Tag 78 – Budussy

Ich bin furchtbar müde, dabei hab ich den ganzen Tag nix gemacht. Also fast nix. Das liegt am Baby: Es hat sich gestern das erste mal herumgedreht (Ja! Es hat es endlich geschafft! „Endlich“ – mit 3 Monaten und 5 Tagen. Ich bin ganz stolz und gerührt und auch ein bisschen wehmütig.) aber den Rest des Tages war es davon so überwältigt, dass es super viel geschlafen hat. Heute morgen hat es dann wieder schwerst gearbeitet an der Drehung, gestern hatte es nur eine Plastikwindel an und heute mit Stoffwindel waren natürlich erschwerte Bedingungen gegeben. Ich hab dem Baby dann geholfen und es auf den Bauch gedreht, aber damit ist es jetzt nicht mehr zufrieden, jetzt soll es gefälligst sofort auch vorwärts gehen.
Kurzer Exkurs in die Babyzeit des Kindes: Als das Kind sich damals (mit viereinhalb Monaten, ich hab das extra nachgeguckt gestern) auf den Bauch drehen konnte, war es damit erstmal eine Weile zufrieden. Also so in etwa einen Monat konnte man es gut mit irgendeinem rasselnden/knisternden/klingelnden Dings beschäftigen, das man ihm in Bauchlage in die Hand drückte. Erst dann fing es an, ihm langsam langweilig zu werden und es fing an zu robben, es hatte da eine sehr interessante Technik die aussah wie eine Robbe (tadaa). Sitzen konnte es von selber mit ca. 8 Monaten, krabbeln ca. einen Monat später. Nach jeder neu gelernten Sache gab es eine Phase des Ausbaus der Fähigkeit, bis dann das nächste dran war.
Nicht so beim Baby. Es will alles und das auch bitte gleichzeitig. Kaum schafft es sich seine Hände in den Mund zu stecken, versucht es sich meine Hände in den Mund zu stecken. Alles was mit den kleinen Ärmchen herangerafft werden kann, wird Richtung Gesicht und weit geöffneten Mund gezogen. Wenn es meine Hände ansieht, kann man quasi sehen, wie sich die Synapsen in seinem Gehirn verknüpfen, so aufmerksam ist es dabei. Und dann kommen auch schon seine Hände und greifen (!) nach meinen Fingern. Ja, Greifen wird natürlich auch schon geübt, etwas festhalten, was man ihm gegeben hat oder das es zufällig in die Hände bekommen hat klappt schon ganz gut, jetzt wird direkt zugepackt. Also versucht, zuzupacken. Denn das klappt natürlich genauso wenig wie das vorwärts bewegen in Bauchlage, aber davon will das Baby nichts wissen. Und da die Frustrationstoleranz bei Babys nicht allzu großzügig bemessen ist, sind unsere Tage momentan von Gemecker geprägt (nicht echtes Geschrei, nur so eine Dauerunzufriedenheit), gefolgt von Fressattacken und langen Schlafepisoden. Dass das alles zusammenhängt ist mir auch klar, aber das schlaucht halt auch mich ganz schön. Und teilweise komme ich dann eben auch zu gar nix, so wie heute. Nach der morgendlichen Plackerei musste das Baby mich dann nämlich erstmal aussaugen, um dann zu schlafen (auf mir drauf, ohne Chance es abzulegen), um dann nochmal ausgiebig zu speisen, und dann wieder einzuschlafen. Ich habe derweil 8 Folgen „Girls“ gesehen. Damit habe ich alleine heute mehr Sex gesehen, als ich in den letzten drei Monaten… ach lassen wir das. (Und ein neues Wort gelernt, siehe Titel.)


Herrn Rabes Firma ist heute in ein anderes Gebäude umgezogen. Deshalb wars auf der Arbeit etwas chaotisch und nicht so schlimm, dass er in seiner Mittagspause zur Polizei musste, um Unterlagen zur Registrierung des Babys nachzureichen. Dabei bemerkte er dann auch, dass er noch den Kindergartenrucksack des Kindes in seinem Rucksack hatte. Da dieser Fauxpas aber tatsächlich eine absolute Ausnahme war, weil Herr Rabe nämlich alles andere als ein Idiot Dad ist, fände ich es ja total gut, wenn er was zum #noIdiotDad vom Nuf schreiben würde. Nur mal so.


Festgelesen beim Gewünschtesten Wunschkind über (Klein-)Kinder und Kooperation. Ist hier ja auch so ne Baustelle (wo nicht?). Sehr gute Artikelserie zum Thema, Leseempfehlung für alle Babyeltern. Am besten ist es nämlich, wenn man die frühkindliche Kooperationsbereitschaft nicht erst versehentlich abgewöhnt, das ist einleuchtend, aber im Falle des Kindes wohl zu spät :/ .

Tag 75 – Wir drehen an der Uhr herum

Juppheidi, endlich wird die Uhr wieder auf Normal gestellt. Wir sind ja allesamt Eulen und finden nichts furchtbarer als frühes Aufstehen, deshalb kommt uns das sehr entgegen. Dafür krieg ich jedes Jahr schon im Februar die Krise, dass ja bald wieder die Sommerzeit anfängt und fange dann Anfang März damit an, meine Aufstehzeit sukzessive so zu verschieben, dass ich quasi viele kleine Umstellungen hab, statt einmal eine komplette Stunde, die mir meinen Biorhythmus versaut. Trotzdem fühlt sich die Sommerzeit für mich falsch an. IMMER. BIS OKTOBER.

Ab morgen ist alles wieder gut, denn
– Die Zeit, zu der wir gut aufstehen können, heißt nicht mehr 10 Uhr, sondern 9 Uhr (und das klingt schon viel weniger Assimäßig)
– Die Zeit, zu der wir (Erwachsenen und Baby) müde und bettschwer sind, heißt nicht mehr 23 Uhr sondern 22 Uhr (und das klingt schon viel weniger verantwortungslos)
– Die Zeit, zu der wir das Kind ohne Theater ins Bett bekommen, heißt nicht mehr 20 Uhr, sondern 19 Uhr (und das klingt nach weniger Stress am nächsten Morgen, zumal ja auch gilt:)
– Die Zeit, zu der wir das Kind wecken müssen, heißt zwar weiterhin 7 Uhr, ist aber ja quasi 8 Uhr

Insgesamt: Voll geil.

Trotzdem habe ich keinerlei Verständnis dafür, dass etwas das eine große Mehrheit der Deutschen nicht will und das auch nachweislich keine Stromersparnis bringt, wie ursprünglich beabsichtigt war, trotzdem beibehalten wird. Es ist doch Bullshit, dass „einheitliche Uhrzeiten für die reibungslose Abwicklung des Binnenmarktes [in Europa] unerlässlich sind“ (wikipedia sagt, dass das beim letzten Mal der Grund für die Ablehnung eines Alleingangs war). Oder ist der Handel mit Großbritannien irgendwie gestört, weil die ne andere Zeit haben? Finden denn die Leute in, sagen wir mal, Spanien die Zeitumstellung so geil? Kann ich mir nicht vorstellen. Vielleicht wärs ja gar kein Alleingang? Brüssel? Hallo? Kann mal bitte einer den Quatsch abschaffen???

Ach ja, noch was: Nein, die Sonne geht nicht früher unter morgen. Also ja, schon, irgendwas um die zwei Minuten oder so. Aber es heißt nur die Uhrzeit anders. Wir stellen auch nicht die Zeit um. Sondern die Uhr. Die Kinder wecken uns nicht ne Stunde früher. Neinneinnein, die Uhrzeit HEIßT NUR ANDERS! (Sehen Sie, ich fange schon an zu schreien, das ist ein emotional sehr stark belastetes Thema für mich!)


Was völlig anderes: Das Baby ist jetzt in der Stan-Phase. Es sieht, wenn es erzählt, ganz exakt so aus:
Stan(M2)*
und bald werden wir alle Piratenschiffe besitzen.

*(Quelle: http://monkeyisland.wikia.com/wiki/File:Stan(M2).gif)

Tag 74 – Ahhhrrgggg!

Das… muss… doch… irgendwie… gehen! Verdammte Kacke, wieso geht das denn nicht? Ahhhhrrrrrrgggggg!
Noch mal von vorne: Also erst Beine anwinkeln und und Arme anziehen, ganz klein machen. Jetzt die Beine auf die eine Seite… geschafft! Jetzt lieg ich schon mal auf der Seite. Jetzt die Hüfte noch ein bisschen weiter… ja… noch ein GESCHAFFT! Alles vom Bauchnabel abwärts liegt auf dem Bauch! Aber hier die Schultern, die kommen noch nicht mit. Der kack Arm ist immer im Weg! Milchmeeeensch! Hilf mir!!! Verdammt, wieso kommt die denn nich??? Ah, da isse ja. Ey, nee, du sollst mir helfen, nich „Das schaffst du schon!“ sagen! Schaff ich ja eben nich, siehste nich, dass ich mich hier voll abracker? Orrrrr… Ok, ich bohr noch ein bisschen mit dem Kopf rum, aber das hilft ja auch nich, wenn der scheiß Arm immer im Weg ist!!! So, jetzt ess ich den auf, an der Hand fang ich an. Kann er ja mal sehen, was er davon hat. Und falls ers immer noch nich rafft, motz ich ihn einfach voll. Ha! Oh, das hat der Milchmensch falsch verstanden, jetzt hält sie doch die Hand hin. Egal, solche Gelegenheiten darf man nicht ungenutzt verstreichen lassen. Zack, Finger gepackt und einmal beherzt ziehen und… RUM! Ich lieg auf dem Bauch! Hahaha, ich habs geschafft! Aber ich lieg schon wieder auf dem Arm, das darf doch nicht wahr sein! So ein Mist, wie soll ich den da jetzt wegkriegen??? Vielleicht so ein bisschen schaukeln und am Arm ziehen? Ich probiere mal… NEEEEIIIIN! Jetzt bin ich aus Versehen weiter gerollt und lieg wieder auf dem Rücken! Ey, mir reicht jetzt aber mal sowas von, ich ruf jetzt den Milchmenschen und mach solange Terror, bis sie mich auf sich schlafen lässt.

MfG –

Baby (angepisst)

Tag 63 – Don’t turn around

Anleitung zum Babysein, 2. Übung: Wie man sich nicht auf den Bauch dreht

  1. In Rückenlage beide Beine anwinkeln und rhythmisch hin und her schwingen. Den Kopf dabei in die jeweils andere Richtung bewegen und laut „gäääähäääähäää“ singen.
  2. Aus der Rückenlage beide Fersen und den Schultergürtel fest in den Untergrund stemmen. Hüfte leicht anheben. Rhythmisch wiederholen, dabei wegen der Anstrengung sehr bald zu meckern anfangen.
  3. In Rückenlage eine Hand mit den Augen fixeren. Jetzt die Hand in Schulterhöhe auf der Liegeunterlage immer weiter vom Körper wegschieben. Den Kopf auf die Seite drehen. Vor Aufregung alle anderen Körperteile vergessen. In dieser Position (Arm ausgestreckt, Hand zur Faust geballt, Kopf zur Seite, die Hand anstarren) möglichst lange verharren.
  4. Ähnlich wie 3. Abwandlung: Zweiter Arm und Schulter bewegen sich mit dem Kopf in Richtung der angestarrten Hand. Hüfte und Beine aber in jedem Fall unbeweglich liegen lassen.
  5. Ähnlich wie 4. Abwandlung: Hüfte in gleiche Richtung wie Kopf drehen. Beine anwinkeln. Vor Schreck aus dieser so erreichten Seitenlage sofort wieder zurückrollen und nach Betreuungspersonal Ausschau halten.
  6. Ähnlich wie 5. Abwandlung: Nicht zurückrollen sondern entschlossen weiterarbeiten. Hierzu den Kopf weiter drehen, das Gesicht in die Unterlage bohren. Beine rhythmisch strecken und wieder anziehen. Dabei nörgeln.
  7. Ebenfalls Ähnlich wie 5. Abwandlung: Nicht zurückrollen. Gesicht in Unterlage bohren, Hüfte langsam weiter in Richtung des ausgestreckten, unteren Armes rollen. Den unteren Arm langsam ausgestreckt zum Körper ziehen, bis er einen Wall am Bauch bildet. Auf dem Arm liegen bleiben und lautstark das Betreuungspersonal alarmieren.

Heute #12von12 gemacht. Ging ganz gut. Besser als #wib auf jeden Fall.


Wollte ein Update auf El Kapitän machen. Davor wollte ich aber erstmal ein Backup machen, diese Meldung „Kein Backup seit drölfzig Tagen“ klang irgendwie zunehmend vorwurfsvoll in letzter Zeit. Backup dauerte lange. Dann nicht mehr genug Platz auf der Festplatte. Erst Kram evakuieren (externe Festplatte hing ja noch dran). Dann Download des Updates: dauerte ewig lang, das Baby ist derweil auf meinem Schoß weggepennt, aber das war auch klar nach der ganzen Turnerei vorher. Dann irgendwann endlich fertig, nur noch anhaken, auf welcher Festplatte denn installiert werden soll. Ja, natürlich auf der Mac-Festplatte, jaja. Nee geht aber nicht, weil Filevault gerade Daten verschlüsselt. Aber das tut es seit, ungelogen, Monaten und ich glaube es hat sich aufgehängt oder so, der Balken wird jedenfalls auch nicht voller. Voll angepisst aufgegeben. Heute Nacht darf das Macbook dann man anbleiben, vielleicht hilfts ja was. Sonst weiß ich auch nicht.


Wollte Statistikkurs-Hausaufgaben machen. Habe aber die falsche Ausgabe vom Buch (Hardcover statt Paperback), die Nummerierung der Aufgaben ist da anders. Bin außerdem zu geizig, mir für 97,98 € das richtige Buch zu kaufen. Also Dozenten ne mail geschrieben, ob er die Nummerierung in meiner Ausgabe weiß. Bisher keine Antwort.


Muss eigentlich heute um Mitternacht die Bahntickets für den Weihnachtsurlaub buchen. Hahaha. Haha.

Tag 51

Hei, Ich bins wieder, das Baby.

Ich habe entdeckt, das da an meinem Körper so Dinger dran sind. Oben die Dinger kenne ich schon länger, ich versuche sie immer in den Mund zu kriegen, aber das klappt nur manchmal. Wenn es nicht klappt, schimpfe ich mit den Dingern, aber das interessiert die nicht. Aber der Milchmensch hält mich ja immer über dieses weiße Teil und sagt „pullerpuller?“ und freut sich dann total, wenn ich piller, und da hab ich gesehen, unten am meinem Körper sind auch so Dinger! Die sehen witzig aus, wie eine dicke Fleischwurst mit mehreren Enden. (Moment mal, ich hab noch nie eine Fleischwurst gesehen, aber egal, wenn ich das Wort Fleischwurst so höre stelle ich mir vor, dass das so ähnlich aussieht wie die Dinger unten an mir dran.) Das ist doch mal total verrückt! Immer wenn ich die sehe, muss ich die ganz fasziniert anstarren und kann mich gar nicht losreißen. Der Milchmensch findet die scheinbar auch ganz toll, jedenfalls macht der immer lustige Sachen mit denen, pupst mit dem Mund dagegen und so. Hauptsache, der Milchmensch isst die nicht auf, bevor ich etwas mehr Kontrolle über meine Gliedmaßen hab, weil ich nämlich gar nicht abwarten kann, diese Dinger in den Mund zu kriegen! Weil die einfach witzig aussehen!

Heute hat mich der Milchmensch wieder zu diesen vielen Leuten geschleppt, wo einer immer vorne steht und ganz viel erzählt, auf ner komischen Sprache die der Milchmensch auch manchmal spricht. Alle anderen da scheinen zu schlafen in der Zeit, jedenfalls sagt sonst keiner was. Ich finde das sehr langweilig da und schlafe meistens dann auch einfach, aber heute bin ich zwischendurch aufgewacht weil ich ganz doll Hunger hatte und danach war ich ja wach (ich weiß auch nicht was die anderen Babys immer von „Einschlafstillen“ erzählen, was soll das denn sein bitte?) und dachte so, ach kack mal ordentlich. Hab ich auch gemacht, aber ich hab mir das total super überlegt: damit der arme Milchmensch nicht so viel dem langweiligen Menschen vorne zuhören muss, kacke ich einfach drei mal und tue hinterher jedes mal so, als wär ich fertig, damit der Milchmensch mir eine frische Windel verpasst. Irgendwie guckte der Milchmensch nach dem zweiten mal ganz komisch und sagte was von „keine Windeln mehr dabei“, deshalb hab ich mir beim dritten mal extra Mühe gegeben und ganz viel rausgedrückt. Dann war der Milchmensch ein bisschen panisch und hat mir am Ende mein Spucktuch um den Po gewickelt! Krass, oder? Ich meine, das ist ein Spucktuch, kein Kacktuch! Aber weil das ja dann scheinbar doch ein Kacktuch geworden war, hab ich da etwas später dann auch noch mal reingekackt. Aber da waren wir schon zu Hause. Ich meine, der Milchmensch ist ja auch irgendwie selber schuld, soll er doch einfach nicht so viele Bohnen und Kohl und sowas essen.

So, jetzt hab ich Hunger.

Bis bald –

das Baby

Tag 49

Es ist kalt, feucht und die Blätter fallen von den Bäumen. Dann wird es jetzt wohl Herbst. Ich persönlich finde Herbst ja gut eigentlich, schließlich ist mir im Sommer immer zu heiß und als hellweißer Hauttyp bin ich auch ungern in der Sonne. Allerdings hat sich das geändert, seit wir in Norwegen wohnen, weil hier der Sommer, wenn auch viel zu kurz, so doch klimamäßig perfekt ist. Will sagen, 25 Grad, Sonnenschein, ein bisschen Wind vom Fjord (riecht fast wie Meer). Dadurch hat der Herbst aber auch all seinen „Puhhh, endlich nicht mehr so heiß“-Charme verloren und dementsprechend finde ich jetzt 8 Grad und Morgennebel nur mäßig schön. Vor allem, weil das jetzt so weitergeht bis Dezember, dann gibts Schnee, der ist dann bis März (oder Mai), Frühling lässt ewig auf sich warten und ist entweder sehr sehr kurz (2014) oder sehr sehr lang und regnerisch und doof (2015). Herbst: 4 Grad und Regen. Tolle Aussichten. Und Stillbedingt kann ich Wollpullis nicht tragen, dann hat das Baby dauernd Wollfussel im Mund und außerdem kann man die so schlecht hochschieben, dann hat man so ne dicke Wollwurst unter den Achseln und kann das Baby kaum noch erahnen. Alles irgendwie suboptimal. Oder ein Grund, doch mal Stillkleidung zu kaufen. Aber dann sieht man immer sofort: Aha! Die stillt also (noch)! Meh.

Was aber gut ist am Herbst: endlich ist es kalt genug, de Baby seine von Freundin A. selbst gestrickte Bommelmütze aufzusetzen und Die. Ist. So. Süß.

2015-09-28 12.12.14 2015-09-28 12.11.27
Liebe Freundin A.: vielen vielen Dank nochmal! <3 (Das Kind will übrigens, dass du zu seinem Geburtstag kommst. Ich glaube, es ist ein bisschen verliebt in dich!)

Falls Sie sich fragen, warum ich da einen Waschlappen zwischen mich und das Kind geklemmt habe: Ich schwitze viel und das Kind hatte dann nach dem Tragen immer so nen Schwitzeschmadder im Gesicht, bis ich diese geniale Technik entwickelt hab. Hilft auch etwas um eventuelle Babykotze aufzufangen. Jedes Kind in unserem Haushalt bekommt zur Geburt 40 Waschlappen (aus dem großen gelb-blauen Möbelhaus). Damit werden dann Popos abgewischt, als Windeleinlage genommen, der Wickeltisch abgedeckt, Schwitzerei vermieden, Stillsabberei vermieden, Babykotze weggemacht, später Essen aus dem Gesicht entfernt (Und vom Tisch, Essplatz, Stuhl…), Schnodder weggemacht, Kindergartendreck abgerubbelt und manchmal benutzen wir sie sogar als Waschlappen.

Man kann bei schlechtem Wetter auch prima in der Wohnung verstecken spielen. Allerdings ist das Kind da scheinbar noch zu doof klein für.

2015-09-26 15.05.09

War noch was heute? Ach ja, ich bin jetzt Vollmitglied in dem pinken Muttisport-Fitnesstudio. Und ich werde jetzt anfangen, dieses Buch zu lesen. Meine Erwartungen sind nach „The Corrections“ und „Freedom“ extrem hoch. Ich werde berichten.

2015-09-22 14.23.15

Tag 45

Anleitung zum Babysein, 1. Übung: Faust in den Mund

  • Hand zur Faust ballen, auf Hüfthöhe halten.
  • Hand mit den Augen fixieren. Während der Übung die Hand NIEMALS aus den Augen lassen, sie könnte sich in Luft auflösen! Nicht blinzeln!
  • Arm mit ruckartigen Bewegungen langsam Richtung Kopf bringen.
  • Wenn die Hand auf Schulterhöhe angelangt ist, kurz verharren um die Hand in Sicherheit zu wiegen. Jetzt ist es besonders wichtig, dass die Hand weiter im Blick behalten wird. Auch wenn man dann schielen muss!
  • Blitzschnell die Hand in Richtung Mund bewegen.
  • Sollte der Mund getroffen worden sein, sofort mit dem Lutschen und Saugen beginnen.
  • Wurde statt des Mundes das Auge, die Stirn oder die Wange getroffen, Hand zurück zur Schulter bewegen und von dort neu beginnen.
  • Sonderfall: Wurde statt des Mundes das Ohr getroffen, kurz aber kräftig daran ziehen. Dann meckern, weil man am Ohr gezogen wurde.
  • Sollte der Mund den Kontakt zur Hand verlieren, von vorn beginnen.
  • Nach ca. vier Wiederholungen Gemecker einleiten, weil das Spiel doof wird.

Das Baby hat seine Rotvirus-Impfung bekommen und fand es gut. War ja auch keine Spritze sondern Schluckimpfung die wohl sehr süß schmeckt. Während ich noch mit der Schwester darüber sprach, wieso es in Norwegen oder Deutschland eigentlich keine Impfungen als Nasenspray gibt, kackte sich das Baby astrein ein. Innerhalb von drei Nanosekunden ab Gebrumm war es dann auch schon hinten aus der Plastikwindel herausgekrochen und hatte Body und Hose senfgelb durchtränkt. Toll. Sonstige Impffolgen bisher: großer Hunger und seitdem schläft es eigentlich die ganze Zeit…


Heute war wieder Ballett. Unsere Gruppe hat sich selektiert auf die Leistungsstarken und mich. Hmm ja, also mit einer etwas anderen Perspektive bin ich dann wohl doch nicht soooo gut. Hust. Eigentlich tanze ich gerne in Gruppen, die etwas über meinem Niveau liegen, weil ich den Anreiz brauche um besser zu werden. Aber als der Trainer dann fragte, wer von uns denn Fouette-Pirouetten könne, weil die so schön in das Stück passen würden, musste ich dann doch ein bisschen hysterisch lachen. Für alle, die nicht wissen was das ist: Fouette. In Black Swan übt Natalie Portman die vor dem Spiegel zu Hause und reißt sich derbe den Zehennagel ein. Schade Gut dass wir zu Hause nicht so einen Spiegel  haben, sonst müsste ich die jetzt echt üben. Muhahaha.


Ich kann kein Französisch. Also sprechen, Sie Ferkel. Immer wenn ich beim Ballett bin und noch schlimmer, wenn ich drüber schreiben will, fällt es mir wieder auf. Ich hab in der Schule Latein gelernt, weil meine Mutter sich seinerzeit nicht gegen meine Großeltern durchsetzen konnte. Was eine Verschwendung an Lebenszeit. Französisch klingt so schön und irgendwann wenn ich mal total viel Zeit hab, lerne ich Französisch. Und nein, es wird mir nicht leichter fallen, weil ich ja schon Latein kann und man dann ja andere romanische Sprachen und blablablabla. Denn, Überraschung, ich kann kein Latein. Ich kann noch so Wörter sagen, wie „Ablativ“ und „Nominativus cum Infitivum“, bin mir aber schon gar nicht mehr sicher ob die Endungen bei letzterem jetzt richtig sind. Und da ich auch kein Bedürfnis verspüre, mich jemals mit dem Papst zu unterhalten, ist das ja auch nicht schlimm. Aber kein Französisch können ist schon blöd.


Herr Rabe hat tatsächlich was geschrieben. Aber es ist noch ein Draft. Teaser :)

Tag 43 – Zwei Monate

Liebes Baby,

jetzt bist du genau zwei Monate und zwei Minuten alt.
Wahnsinn, wie die Zeit vergeht. Das sagen immer alle, und es nervt, dass man es dauernd hören muss. Es nervt, weil es stimmt.
Du kannst schon deinen Kopf super selber halten, auch in Bauchlage drückst du dich richtig hoch, noch mit erstauntem Gesicht zwar, aber voller Begeisterung.
Du kannst dich auf die Seite drehen, aber nur wenn du nackig bist.
Du redest mit mir, Papa, dem Kind, dem Bienchen, dem Bärchen und allem, was dir freundlich gesinnt erscheint. Dein Vokabular reicht von Quietschen und Jauchzen über Höck und Grgl zu Ao.
Manchmal willst du deine Faust in den Mund stecken und du wirst super sauer, wenn das nicht klappt. Manchmal klappts aber auch und dann wird gelutscht, was das Zeug hält.
Wenn du pillerst machst du ein sehr lustiges Gesicht, als wolltest du von dem ablenken, was du gerade tust.
Wenn du stillst, sieht es aus, als würdest du mich aufessen wollen. Und es hört sich auch so an. Da bist du ganz konzentriert bei der Sache.
Deinen neuen Haaren kann man beim wachsen förmlich zusehen, auch der kleine Wirbel an der Stirn ist wieder sehr deutlich zu erkennen. Ich glaube, du wirst blond, wie das Kind. Und später dann braun, wie der Papa. Deine Augen werden jedenfalls langsam braun.
Das alles ist in zwei Monaten passiert. Und es fühlt sich an wie gestern, dass Herr Rabe und ich ins Krankenhaus fahren wollten, ich mich vorm Einsteigen ins Auto noch schnell an der Tür festhalten musste um eine Wehe zu veratmen und just in dem Moment der Nachbar vorbeikam.

Von meiner Elternzeit ist jetzt schon fast 1/4 rum.
In nochmal zwei Monaten kannst du, wenn du Bock hast, ab und an von unserem Essen naschen.
Noch vier Monate und wir können deinen ersten Zahn erwarten. Das Kind wird sicher genau verfolgen, was dein Zahnstatus so macht. Und da unser Argument ja immer ist „das kann das Baby nicht essen, es hat ja noch keine Zähne“, wird dir das Kind ab Erscheinen des ersten Zähnchens höchstwahrscheinlich alles in den Mund stecken, was es selbst gerne mag. Also alles außer Tomaten.
Wahrscheinlich wirst du in vier Monaten auch sitzen können und dann wird es Zeit für den Buggy. Falls du den denn magst. Ich trag dich sonst auch gerne noch ne Weile herum, aaaaber…
… noch fünf mal diese zwei Monate, die so schnell vergangen sind, und du wirst vielleicht laufen können. Und ein minibisschen sprechen. Es wird Sommer sein und dein erster Geburtstag. Ich werde Kuchen backen und ein Tränchen verdrücken oder zwei. Und kurz darauf wirst du in den Kindergarten gehen. Hoffentlich in den selben wie das Kind. Der ist nämlich ganz ganz toll. Trotzdem werde ich dann auch wieder ein Tränchen verdrücken.
Von der voraussichtlichen Wickelzeit ist auch schon ca. 1/15 rum. Hurra!

Ich möchte jetzt gerne die Zeit ein bisschen langsamer laufen lassen können. Im Moment vergeht sie mir viel zu schnell.

Deine Mama

Tag 22 – Das Bärchen

Heute war ein sehr sehr aufregender Tag.

Der Milchmensch hat mich unter dieses Dings gelegt. An dem Dings baumeln bunte Dingse und wenn man darüber so aus dem Häuschen ist wie ich heute und dann mit allem zappelt was man so hat und dann dagegen haut dann bimmelt das Dings in der Mitte, ich nenne es mal Bärchen, jedenfalls es BIMMELT!!!

Ich hab dem Bärchen natürlich gleich meine ganze Lebensgeschichte erzählt und wir haben uns ganz angeregt unterhalten aber irgendwann hat der Penner angefangen mich zu provozieren mit seinem dämlichen Grinsen immer und dann musste ich es ein bisschen anschreien. Dann hat der Milchmensch mich wieder abgeholt.

Später hat der kleine Mensch dann auch noch Quatsch mit mir gemacht, er hat mit dem Milchmenschen etwas gespielt das „Autocrash“ heißt und dann „Wasserflugzeug“. Es war sehr laut und manchmal hat der kleine Mensch mir aus Versehen bunte Plastikklötze an den Kopf gehauen, weil er so wild gespielt hat. Aber danach hat der kleine Mensch mir ein neues Plastikdings in den Mund geschoben, das ist viel besser als die anderen Plastikdingse, die find ich doof, die sind gar nicht wie die leckeren, weichen Milchdinger vom Milchmenschen. Das neue Dings ist natürlich auch nicht soooo gut aber schon besser als die anderen.

Das war alles wahnsinnig aufregend, ich musste dann den Rest des Tages unbedingt im Tragetuch sein oder eingepuckt auf dem Bauch vom Bartmenschen liegen. Das habe ich sehr lautstark eingefordert, man muss sich ja gegen den kleinen Menschen durchsetzen, nicht wahr?

Bis bald mal –

Das Baby