Tag 5 – Schafe

Wir haben einen Freund, und der hat Schafe. Er wohnt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern auf der anderen Seite vom Fjord und hat grob geschätzt 80 Schafe, plus zur Zeit 100 Lämmer. Norwegisches Wildschaf, eine Rasse, die mit den Witterungsbedingungen und dem Nahrungsangebot hier gut zurecht kommt. In Glennkill-Sprech ist es weder eine Fleisch- noch eine Wollrasse, obwohl sehr schmackhaft und auch sehr schöne Wolle. Unser Freund lässt jedes Jahr einen (Groß-)Teil der Lämmer und einen (kleinen) Teil der Schafe schlachten, vertreibt das Fleisch und die besonders schönen Felle und finanziert sich so sein Hobby, also die Schafe. Die Schafe sind eigentlich immer draußen, außer die drei Böcke, die muss er einsperren wenn die Schafe brünstig sind, sonst bekommt er viel zu viele Lämmer. Trotzdem sind die Schafe ziemlich zahm, manche haben auch Namen, und sie werden neben dem Gras auf den riesigen Weiden oft mit Hafer oder trockenem Brot aus der Hand unseres Freundes und seiner Familie verwöhnt. Die vierjährige Tochter hat dieses Jahr ein verstoßenes Lämmchen mit der Flasche aufgezogen. Alles in allem für uns Stadtpflanzen die reinste Bauernhofidylle.

Anfang der Woche hat das Kind uns davon reden hören, dass sich schon wieder so viel trockenes Brot hier angesammelt hat, wir aber ja noch tonnenweise Semmelbrösel vorrätig haben und gar nicht wissen wohin damit und was also tun mit dem Brot? Ich schlug vor, mal wieder die Schafe zu besuchen IRGENDWANN und das Brot zu verfüttern. Quasi als kleine Investition in ein leckeres niedliches Lamm. Unvorsichtiger Weise sagte ich das im Beisein des Kindes, das fortan täglich schon beim Aufstehen der Meinung war, heute wäre der ideale Tag um die Schafe zu füttern. Unser Einwand, das ginge erst am Wochenende, weil unser Freund ja auch arbeiten müsse und er ginge ja auch in den Kindergarten wurde lediglich mit einem empört-verzweifelten „Schafe guckääääään!!! Wääähähäää! Nicht Kindergarten, Schafe guckäääähähääään!!!“ in Endlosschleife quittiert. Täglich. Hurra.

Heute war es dann endlich soweit. Mit Sack und Pack und Nudelsalat auf zum Schafe gucken, die Familie des Freundes ist zwar grad in Kroatien, also keine Spielpartner da, aber 100 Lämmer sollten ja wohl reichen als Entertainment. Unser Freund fuhr gerade als wir kamen Mist mit dem Traktor durch die Gegend, beim Anblick des Traktors vergaß das Kind sogar kurzzeitig die Schafe, bis unser Freund abstieg und das Kind fragte, ob er denn die Schafe besuchen wolle, da gabs dann kein Halten mehr. Fix das Baby ins Tagebuch geschnürt, das Brot gepackt und dem Kind hinterhergerannt, das schon auf dem Weg mitten in die Schafherde war. Die Schafe waren aufgrund der sommerlichen Temperaturen ziemlich faul und ließen sich etwas Bitten, aber wir haben ja ein ausgesprochen höfliches Kind, deshalb war das mit dem Bitten nicht das Problem. „Hier, Bitteschön!“ wurden die Schafe brotwedelnd angebrüllt angelockt. Nachdem sich die mutigeren Leitschafe dann auch mal ranbequemt hatten und das Kind völlig aus dem Häuschen herumhüpfte und „Hier, Bitteschön!!!“ das Brot gönnerhaft unter den Schafen verteilte, passierte, was immer passierte: Es kamen ca. 25 Schafe gleichzeitig angerannt und wollten auch was vom Kuchen. Ich muss sagen, ich fühl mich dann auch nicht mehr allzu wohl, wenn ich mich in der wolligen Masse nicht mehr bewegen kann, insbesondere die Böcke machen mir etwas Angst, aber für das noch nicht mal einen Meter große Kind ist das sehr furchteinflößend. Aber man wird ja zur Löwenmama in solchen Situationen, pflügt mühelos die gierigen Schafe beiseite und hievt das Kind auf die hintere Hüfte (vorne hängt ja noch das Baby!). Immer darauf bedacht, die Bremsen zu verscheuchen, die mit den Schafen gratis mitgeliefert werden. Ich war sehr froh, als kurz drauf das Brot alle war. Sonst wäre ich wohl durchgebrochen.

Später haben wir dann noch gegrillt (Gemüse, kein Lamm ;) ) und den Nudelsalat gegessen und Herr Rabe hat selbstgebrautes Bier mit unserem Freund getrunken und unser Freund war ein bisschen neidisch, weil unsere Babys so lieb sind und die ganze Zeit schlafen und unsere Kinder deshalb auch gar nicht eifersüchtig sind, weil die Babys ja keine Bedrohung darstellen.

Nach all dieser Idylle musste das Baby dann natürlich die halbe Rückfahrt schreien und das Kind musste nörgeln, weil es wegen des Babygeschreies nicht gut schlafen konnte.

Aber es war ein sehr schöner Tag.

Tag 4

Nach fünf Stunden Schlaf (nicht am Stück) in der letzten Nacht heute ein eher kurzer Eintrag.

Das Baby und ich waren heute „aus“, das war ein wenig aufregend weil das erste mal. Wir haben uns mit einer lieben Kollegin zum Mittagessen getroffen. Das Baby bekam ein weiteres putziges Geschenk und ich Gelegenheit, ein normales Gespräch zu führen. Da ich und die Kollegin in DEM Bistro im Krankenhaus (wo ich normalerweise arbeite) saßen, kamen zufällig noch ca. 10 andere Kollegen nach und nach vorbei um sich was zu essen zu holen. Entsprechend hab ich heute ca. 11 mal erzählt, dass es uns gut geht, dass das Kind total lieb ist und das Baby wenig weint und viel trinkt und gut zunimmt.

Danach war ich von sozialen Kontakten so geflasht dass ich Pflaumenmarmelade kochen musste um runterzukommen. Ja, Marmelade und nicht Mus, weil es hier keine Zwetschgen gibt und die hiesigen Pflaumen sind zwar lecker aber sehr viel zu saftig als dass man ein Mus machen könnte. Und deshalb muss auch jeder, der zu Besuch kommt, ein Glas Aachener Pflümli mitbringen.

Zum Abschluss des Tages war dann das Kind sehr müde und das Baby hat mich zu oft sagen hören, dass es wenig schreie, jedenfalls brüllte es erst mit dem Kind um die Wette und dann als das Kind im Bett war noch eine ganze Weile weiter. Da wir nicht rausfinden konnten, was es hat, beschlossen wir dass es einfach nen langen Tag hatte (aber es hat doch geschlafen die ganze Zeit? Check ich nicht. Egal.) und den erstmal verdauen muss. Da ich wenig Motivation hatte, den halben Abend mit dem Kind auf dem Arm schuckelnd herumzulaufen und mir ins Ohr schreien zu lassen, schnürte ich das Kind in seinen Pucksack und 5 Minuten später schlief es selig. Das tut es noch. Wie schön.

Morgen wird wieder ein langer Tag, zum Frühstück kommt eine Freundin, danach skypen wir mit M. und A., und dann geht es endlich Schafe guckääääään!

Ach ja: und es ist Sommer! Endlich! Morgen werden 28 Grad, ich kann es kaum fassen. Leider lohnt es sich nicht so wirklich, für den einen Tag die Sommerklamotten vom Schrank zu holen. Außerdem könnte ich mich nicht entscheiden was ich anziehen soll. Zuviele Outfits für zu wenig Sommer :/

Tag 3 – Eine Entschuldigung

Wenn man ein kleines Baby hat, wird man ja irgendwie scheiße. Also wir jedenfalls. Das war schon bei dem Kind so, und jetzt beim Baby ist es nicht anders. Einige Beispiele:

  • Wir haben ganz tolle Sachen zur Geburt geschenkt bekommen. Und uns nicht bedankt. Also jedenfalls nicht in der Form, die die Sachen verdient hätten.
  • Wir haben keine einzige „Herzlichen Glückwunsch“-Nachricht beantwortet.
  • Die Urgroßeltern haben schon vor einer Woche neue Fotos angefragt. Ja, äh, wir arbeiten dran…

Aber den Knüller haben wir uns jetzt geleistet. Hier zur Veranschaulichung ein kleiner Whatsapp-Austausch zwischen Herrn Rabe und mir von heute:

10:33 Ich: Hat I. nicht heute Geburtstag???
10:33 Ich: Oder war das schon?
10:38 Herr Rabe: Fuck
10:38 Herr Rabe: Ja war schon
10:39 Herr Rabe: „[…]freuen wir uns riesig, seit 17:14 am 11.08.2014 […]“
10:48 Ich: Fuck.
10:48 Ich: Ich besorg dann mal ein Geschenk.

Grandios. Wir haben den 1. Geburtstag der Tochter unserer besten Freunde vergessen. Den ERSTEN! Geburtstag.

Eigentlich sind rational betrachtet ja alle Geburtstage einmalig, aber es gibt ja so Geburtstage, die sind einmaliger. Dass ich von meiner eigenen Mutter dieses Jahr nichts zu meinem 30. Geburtstag bekommen habe, finde ich immer noch mindestens traurig (angeblich hat sie meinen Amazon-Wunschzettel nicht gefunden). Und der wichtigste Geburtstag von allen ist wohl der erste. Nicht für die Kinder, die spielen in dem Alter eh noch mehr mit dem Papier als mit den Geschenken, die darin eingepackt sind, aber für die Eltern.

Der erste Geburtstag des ersten Kindes. Ein unfassbarer Tag. Vor einem Jahr wurde das eigene Leben so komplett umgekrempelt, wie man es sich trotz aller Bemühungen nicht hatte vorstellen können. In diesem einen Jahr vollzieht sich eine verrückte Metamorphose von „Hilfe, das Baby kackt grün!“ zu „Was’n das hier fürn Ausschlag? Ach, solangs kein Fieber hat…“. Man wächst zusammen mit dem Baby hinein in diese sogenannte Elternrolle, man wird eine Familie mit ihm, ein Rüdelchen. Das Baby lernt und lernt und lernt und mit ihm die Eltern. Man lernt sich selbst neu kennen, den Partner, die Welt. Ein Baby bringt das beste und das schlimmste an einem hervor, und damit muss man erstmal umgehen können. Aber nach diesem einen, ersten Jahr ist diese Verwandlung in der Regel abgeschlossen. Und da steht man dann, als neuer Mensch. Als Eltern-Mensch.

Und deshalb ist es so schlimm, dass wir ausgerechnet diesen Tag vergessen haben. Weil wir wissen, wie das ist, wenn das Baby plötzlich kein Baby mehr ist, und man selber ist auch irgendwie anders, stolz, klar, und erwachsen, vielleicht, gerührt, nachdenklich, aber doch noch so wie vorher, doch, schon.

Also, liebster M. und liebste A.: Wir wünschen euch alles alles gute zum 1. Geburtstag eurer wunderbaren Tochter. Nachträglich. Und es tut uns sehr doll leid, dass es nachträglich ist.

Liebe I.: Hier ist ein Bild von einer Kerze. Geschenkpapier ist unterwegs ;)

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Und wir stoßen auf Dich an, mit Stilltee und Single Malt, und ein Fuß der kleinen Geburtstags-saboteuse hat sich auch noch mit aufs Bild gemogelt:

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Als Abschluss noch ein Link zum besten Geburtstagslied der Welt.

Randale – Geburtstagslied

Wir haben Dich lieb!

Die Raben

Tag 2

Wir haben heute einen Reisepass für das Baby beantragt. Also fast.

Wenn ein Baby von deutschen Eltern in Norwegen geboren wird, muss man nämlich eigentlich zur Botschaft, um einen Kinderreisepass zu beantragen. Da müssen dann beide Eltern hin plus Kind. Die Botschaft ist in Oslo, klar. Wir wohnen in Trondheim. Das sind 600 km, oder 8 Stunden Fahrt. Mit Baby wohl eher 10. Mit Baby und Kleinkind wohl eher ein Jahresurlaub.

Gut, dass es die Honorarkonsuln gibt. Sogar eine in Trondheim. Was ist die weibliche Form von Konsul? Ich fände Konsula gut. Nennen wir sie Konsula. Die Konsuln können die notwendigen Dokumente beglaubigen. Und NUR die! Norwegische Behörden können keine von einer deutschen Behörde ausgestellten Ausweise beglaubigen. Nicht dass man auf so ne absurde Idee kommt.

Wir waren dann also heute bei der Honorarkonsula der Bundesrepublik Deutschland in Trondheim. Mit einem wilden Mix deutscher und norwegischer Dokumente im Original und Kopie, ausgefüllten Anträgen (Augenfarbe bei einem drei Wochen alten Baby…?) und einem zwei Passbildern. Die Passbilder hat Herr Rabe mit viel Geduld und einem seiner neuen, schweineteuren Objektive sehr professionell gemacht, am Computer noch professioneller skaliert und so und dann etwas weniger professionell auf unserem Drucker ausgedruckt. Dann hat heute morgen das Kind seine Milchfinger draufgedrückt und offensichtlich bei dem einen Bild das eine Auge des Babys verwischt, das sah jedenfalls komisch aus aber der Konsula war das egal. Und in den Pass kommt eh das andere. (Dass so ein Baby sein Aussehen quasi ständig ändert ist für so nen Pass auch egal, der ist dann sechs Jahre gültig. Aber ohne kann man nicht ausreisen aka Weihnachten nach Deutschland fahren.)

Vor dem Besuch im Konsulat war ich ein bisschen aufgeregt, Botschaft, Konsul, das klingt immer alles so hochoffiziell und nach Diplomatenstatus und Koks und Nutten Männern in Anzügen.

Die Konsula ist hauptberuflich Gynäkologin und hat ihre Praxis („das Konsulat“) im vierten Stock eines Shoppingcenters.

Eigentlich hatte ich sie fragen wollen, wie man Konsul wird, war dann aber zu enttäuscht von der Abwesenheit jeglicher Gatsby-Atmosphäre.

Morgen schicken wir den Packen beglaubigten Papiers dann nach Oslo, frankierten und an uns adressierten Rückumschlag nicht vergessen, und dann kann Weihnachten kommen.

Tag 1

Was für ein spektakulärer Tag. Nicht. Aber er taugt auch nicht wirklich als exemplarischer Alltag-tag, weil war ja erst der zweite „echte“ Tag in Elternzeit. Also, alleine. Herr Rabe arbeitet wieder, seit die zwei Wochen Sonderurlaub nach der Geburt um sind, aber bis Sonntag war hier noch die Oma. Naja, so wars jedenfalls:

  • Aufgestanden mit Herrn Rabe und dem Kind, versucht einen Kaffee zu machen, kam nur bis zum Aufschäumen der Milch, dann hatte das Baby akute Panik zu verhungern.
  • Herr Rabe hat dann den Kaffee und das Kind und das Frühstück fertig gemacht. Dann Frühstück. Das Kind frühstückt nämlich nicht in seinem neuen Kindergarten. Aber das ist eine andere Geschichte.
  • Mann und Kind herauskomplimentiert, unter Protest des Kindes („Schafe guckäääään! Whääääää!“, aber auch das ist eine andere Geschichte.).
  • Das Baby gewickelt und Windelwäsche angeschmissen.
  • Das Baby noch mal gewickelt.
  • Mit Baby wieder ins Bett. Das Internet war irgendwie langsam heute, deshalb nicht stundenlang das Telefon angestarrt. Auch nicht geschlafen (das hab ich ja gestern schon gemacht). Statt dessen weiter gelesen in Jo Nesbøs „Der Sohn“. Sehr gutes Buch. Wenn man skandinavische Krimis mag. Ich liiiieeebe skandinavische Krimis. Sehr sehr gutes Buch.
  • Tausend Stunden später mit Baby wieder aufgestanden.
  • Das Baby gewickelt. Keine Windeln mehr da. Musste Plastik nehmen.
  • Windelwäsche in den Trockner gepackt. Dabei Bettwäsche gefunden.
  • Haare gewaschen, Gesicht gewaschen, Gesicht eingecremt, Angezogen.
  • Baby ins Tragetuch geschnürt, weil Baby heute sehr anhänglich. Mit Baby im Tragetuch ein bisschen aufgeräumt, Wäsche verteilt, Wäsche zusammengelegt, noch mehr Wäsche verteilt. Sisyphos-Arbeit, diese Wäschewäscherei. Wir haben nur einen sehr kleinen Wäscheständer, wenn wir mehr Platz zum Aufhängen hätten, hinge alle unsere Wäsche trocken auf der Leine und niemand würde sie je abnehmen, außer zum Anziehen. Das wäre irgendwie gar nicht schlimm, fällt mir grad auf.
  • Dann mit Baby immer noch im Tragetuch Bratkartoffeln gemacht. Nur ein wenig panisch gewesen, dass ich die nackten Babyfüßchen mit Fettspritzern treffen könnte. Mit Baby im Tragetuch gegessen. Etwas Ei aufs Baby fallen gelassen, jetzt ist ein Fettfleck im Nacken des Bodys. Hupsi.
  • Oh, schon so spät?
  • Baby „geweckt“ zum Stillen. Baby so: zzzzZZZZzzz, nuckelnuckel, zzzZZZZzzz. Hmm.
  • Baby in den Kinderwagen gepackt. Auf zur Helsestasjon, zum Wiegen und Messen. Wir wollen ja morgen einen Pass beantragen. Vielleicht.
  • Baby ausgezogen. Fand Baby nicht gut. Gewogen. Fand Baby noch viel weniger gut. Gemessen. Baby brüllte wie am Spieß. Überraschender Weise hatte es auch Hunger. Mit Blick auf die Uhr das Baby bis drei Minuten vor Ende der Öffnungszeit der Helsestasjon trinken lassen.
  • Das Scheißerchen gewickelt und im Turbo-Modus angezogen. Dann wurden wir beide quasi vor die Tür gekehrt.
  • Das Kind vom Kindergarten abgeholt. War alles gut, bloß zwei Hosen mit Pipi-Unfällen musste ich mit nach Hause nehmen. (Yeah! Mehr Wäsche!) Scheint noch sehr aufregend zu sein mit dem neuen Kindergarten.
  • Das Baby stellte auf dem Heimweg fest, dass es ja noch gar nicht fertig war mit essen. Notschnuller ausgepackt. Kind war begeistert, Babys müssen Schnuller haben.
  • Zu Hause erst mit Kind aufs Klo, dann mit Baby aufs Sofa und Stillen. Kind hat Maus geguckt. Internet immer noch langsam. Den Router neu gestartet, half mäßig. Maus hat gehakt, Kind hat genörgelt.
  • Das Kind wollte unbedingt „Fisch gucken“, was auch immer das heißt. Wir haben eine Doku über Lachse in Colorado geguckt, aber dann war da ein Bär, der einen Lachs gefressen hat. Das Kind war außer sich, weil „Bär Fisch puttemacht!!! Wääähhhh!“. Das Kind ist ein viel besserer Vegetarier als wir. Computer daraufhin lieber ausgemacht.
  • Herr Rabe ist gerade im richtigen Moment nach Hause gekommen. Wurde begrüßt mit „Was gibts heute zu essen?“. Sorry dafür. Meine Hunger-Toleranz ist sehr schwach ausgeprägt. Etwa so wie bei meinen Kindern.
  • Unsere Finanzen überprüft und die alles umfassende Excel-Tabelle um mein tatsächliches Netto-Gehalt in der Elternzeit ergänzt. Daueraufträge geändert. Erwachsenenkram. Bäh.
  • Gegessen.
  • Gestillt.
  • Das Baby schlafend abgelegt. Dem Drang in Freudenjubel auszubrechen mit Mühe widerstanden.
  • Dem Kind Gute Nacht gesagt und es kurz durchgekitzelt weil es das so wollte.
  • Aufgeräumt und diverse Duplo-Klötze unter dem Sofa weggeangelt.
  • Neue Maschine Wäsche gestartet.
  • Windeln gefaltet. Dabei Schokolade gegessen, damit ich mich nicht über das Windeln falten aufrege. Windeln falten ist sehr langweilig und doof.
  • Den Tag aufgeschrieben.

Dann wären wir auch schon beim Jetzt angekommen. Ich stelle fest, ich verbringe große Teile meines Tages mit Wäsche. Wer hätte das gedacht. Meine Schwiegermutter sicher nicht.

Hallo Welt!

Hallo Welt, das ist doch ein schöner Anfang.

Heute ist Montag. Montage sind zwar generell niemandes Freund, aber montags Sachen anfangen geht gut. Zum Beispiel fällt mir grad nix ein.

Ich fange an diesem einen Montag jedenfalls das hier an. Hier werde ich versuchen jeden Tag etwas schreiben. Aus meinem bewegenden und bewegten Leben *hüstel*.

Ich wollte immer schon Tagebuch führen, habs aber irgendwie nie gemacht, jedenfalls nicht konsequent. In letzter Zeit lese ich aber mehr und mehr blogs und irgendwie gefällt mir der Gedanke andere an meinem Leben teilhaben zu lassen, so wie mich andere an ihrem teilhaben lassen. Außerdem ist das Baby so klein, wie das Kind mal war, aber als das Kind so klein war, war ich viel zu durch um irgendwas aufzuschreiben. Entsprechend hab ich vieles vergessen, was besonders war am Kind. Das soll nicht noch mal passieren.

So weit so gut, ich hab noch viel vor heute, sieht ja alles noch etwas kahl aus hier, deshalb ist jetzt erstmal Schluss.

Also: Hallo Welt!