Tag 1267 – Nix zu erzählen.

Pippi war heute als einziges Kind aus ihrer Gruppe (dem Fuchsbau) mit den „großen“ Kindern aus der Bärenhöhle Ski fahren. Wir sind ganz stolze eingenorwegerte Eltern. Und Pippi war danach so müde und kaputtgespielt, dass sie grad so lange genug fürs Abendessen die Augen aufhalten konnte. Pippi isst übrigens weiterhin alles, solange sie nicht gehört hat, wie Michel mit Herrn Rabe um 25 Erbsen feilscht. Oder wenn Knoblauchsoße drauf ist, dann isst sie es eh. Hachz.

Sonst war kaum was. Alltag halt. Ich ackere mich weiter durch meinen Einarbeitungsplan. Heute war das spannendste da, dass ich das erste mal eine Inspektion ankündigen durfte. Die Ankündigung ist auch schon ein richtig offizielles Dokument und für etwa fünf Minuten war ich für dieses Dokument in dem komplizierten Dokumentenmanagementsystem verantwortlich, dann habe ich es meinem Kollegen übertragen, der offiziell dafür zuständig ist. Ich bin ja nur Observatør, irgendwann dann Revisor und wenn ich dann fertig eingearbeitet bin und einen Kurs in ISO 19011 gemacht habe auch Revisjonsleder. Inspektør bin ich qua Anstellung, aber meine Funktion bei Inspektionen ist halt noch begrenzt – auf Beobachten. Zum Glück, ich hätte nämlich bei der Ankündigung heute die Vorschrift zu Narkotika bei den Rechtsgrundlagen vergessen. Mein Kollege ist übrigens ziemlich cool, glaube ich. Ich mag Leute, aus denen ich nicht sofort schlau werde, mit denen ich aber humormäßig auf einer Wellenlänge liege.

Abends den Wochen-Essensplan gemacht und den Einkauf geordert. Weil der Einkaufsservice auch von der Fleischerei, bei der wir auf Empfehlung unseren Weihnachtsbraten bestellt haben, beliefert wird, und Rinderfilet dort im Angebot war (immernoch sauteuer, aber 20% billiger als sonst eben), gibt es am Samstag Steak. Ich hab das letzte Mal Steak gegessen, äh, vor… ich kann mich nicht mehr dran erinnern. In Norwegen glaube ich noch nie. (Doch! Einmal, Pippi war erst ein paar Tage alt! Meine Mutter lud uns ein und ich hatte nach der Geburt ständig Hunger auf Fleisch, genau. Also vor dreieinhalb Jahren ca.) Ich freue mich tatsächlich sehr darauf und vor allem aber darüber, dass wir uns solche Späße nun wieder ab und an erlauben können.

Weiterhin heute sehr gute Musik gehört. Wenn Sie (und echt: nur dann, nicht dass Sie sich hinterher beschweren, was ich für schrecklichen Lärm empfehle) lauten Rock mögen, irgendwas zwischen, hmm, Foo Fighters und den Anfängen von Muse, dann hören Sie sich doch mal Death from Above 1979 an. Wie Farin Urlaub sagt: „Mit Schlagzeug und Bass macht das Musikhören Spass.“*

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*bei Die Ärzte geht es mit „doch wenn die Gitarre kommt ist alles zu spät, weil man dann den Text nicht mehr versteht“ weiter. Bei Death from Above 1979 kommt halt keine Gitarre, braucht ja auch eigentlich keiner.

Tag 1266 – Tschö, Führerschein!

Pippi war heute recht fit. Ja, mit Rotznase, ja, ich musste sie die meiste Zeit tragen, weil sie keine Lust hatte zu laufen, aber so fit, dass ich das triumphale im „Ich bin nicht im Kindergarten, ich bin nämlich KRANK!“ gegenüber der ebenfalls kranken Nachbarstochter deutlich rausgehört hab. Dass sie halbwegs fit war, war gut, weil wir so nach Oslo fahren konnten um endlich meinen norwegischen Führerschein zu beantragen. Den Termin hatte ich gestern noch von 08:15 auf 11:45 gelegt, damit ich nicht um halb sieben mit Pippi los musste und so fuhren wir recht gemütlich in die Hauptstadt. Meine Unterlagen hatte ich ja alle beisammen und ich dachte deshalb auch, dass direkt ein Foto von mir für den norwegischen Führerschein gemacht würde, aber nein. Der Antrag, den ich abgegeben habe, ist gar kein Antrag auf einen Führerschein, sondern nur der Antrag auf einen Tausch des Führerscheins. Nachdem nun meine Daten ins System eingedutzelt sind, mein Führerschein eingezogen wurde und ich einen drei Monate gültigen Ersatzzettel als Fahrerlaubnis bekam, wird nun Norwegen in Deutschland anrufen und checken, dass ich nicht sechstausend Punkte in Flensburg habe, welche Gefährte ich überhaupt fahren darf und so weiter. Das dauert etwa vier Wochen. Und *dann* kann ich, auch wieder in Oslo, die Ausstellung eines norwegischen Führerscheins beantragen. *dann* wird auch ein Foto gemacht. Und die Gebühr bezahlt. Und überhaupt. Und *dann* warte ich vermutlich noch mal eine Weile, bis mir die norwegische Entsprechung der Bundesdruckerei die Førerkort fertig gemacht hat. Die ich dann auch wieder in Oslo abholen muss, weil unsere Dorf-Trafikkstasjon „nur Fahrzeugangelegenheiten“ erledigt.

Das ist alles unerwartet kompliziert und ich bin einfach froh, dass ich nun in Oslo arbeite. Wenn auch, natürlich, nicht so ganz in der Nähe dieser Trafikkstasjon.

Pippi und ich fuhren dann einfach wieder zurück. Auf dem Weg noch ein Croissant und ein Baguette. Wie ich dann so am Bahnhof stand, sah ich eine Autowerkstatt. Da ließ ich spontan einmal nach dem seltsamen und Unheil verheißenden Geräusch schauen, mit dem wir schon seit *hust* Weihnachten *hust* rumfahren. Das Auto hat einen Lagerschaden vorne links. Nichts, von dem einem morgen der Reifen bei voller Fahrt abfällt (das sind meine schlimmen Vorstellungen, die ich bei komischen Geräuschen am Auto immer gleich hab), aber schon was, was bald behoben werden sollte, damit’s nicht noch schlimmer wird und dann am Ende nämlich doch der Reifen abfällt. Montag früh werd ich also das Auto da abliefern, auf dass das neue Lager eingebaut werde. Herr Rabe macht Homeoffice und holt das Auto dann ab, wenn der Elektriker, der passenderweise auch Montag kommt, uns ein paar mehr Steckdosen in Küche und (hoffentlich, pleaaaase!) Bad gebaut hat. Tschö Geld auch. Grüß mir den Führerschein.

Tag 1265 – Backtschickebumm.

Leider ein Tag für die Tonne. Das Gras, was ich wachsen höre, lässt sich nicht mehr ignorieren und erfordert meinerseits Klärung, das finde ich nicht schön, aber es gibt ja noch einen Funken Hoffnung, dass das alles nur ein großes Missverständnis ist. Selbst wenn, möchte ich das Aufkommen solcher Missverständnisse in Zukunft vermieden wissen, schon allein deshalb muss ich das wohl klären. Mimimi. Sorry für die Kryptik, geht bestimmt bald wieder.

Morgen wird das mit dem Gespräch aber nix, nicht mal mehr diese Woche, fällt mir dabei ein, denn ein Teil des Grases ist nicht da und ich bin morgen auch nicht da, denn ich werde Pippi betuddeln, die heute im Kindergarten nach viel Genörgel einfach einschlief. So geht das natürlich nicht, sie ist noch nicht fit genug, ich hoffe, dass ein Tag ohne Kindergarten das richtet.

Die Anrufe vom Kindergarten hörte ich wieder nicht, denn ich war, und darüber wollte ich eigentlich schreiben, beim Zumba. Wir haben ja dieses Angebot, eine Stunde pro Woche während der Arbeitszeit Sport zu machen, solange wir das dann auch mit Kolleg*Innen machen. Da gibt es recht viel, ganz neu: Zumba. Zumba ist so: man legt _sehr grob_ lateinamerikanische Partykracher auf und dann macht man dazu Fitness mit viel Hüfte und verschnörkelten Armen.

Pro:

  • Musik
    Tanz
    Puls hoch, Schweißdrüsen auf
    Aber auch Kraftaspekte
    Sehe Potential, dadurch Rumpf und Arme zu trainieren

Contra:

  • Die Musik muss man schon mögen und naja, geht so
  • Für wen der fast 30 Jahre lang getanzt hat, auch lateinamerikanisch, auch Samba, auch Salsa, halt sehr sehr wenig anspruchsvoll
  • Könnte anstrengender sein, auf allen Ebenen

Mein Fazit ist: kann man schon machen, definitiv mehr Anstrengung als welches Yoga auch immer, ich sehe es halt eher als Fitness denn als künstlerisch wertvollen Ausdruckstanz. Hat mit „Tanz“ halt soviel zu tun wie olympisches Gewichtheben mit einer Bodybuildershow. Ich werde nicht unendlich doll weinen, weil ich nicht regelmäßig werde teilnehmen können, aber in den Wochen wo ich nicht kann, muss ich mir was anderes einfallen lassen, weil so ein Gruppengeschwitze ja eigentlich auch sehr nett ist, finde ich jedenfalls. Auch wenn es in diesem speziellen Fall ein wenig lustig ist – hatte ich erwähnt, dass ein Großteil meiner Kolleg*Innen deutlich älter ist als ich? Und mit deutlich meine ich, ein signifikanter Teil da könnten altersmäßig meine Eltern sein.

Spaß hat’s schon gemacht und auch ein paar meiner Aggressionen erfolgreich abgebaut. Wie gesagt: kann man schon mal machen.

Pippi war dann übrigens schon von Herrn Rabe abgeholt worden und guckte sich die Augen viereckig. Eigentlich geht es ihr nicht mehr so besonders schlecht. Trotzdem ist der Tag ohne Kindergarten und Rotzvermischung wohl eine gute Idee. Meetings verschieben kann ich ja auch mal von mir aus, nicht wahr?

(Ach Mann. Ich lese das und es klingt so negativ. Vermutlich PMS in Kombination mit zu vielen Gummibärchen, die mir nun, haha, sauer aufstoßen. Und halt der Kacktag. Zumba ist schon gut, lassen Sie sich da von der Miesepetra aus dem Internet nix einreden.)

Tag 1263 – Ausgeschlafen.

Herr Rabe hat mich heute früh ausschlafen lassen, das war sehr gut, ich erwachte nämlich mit ordentlichen Kopfschmerzen. Irgendein Wein gestern Abend war wohl zu viel gewesen. Also mir ging es schon schlechter nach übermäßigem Alkoholkonsum, auch deutlich, aber ich war dann doch froh heute früh Kaffee und Rührei serviert zu bekommen und sie nicht noch selbst machen zu müssen. Der Tag verlief dann auch sehr faul und langsam, aber ich hatte eh nicht wirklich was vor. Orchideen wässern, Ohrring kleben, Blusen bügeln*, Wäsche waschen, Schminkpinsel waschen, Fingernägel lackieren. Alles gemacht. Herr Rabe und ich haben die kommende Woche besprochen, jetzt mache ich noch eine Brotdose für Michel fertig und dann gehe ich ins Bett, in der Hoffnung, dann auch zeitig schlafen zu können.

Morgen früh entscheiden wir spontan, ob Pippi in den Kindergarten geht oder nicht. Heute war sie fitter als gestern, hatte auch kein Fieber, ging aber noch merklich in den Seilen. Unsere Strategie, alle paar Stunden Nasenspray zu geben, zahlte sich aus, sie klagte jedenfalls nicht noch mal über Ohrenschmerzen und auch ihre Augen und… eigentlich ihr ganzes Gesicht war nicht mehr so verquollen. Dafür läuft halt der Rotz und das dauernde Naseputzen ist natürlich auch nicht so toll für die Haut und deshalb hab ich ihr heute mit Bepanthen-Nachmacherprodukt einen Drachen auf die Wange gemalt, der Feuer bis unter die Nase spuckte, das war nämlich die einzige Art, wie sie sich an den wunden Stellen eincremen ließ. Falls Sie gut schläft wird sie morgen mitsamt Taschentüchern und Salbe in den Kindergarten gebracht. Falls nicht, bleibe ich mit ihr zu Hause, Herr Rabe hat ja letzte Woche schon drei Kindkranktage verbraten. Vielleicht fahren wir dann nach Jessheim, dann kann ich da meinen neuen Führerschein beantragen und könnte mir den Termin am Mittwoch Morgen sparen. Mal sehen. Ich hoffe, sie ist einfach fit genug, das zieht sich ja nun auch schon seit einer Woche mit dieser Erkältung.

Ach ja: jemand kommentierte, ob Pippi denn nun das PFAPA los sei? Ja. Seit Oktober hatte sie jedenfalls kein Fieber mehr ohne sonst krank zu sein. Puhhhhhh! Sie erzählt aber noch von der Operation, bzw. dem 2. Ausflug ins Krankenhaus wegen der Nachblutungen. Zum Beispiel erzählt sie gerne allen möglichen Leuten, dass sie „Masse Blut im Mund!“ hatte, und jetzt wo sie krank ist, sagt sie, sie muss ins Krankenhaus. Heute hat sie Ärztin gespielt, mir allerlei Gerät in den Mund gesteckt und mich dann aufgeschnitten. „So, jetzt bist du wach! Jetzt ist’s besser!“ war das Entlassungsgespräch, da war ich ja froh.

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*Jemand hier oder bei Twitter gab mir den Tipp, zum Ärmel bügeln ein aufgerolltes Handtuch in den Ärmel zu stecken. Das klappt super, endlich keine Bügelfalten mehr im Ärmel, vielen Dank für den Tipp!

Tag 1262 – Badetag.

Pippi ist wieder kränker statt gesünder geworden. Heute morgen klagte sie über Ohrenschmerzen, zudem tränen ihre Augen, es scheint also alles an Nebenhöhlen vollgekleistert zu sein, was geht. Nach Nasenspray (mit Wirkstoff) und Ibuprofen gegen die Schmerzen hörte sie wenigstens mit dem Dauergeheul auf. Bis nachmittags. Dann schlief sie im Bad auf dem Teppich ein (klassischer Fall von „Ich bin gar nicht müde“) und als sie aufwachte, war sie unglaublich schlecht gelaunt und ich zu Ihrer Bespaßung, Bedienung und Bekuschelung auserkoren. Leider war ich grade dabei, die Schnecken sauber zu machen. Kampf den Erdmücken und so. Raubmilben sind bestellt, bis die kommen wechsle ich jetzt jede Woche die Erde. Hilft natürlich nicht gegen den Befall in den Topfpflanzen, aber tjanun. Jedenfalls also die Schnecken. Hier die größte, die mir dann als Pippi wach wurde und Terror schob, fast abhaute:

Wie ich immer denke, größer würden die jetzt aber echt nicht mehr und dann geht doch noch was. Schon cool!

Jetzt schläft Pippi mit chemisch frei geblasener Nase und fühlt sich verdächtig warm an. In 35 Minuten kommen die Nachbarinnen und ich trage noch Wollunterwäsche und mein Gesicht ist nackt, das möchte ich so nicht lassen, deshalb mache ich hier nun Schluss.

Tag 1258 – Früher bloggen.

Ich sollte wirklich früher bloggen. Sonst ist abends die Laube schlecht, weil irgendwas doofes passiert:

  • Noch nicht gebügelt aber schon hundemüde
  • Ein Kind hat zu Michel beim Skitraining gesagt „Aber Nagellack ist für Mädchen“*
  • Ich musste bei der Arbeit eine Gruppenarbeit machen, das Ergebnis vortragen und dann auch noch an meine Chefin schicken, das war an sich schon sinnfrei, heute hatte ich aber auch einfach gar keine Zeit für solche Späße
  • Pippi schläft schlecht und heult schon wieder dauernd im Schlaf auf und brüllt dann rum und ich muss wirklich dringend schlafen
  • Mein Arbeitscomputer ist in eine Totalverweigerung eingetreten. Erstens hängt er sich ja ständig auf, jetzt neu auch im Homeoffice. Dann hatte ich irgendwie geschafft, das Touchpad abzuschalten und musste erstmal 20 Minuten nach einer Lösung googeln, die dann so lächerlich einfach war, dass ich mich schon wieder frage, wie doof ich eigentlich bin. Aber auch mit Touchpad macht er nicht, was er soll, nämlich *auch* eine Schreibmaschine zum offline arbeiten sein. Ich kann keine Daten vom Server auf den Rechner laden, ich will jetzt aber nicht noch anfangen, alles neu aus dem Internet runterzuladen oder mir tonnenweise Daten selbst per Mail schicken oder so Faxen, nicht wenn ich in 11 Minuten ins Bett gehen will. Also rufe ich morgen um acht vom Zug aus den Support an und wenn ich dann immer noch so schlechte Laune hab, wird das für die nicht schön.

So miesepetriges Zeug will ja niemand hören. Ich gehe jetzt auch ins Bett, dann ziehe ich halt was an, was eh gebügelt ist. Oder bügle morgen früh (haha. Als ob.)

Aufgeregt. Morgen Inspektion. Seitenweise Checklisten in der Tasche. Ausgedruckt, als hätte ich’s geahnt, dass der Computer sich wehren würde.

Tag 1257 – Seuche.

Pippi schlief sehr schlecht und hustete viel. Um halb drei hustete sie dann so schleimig, dass sie brechen musste. Jetzt sind unsere Badezimmerteppiche mal wieder gewaschen. Pippi war dann auch nicht im Kindergarten, sondern mit Herrn Rabe zu Hause. Das fand Pippi ziemlich doof und wir alle hoffen, dass sie morgen wieder in den Kindergarten gehen kann. Ich habe ein ganz schlechtes Gewissen, weil ich wegen Inspektion Mittwoch bis Freitag und davor Inspektionsvorbereitung wirklich einfach nicht zu Hause bleiben kann und mal wieder vieles an Herrn Rabe hängen bleibt.

Dafür schleppte ich mich heute nach zu wenig und zu unterbrochenem (muhaha) Schlaf zur Arbeit. Dort trank ich viel mehr Kaffee als sonst und musste trotzdem immer mal wieder aufstehen und herumlaufen, um meinen Kreislauf in Gang zu halten. Habe meinen direkten KollegInnen gestanden, dass ich absolut kein Morgenmensch bin, mich nur dank eisernem Willen aus dem Bett rolle und abends nicht ins Bett komme. Das schien niemand schlimm zu finden. Gute KollegInnen.

Von meiner Arbeit kann ich ja nix erzählen und heute ist das echt schlimm, weil ich Ihnen so gern die Geschichte erzählen würde, die die Worte „Milchpackung“, „Kristallkugel“ und „Homöopathin“ verbindet. Das müssen Sie sich jetzt denken, wie das zusammen geht, aber verrenken Sie sich nicht das Hirn, ans Original kommt’s eh nicht ran.

Die übernächste Inspektion soll ich dem betreffenden Unternehmen ankündigen und UIUIUIUI! (Vor allem Uiuiui, weil ich dann zum ersten Mal so richtig ernsthaft mit dem seltsamen Dokumentenverwaltungssystem arbeiten muss. Uiuiui.)

Noch ein Seuchending: die Erdmücken. Oder Trauermücken, oder Erdfliegen, oder einfach die dreckigen Scheißviecher, die sich in Terrarium und Küchenkräutererde vermehren wie die Pest. Sie nerven mich zu Tode und die Schnecken wohl auch, jedenfalls haben letztere sich alle eingegraben und lassen sich auch mit Futter nicht locken, nicht mal mit Zucchini. Arme Schnecken. Die Mücken sind überall und nerven unsäglich, dauernd (wirklich) haue ich sie tot, aber es sind so viele, das ist völlig sinnfrei. Im Terrarium kann ich kein Gießmittel anwenden, Nematodenlarven auch nicht, Gelbstecker bringen rein gar nichts und ich kriege echt zu viel. Meine letzte Hoffnung sind Raubmilben, mal sehen ob ich die hier bekomme*, falls nicht, muss mir die wohl wer** mitbringen. Zwinker, zwinker. Ich hoffe ich kriege die hier, weil man sicher für den Import von insektenfressendem Getier in Teufels Küche kommt, wenn man erwischt wird. Morgen mal recherchieren, dank Gleisbauarbeiten habe ich ja morgens (und nachmittags) jetzt extra viel Zeit im Zug.

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*man kriegt hier auch kein Insektengift, jedenfalls hab ich noch keins gefunden

**zwinker, zwinker

Tag 1255 – So geht‘s doch auch.

Total tiefenentspannten Samstag verbracht. Allein mit den Kindern. Herr Rabe arbeitet (und testet mal den Transport nach Oslo, wenn auf der Strecke Schienenarbeiten sind. Die werden noch bis Dienstag sein, ich muss also mindestens 20 Minuten extra für die Wege einplanen. Herr Rabe arbeitet dann von zu Hause aus, weil auch noch Elterngespräch am Montag in der Schule ist, natürlich zu Zeiten, in denen die Lehrerin arbeitet, so wie andere Berufstätige halt auch. Ein Hoch aufs Homeoffice.). Der Unterschied zum letzten Wochenende lag wohl in einer anderen Hormonlage und darin, dass wir nichts vorhatten. Wirklich gar nichts.

Erstmal muss ich die Kinder echt mal loben: die können sich inzwischen morgens halbwegs selbst beschäftigen und reißen sich nur gelegentlich gegenseitig die Köpfe ab. Das hieß für mich heute früh, dass ich noch etwas weiter dösen konnte und nicht um sieben schon aufstehen musste. Das tut viel für meine Wochenendlaune. Es duschten dann auch nach dem Frühstück beide freiwillig und am Ende saßen sie sogar ganz einträchtig in Pippis Badewanne (gedacht für EIN Kind bis maximal 4 Jahre!) und ich konnte in Ruhe mein Körperpflegeprogramm durchziehen und dabei Podcast hören. Während ich dann duschte cremten sie sich ein und ich musste danach nicht das gesamte Bad renovieren und auch nur noch die Gesichter eincremen, das war auch alles schon mal sehr viel schlimmer und ist nicht lange her. Hach, hach.

Michel hatte sich gewünscht, sich etwas dazu zu verdienen, um sich irgendein Dings aus dem Spielwarenladen zu kaufen und nach etwas Überlegerei ließ ich ihn in der Küche staubsaugen und eine Maschine Wäsche aufhängen. Das Geld investierte er bei einem Ausflug in den Ort in ein… Dings, das ich nicht weiter kommentierte, es ist ja sein Geld. Selbst im Supermarkt, wo wir Zeug kauften, dass wir zu bestellen vergessen hatten, benahmen sich die Kinder. So gut, dass ich mich am Ende (nachdem ich tausend kleine Snacks für mich gekauft hatte, meine Kolleginnen haben alle gesagt, ich solle für lange Arbeitstage mit ohne Essen ab schlimmstenfalls Mittags vorsorgen und jetzt hab ich also Nüsse, Smoothies, Müsliriegel und getrocknete Mango. Ich werd so drei, vier Wochen eingeschlossen im Keller eines Pharmaherstellers schon überleben) zu Ü-Eiern hab breitschlagen lassen. Tiefenentspannt halt.

Zu Hause dann Popcorn und Film (Madagaskar 3) für die Kinder, Buch und Kamin für mich. Abends Pommes, Fischstäbchen und Buttermöhren und zwei müde Kinder, die sich ohne großes Gemecker um kurz nach sieben ins Bett bringen ließen. Beide ganz kuschelig und nach einem Tag, wo beide sehr „groß“ waren, plötzlich ganz „klein“. So richtig was getan haben wir heute also wahrlich nicht, aber dafür haben wir glaube ich alle drei gründlich aufgetankt.

Jetzt wieder Buch und Kamin. Ich lese jetzt endlich „Unterleuten“ von Juli Zeh. Das hatte ich schon lange hier, nachdem ich es mir schon noch viel länger gewünscht hatte. Mindestens ein Jahr habe ich es nicht angefasst. Ich hatte den Kopf nicht dafür frei. Es war wohl auch klug, das lesen zu verschieben. Ich verbinde im Nachhinein Bücher mit der Stimmung, in der ich sie las. Bei diesem Buch möchte ich nicht, dass es mir durch Existenzängste verdorben wird. Tatsächlich habe ich es noch nicht ganz zur Hälfte durch und bin sicher, dass es eines der besten Bücher ist, die ich in den letzten Jahren überhaupt gelesen habe. Es packt mich und schluckt mich und ich habe endlich wieder ein deutliches Lesebedürfnis, ein bisschen wie früher, ich lese wieder überall, heute sogar beim Fischstäbchen braten. Ganz wunderbar ist das, wieder bin ich ein Stück mehr ich. Über das Buch möchte ich gar nicht so viel sagen, aber wenn Sie das noch nicht gelesen haben, machen Sie das mal, es ist wirklich sehr gut.

In diesem Sinne:

Tag 1254 – Dies und das geschafft.

Bin platt, aber heute war ein guter Tag. Viel gelernt. Michel und Pippi morgens gebracht, um 06:58 mit allen und allem im Auto gesessen. Um 07:30 im Zug gesessen und um 08:20 gearbeitet.

Abends Brot gebacken, aus morgens angesetztem Teig. Einkaufen lassen* und ein Essen gekocht, das beiden Kindern geschmeckt hat (es war eine süße Mehlspeise, also keine Kunst, dass es ihnen geschmeckt hat). Michel aus dem „tøffe guttene“** (toughe Jungs)-Buch vorgelesen und etwas über Arthur Rimbault gelernt.

Mit Herrn Rabe die erste Folge der 2. Staffel von Star Trek Discovery geguckt.

Doch, ein guter Tag.

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*läuft bisher super, das mit dem Einkaufsservice, dazu muss ich mal mehr aufschreiben.

**Boys who dare to be different, googeln sie das ruhig und dann kaufen Sie es, wenn Sie mögen, es ist sehr gut.

Tag 1253 – Heute aber!

Heute gehe ich früher ins Bett.

Das denke ich jeden Morgen wenn der Wecker mich aus dem Tiefschlaf reißt, den ich nun mal um 5 Uhr habe. Ich quäle mich dann mit Mühe aus dem Bett und heute war ich auch zu knapp dran zum Duschen, das ist nicht schön (und die Zeitersparnis auch eher eine gefühlte, weil ich trotzdem Haare waschen muss).

Heute könnte es aber echt was werden, denn es ist nichts mehr zu tun. Die Brotdosen für morgen sind gepackt und im Kühlschrank, alle möglichen Anträge liegen auf dem Schreibtisch, der Arbeitsrechner ist im Büro. Das ist eine doofe Geschichte, mein Rechner sponn von Anfang an vor sich hin und hängte sich zum Beispiel in den Meetingräumen wegen wasweißich ständig auf. Gestern wollte er dann plötzlich einen Recovery Key haben, den ich heute früh im Beisein der IT-Frau anforderte und der, ich habe nachgezählt, 55 Zeichen lang ist. Danach ging er wieder, aber wie ich so bei der IT-Frau stand, erzählte ich das mit dem Aufhängen und sie meinte, sie mache mal über Mittag eine Runde Updates, vielleicht helfe das. Dann bekam ich aber in meine Mittagspause (die ich mit Herrn Rabe außerhäusig mit Thai-Essen verbrachte, das war ganz großartig und das machen wir jetzt so ein Mal im Monat) eine Mail von der IT-Frau, dass es bei den Updates ein paar Probleme gegeben habe, sie da noch mal genauer nachgucken würde und für die Zwischenzeit bekäme ich einen Leihrechner. Und der Leihrechner ist kein handliches Inspektørinnen-Notebook sondern ein riesiges Teil, das passt natürlich nicht in meine Tasche. Deshalb habe ich also meinen Arbeitsrechner nicht hier und kann gar nicht weiter total nervös werden über den Vorbereitungen für meine allererste Inspektion nächste Woche. Meine Patin lachte heute schon ein bisschen, weil ich, nachdem ich die vom Hersteller geschickten Unterlagen durchgegangen war, die Abschnitte aus der European Pharmakopoeia zu den beim Hersteller durchgeführten Analysen las. In der Print-Version. Die in der „Bibliothek“ steht (also sogar auf unserer Etage). Was meine Patin noch nicht mal wusste, weil jeder Band (von 4) davon so… 3000 Seiten hat, auf so super dünnem Bibelpapier, aber in A4, es ist dröge und sperrig und wirklich sehr dröge, erwähnte ich dröge? Es ist dröge. Und das gibt es viel übersichtlicher halt auch alles im Internet, wieso also das Buch? Weil ich am Bildschirm nicht gut lange lesen kann, deshalb. Und warum lesen? Zum Beispiel, weil ich jetzt sagen kann, dass der Hersteller unter „Endotoxine“ nur „Ph. Eur.“ geschrieben hat, in der Pharmakopoeia aber drei unterschiedliche Methoden zur Endotoxintestung stehen. Also ein bisschen genauer wär halt schon fein.

Insgesamt also: ich bin nervös und übertreibe es möglicherweise mit der Vorbereitung, ich hoffe ich krieg meinen kleinen Computer bis Dienstag Nachmittag zurück und weil ich nix besseres zu tun hab, gehe ich jetzt tatsächlich mal früher ins Bett und kriege so hoffentlich mal etwas mehr als 6 Stunden Schlaf.