass. (Murphy und so, ich habs Ihnen ja gesagt. Also Kind umgezogen, Bett abgezogen, Kind in unser Bett verfrachtet, Bettwäsche ins Bad geworfen, hups, schon halb zwölf. Das Baby war dann ca. in stündlichen Intervallen wach und wollte Stillen. Dabei habe ich gefroren, die ganze Familie hatte Bettdecke, nur ich nicht. Zum Kotzen. So, das war meine Nacht.

Der Wecker klingelt um 06:30. Ich drücke dreimal auf Snooze und stelle dann den Wecker um auf 07:30. Um 07:05 wird das Kind vom Piepen der Mikrowelle wach. Mein Körper fühlt sich an, als wär er heute Nacht vom Bulldozer überfahren worden. In meinem Ohr piepts. Immerhin steht das Kind alleine auf (nach kurzem Protest) und kriegt vom noch anwesenden Herr Rabe Grøt serviert. Gegen zwanzig nach sieben muss Herr Rabe allerdings los. Das Kind findet das total scheiße, lässt sich aber immerhin im Bett durch kuscheln sehr schnell beruhigen. Dann stehen wir auf, ich ziehe irgendwas an, putze mir kurz die Zähne, wickel das Baby, überzeuge das Kind vom Vorteil von Kleidung (draußen sind 0 °C), putze ihm auch die Zähne und los gehts zum Kindergarten. Um 08:23 sind wir unterwegs. Oben höre ich noch das Bett nach mir rufen. Das Kind nimmt sein Kickboard für den Weg, das Baby ist im Kinderwagen. Nach fünf Metern ist das Baby eingeschlafen. Nach 400 Metern beschließt das Kind, dass das mit dem Kickboard fahren zu anstrengend ist. Ich schiebe den Kinderwagen und trage das Kickboard, das Kind geht in Zeitlupe zu Fuß. Die letzten 100 Meter fährt das Kind wieder selbst. Ich bringe es in den Kindergarten, kriege eine halbherzige Abschiedsumarmung und schiebe dann das Baby wieder nach Hause. Um 09:01 habe ich das schlafende Baby mitsamt Kinderwagenoberteil die Treppe hoch gewuchtet. Dann frühstücke ich Müsli mit Joghurt, keinen Kaffee, denn ich will ja wieder ins Bett. Schnell noch ein bisschen Twitter, dann die vollgepieselte Wäsche angestellt und um 09:45 rolle ich mich unter der Bettdecke ein. Haaaaahhhhhhhh…
Um 10 ist das Baby wach und hat Hunger. Es stillt und ich döse weiter vor mich hin, bis 10:45. Naja, immerhin noch ein bisschen ausgeruht.
Um 11:00 setze ich das Brühstück für das Brot an, das ich backen will. Dann mache ich mir einen Kaffee und dem Baby ne frische Windel, das ziehe ich ein bisschen in die Länge um den Babypo auszulüften (googeln Sie NIEMALS nach Windeldermatitis!). Das Baby darf dann noch ein bisschen auf seinem Spielteppich liegen. Es dreht sich rum, meckert irgendwann, ich drehe es zurück. Dieses Spiel spielen wir ca. 20 Minuten lang, dann ist es Zeit, mit dem Brotteig weiterzumachen. Alles abwiegen und zusammenkneten. Danach muss der Teig 45 Minuten ruhen. In der Zeit räume ich die Wäsche in den Trockner, behandle ein paar senfgelbe Flecken auf Babybodys mit Gallseife vor, starte eine weitere Maschine Wäsche und räume die Spülmaschine ein. Das Baby war bisher recht happy auf dem Spielteppich und im Hochstuhl, aber jetzt ist Schluss, es meckert rum und ich stecke es in die Trage. Mit Baby in der Trage wirke ich das Brot, stelle es zur Gare ins Bad, wiege wieder Mehl und Konsorten für Brötchen ab und mache Brötchenteig. Heize den Backofen vor und schaffe es noch, das Brot einzuschießen, bevor das Baby wach wird, weil es Hunger hat. Ich stille im Bett, in der Hoffnung dass das Baby dabei nochmal einschläft. Klappt natürlich nicht. Aber jetzt geht der Hochstuhl wieder. Das Brot ist fertig, ich hole es aus dem Ofen und wickle es in Geschirrtücher zum Auskühlen. Sieht lecker aus. Ich esse erstmal die Reste vom alten Brot auf. Während der Brötchenteig ruht, nehme ich Wäsche ab, lege sie zusammen und verteile sie und hänge die zweite Maschine Wäsche auf. Dann beziehe ich das Kinderbett. Das Baby liegt wieder auf dem Spielteppich und dreht sich drölfzig mal auf den Bauch. Ich wirke die Brötchen und unterhalte mich dabei mit dem überaus fröhlichen Baby. Merke dabei, dass ich die Brötchen inzwischen ohne gucken machen kann. Ich nutze die Zeit mit fröhlichem Baby und rasiere mir sehr schnell die Achseln, später ist ja Ballett und da finde ich das nicht so prall, wenn da so anderthalb-Wochen-Stoppeln sind. Ich rufe auch endlich bei meiner Lieblingsfriseurin an und mache einen Termin aus für den 21.12. Das ist zwar ein Montag, aber weil Weihnachten ist, arbeitet sie trotzdem. Dann kurze Verwirrung, Herr Rabe steht in einer sehr langen Schlange und eventuell muss ich das Kind abholen. Ich wickel das Baby und mache uns aufbruchsbereit. Rufe nochmal Herrn Rabe an, ob ich jetzt wirklich los soll. Er verneint, er fährt jetzt los. Gut. Ich lege das Baby auf den Spielteppich, aber es mag nicht mehr. Es trinkt ein bisschen, schläft dabei ein, wird aber wach, als ich versuche es wegzulegen. Ich stecke es wieder in die Trage. Da schläft es weiter.
Herr Rabe und das Kind kommen nach Hause gerade als ich die erste Fuhre Brötchen in den Ofen schieben will. Das Kind hat erstmal Hunger und isst die Reste vom Frühstück auf. Dann findet es ein paar Süßigkeiten und isst auch die auf. Herr Rabe macht sich an die Vorbereitung des Abendessens, ich backe die zwei Fuhren Brötchen, das Kind hat sich irgendwann zwischendurch nackt ausgezogen und hilft jetzt nackt beim Kochen mit. Das Baby ist aufgewacht und sitzt im Hochstuhl. Ich twittere ein bisschen und hätte sehr gerne fünf Minuten ohne Menschen um mich rum, aber stattdessen transferiere ich mit dem Kind Kürbis vom Schneidebrett in den Topf.
Das Abendessen klappt dann ganz grandios (nicht). Das Kind hat keinen Hunger mehr oder will zumindest keine Suppe essen. Akzeptiert aber auch nicht, dass wir essen wollen. Es will malen, beschwert sich aber sofort, dass es das nicht kann, wir sollen für es malen. Als ich sage, wir essen jetzt aber, heult es (ziemlich künstlich) los. Ich versuche grade das Baby zu stillen (es ist ja gleich Ballett und ich zwei Stunden nicht da…), aber das Baby ist zu abgelenkt vom Geheule des Kindes. Bevor ich einen Teller Kürbissuppe an die Wand schmeiße, verziehe ich mich mitsamt Baby ins Schlafzimmer und knalle die Tür hinter mir zu. Das Baby stillt, jetzt klappt das. Als Herr Rabe und das Kind ins Bad zockeln, um das Kind bettfertig zu machen, wage ich mich wieder aus dem Schlafzimmer, esse schnell den Rest meiner Suppe auf und mache mich dann fertig fürs Ballett. Meine Haare sind super fettig, aber was soll, ist ja Sport und keine Modenschau. Auf dem Weg aus der Haustür nehme ich noch Müll mit runter und die kaputten, zu kleinen Schuhe vom Kind, die ich ihm jeden Morgen ausreden muss. Die wandern jetzt auch in die Tonne. Dann stelle ich die Musik in meinen Kopfhörern auf sehr laut und nutze die fünf Minuten Fußweg zum Ballett um mein Gehirn von scherbelnden E-Gitarren freipusten zu lassen.
Beim Ballett komme ich erstaunlich gut mit und habe auch endlich mal keine Krämpfe in den Waden oder Füßen. Das ist schön. Überhaupt ist es so schön, mal kurz nur Erwachsene um sich zu haben…
Wieder zu Hause finde ich ein schlafendes Baby auf Herrn Rabes Bauch und nutze die Gelegenheit um sehr schnell zu duschen. Dabei fallen mir wieder drölfzigmillionen Haare aus. Bald sind keine mehr auf meinem Kopf. Ich mache mir Suppe warm und beginne zu bloggen, das Baby wird wach und hat Hunger, ich stille und esse dabei Suppe. Wie durch ein Wunder bekleckere ich das Baby nicht, dafür meinen Computer. Das Baby ist fertig mit Stillen und Herr Rabe übernimmt es wieder. Ich blogge und höre das Kind meckern. Es hat sich wieder ein bisschen eingepullert, nicht sehr viel, aber ich muss ihm trotzdem den Schlafi ausziehen und einen anderen anziehen und es dann in unser Bett verfrachten. Ich gehe zurück zum Tisch und blogge zu Ende und esse dabei ein klitzekleines bisschen Schokolade. Das ist jetzt.

Gleich werde ich noch die Brötchen und eine Hälfte des Brotes einfrieren und dann ab ins Bett.

Und was machen Sie so den ganzen Tag? Was andere machen, können Sie wie immer bei Frau Brüllen nachlesen. Es geht die Kunde, Herr Rabe habe auch etwas geschrieben ;)

Was machte ich eigentlich so den ganzen Tag

Hier schreibt Herr Rabe, denn gestern Abend schrieb Frau Rabe heute sei WMDEDGT. Da musste ich erstmal nachfragen, was das denn bedeute. Habe dann gelernt, dass wohl immer am 5. des Monats Leute aufschreiben was sie den ganzen Tag so machen. Wieso ausgerechnet am 5.? Ich habe keine Ahnung.

Finde ich aber eine gute Idee, also hier kommt

Mein Tag

Um 6:00 Uhr klingelte mein Wecker. Nach drei mal auf Snooze drücken stand ich auf und ging gegen 6:30 Uhr ins Bad. Beim Duschen und Rasieren hörte ich 1Live-Comedy Podcasts. Ich mag ja den 1Live Babo-Bus. Beim Rasieren habe ich einen Schnäutzer stehen gelassen, ist ja Movemeber. Mal gucken ob ich das dieses Jahr wieder komplett durchziehe.

Um 7:05 Uhr schonmal Frühstücks-Grøt in die Mikrowelle gestellt. Während es warm wurde schnell angezogen. Gerade hatte ich mir die Frühstücksschale vollgelöffelt, da steht plötzlich um 7:11 Uhr das Kind vor mir und meldet Kuschelbedarf an. Wurde wohl wach vom eifrigen Mikrowellen-Piepsen, dass das Frühstück fertig sei. Also schnell noch eine weitere Schale geholt und das Kind auf meinem Schoß mit-frühstücken lassen. Jedenfalls die erste Ladung. Dann schnell die Schale des Kinds wieder aufgefüllt und im Schlafzimmer nach Frau Rabe geschaut. Diese konnte nicht aufstehen, wurde von Bettdecke und dem Baby im Bett festgehalten.

Um 7:22 Uhr dann doch losgefahren, obwohl das Kind lautstark im Hintergrund protestierte. Eingestempelt bei der Arbeit um 7:35 Uhr und um 7:44 Uhr den ersten Kaffee geholt.

Nach einem erfolgreichem deploy to production gönnte ich mir um 9:20 Uhr Frühstück Nummer zwei: Habe heute Vanille-Jogurt mit Apfelstückchen und 4-Kornmüsli probiert. Sehr lecker, könnte ich glatt jeden Tag essen wenn es nicht so teuer wäre. (Hier muss ich erwähnen, dass meine Firma erst letzte Woche in ein neues Gebäude mit angeschlossener Kantine umgezogen ist.) Um 9:40 Uhr dann auch Kaffee Nummer zwei geholt.

Zum Lunch ging ich um 11:40 Uhr. Es gab Dorsch mit Kartoffeln, gegrilltem Maiskolben und Salat. Anschließend noch eine Runde Lunch-Darts mit drei anderen Kollegen gespielt. War nett.

Um 12:27 Uhr gab es Kaffee Nummer drei und im Anschluss wieder die Arbeit aufgenommen. Wurde allerdings um 12:40 Uhr Dart-Tournament-Match gefordert. Habe ich leider mit 1:2 verloren. Dann weitergearbeitet. Um 14:25 Uhr eine große Hot Chocolate Deluxe statt Kaffee genommen. Dann noch schnell einen Bugfix gemacht und deployed. Dadurch erst um 15:15 Uhr von der Arbeit losgekommen.

Eigentlich wollte ich heute schon viel eher Schluss gemacht haben, denn es wurde gratis Fahrradbeleuchtung verteilt, vom Norwegischen Fahrradverband. Angekündigt war die Aktion von 15 bis 17 Uhr. Aber so stand ich erst um 15:30 Uhr in der Schlange fürs gratis Licht an. Als ich schon überlegte, ob ich es überhaupt pünktlich zum Kindergarten schaffe, kam um 15:55 Uhr die Meldung alle Lichter seien verteilt worden. Man könne es nächste Woche nochmals probieren. Zum Trost gab es ein Reflex-Armband.

Also schell zum Kindergarten geradelt und das Kind aufgeladen. Es hatte natürlich sofort mein neues Reflex-Armband entdeckt und in Beschlag genommen. Da das Kind Hunger hatte ließ es sich überzeugen schnell nach Hause zu fahren.

Um 16:30 Uhr kamen wir zu Hause an und begannen mit dem Treppenaufstieg. Es ist zur Zeit so, dass das Kind von mir fordert es die Treppe hochzutragen. Da es aber meistens ziemlich dreckig aus dem Kindergarten wiederkommt (und auch noch ordentlich schwer ist) habe ich eigentlich keine Lust. Manchmal lasse ich mich trotzdem breitschlagen. Und manchmal geht das Kind selber die Treppe, meckert dabei aber die ganze Zeit und bleibt auch gerne mal auf den Stufen liegen. Heute war selber laufen angesagt. Also kamen wir zwei Stockwerke später  erst um 16:36 Uhr in der Wohnung an. Dort roch es sehr, sehr lecker, denn Frau Rabe buk. :)

Nachdem ich das Kind kurz aufs Klo begleitet hatte, begann ich um 16:42 Uhr das Abendessen zu zubereiten. Es stand Kürbissuppe auf dem Plan. Also den Kürbis schälen. Und dann schneiden. Ebenso Zwiebeln, Lauchzwiebeln, Knoblauch und Ingwer. Dabei ständig ein Auge auf das in der Küche rumturnende Kind, welches kontinuierlich nachfragt was das denn sei, was man dort habe. Und natürlich zwischendurch nochmals mit dem Kind aufs Klo gehen. Und mit dem Kind zusammen Lauchzwiebeln schneiden. Mit dem großen Messer. Zuvor hatte es den Bund Lauchzwiebeln schon zum Blumenstrauß deklariert hatte und stolz Frau Rabe unter die Nase gehalten.

Dann noch Pilze anschmoren, schon mal was abwaschen, mit dem Baby reden, die Suppe pürieren, abschmecken und schließlich war um 18:15 Uhr Essenszeit. Endlich. Jedoch hatte das Kind schon Bonbons und Kekse (es nennt die Cracker Kekse) gefuttert und wohl keinen Hunger mehr. Oder war schon zu müde um Hunger zu haben. Jedenfalls wollte es lieber malen statt essen. Wäre auch nicht das Problem, jedoch forderte es, dass Frau Rabe oder ich malen, statt selbst zu malen. Das Kind behauptete steif und fest, es könne nicht selber malen und nölte lautstark rum. Frau Rabe wurde es schließlich zu viel und sie verließ mit dem Baby die Bildfläche um in Ruhe stillen zu können.

Um ca. 18:35 Uhr habe ich dann das Kind ins Bad komplimentiert, ihm die Zähne geputzt und den Schlafi angezogen. Mittlerweile hatte auch das Baby fertig getrunken und Frau Rabe kam mit dem Baby ins Bad dazu um sich fürs Ballett umzuziehen. Um 18:42 Uhr kletterte das Kind dann in sein Bett. Ich schnallte mir das Baby in die Manduca und gab Frau Rabe einen Abschiedskuss. Dann begann dem Kind aus „dem Feuerwehrbuch“ vorzulesen während ich von einem Bein auf das andere und wieder zurück wippte, um das Baby zu beruhigen. Um 18:57 Uhr waren beide Kinder eingeschlafen.

Dann räumte ich schnell die Rømme in den Kühlschrank, legte den Deckel auf den Suppentopf, holte mir einige Stücke Schokolade, schenke mir einen Ledaig ein und setzte mich um 19:06 mit Computer und zwei Büchern bewaffnet aufs Sofa.

Um 19:25 begann ich diesen Artikel zu schreiben. Gegen ca. 20 Uhr begann jedoch plötzlich das Baby im Schlaf zu weinen. Also befreite ich es aus der Manduca, schuckelte es und gab ihm meinen Finger zum nuckeln, bis es sich wieder beruhigt hatte. Gegen 20:30 hatte ich dann beide Hände wieder für mich.

Eben, so gegen 20:45 ist Frau Rabe vom Ballett nach Hause gekommen und direkt unter die Dusche verschwunden. Währenddessen konnte ich hier die letzten Zeilen verfassen. Dauerte ja schon eine Weile, meine heutigen Erlebnisse auszuformulieren. Werde ich mit der Zeit wohl schneller falls ich mehr blogge? Oder sollte ich nebenher nicht so viel surfen? :)

Jetzt ist es jedenfalls 21 Uhr. Ich nehme an, dass das Baby gleich erstmal was essen muss und dann Frau Rabe auch noch ihren Tag verbloggt. Vielleicht das Baby dann ja auf mir weiterschlafen und ich komme noch dazu eins meiner Bücher zu lesen? Und mein stolzer Plan ist es um 22 Uhr selber ins Bett zu gehen und zu schlafen. Mal schauen, ob das was wird.

Update: Es ist jetzt 22:50, ich bin noch nicht im Bett, aber so gut wie. Lesen war nicht mehr drin, denn das Baby hat seit 21:30 Uhr eine sehr wache Phase. Ich habe zweimal die Windel gewechselt, einige interessante Gespräche mit dem Baby geführt, es vom Bauch wieder auf den Rücken gedreht und Hilfestellung am Trapez gegeben. Jetzt ist es müde und meckerig (und hat wahrscheinlich schon wieder Hunger) und wir gehen nun endlich ins Bett. Gute Nacht!

Tag 86

Heute morgen mal wieder festgestellt, dass das Kind immer langsamer wird, je mehr man es hetzt. Unfassbar, wie langsam so ein Kleinkind werden kann ohne Moos anzusetzen. Im Endeffekt mit dem Auto zur 700 m entfernten KiTa gefahren, ich Umweltsau. Aber wenn man um 09:28 vor dem Haus steht und um 09:30 da sein sollte, weil Mittwochs Ausflugstag ist und sie um 09:30 aufbrechen, ergibt sich da ein Zeitproblem. Schuld daran dass ich das Kind hetzen musste war übrigens das Baby bzw. dessen undichte Windel im eigentlich geplanten Moment des Aufbruchs. Ein chaotischer Start in den Tag.


Beim Gefängnis angerufen. Das Gefängnis hat nämlich das billigste Feuerholz hier in Trondheim. Freitag werde ich da hinfahren und 10 Säcke á 60 L Holz abholen, für 350 NOK (ca. 40 €). Dann können wir endlich unseren Kamin wieder beheizen, jetzt wo Herr Rabe bei YouTube gelernt hat, wie man das voll supi hinkriegt ohne alle 5 Minuten dran rumzustochern (was mich wahnsinnig macht).


Mittagessen mit Kollegin. Kollegin ist krankgeschrieben wegen Stress. Sie ist alleine für alle Bestellungen des Instituts verantwortlich, also ca. 200 Leute sagen ihr, was sie brauchen, sie bestellt das dann, bucht die Kosten auf die Projekte, nimmt die Bestellungen in Empfang und verteilt sie an die richtigen Empfänger. Das alles auf ner 70 %-Stelle, weil getrennterziehend mit 3 Kindern (4, 7 und 10 Jahre). Im Endeffekt hat sie seit September letzten Jahres 130 % gearbeitet (10-12 Sundentage, wenn der Ex die Kinder hat etc.). Jetzt hatte sie ein Feedbackgespräch mit ihrem Chef, es sollte darum gehen, wie man sie entlasten kann, also konkret ob und ab wann man eine weitere 50 %-Kraft einstellen könnte. Statt dessen ging es dann darum, wie sie im Homeoffice noch mehr arbeiten kann, wenn sie mit kranken Kindern zu Hause ist. Was sie gar nicht will. Jetzt ist sie krankgeschrieben, weil sie aus der Besprechung rausging und nicht mehr atmen konnte. Nein, auch in Norwegen ist nicht alles rosig…


Statistikkurs, letzte Vorlesung. War.


Statistikaufgaben gemacht, geht halbwegs. Hab mir ne app runtergeladen für die komplizierteren Rechnungen, sogar eine die Geld gekostet hat (ich bin da sonst extrem geizig). Macht leider nicht was ich will und ich weiß nicht warum. Seufz.


Das Baby schläft super viel. Ich glaube es ist, weil es sich jetzt ziemlich zuverlässig auf den Bauch drehen kann, das muss erstmal verdaut werden. Leider krieg ich es nicht so ganz hin, die Schlafpausen für mich zu nutzen (also vielleicht auch mal zu schlafen oder so) sondern mache da Quatsch wie Statistikaufgaben, Wäsche zusammenlegen und Gefängnisse anrufen.


Schon wieder vergessen, einen Termin für Dezember bei der allerbesten Friseurin der Welt zu machen. Ngaaaaa. Stilldemenz ist kein Mythos, ich sag es Ihnen. Dabei hab ich diesen Termin sehr sehr nötig. Haarausfall nach ner Geburt ist nämlich leider auch ganz und gar kein Mythos und ich beginne, etwas lustig auszusehen mit meinen dezent kahlen Schläfen.


Sauerteige angesetzt, damit ich morgen beim WMDEDGT wenigstens ein bisschen was zu tun habe. Sonst wär das eher so: Kind wegbringen, Stillen, Wickeln, Stillen, Wickeln, Stillen, Wickeln, Ballet, Bloggen, Bett.


Nacht vier, die das Kind ohne Windel verbringt. Hat bisher zwei von drei Nächten geklappt (das eine mal war eigentlich nur ein winziges bisschen, ehrlich!) und ich kann es kaum fassen!!!Einself! Vielleicht ist der kleine Zwerg tatsächlich komplett trocken?!? (Das jetzt hier zu schreiben ist der Härtetest. Murphy und so, Sie verstehen.)

Tag 85

Ein Tag ohne Überschrift.

Nichts besonderes gewesen heute, das Baby möchte viel schlafen aber ausschließlich mit menschlicher Unterlage und möglichst aufrecht, also wenn die Unterlage sitzt. Im Sitzen schlafe ich aber nicht so gut, deshalb hab ich heute eine lange Schlafphase genutzt, um Statistikkurskram zu machen. Manches geht echt gut, eigentlich schon fast zu einfach, und bei manchem hängt sich einfach mein Gehirn auf. Nun ja. In vier Wochen ist die Klausur und dann ist es vorbei. Woohoo. Und dann hab ich alle Punkte zusammen für meinen PhD. Also, falls ich bestehe, aber davon gehe ich mal aus. Das heißt, dann fehlen nur noch die drei Veröffentlichungen, davon 2 als Erstautorin *hysterisches Lachen hier einfügen* und dann noch die Dissertation schreiben, die ist dann aber nur kurz und dann die Verteidigung. Wenn ich daran denke, gehe ich jetzt schon in Schockstarre.

Tag 84 – Weiter wachsen

Mein liebes großes Kind,

drei Jahre. Sogar schon drei Jahre und drei Wochen bist du jetzt alt. Das letzte Jahr ist wie im Flug vergangen. An deinem zweiten Geburtstag waren wir am Meer, das Wetter war grau aber wir hatten uns und mitgebrachte Muffins und Spaß. Du hast deine ersten ernsthaften Versuche mit richtigen Klos gemacht zu dieser Zeit. Gestern bist du das erste mal ohne eine Schlüpferwindel ins Bett gegangen – weil du das so wolltest. Ich habe dich gefragt, zum ersten mal, ob du überhaupt eine Windel anziehen willst, und du sagtest nein. Ohne zu überlegen. Und ich sagte ok, dachte aber ehrlich gesagt „Ach du scheiße!“. Aber ich hab dir vertraut, noch nicht aus tiefer Überzeugung heraus aber ich habe mir gedacht, wenn du das entscheidest, wird es wohl klappen. Und das tat es auch. Heute bist du wieder ohne Windel ins Bett gegangen. Du hast gesagt, du bist schon ein großer Junge. Und das stimmt. Du machst so vieles schon alleine. Heute bist du auf den Klositz geklettert, weil du an die Klobürste wolltest. Mein erster Impuls war „Waaahhhhh“, aber du wolltest unbedingt und ich hab dich gelassen. Du hast super gut das Klo saubergemacht, genau wie ich das machen würde. Als du danach den Bürstenteil angefasst hast und ich gesagt habe, du musst dann jetzt Hände waschen, hast du das sofort gemacht. Wir sind ein gutes Team.
Meistens. Manchmal weigerst du dich auch standhaft, Dinge zu tun, die du eigentlich schon kannst. Du sagst dann, du musst noch weiter wachsen, du bist noch nicht groß. Und auch das stimmt. Bei vielen Sachen brauchst du einfach noch Hilfe oder möchtest Hilfe haben. Reißverschlüsse sind zum Beispiel oft noch schwierig zusammenzufummeln, hoch und runter ziehen geht aber schon alleine. Du kannst auch deine Schuhe selbst anziehen, aber wenn der Klettverschluss wirklich fest geschlossen sein soll, damit der Schuh nicht vom Fuß rutscht, brauchst du Hilfe. Morgens willst du am liebsten behandelt werden wie ein kleines Baby, und das ist auch meistens ok. Dann sitzt du auf meinem Schoß und ich puste jeden Löffel von deinem Frühstück kalt. Ich muss dich aus- und anziehen, obwohl das zu jeder anderen Tageszeit prima alleine klappt. Und irgendwie genieße ich das sogar ein bisschen. Denn dass du schon so groß bist ist auch für mich oft toll und manchmal ein bisschen doof.

<3 –
Deine Mama

Tag 83 – Wochenende in (sehr wenigen) Bildern 31.10./01.11.

Dieses Wochenende habe ich eher halbherzig ein paar Fotos gemacht, die schönsten Momente (und Fotos) sind leider unveröffentlichbar, weil das Kind einfach sosososo niedlich war in seinem Piratenkostüm heute, aber natürlich ist da überall das Kind im Porträt auf den Bildern. Aber langer Rede kurzer Sinn, hier sind Bilder:

Das Wochenende fing mit Kindertanzen an, das Tanzen fängt immer mit Singen an. Das Kind studiert schon mal den Text. Ganz links im Bild: die Füße von Kumpel E., der sehr neidisch das schicke Kleid des Kindes anschielte und dann seiner Mutter das Versprechen abrang, dass er das nächste mal auch ein Kid anziehen darf.

Das Wochenende fing mit Kindertanzen an, das Tanzen fängt immer mit Singen an. Das Kind studiert schon mal den Text. Ganz links im Bild: die Füße von Kumpel E., der sehr neidisch das schicke Kleid des Kindes anschielte und dann seiner Mutter das Versprechen abrang, dass er das nächste mal auch ein Kleid anziehen darf.

Nach dem Tanzen gab es Frühstück, dann haben wir drinnen gespielt weil das Wetter dieses Wochenende echt nicht zu irgendwas anderem als im Bett liegen einlud. Dann waren wir einkaufen, das Kind brauchte (schon wieder) neue Gummistiefel und für den Geburtstag am Sonntag noch ein Geschenk. Außerdem hatten wir vergessen, Halloween-Süßkram einzukaufen.

Halloween-Süßigkeiten vorher...

Halloween-Süßigkeiten vorher…

... und nachher. Gleich melde ich uns dann mal bei den Fat Fighters an.

… und nachher. Gleich melde ich uns dann mal bei den Fat Fighters an.

Ja. Hmm. Niemand war da wegen Halloween. Nun gut.

Super leckeres Lammkotelett mit Parmesan-Rosmarin-Kruste, Bohnen und Kartoffeln. Das Kind hat ca. 2 Tonnen Kartoffeln gegessen, aber ohne "das da" (Rosmarin). Fleisch? Bäh. Bohnen? Mal probieren... Bäh. (Ich: Seufz.)

Super leckeres Lammkotelett mit Parmesan-Rosmarin-Kruste, Bohnen und Kartoffeln. Das Kind hat ca. 2 Tonnen Kartoffeln gegessen, aber ohne „das da“ (Rosmarin). Fleisch? Bäh. Bohnen? Mal probieren… Bäh. (Ich: Seufz.)

Sonntag morgen. Ich so: Ey Kind, nicht in der Küche spielen bitte, hier ist es so eng, wenn du hier alles verteilst falle ich da noch drüber und *blablablablablablablabla*. Aber schicker Schlafi. #Dinovember und so!

Sonntag morgen. Ich so: Ey Kind, nicht in der Küche spielen bitte, hier ist es so eng, wenn du hier alles verteilst falle ich da noch drüber und *blablablablablablablabla*. Aber schicker Schlafi. #Dinovember und so!

Kindergeburtstag von M., 4 Jahre. Auch hier #Dinovember. Feier war mit Verkleiden, deshalb auch das Piratenkostüm, das Kind war einer von drei Piraten, dann waren da noch Superman, ne (hübsche) Hexe und ne Elsa.

Kindergeburtstag von M., 4 Jahre. Auch hier #Dinovember. Feier war mit Verkleiden, deshalb auch das Piratenkostüm, das Kind war einer von drei Piraten, dann waren da noch Superman, ne (hübsche) Hexe, Minnie Maus und ne Elsa.

Die Leiterin des Kindergartens hat auch ein Kind im Kindergarten (Minnie Maus), war also auch auf dem Geburtstag. Und die hat mich tatsächlich gelobt für meine Kreativität, weil wir den Säbel und die Augenklappe des Kindes selbst gebastelt hatten. Ich habe jetzt das dringende Bedürfnis, meine damaligen Kindergärtnerinnen anzurufen und zu sagen: HA! (Und vielleicht hab ich da ein klitzekleines Basteltrauma nicht verarbeitet.)

Nach der Feier war unsere Babysitterin da und hat mit dem Kind gespielt, während wir geputzt und aufgeräumt haben. Am Ende hatte das Kind dann noch ne Katzennase ins Gesicht gemalt, was sehr niedlich war, aber leider unfassbares Theater gab, als ich dem Kind eröffnete, dass zum Schminken auch das Abschminken gehört. Eieiei. Glücklicherweise (muss man echt so sagen) waren meine Abschminktücher wegen Nichtbenutzung* eingetrocknet und mit dem Feuchttuch ging nicht alles ab, sodass das Kind halbwegs beruhigt mit den noch sichtbaren Resten der Katzenschnurrhaare ins Bett gehen konnte. Und es wollte keine Schlüpferwindel anziehen. Ich Idiot, was frag ich auch. Jetzt bin ich ganz ganz ganz nervös und hoffe inständig, dass das Kind sich nicht einpullert heute Nacht.

Mit Baby auf dem Schoß bloggen? Eher nicht.

Mit Baby auf dem Schoß bloggen? Eher nicht.

Herr Rabe hat dann noch sehr (ungewollt) witzige Videos geschaut, wie man seinen Kamin richtig anfeuert. Jetzt sitzen wir vor unserem Kamin, in dem das Feuer prasselt. Schön.

Andere WiBs (und man muss sagen, die meisten machen bessere Bilder als ich, und machen überhaupt auch viel tollere Sachen mit ihren Kindern, also schauen Sie sich da ruhig mal um!) finden Sie wie immer bei Geborgen-Wachsen.

*Nicht, dass ich mich nie Abschminken würde. Aber ich hab seit einiger Zeit so einen 38°C-Mascara, der ist absolut Regen- und Tränen- und Schwitzefest, aber zum Abschminken brauchts nur warmes Wasser. Beste Erfindung ever! Und mehr als Mascara benutze ich selten, und nie wasserfeste Varianten.

Tag 82

Es ist mir wirklich ein Rätsel, wieso es in diesem Land, in dem Gleichberechtigung  in CapsLock geschrieben wird, keine kaum nicht-gegenderte Kinderkleidung gibt. Seit Tagen versuche ich für das Baby eine dicke Wolljacke zu bekommen, weil die Arme halt im Kinderwagen immer aus der Decke rausgewurschtelt werden bzw. in der Trage von oben der Nacken total kalt wird. Und im MaxiCosi sowieso, aber da kann man ja auch nen kompletten Anzug anziehen, das fänd ich in der Trage oder unter der fetten Daunendecke nen bisschen drüber. Aber wie dem auch sei, es gibt hier alles in drei Ausführungen:
– rosa
– blau
– extremst teuer
Ich will doch einfach nur ne Babyjacke haben!!! In gelb oder grün wäre schön, es ginge auch wollweiß, oder grau oder wenns unbedingt sein muss in dunkelblau, aber halt nicht in fucking rosa! Und da ich auch leider immer noch nicht im Lotto gewonnen hab, sind 520 NOK (55 €) einfach mal jenseits aller realistischen Budgets für Babykleidung. Heute wollte ich gerne die gesamte Babykleidungsabteilung des drölfzigsten Geschäfts, in dem ich nach einer Jacke suchte, einfach kommentarlos anzünden, weil WIRKLICH ALLES DA ROSA ODER BLAU WAR! ALLES!!!

Hrmpf.
Muss ich wohl selber nähen.
Hab ich keine Zeit für.
Hrmpfmpfmpf.

Tag 81 – Liebster Award

Eieiei, ich hab sowas wie einen Kettenbrief bekommen. Aber einen ganz netten. Ich mache mal mit, so eine charmante Aufforderung hab ich noch nie erhalten und wenigstens fehlt die obligatorische „und wenn du das nicht innerhalb von fünf Minuten an fünftausend Leute schickst, kommen Igor und Ivan und verhauen dich!“-Warnung. Der liebe Daddy-D von daddycheck hat mich für den Liebster-Award nominiert (mich! hihi. *verschämt ab*). Zu den Regeln gehört, dass ich jetzt hier so einen Orden einfüge:

Liebster-Award1

… so. Und dann mache ich mich mal an die Beantwortung der Fragen.

  1. Seit wann bloggst du schon? Hast du im Vorfeld bereits ähnliche Projekte gemacht?

Ich blogge seit 81 + 1 Tagen, anders gesagt, seit das Baby knappe drei Wochen alt war, anders gesagt seit einem Tag nachdem die Oma, die zur Geburt angereist war, wieder nach Hause gefahren ist.

2.  Was versprichst du dir vom Bloggen?

Öh. Nich viel. Eigentlich möchte ich nur gerne sowas wie ein Tagebuch haben, das aber mehr Interaktion bieten soll als halt ein Buch in meiner Nachttischschublade. Ich brauche auch ein bisschen gefühlten Druck, sonst klappt das nicht mit dem Tagebuchschreiben, das hab ich schon mehrmals versucht. Am ehesten habe ich die Hoffnung auf einen Onlineclan mit anderen Eltern.

3.  Wie gehst du damit um, ggf. auch mal kein oder kaum Feedback zu deinem Content zu bekommen?

Ich bekomme meistens kein Feedback und finde das auch gar nicht schlimm, ich meine, im Grunde ist alles was ich hier schreibe nur Blabla über das was ich am Tag so gemacht hab. Mit Ausnahmen, wenn ich mal einen Text nur zu einem bestimmten Thema schreibe. Aber da halt 90 % „nur“ Tagebuchgeblogge ist, erwarte ich gar kein Feedback. Aber ich freue mich über jeden Kommentar ganz doll, das schon :) .

4.  Sollten man deiner Meinung nach mit seinem Blog Geld verdienen dürfen (bspw. in Form von Werbung oder Sponsored-Posts)?

Klar. Wer Geld damit verdienen will und kann, der soll das gerne tun. Es sollte nur meiner Meinung nach fett „Werbung“ drüber stehen, damit Leser, die sowas ganz schlimm finden, von vornherein wissen, ah, das muss ich jetzt nicht lesen. Und ich finds schade, wenns Überhand nimmt, also wenn auf jeden normalen Post ein Sponsored kommt, finde ich das zu viel. Dann kann man gleich nen Testblog machen.

5.  Wo siehst du deinen Blog in einem Jahr?

Bei Tag 446 :) . 

6.  Hast du ein Internet-Idol (Youtube, Twitter, Blog etc.)? Wenn ja, wer ist es?

Pfuuuhhhh… Wenn ich groß bin, möchte ich (also mein Blogger-Ich) so sein wie Frau Novemberregen.

7.  Woraus schöpfst du am meisten Kraft?

Schlaf.
Nein, mal im Ernst: Um das Kinderinduzierte Schlaf-Defizit aufzuwiegen braucht es eine gehörige Portion Kinderlachen (und Kaffee).

8.  Was möchtest du deinen Kindern unbedingt für die Zukunft mitgeben?

Dass alle Menschen gleich wertvoll sind. Dass sich nichts ändert, wenn mans nicht ändert. Dass Gewalt und Krieg nie, nie, niemals eine Lösung sind.

9.  Wie sieht für dich der perfekte Tag aus?

Ausschlafen und danach gemütlich noch im Bett rumgammeln und mit der Familie kuscheln. Frühstück am besten auswärts, ganz in Ruhe und mit frischen, knusprigen, weißen Brötchen und Croissant und scharfem Rührei und einem gigantischen Kaffee Latte aus richtig guten Espressobohnen. Familienausflug ins Grüne oder noch viel lieber ans Meer. Ein langes heißes Bad mit Schaum und gutem Buch. Was geiles zum Abendessen (ganz ehrlich: ich liiiiieeebe ja Braten, ich Pseudovegetarier) mit Freunden und Wein. Mit Herrn Rabe und meiner allerliebsten Freundin S. einen Borowski-Tatort gucken oder auf ein Konzert gehen oder ich hätte auch tatsächlich mal wieder Bock auf Tanzen gehen, da wo die Musik sehr laut und die Beleuchtung spärlich ist, Musikrichtung entweder Minimal Elektrogeballer oder E-Gitarren-Indie-lastiges.

10.  Was würdest du anders machen, wenn du einmal die Zeit zurück drehen könntest?

Ich wäre nach meinem Auslandssemester in Schweden einfach in Stockholm geblieben. Herr Rabe hätte dann halt da nicht promoviert und der Rest hätte genauso sein sollen, nur halt in Schweden („denn Schweden ist das schönste Land der Welt, dort wo am Strand die Palmen stehen…“).

11.  Wie sähe dein Leben ohne Kinder aus?

Ohne Kinder hätte ich meinen geliebten Bulli noch und würde sehr viel mehr Zeit bei der Arbeit verbringen. Ich hätte inzwischen Spitzentanz gelernt und möglicherweise sogar französisch. Wir würden unser Geld in den Bulli und in Urlaube mit dem Bulli stecken, statt in Kinderschuhe und Winteranzüge. Wir hätten zwei Wohnzimmer, für jeden eins (das hatten wir vor den Kindern so und es war super toll, kann ich nur empfehlen). Und da ich nicht wüsste, wie toll das Leben mit Kindern ist, würd ich das Kinder-haben sicher auch nicht vermissen. Da bin ich nicht so romantisch…

Sooo, damit wären alle Fragen beantwortet. Dann geht es ans Nominieren, und das finde ich extrem schwer, weil man will ja auch nicht als Mini-Blog bei den „Ganz Großen“ anklopfen (die einen dann albern finden), viele haben auch schon mitgemacht (zum Beispiel Essential Unfairness, die ich sonst auch gerne nominiert hätte) oder finden sowas bestimmt eh doof oder oder oder. Aber nun gut, ich nominiere

Die Fledermama

Herrn Paul

Jenni (Flavius und Brutus)

und jetzt kommts, haha:

Casa Kaos und

Baby Sideburns

Und sie sollen die folgenden 11 Fragen beantworten:
Og de skal svare på de følgende 11 spørsmålene:
And they should answer the following 11 questions:

  1. Als Sie 20 waren, was war da Ihr Lebensplan?
    Da du var 20, hva var livsplanen din da?
    When you were 20, what was your plan for life?
  2. Fühlt sich das komisch an, das heute aufzuschreiben?
    Føles det rart å skrive opp det i dag?
    Does it feel weird to write that down today?
  3. Wo möchten Sie mal wohnen?
    Hvor vil du bo en gang?
    Where would you want to live?
  4. Welches Wort hassen Sie am meisten?
    Hvilket ord hater du mest?
    Which word do you hate most?
  5. Welches Wort lieben Sie am meisten?
    Hvilket ord elsker du mest?
    Which word do you love most?
  6. Wenn Sie heute ihren ersten Schwarm treffen, was geht Ihnen als erstes durch den Kopf?
    Du møter din første kjæreste ved en tilfeldighet: hva er din første tanke?
    If you meet your first love today, what is your first thought?
  7. Ist es ok, im Vorstellungsgespräch die Kinder zu verschweigen (vorausgesetzt, man wird nicht direkt danach gefragt)?
    Er det greit å fortie at man har barn i en jobb interview (hvis man ikke blir spurt direkte)?
    Is it ok not to mention that you have kids in a job interview (if you are not asked specifically)?
  8. Wenn sie eins der folgenden Dinge opfern müssten, was wäre es? Ihr Blog, Ihr Handy, alle Bücher in Ihrem Haushalt, alle Musik in Ihrem Haushalt?
    Hvis du måtte offre en av de følgende ting, hva ville du velge? Din blog, din mobiltelefon, alle bøker i huset ditt, all musik i huset ditt?
    If you had to sacrifice one of the following things, which would you choose? Your blog, your mobile phone, all of your books, all of your music?
  9. Kaffee oder Wein?
    Kaffe eller vin?
    Coffee or wine?
  10. Wenn Sie einen kinderfreien Tag hätten (mit oder ohne Partner), was würden Sie machen?
    Hvis du hadde en barnefri dag (med eller uten partner), hva ville du gjøre?
    If you had one day without kids (with or without your partner), what would you do?
  11. Sie fahren in den Urlaub: was ist das letzte, was Sie denken, bevor Sie die Haustür hinter sich schließen?
    Du drar på ferie: hva er din siste tanke før du lukker døren bak deg?
    You are going on vacation: what is your last thought before you lock the door?

Puuuhhhh, is auch irgendwie schon spät jetzt, aber hier noch die Regeln:
Her er reglene for Liebster Award:
Here are the rules for the Liebster Award:

  1. Danke dem Blogger, der dich nominiert hat
    Takk bloggeren som har nominert deg
    Thank the blogger who has nominated you
  2. Verlinke den Blogger, der dich nominiert hat
    Lenk til bloggeren som har nominert deg
    Link to the blogger who has nominated you
  3. Füge einen der Liebster-Blog-Award Buttons in deinen Post ein
    Lim inn Liebster-Award bildet
    Paste the Liebster Award into your blog post
  4. Beantworte die dir gestellten Fragen
    Svar på spørsmålene
    Answer the questions
  5. Erstelle 11 neue Fragen für die Blogger, die du nominierst
    Tenk ut 11 nye spørsmål til bloggerne du vil nominere
    Make up 11 new questions for the bloggers you want to nominate
  6. Nominiere 5-11 Blogs
    Nominer 5-11 blogs
    Nominate 5-11 blogs
  7. Informiere die Blogger über einen Kommentar, dass du sie nominiert hast
    und verlinke von dort aus auf deinen eigenen Liebster Award Artikel
    Skriv en kommentar til de bloggere du vil nominere og lenk til din egen Liebster Award- artikel
    Write a comment to the bloggers you wish to nominate and link to your own Liebster Award post

Wooha, thats it.
Viel Spaß beim Beantworten :P