Tag 1281 – Aktives Weghören.

Schon so spät und heute morgen kam ich schon nicht aus dem Bett, deshalb hier nur ein kurzer Abriss des Treffens der Anteilseigner des Öko-Bauernhofs. Das läuft ja so: man kauft sich sozusagen in den Bauernhof ein und bezahlt einen Beitrag. Davon werden Saatgut, Setzlinge, Schweinefutter, Legehennen und bäuerliche Arbeitskraft bezahlt. (Und mehr, aber das ist ja jetzt egal.) Hühner legen im Prizip das ganze Jahr über Eier, in unserem Fall sind die Hühner aber noch zu jung und werden erst ab Mitte März Eier legen, deshalb geht das Eierjahr da erst los. Dann fährt man alle paar Wochen hin und holt einen Stapel Eier. Das Erntejahr beginnt ca. Ende Mai bis Mitte Juni, das kommt alles sehr drauf an, wann es taut und wann es wie viel regnet. Dann fährt man alle zwei Wochen hin und erntet, was man essen möchte. Oder man bezahlt etwas mehr, dann kriegt man es auch geliefert (übrigens möglicherweise sogar bis nach Oslo, zwinker zwinker Zaunpfahl-wedel Stichwort Ferkelgucken!) aber ich finde die Vorstellung alle zwei Wochen für ne Stunde in einem Acker rumzugraben, um den ich mich die restlichen 13 Tage nicht kümmern muss, ja sehr verlockend. Nun denn, also ich finde die Idee wirklich gut, vor allem die Eiersache, die Hühner da haben es super und weil wir sonst Bio-Eier aus dem Supermarkt kaufen und nicht die billigsten der billigen, kommen wir mit dem Eieranteil sogar deutlich günstiger weg. Soweit so gut.

Aber.

Wie immer:

Die Leute.

Hurz.

Muss sowas immer seltsame Gestalten anziehen, die dann erzählen, von normalem Gemüse bekäme man Immunschwäche und die mit einer Schamanin Kochkurse zu ganzheitlicher Ernährung anbieten, oder welche die Heilkräuter zur Selbstmedikation im Wald sammeln wollen? Muss dann Dreiviertelbullshit* verbreitet werden, wie dass bei konventioneller Landwirtschaft die zu großen, zu kleinen oder zu hässlichen Möhren massenhaft weggeworfen würden? Denken echt Leute, im Babybrei oder im Schweinefutter wären die hübschen Bundmöhren und Onkel H*pp persönlich mache bei jedem das Gummi ab? (Polly Oliver hat da auch schon mal was zu geschrieben, aber ich finde es nicht, war es bei Twitter? Hmm. UPDATE: Es war gar nicht Frollein Polly, sondern hier. Aber das macht ja nichts, Frollein Polly sagt trotzdem dauernd kluge Dinge!)

Da muss ich dann schon recht aktiv weghören. Ich will es mir ja nicht von Tag 1 an mit meinen Mit-Bäuerinnen verscherzen.

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Kostüme sind fertig.

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*Ich wollte Halbwahrheit schreiben, aber das ist ja viel zu nett. Dreiviertelbullshit und nicht kompletter Bullshit auch nur, weil sie damit ja recht haben, dass das komische Gemüse nicht mit Plastikfolie versehen im Supermarktregal liegt. Obwohl, auch wieder nicht, weil im Tiefkühlregal oder im Fertigessenregal kann man das bestimmt auch sehr gut antreffen.

Tag 1280 – Aber Trondheim ist doch so schön!

Das hier muss ich Ihnen gleich erzählen, bevor ich heute Abend wieder zu müde für alles bin (und Karnevalskostüme basteln muss, aber das ist eine andere Geschichte).

Am Bahnhof in Oslo wartete ich auf einen wie immer verspäteten Zug, als mir jemand zunickte, so wie man halt jemandem zunickt, den man kennt, von dem man aber zu weit entfernt steht, um Hallo sagen zu können. Es war der K. aus Trondheim, einer der Bioinformatiker aus der Gruppe, in der ich vier Jahre herumgedoktert habe.

„Ach, hi!“, sagte ich.

„Hallo.“, sagte K.

„Was machst du denn hier?“

„Ich war bei einem Meeting. Und jetzt fliege ich weiter nach Bergen.“

„Oh, da hast du aber echt Pech, dass das hier einer der vollsten Züge des Tages ist, Pendlerstrecke, Rush Hour…“, sagte ich, während der Zug einfuhr.

„Hmmhmm.“, sagte der K. und wir stiegen ein.

Der Zug war wirklich sehr voll und wir standen unangenehm nah, aneinander, an anderen Leuten, alles nicht schön. Pendlerstrecke, Rush Hour.

Die Sekunden verstrichen, dann die Minuten. K. sagte absolut gar nichts.

„Und? Irgendwas neues aus Trondheim?“, fragte ich, als ich das Schweigen nicht mehr aushielt.

„Nö, eigentlich… nicht.“

„Ich hab mitgekriegt, der Ex-Chef ist auf Sabbatical in den USA?“

„Ja? Ach.“

Und dann schwiegen wir uns die restlichen 20! Minuten! Zugfahrt bis zum Flughafen an.

Meine Fresse, was bin ich froh, nicht mehr da zu wohnen, wo sowas eine völlig normale Begegnung zwischen Kollegen darstellt.

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Die Geschichte, wie ich beim Tippen fast meine Zughaltestelle verpasste, nur um dann am Bahnhof festzustellen, dass ich meinen Schlüsselbund mit Autoschlüssel dran zu Hause vergessen habe, wodurch ich natürlich keine Chance hatte, beide Kinder innerhalb 40 Minuten in 2,5 km voneinander entfernten Einrichtungen abzuholen, die erzähle ich dann morgen. Ach nee, Karnevalskostüme, Dorftreff, alles, gar keine Zeit. Kurzfassung: ich hatte keine Chance, Michel ist jetzt bei seinem Freund, der eine sehr hilfsbereite Mutter hat, Pippi und ich sind Bus gefahren, die Mama unseres Babysitters hat fast einen Herzinfarkt bekommen, als sie meinen (verpassten) Anruf auf dem Handy sah, weil sie dachte, sie hätten vergessen, die Kinder abzuholen, aber alles ist gut. Ich weiß jetzt sogar den Code für unseren Schlüsselsafe.

Tag 1278 – 4.29.

Heute gelernt: einen 4.29 kann man immer machen, wenn einem sonst nix einfällt.

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Michel erzählte heute morgen, seine Klassenkameradin, nennen wir sie mal frei erfunden Lise, könne Spagat. In jede Richtung. Erwachsene können nicht so gut Spagat, weil die Beine länger sind und dann ist der Abstand so groß. Er kann auch keinen Spagat. (Ich fügte an dieser Stelle an, dass ich auch mal Spagat konnte, auch als ich schon erwachsen war und er das auch nur üben müsste, dann könne er das auch irgendwann.) Aber die Lise, die kann das, die geht nämlich zum Turnen.

Und beim Turnen, ne Mama, da nimmt man auch ab.

Der Satz hat mich wütend und traurig und alles gleichzeitig gemacht und ich habe Michel dazu erst mal ein paar Takte gesagt, nämlich

  • Dass man Sport nicht macht um abzunehmen, sondern zu allererst mal weil’s Spaß macht und dann vielleicht irgendwann weil man davon fitter wird
  • Dicke Leute können viel Sport machen und sehr fit sein und sich pudelwohl fühlen
  • Schlanke Leute machen umgekehrt auch nicht alle Sport und sind vielleicht ganz und gar nicht fit oder gesund
  • Und überhaupt und ganz wichtig: SECHSJÄHRIGE SOLLTEN SICH ÜBERHAUPT NOCH KEINEN KOPF UMS ABNEHMEN MACHEN
  • Herrschaftszeiten. Das wird ein schöner nächster Elternabend. Da freue ich mich jetzt genauso drauf, wie auf den im Kindergarten, wo ich mal anmerken werde, dass Leuten, die beim Abliefern und Abholen vorm Kindergarten das Auto einfach laufen lassen, offenbar an der Zukunft ihrer Kinder nicht so viel gelegen ist, jedenfalls an keiner auf einem Planeten mit halbwegs in-Ordnung-em Klima.
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  • Heute zum ersten Mal im nicht-mehr-ganz-Dunkeln das Haus verlassen, um 07:03 wurde der Himmel im Osten schon blau. Auch im noch-nicht-ganz-Dunkeln nach Hause gekommen. Wäre nicht der Zug hoffnungslos verspätet gewesen (ich habe von Schreibtisch zu Couch 1 Stunde 50 Minuten gebraucht), wäre es noch heller gewesen und das tut dem Gemüt außerordentlich gut sage ich Ihnen. Das schafft keine Vitamin-D-Tablette, was länger werdende Tage mit mir machen. Noch 5 Wochen ca. und dann ist es endlich wieder länger hell als dunkel (und ja, der Tag der Tag-und-Nacht-Gleiche ist überall gleich, dieses Jahr am 20. März). Hach!
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  • Das mit dem total verspäteten Zug war aber doof, denn ich musste erst sehr lange warten, dann fuhr der Zug auf einem anderen Gleis, was ich aber erst raffte, als er auf dem anderen Gleis einfuhr und dann musste ich sehr schnell sprinten (was ich hasse und normalerweise tue ich mir würdeloses Rennen zum ÖPNV nicht an, aber ich hatte ja schon ewig gewartet) und dann war natürlich in Eidsvoll auch kein Bus zu kriegen und ich musste vom Bahnhof aus nach Hause laufen. Letzteres war noch am wenigsten schlimm, dachte ich erst, aber mein Uterus meinte dann ab der Hälfte des Wegs, er hätte nun genug und krampfte sich um die Spirale und das war dann sehr unangenehm. Zu Hause plumpste ich auch nur noch aufs Sofa und schlief recht bald bei Mickey Mouse ein.

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    Pippi kuschelte sich beim Fernsehen an mich und als ich wieder wach wurde konstatierte, ich sei sehr weich und würde gut riechen. Das ist doch mal ein schönes Kompliment.

    Tag 1277 – In den Pfützen schwimmt Benzin…

    Na, Ohrwurm? Sorry, es geht ja aber einfach nicht an, dass ich damit den Tag über alleine rumlaufe.

    Nachdem ich mit einer Freundin nämlich per WhatsApp über Nagellacke konferierte, hatte ich unbändige Lust, meine Fingernägel im Farbton Benzinpfütze zu lackieren. Und tadaa:

    Das ist Deborah Lippmann „Wicked Game“ auf Essie „Liquorice“. Wicked Game ist ein Lila-Grüner Duochrome, sprich, je nach Licht sehen meine Fingernägel nun Metallic-Lila oder Metallic-Grün aus und ich bin sehr begeistert. Hach, hach.

    Was war sonst noch? Wetter. Nachdem es seit Wochen durchgehend Minusgrade hatte und Wasser wenn überhaupt, in der letzten Woche aber massiv, gefroren vom Himmel kam, hat es gestern viel und heute ein wenig bei knapp über null Grad geregnet. Das heißt, man kann aus dem Schnee endlich mal was machen. Wenn man schon nicht Ski fahren kann… Zum Beispiel ein richtiges Iglu bauen.

    Das hat Herr Rabe mit den Kindern gemacht, ich war in der Zeit in der Küche mit Brot, Hefezopf und danach dann Abendessen (Reis mit Dal und Naan, hatten wir lange nicht und ich frage mich warum. Wahrscheinlich weil ich in der Schwangerschaft mit Pippi kein Curry und alles was in die Richtung ging mochte und wir seither generell wenig Curryartiges machen.) beschäftigt. Ganz in Ruhe. Das war auch mal sehr schön.

    Nicht so ganz schön: mein Handy erkannte irgendwann heute mein Gesicht nicht mehr, ich dachte, es könnte dann eine gute Idee sein, das Betriebssystemupdate, das seit Tagen nervt, zu machen. Blöd dabei: ich weiß meine PIN nicht. Die liegt, da sie nicht hier ist, höchstwahrscheinlich bei der Arbeit. Da liegt sie natürlich gut. Nicht. Meh. Aber immerhin wird mein Gesicht wieder erkannt.

    Tag 1275 – Klärungsbedarf.

    Ich bin ein Fan von direkter Kommunikation. Ehrlich und grade raus und ohne Schnörkel und Meta-Message und hundert Ohren die in Schweigen weißnichtwas reininterpretieren. Ich habe kein Problem damit, wenn jemand auf „hast du kurz Zeit“ mit „grad nicht“ antwortet, bin aber auch schnell genervt, wenn Leute „fünf Minuten“ sagen und 30 meinen. Wie schön wäre die Welt, wenn wir alle nur sagen, was wir meinen und nur verstehen, was gesagt wurde. Halleluja. Ein Paradies.

    Stattdessen sitze ich nun vor Mails und versuche zu raten, was Person A mir mit ihrem Sermon sagen will. „Wir wollen X und Y und am liebsten X schon unter GMP weil wir dann Y vielleicht irgendwann in klinischen Studien und dafür muss ja GMP aber erst mal X, was müssen wir dafür machen?“ und meine Ohren schlackern und mein Hirn versucht Sinn da reinzudichten und am Ende sitzen wir mit mehreren zusammen und versuchen Sinn im Unsinn zu erkennen und enden mit „die müssen erst mal wissen was sie wollen und dann müssen sie das auch so formulieren, dass wir verstehen, was sie wollen“.

    Ich mag auch nicht, wenn ich nicht weiß, woran ich bin. Heute hätte ich fast beim Mittagessen ein paar (für die anderen) unangenehme Dinge gesagt, weil ich die vom Tisch haben will. Weil es aber 50% der Gruppe nix angeht, was meiner Meinung nach auf dem Tisch liegt, biss ich mir auf die Zunge. Mal sehen, wie lange noch. Interessanter Weise erfuhr ich später zufällig etwas mehr über die Dinge, die auf dem Tisch liegen und es passt sehr ins Bild und bestärkt mich darin, es anzusprechen, aber leider haben die Beteiligten einfach nie Zeit und das nervt gewaltig. Und wäre gar nicht nötig, wenn man einfach ehrlich miteinander wäre.

    (Nicht, dass Sie sich sorgen. Ich bleibe da, wo ich jetzt bin. Gekommen um zu bleiben.)

    Vielleicht kriege ich deshalb im Moment von Twitter so schlechte Laune. Nonmentions, Allianzen, Filterbubbles und das ganze sich gegenseitig an den Karren gepisse hier, ultimative Konfliktvermeidung da… immer wenn ich es aufmache, hauen sich grad welche verbal die Köppe ein, manchmal sogar Leute, die ich mag, auf beiden Seiten. Gleichzeitig doziert wer darüber, was ich nicht sagen darf, weil sich irgendeine marginalisierte Gruppe, an die ich noch nicht mal im entferntesten gedacht habe, dadurch abgewertet fühlen könnte. Dabei ist genau das nicht dran denken das Problem, es geht einfach gar nicht, dass man als durchgehend privilegierte (also westeuropäische weiße, gebildete, gut verdienende, schlanke, heterosexuelle Cis-Frau) nicht permanent jede noch so kleine Minderheit mitdenkt. Ich ziehe schon meinen Bußgürtel enger, weil ich bestimmt Privilegien vergessen habe. Ich mag nicht mehr. Ich habe keine Lust mehr, drauf zu achten, dass ich bestimmte Tweets nicht like, weil irgendwem anders das missfallen könnte, dass ich das geliked habe und schwupps brennt die Filterbubble weil „hast du nicht mitgekriegt, wie DIE damals DEM…“.

    Vielleicht mache ich da mal wieder ne Pause. Sparked kein joy. Regt nur auf, zieht runter und die Leute auf/über die ich mich echt freue, kann ich an einer Hand abzählen (und im Zweifel anderswo verfolgen).

    Tag 1273 – Ein paar Gedanken.

    Heute fertig inspiziert. Es kamen nicht allzu viele Eichhörnchen vor, aber ich habe ein paar Insider-Tipps von meinem Kollegen bekommen und weiß nun, dass meine Kollegin nicht gern gewisse Teilaspekte von Inspektionen macht, weil sie das Gefühl hat, darin nicht gut zu sein. Beides mildert das Gefühl, dass ich wenige der Beobachtungen mit Sicherheit auch allein gefunden hätte. Einige ja, im Labor fühle ich mich zu Hause (und immer wenn ich in einem stehe denke ich, wie schön das ist, da nicht mehr tagaus, tagein irgendwelche Proben in irgendwelche Geräte zu stellen, dann zu hoffen, dass alles klappt und am Ende irgendwelche Daten irgendwie auszuwerten), da weiß ich wo die dreckigen Socken liegen könnten. Aber im reinen Dokumententeil der Inspektion… ich bin da noch unsicher. Was ok ist, denke ich, ich lerne ja noch. Ich muss ja noch nicht alles können und alles wissen, genau deshalb bin ich ja Observatør und genau deshalb frage ich auch, entweder direkt oder (wenn es um „ist das nun echt Murks oder nur so ein Gefühl?“ geht) halt hinterher. Natürlich will ich aber auch nicht rüberkommen, als wär ich total blöd und das ist nun mein täglicher Drahtseilakt bei Inspektionen: genug nachfragen, um Wissensdurst zu stillen, aber auch nicht die ganze Unsicherheit, die ja, sein wir mal ehrlich, auch einfach noch zu 90% aus Altlasten besteht und gar nichts mit dem neuen Job zu tun hat, raushängen zu lassen. Uff.

    Hier stand bis eben ein Sermon über Außenwirkung und was man wem gegenüber so preisgibt und warum nicht. Aber das regt mich grad zu sehr auf darüber zu schreiben, also mache ich es ganz kurz: zu beurteilen, ob jemand glücklich ist, steht nur dieser Person zu. Jemandem, der irgendwie wirkt, sagen wir mal, glücklich, zu unterstellen, er*sie verberge was, sagen wir mal, tiefes Unglück, ist vermessen und falls Sie mal sowas zu mir sagen sollten, werde ich vermutlich ziemlich bissig*. Jemandem dann auch noch ungefragt wegen der vermessenen Einschätzung tiefen Unglücks aufgrund äußerlichen Glücks** zu umarmen oder ähnliches ist grenzüberschreitend und einfach völlig daneben. Machen Sie sowas nicht, oder wenn, rechnen Sie mit körperlicher Gegenwehr.

    So. Soviel zu „glücklich wirkende Menschen einfach mal umarmen, die haben’s nötig“.

    (Könnt mich aufregen.)

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    Noch ein Gedanke: in England werden wohl bestimmte Eichhörnchen (nicht die von den Strommästen) zum Verzehr angeboten und alle schreien, weil Eichhörnchen, die sind ja niedlich. Nicht so wie Lämmer zum Beispiel, die sind nicht niedlich, die kann man essen. Mäh, mäh. Oder Schweine, die zum Teil unter fiesen Bedingungen gehalten werden, das ist viel besser als so ein freilaufendes Eichhörnchen. Oder Kühe, die sind ja so überzüchtet, die kann man auch essen, die kämen ja in freier Wildbahn gar nicht klar, haha, aber wer eingeschleppte Eichhörnchen isst, die dabei sind, heimische Arten zu verdrängen, mit dem stimmt was nicht. Und es ist auch ein riesiger Unterschied zwischen einem im Wald geschossenen Reh und einem im Park geschossenen (?) Eichhörnchen, dochdoch, na sicher. Weil Eichhörnchen sind niedlich.

    (Könnt mich auch aufregen.)

    ___

    *in meinem Fall hat das besondere Gründe, die hier nichts zur Sache tun und die Sache nicht ändern

    **muss man sich echt auf der Zunge zergehen lassen.

    Tag 1270 – Akute Unlust.

    Pippi hat heute festgestellt, dass Schnee kalt ist. Und tiefer Schnee tief* und dass man da schlecht drin laufen kann. Dementsprechend hatte sie plötzlich gar keine Lust mehr auf Schlitten fahren, als wir an der Rodelbahn angekommen waren.

    Ich nahm sie auf den Schoß und wir schauten Michel und Herrn Rabe beim Schlitten fahren zu. Herr Rabe und ich hätten uns da natürlich abwechseln können, aber ich bin bei der ersten Tour mit Michel sehr unelegant vom Schlitten gesegelt und hatte danach frischen Puderschnee in jeder Falte meiner Kleidung, im Kragen, in der Hose und, ach, also Schlitten fahren finde ich nur so mittel gut.

    Pippi war zwar auf meinem Schoß wenigstens ruhig und weinte nicht mehr, aber nach jeder Tour, die Herr Rabe und Michel auf dem Schlitten machten meinte sie „So! Jetzt können wir fahren.“ Michel ließ sich dann aber tatsächlich auch nach recht kurzer Zeit zum Aufbruch nach Hause überreden, es wehte ein kalter Wind und wir alle hatten Hunger. So war das dann ein eher kurzer Ausflug.

    Fehler
    Dieses Video existiert nicht

    Was auch nicht so gut lief wie geplant war meine Fingernägel zu lackieren. Irgendwie hatte ich es nach anderthalb Händen so gründlich vermurkst, dass ich dann alles abgemacht habe und dann war es so spät, dass die Zeit nur für Pflegelack reichte. Naja, Hauptsache nicht nackige Nägel: ein Nagellack hat abgefärbt und jetzt sehen meine Fingernägel leider aus, als würde ich rauchen, aber mit allen 10 Fingern gleichzeitig.

    An sich aber ein sehr schöner und geruhsamer Wochenendtag.

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    * der Schnee war so hoch, dass ich kurz befürchtete, ich würde Michel, der direkt nach Ankunft an der Piste mal musste, dafür hochheben müssen. Seine Körpergröße reichte dann aber grade so, um auf den Schnee zu pullern statt nur dagegen.

    Tag 1269 – Supermus.

    Michel hat uns heute sein Malheft aus dem Hort gezeigt. Es ist sehr niedlich alles. Ich glaube, hier hat er unser Haus gemalt:

    Es ist nämlich so: unser Garten ist halb rund und neben dem Haus (Check), vorm Haus steht direkt eine Straßenlaterne (Check) und unsere Fenster haben Kreuze drin (Check).

    Dann gibt es wohl neues von Supermus:

    Man erkennt es am Cape. Vielleicht ist es auch ein Meerschweinchen oder ein Igel, auf jeden Fall mit Cape also ein Superheld.

    Noch ein paar Bilder von unserem Essen heute, einfach weil es so lecker war und ich, die ich nur alle Jubeljahre Fleisch zubereite und für jeden Pups erst im Internet nach Rezepten suchen muss, das doch ganz gut hingekriegt hab. (Vegetarier*Innen können nach den Maiskolben aufhören zu lesen.)

    Das kann ich noch ohne Rezept. Sous-vide Maiskolben (klingt viel besser als „waren in so ner Vakuumverpackung und da drauf stand ‚vor dem Servieren 3-5 Minuten in kochendes Wasser legen, dann aufschneiden‘, also hab ich das so gemacht“) und Butterkartoffeln.

    Sabber, Sabber

    Medium-Rare. Für’s nächste mal (in fünf Jahren dann) hier die Mischung aus verschiedenen Tipps aus dem Internet

    • Backofen vorheizen, 150 Grad, dazu auch schon einen Teller reinstellen
    • Fleisch wirklich heiß anbraten, 1 Minute pro Seite. Fettspritzerschutz nicht vergessen
    • Mit Zange umdrehen
    • Soeben angebratene Seite mit Salz und Pfeffer würzen
    • Wenn beide Seiten angebraten und gewürzt sind: in den Ofen auf den Teller. 5 Minuten ca.
    • Draufdrücken: sollte etwa so fest sein wie die Nasenspitze
    • Fertig. Achtung: heißer Teller sieht aus wie kälter Teller.

    Omnomnom. Das war wirklich sehr lecker. Und so simpel.

    Tag 1268 – Hupsi.

    So spät schon. Und noch nix gebloggt. Das ist jetzt natürlich blöd, weil ich schon vorm Fernseher eingeschlafen bin und mich mit Müh und Not ins Bett geschleppt hab, jetzt mag ich auch nicht mehr schreiben. Ich möchte einfach schlafen.

    Ach ja: Wenn Sie morgen nichts mehr von mir hören, hat es wohl so viel geschneit, dass das Internet eingefroren ist. Oder so.